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Pflegerische Betreuung und Beratung von onkologischen PatientInnen im Rahmen der ambulanten Chemotherapie

Evidenzbasierte Pflegeinterventionen, bedürfnisorientiertes Caring & Patienten- und Angehörigenedukation in der Onkologiepflege

Bachelorarbeit 2015 46 Seiten

Pflegewissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

1 Einleitung

2 Methodik
2.1 Forschungsfragen
2.2 Literaturrecherche

3 Ergebnisse
3.1 Pflegerisches Assessment im Rahmen der ambulanten Chemotherapie
3.2 Interventionsmöglichkeiten in Bezug auf bestimmte Symptome
3.2.1 ANE-Syndrom
3.2.2 Fatigue
3.2.3 Mukositis
3.2.4 Angst und Unruhe
3.3 Caring und bedürfnisorientierte Begleitung
3.3.1 Beziehungsebene
3.3.2 Problemebene
3.3.3 Organisationsebene
3.4 Aspekte der Patienten- und Angehörigenedukation
3.4.1 Information und Beratung von Patienten und Angehörigen
3.4.2 Selbstpflegepotential und Empowerment
3.4.3 Die Rolle signifikanter Anderer
3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse

4 Diskussion
4.1 Der Patient im Fokus
4.2 Das Setting im Fokus
4.3 Das „Miteinander“ im Fokus
4.4 Schlussfolgerung für die Pflegepraxis
4.5 Limitation und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

Anhang

Ein ganz besonderer Dank gilt den PatientInnen, welche ich in meiner bisherigen Pflegepraxis betreuen durfte. Sie haben mich schlussendlich zum Thema dieser Arbeit geführt. In vielen Gesprächen haben sie mir Vertrauen und dadurch Wertschätzung geschenkt. Sie gewährten mir Einblicke in ihre ganz persönliche Lebenswelt, halfen mir zu lernen und zu verstehen. Diese Arbeit ist vor allem ihnen gewidmet.

Abstract

Einleitung: Die ambulante Chemotherapie stellt ein Setting dar, in welchem sich der Großteil der onkologischen PatientInnen des Öfteren befindet. Die Betroffenen sind in dieser Phase zu großen Teilen auf sich alleine gestellt. Evidenzbasierte pflegerische Interventionen und Konzepte der Edukation sind dabei in der derzeitigen Praxis nur in einem geringen Maß integriert.

Ziel der Untersuchung: Das Ziel der Arbeit ist die Darstellung der praxis-relevanten Aspekte der pflegerischen Interventionen in Bezug auf bestimmte Problemsituationen sowie das Beschreiben der Bedürfnislage der Betroffenen. Außerdem sollen wesentliche Schwerpunkte der Patienten- und Angehörigen-edukation aufgezeigt werden.

Methodik: Es wurde eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Pubmed, CINAHL, Academic Search Elite und ONS durchgeführt. 14 wissenschaftliche Arbeiten wurden in die Studie integriert.

Ergebnisse: Das Assessment bildet auch hier den Grundstein für den weiteren Pflegeprozess. Bestimmte pflegerische Interventionen können sich dabei positiv auf die Situation der PatientInnen auswirken. Die Patientenbedürfnisse gliedern sich in eine Bedürfnis-, eine Problem- und eine Organisationsebene. Hinsichtlich der Patienten- und Angehörigenedukation stellt Empowerment ein absolutes Potential dar, um die Betroffenen zum Umgang mit bestimmten Heraus-forderungen zu befähigen.

Diskussion: Betroffene mitsamt ihren persönlichen Merkmalen und Bedürfnissen müssen stets im Fokus der Betreuung stehen. Empowerment bietet dabei Möglichkeiten, die PatientInnen und das System auf gewisse Herausforderungen vorzubereiten. Modelle und Konzepte zur Unterstützung sind bereits vorhanden und müssen der Praxis zur Verfügung gestellt werden. Bestimmte Maßnahmen aus dem Bereich evidence based nursing sollten daher vermehrt Einzug in den klinischen Alltag finden.

