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Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung

Analyse im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds

Bachelorarbeit 2013 86 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Überblick über den deutschen Lebensversicherungsmarkt
2.1 Beschreibung der Versicherungsbranche und -unternehmen
2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels

3 Darstellung der Lebensversicherungsprodukte
3.1 Allgemeine Produktmerkmale
3.2 Beschreibung der gängigsten Lebensversicherungsformen
3.2.1 Risikolebensversicherung
3.2.2 Leibrentenversicherung
3.2.3 Gemischte Kapitallebensversicherung
3.3 Struktur der Überschussbeteiligung

4 Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld
4.1 Anlagevorschriften für Lebensversicherer
4.2 Entwicklung ausgewählter Renditeparameter im Zeitablauf
4.2.1 Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand
4.2.2 Höchstrechnungszins für Lebensversicherungen
4.2.3 Laufende Verzinsung von Lebensversicherungen
4.3 Aktuelle Problematik der Beteiligung an den Bewertungsreserven

5 Neuausrichtung von Produkten und Branche
5.1 Bereits eingeleitete Maßnahmen
5.1.1 Schaffung der Protektor Lebensversicherungs-AG und Run off
5.1.2 Solvency II
5.2 Weitere mittelfristige Ansatzpunkte
5.2.1 Modifizierung der Kapitalanlagestruktur
5.2.2 Transparente Darstellung von Rendite und Kapitalanlage
5.2.3 Wachstumschancen durch neu gestaltete Produkte
5.2.4 Schaffung beständiger politisch-rechtlicher Rahmenbedingungen
5.2.5 Internationalisierungsstrategie in neue Märkte

6 Schlussbetrachtung
6.1 Zusammenfassung
6.2 Fazit
6.3 Ausblick

Anhang 1: Marktanteile der Versicherungsgruppen - Berechnung

Anhang 2: Illustration des magischen Dreiecks der Vermögensanlage

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Gesetze, Richtlinien und Verordnungen

Verzeichnis der Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die zehn weltweit größten Lebensversicherungsmärkte gemessen an den in 2011 verdienten Bruttobeiträgen in Mrd. US-$;

Abbildung 2: Altersstruktur in der Bundesrepublik von 2008 - 2060;

Abbildung 3: Erscheinungsformen der Lebensversicherung;

Abbildung 4: Beitragsgestaltung der Risikolebensversicherung;

Abbildung 5: Verlauf des Deckungskapitals bei einer gemischten Kapitallebensversicherung;

Abbildung 6: Systematisierung der Überschussbeteiligung klassischer Lebensversicherungen;

Abbildung 7: Struktur der Kapitalanlagen der Lebensversicherungsunternehmen in Mrd. EUR zum Jahresende 2011;

Abbildung 8: Nominale Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand;

Abbildung 9: Reale Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand;

Abbildung 10: Entwicklung des Höchstrechnungszinses;

Abbildung 11: Entwicklung der laufenden Verzinsung zugunsten der Versicherten und der Nettoverzinsung der Kapitalanlagen;

Abbildung 12: Entstehung stiller Reserven und Lasten bei Anleihen;

Abbildung 13: Struktur und Umsetzung von Solvency II;

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Marktanteil der Einzelunternehmen und Versicherungsgruppen in der Lebensversicherung nach verdienten Bruttobeiträgen in 2011;

Tabelle 2: Beitragsanteileile konventioneller Lebensversicherungsprodukte;

Tabelle 3: Überschussquellen konventioneller Lebensversicherungsprodukte;

Tabelle 4: Übersicht zu Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung im Niedrigzinsumfeld;

Tabelle 5: Übersicht zur Neuausrichtung der Lebensversicherungsbranche und -produkte;

1. Einleitung

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

„In Wahrheit ist [mit der Lebensversicherung] ein Geschäftsmodell gescheitert.“[1]

So kommentierte der Publizist Fromme in der Süddeutschen Zeitung die Lage der deutschen Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung nach einer weiteren Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das Rekordtief von 0,5 % im Mai 2013.

Auch wenn man diese scharfe Einschätzung nicht teilt, so sollten die Herausforderungen für die Lebensversicherungsbranche doch im Kontext des aktuellen Zeitgeschehens näher beleuchtet werden. Denn offenkundig stehen die Lebensversicherer heute vor der komplexen Aufgabe, mit einer konservativen Kapitalanlage langfristige Zinsgarantien von bis zu 4 % auf die Sparbeiträge ihrer Kunden in einem durch niedrige Zinsen geprägten Umfeld zu erwirtschaften. Vor diesem Hintergrund zweifeln Artikel in der Tagespresse immer wieder die Zukunftsfähigkeit der privaten Vorsorgeprodukte an und nähren so Ängste bei den Versicherten, ob die Versicherungswirtschaft zweifelsfrei in der Lage ist, die abgegebenen Leistungsversprechen uneingeschränkt zu erfüllen. In der Tat wandte sich Nikolaus von Bomhard als Vorstand der Munich Re Rückversicherung und als Präsident der Geneva Association bereits 2011 kritisch in einem offenen Brief an die Finanzminister und Gouverneure der Zentralbanken der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken hätte zur Folge, dass mit den abnehmenden Erträgen aus den Kapitalanlagen eine tragende Säule der Versicherer zunehmend erodieren würde.[2] Aus diesen Rahmenbedingen erwächst die Frage, wie die Versicherungsunternehmen konkret durch das Niedrigzinsumfeld beeinträchtigt werden und welche Maßnahmen sie treffen können, um auch in Zukunft erfolgreich am Markt zu bestehen.

Diese Ausarbeitung analysiert die Herausforderungen, mit denen sich die deutsche Versicherungswirtschaft in Hinblick auf das Niedrigzinsniveau beim Produkt Lebensversicherung konfrontiert sieht. Es soll geklärt werden, welche Auswirkungen das gegenwärtige Kapitalmarktumfeld auf die garantierten Leistungen sowie die Beteiligung an den Überschüssen als zentrale Produktmerkmale hat. Weiterhin wird die Arbeit bereits eingeleitete Maßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen aufzeigen und darüber hinaus zukünftige Ansatzpunkte für Modifikationen herausstellen.

Die Herleitung oder Untersuchung versicherungsmathematischer Problemstellungen ist ausdrücklich nicht Betrachtungsgegenstand dieser Ausarbeitung. Auch die Frage, ob die Lebensversicherungsprodukte der Privatwirtschaft im Vergleich zu staatlichen Sozialversicherungslösungen besser oder schlechter abschneiden oder ob staatlich geförderte Produkte wie die Riesterrente gesamtvolkswirtschaftlich sinnvoll erscheinen, wird nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Ebenfalls liegt der Fokus der Ausarbeitung nicht auf der Analyse von Marketingthemen oder vertrieblichen Problemstellungen - etwa ob der provisionsfinanzierte Ausschließlichkeitsvertrieb der Produkte zielführend ist.

