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Einflussfaktoren auf antidemokratische und fremdenfeindliche Einstellungen. Sekundäranalyse einer sachsenweiten Befragung

Bachelorarbeit 2012 55 Seiten

Medien / Kommunikation - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1. Vorwort

2. Theoretischer Rahmen
2.1 Antidemokratie
2.2 Rechtsextremismus
2.2.1 Persönlichkeitsmerkmale
2.2.2 Ungleichgewichtszustände
2.2.3 Externe Variablen
2.3 Fremdenfeindlichkeit

3. Modellaufbau

4. Aktueller Kontext

5. Analyse
5.1 Politisches Spektrum
5.2 Werteorientierung
5.3 Arbeitslosigkeit
5.5 Deprivation und Desintegration
5.6 Fremdenfeindlichkeit und Rassismus
5.7 Antidemokratische Einstellung

6. Modellanpassung und Ausblick

IV. Anhang

V. Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Hufeisenmodell nach Backes und Faye

Abb. 2 Variablenmodell zu Einflüssen auf rechte Dispositionen

Abb. 3 Boxplot zur Fremdenfeindlichkeit zwischen den Gruppen

Abb. 4 Kausalmodell

Abb. 5 Scheuch/ Klingemann Modell

Abb. 6 Winkler Modell

III. Tabellenverzeichnis

Tab. 1Soziodemographische Verteilung der Befragten

Tab. 2 Wahlergebnisse 2009

Tab. 3 Geschlechtsunterschiede bei den Wählern

Tab. 4 Werteorientierungen bei Personen mit rechter Wahlabsicht

Tab. 5 Pearson-r für Werteorientierungen im politischen Spektrum

Tab. 6 Werteorientierungen bei Personen ohne rechte Wahlabsicht

Tab. 7 Arbeitslosenstatistik

Tab. 8 Zufriedenheit im Parteivergleich

Tab. 9 Zusammenhang Unzufriedenheit und Arbeitslosigkeit

Tab. 10 Zusammenhang Unzufriedenheit und geringes Einkommen

Tab. 11 Verteilung der Bildung innerhalb des politischen Spektrums und Langzeitarbeitslosigkeit

Tab. 12 Ängste-Mittelwertvergleich

Tab. 13 Zustimmung „Wichtigkeit den Zuzug von Ausländern regulieren“

Tab. 14 Zustimmung „Deutsches rein halten vor Völkermischung“

Tab. 15 Fremdenfeindliche Einstellungen im Geschlechtervergleich

Tab. 16 Mittelwerte der beiden Gruppen im Vergleich

Tab. 17 Mittelwertunterscheidung innerhalb der Wähler rechter Parteien auf Grund der Ausprägung ihrer Fremdenfeindlichkeit

Tab. 18 Mittelwertvergleiche zur politischen Repräsentation

Tab. 19 Äußerungen zu wichtigen Begriffen der Demokratie

1. Vorwort

12. Januar 2012 – die Bundesregierung veröffentlicht den zweiten Integrationsidikatorenbericht. Einem großen Teil muslimischer Personen mit Migrantionshintergrund wird Integrationsunwilligkeit attestiert.

04. November 2011 – die „Zwickauer Zelle“ fliegt auf. Die größte rechtsextreme Mordserie nach dem 2. Weltkrieg wird aufgedeckt.

30. August 2010 – Thilo Sarrazins umstrittenes Buch „'Deutschland schafft sich ab“ erscheint.

Der Diskurs über Rechtsextremismus und ausländische Mitbürger verliert niemals an Aktualität. Und mit ihm das Thema Fremdenfeindlichkeit und antidemokratische Einstellungen. Von einem Befreiungsschlag war die Rede - endlich dürfe man die Wahrheit sagen. Fremdenfeindliche Einstellungen quer durch alle Bevölkerungsschichten traten zu Tage. Sich negativ gegen ausländische Mitbürger zu äußern, schien damit seine Gesellschaftsfähigkeit erreicht zu haben. Dabei ist es nicht einmal einfach, eine Grenze zwischen Fremden und „Nicht-Fremden“ zu ziehen. Beispielsweise zählt für die Statistik ein deutscher Pass, damit man nicht als Ausländer gezählt erfasst wird. Jedoch ändert sich die ethnische Herkunft nicht mit einer deutschen Staatsbürgerschaft. Diese Person wird weiterhin als fremd wahrgenommen werden. Oft völlig überzeichnete Berichterstattungen, verstärken dieses verzerrte Bild über den Anteil von ausländischen Personen noch mehr.

