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Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes

Hausarbeit 2014 24 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage im Reich

3. Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit „Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes“ bearbeitet

ein Thema im Rahmen des Seminartitels „Glaube und Politik“. Die Verbindung von „Glaube und Politik“ zur Reformationszeit ist bei der Untersuchung des Schmalkaldischen Bundes ein zentrales Motiv. Im Mittelpunkt der Arbeit bilden die Entstehungsphase des Bundes als eine Vereinigung evangelischer Reichsstände der Frühen Neuzeit und ausgewählte Persönlichkeiten, welche innerhalb dieser Zeit in Verbindung mit dem Bund in Erscheinung traten.

Die zweite Hälfte der 1520er Jahre setzt den Beginn des Untersuchungszeitraumes fest, die ersten konkret untersuchten Ereignisse sind die Speyrer Reichstage von 1526 und 1529. Die offizielle Ausstellung des Schmalkaldischen Bundesvertrages am 27. Februar 1531stellt mit der Existenz des Bundes den Schlusspunkt der Arbeit dar. [1] Die Entwicklung des Zusammenschlusses wird innerhalb der Arbeit nicht thematisiert, da dies den vorgegebenen Rahmen deutlich überschreiten würde.

Eine grundlegender Forschungsbeitrag für die Bearbeitung des Themas ist Gabriele Haug-Moritz Dissertation „Der Schmalkaldische Bund 1530-1541/42“[2]. Die Arbeit dient als umfangreiche Grundlagenlektüre zur Entstehung, Formierung und Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes im Alten Reich. Auch die Arbeiten Peter Handys wie „Fürsten, Stände, Reformatoren. Schmalkalden und der Schmalkaldische Bund“[3] ermöglichen einen guten Einstieg in das Thema und verweisen auf zahlreiche weiterführende Werke. Ebenfalls bescheinigen einige thematische Sammelbände die feste Etablierung des Schmalkaldischen Bundes und seiner Akteure in der Forschung.[4] Mithilfe ausgewählter Forschungsbeiträge soll innerhalb der Arbeit die Frage nach den Ursachen der Gründung des Bundes im Reich geklärt werden. Die Forschungskontroverse um den Charakter des Schmalkaldischen Bundes wird innerhalb der Arbeit nicht thematisiert, da sie eine bedeutendere Rolle bei Entwicklung des Bundes auf Reichsebene spielt.[5]

Zunächst wird die Ausgangslage im Alten Reich vor der Gründung des Schmalkaldischen Bundes erörtert. Dabei wird untersucht, wie sich das Hauptcharakteristikum der Situation im Vorfeld der Bundesgründung, der Zusammenhang von Glaube und Politik, im Alten Reich auf die Bundgründung auswirkte. Im folgenden Kapitel wird mithilfe dieser Basis der spezifische Verlauf hin zur Gründung des Schmalkaldischen Bundes thematisiert. Die Frage, welche Ereignisse und Hindernisse im Vorfeld der Gründung des Bundes eine wichtige Position einnahmen, findet hier Klärung. Ein zentrales Thema sind dabei der Reformator Martin Luther und seine theologischen Prinzipien, vor allem seine Gehorsamkeitslehre. Abschließend wird die Rolle der mächtigsten Bundesmitglieder,[6] Landgraf Phillip von Hessen und Kurfürst Johann, bei der Entstehung des Bundes genauer untersucht.

2. Ausgangslage im Reich

Das Merkmal der Entstehungszeit des Schmalkaldischen Bundes ist der enge Zusammenhang von Religion und Politik,[7] welcher bei der Darlegung der Situation im Reich vor der Gründung des Bundes deutlich wird.

Nach der Abreise Kaiser Karls V. aus Mitteleuropa zur Jahreswende 1521/22 war das Reich bis zu dessen Rückkehr, die erst zum Augsburger Reichstag 1530 stattfinden sollte, das „kaiserlose Reich“[8] mit seinem Bruder Ferdinand als Statthalter. Die lange dauerhafte Abwesenheit des Reichsoberhauptes erschwerte zum Einen die Regierungsgeschäfte im Reich, da weder Ferdinand noch die Reichsstände allein uneingeschränkt entscheidungs- und handlungsfähig waren,[9] zum Anderen begünstigte sie die reichsständische Autonomie und sorgte so für eine Stärkung der Reichsstände.[10] Das Machtvakuum an der Spitze des Reiches ließ die Reichsstände politisch profitieren und vergrößerte die Distanz zwischen „dem aus universalmonarchischen Vorstellungen heraus handelnden Kaiser und den Reichsständen […].“[11]. Der katholischen Partei Karls V., der aufgrund der Verbindung von sacerdotium und imperium bereits 1521 auf dem Reichstag zu Worms das gleichnamige Edikt gegen Luther und zur Reinerhaltung der katholischen Kirche erlassen hatte[12], war unter den bestehenden Gegebenheiten im Reich eine erneute Durchsetzung des Ediktes auf dem Reichstag zu Speyer 1526 nicht mehr möglich. Zu viele Reichsstände hatten sich dem alten Glauben ab, und dem neuen, reformatorischen zugewandt. In der durch die Reformation politisch und konfessionell veränderten Landschaft des Alten Reiches war der Glaube endgültig zur Machtfrage geworden. [13] Der Reichstagsabschied zu Speyer 1526 enthielt die Festlegung, dass