1.2 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn dieser Bachelor-Thesis gibt Kapitel zwei einen Überblick über die Lebensversicherungsbranche und die in Deutschland tätigen Versicherungsunternehmen. Weiterhin wird der Markt in einen internationalen Vergleich gesetzt. Anschließend erhält der Leser eine kurze Übersicht über die Auswirkungen des demografischen Wandels auf die Branche und einige der daraus resultierenden Chancen und Risiken.

Es schließt sich Kapitel drei an, das die Vielzahl der Lebensversicherungsprodukte zunächst systematisiert und allgemeine Merkmale aufzeigt. Sodann erfolgt eine Beschreibung der gängigsten Produktformen, um das Kapitel schließlich mit einer Erklärung der Struktur der Überschussbeteiligung abzuschließen. Das Verständnis dieser Struktur erleichtert dem Leser anschließend die Nachvollziehbarkeit der Herausforderungen, die sich im Niedrigzinsumfeld ergeben.

Um diese Herausforderungen geht es im Kapitel vier. Zunächst wird die Kapitalanlage der Versicherer näher betrachtet werden. Wie ist diese strukturiert und welche gesetzlichen Rahmenbedingungen schränken eine freie Portfoliogestaltung ein? Danach fällt der Blick auf die Entwicklung ausgewählter Parameter, an denen die Rendite der Lebensversicherungsprodukte gemessen werden kann. Hierbei soll deutlich werden, welche Konsequenzen das Niedrigzinsniveau bereits mit sich bringt und inwiefern die Diskussion um die Beteiligung an den Bewertungsreserven damit zusammenhängt.

Der fünfte Abschnitt beschäftigt sich mit der Neuausrichtung von Produkten und Bran-che, die sich vor dem Hintergrund der aufgezeigten Herausforderungen vollzieht. So wird neben bereits erfolgten Schritten auch auf zukünftige Maßnahmen und Produktinnovationen im Kontext des Niedrigzinsumfelds eingegangen werden.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse, ergänzt um ein persönliches Fazit des Autors sowie einen Ausblick auf künftige Forschungsfragen und weitergehende Problemstellungen, bilden den letzten Abschnitt der Bachelor-Thesis im Kapitel sechs.

2 Überblick über den deutschen Lebensversicherungsmarkt

2.1 Beschreibung der Versicherungsbranche und -unternehmen

Eingangs soll zur besseren Einordnung des deutschen Lebensversicherungsmarktes ein Überblick zur Branche und den tätigen Versicherungsunternehmen gegeben werden. Nach einer Erhebung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) waren zum Ende des Jahres 2011 in Deutschland 97 Erstversicherungsunternehmen[3] zum Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten autorisiert, von denen jedoch 10 nicht mehr oder noch nicht einem aktiven Geschäftsbetrieb nachgingen.[4] Unter einem Erstversicherer wird ein Unternehmen verstanden, das gegen Erhalt einer Prämie unmittelbar das Risiko eines Endkunden übernimmt. Hiervon abzugrenzen ist der Rückversicherer, bei dem der Erstversicherer seinerseits das übernommene Risiko oder ein Teil davon in Rückdeckung geben kann.[5]

Retrospektiv geht die Anzahl der tätigen Lebensversicherer in Deutschland zurück. So waren im Vergleich z.B. 2007 noch 102 Unternehmen zugelassen, nach 111 Versicherern im Jahr 2002.[6] Rückläufig ist auch die Zahl der abhängig Beschäftigten in der Branche. Ausgehend von rund 74.000 Angestellten im Jahr 2002 waren laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) 2009 noch ca. 46.600 Personen bei einem Lebensversicherer in Deutschland angestellt.[7] Die verdienten Bruttobeiträge - das sind die reinen Beiträge ohne Berücksichtigung des Anteils aus der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB)[8] - sind hingegen im Laufe der Jahre angestiegen. Von 64,77 Mrd. EUR im Jahr 2002 über 75,58 Mrd. EUR im Jahr 2007 beliefen sich die verdienten Bruttobeiträge 2011 auf 82,88 Mrd. EUR.[9] Im Vergleich zu den anderen Erstversicherungssparten wie z.B. der Kranken- oder Unfallversicherung sind damit ca. 46,5 % der Beiträge auf die Lebensversicherungsbranche entfallen.

Tabelle 1 zeigt, gewichtet nach verdienten Bruttobeiträgen, die größten Lebensversicherer 2011 mit Tätigkeit in Deutschland. Dabei werden auf der linken Seite die Unternehmen einzeln betrachtet, während rechts die Marktanteile für verbundene Unternehmen in den jeweiligen Versicherungsgruppen dargestellt sind.

Tabelle 1: Marktanteil der Einzelunternehmen und Versicherungsgruppen in der Lebensversicherung nach verdienten Bruttobeiträgen in 2011;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis der Daten aus BaFin (2013A), S. 126 ff.; Die Berechnung kann dem Anhang 1 entnommen werden.

Der Tabelle 1 ist zu entnehmen, dass die Allianz Lebensversicherung AG mit einem Marktanteil von 17,91 % deutlicher Marktführer im Vertrieb von Lebensversicherungsprodukten ist. Mit erheblichem Abstand und verdienten Bruttobeiträgen im Volumen zwischen 4,5 - 3,8 Mrd. EUR folgen die zweit- bis fünftplatzierten Lebensversicherer. Diese fünf Versicherungsunternehmen haben zusammen bereits einen annähernden Marktanteil von 40 %. Erweitert auf die zehn erfolgreichsten Versicherer erhöht sich der Anteil weiter auf 54,34 %. Folglich besteht mindestens jeder zweite Lebensversicherungsvertrag bei einem dieser Anbieter. Die andere Hälfte an Policen entfällt auf die 87 übrigen Lebensversicherungsunternehmen. Da nach Schradin jedoch ein Großteil der Lebensversicherer in einem Konzern mit anderen Versicherern verbunden sei, soll weiterhin der Marktanteil nach den vorherrschenden Gruppenstrukturen untersucht werden.[10] Hierbei wird deutlich, dass die Marktstellung der Allianz Lebensversicherung AG nicht derart dominant ist, wie zunächst vermutet werden könnte. Auf Rang zwei und drei folgen die Generali Gruppe sowie die öffentlich-rechtlichen Lebensversicherer.[11] Im Ergebnis vereinen die zehn in der Tabelle genannten Versicherungsgruppen drei von vier Lebensversicherungsverträgen auf sich. In der Versicherungswirtschaft zeichnet sich vor dem Hintergrund dieser Anbieterverdichtung ein intensiver Wettbewerb beim Produkt Lebensversicherung ab, in dem sich die Marktanteile relativ rasch ändern können.[12]

Die Einordnung des Volumens der auf dem deutschen Lebensversicherungsmarkt verdienten Bruttobeiträge erleichtert Abbildung 1. Dargestellt sind die zehn Länder mit den weltweit größten Volumina in Mrd. US-$ für das Jahr 2011.

Abbildung 1: Die zehn weltweit größten Lebensversicherungsmärkte gemessen an den in 2011 verdienten Bruttobeiträgen in Mrd. US-$;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis der Daten aus Insurance Information Institute (2013), S. 4 ff.

