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Product-Lifecycle-Management und Lifecycle-Costing. Lösungsansätze zum Management des Produktlebenszyklus

von Mesut Yüksel (Autor) Öznur Gülüm (Autor)

Hausarbeit 2012 14 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definitionen und Begriffserläuterungen
2.1 Der Produktlebenszyklus
2.2 Integrierter Produktlebenszyklus
2.3 Life-Cycle-Costs
2.4 Product Data Management

3 Product-Lifecycle-Management
3.1 Historie und Entwicklung
3.2 Phasen des Product-Lifecycle-Managements
3.3 Ziele und Nutzen von Product-Lifecycle-Management

4 Life-Cycle-Costing
4.1 Grundlagen
4.2 Das Trade-Off Prinzip
4.3 Life-Cycle Costing aus verschiedenen Perspektiven

5 Fazit und Ausblick

6 Quellenverzeichnis

1 Einleitung

Die wirtschaftliche Veränderung der letzten Jahre zeigt, dass gerade ein Umschlagen von Quantität in Qualität auf dem Markt stattfindet. Die Globalisierung hat den Zwang zu immer schnelleren Innovationen und kürzeren Lebenszyklen auf ein Niveau hochgeschaukelt, das mit den bisherigen Mitteln und Konzepten nicht mehr zu bewältigen ist.

Hersteller von Gütern und Dienstleistungen werden künftig über den gesamten Lebenslauf ihrer Produkte in der Verantwortung belassen. Angesichts der veränderten Wettbewerbsbedingungen und wachsender Umweltproblematik ist es ein vorrangiges Ziel, die Effizienz und das Nutzen technischer Produkte drastisch zu steigern. Deshalb hat sich die Idee eines zentralen, strategischen Ansatzes zum durchgängigen Management des gesamten Produktlebens-zyklus durchgesetzt. Hierbei bieten das Product-Lifecycle-Management und das Life-Cycle-Costing einen möglichen Lösungsansatz an.

Ziel dieser Arbeit ist es, diese neuen Ansätze dem Leser näher zu bringen. Dabei werden die zusammenhängenden Begrifflichkeiten definiert und die wichtigsten Aspekte dieser Verfahren näher erläutert.

2 Definitionen und Begriffserläuterungen

2.1 Der Produktlebenszyklus

Der Produktlebenszyklus ist ein Begriff aus dem Marketing, das bei den Produkten auf dem Markt von einer bestimmten Lebensdauer ausgeht.1 Hierbei wird unterstellt, dass der Umsatz aus dem Verkauf eines Produkts, unabhängig von dessen Lebensdauer, bestimmte Phasen durchläuft. Dieses Modell unterteilt sich bei dem klassischen Produktlebenszyklus, der nur die Marktphase eines Produkts betrachtet, in die Einführungsphase, Wachstumsphase, Reife-phase, Sättigungsphase und Degeneration.

2.2 Integrierter Produktlebenszyklus

Beim integrierten Produktlebenszyklus wird das klassische Modell um die Vormarktphase und Nachmarktphase erweitert.2 In der Vormarktphase werden die der Leistung vorausgehenden Kosten und Erlöse betrachtet. Diese Vorleistungskosten bzw. Vorleistungserlöse sind z. B. die Kosten für Forschung und Entwicklung oder Subventionen. Die Nachmarktphase beinhaltet die Nachleistungskosten bzw. Nachleistungserlöse, welche z.B. Reparatur-, Garantie- oder Entsorgungskosten sind oder Erlöse durch Verkauf von Produktionsanlagen.

2.3 Life-Cycle-Costs

Life-Cycle-Costs, auf Deutsch Lebenszykluskosten, sind die totalen Kosten eines Produkts über dessen gesamte Lebensdauer. Oft werden die Life-Cycle-Costs mit den Total Costs of Ownership verwechselt. Der Unterschied liegt darin, dass bei den Lebenszykluskosten die Kosten aller Lebenszyklusphasen einschließlich der Vor- und Nachmarktphase erfasst werden, wobei die Total Costs oft Ownership die Vormarktphase nicht berücksichtig.3

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1 Unterschied zwischen Life-Cycle-Costs und Total Cost of Ownership4

2.4 Product Data Management

Das Produktdatenmanagement, Product Data Management (PDM), bildet die Basis für das Product Lifecycle Management (PLM). Es handelt sich um die Steuerung und die Verwaltung von Daten während der Produktlebenszyklus, von der Produktidee, über dessen Entwicklung, die Produktion, das Marekting und den Vertrieb. Die dabei anfallenden Produktdaten werden in relationalen Datenbanken abgelegt und hinsichtlich Veränderungen und Konfigurationen verwaltet. In die PDM-Daten fließen die Daten des Enineering Data Managements (EDM) ein und unterstützen das konstruktive, kaufmännische und administrative Arbeiten. So beispielsweise das Supply Chain Management (SCM) und das Workflow.5

3 Product-Lifecycle-Management

3.1 Historie und Entwicklung

Der Grundstein für das heutige Konzept des Lifecycle Management wurde 1990 mit dem En- gineering Data Base gelegt. Diese Ingenieurdatenbanken waren Informationstechnische Unterstützungen bei der Verwaltung von Daten und Informationen im Bereich der Konstruktion. Die Hauptaufgaben waren die Integration von Daten in die Systeme. Im Laufe der Zeit verstand man aber, dass hierbei nicht nur eine Informationstechnische Aufgabe zu bewältigen war. Das Produkt Data Management erweiterte den Ursprungsgedanken der Datenhaltung und Systemintegration in eine Technologie, die die Unterstützung der Prozesse zum Ziel hatte. Das heutige Product Lifecycle Management erweiterte die informationstechnische Unterstützung der Prozesse auf- und nachgelagerter Phasen des Produktelebenszyklus aus:

Frühe Phasen: Erfassen und Management von Anforderungen

After-Sales: Service und Instandhaltung

Vertrieb: Produktkonfiguration und Angebotserstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Entwicklungskette des PLM6

Der Einsatz von Kommunikations- Informationstechnik ist in der heutigen Zeit für Unter- nehmen unverzichtbar. Die Planung eines Produktlebenszyklus’ durch ein strategisches Konzept wird als PLM bezeichnet. Nach Entwurf, Konstruktion und Produktion folgt der wichtige Bereich Dienstleistung, welcher z.B. durch Datenverarbeitung und -beobachtung, Analyseprozesse und Serviceeinrichtungen abgedeckt wird. Dabei wird die gesamte Wertschöpfung von einem Produkt über die Lebenszeit erzielt. Der Fokus liegt hierbei bei der Zuordnung der Prozesse von Produktkomponenten und Leistungseinheiten in der Produktion. Der Ansatz ist die Verantwortung für die komplette Lieferung einbaufähiger Einzelteile, Untergruppen, Bau- gruppen oder Module bei jeder Leistungseinheit. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist hierbei die Wiederverwendbarkeit von Komponenten infolge gesetzlicher Auflagen.

3.2 Phasen des Product-Lifecycle-Managements

Um den nachhaltigen Erfolg eines Produktes über den gesamten Lebenslauf zu ermitteln oder gegebenenfalls mit alternativen Entscheidungsmöglichkeiten zu vergleichen, wurden Werk- zeuge zur ökonomischen und ökologischen Bewertung entwickelt. Eine konstante über den gesamten Produktlebenslauf ausgerichtet, nachhaltige Produktoptimierung kann nur gewähr- leistet werden, wenn die dazu notwendigen Datenerfassungs- und Speichersysteme eingesetzt werden, die permanent die Engineering- und Produktdaten aufnehmen und über den gesamten Lebenszyklus aktuell und verfügbar halten. Die so generierten Daten stehen zudem für zu- künftige Produktlebenszyklen als Erfahrungswissen zur Verfügung. Im Folgenden werden die einzelnen Phasen im Produktlebenszyklus betrachtet und die Möglichkeit zur Einflussnahme im Sinne einer nachhaltig orientierten Steigerung des Nutzens beschrieben. Hierbei wird das PLM in die folgenden fünf Phasen unterteilt:

Entstehungsphase – Design for Life Cycle

Beim Design for Life Cycle werden die Arbeitsabläufe sowie die umwelt- und recyclinggerechte Konstruktion betrachtet. Hierbei werden die Konstrukteure schon bei der Konzeption der Produkte vor die Herausforderung gestellt, welche Wirkung ihre Entscheidungen bezüglich der Produktgestaltung aus Lebenslaufsicht zu beurteilen. Aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen, wie Materialien und Energie sind Sie schonend zu behandeln und erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit der Entwickler. Im Vergleich zu den klassischen primären Zielen der Produktentwicklung, wie kostengünstige Entwicklung, hochwertigen Produktqualität und eine hohe Verfügbarkeit des Produktes für den Kunden, kommen hierbei noch der Aspekt der Nachhaltigkeit hinzu. Bislang wurde der Herstellungsprozess zur Erreichung der Ziele weitestgehend optimiert. Die weitergehenden Lebensphasen blieben allerdings unberücksichtigt. Im Design for Life Cycle werden die klassischen Ziele als selbstverständlich vorausgesetzt. Jedoch gewinnt der Zusatznutzen eines Produktes mehr und mehr an Bedeutung für die Kaufentscheidung. Im Design for Life Cycle wird die gesamte Lebensdauer eines Produktes betrachtet, neben der Herstellung werden auch die Phase der Nutzung, des Recycling, der Entsorgung und der Logistik unter die Lupe genommen. Die Hersteller benötigen aufgrund der Komplexität durch zahlreiche Einflüsse ein klares Produktkonzept, Maßnahmen und Evaluationstools für mögliche Produktentwicklungen und alternative Variantenbildungen. Moderne Softwaretechnologie ermöglicht es heute schon das Produkt virtuell zu planen (wie z.B. Autodesk Inventor) und in digitaler Form den Entwicklungsprozess zu unterstützen und zu begleiten. Problemfelder können so früh erkannt, lokalisiert und vermieden werden. Des weiteren können Produktdaten aus der Nutzungsphase zu jedem Zeitpunkt direkt erfasst und Rückschlüsse für die Produktoptimierung gefolgert werden. Dies führt zu dem Wechsel von einer Prozessorientierten zu einer dynamischen und vernetzten Produktentwicklung. Produkte werden gläsern, indem die einzelnen Wertschöpfungsprozesse über die Herstellung und die Nutzung bis zur Entsorgung transparent dargestellt werden. Durch diese Transparenz werden die Problemzonen hinsichtlich ihrer Lebens-phase eingegrenzt und optimiert. Design for Lifecycle bedeutet die Strategie wie die Mehrfachnutzung und gemeinsame Nutzung zu beachten. Im Design for Life Cycle wird nicht nur die Produktnutzung sondern auch die Entsorgung schon in dieser Phase berücksichtigt.

[...]


1 Vgl. Das Lexikon der Wirtschaft, bpb 2004, S.295

2 Vgl. Einf. in die Allg. Betriebswirtschaftslehre, Vahlen, 2008, S. 1001

3 Vgl. Edwin Kiel, Drive Solutions: Mechatronics for Production and Logistic, Springer, S.483

4 Vgl. Edwin Kiel, Drive Solutions: Mechatronics for Production and Logistic, Springer, S.483

5 http://www.itwissen.info/definition/lexikon/Produktdatenmanagement-PDM-product-data-management.html.

6 http://1.1.1.1/bmi/www.plmportal.de/uploads/pics/historische-entwicklung_03.png

Details

Seiten
14
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656963462
ISBN (Buch)
9783656963479
Dateigröße
842 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288106
Institution / Hochschule
Hochschule Aalen
Note
1,3
Schlagworte
product lifecycle management and lifecycle costing lifecycle costing

Autoren

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Titel: Product-Lifecycle-Management und Lifecycle-Costing. Lösungsansätze zum Management des Produktlebenszyklus