Die in der Sekundäranalyse verwendete Befragung, wurde bereits ein Jahr vor Erscheinen Sarrazins Buchs erhoben. Dabei ging es nicht primär darum fremdenfeindliche und antidemokratische Einstellungen ausfindig zu machen. Durchgeführt wurde sie in einem Bundesland, dem seit jeher starke fremdenfeindliche Einstellungen und einer hoher Anteil an Rechtsextremen attestiert wird: Sachsen. Fremdenfeindlichkeit kann sich dabei gegen jedwedes Anderssein richten, seien es nun kulturelle, ethnische, religiöse oder sexuelle Hintergründe. (Rassismus hingegen richtet sich immer nach dem Glauben, eine Rasse sei durch ihre Natur gegeben Merkmale bevorteilt und anderen damit überlegen. Beispielsweise werden die Nordischen Völker als sehr starke Rasse betrachtet, territorial sind es für die Deutschen aber Ausländer.) Dabei wird es immer schwieriger, rechte Einstellungen zu identifizieren, da rechte Parteien immer mehr versuchen, sich mit neuen Themen in der politische Mitte zu platzieren, um mehr Akzeptanz in der Gesellschaft und somit auch eine größere Wählerschaft zu gewinnen. In dieser Arbeit soll es weder darum gehen, zu bewerten wie gut sich Migranten tatsächlich integrieren lassen, noch die Thesen von Sarrazin zu überprüfen. Es soll viel mehr ein Modell entwickelt werden, das die Einflussfaktoren auf diese fremdenfeindlichen und die antidemokratischen Einstellungen aufzeigt. Es hat dabei den Anspruch der Allgemeingültigkeit und muss deshalb für in der Analyse etwas modifiziert werden. Es ist bereits klar, dass es sich dabei nur um ein sehr komplexes Modell ohne deterministische Kausalitäten handeln kann.

Ohne Zweifel ist dies ein Thema, das bereits sehr gut wissenschaftlich durchdrungen ist. Jedoch gibt es bis heute keine allgemeingültige Theorie die alle Kausalitäten erklärt. Die verschiedensten Wissenschaftsgebiete nähern sich dem Objekt der fremdenfeindlichen und antidemokratischen Einstellungen auf unterschiedlichsten Ebenen und sind dabei in ihren Definitionen meist so speziell, das ihre Ergebnisse nicht übertragbar sind und nur für einen beschränkten Rahmen Gültigkeit haben. Dennoch soll sich zunächst ein Überblick verschafft werden, welche Einflüsse sich bereits in Studien bewährt haben.

2. Theoretischer Rahmen

Unzählige Studien im In- und Ausland haben sich bereits damit beschäftigt, was fremdenfeindliche und antidemokratische Einstellungen beeinflusst. Dabei wurden die unterschiedlichsten Sphären beleuchtet und Untersuchungsdesigns angewandt. Daher soll zunächst der Rahmen abgesteckt werden, in dem sich diese Arbeit bewegt und auf welchen Annahmen sie aufbaut. Dabei ist grundsätzlich zu sagen, dass Forschungsbefunde völlig unterschiedlicher Regionen der Welt nur bedingt vergleichbar sind, da besonders fremdenfeindliche Einstellungen stark von räumlichen, zeitlichen und sozialen Rahmenbedingungen abhängen. (vgl. Stolz, 2000, S.36)

2.1 Antidemokratie

Um antidemokratische Einstellungen ausfindig zu machen, müssen wir uns vor Augen führen, was Demokratie eigentlich ausmacht. Ein jeder demokratischer Staat zeichnet sich aus, durch seine Gewaltenteilung, seine freien Wahlen, die Garantie der Grundrechte und Gleichheit eines jedes Einzelnen, sowie den garantierten Freiheiten von Meinung, Presse, Rundfunk und Religionsausübung. Aus diesen Grundrechten (der freien Parteienbildung und politischen Betätigung) ergibt sich auch eine erste vorzunehmende Trennung der Gesellschaft, in die politische Mitte und die beiden politischen extreme Links und Rechts. Der Hufeisentheorie folgend, sind sich die beiden Pole dabei im Grunde am weitesten von einander entfernt, aber dennoch auch Nachbarn, was zu spannungsgeladenen Lage führt. Backes (1989, S.251) bewertet das Schema dabei wie folgt: „Das Hufeisenmodell trägt der Tatsache Rechnung, daß [sic.] die Grenzlinie zwischen politischem Extremismus und demokratischem Verfassungsstaat für die Bewertung politischer Phänomene von größerer Bedeutung ist als die jeweilige Stellung auf der Rechts-Links-Achse.“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 1 Hufeisenmodell nach Backes und Faye

Dieses Modell wurde oft kontrovers diskutiert, da sich linke Personen natürlich nicht mit Rechten gleichgesetzt fühlen wollen. Backes spricht in seinem Buch ebenfalls von einer von Jean Pierre Faye vorgenommen Erweiterung, die unbedingt Erwähnung finden sollte, da sie eine wichtige Erweiterung bildet (siehe grauer Teil – Abb.1) Damit wurden unter den politischen Extremen weitere Unterteilungen vorgenommen, die belegen, dass es auch innerhalb der Gruppen ein eigenes politisches Spektrum gibt (Backes spricht an dieser Stelle sogar von „rechten Linksextremen“ und „linken Rechtsextremen“). Für die später folgende Analyse bedeutet dies, dass zunächst eine Einteilung anhand der politischen Einstellungen vorgenommen werden soll, die den Anhängern der extremistischen Pole per se antidemokratische Einstellungen unterstellt (ob dem tatsächlich so ist, wird folglich untersucht).

