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Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes

Hausarbeit 2013 23 Seiten

Sozialpädagogik / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Hinführung zum Thema
2.1) Definition Soziale Arbeit
2.2) Abgrenzung zu anderen Berufen
2.3) Soziale Arbeit im Zwangskontext

3.) Das Handlungskonzept der systemischen Sozialarbeit
3.1) Die Systemtheorie
3.2) Bezug zur Sozialen Arbeit
3.2.1) Systemzugehörigkeit
3.2.2) Systemfunktionalität
3.2.3) Systembeziehung
3.2.4) Fazit
3.3) Fragen der systemischen Sozialarbeit
3.3.1) Zirkuläres Fragen
3.3.2) Fragen, die Unterschiede verdeutlichen
3.3.3) Die Wunderfrage

4.) Fallbeispiel
4.1) Rahmenbedingungen und Zielsetzung
4.2) Ausgangssituation
4.3) Konkretes Beispiel
4.4) Methodische Reflexion

Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

In Deutschland gibt es rund 600 Jugendämter, die sich auf verschiedenste Weise für Kinder und Jugendliche einsetzen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugend-ämter beschreibt das Spektrum der Leistungen „von der Organisation einer qualitätsvollen Kinderbetreuung über die Erziehungsberatung, den Schutz des Kindeswohls und die Förderung von Jugendlichen bis hin zur Schaffung einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt“. (Internet 1)

Besonders den Schutz des Kindeswohls, als eine der Hauptaufgaben der Jugendämter, finde ich sehr spannend, weshalb ich auch den Entschluss gefasst mich in dieser Ausarbeitung genauer damit auseinanderzusetzen. Dabei wird die Arbeit des Jugend-amtes nicht nur untersucht, sondern auch unter dem Gesichtspunkt der Systemischen Sozialarbeit betrachtet. Für mich ist die Systemtheorie, die die Probleme zwischen den Menschen lokalisiert und demnach von konflikthaften sozialen Beziehungen ausgeht, bedeutend zugänglicher als andere Theorien, weshalb ich mich auch dafür entschieden habe. (vgl. Lüssi, 2008, S. 73) Im Fokus steht also die Betrachtung der Arbeit des Jugendamtes im Rahmen der Systemtheorie als eine der Handlungstheorien Sozialer Arbeit. Dies ist gleichzeitig auch das Ziel der Arbeit, herauszufinden wie viel Theorie in den Praktiken der Jugendämter zu finden ist. Dabei geht es weniger um allgemeine Aspekte der Tätigkeit des Jugendamtes, sondern um eine konkrete beispielhafte Situation, an der die Ansätze der systemische Arbeit besser verdeutlicht werden können. Dieses erdachte Fallbeispiel handelt von einer Kindeswohlgefährdung. Das Augenmerk liegt somit auch auf dem Berater im Zwangskontext, also dem Zwiespalt zwischen Hilfe und Kontrolle.

Im Anschluss an die Einleitung wird das Thema noch genauer umrissen. Der Begriff Soziale Arbeit wird definiert, von anderen Berufsgruppen abgegrenzt und das Handlungskonzept des Umgangs mit Klienten im Zwangskontext wird vorgestellt. Danach geht es im zweiten Abschnitt des Hauptteils um die Systemtheorie, aus der sich die Handlungskonzepte überhaupt erst ableiten. Der Bezug zur Sozialen Arbeit wird hergestellt und Techniken bzw. Verfahren der systemischen Arbeit genauer erläutert. Das folgende praktische Beispiel im letzten Teil wird mit den organisatorischen Rahmenbedingungen des Arbeitsfeldes, der Zielsetzung und der allgemeinen Ausgangs-situation eingeleitet. Abgerundet wird dieser Abschnitt durch eine methodische Reflexion, die auch überprüft in welchen Maß die Systemtheorie die Praxis beeinflusst.