„[…] wir [Kaiser], auch Kff., Ff. und stende des Reichs […] uns ytzo allhie uff diesem reichstag einmutiglich verglichen und vereinigt, […] mit unsern underthanen […] fur sich also zu leben, zu regieren und zu halten, wie ein yeder solhs gegen Got und ksl. Mt. hofft und vertrauet zu verantwurten.“[14].

Mit dieser Formel wurde die Entscheidung und Verantwortung für die Einführung und Unterstützung der Reformation in den einzelnen Territorien des Reiches den jeweiligen Landesherren übergeben, da ihrem Gewissen ein Vorrang gegenüber dem kaiserlichen Willen gewährt wurde.[15] Der Speyrer Abschied förderte die weitere Verbreitung des evangelischen Glaubens als Landesreligion und den damit verbundenen Ausbau des Landeskirchentums im Reich.[16] Der Abschied kann somit als erster begünstigender Faktor für die Gründung des Schmalkaldischen Bundes gewertet werden. Er verkörpert die Verbindung von Glaube und Politik als Hauptcharakteristikum der Entstehungszeit des Schmalkaldischen Bundes. Bedingt durch den Glauben fällten die Stände auf dem Reichstag ihre Entscheidung und hielten den Beschluss fest, der die Zahl der reformatorischen Anhänger auf Reichsebene von nun an stetig ansteigen ließ. Ohne den Speyrer Reichsabschied 1526 hätte sich die Reformation aufgrund einer fehlenden Legitimationsgrundlage der Herrscher in einzelnen Territorien des Reiches möglicherweise schleppender oder gar nicht etabliert.

Das Ringen um die Macht im Reich und der damit in Verbindung stehende Gegensatz von Kaiser und Reichsständen erfuhr durch Reformation und konfessionelle Differenzierung eine Beschleunigung und Verstärkung.[17] Der unterschiedliche Glaube war das entscheidende Element, er lenkte das politische Handeln der Akteure. Was bedeutete eine Abwendung der Reichsstände vom katholischen Glauben für deren Position und Politik im Reich? Nach einer Verfestigung der Reformation und ihrer Grundpositionen in den 1520er Jahren [18] traf das Phänomen seit dem Reichstagsabschied 1526 in den einzelnen Territorien des Reiches durch den Zuwachs an politischer und wirtschaftlicher Macht, welchen die weltlichen Herrscher und Städte aus der Vereinnahmung geistlichen Besitzes gewannen, auf immer mehr Zustimmung und Unterstützung. [19] Die Reichsstände erfuhren durch die Einrichtung obrigkeitlicher Landeskirchensysteme anstelle der althergebrachten Pfarrorganisationen einen Zuwachs an Verfügungsgewalt und Besitz.[20] Die Aufstockung der landesherrlichen Kassen mit ehemaligem Kirchenvermögen ließ den Auf- und Ausbau der Territorialstaaten der weltlichen Fürsten profitieren. Infolge dessen stieg ihre Macht innerhalb der Reichsgrenzen und gegenüber dem Kaiser, sie waren in der Lage, aufgrund religiöser Entscheidungen oppositionelle Politik zu betreiben. Die Macht- und Autoritätssteigerung der evangelischen Landesfürsten im Reich schlug sich auf die Verhandlungen des zweiten Speyrer Reichtages 1529 nieder. Gegen die Forderung und den Beschluss der Mehrheit der katholischen Reichsstände, den Reichsabschied von 1526 und damit auch die religiöse Kompromissformel, die er enthielt, rückgängig zu machen, erhoben einige evangelische Stände Protest. Sie wandten sich gegen die Überstimmungstaktik der altgläubigen Stände und plädierten für den einstimmig beschlossenen Reichstagsabschied von 1526 sowie ein freies Konzil zur Klärung der Glaubensfragen.[21] Die Protestanten von Speyer wurden durch fünf Reichsfürsten, den Kurfürst von Sachen, Landgraf Phillip von Hessen, Markgraf Georg von Brandenburg-Ansbach, Ernst von Lüneburg und Wolfgang von Anhalt, und vierzehn Reichsstädte, unter anderem Nürnberg, Ulm und Konstanz, verkörpert. [22] Ihr wirksamer Protest hatte eine „politisch profilierte Gruppe von protestantischen Reichsständen“[23] herausgeformt, die nun vor der Aufgabe stand, sich zusammenzuschließen und zu organisieren.[24]