Deutschland nimmt im internationalen Vergleich Rang sechs mit 113,87 Mrd. US-$ verdienten Bruttobeiträgen gegenüber der weltweiten Summe von 2.627,17 Mrd. US-$ ein.[13] Gemessen an dem Verhältnis der Einwohner der Bundesrepublik zur Weltbevölkerung ist das Marktvolumen damit überproportional. Quantitativ lassen sich jedoch vor allem mit den USA und Japan größere Märkte für Lebensversicherer ausmachen. Auch verzeichnen mehrere asiatische Länder einen erkennbaren Anteil. Somit ist Deutschland

zwar der drittgrößte Markt in Europa, jedoch im internationalen Vergleich quantitativ nicht hervortretend. Mit Beitragsaufwendungen von ca. 1.000 EUR pro Bundesbürger für Lebensversicherungsprodukte war Deutschland 2011 auch im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich vertreten. In Frankreich war der Pro-Kopf-Beitrag mit ca. 2.200 EUR z.B. mehr als doppelt so hoch ausgeprägt.[14] Unabhängig davon besitzt bei einem Bestand von 89,73 Mio. Verträgen jeder Deutsche statistisch mehr als eine Lebensversicherungspolice.[15] Auf Grundlage dieser Verträge wurden im Jahr 2011 insgesamt ca. 84,3 Mrd. EUR an Kapitalabfindungen oder Rentenleistungen an die Versicherten ausgezahlt.[16] Die Leistungshöhe war dabei durch einen Sondereffekt besonders ausgeprägt. So wurden 2011 eine Vielzahl von Lebensversicherungen mit einer 12-jährigen Mindestlaufzeit fällig, die 1999 - vor einer erwarteten steuerlichen Neubehandlung - abgeschlossenen wurden. Im Jahr 2012 gingen die Leistungen daher wieder auf ca. 76,5 Mrd. EUR zurück.[17]

Vor dem Hintergrund einer höheren Lebenserwartung ist mittelfristig ein Anstieg der Auszahlungen - etwa aus länger zu gewährenden Rentenansprüchen - zu erwarten. Um das abgegebene Leistungsversprechen dauerhaft erfüllen zu können, gestalten Versicherer z.B. ihre Kapitalanlagen als Grundlage dieses Versprechens oder ihre Beitragskalkulation entsprechend. In der Versicherungsmathematik ist daher im Zusammenhang mit der steigenden Lebenserwartung auch von Langlebigkeit, bzw. dem Langlebigkeitsrisiko die Rede.[18] Welche Auswirkungen der demografische Wandel auf den deutschen Lebensversicherungsmarkt haben wird, sei im Folgenden kurz dargelegt.

2.2 Auswirkungen des demografischen Wandels

Die Demografie untersucht Größe, Zusammensetzung und Entwicklung der Bevölkerung vor allem in quantitativer Hinsicht.[19] Gemeinhin werden die Veränderungen auch unter dem Oberbegriff des demografischen Wandels verstanden. Dieser führe laut der Enquête-Kommission tendenziell in allen europäischen Staaten zu einer Verschiebung innerhalb der Bevölkerung zugunsten der Gruppe älterer Menschen. In Deutschland sei die Alterung der Gesellschaft vor allem auf eine steigende Lebenserwartung sowie

sinkende Geburtenzahlen zurückzuführen. Seit über 30 Jahren würden zudem weniger Kinder geboren als zur Stabilisierung der Bevölkerungszahl notwendig seien.[20] Daraus folgt, dass die Zahl der Bundesbürger zukünftig sinkt. Abbildung 2 stellt die erwartete, extrapolierte Altersstruktur in der Bundesrepublik für die nächsten Dekaden dar.

Abbildung 2: Altersstruktur in der Bundesrepublik von 2008 - 2060;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung auf Basis der Daten aus Statistisches Bundesamt (2009), S. 40.

In der Abbildung ist zu erkennen, dass sich das Verhältnis der jüngeren zur älteren Generation stark ändern wird. Gab es 2008 noch ein ungefähres Gleichgewicht von unter 20- und über 67-Jährigen, so wird es 2060 mit 30,1 % etwa doppelt so viele Rentner geben wie Kinder und junge Erwachsene. Gleichzeitig geht die Anzahl der Personen im Erwerbsalter zurück, da ab ca. 2020 die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre das Rentenalter erreichen. Aus diesen demografischen Veränderungen ergeben sich vielfältige Herausforderungen. So wird die Beanspruchung staatlicher Sicherungssysteme wie z.B. der gesetzlichen Rentenversicherung zunehmen. Den steigenden Volumina an Forderungen von Leistungsbeziehern an die gesetzliche Rentenversicherung stehen somit sinkende Sozialversicherungsbeiträge und Steuereinnahmen seitens der erwerbstätigen Bevölkerung gegenüber. Begleitet wird dies von einem Bevölkerungsrückgang. Selbst unter Annahme einer konstanten Geburtenhäufigkeit, eines leichten Anstiegs der Lebenserwartung und einer jährlichen Zuwanderung von 200.000 Personen würde die Einwohnerzahl in Deutschland bis 2060 auf 70 Mio. Menschen sinken.[21] Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales empfiehlt in Hinblick auf den demografischen Wandel zur Sicherung des Lebensstandards im Alter die Ergänzung der gesetzlichen Altersvorsorge durch private Absicherung.[22] Auch die Deutsche Rentenversicherung Bund weist in Renteninformationen auf diesen Umstand hin. Folglich kommt der Versicherungswirtschaft mit ihren kapitalgedeckten Lebens-versicherungsprodukten eine wichtige Rolle zur Entlastung der umlagefinanzierten staatlichen Sicherungssysteme zu.[23] Grundsätzlich könnte damit für die Zukunft eine positive Nachfrage nach ergänzender privater Vorsorge, z. B. in Form von Rentenversicherungen zur Absicherung des so genannten Langlebigkeitsrisikos, abgeleitet werden. Zugleich sind die Lebensversicherer jedoch ebenfalls von den Konsequenzen des demografischen Wandels betroffen. Auf der einen Seite verkleinert sich der Kernabsatzmarkt durch den Rückgang des erwerbstätigen Bevölkerungsanteils, auf der anderen Seite sind quantitativ mehr Leistungen aus fälligen, auf das Alter abgeschlossenen Versicherungsverträgen auszuzahlen. Zur Verdeutlichung des Volumens sei an dieser Stelle der Kapitalanlagebestand der Lebensversicherer zur Deckung dieser Ansprüche genannt; er belief sich zum Ende des Jahres 2011 auf ca. 740 Mrd. EUR.[24] Damit sind die Unternehmen der Versicherungswirtschaft als institutionelle Anleger bedeutende Teilnehmer an den Kapitalmärkten.