Primär wird in dieser Arbeit das Augenmerk auf rechte Dispositionen gerichtet sein, aber natürlich lassen sich antidemokratische (und fremdenfeindliche) Einstellungen auch in anderen politischen Gesinnungen finden.

2.2 Rechtsextremismus

Der Begriff Rechtsextremismus ist in seiner Komplexität schwer zu fassen und findet auch in der Literatur keine eindeutige Verwendung. Dabei ist oft nicht einmal klar, wo die Grenzen zwischen Rechtsextremismus und -radikalismus liegen, werden diese Begriff gelegentlich auch synonym verwand. Auch im Verlaufe der Arbeit werden unterschiedliche Begriffe für rechte Einstellungen verwendet. Es wurde dabei keine Gewichtung hinsichtlich der Einstellungsausprägung unternommen, daher sind diese als gleichbedeutend anzusehen. Die klassische Rechtsextremismusforschung beschäftigt sich meist mit Gruppen und Organisationen. Dabei fallen vor allem Jugendliche und Frauen durch das Raster (Jugendliche können auch in der folgenden Analyse keine Betrachtung finden, da die Befragten mindestens 18 Jahre alt sein mussten). Josef Helds Beschreibung eines Rechtsextremismus-Begriffes, der nicht nur antidemokratische und fremdenfeindliche Aspekte beinhaltet, sondern auch autoritaristische, faschistische und national-konservative, wird der Bezeichnung des in dieser Arbeit behandelten Themas für ein Gesamtphänomen, am ehesten gerecht (vgl. 2008, S.13ff). Nun suggeriert der Begriff -EXTREMISMUS, dass es sich dabei um ein reines Phänomen am Rande der Gesellschaft handelt, jedoch finden sich „in allen Teilen der Gesellschaft rechtsextreme und antidemokratische Einstellungen“ (vgl. ebd., S.14). Es ist über Rechtsextremismus bereits bekannt, dass es unterschiedliche Ausprägungen auf Grund der regionalen Herkunft gibt. Held sieht die Ursache dafür in den mangelnden Sozialkontakten. Dabei weißt er darauf hin, dass diese Personen nicht per se einen höheren Hang zu rechten Einstellungen haben, sondern dies primär durch ihr Umfeld beeinflusst wird. „Auf dem Land ist diese Anpassung [an feindliche Haltungen der Kontaktperson] deutlicher stärker zu finden als in der Stadt. Vermutlich ist dies darauf zurückzuführen, dass die Möglichkeiten zu sozialen Kontakten und zur Auswahl seiner Bekanntschaften auf dem Land deutlich geringer sind und dadurch der Anpassungsdruck steigt.“ (ebd., S. 24)

Im folgenden sollen nun einige Theorien Erklärung finden, über Einflüsse auf rechtsextreme und fremdenfeindliche Einstellungen, die mit in die Ausarbeitung des Modell einbezogen wurden. Freilich überschreiten einige Faktoren auch die Nachvollziehbarkeit in dieser Studie, sie soll dem Anspruch der Allgemeingültigkeit und Vollständigkeit halber, dennoch Erwähnung finden.

2.2.1 Persönlichkeitsmerkmale

Unter „Persönlichkeitsmerkmale“ werden verschiedene Theorien zusammengefasst, die sich der selben Sphäre gewidmet haben. Grundsätzlich ist dabei allen Theorien, dass sich Werteorientierung ausbilden in Abhängigkeit von Geschlecht, Alter, Bildung, Erziehung, Elternhaus (Bildung der Eltern, politisches Engagement der Eltern und deren eigene Wertorientierungen) und der sozialen Schicht.