Die Protestation der evangelischen Reichsstände in Speyer 1529 trennte die beiden Glaubensparteien im Reichstag endgültig. Ob letztendlich das Gewissen, also die Überzeugung der Richtigkeit des eigenen Glaubens, oder doch weltliche Faktoren die Reichsstände zu ihrem Handeln bewegten, lässt sich nicht vollständig klären. Der handlungstragende Zusammenhang von Glaube und Politik als bedeutenden Charakteristikum wird jedoch innerhalb der Protestaktion im Vorfeld der Bundesgründung deutlich.[25] Der neue Glaube der Reichsstände hatte diese zu ihrem politischen Handeln auf dem Reichstag bewegt und eine neue Situation im Reich geschaffen, die eine erneute Verschärfung des Gegensatzes zwischen Katholiken und Protestanten nach sich zog. Die Protestation der Stände in Speyer 1529 kann als weiterer wichtiger Faktor im Vorfeld der Bundgründung angenommen werden. Durch die immer stärkere Beeinflussung der Politik aufgrund der Spaltung beider Glaubensparteien ergab sich im Anschluss an den Reichstag ein akuter Handlungsbedarf. Ohne die Protestation wäre eine Zuspitzung des Konfliktes und somit die Entwicklung eines umfassenden Zusammenschlusses evangelischer Reichsstände erst später eingetreten. Die Ausgangslage im Reich vor der Gründung des Schmalkaldischen Bundes war sowohl durch die erläuterten Ereignisse, als auch durch das aus ihnen resultierende Konfliktpotential gekennzeichnet

3. Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes

Im Vorfeld der Gründung des Schmalkaldischen Bundes war es zu kleineren Zusammenschlüssen evangelischer Reichsstände gekommen. So umfasste das hessisch-kursächsischen Defensivbündnis von Torgau, im Februar 1526 unter der Führung des Landgrafen Phillip von Hessen ausgehandelt, weitere nord- und oberdeutschen Bündnispartner. Trotz dieser beidseitigen Bündnisse, die katholischen Reichsstände hatten sich bereits 1524/25 im Dessauer Bündnis zusammengeschlossen, wurde eine direkte Konfrontation der beiden Glaubensparteien im Reich noch vermieden. Was aber gab kurze Zeit später den Anstoß zur Formierung eines umfassenden Bündnisses seitens der evangelischen Reichsstände, wieso beließ man es nicht bei der Existenz von regionalen Zusammenschlüssen?

Die Situation im Reich hatte aufgrund des Speyrer Reichstags 1529 eine bedeutende Wende erfahren. Die evangelischen Reichsstände befanden sich durch ihren Protest in einer prekären Situation. Der Reichsabschied, gegen welchen sie sich gestellt hatten, konnte auch mit Waffengewalt durchgesetzt werden [26] und den Protestanten drohte nach ihrer Aktion die Verhängung der Reichsacht.[27] Aufgrund der vermehrten Spannungen im Reich im Zuge der Speyrer Reichstage standen die protestantischen Reichsstände unter Handlungszwang, um einer möglichen kriegerischen Durchsetzung des Reichsabschiedes durch die katholische Partei Karls V. Widerstand leisten zu können. Es galt, sich möglichst rasch zu Verhandlungen zusammenzufinden und zu organisieren. Die Bündnisverhandlungen der evangelischen Reichsstände wurden nach der Protestation in Speyer intensiviert und beschleunigt.[28] Kurz infolge der Protestation kam es so zum Speyrer Bündnisabkommen, einem Zusammenschluss zwischen Kursachsen, Hessen, Straßburg, Nürnberg und Ulm, welches als Reaktion der Protestanten auf den negativ verlaufenen Reichstag gewertet wird.[29] Obwohl das Ziel der auch als „Bündnis und Bekenntnis“[30] bezeichneten Aktivitäten die Sicherung des evangelischen Glaubens im Reich war, blieben sie als Vorgeschichte der Gründung des Schmalkaldischen Bundes insgesamt wirkungslos. Trotz Versuche wie dem Marburger Religionsgespräch 1529[31] ließen Zwistigkeiten, wie die Frage, ob nun um den Zusammenschluss in einem Bündnis oder Glaubensbekenntnis gerungen wurde, oder auch der von Kursachsen geforderten verbindlichen Anerkennung des Luthertums,[32] die Treffen stagnieren und Verhandlungen scheitern.[33]

