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Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache

Magisterarbeit 2004 61 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Johannes Gutenberg und die Erfindung des Buchdrucks
2.1 Mythos Gutenberg
2.2 Das Werk der Bücher
2.3 Gutenbergs Motiv
2.4 Gutenbergs Schicksal

3. Die Buchproduktion im Inkunabelzeitalter
3.1 Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst
3.2 Was wurde gedruckt?
3.3 Das Problem der exemplaria

4. Buchdruck und Sprache
4.1 Absatzsteigerung und Sprachausgleich
4.2 Orthotypographia

5. Schlußbetrachtung

Literaturverzeichnis

Vorbemerkung

Eine Arbeit über den Buchdruck verpflichtet zu einer gewissen Sorgfalt bei ihrer typographischen Gestaltung. Deshalb werden in der vorliegenden Untersuchung unter anderem Ligaturen benutzt, die sich aus ästhetischen Gründen bis heute erhalten haben, aber in modernen Druckwerken leider viel zu wenig berücksichtigt werden. Insbesondere sei auf folgende Zeichen hingewiesen: »ff fi fl« anstelle von »ff fi fl«.

Die verwendete Schriftart geht auf Claude Garamond (1480-1561) zurück, der sich als erster auf das Entwerfen, Schneiden und Gießen von Schriften beschränkt hat. Bis dahin gehörte dies zur Ausbildung und zum Beruf eines Buchdruckers. Garamond selbst war kein Drucker, doch schuf er von 1531 an eine Reihe von Antiqua-Schriften. Die »Guten- berg-Galaxis« ist ohne die »Garamond« und ihre vielen Nachfolger nicht denkbar.

Kapitel I Einleitung

Bei einem von amerikanischen Wissenschaftlern erstellten Ranking zum »man of the millennium« verwies Johannes Gutenberg als Erfinder des Buchdrucks Konkurrenten wie Christoph Columbus und Martin Luther auf die Plätze.1 Als Begründung hierfür wird angegeben, »daß alle wichtigen Entwicklungen der nachfolgenden Jahrhunderte [...] ohne die Wirkungen des von Gutenberg begründeten neuen Massenmediums nicht möglich gewesen wären«2. Daß die Einführung des Drucks mit be- weglichen Lettern demnach ein »markantes Ereignis in der europäischen Kulturgeschichte«3 bedeutet, zählt bis heute zur opinio communis. »Weniger Einhelligkeit ist zu verzeichnen, wenn es darum geht, die Wirkung des Buchdrucks bei der Herausbildung einer einheitlich nor- mierten Schriftsprache einzuschätzen.«4

Eine Gruppe der Sprachhistoriker ist der Meinung, ohne dessen Ein- fluß »wäre es der volkssprachlichen Literalität [...] nicht gelungen, den kommunikativ eingegrenzten Raum dialektaler Schriftvarianten zu verlassen«5. Marshall McLuhan betont, daß »in Deutschland, das plu- ralistischer war und aus vielfältigeren Stammesgruppen bestand als das übrige Europa, [...] sich ›die vereinheitlichenden Funktionen des Buch- druckes bei der Schaffung einer literarischen Sprache‹ als auffallend wirk- sam«6 zeigten.

Der Anteil des »Mobilletterndrucks«7 an der Entstehung einer deut- schen Gemeinsprache als »ein geistesgeschichtliches Phänomen«8 wird dabei in der Regel mit außersprachlichen, sozio-ökonomischen Ursachen in Verbindung gebracht. Die unter starkem wirtschaftlichen Druck ste- henden Buchdrucker und Verleger hätten ein starkes Interesse daran ge- habt, ihr Absatzgebiet zu vergrößern und ihre Bücher auch überregional zu verkaufen.9 Aus diesem Grunde seien sie darauf bedacht gewesen, daß ihre Produkte in anderen Gegenden Deutschlands zu verstehen und zu lesen sind10, »um nicht von vornherein die Verkaufsaussichten ihrer Produkte einzuschränken«11. Somit hätten sie durch den Verzicht auf die Verwendung dialektaler Sprache wesentlich zum sprachlichen Ausgleichs- und Normierungsprozeß beigetragen.12

Gegen eine solche Position, durch welche sich »die sonst so idealis- tischen Sprachhistoriker zum krassen Materialismus«13 bekennen, hatte zunächst Arno Schirokauer Einwände erhoben: Insbesondere die Vor- herrschaft lateinischer Drucke und die geringe Abhängigkeit der Buch- drucker vom überregionalen Export habe zur Folge, daß die Offizinen nicht als Förderer schriftsprachlicher Vereinheitlichung angesehen werden könnten.14 Vielmehr noch ist er der Überzeugung, »daß der frü- he Buchdruck einen Sprachausgleich dämmt und gemeinsprachliche Be- wegungen unterbricht, für die sich in den Handschriften Beweisstücke finden«15.