Der erste große Strang dieser Theorien, umfasst den Begriff Autoritarismus und fand bereits in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen Beachtung. Schon 1950 stellte Adorno in seiner Gruppenstudie fest, dass autoritaristische Persönlichkeiten eine deutlich stärkere Ausprägung hinsichtlich ihrer Fremdenfeindlichkeit aufweisen. Doch was bedeutet Autoritarismus? Nach Altemeyer setzt sich dieser Begriff als Persönlichkeitsmerkmal zusammen aus autoritäre Gehorsamkeit/ Unterwerfung, autoritärer Aggression und Konventionalismus (vgl. 1992). Geprägt wird dies durch die Familienstrukturen und Autoritätsbeziehungen während der Sozialisation eines Menschen. So führen sowohl eine Kindheit in Ablehnung, als auch zu starkes fixieren auf die Erziehung der Kinder, gepaart mit mangelnde Autonomisierung zu autoritaristischen Persönlichkeiten (vgl. Hadjar, 2004, S. 127ff). Winkler beschrieb das autoritaristische Persönlichkeitsbild wie folgt: „Autoritäre Persönlichkeiten unterwerfen sich Autoritäten und bezeugen Mächtigen Gehorsam, während sie sich Schwachen gegenüber als überlegen und aggressiv gebärden. In ihrer Wertordnung rangieren externalisierte Werte wie Sicherheit, Ordnung und Pflichterfüllung an oberster Stelle. Menschen mit autoritärer Persönlichkeit weisen nach Adorno und anderen eine geschlossene rechtsextreme Ideologie auf und neigen dazu, rechtsextreme Gruppierungen und Herrschaftssysteme zu unterstützen.“ (1996, S. 29) An dieser Stelle sei anzumerken, das 'autoritatristisch' nicht gleichbedeutend mit 'autoritär' ist. Autoritarismus ist nur ein Teil der Eigenschaften, die eine autoritäre Persönlichkeit ausmachen (weitere sind Beispielsweise Destruktivität und Vorurteile). Grundsätzlich ist Autoritarismus bei allen politischen Einstellungen möglich, bei rechten aber besonders ausgeprägt. Scheuch und Klingemann widersprachen der Annahme, es gäbe eine pathologische Persönlichkeitsstruktur, die sich automatisch in rechten Dispositionen und Handlungen niederschlägt. „Personen mit entsprechenden Verhaltensdispositionen seien aber von politischen Bewegungen mobilisierbar, die eine Verminderung von Spannung versprechen und die als störend empfundenen Personengruppen als politische Feinde betrachten.“ (dazu: Winkler, 1996, S. 38) Dies gelte also für beide politische Extreme.

Aus dem Mangel in der Kindheit entwickelte Ingelhardt eine weitere Theorie, die sich auf die Knappheit materieller Güter bezieht. „Personen, die in Zeiten ökonomischer Knappheit aufwachsen, orientieren sich auch noch im höherem Alter gern an materialistischen Wertüberzeugungen und gehören somit zu den potentiellen Trägern rechtsextremer Bewegungen. Keine Neigung zum Rechtsextremismus würden dagegen Personen aufweisen, die in Zeiten materieller Befriedigung aufwachsen.“ (in: ebd., S. 32) An dieser Theorie gab es jedoch reichlich Kritik, da sich die Gesellschaft immer weiter zu Postmaterialismus entwickelt, müsste dies den Rechtsextremisten die Grundlage entziehen und es würde auf die Dauer keine mehr geben. Dies ist jedoch nicht anzunehmen.

Diesen Theorien gegenüber, steht Helds Ansatz einer autochthonen Dominanzkultur. Er geht dabei davon aus, dass Personen die gut situiert sind, ihre ökonomischen Überlegenheit durch einen Vormachtanspruch durchsetzen wollen. Dieser Ansatz wird häufig auch als „Wohlstandschauvinismus“ bezeichnet, bei dem es darum geht, nationale (Wirtschafts)Interessen gegenüber Fremden zu verteidigen.

Die Autoritarismustheorie und der Ansatz zur Dominanzkultur werden in der Ausarbeitung des Modells Verwendung finden. Es ergibt sich die Hypothese:

Autoritaristische Persönlichkeiten weisen ein höheres Maß an Fremdenfeindlichkeit auf.

Zu den Persönlichkeitsmerkmalen gehört auch die aggressive Disposition. Sowohl Heitmeyer als auch Winkler schlossen in ihre theoretischen Ansätze den Faktor „Gewalt“ mit ein. So ist für Heitmeyer Rechtsextremismus eine Kombination aus der 'Ideologie der Ungleichheitwertigkeit' sowie Gewaltakzeptanz, entstanden aus Frustrationserfahrungen. Dies manifestiert sich in Ablehnung rationaler Diskurse, der Betonung des alltäglichen Kampfes ums Dasein, der Ablehnung demokratischer Regelungsformen, der Betonung autoritärer Umgangsformen, sowie des Annahme von Gewalt als normales Mittel zur Regelung von Konflikten (vgl. Heitmeyer, 1992, S. 16ff). Winkler setzt aggressive Dispositionen als Resultat eines komplexen Geflechts von Geschlecht, familiärer Situation, sozialer Schicht und politischer Kultur fest, das Einfluss auf die Persönlichkeitsstruktur und damit auch auf rechte Einstellungen hat. Entsprechend des Modells von Scheuch/ Klingemann (siehe Anhang) sind aggressive Dispositionen untrennbar mit einem rigiden Denkstil verbunden. Dabei werden Rigidität und Rigorismus in der Literatur synonym verwendet. „Mit Rigorismus soll die Neigung bezeichnet werden, moralische Vorstellungen für sehr wichtig zu halten, ihre Grenzen scharf und eng zu ziehen und ihre Übertretung mit strengen Strafen zu belegen.“ (Stolz, 2000, S. 103) Dieser Denkstil führt zur Ausbildung von Freund-Feind-Schemata. Personen mit Rigidität bevorzugen einfache, aber radikale Lösungen für ihre empfundenen Konflikte und wehren sich gleichzeitig gegen neue Erfahrungen und Informationen. (vgl. Arzheimer/ Falter, 2002, S. 27ff) Damit finden sich aggressive Dispositionen häufig in Verbindung mit einer autoritaristischer Persönlichkeit.