Schlüsselwörter: ambulante Chemotherapie, onkologische Pflege, Intervention, Bedürfnisse, Empowerment.

Abstract

Introduction: Outpatient chemotherapy represents a setting that reflects the situation of most oncological patients. In the majority of cases, the people concerned hardly receive enough support and have to face their problems alone. In current practice, evidence-based nursing interventions and educational concepts are only integrated to some extent.

Objectives: This thesis aims to present the practically relevant aspects of nursing interventions with regard to particular problem situations as well as to describe the immediate needs of those affected. Furthermore, key points in the education of patients and their caregivers are emphasized.

Methods: A systematic literature search was conducted in the following data bases: Pubmed, CINAHL, Academic Search Elite and ONS. A total of 14 scientific papers have been integrated into the study.

Results: Like a lot of other tasks, a successful nursing process is based on assessment. Certain nursing interventions can have a positive effect on the patients’ condition. Patients’ requirements can be divided into three categories, i.e. need-related, problem-related and organisation-related. With regard to patient and caregiver education, empowerment has enormous potential to enable those affected to cope with certain challenges.

Discussion: Patients with all their individual characteristics and requirements have to be given primary attention at all times. Empowerment offers ways of preparing patients and the system around them for special challenges. Models and concepts to support affected people already exist and have to be made available to nurses in this field. Thus, certain evidence-based nursing interventions should increasingly be incorporated in clinical routine.

Keywords: outpatient chemotherapy, oncological nursing, intervention, requirements, empowerment

1 Einleitung

Weltweit gilt Krebs als zweithäufigste Todesursache bei Kindern und Erwachsenen. In Österreich leiden derzeit (Stand: 2011) über 300.000 Menschen an einer malignen Erkrankung, bei einer Inzidenz von 37.000 bis 38.000 Neuerkrankungen pro Jahr (Statistik Austria, 2013). Eine Krebsdiagnose, so Shaha et al. (2008, S. 385), bedeutet in vielen Fällen den Beginn einer sich über mehrere Jahre erstreckenden Behandlung, die chirurgische Eingriffe in Kombination mit Radio- und Chemotherapie beinhaltet. Krebserkrankungen nehmen aufgrund ihrer Interaktion mit vielen anderen Lebensbereichen der Betroffenen einen immer größer werdenden Stellenwert im Gesundheitswesen ein. Die Herausforderungen, die sich dadurch für Betroffene, Angehörige und Betreuende ergeben, sind multifaktoriell und in ihrer Ausprägung individuell (Österreichische Krebshilfe, 2012, S. 5).

Onkologische Pflege beschreibt hierbei die fachliche und menschliche Unterstützung des Patienten in physischen, psychischen und sozialen Problemsituationen. Wie Considine et al. (2009) in ihren Studien belegen, bedarf es dabei einer spezialisierten Betreuung seitens der Pflegenden, weil diese im klinischen Alltag eine zentrale Funktion in Organisation, Ablauf und Betreuung darstellen. Die Besonderheit besteht laut Bäumer (2008, S. 56) darin, dass Pflegende in ihrer Funktion als Begleiter von Beginn des Diagnoseprozesses bis über den klinischen Therapiezeitraum hinaus in diesen Weg involviert sind.

Der onkologische Patient, wie Immenschuh et al. (2005, S. 243) ihn beschreiben, zeichnet sich durch explizites Wissen über seine eigene Krankheit aus, er ist oftmals Experte in seiner individuellen Situation. Trotz dieser Kompetenz des Patienten rückt der Beistand in vielen Problemstellungen sowie bei der Alltagsbewältigung, laut der Österreichischen Krebshilfe (2012, S. 5), in vielen Fällen in den Hintergrund. Betroffene und ihre Bezugspersonen gelten definitionsgemäß als vulnerable Gruppe, weil sie sich in einer längerfristigen Krisen- bzw. Umbruchssituation befinden. Dieses Phänomen bedingt, dass Pflegefachpersonen auf die Vielfältigkeit der persönlichen Bedürfnisse onkologischer Patienten eingehen und mittels Kompetenz und Empathie agieren müssen (Landenberger et al., 2005, S. 17). Schwerpunkte bezüglich Betreuung, Begleitung und Beratung müssen daher stets unter Beachtung dieses Aspektes gesetzt werden.