Auch wenn Schirokauers Ansichten nicht unwidersprochen ge- blieben sind, haben sie offensichtlich zu einer Relativierung der Rolle des Buchdrucks geführt.16 Nicht wenige Sprachforscher sind nämlich zu der Erkenntnis gelangt, die Bedeutung der neuen Drucktechnologie für die Sprachgeschichte des Frühneuhochdeutschen dürfe nicht zu hoch eingeschätzt werden.17

Im folgenden soll nun versucht werden, einer allzu großen Margi- nalisierung des Buchdrucks im Hinblick auf seinen Einfluß bei der Her- ausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache entgegenzuwirken. Diese Arbeit soll sich dabei an der These orientieren, daß technische Erfindungen und ökonomisches Kalkül durchaus kulturellen Fortschritt hervorbringen können und nicht notwendigerweise im Gegensatz zu diesem stehen. Dabei wird der Blick sowohl auf die Vertriebskanäle - diesem Punkt schenken viele Forschungsbeiträge eine besondere Auf- merksamkeit -, als auch auf den Prozeß der Buchherstellung und im besonderen auf die Arbeit des Setzers zu richten sein. Ab dem nächsten Kapitel ist also zunächst zu untersuchen, welchen ökonomischen Druck die Buchdrucker und Verleger schon in der Inkunabelzeit18 zu spüren bekamen; denn auf diesen Zeitraum soll sich die vorliegende Untersu- chung beschränken. Dabei wird zuallererst versucht, die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern und das damit verbundene Schick- sal Gutenbergs zu rekapitulieren, wodurch zugleich ein Einblick in die Arbeitsabläufe einer Druckerei jener Zeit ermöglicht werden soll. Daran anschließend müssen zentrale Fragen zur weiteren Entwicklung dieser vor allem technischen Innovation beantwortet werden. In diesem Zu- sammenhang gilt es beispielsweise zu klären, was für eine Auflagenhöhe erreicht und welche Bücher die Offizinen in dem hier anvisierten Zeit- abschnitt überhaupt gedruckt haben. Mit den dann vorliegenden Ergeb- nissen soll schließlich auf die oben bereits angedeutete Diskussion näher eingegangen und gezeigt werden, daß der Buchdruck durchaus als Förderer schriftsprachlicher Vereinheitlichungstendenzen betrachtet wer- den muß.

Um »durch den Buchdruck eingeleitete Veränderungen richtig ein- schätzen zu können, müssen wir uns [auch] über die Umstände klar werden, die herrschten, bevor er in Erscheinung trat«19. An einigen Stel- len wird es deshalb notwendig sein, auch Bezüge zur Zeit vor der Pro- duktion des ersten gedruckten Buches herzustellen. Michael Gieseckes Untersuchung Der Buchdruck in der frühen Neuzeit20 ist nicht zuletzt auch deswegen kritisiert worden, weil sie zu wenig die Umstände vor der Erscheinung des Buchdrucks berücksichtigt: »This representation is an unbalanced one, considering it too much in the light of what is happening five centuries later and not enough in connection with what it replaced.«21

Kapitel II Johannes Gutenberg und die Erfin- dung des Buchdrucks

2.1 Mythos Gutenberg

»Wohin würde es führen, wenn ich allen Unsinn, der je über Gutenberg geschrieben wurde, aufzählen und widerlegen wollte!«1 »Daß die Persön- lichkeit des Buchdruck-Erfinders als [...] makellos, rein und tugendhaft porträtiert werden« und gleichsam ein Mythos Gutenberg entstehen konn- te, »liegt sicher an der unbefriedigenden Ruellenlage zu seinem Leben«2. Aber nicht alleine die lückenhafte Überlieferung zu seiner Biographie - »die meisten der drei Dutzend Dokumente [...] drehen sich um die ge- richtliche Klärung bestimmter Finanzangelegenheiten«3 -, sondern auch der Wunsch, »das ›Segensreiche‹ des Buchdrucks notwendig auf dessen Erfinder übertragen sehen«4 zu wollen, hat zu einem verfälschten Bild Gutenbergs beigetragen. Dieses konnte allerdings in jüngeren biographi- schen Darstellungen von Autoren wie Albert Kapr5, Andreas Venzke6, Stephan Füssel7 und Sabine Wagner8 durch die Offenlegung »man- cherlei Widersprüche«9 größtenteils korrigiert werden. Es ist deshalb an dieser Stelle auch nicht notwendig, aus den überlieferten Bruchstücken die Gesamtskizze eines Gutenbergbildes neu zu entwerfen.10 Vielmehr soll im folgenden, stellvertretend für die Buchdrucker der Wiegendruck- zeit, an Ausschnitten der Biographie des Erfinders verdeutlicht werden, daß die Errichtung und der Betrieb einer Offizin eine kosten- und arbeitsintensive Unternehmung war.

Dabei soll nicht verhehlt werden, daß nicht nur die Ruellen zum Leben Gutenbergs, sondern auch diejenigen über den Buchdruck in der Inkunabelzeit dürftig erscheinen, denn die erste einigermaßen gründliche Darstellung über die Arbeitsabläufe bei der Herstellung der ersten Druckwerke stammt aus dem Jahr 1567.11

Es sind keinerlei Werkzeuge Gutenbergs oder seiner unmittelbaren Zeitgenossen überliefert. Ebenso fehlt es an sprachlichen Beschreibungen der Geräte und Arbeitsabläufe, selbst Abbildungen über Druckerpressen oder einzelne Werkzeuge suchen wir bis zur Wende zum 16. Jahrhundert vergeblich.12

Demnach wird bei der nun folgenden Darstellung angenommen, daß sich die aus dem 16. und teils auch aus dem 17. Jahrhundert stammenden Informationen über den Buchdruck auf die Inkunabelzeit zurückprojizieren lassen.