Frauen zeigen dabei generell eine geringere Gewaltbereitschaft. Jedoch unterscheiden sich Frauen mit einem traditionellen Rollenverständnis, hinsichtlich ihrer Gewaltakzeptanz kaum von Männern. (vgl. Birsl, 1996, S. 52) Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Umsetzung voon Akzeptanz zur Ausübung von Gewalt kommt, steigt wenn nahe stehende Personen dieses Verhalten befürworten, die sozialen Normen dies nicht eindeutig missbilligen, wenn das Verhalten nicht verhindert wird und eine Absicht dazu besteht. (vgl. Heitmeyer, 2011, S.9)

Es ergibt sich für das Modell die Hypothese, dass aggressive Dispositionen besonders bei männlichen Personen mit autoritaristischen Persönlichkeiten aufzufinden sind. Diese kann in der Analyse jedoch nicht überprüft werden, da es keine entsprechende Untersuchungseinheit gab, die dafür hätte verwendet werden können. Auch für das Messen eines rigiden Denkstils wird eine spezielle ASKO-Skala benötigt, die in der Studie keine Anwendung fand und daher nicht in die Analyse mit einbezogen werden kann.

2.2.2 Ungleichgewichtszustände

Wilhelm Heitmeyer entwickelte bereits in der 90er Jahren zusammen mit Reimund Anhut das Desintegrationstheorem (auch als Bielefelder Desintegtrationsansatz bekannt). Diese Theorie erstreckt sich über drei Dimensionen: sozialstrukturell (ökonomisch), institutionell (politisch) und personell (sozial). Es wird nach ständigem Ausgleich zwischen den Dimensionen gestrebt. So kann ein eng geflochtenes soziales Umfeld (bestehend aus Wohnumgebung, Nachbarschaft, Familie, Freunden) beispielsweise für eine Weile den Verlust des Arbeitsplatzes kompensieren (vgl. 1996, S. 56). Heitmeyer spricht im Zuge dessen auch oft von den so genannten „Modernisierungsverlierern“, da sich diese engen sozialen Strukturen immer mehr auflösen und es innerhalb der Gesellschaft zu eine Individualisierung kommt. Folglich können ökonomische und politische Misserfolge nicht mehr kompensiert werden und es tritt eine Kettenreaktion auf. Mit dem steigenden Maß der Desintegrationsängste und -erfahrungen, steigt auch der innere Konflikt, der durch greifbare Lösungsansätze gestillt werden möchte.

Als ökonomische oder auch sozialstrukturelle Desintegration kann ebenso die Deprivationsthese angesehen werden. „Deprivation meint die Nicht-Erfüllung bestimmter Erwartungen bzw. Bedürfnisse und hat mithin einen ähnlichen Bedeutungsgehalt wie Statuspolitik.“ (Winkler, 1996, S. 34) Sozialstrukturellen Bedingungen wie niedrige Bildung, geringes Einkommen und schlechtes Wohnumfeld haben dabei einen Einfluss auf fremdenfeindliche Einstellungen und Verhaltensweisen (vgl. Hadjar, 2004, S. 118). „Das Individuum kompensiert seine auf Deprivationserfahrungen beruhende Frustration durch aggressive Haltungen gegenüber Sündenböcken, z.B. Ausländern, und erlangt dadurch psychischen Nutzen. Abgewogen werden dabei die Kosten, die aus einer aggressiven Haltung entstehen würden, und die Wahrscheinlichkeit, dass die entsprechende Haltung zu dem angestrebten Nutzen (z.B. einem stärkeren Selbstwertgefühl) führt.“ (ebd., S.119) Winkler merkt zu diesem Thema allerdings an, dass es nicht hinreichend belegt ist, warum dieser Zustand des Ungleichgewichts ausgerechnet rechtsextremen Einstellungen befördern. „Ungleichgewichtszustände rufen nicht notwendigerweise bestimmte Einstellungen oder Handlungen hervor, sondern haben je nach Logik der Situation unterschiedliche Handlungskonsequenzen.“ (Winkler, 1996, S.34) Scheuch und Klingemann widersprachen auch dieser Theorie. Erst wenn Personen die Regierung für ihre Desintegration verantwortliche machen, kann es der rechtsextremen Bewegung gelingen, diese Personen zu mobilisieren. (vgl. ebd., S. 38

Daraus ergibt sich für die Analyse folgende Hypothese: bei geringem Bildungsniveau, niedrigem Einkommen und Arbeitslosigkeit zeigen sich Personen stärker fremdenfeindlich. Diese Hypothese wird auch an Personen der anderen politischen Richtung geprüft.

