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Gerechtigkeit im Kontext der Mission Gottes

Beiträge der anglikanischen Kirchengemeinde Christ Church in Wien zu einem Zusammenleben in Gerechtigkeit

Seminararbeit 2014 17 Seiten

Theologie - Praktische Theologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage
1.3 Hypothese
1.4 Reflexion des eigenen Forschungshintergrundes
1.5 Methodisches Vorgehen

2 Aktivitäten der Gemeinde Christ Church in Wien
2.1 Schutz von Kindern und gefährdeten Erwachsenen in Christ Church
2.2 Kindergottesdienst
2.3 Sozialausschuss
2.4 Adventsbazaar
2.5 Finanzielle Unterstützung sozialer Projekte
2.6 Tiersegnungsgottesdienste
2.7 Christ Church Shop
2.8 Gefängnisbesuchsdienst
2.9 Öffentlichkeitsausschuss
2.10 s'Häferl
2.11 Selbstdeutung der Aktivitäten durch den Pfarrer der Gemeinde
2.12 Fazit

3 Gerechtigkeit im Kontext der Mission Gottes
3.1 Missio Dei
3.2 Stellungnahme der Lambeth-Konferenz 2008 zu Mission
3.3 Stellungnahme der Lambeth-Konferenz 2008 zu Gerechtigkeit
3.4 Fazit

4 Zusammenfassung und Ausblick
4.1 Beiträge von Christ Church zu einem Zusammenleben in Gerechtigkeit
4.2 Missio Dei als Orientierungspunkt kirchlicher Caritas-Arbeit

5 Bibliographie

1 Einleitung

Das Seminar „Was macht die Caritas den ganzen Tag?“ des Institutes für Praktische Theologie der katholisch-theologischen Fakultät setzt sich im Sommersemester 2014 mit dem Aufgabenfeld der Caritas in Wien auseinander. Ein Schwerpunkt dieser Auseinandersetzung ist die Reflektion einer zur Zeit entstehenden „Caritas-Ethik“ im Kontext konkreter Tätigkeiten von Mitarbeiter(inn)en, sowie konkreter Lebenssituationen von Klient(inn)en der Caritas. Tut die Caritas das, was zu tun ist? Was ist ihr Beitrag zu einem Zusammenleben in Pluralität und Gerechtigkeit? Das sind einige der leitenden Forschungsfragen. Zur Diskussion um die Caritas-Ethik bzw. der Reflexion in Bezug auf die Grundlage christlich-karitativen Handelns in der Welt möchte ich in mit dieser Arbeit einen Beitrag aus einer anglikanischen Perspektive leisten. Fokussieren werde ich dabei auf die Frage nach einem Zusammenleben in Gerechtigkeit.

1.1 Problemstellung

Benedikt XVI. beschreibt karitatives Handeln in der Enzyklika DEUS CARITAS EST zu recht als einen wesentlichen und unverzichtbaren Ausdruck der Kirche.1 Gegenüber Benedikt XVI. betont Franziskus in EVANGELII GAUDIUM viel stärker den Aspekt der Gerechtigkeit.2 Aus anglikanischer Perspektive gehören individuelle Erlösung und die Erneuerung von Gesellschaft insgesamt untrennbar zusammen. Gottes ganzheitliche Mission mit dem Ziel der Erlösung der ganzen Schöpfung ist der Ausgangspunkt dieser Perspektive.3 Diese MISSIO DEI als ökumenischer Orientierungspunkt missionarischen bzw. kirchlichen Handelns ist insbesondere auch auf der ökumenischen Konferenz von Willingen 1952 formuliert worden.4 Es geht um die Selbstmitteilung des liebenden Gottes in der Sendung Jesu Christi.5 Die Botschaft Jesu richtet sich dabei besonders an die Armen und Ausgestoßenen. Die anglikanische Lambeth-Konferenz 2008 rückt in diesem Zusammenhang gerade auch Migrant(inn)en, Flüchtlinge und Vertriebene in den Vordergrund. Auch die letzte Erklärung des Ökumenischen Rates des Kirchen zu Mission und Evangelisierung greift die MISSIO DEI als Ansatzpunkt erneut auf.6 Meine vorliegende Arbeit bezieht sich auf die Frage, inwieweit dieser Ansatzpunkt der hauptsächliche Orientierungspunkt karitativen Handelns ist. Insbesondere der Beitrag zu einem Zusammenleben in Gerechtigkeit mit Blick auf die Aktivitäten der anglikanischen Kirchengemeinde Christ Church steht hier im Fokus.