2.2 Das Werk der Bücher

Von besonderem Interesse für die Gutenberg-Forschung sind Doku- mente, welche eingehende Schlußfolgerungen zu seinem Wirken zu- lassen: jene zum Straßburger Dritzehen-Prozeß, das sogenannte Hel- maspergersche Notariatsinstrument und der Brief des Enea Silvio Piccolo- mini13.

Die Gerichtsakten zum Dritzehen-Prozeß von 1439 zeigen Gutenberg »als einen unternehmenden Kaufmann, als einen einfallsreichen Erfinder und einen handwerklichen Meister«14. Mit finanzkräftigen Geschäftspart- nern traf er im März des Jahres 1438 eine schriftliche Vereinbarung über die Produktion von Wallfahrtsspiegeln, die für die nächste Heiligtums- fahrt nach Aachen einen hohen Absatz und somit gute Gewinne verspra- chen.15 Um eine große Menge an Spiegeln schnell und günstig herstellen zu können, entwickelte Gutenberg ein eigenes Verfahren, daß auf der Verwendung von Druckformen und einer Presse beruhte.16 Die Gesell schafter »hatten aber noch einen zweiten Vertrag abgeschlossen«17. »Derart verschwiegen wurde das zweite Unternehmen angegangen, [...] daß auch den Zeitgenossen im Straßburger Gerichtsprozeß nicht eine Einzelheit da- von zu Ohren kam und bis heute das Geheimnis bewahrt geblieben ist.«18 Aufgrund eines fehlenden Urheberrechts verpflichteten sich Gutenberg und die anderen Gesellschafter nämlich dazu, nichts über ihr Vorhaben preiszugeben, »um nicht von möglichen Konkurrenten ausgestochen zu werden«19. Nicht selten wird davon ausgegangen, daß hier erste Schritte zur Entwicklung des Buchdruckverfahrens geheimgehalten werden sollten. »Auf die in der Forschung angegangene Frage, wie und ob Gutenberg be- reits in Straßburg gedruckt haben könnte, [kann allerdings] keine befrie- digende Antwort gegeben werden [...].«20

Das Helmaspergersche Notariatsinstrument vom 6. November 1455, bei dem es sich wiederum um Prozeßunterlagen handelt, und der Brief des Piccolomini sind die einzigen zeitgenössischen Ruellen, die über Gu- tenbergs Erfindung des Buchdrucks und der damit verbundenen Ge- schäftspartnerschaft mit Johannes Fust Auskunft geben. Während Fust die benötigten finanziellen Mittel von über 1500 Gulden für das gemein- same Werk der Bücher, den Aufbau der gemeinsamen Offizin und den Druck der sogenannten Gutenberg-Bibel besorgte, brachte Gutenberg seine Erfindung und sein handwerkliches Können in die Gemeinschaft ein.21 Letzterer konnte wahrscheinlich schon während seines Aufenthalts in Straßburg beobachten, daß dem »überaus mühseligen, langwierigen und kostspieligen Weg«22 der traditionellen, handschriftlichen Herstel lung von Kodizes eine immer größere Nachfrage gegenüberstand, die durch die Skriptorien nicht befriedigt werden konnte23. »Im allgemeinen Konsens geht man heute von einer Urdruckerei Gutenbergs aus [...], die spätestens ab 1448 existierte.«24 Vermutlich hat sich Fust anhand der dort erzielten Ergebnisse davon überzeugt, »daß Gutenberg ein ausgereif- tes technisches Verfahren zur Vervielfältigung von Texten erfunden hatte«25, welches eine rationellere, kostengünstigere Produktion als die der Schreiberwerkstätten zuließ, denn das von ihm investierte Kapital entspricht dem heutigen Gegenwert von weit mehr als ½ Million Euro26.

Im Zentrum der Gutenbergschen Erfindung steht die Herstellung von gleichmäßigen und gleichförmigen Drucklettern in theoretisch unbe- grenzter Anzahl durch die Verwendung eines Handgießinstrumentes:27

Zunächst wurde auf der Spitze eines Stahlstabs eine Letter eingraviert. Der Einzelbuch- stabe erschien dort erhaben und seitenverkehrt (sogenannte Patrize); der Stab wurde dann mit einem Hammer in weicheres Kupfer eingeschlagen, und es entstand ein seiten- richtiger, vertiefter Abdruck des Buchstabens (die Matrize). Dies war nun die Gußform, die in ein Gießinstrument einjustiert werden mußte. Das Gußmaterial wurde eingefüllt, und es entstand eine Bleiletter mit einem erhabenen, wiederum spiegelverkehrten Buch- staben.28

Das hergestellte Typenmaterial, daß nun prinzipiell für unendlich viele verschiedene Texte zur Verfügung stand, wurde dann in die Setzkästen so einsortiert, daß häufig gebrauchte Buchstaben für die Setzer möglichst leicht zu erreichen waren.29 Danach wurden nun die Einzellettern in ei nem Winkelhaken zu Zeilen zusammengetragen, welche dann im sogenannten Setzschiff zu einer Spalte oder Seite zusammengefügt wurden, wobei mit Hilfe der Regulierung des Wort- und Zeilenabstandes durch Blindmaterial der Satzspiegel genau justiert werden konnte.30