2.) Hinführung zum Thema

Bevor man sich Gedanken über die systemische Sozialarbeit machen kann, sollten zuerst einige grundlegende Dinge herausgearbeitet werden. Die Systemtheorie ist eine Handlungstheorie der Sozialen Arbeit. Sie ist also ein Teil dieser, weshalb es sich lohnt überhaupt erst einmal eine Definition für die Soziale Arbeit zu finden. Sinnvoll ist auch eine Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen, da es vorteilhaft ist zu wissen, wann und wo Kompetenzen des Sozialarbeiters beginnen bzw. enden. Des Weiteren ist ein Überblick zum Umgang mit Klienten im Zwangskontext notwendig, denn im Fallbeispiel wird diese Thematik aufgegriffen.

2.1) Definition Soziale Arbeit

Eine vollständige Definition für Soziale Arbeit existiert nicht, dazu gibt es viel zu viele verschiedene Meinungen was Soziale Arbeit überhaupt ausmacht. Dennoch hat die „International Federation of Social Workers“ im Juli 2010 eine überarbeitete Definition verabschiedet. Dies geschah allerdings auch ohne den Anspruch, als vollständig oder allgemeingültig betrachtet zu werden.

„Die Profession Soziale Arbeit fördert den sozialen Wandel, Problemlösungen in menschlichen Beziehungen sowie die Ermächtigung und Befreiung von Menschen, um ihr Wohlbefinden zu heben. Unter Nutzung von Theorien menschlichen Verhaltens und sozialer Systeme vermittelt Soziale Arbeit am Punkt, wo Menschen und ihre sozialen Umfelder aufeinander einwirken. Dabei sind die Prinzipien der Menschenrechte und sozialer Gerechtigkeit für die Soziale Arbeit fundamental.“(Internet 2)

In diesem Definitionsversuch spiegelt sich eine Tatsache wider, die auch universell festgestellt werden kann. Die Soziale Arbeit beschäftigt sich mit Wechselbeziehungen zwischen Menschen sowie deren sozialen Umfeldern. (vgl. Internet 2) Allgemein kann man sagen, dass Soziale Arbeit immer eine Verbesserung der persönlichen Lage eines Menschen zum Ziel hat, auch wenn professionelle Hilfe oftmals gar nicht erwünscht ist. Das Ziel ist meist erreicht wenn der Klient seinen Alltag selbstständig bewältigen kann. Daher ist oft die Rede von Hilfe zur Selbsthilfe, eine der Maximen der Sozialen Arbeit. Die Hilfe kann somit zur Bewältigung einer schwierigen Lebenslage dienen, aber auch präventiv erfolgen. (vgl. van Spiegel, 2008, S. 20-21) Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit der Sozialen Arbeit ist das Subsidiaritätsprinzip. Einem historisch gewachsenen Prinzip der Verteilung der Aufgaben auf die Trägerinstitutionen. Entweder leistet ein öffentlicher Träger Hilfe oder ein privater Dienstleister handelt im öffentlichen Auftrag. Dabei muss einerseits die Individualität des Klienten akzeptiert und respektiert werden, andererseits gilt es, allgemeine Regeln und Normen zu achten. Der Hilfebedarf ist damit auch immer ein Aushandlungsprozess zwischen Sozialer Arbeit und dem Klienten. (vgl. van Spiegel, 2008, S.22) Zudem ist Soziale Arbeit durch die Verschmelzung von Sozialpädagogik und Sozialarbeit gekennzeichnet. Es ist gar nicht so einfach festzustellen wo denn nun die Unterschiede liegen, aber beide Hilfsangebote blicken auf verschiedene Traditionslinien zurück. Sozialarbeit ist die Arbeit mit materiell Verelendeten und bezieht sich auf Probleme in der Entwicklung von Handlungs- und Bewältigungskompetenzen der Betroffenen. Während Sozialarbeit also eher die kleinteilige Hilfe ist, befasst sich die Sozialpädagogik mit gesellschaftlichen Konditionen, die für die Erziehung und Bildung als Voraussetzungen fungieren sowie mit allgemeinen Fragen zur Hilfe, Unterstützung, Beratung und Förderung. Die Profession Soziale Arbeit ist demnach eine Mischung dieser beiden früheren Berufsgruppen und stellt das Hilfe- und Unterstützungssystem unserer Gesellschaft dar. (vgl. Van Spiegel, 2008, S.20-22) Wie schon zuvor angedeutet, die Soziale Arbeit bietet sehr umfangreiche Definitionsmöglichkeiten. Auch diese ausführliche Definition ist nicht vollständig und sicher nicht perfekt, aber es handelt sich dabei um die für mich wichtigen Punkte, was Soziale Arbeit auszeichnet.