Die entscheidende Wende hin zur Gründung des Schmalkaldischen Bundes brachte der Augsburger Reichstag 1530. Am 21. Januar wurde das kaiserliche Ausschreiben Karls. V. an alle im Reichstag vertretenen Reichsstände entsendet.[34] Der nach Augsburg einberufene Reichstag sollte innerhalb der strittigen Religionsfragen im Reich einen Fortschritt bringen. Die Erklärung des Kaisers, die zur Eröffnung des Reichstages am 20. Juni 1530 vor den Reichsständen verlesen wurde, beinhaltete die Aufforderung an die Reichsstände, dass jeder „seine Opinion und Meinung“[35] zu den gegenwärtigen Religionsfragen im Reich zu erkennen geben solle. Diese Zeilen führten schließlich zur Verlesung der Confessio Augustana am 25. Juni. Die Augsburgische Konfession, durch Kurfürst Johann in Auftrag gegeben[36] und bereits im Frühjahr des Jahres von Melanchton verfasst und Luther abgesegnet, sollte sowohl durch ihre gemäßigte Sprache, als auch durch ihren die Gemeinsamkeiten beider Konfessionen betonenden Inhalt einen Kompromiss zwischen Kaiser und katholischen Reichsständen erleichtern.[37]

Aufgrund der politischen Dimension und der vorangeschrittenen territorialstaatlichen Verbreitung der Reformation 1530 war jedoch der Versuch eines Ausgleichs der „drei Parteien […], nämlich […] Papisten, […] Lutheraner, […] und [die] Partei […] Zwinglis“[38] auf dem Reichstag zu Augsburg zum Scheitern verurteilt.[39] Nach Vorlage der katholischen Antwort auf das protestantische Bekenntnis, der Confutatio, ergab sich auch nach umfassenden theologischen Verhandlungen keine Ausgleichsbasis. Kaiser Karl V., der zu Beginn der Verhandlungen versucht hatte, als Vermittler zwischen beiden Religionsparteien aufzutreten, war endgültig dem katholischen Lager beigetreten.[40] Die „Hochspannung jener Tage“[41] missglückte, der Reichstag stand am Ende seiner Verhandlungen nach „erfolglosen Religionsvergleichsbemühungen“[42] vor keinem Ergebnis hinsichtlich der Religionsfrage im Reich und wurde im November durch den Kaiser abgebrochen.[43] Die Ablehnung der Confessio Augustana durch Karl V. und seine Parteinahme für die katholischen Reichsstände auf dem Augsburger Reichstag hatte sowohl die Zurückweisung aller religiösen Veränderungen, als auch die erneute Inkraftsetzung des Wormser Ediktes zur Folge. Der Reichstagsabschied, ohne die Zustimmung der protestantischen Reichsstände von der Mehrheit der katholischen angenommen, untersagte religiöse Neuerungen jeder Art bis zur Einberufung eines Konzils und der Klärung der strittigen Fragen durch die katholische Kirche. Alle konfiszierten Kirchengüter sollten zurückgegeben, der katholische Gottesdienst überall geduldet werden. Konkret bedeutete dies, dass allen evangelischen Reichsständen die Exekution wegen Landfriedensbruchs drohte, falls sie nicht bis April 1531 zum katholischen Glauben

zurückkehrten, da jede religionspolitische Aktivität eines protestantischen Reichsstandes, also auch die Unterstützung Luthers Lehren und Schriften, als Landfriedensbruch geahndet werden konnte.[44] Auch mussten die Protestanten durch die Stärkung des Reichskammergerichtes in hohem Maße mit Prozessen und Vorladungen bezüglich der Religionsangelegenheiten rechnen.[45] Diese greifbare Bedrohung ließ die Bündnisverhandlungen ein neues Ausmaß annehmen.[46] Die Überzeugung der Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der evangelischen Reichsstände resultierte schließlich in einer Zusammenkunft im Dezember 1530 in Schmalkalden, wo mögliche Bündnisbedingungen und Reaktionen gegen die Beschlüsse von Augsburg erörtern wurden.[47] Es ist festzuhalten, dass die Verschärfung der politischen Situation im Reich infolge des Augsburger Reichstages 1530 einen entscheidenden Faktor für die Gründung des Schmalkaldischen Bundes darstellt. Obwohl infolge der innenpolitischen Drucksituation Ende 1530 die Einladung für eine Tagung in Schmalkalden noch vor offiziellem Ende des Reichstages an alle protestantischen Stände im Reich durch Kurfürst Johann versendet wurde,[48] hatte ein dominierendes Problem im Vorfeld des Einlenkens des Ernestiners gelöst werden müssen.