Der Satzspiegel wurde dann mit einem halbkugelförmigen Lederballen eingefärbt und auf die Presse gelegt. Das zu bedruckende Papier wurde angefeuchtet, um die Farbe besser anzunehmen, und dann in dem klappbaren Preßdeckel mit mehreren Nadeln (»Punkturen«) fixiert. Ein Rahmen wurde darüber geklappt, der in der Größe des Satz- spiegels eine Aussparung hatte, damit die Blattränder beim Drucken nicht beschmutzt wurden. Der Wagen mit dem Satz und dem Deckel mit dem Papier wurde dann unter die Druckplatte, den Tiegel, geschoben, und der Tiegel mit einem kräftigen Ruck auf das Pa- pier gedrückt.31

Gutenbergs Buchdruckverfahren ist zwar aus der heutigen Perspektive »ebenso einfach wie genial«32, doch handelt es sich aus der Sicht des Erfinders um »eine Kompilation vieler Erfindungen und modifizierter Anwendungen bekannter Arbeitserfahrungen für den Letterndruck«33. Soweit der Buchdruck auch mit beweglichen Lettern in Korea bereits viel früher entwickelt worden ist, scheint eine direkte Beeinflussung Guten- bergs durch die ostasiatischen Druckverfahren zwar durchaus möglich, ist aber nicht nachzuweisen.34

Will man gleichwohl die Einzigartigkeit der Gutenbergschen Erfindung hervorheben, so läßt sich [. . .] auf zwei Komponenten verweisen, die in der Tat den europäischen Buchdruck grundsätzlich vom fernöstlichen unterschieden. Eine solche Unterscheidung bezieht sich zum einen auf die verwendete Schrift und zum anderen auf die bemerkenswerte Tatsache, daß der Buchdruck in Europa auf einer Presse erfolgte. Denn eine Buchdruckerpresse blieb im Fernen Osten all die Zeit unbekannt. [. . .] Der zweite fundamentale Unterschied zwi- schen dem europäischen und dem ostasiatischen Buchdruck besteht in der grundsätzlichen Andersartigkeit des zugrunde liegenden Schriftmaterials. Die chinesische Schrift, wie sie bis in die Neuzeit hinein im gesamten ostasiatischen Raum vorherrschend war, basiert auf Ideo- grammen, also auf Schriftzeichen, die nicht wie beim abstrakten europäischen Alphabet einen phonetischen Ton wiedergeben, sondern einen ganzen Begriff. [. . .] Der Mobillettern- druck konnte sich daher, obwohl frühzeitig erfunden, im gesamten fernöstlichen Raum nicht durchsetzen.35

Des weiteren gilt es, »einen dynamischen Prozeß der Entwicklung zu konstatieren, statt auf eine statische, einmalige Großtat zu schauen«36:

Der Mobilletterndruck [kann] mit Sicherheit nicht ad hoc erfunden worden sein. Bedenkt man die Vielzahl seiner komplexen Strukturen, die von der Konstruktion der Presse über das Entwerfen, Schneiden und Gießen der Lettern bis zum Entwurf des Setzkastens rei- chen - Probleme wie die Mischung der Metalle für die Patrizen, Matrizen und Lettern, die Zusammenstellung der Druckfarbe oder das Anfeuchten des Papiers einmal außer acht ge- lassen -, bedenkt man diese Komplexität des heute als klassisch geltenden Buchdrucks, so läßt sich leicht einsehen, daß zur Umsetzung der einen Idee eine lange Zeit des Versuchens und Probierens vonnöten war.37

Sicherlich wurde die neue Technik ausgiebig an Kleindrucken wie beispielsweise Ablaßbriefen getestet, bevor man mit der Arbeit an der auch als B 42 bezeichneten, zweiundvierzigzeiligen Bibel begann.38

Als Vorlage für den lateinischen Text der Bibel diente »die ›Vulgata‹ des heiligen Hieronymus aus dem 4. Jahrhundert, die entscheidende Textgrundlage für jede theologische Arbeit und für die religiöse Un- terweisung im gesamten Mittelalter«39. Sie wurde allerdings erst im Jahr 1546 vom Konzil von Trient als maßgeblicher Text für »die« Bibel fest- gelegt.40 Vergleicht man die Gutenberg-Bibel mit einer zur gleichen Zeit gefertigten prachtvollen Bibelhandschrift, so lassen sich deutlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede feststellen. Dies ist wenig verwunder- lich, wenn man weiß, daß versucht wurde, die Handschriften in allen Aspekten zu imitieren.

Gutenberg wählte als Vorlage der Schrifttype seiner Zweiundvierzigzeiligen Bibel die feier- lichste Buchschrift seiner Zeit, die Textur, die so heißt, weil sie an ein Gewebe erinnert. Er bildete sie so gut nach, daß der Leser anfänglich meinen durfte, er habe eine Handschrift vor sich.41

Aber es wurde nicht bloß versucht, die Schrift, Kolumnenaufteilung und den Blocksatz der Handschriften nachzuahmen.42 Michael Giesecke ist zuzustimmen, wenn er schreibt, daß es vielmehr noch »Gutenbergs Anliegen war, die besten Leistungen der Skriptorien zu überbieten«43.