2.2.3 Externe Variablen

Bisher wurden nur Faktoren der persönlichen Sphäre oder auch Mikroebene betrachtet. Gefolgt den Theorien von Scheuch/ Klingemann, Winkler (siehe Anhang) und Co. befinden sich aber auch wichtige Einflussfaktoren auf der Meso- und Makroebene. Einer der wichtigsten Punkte dabei, ist die Verfügbarkeit rechter Ideologien. Befindet sich eine Person im inneren Konflikt, resultierend aus Konkurrenz- oder Desintegrationserfahrungen, wird nach greifbaren Ansätzen gesucht, die eine Lösung für das Problem darstellen. Da besonders Jugendliche, die sich noch in ihrer Sozialisation befinden, empfänglich für solche Ideologien sind, versuchen rechtsextreme Parteien und Organisation durch Jugendarbeit und Schaffung einer alternativen Kulturszene, neue Mitglieder zu aggregieren. (vgl. Heitmeyer, 2010, S.12ff) Dieser Faktor lässt sich in dieser Arbeit nicht nachvollziehen. Unter einem hohen Aufwand ist es sicherlich möglich, die einzelnen Projekte rechter Organisationen in den einzelnen Landkreisen zusammen zutragen. Da diese Daten aber nur im Zusammenhang mit einer gezielten Befragung, ob man diese überhaupt wahrgenommen hat, hilfreich gewesen wären, wurde an dieser Stelle darauf verzichtet. (Des weiteren entziehen sich einige Aktionen der Nachvollziehbarkeit, da sie in einem relativ kleinen Rahmen stattfinden - beispielsweise zeigen sich solche Gruppen teilweise auch auf Schulhöfen präsent).

Einen weiteren wichtigen Einfluss bilden die Medien. Zum einen im Zusammenhang mit der Berichterstattung über rechte Organisationen (Art und Weise kann zu Akzeptanz der Ideologie in der Gesellschaft führen) und ausländische Personen (besonders häufig werden über Straftaten ausländischer Personen berichtet, was zur Verzerrung des Wirklichkeitsbildes führen kann). Zum anderen können Medien aber auch genutzt werden, um direkt neue Personen für die rechte Ideologie zu aggregieren. Gerade über das Internet, aber auch über eigene Zeitschriften lässt sich die Propaganda unter ein weites Publikum streuen. Dabei werden gerade die neue Medien genutzt um Mittels viralem Marketing unterschwellig die Ideologie zu verbreiten. So erfreuen sich zur Zeit in Social Networks wie facebook Gruppen großer Beliebtheit, die sich „Todesstrafe für Kinderschänder“ auf die Fahnen geschrieben haben. Den wenigsten dürfte tatsächlich bekannt sein, dass dies ein Slogan rechter Organisationen ist und intern als Erkennungszeichen gehandelt wird. Damit soll an die Emotionen der Menschen appelliert und ein Wir-Gefühl in einer Gesellschaft geschaffen werden, die Rache und Selbstjustiz akzeptiert. (vgl. Pfeiffer, 2002) Um dies in eine Untersuchung mit einbeziehen zu können, wäre ein kombinierend, umfangreiches Studiendesign aus Inhaltsanalysen und verschieden Befragungsmodi notwendig gewesen.

Eng damit Verbunden zeigt sich der nächste Einflussfaktor: wahrgenommene gesellschaftliche Akzeptanz. Diese Wahrnehmung kann vielschichtig sein und erfolgt beispielsweise über die eben erwähnten Medienberichte oder aktuelle Wahlerfolge rechter Parteien. (vgl. Falter, 1996; Scheuch/ Klingemann, 1967) Dabei ist die latente rechts orientierte Disposition bereits vorhanden. Es wird also nicht davon ausgegangen, dass sich Personen dieser Ideologie erst durch Akzeptanzwahrnehmung zuwenden, sonder dies nur verstärkt und in Handlungen umgewandelt wird, beispielsweise durch Wahlen. Rechte Organisationen nehmen sich dabei im Allgemeinen häufiger kritischen Themen des aktuellen Zeitgeistes an, um damit eine breitere Schicht in der Gesellschaft ansprechen zu können – auch wenden sie sich dabei Themen zu, die eigentlich nicht ihrer Ideologie entsprechen. (vgl. Sommer, 2008, S. 313ff) Es ist bekannt, dass die NPD im Jahre 2004 ihren bisher größten Wahlerfolg in Sachsen feierte. Sie erreichten in den Landtagswahlen beachtliche 9% (durch ihre sozialkritischen Themen, wie gegen Hartz IV). Es ist also davon auszugehen, dass die für diese Arbeit verwendete Studie in einem Umfeld gesellschaftlicher Akzeptanz für rechte Einstellungen statt fand.

Als letztes soll noch der Faktor politischer Repräsentation Beachtung finden, beziehungsweise die viel wichtigeren gefühlten Defizite darin. Dabei handelt es sich nicht allein um die Problemstellung, ob sich der Wähler gut von seiner Partei im Landtag vertreten fühlt, sondern auch um rein strukturelle Probleme: welche Themen arbeitet die Partei aus; gibt es charismatische Politiker in den eigenen Reihen, die diese Themen auch dem Publikum artikulieren können; politische Skandale und ähnliches. (vgl. Falter, 1996; Arzheimer/ Falter 2002) Dies kann zu verschiedenen Ergebnissen führen. Es ist möglich, dass die Person Politikverdrossenheit entwickelt und gar nicht mehr wählen geht, aber auch dass sie „aus Protest“ eine weniger etablierte Partei wählt. Zwar wird versucht diese Politikverdrossenheit auch in die folgende Analyse mit einfließen zu lassen, jedoch werden die vorhandenen Möglichkeiten der Wichtigkeit dieses Themas nicht gerecht werden können. Für weiterführende Studien empfiehlt sich das von Jürgen Maier als praktikabel geprüfte Set aus verschiedenen Fragen zu Demokratiezufriedenheit, Umfang der Berichterstattung über die Partei, Anzahl der Entlassungen, und anderen.

2.3 Fremdenfeindlichkeit

An dieser Stelle soll nun noch geklärt werden, was in dieser Arbeit als Fremdenfeindlichkeit oder auch Xenophobie verstanden wird. Orientiert wird sich dabei an den umfangreichen Abhandlungen von Wilhelm Heitmeyer zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (aufbauend auf dem Bielefelder Desintegrationsansatzes). Als Ursache jeglicher Vorurteile sieht er dabei die „Ideologie der Ungleichwertigkeit“. (siehe Persönlichkeitsmerkmale) Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bezieht sich dabei nicht nur auf Fremde. Jegliche Form des Anderssein kann dabei zur Zielscheibe negativer Einstellungen werden. Dies beinhaltet beispielsweise: Islamfeindlichkeit, Homophobie, Sexismus, sowie Abwertung von Langzeitarbeits- und Obdachlosen. Dieser Auffassung folgt auch Schröder: „Die Rolle des Fremden wird grundsätzlich dann eingenommen, wenn eine nicht näher bestimmt Person auf eine etablierte Raumzeitwelt trifft, in diese „eindringt“ und als Folge dessen eine potentielle Gefahr für die dort etablierte Normalität darstellt.“ (2003, S.25) Ereignisse wie die Terrroranschläge vom 11. September 2001 oder die Einführung von Hartz IV haben deutliche Auswirkungen auf die Desintegrationsängste der Menschen und damit auch auf ihre Feindseligkeit gehabt (vgl. Heitmeyer, 2011, S.2). Ebenso führt „die Wahrnehmung eigener Machtlosigkeit zu einer Entfremdung vom demokratischen System […] ebenfalls mit negativen Folgen für die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.“ (ebd., S. 6) Damit gilt für das zu erstellende Modell, dass Fremdenfeindlichkeit nur als Facette eines großen Komplexes zu betrachten ist. In der Analyse der Studie wird es jedoch nicht möglich sein, noch weitere Facetten zu untersuchen, da diese nicht vorgesehen waren. Grundsätzlich haben Studien in Deutschland bereits ergeben, dass Alter, Bildung und berufliche Stellung einen deutlichen Einfluss auf Fremdenfeindlichkeit haben (je älter, je geringer die Bildung und je niedriger die berufliche Stellung, desto negativer die Einstellung gegenüber ausländischen Personen). Außerdem zeigte sich bereits ein deutlicher Unterschied zwischen den Berufsgruppen, aber Einkommen, Arbeitslosigkeit und Konfession scheinen keine deutliche Wirkung zu haben (vgl. Stolz, 2000, S.39)

3. Modellaufbau

Unter der theoretischen Abhandlung haben wir bereits einige Modelle kennengelernt, die als Ausgangspunkt dienen sollen. Es wurde sich für ein Mehrebenenmodell nach Winkler und Scheuch/ Klingemann entschieden. Dabei wurde bewusst darauf verzichtet, ein explanatives Modell über lineare Kausalitäten zu erstellen, da zunächst die vermuteten Abhängigkeiten mit Hilfe der Studie geprüft werden sollen. Ziel war es nicht, ein Modell zu erstellen, das genau auf diese eine Studie passt, sondern auch später umfassend Anwendung finden kann und einen Allgemeingültigkeitsanspruch stellt. Auch Faktoren die nicht mit der analysierten Studie zu belegen sein werden, wurde aufgenommen, um später die Möglichkeit zu haben, das ganzheitliche Modell an anderen Studiendesigns überprüfen zu können.