2.2) Abgrenzung zu anderen Berufen

Im Zusammenhang mit der Definition ist es natürlich auch interessant zu wissen, wofür die Soziale Arbeit nicht steht. Es gibt einige verwandte Tätigkeiten, die sich aber durch ihren Fokus oder ihre besonderen Strategien unterscheiden.

Der Fokus beim therapeutischen Arbeiten ist eindeutig auf die gezielte Behandlung einer psychischen Erkrankung oder psychischer Folgen einer körperlicher Erkrankungen gerichtet. (vgl. Internet 5) Der Sozialarbeiter leidet eher unter dem Status für Alles zuständig zu sein, weil er sich mit Problemen der Alltagsbewältigung beschäftigt und somit Zugang zum gesamten Lebenszusammenhang des Klienten hat. Im Kontrast dazu konzentriert sich der Psychologe auf dieses eine bestimmte innerpsychische Problem. Des Weiteren unterscheiden sich die beiden Berufsgruppen hinsichtlich ihres Klientel. Während es beim therapeutischen Arbeiten durchaus üblich ist, dass Patienten aus der Mittel- und Oberschicht kommen, so leben die Adressaten Sozialer Arbeit oft in materiellen oder sozialen Mangelsituationen. Dennoch gibt es auch ein paar Überschneidungen, denn der Sozialarbeiter muss sich Wissen zu den psychischen Krankheiten aneignen, genauso wie der Psychologe über eventuell unternommene Lösungsversuche eines Sozialarbeiters Kenntnis besitzen muss. Außerdem ist die Methodik vergleichbar, denn sie besteht bei beiden z.B. aus Interaktionsspielen oder Gesprächsführungstechniken. Auch sind Gemeinsamkeiten bei der Zielsetzung und den Arbeitsfeldern zu finden. (vgl. Galuske, 2001, S.29-39)

Eine Tätigkeit, die viele Gemeinsamkeiten zur Sozialen Arbeit aufweist, ist das Ehrenamt. Kongruenz besteht beispielsweise bei der gleichen Zielstellung, den gemeinsamen Arbeitsfeldern, den gleichen Arbeitswerkzeugen und auch dem gleichen Klientel. Die Attraktivität des Ehrenamts liegt ganz klar darin, dass man sich im Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung hilfebedürftiger Personen ausprobieren kann. Gemindert wird die Attraktivität lediglich dadurch, dass es sich um eine unentgeltliche Arbeit handelt. (vgl. Internet 3) Die freiwillige Hilfe muss jedoch kritisch gesehen werden, wenn sie dazu dient Fachkräfte zu ersetzen. Nicht umsonst ist manchmal die Rede davon, dass ehrenamtliche Mitarbeiter den Sozialarbeiter die Arbeitsstellen wegnehmen. (vgl. Internet 4) Ehrenamtler sollen eher personelle Ressourcen der Sozialen Arbeit sein, die durch den zwanglosen Zugang zum Klienten helfen, dessen Lebenssituation zu verbessern. (vgl. Lüssi, 2008, S. 159-163) Der Sozialarbeiter hingegen hat ein hierarchisches Verhältnis zum Klienten. Ein weiterer Unterschied ist, dass in der Sozialarbeit eine höhere Kontinuität und Verlässlichkeit zu finden ist, da der Sozialarbeiter einen vertragsgebundenen öffentlichen Auftrag ausführt. Wohingegen die Kontinuität und Verlässlichkeit des Ehrenamtlers an dessen Freiwilligkeit gebunden ist. (vgl. Internet 3) Deshalb ist es auch eine Aufgabe des Sozialarbeiters freiwillige Helfer erst zu gewinnen und später weiter zu motivieren. (vgl. Lüssi, 2008, S. 159-163)