Kritiker sehen die private, kapitalgedeckte Vorsorge als ebenso demografieanfällig an wie die gesetzliche Rentenversicherung. Bedingt durch die Zunahme der Versicherungsnehmer mit fälligen Leistungsansprüchen müssten die Versicherer zukünftig massive Anteile des Anlagebestands verkaufen. Dieses Entsparen hätte eine Verkaufswelle mit starkem Werteverfall (so genannter Asset-Meltdown-Effekt) zur Folge, da den freigesetzten Wertpapieren in der alternden Bevölkerung kaum junge Käufer gegenüberstünden.[25] Weigel schränkt diese These dergestalt ein, dass der zwanghafte Verkauf von Vermögensanlagen erst erfolgen müsse, wenn im Zeitverlauf die Erträge aus den Beitragseinnahmen des Neugeschäfts nicht mehr zum Tragen der Aufwendungen ausreichten.[26] Der Referent für Sozialpolitik Lueg fügt ergänzend hinzu, dass das unterstellte Überangebot im internationalen Kapitalverkehr durch ausländische Investoren ausgeglichen werden könne. Der Preis eines Wertpapiers hänge außerdem nicht nur von Angebot und Nachfrage, sondern vor allem vom erwarteten Ertragswert ab.[27]

Zusammenfassend wartet der demografische Wandel sowohl mit Risiken als auch mit Chancen für die deutsche Lebensversicherungsbranche auf. Bevor jedoch die Herausforderungen des Niedrigzinsumfelds weiter vertieft werden, ist es notwendig als Grundlage die Gestaltung der Lebensversicherungsprodukte sowie ihre inhärente Beteiligung der Versicherten an den Überschüssen näher zu verstehen.

3 Darstellung der Lebensversicherungsprodukte

3.1 Allgemeine Produktmerkmale

Die Gruppe ist stärker als der Einzelne - dieser Leitgedanke lag bereits dem ersten erfolgreichen Auftreten der Lebensversicherung in Deutschland im Jahr 1827 als Bestandteil einer finanziellen Absicherung zugrunde.[28] Bis heute basiert der Risikoaus-gleich dabei auf zwei Prinzipien. Zum einen ermöglichen mathematische Modelle aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung[29] den Ausgleich im Kollektiv bzw. der Risikogemeinschaft als Bestand von Versicherten in hinreichender Größe, zum anderen erfolgt ein Risikoausgleich über die Zeit. Es wird ein Kapitalstock gebildet, in dem sich langfristig das Ausmaß der Abweichung von einem erwarteten Wert durch ein zufälliges Ereignis reduziert.[30]

Die vereinbarte Leistung erbringt der Lebensversicherer auf Grundlage des geschlossenen Versicherungsvertrags beim Eintritt eines vorab definierten Ereignisses. Die Ausgestaltung der Verträge ist dabei so vielfältig wie die individuelle Lebenssituation und das Absicherungsbedürfnis der Versicherungsnehmer. Aus diesem Grund existieren verschiedene Unterscheidungsmerkmale. Unter anderem ist es möglich, als Kriterium die Anzahl der versicherten Personen, etwa in der Einzel- oder Gruppenversicherung, heranzuziehen. Daneben kann die Differenzierung u.a. über die Art der Leistung in wiederkehrenden oder einmaligen Zahlungen bzw. nach Form des Sparvorgangs in fondsgebundener oder konventioneller Kapitalanlage erfolgen.[31] Die sich nun anschließende Abbildung 3 vermittelt einen Überblick zur groben Klassifizierung der Lebensversicherungsprodukte.

Abbildung 3: Erscheinungsformen der Lebensversicherung;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Schradin, H. et al. (2006), S. 6.

Ist die Altersvorsorge Zweck der Absicherung, kann das auslösende Ereignis für die Leistungspflicht z.B. das Erleben eines bestimmten Alters durch die versicherte Person sein. In der Abbildung 3 findet sich als entsprechendes Produkt die gemischte Kapitallebensversicherung wieder. Bei ihr wird im Erlebensfall eine einmalige Kapital-abfindung gewährt. Die Leibrentenversicherung hingegen zahlt in einem solchen Fall eine lebenslange Altersrente aus. Bei der Hinterbliebenenvorsorge ist das vorzeitige Ableben der versicherten Person das leistungsrelevante Merkmal. Zugehörige Produkte sind alle unter den Kapitalversicherungen gelisteten Vertreter wie die Risikolebens- oder Todesfallversicherung sowie die gemischte Kapitallebensversicherung. Die rechts dargestellte Berufsunfähigkeitsversicherung als Repräsentant der Zusatzversicherungen leistet z.B. eine Rente bis zum vertraglich vereinbarten Ablauf nach dem dauerhaften Verlust der Arbeitskraft, etwa durch schwere Krankheit oder Invalidität. Wie bereits erläutert, vermittelt die Abbildung 3 nur einen groben Überblick, da unterschiedliche Inhalte Gegenstand des Versicherungsvertrags sein können. So ist es beispielsweise bei einigen Versicherern möglich, eine Risikolebensversicherung mit einer Zusatzversicherung gegen Berufsunfähigkeit zu kombinieren und so eine Mischung der Grundformen Kapital- und Rentenversicherung zu schaffen.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit sollen aus Platzgründen nur die quantitativ häufigsten Produktformen der Lebensversicherung betrachtet werden. Laut einer Erhebung des GDV waren dies für das Jahr 2011 Risikolebensversicherungen, Rentenversicherungen mit einem Anteil am Gesamtbestand von ca. 41 % und Kapitalversicherungen auf den Todes- und Erlebensfall mit ca. 45 % Anteil.[32] Durch den Wegfall steuerlicher Vorteile ist ein Rückgang der gemischten Kapitallebensversicherung feststellbar. Ausgehend vom Jahr 2000 beläuft sich dieser auf ca. 22 Mio. Verträge.[33] Auf der anderen Seite hat sich seit dem der Bestand an Rentenversicherungen von 10 auf 36 Mio. Verträgen mehr als verdreifacht.[34] Dies mag neben staatlichen Anreizen wie der Förderung von Riester- oder Basisrenten auch der zunehmenden Fokussierung der Kunden auf die Absicherung einer höheren Lebensverwartung im Zuge des demografischen Wandels geschuldet sein.

3.2 Beschreibung der gängigsten Lebensversicherungsformen

3.2.1 Risikolebensversicherung

Bei der Risikolebensversicherung kommt im Todesfall der versicherten Person während der Vertragslaufzeit eine festgelegte, einmalige Kapitalleistung zur Auszahlung. Erlebt sie hingegen den Ablauf der Versicherung, wird keine Leistung fällig.[35] Daraus ergibt sich die Einordnung der Risikolebensversicherung in Abbildung 3 als Kapitalversicherung auf den Todesfall. Ähnlich einer Hausrat- oder Haftpflichtversicherung werden die Beiträge laufend für die Deckung des versicherten Risikos - hier den Tod - verbraucht. Insofern wird kein zusätzliches Kapital kumuliert, das den Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds unterliegen könnte.

Die folgende Abbildung 4 schematisiert die Beitragsgestaltung beim Produkt Risikolebensversicherung über die Laufzeit des Vertrags.

Abbildung 4: Beitragsgestaltung der Risikolebensversicherung;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 418.