Das anfängliche Bestreben, auch den Rotdruck - die Arbeit der Rubrikatoren - technisch umsetzen zu wollen, wurde aus organisato- rischen und wirtschaftlichen Gründen recht schnell wieder aufgegeben.44 Es wurde schließlich »nur der Schwarzdruck in der Presse erstellt«45 und »das maschinell hergestellte Produkt [...] anschließend handwerklich auf- wendig veredelt«46. Dazu wurden nicht nur die entsprechenden Stellen für die Initialen und die farbigen Kolumnentitel freigelassen, sondern auch ein ausreichend breiter Rand für aufwendige Illustrationen zur Verfügung gestellt. Die Bibeln konnten also nach regionalen Vorlieben oder dem persönlichen Geschmack der Käufer künstlerisch ausgestaltet werden. »Keine der erhaltenen neunundvierzig Gutenberg-Bibeln sieht daher wie die andere aus, jede ist anders rubriziert und illuminiert.«47

Insgesamt wurden zirka 180 Exemplare der 1282 Seiten starken, im Groß-Folio-Format gedruckten B 42 hergestellt, davon 40 auf Pergament und 140 auf Papier.48 Jüngere Untersuchungen zu Dauer und Zeitpunkt des Bibeldrucks kommen zu dem Ergebnis, daß Anfang 1452 mit der Herstellung der Gutenberg-Bibel begonnen wurde, und daß diese dann im Oktober 145449 fertig ausgedruckt vorgelegen haben muß. Brauchte ein Schreiber zur Abschrift einer vollständigen Bibel bisher etwa drei Jah- re, konnten also nun im gleichen Zeitraum 180 Exemplare hergestellt werden.50 »Um sie zu produzieren, brauchten Gutenbergs Mitarbeiter 100.000 Drucktypen, 230.760 Arbeitsgänge [und] 48.000 Papierbögen à 16 Seiten [...].«51 Der Löwenanteil des zur Verfügung stehenden Kapitals wurde dabei für die Herstellung des Schriftmaterials, den Kauf des benö- tigten Papiers und Pergaments und nicht zu vergessen die Löhne der etwa 14 bis 16 Mitarbeiter aufgebraucht.52 Insbesondere die lateinkundigen Korrektoren und Setzer mußten standesgemäß bezahlt werden. Sie waren aufgrund ihrer Bildung mit Sicherheit teurer und zudem schwerer zu ersetzen als die anderen Arbeitskräfte.

Trotzdem waren »sowohl der Pergament- als auch der Papierdruck [...] um 1454 jeweils etwa 75 Prozent preiswerter als eine kalligraphisch hergestellte Bibelhandschrift«53. Dem zwar meist überschätzten, aber na- türlich trotzdem gegebenen finanziellen Risiko standen somit nicht nur sehr gute Absatzmöglichkeiten - denn Abnehmer wurden schnell ge- funden54 - sondern auch besonders hohe Gewinnchancen gegenüber. Das ökonomische Wagnis war demnach geringer, als man im allgemeinen an- nimmt. Gutenberg und Fust haben die günstigeren Herstellungskosten wohl kaum dem Käufer zu Gute kommen lassen, sondern werden die üb- lichen Preise der wertvollen Handschriften verlangt haben.55 Ihre Bibel war der kalligraphischen Konkurrenz schließlich »im Hinblick auf Design, Ausstattung und Benutzerfreundlichkeit«56 mindestens gleichwertig.

Dies zeigt sich inbesondere am bereits erwähnten Brief des Enea Silvio Piccolomini. Ihm wurden 1454 in Frankfurt Teile der noch in Produktion befindlichen B 42 vorgeführt. Besonders fiel ihm die ›saubere‹ und ›kor- rekte‹ Typographie der Bibel auf. Er teilte daher dem schon älteren Kardi- nal Juan de Caravajal in seinem Brief mit, dieser könne das Werk pro- blemlos auch ohne die Zuhilfenahme einer Brille lesen: »Non vidi biblias integras, sed quintoriones aliquot diversorum librorum, mundissime ac cor- rectissimeb litteraec, nulla in parte mendaces, quosd tua dignatio sine labo- re et absque berillo legeret«57.

[...]


1 Vgl. Agnes Hooper Gottlieb, Henry Gottlieb, Barbara Powers c Brent Powers: 1000 years, 1000 people. Ranking the men and women who shaped the millennium, New York u. a. 1999, S. 2

2 Stephan Füssel: Gutenberg, Reinbek bei Hamburg 1999, S. 7. Erstaunlich ist diese nachträgliche Wertschätzung besonders dann, wenn man bedenkt, daß »bis ins 18. Jahrhundert hinein der Glaube vorherrschte, [Peter] Schöffer und hauptsächlich [Jo- hannes] Fust seien als Erfinder« (Andreas Venzke: Johannes Gutenberg. Der Erfinder des Buchdrucks, Zürich 1993, S. 277) des Buchdrucks anzusehen.

