Lade Inhalt...

Von Blogs, Wikis und Podcasts. Der Wandel der Internetnutzung seit den Neunziger Jahren

Akademische Arbeit 2007 24 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

1. Internet-Nutzung Mitte der 90er Jahre bis 2002

2. Internet-Nutzung von 2002 bis 2006

3. Merkmale des Web 2.0
3.1 Blogs/Weblogs
3.2 Online Communities (Virtuelle Communities)
3.3 Social Networks/Social Web
3.4 Podcasts
3.5 User Generated Content
3.6 Wikis

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Die Nutzung des Internets hat seit der Entwicklung durch Berners-Lee verschiedene Trendverläufe erfahren. Bis Mitte der 90er Jahre befanden sich nur Wissenschaftler und Experten mit extrem hohem technischen Verständnis im www.[1] Die Nutzung beschränkte sich auf wenige, das Potenzial war jedoch enorm, sofern es gelang, die Interpretation der Daten auch ohne technisches Verständnis zu gewährleisten.[2] Dies änderte sich 1993. Marc Andreesen schaffte den entscheidenden Durchbruch, um das Internet massentauglich zu gestalten, indem er den Web-Browser Mosaic entwarf. Durch dieses Programm wurden Internet-Seiten für einen PC interpretierbar. Weitaus komfortabler gestaltete sich die Browser-Software knapp ein Jahr später durch den Navigator, der mittels der von Andreesen und Jim Clark gegründeten Firma Netscape vertrieben wurde.[3]

In kürzester Zeit verbreitete sich die Botschaft des neuen Kommunikationsmediums um den Globus. Durch die steigende Zahl der Nutzer wuchs der Anreiz der Unternehmen, ihre Marketing-Bemühungen auf das Netz auszuweiten.

1. Internet-Nutzung Mitte der 90er Jahre bis 2002

Nach der Browser-Einführung und der damit verbundenen Möglichkeit der umfangreichen Nutzung aller Internet-Angebote erlebten die Nutzerzahlen eine sprunghafte Entwicklung. Bedingung zur Nutzung des www war jedoch neben der bereits erwähnten Hardware die Wahl eines Providers.[4] Überdies war die Nutzung aller Internet-Angebote in diesem Zeitraum auch stark browserabhängig, da Mosaic, Netscape Navigator und Internet Explorer den HTML-Code unterschiedlich inter-pretierten.[5] Betrachtet man die Struktur der Internet-Nutzung zu ausgesuchten Zeitpunkten in diesem Untersuchungszeitraum, so lassen sich folgende Kernaussagen treffen[6]:

-die deutlich höhere Zahl der Internet-Nutzer war männlich (etwas mehr als Dreiviertel der Nutzer in 1999)[7]

- der Schwerpunkt beim Alter der Nutzer lag 1999 bei über 60 Prozent im Alter von 20 bis 39 Jahre[8]

- die Internet-Nutzer hatten meist ein hohes Bildungsniveau (z. B. 60 Prozent hatten 1998 Abitur)[9]

- das jährliche Wachstum der Internet-Nutzerzahlen ist vor allem ab 1999 erheblich gestiegen (s. Abb.1)

- der Großteil der Internet-Nutzer (76 Prozent) besuchte im Jahr 2000 das Netz vom heimischen PC[10]

- Käufe (einmalige Käufe eingerechnet) wurden bei knapp 40 Prozent zu einem eher geringen Anteil Anfang 2000 im Internet getätigt[11]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Internet-Nutzer-Zahlen 1998 bis 2003[12]

Erst zum Ende des Untersuchungszeitraums deutet sich in einigen der ausgewählten Punkte eine leichte Veränderung an. Im Jahr 2002 hat sich der Anteil der Frauen auf 46 Prozent erhöht.[13] Auch die Zahl der Internet-Nutzer, die außerhalb des Alterszeitraums von 20 bis 39 Jahren liegen, steigt leicht.[14] Die Internet-Nutzung beschränkte sich im Schwerpunkt auf E-Mail, Chat und Foren sowie zur Informationsbeschaffung.[15]

Zusammenfassend lässt sich zum Untersuchungszeitraum 1995 bis 2002 sagen, dass die Internet-Nutzer als Zielgruppe überwiegend männlich, recht jung und gebildet waren und eher weniger ausgeprägte Kaufabsichten hegte.[16] Gestützt wird diese Zielgruppenbebeschreibung durch die Tatsache, dass die Zugangskosten immens hoch waren. Nicht jeder konnte sich das Internet leisten.[17]

