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Sprachvergleichende Betrachtung des Spanischen und Rumänischen

Fachbuch 2015 86 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Sprachvergleich: Eine Methode zur Erkenntnisgewinnung

3. Aussprachehinweise

4. Das Rumänische: Eine romanische Sprache

5. Das Rumänische: Ein Vertreter des Balkansprachbundes

6. Das Spanische: Eine romanische Sprache

7. Einflüsse aus nicht-romanischen Sprachen im Spanischen
7.1 Vorrömische Sprachen
7.2 Germanische Sprachen
7.3 Arabisch
7.4 Indigene Sprachen

8. Rumänisch vs. Spanisch
8.1 Phonetik und Phonologie
8.2 Grammatik und Morphologie
8.3 Wortschatz

9. Balkanismen im Judenspanischen

10. Kastilische Norm vs. Spanisch als Fremdsprache

11. Schlussbetrachtungen

12. Bibliographie

1. Einleitung

Even if the instructor does not have at his disposal a contrastive grammar of the two languages, he can organize a partial one for his own use, taking as a point of departure the specific structures dealt with in his course. (Azevedo 1978: 19)

Während der Arbeit an meiner Dissertation zum Thema „Die sprachliche Integration rumänischer Einwanderer in Ostspanien“ (Roesler, 2011) fand ich keine vergleichende Grammatik des Rumänischen und Spanischen. Daher habe ich Azevedos Rat beherzigt, und will in diesem Buch versuchen, anhand des Sprachvergleichs die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Sprachen zu analysieren, welche durch die Migration rumänischer Einwanderer nach Spanien in Kontakt getreten sind. Des Weiteren möchte ich herausarbeiten, welche muttersprachlichen Interferenzen theoretisch im von rumänischen Einwanderern gesprochenen Spanisch erwartet werden können. Die tatsächliche Ausprägung dieser Sprachkontaktphänomene habe ich in oben genannter Doktorarbeit anhand der Durchführung und Analyse von Interviews mit rumänischen Einwanderern empirisch belegen können.

Die folgenden Ausführungen habe ich auf der Basis der sprachvergleichenden Betrachtungen in meiner Dissertation zusammengestellt und sie dabei in vielen Bereichen noch um wesentliche Details ergänzt. Ausgehend von den charakteristischen Merkmalen der jeweiligen Sprache werde ich beide Sprachen auf den Ebenen Phonetik, Grammatik und Lexik einander gegenüberstellen und anhand von Beispielen einzelne sprachliche Phänomene konkret veranschaulichen.

2. Sprachvergleich: Eine Methode zur Erkenntnisgewinnung

Ein Grundanliegen der Kontaktlinguistik ist nach Bechert/Wildgen (1991: 20) die Gegenüberstellung und vergleichende Analyse zweier oder mehrerer Sprachen, die miteinander in Kontakt stehen.

Das größte Interesse an einem systematischen Vergleich besteht von Seiten der Kontrastiven Linguistik. Hier wird per definitionem eine umfassende Beschreibung zweier Sprachen intendiert, auf deren Grundlage Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestimmt und daraus dann fremdsprachendidaktische oder übersetzungswissenschaftliche Schlüsse gezogen werden sollen. (Schweickard 1995: 33)

Anhand bestimmter Merkmale einer Sprache, die in Opposition zu entsprechenden Merkmalen einer anderen Sprache stehen, ist es einerseits möglich Aussagen zu treffen über die jeweilige Zugehörigkeit der beiden Sprachen zu einer bestimmten Sprachfamilie oder zu einem Sprachtyp (vgl. Schweickard 1995: 24-26). Andererseits können mit Hilfe der Methoden der kontrastiven Linguistik auch die in fremdsprachlichen Äußerungen von Lernern eventuell zu erwartenden muttersprachlichen Interferenzen bestimmt und somit ‚vorhergesagt‘ werden (vgl. Ernst 1998: 757/758).

Im Rahmen der Fremdsprachendidaktik dient der Vergleich dazu, die unterschiedlichen Strukturen zweier Sprachen zu verdeutlichen, um die Entstehung und Verfestigung von Interferenzen beim Fremdsprachenerwerb zu vermeiden. Konkret soll damit dem verbreiteten Phänomen entgegengewirkt werden, dass beim Lernen einer fremden Sprache Strukturen der eigenen Sprache in unangemessener Weise auf die zu erlernende Sprache übertragen werden (Schweickard 1995: 27).

Die zentrale Bedeutung der kontrastiven Linguistik – engl. Contrastive Analysis (CA) – für die Fremdsprachendidaktik wurde zuerst von Lado (1957) hervorgehoben. Er schreibt in seinem sprachvergleichenden Werk Linguistics across cultures:

The plan of this book rests on the assumption that we can predict and describe the patterns that will cause difficulty in learning, and those that will not cause difficulty, by comparing systematically the language and culture to be learned with the native language and culture of the student. (Lado 1957: VIII)

Und weiter (vgl. ebd.: 2):

We assume that the student who comes in contact with a foreign language will find some features of it quite easy and others extremely difficult. Those elements that are similar to his native language will be simple for him and those elements that are diffe- rent will be difficult.

Allerdings wurde die ‚Vorhersage-Kraft‘ der Contrastive Analysis mit Hinblick auf den Transfer und die sich daraus ergebenden Fehler des Lerners später in einer Reihe von linguistischen Studien zum Zweitspracherwerb relativiert – man fand heraus, dass nur etwa 30% der Fehler durch Interferenzen aus der Muttersprache verursacht werden (vgl. Fisiak 1993: 317).

But even if we leave aside the question of whether or not it can predict learners‘ errors, it is safe to say that [Contrastive Analysis] can both define contrasts between two languages and provide an adequate explanation for a large number of errors. (Azevedo 1978: 20)

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Muttersprache als primärem Kommunikationsmittel des Lerners beim Erwerb einer zweiten Sprache eine zentrale Rolle zukommt. Allerdings müssen beim Sprachvergleich als Grundlage für die Analyse von Transferphänomenen folgende Punkte ebenso berücksichtigt werden:

1) Der Lerner mag über seine Muttersprache hinaus auch über weitere Fremdsprachenkenntnisse verfügen (vgl. Odlin 2000: 27).
2) Möglicherweise birgt die Fremdsprache in sich selbst sowohl eine Reihe leicht zu erlernender Strukturen (z.B. die beinahe ausschließliche Plural-Bildung der Substantive durch Anhängen von -s im Englischen) als auch einige systematische Charakteristika, die für ganz verschiedene Gruppen von Sprechern mit verschiedenen Muttersprachen eine Lernschwierigkeit darstellen (z.B. die Deklination der Substantive und Adjektive im Russischen). Um nun genauer eingrenzen zu können, welche Lernschwierigkeiten und -erleichterungen nur im Kontakt mit bestimmten Sprachen zu erwarten sind, ist es durchaus sinnvoll, fremdsprachliche Äußerungen von Sprechern mit verschiedenen Muttersprachen zu analysieren (vgl. ebd.: 32).
3) Bisher fehlen wirklich umfassende und adäquate Beschreibungen der Sprachen, und auch das bereits gut untersuchte Englische wurde noch nicht gänzlich beschrieben (vgl. Azevedo 1978: 19 [Fußnote 4]; Odlin 2000: 29).
4) Beim Sprachvergleich liegt meist der Interessenschwerpunkt auf den Unterschieden zwischen den Sprachsystemen, die negativen Transfer bewirken können. Doch auch die Gemeinsamkeiten zwischen den Sprachen sollten eingehend untersucht werden, denn je größer die Möglichkeiten des positiven Transfers sind, umso weniger gravierend wirkt sich die Fehlerquote des Lerners auf eine erfolgreiche Kommunikation in der Fremdsprache aus (vgl. Fisiak 1993: 323; Hiegemann 1988: 7; Odlin 2000: 33).

Die vergleichende Gegenüberstellung einzelner Sprachen zielt nicht zuletzt auch auf die Beantwortung einer der grundlegenden Fragen der Linguistik ab: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Sprache, Denken und Kultur einer Sprachgemeinschaft?

Hierbei sind zunächst einmal zwei sich elementar unterscheidende Ansätze zu nennen: 1) die Hypothese von der linguistischen Relativität und 2) die Hypothese vom sprachlichen Universalismus (vgl. zu den folgenden Ausführungen Pörings/ Schmitz 1999: 139 ff.)

Erstere geht davon aus, dass die Wahrnehmung des Menschen und seine Erfahrung der Welt durch kulturspezifische sprachliche Konzeptualisierungen beeinflusst werden, d.h. in häufig von ihm verwendeten Mustern spiegelt sich eine bestimmte Weltsicht wieder, eine bestimmte Kategorisierung und Klassifizierung der Realität. Dass verschiedene Kulturkreise unterschiedliche Kategorisierungen ihrer Lebenswelt vornehmen, lässt sich durchaus feststellen. Doch muss dabei auch berücksichtigt werden, dass die gemeinsamen biologischen Voraussetzungen der Menschen und die Struktur der außermenschlichen Natur und Gegenstandswelt das Auseinanderklaffen verschiedener Ansichten über die Welt einschränken. Darüber hinaus ist ein bestimmtes Sprachsystem aufgrund der Arbitrarität seiner sprachlichen Zeichen nicht von vornherein an eine bestimmte Art der Verwendung gebunden. Allein die Sprachstrukturen, wie etwa die Wortstellung und die grammatische Morphologie, sind konventionalisiert. Dadurch ist es einem Menschen eigentlich auch immer möglich, die konventionalisierten Muster seiner Muttersprache durch Umschreibungen zu umgehen, wobei er sich dann allerdings einer umständlicheren und womöglich schwerer verständlichen Ausdrucksweise bedienen muss.