Zuletzt soll noch ein vergleichender Blick auf das Feld der Pädagogik geworfen werden. Hierbei ist die Verschiedenheit deutlicher erkennbar als beim therapeutischen Arbeiten und vor allem auch beim Ehrenamt. Das Wort Pädagogik leitet sich aus dem griechischen ab und bedeutet Erziehung, was den Bildungs- und Erziehungsauftrag klar hervorhebt. Die Tätigkeit eines Sozialarbeiters ist also bedeutend weiter gefasst. Analog dazu verhält es sich mit dem Klientel. Der Pädagoge arbeitet mit Kindern und Jugendlichen, für den Sozialarbeiter sind alle Menschen potenzielle Klienten. Allerdings gibt es auch Übereinstimmungen dieser zwei Berufsfelder. Gemeinsame Arbeitsfelder können vorkommen wie z. B. die Schule. Dort können Pädagogen genauso wie Schulsozialarbeiter zum Einsatz kommen, auch wenn die Arbeitsschwerpunkte immer noch unterschiedlich sind. Die Pädagogik beschäftigt sich jedoch nicht nur mit dem Schulleben, sondern auch mit Vorschlägen für Bildungs- und Erziehungspraxis. (vgl. Internet 6 und Galuske, 2001, S.29-39)

2.3) Soziale Arbeit im Zwangskontext

Im Mittelpunkt der Sozialen Arbeit im Zwangskontext steht der Umgang mit der sogenannten Pflichtklientschaft. Dem Pflichtklienten wurde also gerichtlich oder behördlich durch einen formellen Rechtsakt angeordnet, einen Sozialarbeiter aufzusuchen. Bei einer vermuteten Kindeswohlgefährdung wäre dies beispielsweise ein Mitarbeiter des Jugendamtes. Der Klient kann gegen die Anordnung wenig bis gar nichts ausrichten, er wird also zu dieser Maßnahme gezwungen. Der Sozialarbeiter und sein Pflichtklient befinden sich damit in einem Rechtsverhältnis, wie z. B. der Vormundschaft, der Bewährungshilfe oder Beistandsschaft. Somit besitzt der Sozialarbeiter einen verpflichtenden Auftrag, zugunsten des Klienten zu handeln. Andererseits darf er seinen Kontrollauftrag seitens öffentlicher Institutionen nicht vernachlässigen. Diese Verantwortung unterliegt einer gerichtlichen oder eben behördlichen Aufsicht, der er auch Rechenschaft verpflichtet ist. (vgl. Lüssi, 2008, S. 101-103) Der Spagat zwischen dem Interesse des Klienten und der Gesellschaft wird oft als Berufsschicksal der Sozialarbeiter bezeichnet, zumal zwei Drittel aller Klienten Pflichtklienten sind. In diesem Sinne spricht man von einem doppelten Mandat des Sozialarbeiters. (vgl. von Spiegel, 2008, S.37-38) Problematisch ist dabei, dass viele bzw. fast alle Klienten im Zwangskontext der professionellen Hilfe einiges an Misstrauen entgegenbringen. Das erschwert den Aufbau einer positiven Berater-Klient-Beziehung enorm. Hilfreich für das Schaffen einer solchen Arbeitsbasis ist ein konsequentes Akzeptanzverhalten des Sozialarbeiters gegenüber dem Klienten. (vgl. Lüssi, 2008, S. 101-103) Die Zielformulierung ist bei der Arbeit mit Pflichtklienten recht einfach, denn sie werden von den Kontrollinstanzen des Staates vorgegeben. Diskutiert wird ob die Soziale Arbeit nicht auch ein drittes politisches Mandat hat, das dazu dienen soll, die Definitionsprozesse der Gesellschaft über Ziele und Zwecke der Sozialen Arbeit mitzubestimmen. Im Gegensatz zur Zielsetzung hat der Sozialarbeiter bei der Wahl seiner Arbeitsmittel größeren Spielraum, was ein Vorteil für das Verhältnis mit dem Klienten sein kann. Dennoch erfordert es einiges an Fingerspitzengefühl jenen Spielraum auszunutzen. (vgl. von Spiegel, 2008, S.37-38) Wichtig ist außerdem dem Klienten klar zu machen, dass die Intervention eine Kontroll- aber auch eine Hilfemaßnahme ist. Alles andere würde unglaubwürdig erscheinen. (vgl. Kähler, 2005, S.93) Es gilt positive Anreize für die Mitarbeit zu finden. Ein interessanter Ansatz ist allein schon der Titel des Buches von Conen und Cecchin: „Wie kann ich Ihnen helfen, mich wieder loszuwerden?“. (Conen/Cecchin, 2007, Titel)

