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Krankenhausfinanzierung - duale vs. monistische Finanzierung

von Arnold Rekittke (Autor) Heike Dremmen (Autor)

Hausarbeit 2001 11 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Pflegemanagement

Leseprobe

1. Einleitung

2. Historische Entwicklung
2.1. Grundzuge und Prinzipien der dualen Krankenhausfinanzierung
2.2. Probleme der dualen Krankenhausfinanzierung
2.3. Die duale Krankenhausfinanzierung vor der Abschaffung?

3. Grundzuge und Prinzipien einer monistischen Krankenhausfinanzierung

3.1 Derzeitige Anwendung der monistischen Finanzierung

3.2 Probleme einer monistischen Krankenhausfinanzierung

3.3 Mogliche Umsetzung

4 Fazit

5 Literatur

1. Einleitung

Im Rahmen der „Gesundheitsreform 2000“ plant die Regierungskoalition aus SPD und „Bundnis 90/Die Grunen“ eine erhebliche Veranderung der Steuerung und Finanzierung der Krankenhausversorgung in der Bundesrepublik Deutschland bis 2008. Schon im Vorfeld der „Gesundheitsreform 2000“ kam es zu erheblichen Kontroversen1 im Gesundheitsbereich von Seiten des Gesundheitsministeriums, der Krankenkassen, der Krankenhausbetreiber, der einzelnen Bundeslander und der Gewerkschaften. Hier forderten Gewerkschaften und das Gesundheitsministerium die Einfuhrung der monistischen Krankenhausfinanzierung, wahrend von Seiten der einzelnen Bundeslander und der Krankenhausbetreiber eine Beibehaltung der dualen Krankenhausfinanzierung gefordert wurde. Auch wenn nach erheblichen Protesten von der Seite der Bundeslander und der Krankenhausbetreiber von einer monistischen Krankenhausfinanzierung abgesehen wurde, kann als Fernziel die Umstellung der bisherigen dualen in eine monistischen Krankenhausfinanzierung benannt werden. Durch die Umstellung des Vergutungssystems nach dem System der „Diagnosis Related Groups (DRG’s)“ ist dies moglich, da diese es ermoglichen, zuzuglich der Betriebskosten auch alle Investitionskosten zu finanzieren. Unter dem Schlagwort „bedarfsgerechte Krankenhausfinanzierung wird die mogliche und tatsachliche Umstellung des Finanzierungssystems gefaBt. Um die derzeitigen Kontroversen einzuschatzen, muB zunachst geklart werden, was die Grundzuge und Prinzipien einer dualen bzw. einer monistischen Krankenhausfinanzierung sind, welche sozialpolitische StoBrichtung dahinter steht, sowie welcher Paradigmenwechsel erfolgen wurde, kame es zu einer Anderung der Krankenhausfinanzierung.

2. Historische Entwicklung

Von 1936 bis 1972 wurden die Krankenhauser in Deutschland2 monistisch, d.h. allein durch die gesetzlichen Krankenkassen, finanziert. Da es bei der Festsetzung der Pflegesatze vor allem um die Leistungsfahigkeit der Krankenkassen ging, insbesondere durch das Prinzip niedriger Beitragssatze, gelang es den Krankenhausern jedoch immer weniger, ihre Selbstkosten zu decken. Daraus resultierten wachsende Defizite, welche die Finanzierungspielraume der Krankenhaustrager stark einengten und notwendige ModernisierungsmaBnahmen nicht moglich machten. Die Einschatzung ging damals soweit, das der medizinische Fortschritt und der notwendige Pflege- und Unterkunftstandard nicht ausreichend durchgefuhrt werden konnte. Gleichzeitig gingen alle Akteure von einem Bettenmangel aus. Die Situation der Krankenhauser und ihrer Finanzierung fuhrten seit Mitte der sechziger Jahre zu einer Reformdiskussion. Die sich im Endeffekt durchgesetzten Leitgedanken des damaligen Staatssekretars im niedersachsischen Sozialministerium Auerbach sahen „die Sicherung der Krankenhausversorgung als eine soziale Gemeinschaftsaufgabe an“ (Jurgen Wasem/Aurelio Vincetti, 2000, 232) und desweiteren war ein Grundgedanken Auerbachs, daB Krankenhauser keine Erwerbsunternehmen seien. Auerbach gelangte 1971 zu der Auffassung, „daB die Vorhaltekosten im Rahmen des Sozialstaatsprinzips nicht durch den Patienten (im Rahmen der Krankenversicherungen, A.R.) zu finanzieren seien, vielmehr als eine Aufgabe der offentlichen Hand zu gelten habe. Aus diesen Uberlegungen leitete er dementsprechend ein geteiltes Modell der Krankenhausfinanzierung ab, in dem die Vorhaltekosten (bzw. Investitionskosten, A.R.) durch den Staat, die Btriebskosten hingegen uber die Pflegesatze zu decken seien“ (Wasem/Vincetti, 2000, 232). Im Jahr 1972 wurde nach diesen Grundsatzen das Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) verabschiedet, welches ein dualistisches Finanzierungssystem fur Krankenhauser einfuhrte, wonach die Investitionskosten vom Bund und den Landern, wahrend die Betriebskosten von den Krankenkassen getragen werden. Dieses Prinzip gilt grundsatzlich bis zum heutigen Tag, nur zog der Bund sich 1984 mit Zustimmung der Lander aus der Finanzierung und dem Konzept der gemeinsamen Rahmenplanung zuruck, so daB die offentlich geforderten Investitionen seitdem nur noch von den Landern finanziert wurden.

[...]


1 Vgl. zu diesen Kontroversen: „Das Krankenhaus“ 3/99, 133-139; 4/99, 346; 4/99, 202-207; 3/00, 159-161; 3/00, 163-167; 7/00, 568-570 und „dialog“ "78/99, 1/00, sowie die Gewerkschaftlichen Monatshefte 10/2000 „Herbst der Reformen“ und die Veroffentlichungen des Bundesgesundheitsministeriums unter: www.dialog-gesundheit.de, der OTV unter: http://www.oetv.de , des DGB unter http://www.dgb.de .

2 Hier ist von 1936 bis 1945 das „Deutsche Reich“ und von 1945 bis 1972 die Bundesrepublik Deutschland gemeint. In der DDR war das Gesundheitssystem bis zur ihrer Auflosung staatlich organisiert und finanziert.

Details

Seiten
11
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638305211
Dateigröße
378 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v28860
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Krankenhausfinanzierung Finanzierung

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