Im Gegensatz dazu basiert die Hypothese vom sprachlichen Universalismus auf der Ansicht, dass das menschliche Denken universell ist und über alle Kulturen hinweg denselben Grundprinzipien folgt. Allerdings kann der Mensch seine Gedanken wiederum nur über eine konventionalisierte Sprache zum Ausdruck bringen und sie seinen Mitmenschen mitteilen. Das gilt im Übrigen auch für die Körpersprache, da diese gemeinhin gemäß kulturspezifischen Konventionen interpretiert wird.

Beim Vergleich verschiedener Sprachen untereinander lassen sich in der Tat in allen Lebensbereichen unterschiedliche sprachliche Konzeptualisierungen finden – die meisten sprachlichen Konzepte sind demzufolge kultur- und sprachenspezifisch. Darüber hinaus gibt es aber auch eine Anzahl universaler sprachlicher Konzepte, die sich in allen Sprachen der Welt finden lassen. Nicht zuletzt ist es theoretisch sogar möglich, jedes einzelne kulturspezifische sprachliche Konzept durch Aufschlüsselung in sog. semantische Primitiva den Sprechern anderer Sprachen und ihrer Kultur zugänglich zu machen:

The elements which can be used to define the meaning of words (or any other meanings) cannot be defined themselves; rather, they must be accepted as ‘indefinibilia’, that is, as semantic primes, in terms of which all complex meanings can be coherently represented. (Wierzbicka: 1997: 25)

Die Vermutung liegt nahe, dass die o. g. sprachlichen Konzeptualisierungen und auch die Klassifizierung und Kategorisierung der Realität bei so nah verwandten Sprachen wie dem Rumänischen und Spanischen nach recht ähnlichen Mustern aufgebaut werden. Diese können wiederum sehr leicht von einer Sprache auf die andere übertragen werden: „Se susține că două limbi înrudite genetic sau cu structuri foarte apropiate se influențează reciproc mai puternic decât două limbi neînrudite genetic sau tipologic”[1] (Sala 1997a: 38). Dementsprechend schreibt Vogel (1995: 191) mit Hinblick auf die Möglichkeiten des Transfers zwischen nah verwandten Sprachen:

Le recours au transfert, et surtout son emploi massif, est essentielement stimulé par la relative proximité des deux langues concernées au plan des formes et des structures: on peut donc supposer que lorsque les deux langues appartiennent à une même famille de langues [...], le nombre de règles et de structures communes [...] va entraîner davantage de transferts et par là-même accélérer davantage l’apprentissage que lorsqu’on est en présence de langues typologiquement plus distantes [...].

Nicht zuletzt spielt aber für die Sprecher einer mit der zu erlernenden Sprache eng verwandten Sprache das subjektive Sprachempfinden eine noch wichtigere Rolle: „While the cumulative similarities between languages might be quantified in an objective manner, the subjective judgments of language distance by learners can matter considerably” (Odlin 2000: 32).[2] Obwohl z.B. die germanischen Sprachen Niederländisch und Englisch nah verwandt sind, scheinen niederländische Lerner des Englischen oft skeptisch gegenüber dem möglichen Gebrauch verwandter Formen zu sein. Ein Beispiel für Unsicherheiten im Gebrauch der Präpositionen im Falle des Kontakts der nah verwandten romanischen Sprachen Katalanisch und Spanisch findet sich bei Sinner (2004: 257), der schlussfolgert:

No sorprende que en el caso del contacto de dos lenguas, particularmente cuando se trata de dos lenguas genéticamente parecidas, los hablantes puedan tener ciertas difi-cultades en mantener la oposiciones entre las preposiciones de una de ellas separadas de las oposiciones características de la segunda lengua.

Letztlich mag eine große Ähnlichkeit der in Kontakt stehenden Sprachen zwar in der Tat das Lernen und die Kommunikation mit den Anderssprachigen erleichtern, sie führt demgegenüber aber auch leichter zu Sprachmischung und begünstigt den graduellen Übergang von der einen zur anderen Sprache (Sprachwechsel) (vgl. Guggenberger 2003: 52).

Für die sich nun anschließende vergleichende Gegenüberstellung der rumänischen und der spanischen Sprache ergibt sich unter Berücksichtigung der bisherigen Überlegungen folgende Ausgangssituation:

- Rumänisch und Spanisch sind beide eng miteinander verwandte Tochtersprachen des Lateinischen und haben sich einen großen Anteil an gemeinsamem Wortgut erhalten.
- Allerdings wurde das Spanische im Laufe seiner Geschichte immer wieder direkt über das Lateinische als Sprache der katholischen Kirche und der Wissenschaften relatinisiert. Demgegenüber erfolgte die Relatinisierung und somit Wiederannäherung der rumänischen Sprache an die Romania erst in der Neuzeit und überwiegend über das Französische und Italienische.
- Beide Sprachen befanden sich im Laufe ihrer Entwicklung lange Zeit im direkten oder indirekten Einzugsbereich der islamischen Kultur – das Spanische stand unter arabischem Einfluss und das Rumänische unter osmanisch-türkischem.
- Dennoch haben sich die beiden Sprachen in recht unterschiedlichen Kulturkreisen entwickelt: Auf der Iberischen Halbinsel siedelten sich im frühen Mittelalter germanische Stämme an und gaben ihre Sprache schließlich zu Gunsten des hispanischen Vulgärlateins auf. Nach der vollständigen Rückeroberung der Iberischen Halbinsel durch die Christen wurde das prestigeträchtigste Idiom, das Kastilische, als spanische Sprache mit dem Auftrag der Verbreitung des katholisch-christlichen Glaubens in die Neue Welt getragen und kam dort in Kontakt mit zahlreichen indigenen Sprachen.
- Im rumänischen Kernland nördlich der Donau hingegen assimilierten sich im 6. und 7. Jh. eingewanderte slawische Völker und übernahmen die Sprache der dort bereits ansässigen Romanen. Die Slawen siedelten sich auch südlich der Donau auf der Balkanhalbinsel an und traten zum orthodoxen Christentum über. In der Folgezeit erstarkte südlich der Donau das Altbulgarische (Altkirchenslawische) als Sprache der orthodoxen Kirche, und hatte damit ebenso großen Einfluss auf die nördlich der Donau beheimatete Sprache der orthodoxen Rumänen.
- Im Gegensatz zum Spanischen, das von seinen Sprechern in die Welt hinausgetragen wurde, ist das Rumänische eine sehr bodenständige Sprache mit weit in die Vergangenheit reichender kontinuierlicher Präsenz auf seinem heutigen Territorium.
- Aber beide Sprachen zeigen sich immer wieder sehr offen gegenüber Fremdeinflüssen: Wörter aus indigenen Sprachen und zahlreiche Anglizismen haben insbesondere ins lateinamerikanische Spanisch Einzug gehalten; das Rumänische hat seinerseits zahlreiche slawische und, vor allem in Siebenbürgen, auch deutsche sowie ungarische Wörter aufgenommen.

3. Aussprachehinweise

In den folgenden Abschnitten möchte ich die rumänische und die spanische Sprache auf den Ebenen Phonetik, Grammatik und Lexik miteinander vergleichen. Dabei werde ich zur Veranschaulichung einzelner sprachlicher Phänomene häufig Beispiele aus dem Rumänischen und Spanischen anführen. Bei der Charakterisierung des Rumänischen als wichtigstem Vertreter des Balkansprachbunds (vgl. 5.) sowie im Zusammenhang mit der Überblicksdarstellung zu Einflüssen aus anderen Sprachen im Spanischen (vgl. 7.) will ich auch auf die griechische, albanische, bulgarische, türkische und arabische Lexik zurückgreifen.

An dieser Stelle möchte ich daher kurz auf diejenigen Aussprachebesonderheiten der o. g. Sprachen zu sprechen kommen, welche sich nicht ohne Weiteres aus der Graphie oder – wie im Falle des Arabischen – aus der Transliteration erschließen lassen.

Das Rumänische bedient sich, wie auch das Spanische, einer phonetischen Schreibweise, wobei einem Graphem ein Phonem entspricht. Ausnahmen bilden hierbei lediglich die Grapheme <e>, <i> und <h>, die je nach Position im Wort bestimmte Phoneme bezeichnen (vgl. Duțu 2000: 17). Im Schriftbild lassen sich Parallelen sowohl zur italienischen (vgl. <c> vs. <ch> sowie <g> vs. <gh>) als auch zur französischen Graphie feststellen (vgl. <j> sowie die Verwendung des accent circonflexe):

Tab. 1: Besonderheiten der rumänischen Graphie[3]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Bulgarische bedient sich des kyrillischen Alphabets. Am bekanntesten ist auf Grund ihrer weiten Verbreitung die russische Variante des kyrillischen Alphabets, bei der bulgarischen Variante ergeben sich jedoch einige Unterschiede in der Verwendung einzelner Grapheme in Bezug auf ihre Zuordnung zu charakteristischen Phonemen des Bulgarischen:

Tab. 2: Besonderheiten der bulgarischen Graphie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 3: Aussprachebesonderheiten im Albanischen, Türkischen, Griechischen und Arabischen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Das Rumänische: Eine romanische Sprache

Das Rumänische, genauer gesagt das Dakorumänische[4], ist die östlichste der romanischen Sprachen und neben dem 1898 ausgestorbenen Dalmatischen der Hauptvertreter des balkanromanischen Sprachzweigs. Diese beiden Sprachen gehören darüber hinaus zusammen mit dem lateinischen Element des Albanischen und den Dialekten Mittel- und Süditaliens zur appenino-balkanischen Sprachgruppe (vgl. Brâncuș 1999: 262).