3.) Das Handlungskonzept der systemischen Sozialarbeit

Im dritten Teil wird dieses Handlungskonzept also näher beleuchtet. Hilfreich dafür ist zuerst eine genauere Betrachtung der übergeordneten Handlungstheorie also der Systemtheorie. Danach wird der Bezug zur Sozialen Arbeit hergestellt und abschließend geht es um präzise Techniken und Verfahren der systemischen Sozialarbeit, die Anwendung in der Praxis finden.

3.1) Die Systemtheorie

Die Systemtheorie setzt voraus, einen bestimmten Blickwinkel auf die Wirklichkeit zu haben, unter der Leitidee des Systems. Im Mittelpunkt steht also nicht das Objekt der Betrachtung, sondern die Betrachtungsweise. Die einfachste, aber bei weitem nicht ausreichende Definition der Systemtheorie, ist, dass es sich um eine Anzahl von in Wechselwirkung stehender Elemente handelt. Dabei geht es nämlich nicht nur um die Beziehung von Elementen eines Systems zueinander, sondern auch um die Beziehung eines Elements zu seinem System. Genauso wichtig für die Systemtheorie hält Lüssi den Begriff der Umwelt. Das System und die Umwelt haben eine besondere Beziehung, denn die Umwelt beeinflusst überhaupt erst die Systembildung. Entscheidend dafür ist, dass es sich um offene, lebendige Systeme handelt, die mit der Umwelt interagieren können. (vgl. Lüssi, 2008, S. 56) Tote bzw. geschlossene Systeme sind nicht zu Veränderungen fähig. Die Komplexität der Beziehung eines Systems zu seiner Umwelt sorgt dafür, dass nicht alle Verbindungen, Beziehungen oder Verknüpfungen erfasst werden können. Die gesamte Komplexität eines Systems bleibt somit verborgen. Die Systeme streben danach sich selbst zu erhalten, was notwendigerweise zu Systemveränderungen führt. (vgl. Graue Literatur 1) Eine weitere Bedingung für die Systemtheorie ist, dass die Welt an sich eine systemische Ordnung aufweist. Denn anders könnte sich die Systemtheorie nicht etablieren bzw. würde nur Widersprüche aufweisen. Klarheiten und weiterführende Erkenntnisse sind jedoch das Ziel alles erkennenden Denkens, wofür die Systemtheorie die optimale Plattform bietet. Lüssi geht weiter davon aus, dass durch dieses Phänomen das System-Modell zum führenden wissenschaftstheoretischen Grundkonzept des Denkens wurde. Bei der Systemtheorie handelt es sich um ein universales Erkenntnisprinzip, das in naturwissenschaftlichen, rechtlichen, sozialen, ökonomischen, politischen, kulturellen und vielen weiteren Bereichen Anwendung findet. Neben dem systemischen Denken, kann man aber auch systemisch Handeln. Lüssi beschreibt, dass für das Verständnis der systemischen Denkansätze, systemisches Handeln von großer Bedeutung ist, getreu dem Motto „learning by doing“. (vgl. Lüssi, 2008, S. 57-59) Auch in dieser Arbeit soll das Prinzip der Vereinbarkeit von Theorie und Praxis überprüft werden.

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Details

Seiten
23
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656891505
ISBN (Buch)
9783656891512
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288804
Institution / Hochschule
Fachhochschule Lausitz
Note
1,7
Schlagworte
systemische sozialarbeit beispiel arbeit jugendamtes

Autor

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Titel: Systemische Sozialarbeit am Beispiel der Arbeit des Jugendamtes