2. Internet-Nutzung von 2002 bis 2006

Nach dem Börsencrash des „Neuen Marktes“ im Jahr 2000/2001 sowie dem damit verbundenen Misstrauen der Internet-Nutzer im folgenden Jahr gegenüber den Angeboten im www hat sich die Lage 2002 wieder etwas beruhigt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Internet-Nutzung von 1997 bis 2006[18]

Eine nicht zu unterschätzende Ursache für die steigende Zahl der Internet-Nutzung (s. Abb. 2) hat sicherlich die wachsende Zahl an Breitbandanschlüssen (s. Abb. 3), da sowohl die abrufbare Informationsmenge, die Geschwindigkeit der Informationsübertragung und die Darstellbarkeit von komplexen Web-Inhalten durch diese Entwicklung deutlich unterstützt werden. Auch wenn die optimistischen Erwartungen hinsichtlich der Internet-Nutzung im Jahre 2001 (s. Abb. 1) betrachtet aus 2006 (s. Abb. 2) nicht erreicht wurden, so wird trotzdem deutlich: Die Tendenz ist steigend.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 : Verlauf von Online-Indikatoren (Basis 2002) [19]

Bei der Betrachtung der Struktur der Internet-Nutzung anhand ähnlicher ausgewählter Kennzahlen lassen sich folgende Punkte hervorheben:

- die absolute Zahl der Internet-Nutzer entwickelt sich stetig in Richtung der Zahl der Gesamtbevölkerung und ist 2006 bei fast 60 Prozent dieses Wertes angelangt[20]

- die Zahl der weiblichen Nutzer steigt weiter stetig in Richtung 50 Prozent[21]

- die Internet-Nutzer, die älter als 40 Jahre sind, machen jetzt schon 44,8 Prozent aus, während die 20-bis 39-Jährigen mit 41,6 Prozent vertreten sind[22]

- lediglich knapp 30 Prozent der Internet-Nutzer besitzen 2006 die Hochschulreife als Bildungsstand, während andere Abschlüsse mit über 70 Prozent die Oberhand gewinnen[23]

- die Zahl der Nutzer am heimischen PC ist 2006 auf über 90 Prozent weiter gestiegen[24]

- die Zahl der Online-Käufe (ab ein bis zwei Käufe im Jahr) nimmt 2006 auf knapp 50 Prozent zu[25]

Der Schwerpunkt der Nutzung richtet sich weiterhin auf E-Mails und Informationssuche, allerdings nimmt die Verwendung von Chats und Foren deutlich ab. Dafür gibt es Zuwachsraten in den Bereichen des Online-Shoppings und der regional/überregionalen Nachrichten.[26]

3. Merkmale des Web 2.0

Als im Jahre 2004 das Video von Chris Brennan um die Welt ging, in dem gezeigt wurde, wie er mittels eines Kugelschreibers ein Fahrradschloss des amerikanischen Herstellers Kryptonite knackt, entwickelte sich anschließend zu diesem Thema eine heftige Diskussion.[27] User können die Defizite der Angebote des Unternehmens öffentlich aufdecken und ihnen damit schaden.[28] Ereignisse wie diese verdeutlichten, dass sich das Internet zum Mitmach-Netz entwickelt hat. Das Netz wurde zu einem sozialen Geflecht an Individuen, die sich aufgrund ihrer Interessen leicht zusammenfanden. Die User eroberten schrittweise die Webhoheit zurück. Der Schritt vom Konsumenten zum Produzenten war durch die Ausprägungen des Web 2.0 leicht zu schaffen.[29] Der Begriff Web 2.0 wird „[…] als ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Entwicklungen und Veränderungen des www […]“[30] verwendet. Zu den zentralen Entwicklungen gehören u. a. Mitwirkung des Internetnutzers, Soziale Netzwerke, Nutzung kollektiver Intelligenz, Web als Plattform, offene Schnittstellen und Standardisierung.[31]

3.1 Blogs/Weblogs

Sind Blogs lediglich Online-Tagebücher? Die Antwort auf diese Frage lässt sich klar mit „Nein“ beantworten.

Ein Weblog (Blog) „ist eine englische Wortkreuzung aus Web und Log“.[32] So hat die Autorin des Weblog-Handbuches Rebecca Blood eine klare und knappe Definition von Blogs aufgestellt: „Eine Website, die regelmäßig aktualisiert wird und auf der neues Material am Beginn einer Seite veröffentlicht wird."[33]

[...]


[1] Im Folgenden werden neben dem Begriff „Internet“, die Begriffe „www“, “Netz“ und „web“ gleichrangig verwendet.