Während der gesamten Laufzeit der Versicherung ist der Bruttobeitrag[36] auf einem konstanten Niveau fixiert. Dies gelingt trotz steigender Sterbewahrscheinlichkeit mit zunehmendem Lebensalter durch einen im Verhältnis zum tatsächlichen Risiko zunächst zu hoch kalkulierten Beitrag. Aus der sich ergebenden Differenz wird eine Risikorückstellung gebildet, die zum Ende der Vertragslaufzeit zur Stabilisierung des an sich dann zu niedrigen Beitragsniveaus wieder aufgelöst wird.[37]

In der Praxis wird diese Form der Lebensversicherung z.B. von Alleinverdienern zur Absicherung ihrer Familie oder etwa zur Besicherung eines Darlehens verwendet. Im Todesfall der versicherten Person können die Hinterbliebenen dadurch weiterhin eingegangene Verbindlichkeiten bedienen. Von der Risikolebensversicherung abzugrenzen ist die Todesfallversicherung, die keine Begrenzung der Laufzeit kennt. Die Gewissheit über den Eintritt des Sterbefalls und der damit verbundenen Leistungspflicht bedingt jedoch einen im Vergleich zur Risikolebensversicherung höheren Beitrag. Die Todesfallleistung ist zudem häufig geringer und wird daher gewöhnlich für einmalige Auf-wendungen wie die Deckung von Beerdigungskosten verwendet.[38]

3.2.2 Leibrentenversicherung

Die Leibrentenversicherung gewährt der versicherten Person beim Erleben eines vorab bestimmten Termins eine lebenslange, garantierte Rente bis zum Tod.[39] Dabei wird in der Aufschubzeit, das ist der Zeitraum vom Versicherungsbeginn bis zum Termin der Rentenzahlung, der Kapitalstock zur Speisung der späteren Leistung durch die Beiträge des Versicherungsnehmers sukzessive angespart.[40] Aus der lebenslangen Zusage der Rente erwächst für den Versicherer das Risiko, dass der Kapitalstock zur Deckung der Ansprüche nicht ausreicht. Daher erfolgt die Kalkulation von Beiträgen und Leistungen auf Grundlage von Sterbetafeln konservativ. Je nach tatsächlichem Verlauf der Sterblichkeiten im Bestand der Versicherten, können sich Überschüsse[41] ergeben, an denen die Versicherungsnehmer zu beteiligen sind. Da mit dem Aufbau eines Kapitalstocks ein Sparvorgang erfolgt, ergeben sich Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf die Leibrentenversicherung, die später noch weiter untersucht werden sollen. Es existieren neben privaten Rentenversicherungen auch staatlich geförderte, nach dem Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetzes (AltZertG) verifizierte Formen wie die Riester- oder Basisrente. Eine solche Zertifizierung bestätigt die Erfüllung der formellen Kriterien nach dem AltZertG als Voraussetzung für die Förderfähigkeit[42] des Vertrages etwa durch staatliche Zulagen oder die steuerliche Anrechenbarkeit der Beiträge. Ausdrücklich nicht geprüft werden die zivilrechtliche Wirksamkeit der Bedingungen, die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Verträge oder die Erfüllbarkeit der Zusagen durch den Anbieter.[43]

3.2.3 Gemischte Kapitallebensversicherung

Die gemischte Kapitallebensversicherung gewährt eine Leistung sowohl im Todes- als auch im Erlebensfall. Eine Auszahlung erfolgt demnach entweder vorzeitig als Todesfallsumme, wenn die versicherte Person verstirbt, oder spätestens beim Ablauf der Versicherung als Versicherungssumme. Wegen der Bildung eines Kapitalstocks aus den Sparanteilen der Beiträge ist der Name kapitalbildende Lebensversicherung ebenfalls geläufig.[44] Analog zur Leibrentenversicherung unterliegt diese Lebensversicherungsform den noch zu erläuternden Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds. Die Sparanteile werden bis zur Fälligkeit des Vertrags verzinslich angelegt. Der gebildete Kapitalstock wird Deckungskapital genannt.[45] Abbildung 5 veranschaulicht diesen Sparvorgang.

Abbildung 5: Verlauf des Deckungskapitals bei einer gemischten Kapitallebensversicherung;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 416.

Um die zugesagte Todesfallsumme bereits ab dem Beginn des Vertrags erbringen zu

können, muss der Versicherer das Deckungskapital um den Differenzbetrag des riskierten Kapitals aufstocken. Zur Gegenfinanzierung wird der so genannte Risikoanteil vom Beitrag einbehalten.[46]

Sowohl bei der gemischten Kapitallebensversicherung als auch bei Leibrentenversicherungen hat der Versicherungsnehmer die Möglichkeit, seine Sparbeiträge in Fonds anzulegen. Gemeinhin ist dann nicht von einer klassischen, sondern von einer fondsgebundenen Versicherung die Rede. Durch den Kauf von Fondsanteilen gibt es grundsätzlich kein garantiertes Kapital mehr, dass der Versicherer verzinsen könnte. Dafür unterliegt die Fondsanlage des Versicherten grundsätzlich den Chancen bzw. Risiken der Entwicklung des Wirtschaftsgeschehens an der Börse. Laut Hoenen, dem ehemaligen Präsidenten des GDV, stehe für die Mehrzahl der Versicherten jedoch die Sicherheit - insbesondere seit der Finanzmarktkrise - bei der Altersvorsorge im Vordergrund. Daher sei ein stetiger Rückgang fondsgebundener Produkte zugunsten klassischer Lebensversicherungen feststellbar.[47] Eben diese klassischen Lebensversicherungen sind es jedoch, die die Versicherungswirtschaft aufgrund der Produktgestaltung im Niedrigzinsumfeld vor Herausforderungen stellen. Als letzten Schritt vor der genaueren Analyse dieses Umfelds gilt es deshalb die Beteiligung der Versicherten an den Überschüssen klassischer Lebensversicherungen zu verstehen.

3.3 Struktur der Überschussbeteiligung

Je nach gewähltem Lebensversicherungsprodukt und gewünschter Absicherung von Risiken ergibt sich eine individuelle Verwendung des Beitrags des Versicherungsnehmers mit unterschiedlichen Grundlagen für eine Überschussbeteiligung.

Ist eine Todesfallleistung vereinbart - etwa bei einer gemischten Kapitallebens- oder Risikolebensversicherung - oder ist z.B. die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente im Leistungsfall verabredet, wird hierfür ein Risikobeitrag erhoben. Weiterhin kann, sofern dies Vertragsgegenstand ist, anteilig ein Sparbeitrag für den Aufbau der vereinbarten Erlebensfallleistung in Anrechnung gebracht werden.[48] Dies ist, wie bereits zuvor aufgezeigt, vor allem bei Leibrenten- oder gemischten Kapitallebensversicherungen ein zentrales Motiv für den Abschluss der Versicherung. Die Summe der Anteile für die Deckung des Risikos und den Sparvorgang bilden den Nettobeitrag. Dieser würde allein jedoch keinem Versicherer einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb ermöglichen. Damit die Lebensversicherer gewinnbringend arbeiten können, fällt weiterhin ein Anteil zum Ausgleich von Abschluss- und Verwaltungskosten an.[49] Dies ist notwendig, um beispielsweise die Provision für den Vermittler im Außendienst, den Aufwand für die Risikoprüfung und Einrichtung des Vertrages, die Löhne der Beschäftigten in der Verwaltung oder den Druck von Unterlagen - etwa bei Vertragsänderungen - zu finanzieren. Die Hinzurechnung der Kosten zum Nettobeitrag führt zum vertraglich vereinbarten Bruttobeitrag, den der Versicherungsnehmer schließlich zu entrichten hat. Tabelle 2 bietet in diesem Zusammenhang einen Überblick zur Beitragsgestaltung konventioneller Lebensversicherungsprodukte.