Das Dakorumänische wird als ‚bodenständige‘ Sprache seit alters her in einem kompakten Siedlungsgebiet gesprochen, hat in Rumänien sowie in der Republik Moldawien den Status einer Staatssprache und wird heute von insgesamt etwa 34 Mio. Sprechern[5] als Erst- und Zweitsprache verwendet. Es gliedert sich in zwei Hauptdialekte: das Moldauische im Norden und das Muntenische (oder Walachische) im Süden (vgl. Glück 1993: 517; Haarmann 2002: 314-315).

Die rumänische Sprache stellt den Sonderfall der Bewahrung lateinischen Erbes in einem Raum dar, welcher dem Imperium Romanum nur 165 Jahre lang[6] angehörte und bald darauf den direkten Kontakt zum übrigen romanischsprachigen Kulturraum verlor (vgl. Ernst 1998: 758).

Poziția geografică, la extremitatea Romaniei, și istoria poporului român, care s-a dez-voltat de secole fără legătură cu vestul Romaniei, explică particularitățile specifice ale românei din zilele noastre. (Sala 1997b: 6)[7]

Während der relativ kurz andauernden römischen Herrschaft durchdrang das Lateinische als Verwaltungs-, Militär- und Verkehrssprache alle Lebensbereiche der Provinzbevölkerung. Latein war die Sprache der ersten römischen Siedler – ehemaliger Soldaten und Kriegsveteranen aus allen Teilen des Imperiums –, und auch die Ein-heimischen gaben ihre Muttersprache, das Dakische, zu Gunsten der prestigeträchtigeren lateinischen Kulturspache auf (vgl. Sala 1997b: 7). Zudem kann davon ausgegangen werden, dass der Prozess der Romanisierung im Gebiet nördlich der Donau schon etwa zwei Jahrhunderte vor der militärischen Eroberung einsetzte. Begünstigt durch die bereits von den dakischen Königen herbeigeführte staatliche Einheit des Territoriums, erfolgte die Latinisierung dann umso rascher und mit großer Intensität. Auch nach dem militärischen Rückzug brachen die Beziehungen des romanisierten Nordens zu den süddanubischen Provinzen Dacia Ripensis und Dacia Mediterranea nicht ab (vgl. Brâncuș 1999: 261): „Die ‚römische Lebensweise’ setzte sich nördlich der Donau in ländlicher Form fort, wobei das Lateinische die allgemeine Verkehrssprache war.”

Das schon vor dem 4. Jh. in Dakien verbreitete Christentum wurde schließlich offizielle Religion der nördlich der Donau lebenden Romanen, wobei die Verbreitung des Glaubens zu jener Zeit vor allem über das Lateinische erfolgte: In der Tat ist die grundlegende religiöse Terminologie des Rumänischen lateinischen Ursprungs (vgl. Brâncuș 1999: 261):

Tab. 4: Religiöse Begriffe lateinischen Ursprungs im Rumänischen

Die nach dem 4. Jh. in die einstige römische Provinz einwandernden Stämme der freien Daker (Karpen, Kostoboken, Bessen) wurden schließlich von den latinisierten und christianisierten Dakoromanen assimiliert, ebenso wie die während der Völkerwanderung in den Gebieten nördlich der Donau ansässig gewordenen Slawen (vgl. Brâncuș 1999: 262).

[Slavii] au avut la [români] rolul pe care l-au avut în Occidentul romanic populațiile germanice, stabilite în interiorul sau la periferia Imperiului Roman. Atât în Orient cât și în Occidentul romanic aceste populații migratoare au avut destine identice: în regiunile în care romanitatea a fost puternică (Dacia, Italia, Galia, Iberia) ele au fost asimilate de romanici, chiar dacă au avut organizații statale puternice. (Sala 1997b: 7)[8]

In der Folge übernahmen die Rumänen viele slawische Elemente in ihren Wortschatz:

Aportul masiv al elementului slav vechi la lexicul românesc nu a afectat structura latinească a acestuia, deși prin aceste cuvinte limba română se deosebește mult de celelalte limbi neolatine. (Sala 1997b: 11)[9]

Die romanistische Areallinguistik ordnet die fünf sprecherreichsten romanischen Sprachen Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch und Rumänisch jeweils der sog. West- bzw. Ostromania zu (vgl. Tab. 5), und unterscheidet zusätzlich eine Zentral- sowie eine Randromania (vgl. Tab. 6). Das Rumänische, welches am östli-chen Rand des einstigen Römischen Reiches beheimatet ist, weist dabei einerseits Ähnlichkeiten mit dem gleichfalls ostromanischen Italienischen auf, teilt andererseits aber auch viele Wortschatzelemente mit den am westlichen Rand gelegenen ibero-romanischen Sprachen Spanisch und Portugiesisch (vgl. Dietrich/Geckeler: 16-18):

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 5: Ost- vs. Westromania[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 6: Zentral- vs. Randromania[11] [12]

Das Lateinische in Dakien erfuhr im Laufe seiner Entwicklung zur rumänischen Sprache folgende charakteristische Lautveränderungen:[13]

a) Vokale und Diphthonge

- Unbetontes /a, e, i/ wird zu /ă/ abgeschwächt, vgl. lat. facit vs. faciebat > rum. face vs. făcea; creatio > Crăciun („Weihnachten”); admissarius > armăsar („Zuchthengst“).
- Betontes /a, e, i/ wird im Falle eines Verlusts des Auslautvokals zu /ă/ abge-schwächt, vgl. lat. malum vs. mala > rum. măr vs. mere; verus vs. veri > văr vs. veri („Cousin[s]“); video vs. videt > văd vs. vede.
- Derart abgeschwächtes aber dennoch betontes /ă/ wird unter Einwirkung eines als Auslautvokal hinzutretenden -ă zu /a/ geöffnet, vgl. lat. verus, vera > rum. văr, vară („Cousine”); videam, videat > văd, vadă.
- Betontes und unbetontes /a/ wird in nasaler Position zu /â, i, u/ geschlossen, vgl. lat. lana > rum. lână; cantare > cânta; ambulare > umbla; perambulare > plimba.
- /a/ in nasaler Position wird vor Auslaut -e bzw. -i zu /âi/ diphthongiert, vgl. lat. mane > rum. mâine; canis > câine; panis > pâine.
- Betontes und unbetontes /e/ wird vor Nasal zu /i/ und /â/ geschlossen, vgl. lat. dens > rum. dinte; sentimentum vs. sentimenta > sâmțământ, sâmțăminte; extemperare > astâmpăra („beruhigen”).
- Betontes und unbetontes /i/ werden in nasaler Position zu /â/ und /u/ geschlossen, vgl. lat. sinus > rum. sân; scintilla > scânteie („Funke“); implere > umple.
- Betontes /a/ vor Auslaut -i im Plural wird zu /ă/ abgeschwächt, vgl. lat. mare vs. maria > rum. mare vs. mări.
- Langes betontes /e/ wird unter Einwirkung eines als Auslautvokal auftretenden /ă/ oder selbst als Auslaut beim verkürzten Infinitiv zu /ea/ diphthongiert, vgl. lat. quietus vs. quieta > rum. încet vs. înceată („langsam”); habere > a avea.
- Die Diphthongierung von /e/ zu /ea/ (auch <ia> geschrieben) kann je nach Auslaut (-ă, -e, -i bzw. kein Auslaut) zwischen /ia/ und /ie/ wechseln, vgl. lat. petra vs. petrae > rum. piatră vs. pietre; haedus vs. haedi > ied vs. iezi („Zicklein“).
- Langes betontes oder unbetontes /i/ wird zu /e/ geöffnet und kann je nach Aus-laut zu /ia/ und /ie/ diphthongiert werden, vgl. lat. vicinus > rum. vecin; *ad vix > abiá („kaum”); iste vs. ista > iest vs. iastă („diese[r]”).
- Betontes /o/ wird vor auslautendem -ă und -e zu /oa/ diphthongiert, vgl. lat. porta vs. portae > rum. poartă vs. porți; solis > soare.
- Unbetontes /o/ wird zu /u/ geschlossen, vgl. lat. porcus vs. porcellus > rum. porc vs. purcel („Ferkel”).
- Der Diphthong /ae/ wird zu /a/ oder /e/ bzw. /i/ monophthongiert, bleibt teilweise aber auch erhalten, vgl. lat. aeramen > rum. aramă („Kupfer“); caelum > cer; caemen-tum > ciment; vae! > vai!; aer > aer.
- Der Diphthong /oe/ wird zu /ă, e, i/ monophthongiert, vgl. lat. foetus vs. foeti > rum. făt vs. feți („Junge[n]”); coemiterium > cimitir („Friedhof“).
- Der Diphthong /au/ wird zu /a/ oder /u/ monophthongiert, bleibt teilweise aber auch erhalten, vgl. lat. aucupare > rum. apuca („ergreifen”); auricula > ureche; aurum > aur.