Innerhalb seiner Schrift ,Von weltlicher Oberkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei’ widmetee sich Martin Luther der Stellung des Christen zum Staat, also der Obrigkeit[49], zum Krieg und zur Gehorsamsverweigerung. In Auseinandersetzung mit dem Neuen Testament entwickelte er darin seine Lehre von der Gehorsamspflicht der christlichen Untertanen, auch ,Zwei-Reiche-Lehre’ bezeichnet.[50] Luther teilte die Menschen dabei in zwei Gruppen ein, eine Gruppe der wahren Christen, welche kein Unrecht vollbringt und deshalb keinen Staat, also keine Obrigkeit benötigt, und die zweite Gruppe, welche den christlichen Glauben und das christliche Leben nicht vollends ernst nimmt. Diese Gruppe Menschen muss durch den Staat, der durch Christen gestaltet wird, daran gehindert werden, Unrecht zu tun, um in christlicher Gemeinschaft friedlich miteinander zu leben. Die Obrigkeit wird also zur Ordnung der Menschheit entsendet, um über alles Weltliche zu regieren. Da Luther jedoch zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt unterschied, er bezeichnete sie als weltliches beziehungsweise geistliches Regiment, ist die Obrigkeit eben nur Oberhaupt über das weltliche Regiment und nicht über Seele und Gewissen der Untertanen. Demzufolge muss der christliche Untertan nach Luthers Auffassung der Obrigkeit in weltlichen Dingen gehorsam leisten, auch wenn diese nicht gerecht sind. Die weltliche Obrigkeit wurde von Gott eingesetzt, um seine Schöpfung vor der Zerstörung durch die Sünde zu bewahren, deshalb ist ihr Folge zu leisten.[51] Ein Widerstand der Untertanen ist nur vorgesehen, wenn die innere, geistliche Freiheit, also der Glaube des Untertanen angegriffen wird, da es der Obrigkeit nicht gestattet ist, über diesen zu herrschen.[52] Nur dann, wenn die Obrigkeit entgegen dem christlichen Glauben agierte, stellte Widerstand eine Option dar.

Die Wichtigkeit der Bedeutung, die Luther der Obrigkeit in seiner Lehre beimaß, schlug sich darin nieder, dass er ihr gegenüber von den Bürgern den unbedingten Gehorsam einforderte, einen grundsätzlichen Widerstand gegen die Obrigkeit duldete seine Lehre nicht. Seiner Ansicht nach war die „einzige Schranke des Herrschers auf dem Weg zum Tyrannen […] sein privates Gewissen.“[53] Dem Christen war die Ausnahme des gewaltlosen Widerstandes nur gegeben, falls die Obrigkeit gegen Gebote Gottes verstieß, wider den Glauben handelte. Der gewaltsame, auch militärische Widerstand der Christenmenschen erfuhr nur Billigung, „wenn die Obrigkeit selbst offenkundig Gewalt gegen die christliche Gemeinde anwendet[e].“[54].[55]

Im Vorfeld der Gründung des Schmalkaldischen Bundes stellte Luthers Lehre von der Gehorsamkeit gegenüber der Obrigkeit ein Hindernis dar. Kaiser Karl V. war das Oberhaupt des Reiches, und somit auch das der protestantischen Reichsstände.[56] Ein Zusammenschluss gegen ihn hätte einen Verstoß gegen Luthers Lehre, und damit gegen den eigenen protestantischen Glauben bedeutet. Seine Auffassung vom unbedingten Gehorsam gegenüber der Obrigkeit ließ Luther zunächst als Gegner eines Bündnisses, welches unter Umständen den evangelischen Glauben mit militärischen Mitteln zu verteidigen erwog, auftreten.[57] Neben Luther ließ dessen ,Zwei-Reiche-Lehre’ allerdings auch den sächsischen Kurfürst Johann im Vorfeld der Bundgründung zögern, ein festes Verteidigungsbündnis des evangelischen Glaubens, welches sich im Ernstfall gegen den Kaiser, also die von Gott eingesetzte Obrigkeit gerichtet hätte, einzugehen. Erst als infolge der geschilderten Entwicklungen die Situation der protestantischen Stände im Reich äußerst bedrohliche Züge angenommen hatte, gab Luther, und infolge dessen auch der Kurfürst[58] der Argumentation von Juristen[59] und Philipps von Hessen[60] nach, welche das Verhältnis von Karl V. als alleinige Obrigkeit im Reich relativierten. Trotzdem billigte der Theologe die neue Argumentationslinie des Widerstandsrechtes gegen die Obrigkeit zu Lebzeiten nie aus voller Überzeugung, da dies sein theologischer Standpunkt nicht zuließ.[61]