1.2 Forschungsfrage

Folgende leitende Forschungsfrage wird den weiteren Ausführungen zugrunde liegen: Inwieweit kann die MISSIO DEI als allgemeiner Hauptorientierungspunkt für einen Beitrag karitativen Handelns zu einem Zusammenleben in Gerechtigkeit - am Beispiel der anglikanischen Kirchengemeinde Christ Church - betrachtet werden?

1.3 Hypothese

MISSIO DEI ist der explizite Ausgangspunkt einer Ethik karitativen Handelns. Dieser weitet den Blick über die Grenzen kirchlichen Handeln hinaus für die ganze Welt bzw. Schöpfung. Die Perspektive der Versöhnung Gottes mit den Menschen, der Menschen untereinander und der Versöhnung mit der ganzen Schöpfung hat einen universalen Anspruch, der alle Aspekte menschlichen Lebens, auch außerhalb der Kirche, einzubeziehen vermag.

1.4 Reflexion des eigenen Forschungshintergrundes

Der Kontext der Fragestellung dieses Beitrages ist mein Forschungsinteresse in Bezug auf Mission in der anglikanischen Kirchengemeinschaft. Mission ist eines der zentralen

Themen christlichen Selbstverständnisses.7 Mich interessiert dabei insbesondere inwieweit das Phänomen Migration Einfluss auf das Verständnis und die Praxis von Mission in den anglikanischen Kirchen hat. Das ist u. a. Verbunden mit der Frage nach der Gerechtigkeit, wenn man beispielsweise den Zusammenhang zwischen Mission und Imperialismus betrachtet. Dieser hat auch aktuell noch Auswirkungen in den Konflikten der anglikanischen Gemeinschaft. Wie kann gerechtes Handeln in diesem Kontext gedacht werden? Die MISSIO DEI und der Begriff der Versöhnung sind dabei zentrale Orientierungspunkte im anglikanischen Selbstverständnis. In diesem Beitrag geht es mir darum, MISSIO DEI als zentrale Perspektive christlichen Handelns in Bezug auf Gerechtigkeit zu denken. Die anglikanische Gemeinde in Wien ist hier als Migrant(inn)engemeinde besonders interessant, weil sie sowohl Minderheit ist als auch den Anspruch hat, sich als Kirche für die Benachteiligten einzusetzen.8 1.5 Methodisches Vorgehen

Methodisch werde ich zur Beantwortung der Fragestellung in drei Schritten vorgehen:

Der erste Schritt wird die Beschreibung der Aktivitäten der anglikanischen Kirchengemeinde Christ Church in Wien und die Selbstdeutung dieser Aktivitäten sein.

In einem zweiten Schritt werde ich das Missio-Dei-Konzept erläutern und anglikanische Stellungnahmen zu Mission und Gerechtigkeit darstellen. Wesentliche Grundlage dieser Darstellung der anglikanischen Perspektive wird das Abschlussdokument der Lambeth-Konferenz 2008 sein.

In einem dritten Schritt werde ich die Aktivitäten der Gemeinde Christ Church vor dem Hintergrund der MISSION DEI betrachten. Abschließend lenke ich den Blick danach auf die allgemeine Gültigkeit der MISSIO DEI als Orientierungspunkt karitativen Handelns.

2 Aktivitäten der Gemeinde Christ Church in Wien

Im Folgenden werde ich jeweils kurz in Auswahl einige Aktivitäten der anglikanischen

Kirchengemeinde Christ Church in Wien darstellen und dann eine Selbstdeutung der Aktivitäten durch den Pfarrer der Gemeinde anschließen. Grundlage der Darstellung sind Berichte, die für jährliche Gemeindeversammlung 2014 verfasst wurden9 10 11 12, sowie einzelne Artikel aus der Gemeindezeitung CROSSWAYS.