b) Konsonanten

- Intervokalisches /b/ kann ausfallen oder wird zu /u/ vokalisiert, bleibt teilweise aber auch erhalten, vgl. lat. caballus > rum. cal; sibillare > șuiera; incredibilis > incredibil(ă).
- Intervokalisches /v/ kann ausfallen oder wird zu /u/ vokalisiert, vgl. lat. clavis > rum. cheie; rivus > râu; levare > lua („nehmen“); levior > ușor („einfach”).
- Silbenanlautendes /v/ wird zu /b/, vgl. lat. exvolare > rum. zbura („fliegen“); pulvus > pulbere.
- Bei der Aussprache von <c> wird die ostromanische Opposition [k] vor /a, o, u/ vs. [tʃ] vor /ae, e, i/ konsequenter umgesetzt als im Italienischen, vgl. lat. saccus vs. sacci > rum. sac(ul) vs. saci(i) (ital. sacco vs. sacchi); lat. urtica vs. urticae > rum. urzică vs. urzice (ital. ortica vs. ortiche). Auch bleibt [k] durch Schwund der Vokale /e, i, u/ häufiger erhalten als im Italienischen, vgl. lat. facio, taceo > rum. fac, tac (ital. faccio, taccio [tʃ]); lat. tacitus > rum. tăcut (ital. taciuto); lat. scintilla > rum. scânteie (ital. scintilla [ʃ]).
- Affrikatisierung von /d/ und /t/ vor /i/, vgl. lat. dicere > rum. zice; dies > zi; tibi > ție (îți); fugitis > fugiți („ihr lauft”); rotundire > rotunji („abrunden”). Dies ist auch bei Diphthongierung /e/ > /ie, ia/ der Fall, vgl. lat. deus > rum. zeu (*dieu); terra > țară (*tiara „Erde”).
- Frikatisierung von konsonantischem /i/, vgl. lat. iocus > rum. joc („Spiel”); iacere > zăcea („liegen“).
- Palatalisierung von /l/ vor /i, e/, vgl. lat. levo, levas, levat > rum. iau, iei, ia („nehme, nimmst, nimmt“); lepus > iepure; familia „Familie“ > femeie „Frau“; folia > foaie („Blatt“).
- Rhotazismus von intervokalischem /l/, vgl. lat. ala > rum. aripă („Flügel“); palus > par(ul) („Pfahl“); /ll/ bleibt hingegen als /l/ erhalten, vgl. lat. mollis, pellis > rum. moale, piele.
- Im Wort similis und seinen Derivaten wird /l/ zu /n/, vgl. lat. similis, assimilare > rum. asemenea („ebenso“), seamăn („Mitmensch“), a se asemăna cu („gleichen”).
- Intervokalisches /n/ kann vor /i, e/ ausfallen oder erhalten bleiben, vgl. lat. ponis vs. ponit > rum. pui vs. pune; cuneus > cui („Nagel“); panis > pâine.
- Ausfall von auslautendem -s, vgl. lat. magis > rum. mai; talis > tare („stark“).
- Palatalisierung von /s/ vor /i/, vgl. lat. sibi > rum. șie (își); sibillare > șuiera. Dies ist auch bei Diphthongierung /e/ > /ie, ia/ der Fall, vgl. lat. sedere > rum. ședea (*siede); septem > șapte (*siapte).
- Der Doppellaut /x/ wird intervokalisch und im Präfix ex- zu /s/ vereinfacht, vgl. lat. texere > rum. țese; maxila > măsea („Backenzahn”); exponere > spune („sagen“); extraneus > străin („fremd“).
- Das im Lateinischen <ch> geschriebene griechische <χ> [x] bleibt im Rumänischen als <h> [h, ç, x] erhalten, vgl. lat. chaos > rum. haos; architectura > arhitectură.
c) Lautverbindungen
- Palatalisierung der Nexus /cl, gl, tl/, vgl. lat. auricula (oricla) > rum. ureche (*ureacl’e „Ohr”); glomus (glemus) > ghem (*gl’emu „Wollknäuel”); vetulus (veclus) > vechi („alt”).
- Labialisierung des Nexus /ct/ zu /pt/, vgl. lat. octo > rum. opt; luctare > lupta („käm-pfen”).
- Labialisierung des Nexus /gn/ zu /mn/, vgl. lat. signum > rum. semn; dignus > demn.
- Die Lautverbindung /qua/ wird entweder zu /pa/ oder /ca/ vereinfacht, vgl. lat. aqua > rum. apă; quattuor > patru; qualis > care („welcher“); quantus > cât („wieviel“); /quae, que, qui/ werden hingegen zu [tʃe, tʃi] palatalisiert, vgl. lat. quaerere > rum. cere („fordern“); quem > cine („wer“); quinque > cinci.
- Palatalisierung des Nexus /sc/ und /st/ und /xt/ vor /i, e/ zu /șt/ vgl. lat. cognoscere (cognosco, cognoscis, cognoscit) > rum. cunoaște (cunosc, cunoști, cunoaște „kennen”); artista vs. artisti > artist vs. artiști; extergere > șterge („abwischen”); mixtus vs. mixti > mixt vs. micști („gemischt”).

In grammatischer Hinsicht ist festzustellen, dass im Rumänischen die Formenvielfalt des Lateinischen insbesondere im Bereich der Verbkonjugation und der Pronomina weit besser erhalten ist als in anderen romanischen Sprachen. Außerdem hat die Sprache ihr Inventar im Laufe der Zeit mit eigenen sprachintern gewachsenen Ele-menten in besonderer Weise noch zusätzlich bereichert (vgl. im Folgenden die zahl-reichen Kurz- und Langformen):[14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 7: Die Verben haben, sein und wollen[15] [16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 8: Verbkonjugation und Konjugationsklassen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[17] [18]

Tab. 9: Von lat. qui (quae, quod) abgeleitete Pronomina und Konjunktionen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 10: Personal- und Possessivpronomina[19]

Tab. 11: Die lateinischen Demonstrativpronomina ille, iste, ipse

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[20] [21] [22] [23] [24]

Die Ableitungen von lat. ille dienen zusätzlich noch zur Bildung zusammengesetzter Demonstrativpronomina der Identität und des Unterschieds: același „derselbe” (< acel „jener” + așa „so”); celălalt „der andere” (< cel „der“ + ăl „jener” + alt „ein anderer”) (vgl. Daniliuc/Daniliuc 2000: 62 ff.).

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches geriet das rumänische Sprachgebiet zunächst unter byzantinisch-griechischen, alsdann unter slawischen und schließlich osmanisch-türkischen Sprach- und Kultureinfluss. Sowohl die Herausbildung als auch die Weiterentwicklung des Rumänischen als eigenständige romanische Sprache verliefen folglich ohne den Kontakt zur lateinischen Schriftsprache, aber trotzdem blieb ein Großteil lateinischer Wortschatzelemente und grammatikalischer Strukturen erhalten:

În general, termenii latinești sunt importanți, în sensul că sunt cei mai frecvenți; ei au o bogată încărcătură semantică și au multe derivate, deci ocupă o poziție centrală în structura lexicului românesc. (Sala 1997b: 10)[25]

Aufgrund seiner frühzeitigen Isolation am äußersten östlichen Rand der Romania und der Ruralisierung des Lebens der Dakoromanen ab dem 4 Jh. n. Chr. ist die rumänische Sprache konservativer als ihre westlichen Verwandten. Die Grundlage des Rumänischen bildete ein eher volkstümliches, ländlich geprägtes und stark von der Umgangssprache beeinflusstes Latein, wohingegen in den Gebieten der Zentral- und Westromania das rurale weiterhin mit dem urbanen Latein der alten römischen Städte koexistierte (vgl. Brâncuș 1999: 262). Betrachtet man den Wortschatz eingehender, so kommt dem Rumänischen durchaus eine Sonderstellung in der Romania zu, da sich im Osten viele alte lateinische Erbwörter erhalten haben, die weiter westlich durch andere allgemein verbreitete Lexeme verdrängt wurden:

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Tab. 12: Rumänisch vs. Gemeinromanisch [26]

Außerdem haben eine Anzahl lateinischer Erbwörter mit gemeinromanischer Verbreitung eine andere Bedeutung angenommen als im Italienischen und den west-romanischen Sprachen, z.B. lat. anima > rum. inimă „Herz” vs. frz. âme, span. ánimo, ital. ànima „Seele“ (vgl. Hiegemann 1988: 16).