[2] vgl. http://www.daniel-von-der-helm.com/internet/entwicklung-des-internet.html#2.6, 18.01.2007.

[3] vgl. http://www.internet-chronik.de/1989-03.html, 18.01.2007.

[4] Provider wird hier als Online-Dienst verstanden, der sowohl die Einwahl ins Web ermö und zugleich verschiedene weitere Service-Angebote wie z. B. E-Mail, Information anbietet.

[5] vgl. http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html, 20.01.2007.

[6] Da zu den Untersuchungszeiträumen die gleichen Quellen/Zahlen hinzugezogen bzw. gefunden werden konnten, wird auf die Notwendigkeit des Vergleiches verzichtet.

[7] vgl. http://www.grammiweb.de/informativ/vorbereitung/zahlen.shtml; 15.11.2006.

[8] Ebd.

[9] vgl. Rengelshausen, O.: Online-Marketing in deutschen Unternehmen, Wiesbaden 2000, S.18.

[10] vgl. http://relaunch.medialine.de/PM1D/PM1DB/PM1DBF/pm1dbf_koop.htm?snr=4129.15.11.2006

[11] vgl. Axel Springer Verlag AG – Marketing-Anzeigen: a.a.O., S. 5.

[12] vgl. http://www.vdz.de/owf/owfb.pdf; 03.01.2007.

[13] vgl.http://www.kompetenzz.de/fan05/magazin/zahlen_daten_fakten/wissenswertes_zu_interne t_studien, 15.11.2006.

[14] vgl. http://www.vdz.de/owf/owfb.pdf; 03.01.2007.

[15] vgl. Axel Springer Verlag AG – Marketing-Anzeigen: a.a.O., S. 4f.

[16] vgl. Adrian, R.: Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes neuer Medien zur Direktwerbung,Schloß Reichartshausen 1996, S. 36.

[17] vgl. Axel Springer Verlag AG – Marketing-Anzeigen: a.a.O., S. 3.

[18] vgl. http://www.br-online.de/br-intern/medienforschung/onlinenutzung/onlinenutzung,13.01.2007.

[19] vgl. http://www.ovk.de/all/dl/ovk_brosch_0906_041006s04.pdf, 23.11.2006.

[20] vgl. http://www.agof.de/index.download.c72371350c13d539c902b59621ede0aa.pdf,23.11.2006.

[21] Ebd.

[22] Ebd.

[23] vgl. http://www.agof.de/index.download.c72371350c13d539c902b59621ede0aa.pdf,23.11.2006.

[24] Ebd.

[25] vgl. ACTA-Studie: Bücher bleiben Bestseller. In: internet World Business, H21, 2006, S. 3.

[26] vgl. http://www.ovk.de/all/dl/ovk_brosch_0906_041006s04.pdf, 23.11.2006.

[27] vgl.http://www.handelsblatt.com/pshb/fn/relhbi/sfn/cn_artikel_drucken/strucid/PAGE_200104/pageid/PAGE_204016/docid/824804/SH/0/depot/0/, 23.01.2007.

[28] vgl. Schneider, K.: Die Macht vernetzter Kunden. In: internet World Business, H24, 2006, S.

[29] vgl. http://www.manager-magazin.de/it/artikel/o,2828,432934,00.html, 23.01.2006.

[30] http://www.ecc-handel.de/web_20_eo_die_zweite_phase_des_e-business.php, 22.02.2007.

[31] vgl. http://www.ecc-handel.de/web_20_eo_die_zweite_phase_des_e-business.php, 22.02.2007.

[32] http://de.wikipedia.org/wiki/Blog, 08.11.2006 Anmerkung: Der Verweis auf Wikipedia als Quelle ist zwar nicht wissenschaftlich, lässt sich jedoch aus zwei Gründen in dieser Arbeit hinzuziehen: Erstens erhält er durch die Beobachtung und Nutzung einer kritischen Masse seine Gültigkeit und zweitens soll es als wichtiges Merkmal des Web 2.0 Gültigkeit erlangen.

[33] vgl. http://www.sixtus.net/article/612_0_2_0_C1/, 27.01.2007.

Details

Seiten
24
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656884156
ISBN (Buch)
9783656905813
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288288
Institution / Hochschule
Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach
Note
1,3
Schlagworte
blogs wikis podcasts wandel internetnutzung neunziger jahren

Autor

Zurück

Titel: Von Blogs, Wikis und Podcasts. Der Wandel der Internetnutzung seit den Neunziger Jahren