3 Frédéric Hartweg: »Die Rolle des Buchdrucks für die frühneuhochdeutsche Sprachge- schichte«, in: Werner Besch (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung, Berlin / New York 1985, S. 1415. Walter J. Ong zum Beispiel bezeichnet den Buchdruck - neben der Schrift und der Computertechnologie - als Meilenstein der Technologisierungsgeschichte des Worts (vgl. Walter J. Ong: Oralität und Literalität. Die Technologisierung des Wortes, Opladen 1987, S. 82 f.).

4 Frédéric Hartweg: »Buchdruck und Druckersprachen«, in: Hans-Joachim Köhler (Hrsg.): Flugschriften als Massenmedium der Reformationszeit. Beiträge zum Tü- binger Symposium 1980 (= Spätmittelalter und Frühe Neuzeit 13), Stuttgart 1981, S. 43. Auch die Entwicklung einer standardisierten Schriftsprache muß als ein bedeutsamer kulturgeschichtlicher Fortschritt angesehen werden, da sie unter anderem »als eine entscheidende Vorbedingung für eine effektive Alphabetisierung breiter Volksklassen betrachtet« (Helmut Glück: Schrift und Schriftlichkeit. Eine sprachund kulturwissenschaftliche Studie, Stuttgart 1987, S. 135) wird.

5 Cornelia Epping-Jäger: Die Inszenierung der Schrift. Der Literalisierungsprozeß und die Entstehungsgeschichte des Dramas, Stuttgart 1996, S. 365

6 Marshall McLuhan: Die Gutenberg-Galaxis. Das Ende des Buchzeitalters, Düssel- dorf / Wien 1968, S. 312

7 Andreas Venzke benutzt den Terminus Mobilletterndruck, da es sich »strenggenom- men bei der Gutenbergschen Erfindung nicht um den Buchdruck, sondern um den ›Buchdruck mit beweglichen Lettern‹« (Venzke: Johannes Gutenberg, S. 111) handelt. Bereits zuvor habe man nämlich sogenannte Blockbücher mit Hilfe des Holztafeldrucks hergestellt (vgl. ebd., S. 111 f.). »Es ist allerdings noch nicht [. . .] si- cher, daß die Xylographie älter ist als die Typographie« (Uwe Neddermeyer: Von der Handschrift zum gedruckten Buch. Schriftlichkeit und Leseinteresse im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Ruantitative und qualitative Aspekte, Wiesbaden 1998, S. 359). Die allgemeine Bezeichnung Buchdruck ist aber außerdem aus einem anderen wichtigen, von Venzke nicht angeführten Grund ungenau: Sie reduziert die mit der neuen Technologie produzierten Medien einzig auf das Buch, obwohl schon von Gu- tenberg auch Einblattdrucke hergestellt worden sind. Trotzdem werden auch im wei- teren Verlauf dieser Arbeit die Termini Mobilletterndruck und Buchdruck synonym verwendet. Das damit umschriebene Verfahren wird in Abschnitt 2.2 näher erläutert.

8 Arno Schirokauer: »Der Anteil des Buchdrucks an der Bildung des Gemeindeut- schen«, in: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 25 (1951), S. 325

9 Vgl. Hans-Joachim Koppitz: »Zum Erfolg verurteilt. Auswirkungen der Erfindung des Buchdrucks auf die Überlieferung deutscher Texte bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts«, in: Gutenberg-Jahrbuch 1980, S. 78

10 Vgl. Michael Giese>Vorgeschichte der Informationsgesellschaft. 2. durchgesehene Aufl., Frankfurt a. M. 1998, S. 328

11 Hartweg: Die Rolle des Buchdrucks, S. 1419

12 Vgl. Adolf Bach: Geschichte der deutschen Sprache. 7. erw. Aufl., Heidelberg 1961, S. 202

13 Schirokauer: Der Anteil des Buchdrucks, S. 324

14 Vgl. ebd., S. 325 ff. und ders.: »Frühneuhochdeutsch«, in: Wolfgang Stammler (Hrsg.): Deutsche Philologie im Aufriß. 2. bearb. Aufl., Bd. 1, Berlin 1957, S. 894 ff.

15 Schirokauer: Der Anteil des Buchdrucks, S. 330

16 Vgl. Epping-Jäger: Die Inszenierung der Schrift, S. 308 f. Exemplarisch sei hier Walter Henzen genannt, der Schirokauers Befund nicht teilt und darauf hinweist, daß aus dessen eigenen Ausführungen vielmehr die fördernde Wirkung des Mo- billetterndrucks auf den schriftsprachlichen Standardisierungsprozeß hervorgehe (vgl. Walter Henzen: Schriftsprache und Mundarten. 2. neu bearb. Aufl., Bern 1954, S. 103). Hans Widmann wiederum relativiert die Aussagen Schirokauers, aber auch die Wirkungskraft des Buchdrucks, wenn er schreibt: »Bestreiten läßt sich auch nicht, daß im Buchdruck des in Frage stehenden Zeitraums gewisse Ausgleichsbestrebungen erkennbar sind« (Hans Widmann: Buchdruck und Sprache, Mainz 1964, S. 19 [Hervorhebung nicht im Original]).

17 Vgl. Peter von Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegen- wart. Band I: Einführung, Grundbegriffe, 14.-16. Jahrhundert. 2. überarb. u. erg. Aufl., Berlin / NewYork 2000, S. 126 f.