Das hinzugezogene Gutachten, welches vermutlich aus dem Umfeld des Landgrafen Philipp stamme,[62] hatte spätmittelalterliche Auffassungen, welche die Obrigkeit des gewählten Kaisers Karl V. gegenüber den Kurfürsten und Reichsständen beschränkten, weiterentwickelt.[63] Das Recht auf Widerstand der Reichsstände gegen den Kaiser wurde darin durch die Vorstellung eines aristokratischen Charakters der Reichsverfassung legitimiert. Die „konstitutionelle Lösung“[64] des Legitimationsproblems sah den Kaiser nicht als Universalgewalt im Reich an, da er sein Amt, welches ihm die Legitimation der Herrschaft verschaffte, nicht durch Gottesgnadentum, sondern durch die Wahl der Kurfürsten erhalten hatte.[65] Die Reichsstände, aus deren Reihen der Kaiser gewählt wurde, waren also demnach Teil der höchsten Reichsgewalt und der Kaiser nicht alleiniges Oberhaupt, dem Gehorsam geleistet werden musste. Die Vorstellung dieser doppelten obrigkeitlichen Gewalt teilte die Macht des Kaisers mit den Reichsständen. Mit dieser Erkenntnis war der Widerstand der Stände in Fragen des Gewissens, des Glaubens, nicht nur berechtigt, sondern gefordert.[66] Die Neuauslegung der Reichsverfassung durch Juristen kann als ein weiterer entscheidender Faktor für die Gründung des Schmalkaldischen Bundes angenommen werden. Trotz des enormen innenpolitischen Drucks im Zuge der Ablehnung der Confessio Augustana erklärte sich das später höchstrangige Mitglied Kurfürst Johann von Sachsen erst nach der Akzeptanz der neuen Argumentation durch Luther zu intensiven, protestantischen Bündnisverhandlungen bereit.[67] Hätte es im Oktober 1530 keine Neuinterpretation gegeben, welche Karl den V. als „primus inter pares“[68] definierte, wäre die Gründung des Schmalkaldischen Bundes möglicherweise an der Theologie Luthers selbst gescheitert. Mit dieser neuen Argumentationslinie aber war es dem protestantischen Lager möglich, aktiv zu handeln und den Zusammenschluss in einem Bund anzustreben, der unter Umständen zu militärischem Einsatz bereit war. Ein möglicher gewaltsamer Widerstand gegen den Kaiser konnte damit begründet werden, dass man in dessen Handeln ein Handeln gegen den Glauben oder gegen die christliche Gemeinde selbst sah, was nach Luthers Lehre Ahndung durch Widerstand erfahren durfte. Durch die Aufnahme von Bündnisverhandlungen mit Kursachsen bekam der Prozess der Bündnisgründung einen neuen, entscheidenden Impuls, denn er Sächsische Kurfürst Johann war es schließlich, der die auf den 17. Dezember 1530 datierten Einladungen zu einer Tagung der evangelischen Reichsstände in Schmalkalden von seiner Kanzlei in Torgau aus anfertigen und verschicken ließ.[69]

[...]


[1] Vgl.: Haug-Moritz, Gabriele/ Schmidt, Georg: Artikel „Schmalkaldischer Bund“, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 30, Berlin (1999), S.221-228, hier S.221

[2] Haug-Moritz, Gabriele: Der Schmalkaldische Bund 1530-1541/42, Leinfelden-Echterdingen (2002).

[3] Handy, Peter/ Schmöger, Karl-Heinz: Fürsten, Stände, Reformatoren. Schmalkalden und der Schmalkaldische Bund, Gotha (1996).