Duțu (2000: 69/70) definiert als Grundwortschatz des Rumänischen diejenigen 1500 am häufigsten verwendeten Wörter, welche sehr alt, formal stabil sowie im ganzen Sprachgebiet bekannt sind und von denen Ableitungen gebildet werden können. Diese Wörter bezeichnen die wichtigsten Dinge, Begriffe, Beziehungen und Tätigkeiten und tauchen in vielen Redewendungen auf. Die Autorin stellt fest, dass ungefähr 60% der Elemente dieses Grundwortschatzes lateinischen Ursprungs sind. Sala (1997b: 10) fasst als Grundwortschatz die 2500 gebräuchlichsten rumänischen Wörter auf, wobei davon 30% aus dem Lateinischen ererbt wurden. Ernst (1998: 768) wiederum bemerkt, dass bei den 5000 häufigsten Wörtern der Anteil lateinischer Erbwörter mit 20,37% zwar relativ hoch ist, aber dennoch geringer als in anderen romanischen Sprachen (Spanisch: 23,5 %; Italienisch: 31,87%).[27]

Während nach Albrecht (1995: 8) vor allem durch die frühe Übersetzertätigkeit viele ‚gelehrte’ lateinische Wörter in die Sprachen der Zentral- und Westromania übernommen wurden, was zu ihrer ‚Relatinisierung’ beitrug, blieb das Rumänische bis ins 18. Jh. davon ausgeschlossen: „Von einer ‚Relatinisierung’ [des Rumänischen] kann frühestens ab dem 18. Jh. gesprochen werden; sie findet nahezu ausschließlich durch Vermittlung des Französischen statt” (ebd.: 29).

Heute haben die ‚neuen’ romanischen Wörter, vor allem Entlehnungen aus dem Lateinischen, Französischen und Italienischen, einen ziemlich großen Anteil am rumänischen Wortschatz, sodass Sala (1997b: 13) von einer ‚erfolgreichen Reromanisierung’ spricht.[28]

Man fragt sich zurecht, wie es zu dem hohen Prozentsatz französischer Entlehnun gen kommen konnte, der ziemlich genau das Doppelte des lateinischen Erbwortschatzes ausmacht und der eine weitgehende lexikalische Umstrukturierung zur Folge hatte. [...] Die auf dem Umweg über das Französische laufende Relatinisierung bzw. Reromanisierung der rumänischen Sprache war für die im 19. Jh. in verschiedenen Staatswesen lebenden Rumänen ein bedeutender Faktor ihrer nationalen Identität, die es ihnen erlaubte, sich inmitten der Slawen, Magyaren, Deutschen und Griechen als ein Volk zu begreifen. (Winkelmann 1982: 317)

Eigentlich hatten die Vertreter der Siebenbürger Schule (Școală Ardeleană), welche in vorderster Linie die Reromanisierung des Rumänischen vorantrieben, vorgesehen, dass die ins Rumänische übernommenen romanischen Wörter in früherer Zeit übernommene slawische oder türkische Lexeme verdrängen sollten. Dies trat jedoch nicht ein, sodass die Sprache heute über eine Vielzahl von Doubletten zur Bezeichnung bestimmter Personen, abstrakter Begriffe oder Objekte verfügt. Tab. 13 zeigt einige Beispiele für Doubletten; Tab. 14 hingegen französische Wörter, die sich im Rumänischen gemeinhin durchgesetzt haben:

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Tab. 13: Alte und neue Wörter

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Tab. 14: Gallizismen im Rumänischen

Die besondere geographische Lage des rumänischen Sprachraums hat dazu geführt, dass das Rumänische viele lexikalische Elemente aus all seinen Nachbarsprachen übernommen hat. Bemerkenswert ist, dass außerdem das rumänische Sprachsystem einige spezifische Merkmale aufweist, die für mehrere Sprachen im südosteuropäischen Raum – insbesondere das Bulgarische, Neugriechische und Albanische – charakteristisch sind.[29] Darauf will ich nun im nächsten Kapitel näher eingehen, wobei ich vor allem auf Beispiele aus dem Bulgarischen zurückgreifen werde, da ich die beiden anderen Sprachen nicht beherrsche.

5. Das Rumänische: Ein Vertreter des Balkansprachbundes

Das Rumänische ist in genealogischer Hinsicht eine romanische Sprache. Untersucht man jedoch die Struktur dieser Sprache genauer, so kann man feststellen, dass sie zahlreiche Gemeinsamkeiten mit ihren Nachbarsprachen aufweist. Deshalb ist das Rumänische in typologischer Hinsicht eine Balkansprache[30] und zudem eine der Kernsprachen des sog. Balkansprachbundes (vgl. Schlösser 2001: 107).

Besonderheiten in der Struktur des Rumänischen, die in anderen romanischen Sprachen keine Entsprechung haben, finden sich hingegen auch im Albanischen und Bul garischen (und dem nahe stehenden Makedonischen). Diese beiden Sprachen ma chen zusammen mit dem Rumänischen den Kern des Balkansprachbunds aus, dem sich vielfach das Griechische anschließt, in Teilbereichen auch das Serbische und Ungarische. (ebd.: 114)

Auf dem I. Internationalen Linguistenkongress im Jahre 1928 schlug N. S. Trubetzkoy folgende Definition von ‚Sprachbund‘ vor:

Jede Gesamtheit von Sprachen, die miteinander durch eine erhebliche Zahl von systematischen Übereinstimmungen verbunden sind, nennen wir Sprachgruppe. Unter den Sprachgruppen sind zwei Typen zu unterscheiden: Gruppen, bestehend aus Sprachen, die eine große Ähnlichkeit in syntaktischer Hinsicht, eine Ähnlichkeit in den Grundsätzen des morphologischen Baus aufweisen, und eine große Anzahl gemeinsamer Kulturwörter bieten, manchmal auch äußere Ähnlichkeit im Bestand der Lautsysteme, – dabei aber keine systematischen Lautentsprechungen, keine Übereinstimmung in der lautlichen Gestalt der morphologischen Elemente und keine gemeinsamen Elementarwörter besitzen, – solche Sprachgruppen nennen wir Sprachbünde. Gruppen, bestehend aus Sprachen, die eine beträchtliche Anzahl von gemeinsamen Elementarwörtern besitzen, Übereinstimmungen im lautlichen Ausdruck morphologischer Kategorien aufweisen und, vor allem, konstante Lautentsprechungen bieten, – solche Sprachgruppen nennen wir Sprachfamilien. (zitiert nach Schaller 1975: 49/50; Hervorhebungen P. R.)

Schaller (1975: 58) betont in seiner Definition von ‚Sprachbund‘, dass die Mitglieder eines Sprachbunds benachbart sind und in demselben geographischen Raum gesprochen werden. Er schreibt:

Bei Mitgliedern eines Sprachbundes handelt es sich zumindest bei einem Teil der Sprachen um solche, die nicht zu einer Familie gehören, die geographisch benachbart sind und aufgrund gegenseitiger Beeinflussung eine Reihe gemeinsamer Merkmale aufweisen, die sich auf den lautlichen, morphologischen und syntaktischen Bereich der betreffenden Sprachen beziehen. Ein Sprachbund weist zumindest zwei gemeinsame Merkmale auf, die sich auf mindestens drei nicht zur gleichen Familie gehören de Sprachen erstrecken, um genetisch bedingten Ursprung oder einseitige Beeinflussung im Definitionsbereich des Sprachbundes auszuschließen.

Alle diese Bedingungen sind im Falle der Balkansprachen Bulgarisch, Rumänisch und Albanisch gegeben.

Wirft man einen Blick zurück in die Geschichte der Völker und Sprachen nördlich und südlich der Donau, so ergibt sich folgendes soziolinguistische Szenario: Die Eroberung und Kolonisierung des Balkanraumes durch die osmanischen Türken schweißte die in byzantinischer Zeit zum orthodoxen Christentum bekehrten Völker Südosteuropas zusammen. Die unsichere Lage in den mit Krieg überzogenen Gebieten bewog viele der dort lebenden Menschen dazu, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Sie zogen sich in die Berge zurück oder wanderten in ebenfalls von Christen bewohnte, sicherere Regionen ab, bis die Kampfhandlungen vorüber waren und sie in ihre angestammten Gebiete zurückkehren konnten. Dabei traten viele Sprecher unterschiedlicher Sprachen miteinander in engen Kontakt. Die anhaltende Koexistenz der Balkansprachen führte zu einer weitverbreiteten Zweisprachigkeit, zu Sprachwechsel und schließlich dazu, dass diese Sprachen heute viele gemeinsame Merkmale aufweisen (vgl. BILDATLAS 1998: 34; Härtel/Schönfeld 1998: 74-76; Radeva 2003: 2). Ein weiterer bedeutender Faktor dafür, dass der Bilinguismus bei den Bal-kanvölkern über eine bloße geographische Nachbarschaft hinausging, war nicht zuletzt auch die Transhumanz, d.h. „[jener] Nomadismus, der sich auf regelmäßiges Hin- und Herwandern zwischen denselben Sommer- und Winterweiden beschränkt“ (Schaller 1975: 115/116). Dabei kamen über lange Zeiträume hinweg Hirten verschiedener Nationalitäten in Kontakt.

Die spezifischen Charakteristika der Sprachen des Balkansprachbundes werden auch als Balkanismen bezeichnet. Einige davon möchte ich nun näher erläutern:[31]

I. Im Lexikon der Balkansprachen Rumänisch und Albanisch, und dialektal auch im Bulgarischen sowie Griechischen, haben sich einige Substratwörter aus der Sprache der in der Antike im Norden der Balkanhalbinsel und im Karpatengebiet heimischen Thraker und Daker erhalten (vgl. Асенова 2002: 45):

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Tab. 15 Substratwörter in den Balkansprachen

Особено значение за установяването на обема на субстратна лексика има така наричана албанско-румънска лексика, за която има сериозни основания да се смята, че възлиза към език, чийто пряк продължител е албанският и който е субстрат (или е близко родствен със субстрата) на румънски. [32]

(Асенова 2002: 46-47)

Beispiele für die Vielzahl solcher albanisch-rumänischer Wortpaare sind rum. buză vs. alb. buzë („Lippe”); ceafă vs. qafë („Genick”); groapă vs. gropë („Loch”); rum. mal „Ufer” vs. alb. mal „Gebirge”; rum. moș „Greis” vs. alb. moshë „Erwachsener” (vgl. ebd.).