18 »Das Wort ›incunabula‹ ist im Zusammenhang mit dem Druckerwesen zuerst von dem Domdechanten von Münster, Bernhard von Mallinckrodt, in seinem Traktat De ortu et progressu artis typographicae (Köln 1639) benutzt worden, einem Beitrag zur Zwei- hundertjahrfeier von Gutenbergs Erfindung. Darin bezeichnet er die Periode von Gu- tenberg bis 1500 als ›prima typographiae incunabula‹, die Zeit, da die Typographie noch ›in den Windeln lag‹« (Sigfrid H. Steinberg: Die schwarze Kunst. 500 Jahre Buch- wesen. 3. erw. Aufl., München 1988, S. 15). »Für die moderne Inkunabelforschung gilt, daß der 1. Januar 1501 als Terminus ante quem zählt. Alle modernen Biblio- graphien und Kataloge beachten diese zeitliche Grenze. Selbstredend kann diese Grenze als willkürliche Setzung angesprochen werden. Die Grenzziehung zwischen ›Inku- nabeln‹ und ›Frühdrucken‹ (Postinkunabeln) trennt ja nicht selten das Werk eines Druckers schematisch in zwei Teile, wenn die betreffende Offizin ihre Tätigkeit noch im ausgehenden 15. Jahrhundert aufgenommen, aber noch im beginnenden 16. Jahr- hundert fortgesetzt hat. [...] Jedoch hat sich das Datum 31. 12. 1500 als Abschluß des Inkunabelzeitalters aus praktischen Gründen durchgesetzt« (Otto Mazal: Die Überliefe- rung der antiken Literatur im Buchdruck des 15. Jahrhunderts, Stuttgart 2003, S. 34 f.).

19 Elisabeth L. Eisenstein: Die Druckerpresse. Kulturrevolution im frühen modernen Europa, Wien / New York 1997, S. 5

20 Michael Giese>

21 Dennis H. Green: o. T. [Rezension zu Giese>Neuzeit] in: Medium Ævum, Bd. 62 (1993), S. 165

1 Aloys Ruppel: Johannes Gutenberg. Sein Leben und sein Werk, Berlin 1947, S. 10

2 Venzke: Johannes Gutenberg, S. 327. Die Unsicherheiten um den Lebenslauf des Jo- hannes Gensfleisch zur Laden, genannt Gutenberg, beginnen bereits mit seiner Geburt, da ein sicheres Geburtsdatum nicht überliefert ist. Mit unterschiedlichen Argumenten wurde errechnet, daß er zwischen den Jahren 1393 und 1408 wahrscheinlich in Mainz auf die Welt gekommen sein muß. Offiziell und zugleich symbolisch wurde der 24. Juni 1400 als Gutenbergs »Geburtstag« akzeptiert (vgl. die unten genannten Bio- graphien sowie Isa Fleischmann: Metallschnitt und Teigdruck. Technik und Entste- hung zur Zeit des frühen Buchdrucks, Mainz 1998, S. 83). In diese Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, daß auch ein authentisches Portrait von Gutenberg bis- her nicht überliefert ist. Das älteste bekannte Bildnis, der Kupferstich aus André The- vets Lebensbeschreibungen berühmter Männer, der auch einigen aktuellen Biographien voransteht, stammt aus dem Jahr 1584 (vgl. Otto Martin: »Johannes Gutenberg im Bildnis«, in: Imprimatur. Neue Folge. Band XIV (1991), S. 109).

3 Venzke: Johannes Gutenberg, S. 37

4 Ebd., S. 327

5 Vgl. Albert Kapr: Johannes Gutenberg. Persönlichkeit und Leistung, München 1987

6 Vgl. Venzke: Johannes Gutenberg

7 Vgl. Füssel: Gutenberg

8 Vgl. Sabine Wagner: »Bekannter Unbekannter - Johannes Gutenberg« in: Stadt Mainz (Hrsg.): Gutenberg. aventur und kunst. Vom Geheimunternehmen zur ersten Medienrevolution, Mainz 2000, S. 114-143

9 Kapr: Johannes Gutenberg, S. 8

10 Wollte man dies trotzdem versuchen und schon begangene Fehler vermeiden, wäre insbesondere darauf zu achten, daß der Erfinder des Mobilletterndrucks »nur als Mensch seiner Zeit verstanden werden« (ebd.) kann, und daß Konjekturen zu seinem Leben auf einer schlüssigen Argumentation basieren müssen.

11 Vgl. Giese>einer Druckerei ist ein Holzschnitt in einem von Matthias Huß in Lyon im Jahre 1499 gedruckten »Totentanz« (vgl. Füssel: Gutenberg, S. 32).

12 Ebd., S. 69

13 Dieser jüngste Ruellenfund durch Erich Meuthen (vgl. Erich Meuthen: »Ein neues frühes Ruellenzeugnis (zu Oktober 1454?) für den ältesten Bibeldruck. Enea Silvio Piccolomini am 12. März 1455 aus Wiener Neustadt an Kardinal Juan de Carvajal«, in: Gutenberg-Jahrbuch 1982, S. 108 ff.) gilt als »echte Sensation für die Gutenberg- forschung« (Leonhard Hoffmann: »Die Gutenbergbibel. Eine Kosten- und Gewinn- schätzung des ersten Bibeldrucks auf der Grundlage zeitgenössischer Ruellen«, in: Ar- chiv für Geschichte des Buchwesens (AGB) 39 (1993), S. 255). Dieses Dokument ermöglicht nämlich unter anderem, den Fertigstellungszeitraum der Gutenberg-Bibel genauer zu bestimmen.