[4] Vgl.: Auerbach, Inge (Hrsg.): Reformation und Landesherrschaft. Vorträge anlässlich des 500. Geburtstages des Landgrafen Phillip des Großmütigen von Hessen vom 10. bis 13. November 2004 in Marburg, Marburg (2005); Leppin, Volker/ Schmidt, Georg/ Wefers, Sabine (Hrsg.): Johann Friedrich I.- der lutherische Kurfürst, Heidelberg (2006); Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e.V. (Hrsg.): Der Schmalkaldische Bund und die Stadt Schmalkalden. Seminar am 13./14. Oktober 1995 in Schmalkalden, Wechmar (1996).

[5] Zur Einführung in die Diskussion: Westphal, Siegrid: Die Entwicklungen des Schmalkaldischen Bundes im Spiegel seiner Bundesabschiede, in: Verein für Schmalkaldische Geschichte und Landeskunde e.V. (Hrsg.): Der Schmalkaldische Bund und die Stadt Schmalkalden. Seminar am 13./14. Oktober 1995 in Schmalkalden, Wechmar (1996), S.20-44, hier S.20ff.

[6] Vgl.: Haug-Moritz, Gabriele: Dynastie, Region, Religion. Kurfürst Johann Friedrich, die Herzöge Heinrich und Moritz von Sachsen und der Schmalkaldische Bund von seiner Gründung bis zum Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges (1530-1546), in: Marx, Harald/ Hollberg, Cecille (Hrsg.): Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit, Dresden (2004), S.112-123, hier S.117.

[7] Vgl.: Schorn-Schütte, Luise: Die Reformation. Vorgeschichte-Verlauf-Wirkung, München, 3. Auflage (2003), S.77.

[8] Schmidt, Georg: Geschichte des Alten Reiches. Staat und Nation in der Frühen Neuzeit 1495-1806, München (1991), S.64.

[9] Vgl.: Ebd, S.64f.

[10] Vgl.: Schorn-Schütte, Reformation, S.78.

[11] Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.66.

[12] Am 8. Mai 1521 hatte der Kaiser über Luther die Reichsacht verhangen, die an weitere Auflagen, wie das Verbot von seiner Schriften, geknüpft war. Diese Maßnahmen werden auch als Wormser Edikt bezeichnet. Vgl.: Blickle, Peter: Die Reformation im Reich, Stuttgart, 3. Auflage (2000), S.188f.

[13] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.72.

[14] Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften/ Wolgast, Eike (Hrsg.)/ Aulinger, Rosemarie (Bearb.): Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Karl V. Der Reichstag zu Augsburg 1525, Der Reichstag zu Speyer 1526, Der Reichstag zu Esslingen 1526, Bd. 5/6, München (2011), S.881.

[15] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.191, Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.73.

[16] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.73.

[17] Vgl.: Schorn-Schütte, Reformation, S.78.

[18] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.186.

[19] Vgl.: Schorn-Schütte, Reformation, S.73, Blickle, Reformation im Reich, S.190.

[20] Vgl.: Lutz, Heinrich: Reformation und Gegenreformation (OGG 10), München, 3. Auflage (1991), S.37.

[21] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.74f.

[22] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.196f..

[23] Lutz, Reformation und Gegenreformation, S.38.

[24] Vgl.: Ebd., S.38.

[25] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.198f.

[26] Vgl.: Schorn-Schütte, Reformation, S.79ff.

[27] Vgl.: Lutz, Reformation und Gegenreformation, S.38.

[28] Vgl.: Graupner, Volker: Vom Schmalkaldischen Bund bis zum Augsburger Religionsfrieden, in: Hoffmeister, Hans/ Wahl, Volker (Hrsg.): Die Wettiner in Thüringen. Geschichte und Kultur in Deutschlands Mitte, Arnstadt (1999), S.143-148, hier S.144.

[29] Vgl.: Westphal, Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes, S.24.

[30] Haug-Moritz/ Schmidt, Schmalkaldischer Bund, S.222.

[31] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.76.

[32] Vgl.: Haug-Moritz/ Schmidt, Schmalkaldischer Bund, S.222.

[33] Vgl.: Westphal, Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes, S.24f.

[34] Vgl.: Grundmann, Herbert: Landgraf Philipp von Hessen auf dem Augsburger Reichstag 1530, Gütersloh (1959), S.9.

[35]: Autor unbekannt (Niederschrift von Kanzleihand): Erklärung Kaiser Karls V. zur Eröffnung des Reichstages zu Augsburg vor den Reichsständen, in: Eberhardt, Hans (Hrsg.): Die Reformation in Dokumenten. Aus den Staatsarchiven Dresden und Weimar und aus dem historischen Staatsarchiv Oranienbaum, Weimar (1967), S.62.