Pflegerisch-evidenzbasierte Interventionen zur Vereinheitlichung der Pflegepraxis, so erläutern Landenberger et al. (2005, S. 5), tragen dabei zur Qualitätssteigerung und Kontinuitätssicherung bei. Wie üblich bildet dabei das Assessment die Basis für die Pflegeplanung, es soll sich jedoch, so Bartholomeyczik und Halek (2004, S. 11), an den speziellen Bedürfnissen dieser Patientengruppe orientieren.

Im Allgemeinen kann eine Chemotherapie, wie es die Österreichische Krebshilfe (2012, S. 18) beschreibt, täglich, wöchentlich oder monatlich verabreicht werden und sich über ein bis mehrere Tage erstrecken. Häufigkeit und Dauer der Therapie richten sich dabei in erster Linie nach der Art der Manifestation, dem Behandlungsziel, der eingesetzten Medikation und der individuellen Verträglichkeit. Die ambulante Chemotherapie stellt dabei je nach Therapieschema ein Setting dar, in dem sich die überragende Mehrheit der Patienten im Laufe ihrer Behandlung des Öfteren befindet. Aus der Perspektive der Pflegepraxis ist die tagesklinische Form der ambulanten Alternative bezüglich dieser Thematik gleichzusetzen, da beide Arten des Krankenhausaufenthaltes dieselben fachpflegerischen Kompetenzen benötigen. In Akutkrankenhäusern sind verschiedene Modelle der nicht-stationären Zytostatikatherapie zu beobachten. Wie McInnes et al. (2010, S. 22) beschreiben, orientieren sich diese an den Charakteristika des einzelnen Patienten sowie an der Organisation und Tradition der jeweiligen Krankenanstalt. In den vergangenen Jahren gewann die ambulante Form der Behandlung einen immer größeren Zuspruch im Gesundheitswesen, da die Autonomie und der Alltag der Betroffenen nur in einem geringen Maße beeinflusst werden (McInnes et al., S. 83). Lee et al. (2010) zeigen in ihren Studien eine signifikante Steigerung der subjektiv empfundenen Lebensqualität von Patienten mit ambulanter Betreuung im Vergleich zu einer Testgruppe mit stationärem Therapieaufenthalt.

Unabhängig von der Art und Weise der Verabreichung von zytotoxischen Substanzen, sei es unter kurativen, adjuvanten oder palliativen Gesichtspunkten, kann diese mit einer vielschichtigen Begleitsymptomatik verbunden sein. ANE-Syndrom (Anorexia, Nausea, Emesis), Müdigkeit und Erschöpfung (Cancer-Fatigue), Diarrhoe, Stomatitis, Haarausfall, Hoffnungslosigkeit und Depression sind nur beispielhafte Nennungen der möglichen Beschwerden (Oncology Nursing Society, 2014). Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft ist eine Minimierung der Ausprägung einzelner Begleiterscheinungen mit Hilfe von adäquater Prävention bzw. mittels Assessment, Planung und evidenzbasierter Intervention möglich (Lennan et al., 2010). Als Fundament dafür wird ein ausreichendes Wissen bezüglich der unterschiedlichen side-effects seitens des interdisziplinären Betreuungsteams vorausgesetzt. Ebenso einzubeziehen sind in diesem Zusammenhang Aspekte der Patienten- und Angehörigenedukation. Beratung in der Pflege, so definiert es Koch-Straube (2008, S. 24), dient dabei der Förderung der Gesundheit und zielt, orientiert an der Salutogenese, auf die Stärkung der individuellen Ressourcen ab. Sie versteht sich als non-direktives Wechselwirken gleichwertiger Personen, in deren Verlauf der Klient eigene Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse bewältigen kann. Eine Untersuchung des britischen Department of Health (2010) zeigt, dass nur 60% der Chemopatienten das Gefühl haben, die betreuenden Gesundheitsfachberufe würden alles in ihrer Macht Stehende tun, um zu einer Verbesserung dieser Symptomatik beizutragen (Griffiths et al., 2011, S. 2). Ebenso signifikante Ergebnisse ähnlicher Ausprägung haben die Befragungen bezüglich emotionaler Unterstützung und Caring ergeben. Eine Untersuchung von Arantzamendi und Kearney (2004) bezüglich psychosozialer Bedürfnisse von Betroffenen zeigt, dass Parameter wie Angst, Stress, innere Unruhe und das Gefühl der Isolation signifikant erhöht sind. Die soziale und emotionale Lage von Betroffenen begibt sich in diesem Zusammenhang in Interaktion mit therapieinduzierten Nebenwirkungen, was - wie die Autoren fortführen - von betreuender Seite stets zu beachten ist.