Tabelle 2: Beitragsanteileile konventioneller Lebensversicherungsprodukte;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung.

Die Tabelle 2 verdeutlicht, warum sich für unterschiedliche Versicherte andere Verhältnisse von Risiko-, Kosten- und Sparanteil ergeben können. Nebst erläuterten Gründen sind im Zeitablauf selbst bei ein und demselben Vertrag Verschiebungen der Anteile nicht ungewöhnlich. Beispielsweise sind nach einem Zeitraum von fünf Jahren in der Regel die Abschlusskosten getilgt, so dass entsprechend mehr Kapital als zum Vertragsbeginn für einen Sparvorgang im Deckungskapital verwendet werden kann.

Um die in der Police dokumentierte Leistung einer Lebensversicherung sicherstellen zu können, kalkulieren Versicherer die Beiträge von Hause aus sehr konservativ. Deshalb finden bei der Beitragsberechnung Rechnungsgrundlagen 1. Ordnung, d.h. inklusive eines Sicherheitspuffers, Anwendung.[50] Dies geschieht nicht nur im eigenen Interesse

der Versicherungswirtschaft und der Kunden, sondern auch auf Grundlage rechtlicher Vorschriften. In der maßgeblichen Deckungsrückstellungsverordnung (DeckRV) heißt es hierzu, dass die „Abschätzung künftiger Verhältnisse .. eine nachteilige Abweichung der relevanten Faktoren von den getroffenen, aus den Statistiken abgeleiteten Annahmen beinhalten [muss].“[51] Hieraus resultieren für die in Tabelle 2 gelisteten Größen u.a. eine höhere als die tatsächliche Kostenquote und ein geringerer Rechnungszins im Vergleich mit der langfristig zu erwartenden Rendite an den Kapitalmärkten. Weiterhin werden aus Vorsichtgründen für die Lebenserwartung einer versicherten Person bei einer Leibrentenversicherung z.B. nicht die Berechnungen des statistischen Bundesamtes herangezogen, sondern eigene Sterbetafeln der Deutschen Aktuarvereinigung e.V. (DAV) genutzt.[52] Durch die vorsichtigen Rechnungsgrundlagen entstehen regelmäßig Überschüsse, da die nachteiligen Abweichungen vom Erwartungswert in der Praxis überwiegend nicht eintreten. Nach objektiven Gesichtspunkten hätte der Versicherer dann rückblickend einen im Vergleich zur realen Entwicklung unverhältnismäßig hohen Beitrag erhoben. Deshalb ist im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt, dass die Versicherungsnehmer an den Überschüssen zu beteiligen sind.[53] Aus den in Tabelle 2 aufgezeigten Anteilen des Bruttobeitrags lassen sich die verschiedenen Überschussquellen ableiten. Diese sind im Einzelnen das Risiko-, Kapitalanlage- und Kostenergebnis.[54] Tabelle 3 veranschaulicht die Entstehung positiver Teilergebnisse aus diesen Quellen.

Tabelle 3: Überschussquellen konventioneller Lebensversicherungsprodukte;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 424.

Es wird jährlich ermittelt, wie hoch die einzelnen Gewinnarten ausgefallen sind. Sie bilden zusammen den so genannten Rohüberschuss einer Abrechnungsperiode.[55] Im weiteren Verlauf soll die Überschussbeteiligung für klassische, Kapital kumulierende Produkte wie Leibrenten- oder gemischte Kapitallebensversicherungen weiter veranschaulicht werden. Das Hintergrundwissen über die Gesamtverzinsung dieser Formen ermöglicht ein besseres Verständnis der Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf derartige Produkte.

Zunächst wird der Sparanteil mit dem vertraglich festgehaltenen Rechnungszins verzinst und in der Deckungsrückstellung des Versicherers reserviert.[56] Für Gewöhnlich entstehen darüber hinaus Kapitalerträge, die als überrechnungsmäßiger Zinsüberschuss dem Rohüberschuss zufließen. Sie machten nach einer Studie der Ratingagentur Assekurata in der Vergangenheit im Vergleich zu etwaigen Gewinnen aus dem Kosten- und Risikoergebnis den wesentlichen Teil des Rohüberschusses aus.[57] Bevor die Versicherten jedoch davon profitieren, darf der Lebensversicherer zweckgebundene Abzüge vom Rohüberschuss vornehmen. Im Detail geht es hierbei um liquide Mittel für Steuer- und Dividendenzahlungen oder die Stärkung des Eigenkapitals durch den Aufbau von Rücklagen.[58] Um keine unangemessene Benachteiligung einzelner Versicherungsnehmer untereinander oder gegenüber dem Lebensversicherungsunternehmen herbeizuführen, hat der Gesetzgeber die Verteilung der Überschüsse genau reglementiert. Laut Mindestzuführungsverordnung (MindZV) müssen Versicherer beim Produkt Lebensversicher-ung zur „Sicherstellung einer ausreichenden Mindestzuführung ... die überschussberechtigten Versicherungsverträge angemessen [an den Teilergebnissen] ... beteiligen. Eine Beteiligung hat nur an positiven Ergebnisquellen zu erfolgen.“[59] Damit ist sichergestellt, dass die Versicherten äquivalent dem Anteil Ihres Vertrags an der Entstehung der Überschüsse objektiv berücksichtigt werden.[60] Folglich kommen dem Inhaber einer Risikolebensversicherung z.B. keine Überschüsse aus dem Kapitalanlageergebnis zu, da sein Bruttobeitrag nur einen Risiko- und Kostenanteil enthält. Zudem läuft kein Kunde Gefahr, etwaige Verluste seines Anbieters tragen zu müssen, falls sich dieser verkalku-

liert haben sollte. Im weiteren Vorgehen wird anhand der zeitlichen Beteiligung der Versicherten an den Rohüberschüssen unterschieden. Der Teil, der noch im laufenden Geschäftsjahr der Deckungsrückstellung zufließt, heißt Direktgutschrift.[61]

