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Stressbewältigung durch Tabakkonsum. Störungstheorien und -modelle zum Thema Rauchen

von Eva Schwarz (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2012 16 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Einleitung

1. Einblicke in die Persönlichkeitsforschung zum Thema Tabakkonsum

2. Störungstheorien und -modelle
2.1 Operante Konditionierung
2.2 Klassische Konditionierung
2.3 Kognitive Modelle
2.4 Rückfallmodell
2.5 Integratives Modell der Suchtentstehung

3. Stressbewältigung und Rauchen
3.1 Stress allgemein
3.2 Zusammenhang Stress und Rauchen

4. Schlusswort

Literaturverzeichnis

Anhang A

Anhang B

Abstract

In meiner Hausarbeit zum Thema „Rauchen und die Frage nach dem Warum“, gehe ich zu Beginn in meiner Einleitung kurz auf den Begriff der Tabakabhängigkeit, sowie auf die allgemein bekannten gesundheitlichen Schäden, ein. Danach berichte ich kurz darüber, in wie weit sich die Persönlichkeitsforschung mit dem Thema Tabakkonsum befasst hat. Es stellt sich die Frage, was Persönlichkeit mit Konsumverhalten zu tun hat, und welche Persönlichkeitsmerkmale oft bei Rauchern festgestellt wurden. Den Schwerpunkt meiner Arbeit stellen die Störungstheorien und -modelle dar. Sie haben die Aufgabe zu erklären, warum Menschen mit dem Rauchen anfangen und warum andere es wiederum nicht tun, warum man zur Zigarette greift, obwohl man sich den gesundheitlichen Schäden bewusst ist, usw. Da es für die Klärung all dieser Fragen kein umfassendes perfektes Modell gibt, möchte ich verschiedene Erklärungsansätze vorstellen. Dazu gehören das Modell der operanten und der klassischen Konditionierung, kognitive Modelle, das Rückfallmodell und zuletzt das integrative Modell der Suchtentstehung. Den letzten Teil meiner Arbeit widme ich dem Thema Stress und Rauchen. Als erstes möchte ich klären, was Stress im Allgemeinen bedeutet und welche verschiedenen Arten von Stress es gibt. Jeder Mensch hat eine andere Art mit Stress umzugehen. Die einen machen Sport, die anderen stürzen sich in die Arbeit, andere wiederum meditieren. Es gibt aber auch viele Menschen, die Stress mit Hilfe des Rauchens kompensieren. Auf diesen Punkt gehe ich schließlich ein und versuche einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und Stressbewältigung herzustellen. Zum Thema Rauchen und warum Menschen es tun, wurde schon sehr viel Forschung betrieben. Einen kleinen Überblick soll diese Arbeit geben, und vor allem zeigen, womit es oft zusammenhängt, dass Menschen mit dem Rauchen beginnen und andere wiederum nicht.

Einleitung

Rauchen ist tödlich oder Rauchen in der Schwangerschaft schadet ihrem Kind. Diese Slogans auf den Zigarettenpackungen, sollen seit 2003 Raucher abschrecken. Im Ausland, wie z.B. Australien findet man sogar Bilder von Raucherbeinen oder beschädigten Lungen auf den Packungen. Aber schrecken diese Hinweise die Raucher wirklich ab? Erfüllen sie ihren Zweck? Meiner Meinung nach – nein. Ich bin selbst Raucher und habe die Erfahrung gemacht, dass man sich früher oder später gar darüber belustigt. Es gibt sogar Menschen, die diese lustigen Bildchen und Sprüche sammeln. Fest steht, dass Raucher sich den Risiken i. d. R. durchaus bewusst sind. Gesundheitliche Schäden sind zum Beispiel ein erhöhtes Krebsrisiko. Es ist sogar doppelt so hoch als bei einem Nichtraucher. Typische Arten von Krebs, die aufgrund des Rauchens vermehrt entstehen können, sind Lungen-, Speiseröhren, Blasen-, oder Magenkrebs. Forschungen zum Thema erhöhtes Krebsrisiko aufgrund von Rauchen weisen aber von Land zu Land erhebliche Unterschiede auf. Weitere Risiken aufgrund des Rauchens sind eine erhöhte Anfälligkeit auf Lungenerkrankungen, Herz- Kreislauf- Erkrankungen, Komplikationen in der Schwangerschaft oder ein schwächeres Immunsystem als bei Nichtrauchern. Verschiedene Untersuchungen ergaben, dass innerhalb Deutschlands jährlich über 100.000 Menschen aufgrund des Tabakkonsums sterben. Unter anderem sagen Welte et al. (2000), dass es im Jahr 1993 117.000 Todesfälle gab und Kosten von etwa 17,3 Mrd. Euro, aufgrund von Behandlungen oder Arzneimitteln, entstanden (Kolte, 2006, S. 41). Aber was bedeutet Tabakabhängigkeit eigentlich? Was führt dazu? Klar ist, dass es durch die Inhalation von Rauch, der durch die Verbrennung von Tabak entsteht, zu einer Abhängigkeit führen kann. Die Kriterien dafür, werden von der Internationalen Klassifikation Psychischer Störungen und dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen, beschrieben. Nur die ICD-10 bezeichnet diese Sucht als Tabakabhängigkeit, die DSM-IV hingegen, als Nikotinabhängigkeit. Es wird von der ICD-10 deshalb als Tabakabhängigkeit beschrieben, weil man ohne eine Abhängigkeit von Tabak auch nicht abhängig von Nikotin werden kann, und es vor allem auch nicht sicher ist, dass Nikotin die einzige Substanz in der Zigarette ist, die süchtig macht. Die Klassifikation der ICD-10 ist unter dem Schlüssel F 17 mit dem Titel Psychische und Verhaltensstörungen durch Tabak beschrieben. Die diagnostischen Kriterien für eine Tabakabhängigkeit finden man unter dem Schlüssel F 17.2.

1. Einblicke in die Persönlichkeitsforschung zum Thema Tabakkonsum

Die Modelle zur Entwicklung des Rauchens wurden sehr stark von Ergebnissen aus der Persönlichkeitsforschung beeinflusst. Persönlichkeit wird hier, als angeborene, konstitutionelle Einflussgröße betrachtet, sodann wird sie als Produkt der (früh)-kindlichen Entwicklung angesehen, das eine Disposition zum späteren Konsumverhalten darstellt, und ein weiterer Aspekt ist die Veränderung der Persönlichkeit infolge länger andauernden Konsumverhaltens, eine Veränderung, die u.U. ein fortgesetztes Konsumverhalten begünstigt. (Sieber & August, 1981, S.23, aus Stünzner, 1994, S. 60)

Von großer Bedeutung waren die Beiträge von Eysenck (1986), der die Raucherpersönlichkeit charakterisierte. Korrelationsstatistische Analysen ergaben, dass Raucher, Nichtraucher und ehemalige Raucher zu klassifizieren sind, je nach Ausprägungsgrad, auf verschiedenen Dimensionen der Persönlichkeit. Raucher von Zigaretten sind also mehr extravertiert, neurotisch, impulsiv und risikobereit. Nichtraucher sind mehr introvertiert. Raucher weisen häufiger assoziale Verhaltensweisen auf und sind rebellisch. Auch die Geschlechter unterscheiden sich in verschiedenen Persönlichkeitsmerkmalen. Ergebnisse zeigen, dass bei Frauen eine höhere Korrelation zwischen Rauchen, Neurotizismus und Extraversion vorzufinden ist, als bei Männern. Männer rauchen oft, weil ihnen langweilig ist, Frauen tun es, weil sie angespannt oder nervös sind. Zwar gelten viele Forschungsergebnisse als sicher, trotzdem gibt es einige Kritikpunkte an die Persönlichkeitsforschung. Nur ein Beispiel dafür wäre, dass es nur aufgrund von korrelationsstatistischer Analysen nicht möglich ist, eine Unterscheidung zwischen Ursache und Folge vorzunehmen. Es ist nicht klar, ob Raucher zur Zigarette greifen, weil sie aufgrund von bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen sozusagen zum Rauchen berufen sind, oder ob sie verschiedene Merkmale entwickeln, aus dem Grund, dass sie rauchen.

2. Störungstheorien und -modelle

Ein Störungsmodell zum Thema Tabakabhängigkeit sollte erklären können, warum Menschen mit dem Rauchen beginnen und andere wiederum nicht, warum manche nur gelegentlich zur Zigarette greifen, warum man raucht, obwohl man sich der gesundheitlichen Schäden völlig im Klaren ist und warum die Kraft und der Wille, mit dem Rauchen aufzuhören, von Mensch zu Mensch so unterschiedlich ist. Dank solch eines Modells könnte man sich leicht verschiedene Behandlungsmöglichkeiten erschließen. Allerdings gibt es solch eine umfangreiche Theorie in Bezug auf die Tabakabhängigkeit nicht. Aber es gibt Modelle, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Entstehung, dem aufrechterhalten, und der Veränderung des Rauchens beschäftigen. Mit ihren verschiedenen Ansätzen und Erklärungen ergänzen sie sich sehr gut.

2.1 Operante Konditionierung

Rauchen dient im Jugendalter oft als positiver sozialer Verstärker. Durch das Rauchen erhält man Anerkennung und Zuwendung in der Peergroup. Zu Beginn erscheinen zwar auch negative körperliche Folgen des Rauchens, wie z.B. Übelkeit (Bestrafungsreiz), die den Jugendlichen dazu bringen könnten, nicht mit dem Rauchen zu beginnen, allerdings vergehen diese negativen Effekte und somit überwiegen die positiven Konsequenzen aus der Umwelt. Es kommt zu einer Stabilisierung des Verhaltens, aufgrund der sozialen Verstärkung. Rauchen im Sinne der positiven Verstärkung bedeutet, dass der Jugendliche das Rauchen mit Glücksgefühlen, Spaß und Lust verbindet. Durch das gemeinsame Rauchen in der Gruppe, kann dadurch auch das Gefühl dazuzugehören auch noch verstärkt werden. Negative Verstärkung findet statt, wenn der Betroffene mit Hilfe des Rauchens versucht, negative Körper- und Gefühlszustände, die durch das Rauchen entstanden sind, zu kompensieren. Der Raucher möchte es erst gar nicht zu diversen Entzugserscheinungen kommen lassen und wirkt diesen entgegen, indem er erneut raucht.

[...]

Details

Seiten
16
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668028401
ISBN (Buch)
9783668028418
Dateigröße
609 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288932
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
stressbewältigung tabakkonsum störungstheorien thema rauchen

Autor

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    Eva Schwarz (Autor)

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Titel: Stressbewältigung durch Tabakkonsum. Störungstheorien und -modelle zum Thema Rauchen