Neben der Durchführungsverantwortung bei der Verabreichung von Arzneimitteln zur Linderung dieser Nebenwirkungen fallen viele Maßnahmen zur Verbesserung des Gesundheitszustandes dieser Patienten (laut dem GuKG §14) in den eigenverantwortlichen Tätigkeitsbereich der Gesundheits- und Krankenpflege (Weiss-Fassbinder, Lust, 2010, S. 87). Evidenzbasierte, supportive Methoden, so Landenberger et al. (2005, S. 49), sind für professionelle Pflegepersonen der Neuzeit unabdingbar; die Kommunikation zu den Patienten bildet den Grundstein dafür. Das Setting der ambulanten Chemotherapie bietet hierbei die Möglichkeit für Betroffene und Pflegende in Kontakt zu treten, zu verstehen und gemeinsam zu handeln.

Das Hauptziel der vorliegenden Arbeit ist es, die pflegerelevanten Besonderheiten in der ambulanten Chemotherapie zu klären. Es sollen gezielte Pflegeinterventionen für Patienten mit onkologischen Erkrankungen veranschaulicht werden. Bezogen auf verschiedenste Begleiterscheinungen, welche im Rahmen einer Tumorerkrankung auftreten, sollen dabei evidenzbasierte Möglichkeiten des pflegerischen Handelns aufgezeigt werden. Die Patienten in der ambulanten Chemotherapie stellen eine Population dar, welche aufgrund der Periodik und des Ablaufes dieser Behandlungsform nur für kurze Zeitspannen pflegerisch betreut wird. Pflegerisches Fachwissen muss sich somit auf dieses Setting abgestimmt, situations- und bedürfnisorientiert präsentieren. Nach dem Leitspruch „putting evidence into practice“ sollen die Ergebnisse dieser Studie alternative Wege zur Bewältigung der oftmals schwierigen Situationen bieten. Ein spezielles Augenmerk wird dabei auf Themenbereiche und Interventionen gelegt, welche bislang im praktischen Alltag weniger fokussiert worden sind. Des Weiteren ist es ein Ziel der Arbeit, den Bedarf an edukativen Maßnahmen zu klären und relevante Forschungsergebnisse zu dieser Thematik zu veranschaulichen. Die Arbeit soll Patienten, Angehörigen und Pflegenden ein neues Repertoire an Strategien zur Bewältigung der Herausforderungen von onkologischen Erkrankungen bieten.

Aus Gründen der sprachlichen Vereinfachung und besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit zum Teil nur eine Schreibweise für personenbezogene Bezeichnungen verwendet. Diese gilt für Frauen und Männer gleichermaßen und ist als wertfrei anzusehen.

2 Methodik

Im folgenden Abschnitt wird das methodische Vorgehen der Arbeit erläutert. Anhand der Ziele der Arbeit werden dabei die Forschungsfragen formuliert. Die Literaturstudie wird aufgrund des wissenschaftlichen Standards nach dem EMED-Format strukturiert.