Gängiger für die Praxis ist dagegen die Überführung der Rohüberschüsse oder des verbleibenden Teils nach Abzug der Direktgutschrift in die RfB. Unter Mithilfe eines verantwortlichen Aktuars legt der Vorstand fest, welche Mittel aus der Rückstellung im Folgejahr zugeteilt werden sollen und veröffentlicht diese Vorausdeklaration rechtsverbindlich im Geschäftsbericht.[62] Im Gegensatz zur Direktgutschrift erfolgt die Zuführung zum Deckungskapital also zeitversetzt. Hierdurch werde nach herrschender Meinung eine Pufferwirkung erreicht, da in einem Jahr mit geringeren Zuflüssen aus dem Rohüberschuss, z.B. durch Schwankungen an den Kapitalmärkten, trotzdem Kapital aus der RfB entnommen werden könne, um eine ähnlich hohe Überschussbeteiligung wie im erfolgreicheren Vorjahr sicherzustellen. Dabei würden aufsichtsrechtliche Vorschriften gewährleisten, dass keine RfB in unverhältnismäßiger Höhe entstehe oder die Deklaration der Überschüsse mit zu großem zeitlichem Verzug erfolge.[63] Darüber hinaus kann der Versicherer weitere Segmentierungen der RfB vornehmen. In der freien RfB sind noch nicht zugeteilte Überschüsse enthalten, die nach den Vorschriften des § 56b Abs. 1 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) zur Abwendung eines drohenden Notstands verwendet werden dürfen.[64] Daneben können Schlussüberschussanteile existieren, die im so genannten Schlussüberschussanteilsfonds in der RfB reserviert werden. Da der Anspruch der Versicherten an diesen mit steigenden Versicherungssummen und zunehmender Vertragsdauer ansteigt, sie jedoch erst bei Vertragsablauf verbindlich zugeteilt werden, bzw. bei einer Kündigung eine angemessene Diskontierung erfolgt, erzeugen die Schlussüberschussanteile eine Anreizwirkung den Vertrag bis zum Ende fortzuführen.[65] Die letzte Säule der Überschussbeteiligung ergibt sich aus § 153 Abs. 3 VVG. Danach hat der Lebensversicherer den Kunden zum Vertragsende oder nach Vereinbarung bereits früher an den Bewertungsreserven, auch stille Reserven genannt, zu beteiligen.[66] Wie die erzielten Überschüsse verwendet werden sollen, entscheidet der Versicherungsnehmer schon bei Abschluss des Vertrags. Bei den kapitalbildenden Produkten bestünde z.B. die Möglichkeit, die Überschussbeteiligung zur Erhöhung der Leistung aus der Versicherung zu nutzen, um eine höhere Kapitalauszahlung zu realisieren.[67] Abschließend sei das zuvor erläuterte System der Überschussbeteiligung in Abbildung 6 noch einmal zusammengefasst.

Abbildung 6: Systematisierung der Überschussbeteiligung klassischer Lebensversicherungen;

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Schradin, H. et al. (2006), S. 10.

Mit der jährlichen Zuweisung der Überschussbeteiligungen erwecken die Lebensversicherer nicht selten öffentliches Interesse. Insbesondere ist dies der Fall, wenn die Presse die einzelnen Unternehmen vergleichend gegenüberstellt. Zuweilen ist die Begriffsverwendung in diesen Artikeln relativ abstrakt. Daher soll die Zusammensetzung der Gesamtverzinsung einer klassischen Lebensversicherung zum Beschließen dieses Kapitels noch einmal kurz thematisiert werden. Der garantierte Rechnungszins und die laufenden Überschüsse - entweder als Direktgutschrift oder nach Zuteilung aus der RfB - werden als laufende Verzinsung bezeichnet. Bei Fälligkeit der Versicherung wird ihre Gesamtverzinsung um endfällig zugeteilte Schlussüberschussanteile und die Beteiligung

an den Bewertungsreserven erhöht. Die vermittelten theoretischen Grundlagen von Lebensversicherungsprodukten sollen die Nachvollziehbarkeit der sich anschließenden Untersuchung erleichtern. Hierbei wird deutlich werden, wie immanente Produktmerkmale von Lebensversicherungen in der Praxis durch niedrige Zinsen beeinflusst werden.

4 Herausforderungen im Niedrigzinsumfeld

4.1 Anlagevorschriften für Lebensversicherer

Das gegenwärtige Umfeld an den Kapitalmärkten ist durch niedrige Renditen für nach herrschender Meinung als sicher eingestufte Geldanlagen gekennzeichnet. Dies betrifft private Sparer, die die sinkenden Zinsen z.B. beim Tagesgeld oder bei neuen Anlagen auf Festgeldkonten zu spüren bekommen. Der geringere Zinsertrag macht sich darüber hinaus ebenso bei institutionellen Anlegern bemerkbar. Im Gegensatz zu Privatanlegern haben diese jedoch weitaus größere Volumina zu verwalten. Es sei daher noch einmal der Kapitalanlagebestand der Lebensversicherer zum Ende des Jahres 2011 mit ca. 740 Mrd. EUR in Erinnerung gerufen.[68] Hieraus erwächst die Frage, welche Investments die deutsche Versicherungswirtschaft bei den Lebensversicherungsprodukten als monetäre Grundlage für die abgegebenen Leistungsversprechen tätigt und wie sich das Niedrigzinsumfeld auf diese Anlagen auswirkt.

Wegen des Gewichts der Branche und ihrer gesamtvolkswirtschaftlichen Relevanz hat der Gesetzgeber Anlagegrundsätze für die Geldmittel der Lebensversicherer erlassen. Das Vermögen ist nach § 54 Abs. 1 VAG so zu investieren, „dass möglichst große Sicherheit und Rentabilität bei jederzeitiger Liquidität des Versicherungsunternehmens unter Wahrung angemessener Mischung und Streuung erreicht wird.“[69] Diese Vorschrift kann durchaus als anspruchsvoll angesehen werden, da eine möglichst risikolose Anlage grundsätzlich im Zielkonflikt mit hohen Renditen und einer schnellen Umwandlung in flüssige Mittel steht. Die Unvereinbarkeit aller Ziele zugleich ist im Allgemeinen anerkannt und lässt sich grafisch im so genannten magischen Dreieck illustrieren.[70] Unabhängig davon muss es den Lebensversicherern zu jeder Zeit gelingen, fällige Ansprüche zu bedienen; allein schon um Eingriffe der BaFin zu verhindern. Daher ist, auch durch Streuung der Assets, dem Sicherheitsanspruch bei zeitnaher Liquidierbarkeit Vorzug vor dem Renditeaspekt zu geben. Trotzdem sollte durch die Investitionen zumindest der garantierte Rechnungszins auf die Sparbeiträge erwirtschaftet werden können. Weiterhin haben die Versicherer bei der Kapitalanlage die Aufzählung der Anlageverordnung (AnlV) zu berücksichtigen. Im § 2 AnlV werden als gestattete Formen u.a. Darlehen an die öffentliche Hand, internationale Organisationen und Unterneh-men, Policendarlehen an die eigenen Versicherten, Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, Einlagen bei Kreditinstituten, Beteiligungen und Genussrechte benannt, sofern diese die näheren Spezifika des Paragrafen erfüllen.[71] Die Aufzählung in der Verordnung ist abschließend und bindend für die Versicherungswirtschaft. Darüber hinaus konkretisiert der § 4 AnlV die Streuung der Anlagen, während § 3 AnlV quantitative Beschränkungen für einzelne Positionen ausführt.[72] Damit soll das Klumpenrisiko einer zu hohe Konzentration einzelner in § 2 AnlV gestatteter Vermögensobjekte verhindert werden. Analog zu den Rechnungsgrundlagen schlägt sich der Sicherheitsgedanke somit auch in der Verwaltung des Kapitals nieder. Es schließt sich ein Diagramm an, das die Umsetzung dieser Prämissen in der Praxis veranschaulicht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Struktur der Kapitalanlagen der Lebensversicherungsunternehmen in Mrd. EUR zum Jahresende 2011;

[...]