Der Einfluss des Substrats reicht sogar bis in die Phonetik des Rumänischen und Albanischen hinein: Der halboffene Mittelzungenvokal rum. /ă/ ist unter allen Gesichtspunkten identisch mit alb. /ë/ – der Laut entstand aus unbetontem lateinischen /a/ (vgl. lat. camisia vs. rum. cămașă vs. alb. këmishë „Hemd“) und steht im Auslaut in Opposition zum bestimmten Artikel (vgl. rum. fată vs. fata „[das] Mädchen“ und alb. vajzë vs. vajza). Desweiteren hat der velare Anlaut in den lateinischen Nexus /ct, cs/ sowohl im Albanischen als auch im Rumänischen eine Labialisierung erfahren (vgl. lat. lucta vs. rum. luptă vs. alb. luftë „Kampf”; lat. coxa vs. rum. coapsă vs. alb. kofshë „Hüfte“) (vgl. Brâncuș 1999: 266ff.).

II. Solange die Osmanen auf dem Balkan herrschten (15. – 19. Jh.) war das rumänische Kernland, die Walachei, ein Vasallenstaat des muslimischen Großreiches. Die Bevölkerung hielt Verbindung zu den Türken, aber auch zu den orthodoxen Slawen und Griechen. Der rege kulturelle Austausch und Sprachkontakt zwischen ihnen hat dazu beigetragen, dass die rumänische Sprache noch heute zahlreiche türkische Lehnwörter aufweist, von denen viele gleichfalls in den anderen Balkansprachen zu finden sind:

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Tab. 16: Turzismen in den Balkansprachen[33]

Bemerkenswert ist, dass das Rumänische die aus dem Türkischen entlehnten Lexeme an sein eigenes Phoneminventar in charakteristischer Weise angepasst hat, wobei sich einige Parallelen zur lautlichen Entwicklung des lateinischen Erbwortschatzes feststellen lassen:[34]

- Türk. /ö, ü/ werden zu /i, u/ geschlossen oder zu /io/ und /iu/ diphthongiert, vgl. türk. köfte > rum. chiftea („Fleischbällchen“); döşeme > dușumea („Fußboden“); götürü > ghiotură („Pauschale“); güveç > ghiveci („Eintopf“); lüle > lulea („Tabakspfeife“); gülle > ghiulea („Kanonenkugel“); cüzdan „Brieftasche“ > ghiozdan „Schulranzen“.
- Im Türk. endbetontes /e/ wird im Rumän. zu /ea/ diphthongiert, vgl. türk. dövlek > rum. dovleac („Kürbis“); denk „Bündel“ > teanc „Haufen“; lale > lalea („Tulpe“).[35]
- Unbetontes /a/ wird zu /ă/, vor Nasal zu /â/ abgeschwächt, vgl. türk. tabak > rum. tabac „Gerber“ vs. tăbăci „gerben”; kantar > cântar („Waage”).[36]
- Türk. /ç/ [tʃ] wird teilweise zu /ge/ [dʒ] sonorisiert, vgl. türk. çanta > rum. geantă („Tasche”); hançer > hanger („Dolch“).
- Türk. /h/ wird teilweise zu /k/ und /f/ okkludiert, vgl. türk. hurma > rum. curmală („Dattel”); baht „Schicksal” > baftă „Glück”.
- Türk. /k/ wird gemäß der rumänischen Opposition [k] vs. [tʃ] vor /e, i/ im Plural zu [tʃ], vgl. türk. kapak > rum. capac vs. capace („Deckel”).[37]
- Türk. /l/ wird teilweise zu /n/, vgl. türk. bakkal > rum. băcănie („Lebensmittelgeschäft”); muşmula > moșmon („Mispel”).[38]
- Konsonanten im Silbenanlaut und -auslaut werden teils sonorisiert, teils entsonorisiert, vgl. türk. tantana „Prunk” > rum. dandana „Lärm”; makas > macaz („Weiche”); kahve > cafea („Kaffee”); denk „Bündel” > teanc „Haufen”.
- Türk. /ı/ wird als /â/ ins Rumänische übernommen, vgl. türk. hadım > rum. hadâmb „Eunuch”; hatır > hatâr („Gefallen [den man jem. tut]”).

III. Im Rumänischen und Bulgarischen (ebenso wie im Albanischen) hat sich aus einem nachgestellten Demonstrativpronomen ein postponierter bestimmter Artikel entwickelt:

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Tab. 17: Der bestimmte Artikel im Rumänischen und Bulgarischen

IV. Die Balkansprachen Rumänisch und Bulgarisch weisen (ebenso wie das Griechische) eine stark vereinfachte Kasusflexion der Nomina auf.[39] Bemerkenswert ist, dass dabei der Nominativ mit dem Akkusativ und der Genitiv mit dem Dativ formal zusammengefallen sind. Desweiteren hat sich der Vokativ als lebendige Kategorie erhalten:

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Tab. 18: Deklination der Substantive (f. sgl. und pl.)

V. In den Balkansprachen wurde die synthetische Steigerung der Adjektive zu Gunsten einer analytischen aufgegeben, vgl. bulg. добър – по-добър – най-добър vs. alb. bukur – më bukur – shumë bukur; gr. καλός – πιό καλός – ο πιό καλός vs. rum. bun – mai bun – cel mai bun („gut – besser – bester“) (vgl. Schaller 1975: 149).

VI. Rumänisch, Bulgarisch und Griechisch verfügen jeweils über Lang- und Kurzformen der Objektpronomina:

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Tab. 19: Objektpronomina in den Balkansprachen

Dabei wird die pronominale Kurzform des Pronomens in der Funktion der Possessivpronomina verwendet, vgl. rum. casa-mi vs. casa mea; bulg. къщата ми vs. моята къща; gr. το σπίτι μου („mein Haus/das Haus von mir“) (vgl. Schaller 1975: 101-102).

VII. In den Balkansprachen haben Konjunktivkonstruktionen des Typs ‚ich will/ kann/muss wenn ich tue‘[40] weitestgehend Infinitivkonstruktionen des Typs ‚ich will/ kann/muss tun‘ ersetzt:[41]

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Tab. 20: Konjunktivkonstruktionen im Rumänischen und Bulgarischen

„Употребата на инфинитива в румънски е най-жива в сравнение с другите балкански езици“ (Асенова 2002: 146).[42] Im Rumänischen hat sich der Infinitiv neben dem Konjunktiv in Verbindung mit den Verben a putea und a ști („können“), nach Präpositionen, in unpersönlichen Ausdrücken und bei a voi „wollen“ zur Bildung des Futurs[43] erhalten, vgl. pot vedea vs. pot să văd „ich kann sehen”; pentru a vedea vs. ca să se vadă „um zu sehen”; e neplăcut a rămâne în urmă vs. (personalisiert) e neplăcut să rămânem în urmă „es ist unangenehm, nicht mithalten zu können“; va vedea vs. o să vadă „er wird sehen“.

VIII. Seit der Zeit der byzantinischen Herrschaft spielte das Griechische nördlich und südlich der Donau eine wichtige Rolle als Verkehrs- und Umgangssprache. Daher entlehnten die Rumänen auch Gräzismen aus den Bereichen Bildung, Kultur, Medizin, Handel sowie Flora und Fauna, vgl. rum. călimară „Tintenfass“ < gr. καλιμάρι „Tintenfisch“; condei „Schreibfeder“ < κοντύλι („Griffel“); dascăl < διδάσκαλος („Lehrer“); hârtie < χαρτί („Papier“); pedepsi < παιδέβο („bestrafen”); mitră < μήτρα („Gebärmutter“); molipsi < μολύνω („infizieren“); splină < σπλήνα („Milz“); ieftin < ϕτηνός („billig“); orez < ο ρύζι („Reis“); migdală < αμύγδαλο („Mandel“); trandafir < τριαντάϕυλλο („Rose“); cămilă < καμήλα („Kamel“); batracian „Lurch“ < βάτραχος „Frosch“ (vgl. Brâncuș 1999: 269/270; Schaller 1975: 117).

IX. Die Rumänen sind das einzige romanische Volk, das sich zum orthodoxen Christentum bekennt. Die Sprache der orthodoxen Kirche war im Mittelalter und der Renaissance nicht wie im katholischen Westen das Latein, sondern zunächst das by-zantinische Griechisch und später Altkirchenslawisch (Altbulgarisch). Predigten und Bibelübersetzungen trugen dazu bei, dass Termini aus dem Bereich der Kirche in die rumänische Volkssprache übernommen wurden (vgl. Sala 1994b: 17; Duțu 2000: 84-87):

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Tab. 21: religiöser Wortschatz aus dem byzantinischen Griechisch

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Tab. 22: religiöser Wortschatz aus dem Altkirchenslawischen

Aufgrund ihres Glaubens verwendeten die Rumänen das heilige kyrillische Alphabet, welches zur Verschriftlichung des Altkirchenslawischen erfunden worden war, lange Zeit auch zum Schreiben in ihrer Volkssprache, ähnlich wie die orthodoxen Slawen. Erst die Bemühungen der Siebenbürger Schule (Școala Ardealeană) und die damit einsetzende Rückbesinnung auf die Romanität des Rumänischen führten im 19. Jh. zur offiziellen Einführung der Lateinschrift (1860 in der Walachei, 1863 in Moldawien) (vgl. Sala 1997b: 8; Haarmann 2002: 317).