2.1 Forschungsfragen

Die zu beantwortenden Forschungsfragen ergeben sich aus dem PIKE-Schema und lauten wie folgt:

„Welche Aspekte des pflegerischen Handelns sind hinsichtlich der Betreuung von onkologischen Patienten im Rahmen der ambulanten Chemotherapie zu beachten?“

„Welche Schwerpunkte der Patienten- und Angehörigenedukation stehen im Setting der ambulanten Chemotherapie im Vordergrund?“

2.2 Literaturrecherche

Das methodische Vorgehen bezüglich der Literaturrecherche wird bis hin zu den ausgewählten relevanten Publikationen im folgenden Abschnitt mittels der drei Prozessschritte Identifikation, Selektion und Bewertung dargestellt.

Identifikation

Die für diese Arbeit benötigte Literaturrecherche wurde im Zeitraum Mai bis August 2014 in den Datenbanken Medline via Pubmed, CINAHL via EBSCO-Host, Academic Search Elite, Google Scholar sowie in den Datenbanken der Oncology Nursing Society durchgeführt. Die Suchbegriffe wurden für diesen Vorgang in den jeweiligen Datenbanken den betreffenden MeshTerms bzw. Headings angeglichen. Zusätzlich wurde eine Handsuche in relevanten wissenschaftlichen Zeitschriften durchgeführt. Zur Suche wurden hierbei die Begriffe „chemotherapy“, „oncology“, „outpatient“, „nursing“, „education“ und „care“ in all ihren Abwandlungen sowie in deutscher und englischer Sprache verwendet. Außerdem wurde in der Bibliothek der Universität Innsbruck sowie in der Bibliothek der UMIT Hall nach relevanter Fachliteratur gesucht. Für betreffende aktuelle Statistiken und Grafiken wurde ein Schriftverkehr mit Statistik Austria und den österreichischen Sozialversicherungsträgern eingeleitet.

Selektion

Als Einschlusskriterien wurden ein abgeschlossenes peer-review Verfahren und die Publikation nach dem Jahr 2004 gesehen, um nur Ergebnisse nach dem neuesten Stand der Wissenschaft in die Arbeit aufzunehmen. Von der Recherche ausgeschlossen wurden Studien, welche sich mit Kindern (infant, child, pediatric) beschäftigten (Tabelle 1).

Die Ergebnisse der Literaturrecherche wurden im nächsten Prozessschritt begutachtet, nur relevante Studien wurden zum Verfassen der Arbeit verwendet.

Bewertung

Um die Qualität der Arbeit zu sichern, wurden die Ergebnisse der Literaturrecherche kritisch beurteilt und - gemessen an ihrer Güte und Relevanz - ein- bzw. ausgeschlossen. Die Resultate der Onlinesuche wurden im ersten Schritt mittels einer Durchsicht der Abstracts sortiert. Infolgedessen wurden die Publikationen gelesen und im Rahmen der vorab festgelegten Kriterien in die Ergebnisse der Literaturstudie aufgenommen bzw. ausgeschlossen (Abbildung 1).

Zur besseren Veranschaulichung des Recherchevorganges wurde ein tabellarisches Suchprotokoll erstellt, welches im Anhang der Arbeit zu finden ist.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Darstellung der Ein- und Ausschlusskriterien (eigene Darstellung)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Flussdiagramm zur Darstellung der Literaturrecherche (eigene Darstellung)

3 Ergebnisse

Im folgenden Abschnitt werden die einbezogenen Forschungsarbeiten in tabellarischer Form dargestellt und in alphabetischer Reihenfolge (nach Autoren) gereiht. Im Anschluss daran werden diese in Textform erläutert und mittels ihrer Ergebnisse verglichen. Im Rahmen der Synthese der Studien wurden diese - ihrer Relevanz für die Pflegepraxis entsprechend - in übergeordneten Kategorien zusammengefasst.