[36] Vgl.: Honée, Eugène: Die Religionsverhandlungen der Reichstage von Nürnberg (1524), Speyer (1526) und Augsburg (1530) und die Entstehung der Idee eines Religionsgespräches, in: Nederlands Archief voor Kerkgeschiedenis. Dutch Review of Church History 73 (1993), S.1-30, hier S.28.

[37] Vgl.: Autor unbekannt, Erklärung Kaiser Karls V. zur Eröffnung des Reichtages, S.63; Autor unbekannt (Abschrift vom verlorengegangenen Original): Artikel des Glaubens und der Lehre in der Augsburgischen Konfession, in: Eberhardt, Hans (Hrsg.): Die Reformation in Dokumenten. Aus den Staatsarchiven Dresden und Weimar und aus dem historischen Staatsarchiv Oranienbaum, Weimar (1967), S.64.

[38]. Autor unbekannt: Der Augsburger Reichstag von 1530. Ein venetianischer Bericht, in: Hillerbrand, Hans J. (Hrsg.): Brennpunkte der Reformation. Zeitgenössische Texte und Bilder, Göttingen (1967), S.114f.

[39] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.200.

[40] Vgl.: Lutz, Reformation und Gegenreformation, S.39.

[41] Grundmann, Philipp in Augsburg, S.25.

[42] Haug-Moritz, Dynastie, Region, Religion, S.115.

[43] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.77.

[44] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.77.

[45] Vgl.: Westphal, Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes, S.25.

[46] Vgl.: Haug-Moritz/ Schmidt: Schmalkaldischer Bund, S.222.

[47] Vgl.: Westphal, Entwicklung des Schmalkaldischen Bundes, S.25.

[48] Vgl.: Graupner, Vom Schmalkaldischen Bund bis zum Augsburger Religionsfrieden, S.144.

[49] In der frühen Neuzeit definierte sich der Begriff ,Obrigkeit’ durch alle staatliche Gewalt, also Landesfürsten und die durch sie eingesetzten Verwaltungen.

[50] Luther bezieht sich dabei auf den Römerbrief, welcher zum Inhalt hat, dass jeder der Obrigkeit Untertan sein soll, da diese von Gott eingesetzt ist und für die Gerechtigkeit Sorge trägt. Vgl.: Luther, Martin: Von weltlicher Oberkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei, Weimarer Ausgabe Werke, Bd. 11, Weimar (1900), S.247.

[51] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.58f.

[52] Vgl.: Luther, Von weltlicher Oberkeit, wie weit man ihr Gehorsam schuldig sei, S.247-251.

[53] Blickle, Reformation im Reich, S.63.

[54] Metzke, Rolf: Artikel „Obrigkeit“, in: Pertsch, Dietmar (Hrsg.): Kleines Lexikon der Reformation. Themen, Personen, Begriffe, München (1983), S.119-120, hier S.120.

[55] Vgl.: Ebd., S.119f.

[56] Vgl.: Graupner, Vom Schmalkaldischen Bund bis zum Augsburger Religionsfrieden, S.143.

[57] Vgl.: Beutel, Albrecht: Luther und Schmalkalden, in: Luther: Zeitschrift der Luthergesellschaft 84 (2013), S.107-120, hier S.108.

[58] Vgl.: Graupner, Vom Schmalkaldischen Bund bis zum Augsburger Religionsfrieden, S.143f.

[59] Vgl.: Beutel, Luther und Schmalkalden, S.108.

[60] Vgl.: Graupner, Vom Schmalkaldischen Bund bis zum Augsburger Religionsfrieden, S.144.

[61] Vgl.: Blickle, Reformation im Reich, S.62.

[62] Vgl.: Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.78.

[63] Vgl.: Haug-Moritz/ Schmidt: Schmalkaldischer Bund, S.222.

[64] Schorn-Schütte, Reformation, S.82.

[65] Vgl.: Beutel, Luther und Schmalkalden, S.108.

[66] Vgl.: Haug-Moritz/ Schmidt: Schmalkaldischer Bund, S.222.

[67] Vgl.: Ebd., S.222; Beutel, Luther und Schmalkalden, S.108.

[68] Schmidt, Geschichte des Alten Reiches, S.78.

[69] Vgl.: Handy/ Schmöger, Reformatoren, S.27.

Details

Seiten
24
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656886037
ISBN (Buch)
9783656886044
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288328
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Frühe Neuzeit
Note
1,0
Schlagworte
gründung schmalkaldischen bundes

Autor

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Titel: Die Gründung des Schmalkaldischen Bundes