Entstanden ist ein Sphärenmodell von beeinflussenden Variablen. Dabei wurde die Mikroebene zu einer Sphäre vereint und beinhaltet die Einflüsse der Persönlichkeitsmerkmale und Ungleichgewichtszustände. Die Größe der beinhalteten Variablen zeigt in der Darstellung ihre vermutete Wichtigkeit zur Einflussnahme an. An Überschneidungspunkten kommt es zu einer Multiplikatorwirkung (siehe Abb. 2).

So zeigt sich, wie im theoretischen Teil bereits erwähnt, dass Werteorientierungen den größten Einfluss auf rechte Einstellungen haben. Dabei kann die Werteorientierung eine Entwicklung in zwei wesentliche Richtungen einschlagen: autoritaristisch und dominant. Abhängig ist dies vom Elternhaus und der damit verbunden Sozialisation aus Erziehung, politischem Engagement der Eltern, der sozialen Schicht, sowie dem Bildungsgrad und der eigenen Werteorientierung der Eltern. Einen weiteren Einfluss darauf haben das Geschlecht, die eigene Bildung und das Alter. So können rechte Disposition aus der Jugend, beispielsweise mit dem steigenden Alter noch abnehmen. Beide Werteorientierungen führen zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dabei sind die Werteorientierung als unabhängige und die Menschenfeindlichkeit als abhängige Variable zu betrachten. Allerdings manifestiert sich diese Feindlichkeit in unterschiedlichen Bereichen. So werden sich autoritaristische Persönlichkeiten eher nicht feindlich gegenüber Langzeitarbeitslosen zeigen, da viele von ihnen selbst dazu gehören. Auch die Ursachen dafür sind unterschiedlich. So führt bei dominanten Persönlichkeiten der Drang nach einer autochthonen Gesellschaft zu Menschenfeindlichkeiten, aber bei Autoritaristischen, das Gefühl ungerecht behandelt zu werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb. 2 Variablenmodell zu Einflüssen auf rechte Dispositionen

Dabei ist darauf zu achten, dass gruppenbezogene Fremdenfeindlichkeit auch ohne rechtsextreme Einstellungen existieren kann, jedoch Rechtsextremismus nicht ohne gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (vgl. Heitmeyer, 2010). Daher ist das Vorkommen dieser Variable allein, noch kein Anzeichen für rechte Dispositionen. Kommt nun bei autoritaristischen Persönlichkeiten eine Arbeitslosigkeit hinzu, verstärkt sich die Möglichkeit, dass es zu Deprivation kommt. Abhängig ist dies von der Integration der Person in die Gesellschaft. Ist sie bereits sozial, politisch oder ökonomisch isoliert, wirkt dies verstärkend auf Deprivation ein. Dabei fungieren Desintegration und Deprivation wie eine Kreislauf. Jugendarbeitslosigkeit wurde explizit aufgeführt, da sich gerade in jungen Jahren Existenzangst verstärkend auf die Hinwendung zur rechten Ideologie auswirkt.

Die Mikrosphäre ist dabei als semipermeabel zu verstehen. Nicht jeder vorhandene Einfluss aus der Makrosphäre dringt auch zu ihr durch (beispielsweise durch Wahrnehmungsselektion bedingt), aber wenn dies geschieht, verstärkt dies wiederum die Tendenzen zu rechten Einstellungen.

Es wurde bewusst darauf verzichtet, eine Aussage über die Wirkungsstärke der Variablen auf die Einstellungsbildung, zu tätigen. Die vorhandenen Variablen erhöhen lediglich die Wahrscheinlichkeit dazu, sind aber nicht uneingeschränkt bindend. So wurde die Makrosphäre auch offen für weitere Einflüsse gelassen. Dabei ist abschließend von Heitmeyer anzumerken: rechtsextreme Orientierungsmuster haben sich auch in anderen Teilen der Gesellschaft etabliert und es verschieben sich die tatsächlichen Konturen. So kann es vorkommen, dass laut diesem Modell vermeintlich Rechtsextreme doch die Regierungsparteien bevorzugen. (vgl. 1992)

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Details

Seiten
55
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656894049
ISBN (Buch)
9783656894056
Dateigröße
1.9 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v289130
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Kommunikationswissenschaft
Note
2,3
Schlagworte
Fremdenfeindlichkeit Xenophobie Antidemokratie Ausländerfeindlichkeit Extremismus

Autor

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Titel: Einflussfaktoren auf antidemokratische und fremdenfeindliche Einstellungen. Sekundäranalyse einer sachsenweiten Befragung