Cele mai vechi texte românești păstrate datează din secolul al XIV-lea, scrise cu alfabet chirilic. Cele mai vechi informații despre regulile ortografice ale limbii române cu litere chirilice se găsesc în prima gramatică românească păstrată, de la 1757, a lui Dimitrie Eustatievici-Brașoveanul. Pentru scrierea cu litere latine, primele reguli orto- grafice sunt formulate în prima lucrare tipărită a Școlii Ardelene, în 1779.[44]

(Duțu 2000: 20)

X. Zwischen dem 6. und 12. Jh., zur Zeit des intensiven Zusammenlebens von Urrumänen und Slawen, wurden viele gemeinslawische Elemente in die Sprache der Dakoromanen übernommen. Dabei handelte es sich um Ausdrücke, die die Slawen auch im Prozess des Sprachwechsels zum Rumänischen weiterhin verwendeten. Dabei kam es auch zur Bedeutungsänderung lateinischer Wörter nach slawischem Vorbild, z.B. lat. lumen „Licht” vs. altbulg. свѣтъ „Licht; Welt“ > rum. lume „Welt“; charta „Brief“ vs. книга „Brief; Buch“ > carte „Buch“ (vgl. Асенова 2002: 52; Hiegemann 1988: 35).

[...]


[1] „Es wird behauptet, dass zwei genetisch verwandte Sprachen oder solche mit sehr ähnlichen Struk- turen sich gegenseitig stärker beeinflussen als zwei genetisch und typologisch nicht verwandte Sprachen“ (Übers. P. R.).

[2] Auch Vogel (1995: 192) weist auf die Notwendigkeit der Unterscheidung von objektiver und subjektiver Distanz zwischen Sprachen hin: „Il faut en fait distinguer distance objective et distance subjective, c’est-à-dire d’une côté la part de différences et de similitudes structurelles existant entre deux langues et qui sont typologiquement fondées, objectivement présentes et descriptible au moyen d’analyse contrastives, et d’une autre côté l’évaluation qu’en fait l’apprenant, la manière dont il la perçoit.“

[3] Nur bei den Personalpronomina – eu „ich“; el „er“; ea [ja] „sie“; ei „sie (m/pl); ele „sie (f/pl)“ – sowie bei Formen des Verbs a fi „sein“ – ești „bist“; e (este) „ist“; eram, erai, era etc. „war, warst, war etc.“

[4] Man unterscheidet in der Forschung vier sog. ‚historische rumänische Dialekte‘: Dakorumänisch, Istrorumänisch, Meglenorumänisch und Aromunisch. Diese ‚Dialekte‘ haben sich im Laufe der Zeit so weit auseinander entwickelt, dass sie heute als eigenständige Varietäten anzusehen sind. Aller-dings ist nur das Dakorumänische vollständig ausgebaut (vgl. Krefeld 2003: 82).

Mit Hinblick auf die Abgrenzung des Rumänischen von den anderen ‚Dialekten‘ und seine Einordnung in die Reihe der romanischen Sprachen gibt Krefeld (2003: 85) zu bedenken: „[Es ist] überhaupt wenig plausibel, Idiome als Dialekte zu klassifizieren, die von ihren Sprechern durchaus nicht als relationale Varietäten einer Bezugssprache empfunden werden oder sogar nicht einmal als solche empfunden werden können, da sie weder unter dem Dach einer nah verwandten Ausbau-sprache (in diesem Fall des [Dako-]Rumänischen) stehen noch in der sprachlichen Selbstwahrneh-mung der Sprecher notwendig mit einer übergeordneten Sprache in Verbindung gebracht werden. […] Das Rumänische ist – mit Meyer-Lübke gesagt – ‚eine lediglich linguistische‘ Sprache; es verkör-pert, genauer gesagt, den in der gegenwärtigen Romania singulären Fall einer sich aus der Beschrei-bungsperspektive automatisch ergebenden Abstandssprache. Im Blick auf die bis in die vier Teilgrup-pen hineinreichende Diskontinuität – und in Analogie zur Gruppe der plurizentrischen Ausbauspra-chen – möchte ich diesen Status noch genauer als dislozierte Abstandssprache fassen.“

[5] Vgl. Wikipedia s. v. „Rumänisch“. Zu finden im Internet unter: <www.wikipedia.org> (Letzter Zu-griff: 12.09.2009).

[6] Dakien wurde im Jahre 106 n. Chr. während der Herrschaft von Kaiser Trajan römische Provinz. Kaiser Aurelian gab das Gebiet jedoch 271 n. Chr. wieder auf.

[7] „Die geographische Lage am äußeren Rand der Romania und die Geschichte des rumänischen Volkes, welches sich über Jahrhunderte ohne den Kontakt zum Westen der Romania entwickelt hat, erklären die spezifischen Besonderheiten des Rumänischen unserer Tage.“ (Übers. P. R.)

[8] „[Die Slawen] haben bei [den Rumänen] diejenige Rolle gespielt, die im romanischen Westen die ger- manischen Völker hatten, welche sich im Inneren oder an der Peripherie des Römischen Reiches etablierten. Sowohl im romanischen Osten als auch im Westen haben diese wandernden Völker das gleiche Schicksal erlitten: in den Regionen, wo die Romanität stark war (Dakien, Italien, Gallien und die Iberische Halbinsel) wurden sie von den Romanen assimiliert, auch wenn sie über mächtige Staatsapparate verfügten.“ (Übers. P. R.) Vgl. dazu auch folgende Beobachtung von Hiegemann (1988: 7): „Westliche Romanisten drückten ihre Verwunderung über den nicht-okzidentalen Aspekt der rumänischen Sprache und den hohen Anteil an Slawismen aus, die in den romanischen Sprachen des Westens nicht vorhanden sind, ohne zu beachten, dass diese ihrerseits eine beträchtliche Anzahl an Germanismen aufweisen, die im Rumänischen nicht vorkommen.“

[9] „Der große Anteil altslawischer Elemente am rumänischen Wortschatz hat nicht die [grundlegend] lateinische Struktur desselben beeinträchtigt, auch wenn die rumänische Sprache sich durch ebendie- se Wörter stark von den anderen neulateinischen Idiomen unterscheidet“ (Übers. P. R.).

[10] Die Zugehörigkeit des Rumänischen zur Ostromania wird auch auf der Wortschatzebene deutlich, vgl. rum. ieși und ital. uscire („hinausgehen“ < lat. exire) vs. frz. sortir, span. salir und port. sair; rum. prânz und ital. pranzo („Mittagessen“ < lat. prandium) vs. frz. déjeuner, span. almuerzo und port. almoço; rum. măr und ital. mela („Apfel” < lat. malum) vs. frz. pomme, span. manzana und port. maçã; rum. urmă und ital. orma („Fußspur“ < lat. *urma) vs. frz. vestige, span. vestigio und port. vestígio [eigene Zusam- menstellung].

[11] Bodmer (1997: 380) erklärt die Unterschiede in der Pluralbildung bei den romanischen Sprachen damit, dass sich im Italienischen und Rumänischen der vulgärlateinische Nominativ (ungebeugter Fall: capra/capre) gegenüber dem obliquen Kasus (gebeugter Fall: capra/capras) durchgesetzt hat, wohingegen im Französischen, Spanischen und Portugiesischen genau das Gegenteil der Fall war.

[12] Die weitaus gebräuchlichere rumänische Vokabel für ‚Freundin‘ ist jedoch das aus dem Slawischen stammende prietenă (vgl. bulg. приятел „Freund“).

[13] Die nachstehende Auflistung der Merkmale ist zum großen Teil das Ergebnis meiner eigenen langjährigen sprachvergleichenden Beschäftigung mit dem Rumänischen und Lateinischen. Vgl. aber z.B. auch Brâncuș (2003: 262 / 272); Daniliuc/Daniliuc (2000: 33 / 53f. / 152f.); Krefeld (2003: 83). Zur Etymologie der rumänischen Wörter vgl. DEX.

[14] Vgl. dazu z.B. auch Daniliuc/Daniliuc (2000).

[15] Einfaches Perfekt und Plusquamperfekt werden vom PPP abgeleitet.

[16] Kurzform von a avea zur Bildung des Futurs: am să cânt = o să cânt „ich werde singen”.

[17] Die jeweiligen lateinischen Entsprechungen zu den Verben sind: afirmare („behaupten“), invenenare („vergiften“), facĕre („machen“), tacēre („schweigen“), audire („hören“), scupire („spucken“), horrire („verabscheuen“) (vgl. DEX).

[18] Die Formen des Konjunktivs unterscheiden sich vom Indikativ nur in der 3. Pers. Sgl. und Pl.

[19] Als Erstes genannt ist die betonte Form des Pronomens, darauf folgt die unbetonte. In Klammern steht die Kurzform des Pronomens. Die Personalpronomina el, ea (ei, ele) finden sich in Tab. 11, da sie von lat. ille abgeleitet sind.