3.1 Pflegerisches Assessment im Rahmen der ambulanten Chemotherapie

Laut Bartholomeyczik und Halek (2004, S. 11) soll das pflegerische Assessment die Grundlage für den Pflegeprozess bilden und sich in erster Linie an der speziellen Situation des Pflegebedürftigen orientieren. In den verschiedenen Gesundheitseinrichtungen werden dazu unterschiedliche Instrumente eingesetzt. Wie Browall et al. (2012) in ihren Untersuchungen belegen, befinden sich Patienten mit malignen Erkrankungen in der Phase der ambulant durchgeführten Verabreichung der Chemotherapie in einem besonderen Setting. Diese Besonderheiten ergeben sich durch einen zumeist sehr kurzen Aufenthalt in einer Krankenanstalt in Verbindung mit der Zeit zu Hause bzw. im gewohnten Umfeld. Herausfordernde Situationen und belastende Symptome müssen dabei größtenteils eigenständig erkannt und bewältigt werden. Zur Erhebung der auftretenden Symptome - sowohl physischer wie auch psychisch emotionaler Natur - empfehlen Browall et al. (2012) die Memorial Symptom Assessment Scale (MSAS) und prüfen diese auf ihre Anwendbarkeit in der schwedischen Pflegepraxis. Die MSAS unterteilt sich in Subskalen, welche sich auf bestimmte physische, psychische und emotionale Merkmale und Symptome beziehen. Die testtheoretische Prüfung umfasst dabei den Vergleich der Outcomes mit den Ergebnissen des cognitive functioning subscales questionnaire der European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality of Life (EORTC QLQ-C30) und der Hospital Anxiety and Depression Scale (HADS). Die Forschungsarbeit zeigt, dass die MSAS und die EORTC QLQ-C30 in Bezug auf psychische, kognitive und emotionale Funktionen korrelieren (r=-0.78; p<0.01). Dieses Resultat spricht für konvergente Validität. Der Cronbach Alpha Koeffizient ergibt bei der MSAS wie auch bei den MSAS-Subskalen in Bezug auf die aufgetretene Symptomatik 0,80-0,89. Diese Prüfung lässt auf eine gute interne Konsistenz schließen. Frühere Studien, wie Browall et al. (2012) beschreiben, zeigten bereits die Konstruktvalidität „GUT“ sowohl für stationäre als auch für ambulante Anwendung. Die Inhaltsvalidität wird von Experten für die MSAS als Assessmentinstrument als gegeben erachtet.

Der Einsatz der Memorial Symptom Assessment Scale wird international von der Oncology Nursing Society empfohlen und in ihren Expertenstandard im Bereich „Assessment and Measurement“ aufgenommen (ONS, 2014). Die MSAS ist zur besseren Veranschaulichung der Funktionsweise im Anhang der Arbeit beigefügt.

3.2 Interventionsmöglichkeiten in Bezug auf bestimmte Symptome

Im Folgenden werden Möglichkeiten der Intervention dargestellt, welche bei bestimmten auftretenden Symptomen herangezogen werden können. Laut der Oncology Nursing Society sind es Begleiterscheinungen wie das ANE-Syndrom, Fatigue, orale Mukositis sowie Angst und Unruhe, welche in der Phase der ambulanten Chemotherapie vermehrt auftreten. Diese werden dem Pflegeprozess entsprechend in übergeordneten Kategorien zusammengefasst und angelehnt an die Pflegediagnosen der North American Nursing Diagnosis Association (NANDA).

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Details

Seiten
46
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783656878476
ISBN (Buch)
9783656878483
Dateigröße
745 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287609
Institution / Hochschule
UMIT Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik
Note
A
Schlagworte
pflegerische betreuung begleitung patientinnen rahmen chemotherapie evidenzbasierte pflegeinterventionen caring patienten- angehörigenedukation onkologiepflege

Autor

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Titel: Pflegerische Betreuung und Beratung von onkologischen PatientInnen im Rahmen der ambulanten Chemotherapie