14 Füssel: Gutenberg, S. 24

15 Vgl. Wagner: Bekannter Unbekannter, S. 126 ff.

16 Vgl. ebd.

17 Füssel: Gutenberg, S. 26

18 Venzke: Johannes Gutenberg, S. 91

19 Ebd., S. 94

20 Ebd., S. 115

21 Vgl. Venzke: Johannes Gutenberg, S. 183

22 Tilo Brandis: »Handschriften- und Buchproduktion im 15. und frühen 16. Jahr- hundert«, in: Ludger Grenzmann c Karl Stackmann (Hrsg.): Literatur und Laienbildung im Spätmittelalter und in der Reformationszeit. Symposion in Wolfenbüttel 1981, Stuttgart 1984, S. 178

23 Vgl. Fleischmann: Metallschnitt und Teigdruck, S. 80

24 Wagner: Bekannter Unbekannter, S. 130

25 Hoffmann: Die Gutenbergbibel, S. 260

26 Vgl. Venzke: Johannes Gutenberg, S. 178

27 Vgl. Füssel: Gutenberg, S. 31

28 Ebd.

29 Vgl. Kapr: Johannes Gutenberg, S. 129. Schon die Produktion von Handschriften wurde zu optimieren versucht: »Miniaturen zeigen Schreiber, die für Vorlage eine Buchstütze und den Tisch für die Abschrift benutzten. Mobiliar, das speziell fürs Ko pieren angefertigt wurde und dem Zweck diente, die Blickverlagerung zwischen Vor- lage und Abschrift so gering wie möglich zu halten« (Paul Saenger: »Lesen im Spät- mittelalter« in: Roger Chartier c Guglielmo Cavallo (Hrsg.): Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm, Frankfurt a.M. / New York 1999, S. 193).

30 Vgl. Füssel: Gutenberg, S. 30 f.

31 Ebd., S. 33

32 Ebd., S. 30

33 Kapr: Johannes Gutenberg, S. 130

34 Vgl. Venzke: Johannes Gutenberg, S. 158 sowie Giese>hen Neuzeit, S. 77

35 Venzke: Johannes Gutenberg, S. 154 ff.

36 Stephan Füssel: »Gutenberg-Forschung: Kulturwissenschaftliche Aspekte des frühen Buchdrucks«, in: Sabine Wefers (Hrsg.): Von Gutenberg zum Internet. 7. Deutscher Bibliothekongress, 87. Deutscher Bibliothekartag in Dortmund 1997, Frankfurt a. M. 1997, S. 23

37 Venzke: Johannes Gutenberg, S. 116

38 Fleischmann: Metallschnitt und Teigdruck, S. 88 f.

39 Füssel: Gutenberg, S. 30

40 Vgl. Werner Faulstich: Medien und Öffentlichkeit im Mittelalter: 800 - 1400 (Die Geschichte der Medien Bd. 2), Göttingen 1996, S. 122 sowie Julia Dominique: »Die Gegenreformation und das Lesen« in: Roger Chartier c Guglielmo Cavallo (Hrsg.): Die Welt des Lesens. Von der Schriftrolle zum Bildschirm. Frankfurt a.M. / New York 1999, S. 354

41 Jan Tschichold: Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie. 3. Aufl., Augsburg 1996, S. 39

42 Füssel: Gutenberg, S. 37

43 Giese>chen Motiven folgt in Kapitel 2.3 dieser Arbeit.

44 Hoffmann: Die Gutenbergbibel, S. 271

45 Füssel: Gutenberg, S. 34

46 Jochen Hörisch: Der Sinn und die Sinne. Eine Geschichte der Medien, Frankfurt a. M. 2001, S. 134

47 Füssel: Gutenberg, S. 34

48 Vgl. ebd., S. 39 ff.

49 Vgl. Venzke: Johannes Gutenberg, S. 190

50 Vgl. ebd., S. 42

51 Hörisch: Der Sinn und die Sinne, S. 134

52 Vgl. Hoffmann: Die Gutenbergbibel, S. 299

53 Hörisch: Der Sinn und die Sinne, S. 137

54 Vgl. Füssel: Gutenberg, S. 45

55 Vgl. Hoffmann: Die Gutenbergbibel, S. 301

56 Hörisch: Der Sinn und die Sinne, S. 134

57 Zitiert nach Meuthen: Ein neues frühes Ruellenzeugnis, S. 110 (Hervorhebungen nicht im Original); Deutsche Übersetzung: »Vollständige Bibeln habe ich nicht gesehen, vielmehr einige Ruinterne mit verschiedenen Büchern [der heiligen Schrift] in höchst sauberer und korrekter Schrift, nirgendwo nachgemacht; deine Gnade würde sie mühelos und ohne Brille lesen können« (ebd., S. 116).

Details

Seiten
61
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638306355
Dateigröße
615 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v29003
Institution / Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Note
1.0
Schlagworte
Anteil Buchdrucks Herausbildung Hochsprache

Autor

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Titel: Der Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache