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Die Währungsumrechnung im Konzernabschluss nach HGB

Seminararbeit 2014 26 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs- und Symbolverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung

2 Währungsumrechnung nach HGB
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Schwankende Wechselkurse
2.3 Umrechnungsmethoden
2.3.1 Anwendungsbereich
2.3.2 Stichtagskursmethode
2.3.3 Modifizierte Stichtagskursmethode
2.3.4 Vergleich der Stichtagskursmethoden

3 Abschlüsse in Hochinflationsländern
3.1 Problemstellung
3.2 Definition
3.3 Fehlende gesetzliche Normsetzung

4 Kritik

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abb.1: Theorien und Methoden zur Währungsumrechnung im Konzernabschluss

Abb. 2: Fremdwährungsumrechnung nach HGB

Tab. 1: Formeln zur Umrechnung

Tab. 2: Angepasster Fremdwährungsabschluss der Tochtergesellschaft

Tab. 3: Eröffnungsbilanz des laufenden Jahres

Tab. 4: Umgerechneter Abschluss der Tochtergesellschaft

1 Einführung

1.1 Problemstellung

Viele Länder dieser Welt haben ihre eigene Währung, die zugleich als Zahlungsmittel gilt. In Deutschland und vielen Ländern Europas ist es der Euro, in USA der US-Dollar. Die Aufstellung der Konzernabschlüsse erfolgt in der Landeswährung, wo das Mutterunternehmen ihren Sitz hat. Folglich ist die Konzernberichtswährung deutscher Unternehmen der Euro. Daneben existiert die Fremdwährung, die nicht zur Konzernberichtswährung zählt. Diese ist ausländische Währung.1

In Zeiten der Globalisierung operiert eine ganze Reihe von Konzernen nicht nur in der BRD, sondern weltweit. Ihre Tätigkeit bezieht sich auf mehrere Währungsräume. Jedes Jahr müssen die Unternehmen die Bilanz und die GuV aufstellen.

Im deutschen Bilanzrecht gab es bis zur Einführung des Deutschen Rechnungslegungs- standards (DRS 14) in 2004 keine detaillierten Vorschriften zur Währungsumrechnung. Diese werden aus den Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung abgeleitet und bei der Erstellung von Konzernabschlüssen angewendet. DRS 14 stellt Empfehlungen für die Umsetzung der Gesamtabschlüsse dar. Es orientiert sich stark an der internatio- nalen Norm IAS 21, die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf die Bilanz re- gelt. In den Zügen der BilMoG (Bilanzmodernisierungsgesetzes) ist § 308a HGB ins Leben gerufen worden. Fremdwährungsabschlüsse werden demnach mithilfe der modi- fizierten Stichtagskursmethode umgerechnet. Folglich ergibt sich die Notwendigkeit, eine Währungsumrechnung durchzuführen, damit die Probleme der Abschlüsse in un- terschiedlichen Währungen aus der Welt geschafft werden, indem diese in eine einheit- liche Währung umgerechnet werden.2

Das Ziel der Hausarbeit ist die Währungsumrechnung nach HGB darzustellen und Anhand eines praktischen Beispiels zu verdeutlichen.

1.2 Gang der Untersuchung

Im ersten Kapitel der Hausarbeit führe ich den Leser in das Thema der Währungsum- rechnung im Konzernabschluss nach HGB ein, dabei werden die einzelnen Vorschriften aus dem HGB aufgezeigt. Im zweiten Kapitel wird genauer auf die Gesetze zur Um rechnung zu Umrechnung von Abschlüssen eingegangen, die auf fremde Währung lau- fen, sowie auf die geschichtliche Entwicklung dieses Themas bis zum heutigen Zeitpunkt. Das Problem der schwankenden Wechselkurse wird hier ebenfalls mit behandelt. Die wichtigsten Methoden zur Umrechnung werden in der zweiten Hälfte dieses Kapitels dem Leser vorgestellt. So wird die Stichtagskursmethode kurz erläutert und anschließend die aktuelle modifizierte Stichtagskursmethode beschrieben. Abschließend werden die Methoden verglichen. Im dritten Kapitel wird das Problem der Hochinflationsländer behandelt und anschließend im vierten Kapitel kritisiert. Wichtige Kernaussagen werden im Fazit zusammengeführt.

2 Währungsumrechnung nach HGB

2.1 Rechtliche Grundlagen

„Die Aufgabe der Währungsumrechnung besteht darin, die Währung der in den Kon- zernabschluss einzubeziehenden Einzelabschlüsse zu vereinheitlichen und damit deren Zusammenfassung zum Konzernabschluss zu ermöglichen.“3 Wenn bei der Erstellung des Konzernabschlusses, Tochterunternehmen aus dem nicht EU Ausland berücksichtigt werden, die ihre Jahresabschlüsse nicht in Euro aufstellen, müssen nach dem ausländi- schen Recht aufgestellte Abschlüsse nach § 300 Abs. 2 HGB dem inländischen Recht angepasst werden.

Das Vollständigkeitsgebot nach § 246 Abs. 1 HGB soll dabei beachtet werden, damit alle nach inländischem Recht ansatzpflichtigen Vermögensgegenstände, Schulden, Sonderposten und Rechnungsabgrenzungsposten angesetzt und die nicht ansetzbaren Posten eliminiert werden. Ebenso sollen die Bewertungsvorschriften nach § 308 HGB für die Jahresabschlüsse ausländischer Tochterunternehmen angewandt werden.

Der Jahresabschluss des Tochterunternehmens, der in ausländischer Währung gemacht wurde, kann erst dann in inländische Währung umgestellt werden, wenn der Ansatz und die Bewertung der Vermögensgegenstände und Schulden der ausländischen Tochter, den inländischen Vorschriften und den konzerneinheitlichen Methoden angepasst ist4.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses muss das Weltabschlussprinzip nach § 294 Abs.1 HGB beachtet werden. In den Konzernabschluss sind das Mutterunternehmen und alle Tochterunternehmen ohne Rücksicht auf den Sitz der Tochterunternehmen ein- zubeziehen. Verzicht auf die Einbeziehung der Töchter in den Abschluss findet nur nach § 296 HGB statt. Aufgrund der weltweiten Vernetzung der Geschäftsbereiche deutscher Mutterunternehmen müssen bei der Erstellung der Konzernabschlüsse aus- ländische Tochterunternehmen berücksichtigt werden. Befindet sich ein Unternehmen außerhalb der Europäischen Union, muss bei dem Abschluss das ausländische Geld in Euro umgerechnet werden. Es kann durchaus mit Problemen der Währungsumrechnung verbunden sein. Liegen vor der Erstellung des Konzernabschlusses, Abschlüsse auslän- discher Tochterunternehmen in fremder Währung vor, so müssen diese für die Erstel- lung des Gesamtabschlusses in die Währung des Mutterunternehmens umgerechnet werden.5 Das Handelsgesetzbuch schreibt in §§ 298 Abs.1 und 244 HGB vor, die Jah- resabschlüsse der Konzerne in deutscher Sprache und in Euro aufzustellen.

Im Rahmen der Währungsumrechnung müssen die Jahresabschlüsse von Zweckgesell- schaften oder Gemeinschaftsunternehmen, sowie Tochterunternehmen, die nicht in Euro aufgestellt sind, umgerechnet werden, damit der Grundsatz der Einheitlichkeit eingehal- ten werden kann.6 Das Prinzip der Einheitlichkeit dreht sich um die vierte Stufe der Aufstellung des Konzernabschlusses. Es werden die Einzelabschlüsse zum Summenab- schluss addiert. Die formelle und materielle Einheitlichkeit muss gewährleistet sein, um dem Konzernabschluss den Rechenschaftszweck und den Zweck der Kapitalerhaltung verwirklichen kann.

Der oft verwechselte Einheitsgrundsatz nach § 297 Abs. 3 Satz 1 besagt, dass im Kon- zernabschluss die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der einbezogenen Unternehmen so darzustellen sind, als ob diese Unternehmen insgesamt ein einziges Unternehmen wären.

Der Konzernabschluss wird auf den Stichtag des Jahresabschlusses des Mutterunternehmens laut dem § 299 Abs. 1 HGB aufgestellt.7 Im Konzernanhang müssen nach § 313 Abs. 1 Nr. 2 HGB die Grundlagen für die Umrechnung in Euro angegeben werden, sofern der Konzernabschluss Posten enthält, denen Beträge zugrunde liegen, die auf fremde Währung lauten oder ursprünglich auf fremde Währung ausgewiesen waren.8 Stellt ein deutsches Unternehmen seinen Abschluss fakultativ oder obligatorisch nach geltenden IFRS Regeln auf, dann müssen nach § 315a Abs. 1 HGB, weiterhin §§ 298 Abs. 1 und 244 HGB berücksichtigt werden.9

Mit der Einführung des BilMoG am 1.1.2010, in dessen Rahmen die §§ 256a und 308a HGB verabschiedet wurden, sind gesetzliche Regelungen zur Währungsumrechnung geschaffen worden. Diese sind auf die Jahres- und Konzernabschlüsse anzuwenden. 10 Bei international tätigen Unternehmen werden die Einzelabschlüsse zunächst in Fremdwährung aufgestellt. Auf fremde Währung lautende Vermögensgegenstände und Verbindlichkeiten ab einer Laufzeit von mehr als 1 Jahr sind nach § 256a HGB zum

Devisenkassamittelkurs am Abschlussstichtag umzurechnen. Für den Gesamtabschluss muss die Umrechnung von auf fremde Währung lautenden Abschlüssen nach § 308a HGB in Euro erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass die Aktiva und Passiva am Ab- schlussstichtag zum Devisenkassamittelkurs, das Eigenkapital zum historischen Kurs, die Gewinn- und Verlustrechnung zum Durchschnittskurs umgerechnet werden. Die Umrechnungsdifferenz wird unter dem Posten „Eigenkapital aus Währungsumrech- nung“ innerhalb des Konzerneigenkapitals zugewiesen. Scheidet ein Tochterunterneh- men teilweise oder vollständig aus, dann ist der Posten in entsprechender Höhe erfolgs- wirksam aufzulösen.

Im HGB keine gesetzlichen Vorgaben zur Umrechnung auf Fremdwährung lautenden Vermögensgegenständen und Schulden des Jahresabschlusses. Um diese Gesetzeslücke auszufüllen hat der Deutsche Standardisierungsrat (DSR) den Deutschen Rechnungsle- gungsstandard (DRS 14) am 4.06.04 ins Leben gerufen. Dieser bleibt aktuell bis In- krafttreten des BilMoG. DRS 14, regelte die Umrechnung von Geschäftsvorfällen in ausländischer Währung im Konzernabschluss, sowie die Umrechnung von Abschlüssen ausländischer Töchterunternehmen.11 Dieser Standard basierte auf dem International Accounting Standard 21 und empfiehlt zur Währungsumrechung das Konzept der funk- tionalen Währung. Die Währung des Landes, in dem das Unternehmen hauptsächlich tätig ist, wird funktionale Währung genannt. Das Konzept der funktionalen Währung besteht aus drei Schritten. Im ersten Schritt wird die funktionale Währung festgelegt. Im zweiten Schritt wird die Buchwährung (Landeswährung) in die funktionale Währung nach Zeitbezugsmethode umgerechnet. Dieser Methode nach werden die Anschaffungs- und Herstellungskosten mit den historischen Kursen umgerechnet und die Tageswerte, Forderungen, Verbindlichkeiten mit den Stichtagskursen. Und schließlich im dritten Schritt erfolgt die Umrechnung der funktionalen Währung in die Konzernberichtswäh- rung mit der modifizierten Stichtagskursmethode.12 Auf diese Methode wird im weite- ren Verlauf näher eingegangen. Die Ziele des DRS 14 sind Konzernabschlüsse interna- tional vergleichen zu können und Fremdwährungsabschlüsse einheitlich für deutsche Mutterunternehmen vorzugeben.13 In dem nächsten Unterkapitel wird das Thema der Wechselkursen erklärt und anhand von Beispielen dargestellt.

[...]


1 Vgl. Gräfer, Horst/Scheld, Guido A. (2009): S. 336.

2 Vgl. Küting, Karlheinz/Weber, Claus-Peter (2012): S. 252.

3 Gräfer, Horst/Scheld, Guido A. (2009): S. 337.

4 Vgl. Scherrer, Gerhard (2012): S. 137.

5 Vgl. Küting, Karlheinz/Weber, Claus-Peter (2012): S. 251.

6 Vgl. Scherrer, Gerhard (2012): S. 138.

7 Vgl. Baetge, Jörg/Kirsch, Hans-Jürgen/Thiele, Stefan (2011): S. 129-130.

8 Vgl. Baetge, Jörg/Kirsch, Hans-Jürgen/Thiele, Stefan (2011): S. 130.

9 Vgl. Küting, Karlheinz/Weber, Claus-Peter (2012): S. 251.

10 Vgl. Zwirmer, Christian (2009) S. 722.

11 Vgl. Lamprecht, Dirk/Liebich, Burkhardt (2009) S.1.

12 Vgl. Gräfer, Horst/Scheld, Guido A. (2009): S. 341.

13 Vgl. Gräfer, Horst/Scheld, Guido A. (2009): S. 337.

Details

Seiten
26
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656884477
ISBN (Buch)
9783656884484
Dateigröße
1012 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v288092
Institution / Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Konzernbilanzen Währungsumrechnung nach HGB

Autor

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