[20] Der bestimmte Artikel wird im Rumänischen an das Nomen angehängt, vgl. bărbat „Mann” vs. bărbatul „der Mann”; familie „Familie” vs. familia „die Familie”.

[21] Da der Genitiv immer nur unmittelbar nach einem bestimmten Artikel stehen kann, steht bei unbestimmten Nomina und auch bei Ordinalzahlen der Genitivartikel, vgl. odaia casei „das Zimmer des Hauses” vs. o odaie a casei „ein Zimmer des Hauses”; în cel de-al doilea caz „im zweiten Fall”.

[22] Der Adjektivartikel steht vor dem Adjektiv, wenn dieses näher bestimmt werden soll, jedoch dem Substantiv nachgesellt ist, vgl. bunul om vs. omul cel bun „der gute Mann“.

[23] In Klammern steht die Kurzform des Objektpronomens.

[24] Das Demonstrativpronomen kann im Rumänischen sowohl vor, als auch nach dem Substantiv steh-en, vgl. acele case vs. casele acelea „jene Häuser”. Die Formen mit Suffix -a sind auch die des alleinsteh- enden Demonstrativpronomens, vgl. după aceea „danach”; de aceea „deswegen”. Die Kurzformen wer- den in der gesprochenen Sprache verwendet.

[25] „Im Allgemeinen sind die lateinischen Begriffe insofern wichtig, als sie die gebräuchlichsten sind. Sie haben großes semantisches Gewicht und bilden viele Ableitungen, besetzen also eine zentrale Position innerhalb der Struktur des rumänischen Wortschatzes.“ (Übersetzung P. R.)

[26] Vgl. lat. cogitare, scire, intellegere, invitiare, incipere [Eigene Beispiele].

[27] Der lateinische Erbwortschatz des Rumänischen umfasst laut Hiegemann (1988: 15-17) ohne Berücksichtigung der Ableitungen insgesamt 591 Lexeme und weist eine nicht geringe Anzahl von Elementen auf, die in allen romanischen Sprachen weiterleben: die insgesamt 484 gemeinromanische Lexeme entsprechen immerhin 81,9% des Erbwortschatzes, wobei fast alle diese rumänischen Wörter formal den lateinischen Lexemen näher stehen als die anderen romanischen Äquivalente. Die restlichen 107 lateinischen Lexeme (18,1% des Erbwortschatzes) sind auf die rumänische Sprache beschränkt, d.h. sie bleiben im Italienischen und in der Westromania ohne Entsprechung.

[28] Vgl. dazu auch Ernst (1998: 768): „Die Entlehnungen des 19./20. Jh. aus dem Lateinischen bzw. anderen romanischen Sprachen haben sehr stark dazu beigetragen, den romanischen Charakter des rumänischen Lexikons zu unterstreichen.“

[29] Vor allem im Banat und in Siebenbürgen traten die Rumänen auch mit deutschsprachigen Wehrbauern und ungarischen Siedlern in Sprach- und Kulturkontakt. Allerdings will ich darauf hier nicht näher zu sprechen kommen, da aus dem Deutschen und Ungarischen nur lexikalische Elemente übernommen wurden und dieser Kontakt nicht zu grundlegenden Veränderungen im Sprachsystem geführt hat. Trotzdem sei an dieser Stelle betont, dass auch diese Elemente schließlich in den allgemeinen Wortschatz des Rumänischen Einzug gehalten haben (vgl. Sala 1997b: 12). Beispiele für ungarische Wörter wären rum. alcătui „bauen, errichten” < ungar. alkot; oraș „Stadt” < város; hotar „Grenze“ < határ; făgăduială „Versprechen” < fogadalom „Gelöbnis”; gând „Gedanke” < gond „Sorgfalt”. Beispiele für deutsche Wörter wären rum. chelner „Kellner”; holțșurub „Holzschraube, Dübel“; șină „Schiene“; șuncă „Schinken“; șură „Scheuer, Scheune“ (vgl. DEX). Für weitere Beispiele vgl. Winkelmann (1982 310ff.).

[30] Auch wenn ganz Südosteuropa gern als ‚der Balkan‘ bezeichnet wird, sei an dieser Stelle angemerkt, dass das rumänische Sprachgebiet in der Tat nicht auf dem Balkan, sondern in der Karpatenregion liegt.

[31] Zu den folgenden Ausführungen vgl. Asenova (1999: 211ff.); Асенова (2002: 28-207); Fiedler (2003: 349 ff.); Haase (1995: 128ff.); Radeva (2003: 2); Schaller (1975: 101ff.); Schlösser (2001: 115); Winkelmann (1982: 301ff.).

[32] „Eine besondere Bedeutung bei der Bestimmung des Umfangs des Substratwortschatzes spielt die sog. albanisch-rumänische Lexik, wobei es ernste Gründe für die Annahme gibt, dass diese auf eine Sprache zurückgeht, deren unmittelbarer Nachfolger das Albanische ist und welche das Substrat (oder nah verwandt mit dem Substrat) des Rumänischen ist“ (Übers. P. R.).

[33] Eigene Zusammenstellung von Beispielen.

[34] Eigene Zusammenstellung von Beispielen.

[35] Ähnlich wie lat. langes /e/, vgl. vidēre > vedea; habēre > avea „haben”.

[36] Ähnlich wie lat. unbetontes /a/, vgl. facit vs. faciebat > face vs. făcea „er macht[e]“; cantare > cânta „sin-gen”.

[37] Vgl. lat. saccus vs. sacci > rum. sac > saci „Sack/Säcke“.

[38] Vgl. lat. similis > rum. asemenea „ähnlich“.

[39] Das Bulgarische sowie das mit ihm nah verwandte Makedonische sind unter den Balkansprachen und auch unter den slawischen Sprachen die einzigen, die ihr Kasussystem so weit reduziert haben wie die romanischen Sprachen.

Vgl. dazu folgende Ausführungen von Asenova (1999: 219): „The analyticity is one oft he most im-portant Balkanisms in Bulgarian. From the point of view on the declination, the Slavic languages are the most archaic among the Modern Indo-European languages, as archaic as only the Baltic languages are. Compared to the background of the other Slavic languages, which have 6-7 cases, the analytical Bulgarian seems strange. Old Bulgarian was a classical Slavic language with 7 cases (including the Vo-cative case), just as all the modern Slavic languages are now. Its real development to analyticity was accomplished between the 12th and 14th centuries. By the end of the 14th century Bulgarian was al-ready an analytical language. According to several scholars, the beginning of analyticity can be found in the written records from the 10th – 11th centuries, but in the spoken language it occured perhaps earlier and appeared in the second half of the 9th century. In some Old Bulgarian texts […] there was Accusative/Locative confusion after prepositions на/въ.“

Die Entwicklung des Bulgarischen ist für die Romanistik insofern von großem Interesse, als die Sprache den direkten Nachfolger der Kultursprache Altkirchenslawisch darstellt. Ebenso wie die romanischen Sprachen aus dem Lateinischen ist auch das Bulgarische als ‚stark vereinfachte‘ Volkssprache mit weitaus weniger grammatischen Formen aus dem Altkirchenslawischen hervorgegangen. Das Bulgarische schöpfte im Laufe seiner Geschichte immer wieder aus dem reichen Wortschatz dieser slawischen Kultursprache, ebenso wie die romanischen Sprachen aus dem Latein.

[40] Vgl. demgegenüber rum. Să fi știut eu asta! vs. bulg. Да знаех това! „Wenn ich das gewusst hätte!“ (vgl. Daniliuc/Daniliuc 2000: 390ff.; Radeva 2003: 323).

[41] Im Griechischen und Bulgarischen geht der Verlust des Infinitivs sogar so weit, dass als Nennform in Wörterbüchern die 1. Pers. Sgl. Ind. Präs. auftaucht, z.B. κάνο bzw. правя „machen (ich mache)“.

[42] „Der Gebrauch des Infinitivs ist verglichen mit den anderen Balkansprachen im Rumänischen am lebendigsten“ (Übers. P. R.).

[43] Die Bildung des Futurs mit dem Hilfsverb ‚wollen‘ ist ebenfalls ein Balkanismus, vgl. alb. do të punoj vs. bulg. ще работя vs. gr. ϑα δουλεύο vs. rum. voi lucra „ich werde arbeiten“ (vgl. Schaller 1975: 153).

[44] „Die ältesten erhaltenen rumänischen Texte stammen aus dem 16. Jh. und wurden in kyrillischer Schrift verfasst. Die ältesten Informationen über die Regeln zur Schreibung der rumänischen Sprache mit kyrillischen Buchstaben finden sich in der ersten erhaltenen rumänischen Grammatik aus dem Jahr 1757, verfasst von D. Eustatievici-Brașoveanul. Für die Schreibung in lateinischer Schrift wurden die ersten orthographischen Regeln im ersten gedruckten Werk der Siebenbürger Schule im Jahr 1779 formuliert” (Übers. P. R.).

Details

Seiten
86
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656883487
ISBN (Buch)
9783656883494
Dateigröße
1.2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287957
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2.0
Schlagworte
sprachvergleichende betrachtung spanischen rumänischen

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Titel: Sprachvergleichende Betrachtung des Spanischen und Rumänischen