[1] Fromme, H. (2013), o. S.

[2] Vgl. von Bomhard, N. et al. (2011), S. 2.

[3] In Fortgang wird unter einem Versicherer immer ein Erstversicherungsunternehmen verstanden, es sei denn, es ist ausdrücklich von einem Rückversicherungsunternehmen die Rede. Ausländische Versiche-rer mit Sitz in der Europäischen Union oder in einem Vertragsstaat des Abkommens über den Europäi- schen Wirtschaftsraum, die eine Niederlassung in Deutschland unterhalten, unterliegen der Finanzauf- sicht des Heimatlandes und nicht der BaFin. Sie sind daher in den Zahlen nicht berücksichtigt.

[4] Vgl. BaFin (2013A), S. 7.

[5] Vgl. Wagner, F. (2011), S. 198.

[6] Vgl. BaFin (2009), S. 7; BaFin (2004), S. 9.

[7] Vgl. GDV (2012A), Tabelle 9, o. S.

[8] Nähere Erläuterungen zur RfB finden sich in Kapitel 3.3.

[9] Vgl. BaFin (2004), S. L 10; BaFin (2013A), S. 19.

[10] Vgl. Schradin, H. et al. (2006), S. 3.

[11] Die öffentlich-rechtlichen Versicherer wurden wegen Kooperationsstrukturen als eine Gruppe zusam- mengefasst, auch wenn sie keinem einheitlichen Konzern angehören. Welche der 97 Einzelunternehmen einer Gruppe angehören, kann dem Anhang 1 entnommen werden.

[12] Vgl. GDV (2012B), S. 12.

[13] Vgl. Insurance Information Institute (2013), S. 4 ff.

[14] Vgl. GDV (2012B), S. 9 f.

[15] Vgl. GDV (2012C), S. 14.

[16] Vgl. Ebenda, S. 21.

[17] Vgl. GDV (2013A), S. 2.

[18] Vgl. Wagner, F. (2011), S. 391 f.

[19] Vgl. Ebenda S. 150.

[20] Vgl. Deutscher Bundestag (2002), S. 15.

[21] Vgl. Statistisches Bundesamt (2009), S. 12.

[22] Vgl. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2012), S. 5.

[23] Vgl. GDV (2004), S. 1.

[24] Vgl. GDV (2012C), S. 27.

[25] Vgl. Heigl, A. / Katheder, M. (2001), o. S.

[26] Vgl. Weigel, H. (2006), S. 3 f.

[27] Vgl. Lueg, T. et al. (2003): S. 11.

[28] Vgl. Körber, K. (1997), S. 491.

[29] Beispielhaft seien unter anderem das Gesetz der großen Zahlen oder der zentrale Grenzwertsatz er-wähnt. Näheres z.B. in Bamberg, G. et al. (2012): Statistik, 17. Aufl., München 2012.

[30] Vgl. GDV (2010), S. 13 f.; Wagner, F. (2011), S. 542 f.

[31] Vgl. Schradin, H. et al. (2006), S. 4 f.

[32] Vgl. GDV (2012C), S. 16.

[33] Vgl. GDV (2012C), S. 16.

[34] Vgl. Ebenda.

[35] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 353 f.

[36] Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobeitrag wird in Kapitel 3.3 erläutert.

[37] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 417 f.

[38] Vgl. Ebenda, S. 353.

[39] Vgl. Ebenda, S. 359 f.

[40] Vgl. Ebenda, S. 361.

[41] Nähere Erläuterungen zu den Überschüssen finden sich in Kapitel 3.3.

[42] Die staatlich anerkannte Förderfähigkeit bedingt neben Vorteilen ebenso zusätzliche Einschränkungen in der Vertragsgestaltung, wie z.B. das Verbot der Abtretung der Ansprüche aus dem Vertrag an Dritte.

[43] Vgl. § 3 Abs. 3 AltZertG.

[44] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 355.

[45] Vgl. Ebenda, S. 416.

[46] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 410.

[47] Vgl. GDV (2012D), S. 3.

[48] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 408 f.

[49] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 408 f.

[50] Vgl. Führer, C. / Grimmer, A. (2006), S. 45.

[51] § 5 Abs. 1 DeckRV.

[52] Der interessierte Leser kann auf der Seite des DAV mehr über die Herleitung der Sterbetafeln erfahren: http://aktuar.de/dav/veroeffentlichungen/sonstiges/

[53] Vgl. § 153 Abs. 1 VVG.

[54] Vgl. Schradin, H. et al. (2006), S. 11.

[55] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 424.

[56] Vgl. Nguyen, T. / Romeike, F. (2013), S. 232.

[57] Vgl. Assekurata (2013), S. 11.

[58] Vgl. Schradin, H. et al. (2006), S. 12.

[59] § 4 Abs. 1 MindZV. Im Detail stehen den Versicherten laut § 4 Abs. 3 ff. MindZV mindestens 90 % der Kapitalerträge abzüglich des Rechnungszinses, 75 % des Risikogewinns und 50 % der sonstigen Erträge, z.B. dem Kostengewinn, zu. In der Praxis werden bis zu 96 % der Überschüsse zugeteilt.

[60] Die verursachungsgerechte Zuteilung der Überschüsse erfolgt in einem komplexen, mehrstufigen Prozess. Näheres hierzu z.B. in: Nguyen, T. / Romeike, F. (2013), S. 236 f.

[61] Vgl. Nguyen, T. / Romeike, F. (2013), S. 239 f.

[62] Vgl. Schradin, H. et al. (2006), S. 14.

[63] Vgl. Ebenda; Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 428.

[64] Vgl. § 56b Abs. 1 VAG.

[65] Vgl. Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 428.

[66] Vgl. § 153 Abs. 3 VVG. Siehe Kapitel 4.3 für weitere Informationen zu den Bewertungsreserven.

[67] Für eine Übersicht zu den Überschussverwendungsarten siehe: Berufsbildungswerk der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (2009), S. 428 ff.

[68] Vgl. GDV (2012C), S. 27.

[69] § 54 Abs. 1 VAG.

[70] Vgl. Wurm, G. et al. (2007), S. 241 f. Die Illustration des magischen Dreiecks findet sich im Anhang 2.

[71] Vgl. § 2 AnlV.

[72] Vgl. § 3 f. AnlV.

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Titel: Herausforderungen für die deutsche Versicherungswirtschaft beim Produkt Lebensversicherung