2.1 Schutz von Kindern und gefährdeten Erwachsenen in Christ Church

Die Gemeinde legt großen Wert auf eine sichere Umgebung von Kindern und gefährdeten Erwachsenen. Zwei Mitglieder der Gemeinde kümmern sich um die Umsetzung der Schutzpolitik der Church of England.10 Die Gemeinde orientiert sich dabei an zwei Dokumenten der Kirche von England: Protecting All God's Children11 und Safer Recruitment Policy.12 Theologisch begründet wird das Bemühen um Unversehrtheit u.a mit der Würde des Menschen, die aus der Gottebenbildlichkeit resultiert.13 Konkret umgesetzt bedeutet diese Schutzpolitik für die anglikanische Gemeinde Wien beispielsweise, dass immer zwei Erwachsene im sonntäglichen Kindergottesdienst anwesend sind, dass es Weiterbildungen für die (ehrenamtlichen) Mitarbeiter(innen) der Gemeinde gibt und dass ein Strafregisterauszug für Mitarbeiter(innen) angefordert wird. Jeder neue Mitarbeiter und jede neue Mitarbeiterin muss sich der Child Safeguarding Precedure unterziehen.14

2.2 Kindergottesdienst

Der Kindergottesdienst ist in zwei Gruppen eingeteilt. Die Rocks sind die Gruppe der 7­9 Jährigen und die Pebbles sind die 3-7 Jährigen. Zur Zeit betreuen 12 ehrenamtlicher Mitarbeiter(innen) die wöchentlich stattfindenden Gruppen.

[...]


[1] Vgl. X. Benedikt, Gott ist die Liebe: die Enzyklika „Deus caritas est“, Freiburg im Breisgau ; Wien ua мы. AiKg.2006, Abs. 25.

[2] Vgl. P. Franziskus, Die Freude des Evangeliums: das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute; [die Programmschrift zur Kirchenreform], Freiburg im Br; Wien u. a. 2013, Abs. 176 ff.

[3] Vgl. The Lambeth Conference, Lambeth Indaba. Capturing Conversations and Reflections from the Lambeth Conference 2008. Equipping Bishops for Mission and Strengthening Anglican Identity. 2008, Abs. 43.

[4] Vgl. R. Polak, Mission in Europa?: Auftrag - Herausforderung - Risiko, Innsbruck 2012, 47.

[5] Vgl. The Lambeth Conference, Lambeth Indaba. Capturing Conversations and Reflections from the Lambeth Conference 2008. Equipping Bishops for Mission and Strengthening Anglican Identity., Abs.

21.

[6] Vgl. Ökumenischer Rat der Kirchen, Gemeinsam für das Leben: Mission und Evangelisation in sich wandelnden Kontexten., http://www.oikoumene.org/de/resources/documents/wcc-

commissions/mission-and-evangelism/together-towards-life-mission-and-evangelism-in-changing- landscapes (Stand: 23.08.2013; Abruf: 23.08.2013).

[7] Vgl. M. Doe, Saving Power - The Mission of God and the Anglican Communion2011, ix.

[8] Vgl. Christ Church Vienna (Hg.), Annual Church Meeting 2014.2014.

[9] Vgl. Ebd.

[10] Vgl. Ebd.

[11] Vgl. House of Bishops, Protecting All God’s Children. The Child Protection Policy for the Church of England., London 42010.

[12] Vgl. Church of England/Methodist Church of Britain, Safer Recruitment Policy.2013.

[13] Vgl. House of Bishops, Protecting All God’s Children. The Child Protection Policy for the Church of England., 1 f.

[14] Vgl. Christ Church Vienna (Hg.), Annual Church Meeting 2014.

Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656886211
ISBN (Buch)
9783656886228
Dateigröße
548 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288342
Institution / Hochschule
Universität Wien – University of Vienna, Faculty of Catholic Theology, Department of Practical Theology
Note
1
Schlagworte
gerechtigkeit kontext mission gottes beiträge kirchengemeinde christ church wien zusammenleben

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