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'List' und 'Gewalt' im "Daniel von dem Blühenden Tal" und im "Iwein" Hartmanns von Aue

Überlegungen zum Handlungsspielraum des Artusritter

Bachelorarbeit 2014 43 Seiten

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe

Inhalt

I. Hartmann von Aue und der Stricker: die Verbindung zwischen „Iwein“ und „Daniel von dem Blühenden Tal“.......................................................................................... 2

II. Der sich verändernde Handlungsspielraum des Artusritter ................................... 6

II.1. Strukturelle Unterschiede zwischen „Iwein“ und „Daniel von dem Blühenden Tal“ und eine veränderte Gestaltung des Protagonisten ................................................... 9

II.2. Die list als neuartige Handlungsmöglichkeit des Artusritter ............................... 13

III. Die list-Episoden in „Daniel von dem Blühenden Tal“ ......................................... 15

III.1. Jurân ................................................................. 16

III.2. Der bûchlôse....................... 18

III.2.1. Zwischenepisode: Der Verlust des Grafen und Daniels Zeitnot............................ 21

III.3. Der sieche man ...................................................................... 23

IV. Die Rolle der Gewalt in „Daniel von dem Blühenden Tal“ ................................... 27

IV.1. Die Massenschlachten und ihre Bedeutung ..................................................... 28

IV.2. Aussichtlosigkeit der alleinigen Gewaltanwendung: die Riesenvater-Episode. 32

V. Fazit: Der neue Handlungsspielraum: Ablösung der Gewalt durch die list im

‚nachklassischen‘ Artusroman ............................................. 35

VI. Literatur- und Abbildungsverzeichnis ....................................................................................... 39

I. Hartmann von Aue und der Stricker: die Verbindung zwischen „Iwein“ und

„Daniel von dem Blühenden Tal“

Der „Iwein“ Hartmanns von Aue gilt als ‚klassischer‘[1] Artusroman, dessen Text heute dank „vollständigen“ beziehungsweise „fragmentarischen“ Handschriften erhalten ist, die aus dem Zeitraum zwischen dem 13. und 16.

Jahrhundert stammen[2]. Die Entstehungszeit des Epos jedoch kann – genau wie die Identität des Autors selbst[3] - nicht mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit rekonstruiert werden. Hartmanns Werk, welches sich „sehr

eng“ an Chrétien de Troyes` Vorlage orientiert[4], soll einem mittelhochdeutschen Werk der ‚nachklassischen‘[5] Artusepik gegenübergestellt werden: dem „Daniel von dem Blühenden Tal“[6] des Stricker, über dessen

Leben und Person ebenfalls nur lückenhafte Informationen erhalten sind[7]. Ziel der Bachelorarbeit soll es sein, den sich verändernden Handlungsspielraum eines Artusritter herauszustellen und sich dabei auf Textbelege aus

Hartmanns von Aue „Iwein“ und Strickers „Daniel von dem Blühenden Tal“ zu stützen. Hierbei soll vor allem auf die ‚neuartige‘ Handlungskompetenz des ‚nachklassischen‘ Protagonisten des Stricker eingegangen werden[8].

Durch die Beschreibung der list[9]-Episoden in „Daniel von dem Blühenden Tal“ einerseits[10] und durch die Darlegung der Massenschlachten und der Riesenvater-Episode andererseits, soll gezeigt werden, dass die Gewalt im

Werk des Stricker zwar nach wie vor vorhanden ist, als alleinige Handlungsoption aber nicht mehr ausreicht, um Konflikte zu bewältigen. Es ist die list, welche der Gewalt überlegen[11] ist und als friedlichere und

erfolgversprechendere Alternative zum Erreichen eines Sieges angesehen werden kann. Der Handlungsspielraum eines Artusritter wird somit nicht nur verändert, sondern auch erweitert. Doch warum ist es gerade der „Iwein“

Hartmanns von Aue, der mit dem „Daniel von dem Blühenden Tal“ verglichen werden soll? Bei „Iwein“ handelt es sich um eine der „großen Dichtungen der höfischen Blütezeit“[12], doch selbstverständlich nicht um den einzigen

‚klassischen‘ Artusroman Hartmanns von Aue[13]. Es kann allerdings als gesichert angesehen werden, dass sich der Stricker mit seinem ‚nachklassischen‘ Roman „immer wieder“ auf den „Iwein“ bezieht[14] und dass

im „Daniel von dem Blühenden Tal“ „deutliche Entlehnungen“[15] aus dem ‚Klassiker‘ vorliegen. So hat die Forschung zum Beispiel festgestellt, dass sich die Prologe der beiden Werke in vielerlei Hinsicht ähneln[16] und sich der

Stricker mit sehr großer Wahrscheinlichkeit an den Eingangsversen des „Iwein“ orientiert hat[17]. Beide Prologe verfügen so zum Beispiel über ein Lob des König Artus[18] , welches als „Gattungssignal“[19] angesehen werden kann. Das bedeutet, dass

die Rezipienten des Stricker dieses Lob wohl mit der Gattung der Artusromane verbanden und infolgedessen bestimmte Erwartungen an den Fortgang der Geschichte entwickelt haben. Für die in beiden Prologen zuvor dargelegte

„allgemeingültige Wahrheit“[20] gilt König Artus als Musterbeispiel: Er ist vollekomen (Dan, V.47[21]), trug der êren krône und trägt sie noch heute (Iw, V.10-11). Die Rezipienten werden in beiden Werken jeweils dazu aufgerufen,

dem Beispiel des Königs zu folgen:

er ist lasterlîcher scham

iemer vil gar erwert,

der noch nâch sînem site vert. (Iw., V.18-20)

swer hovelîches lebens begert,

der minne alle sîne zuht.

daz ist ein wuocherhaftiu fruht

und ist ein loblîchiu habe:

er wirdet dâ benamen abe. (Dan., V.42-46)

Des Weiteren führt der Stricker den schalkhaftesten man ein, der ritters namen ie gewan (Dan, V.145-146). Keie ist dem mittelalterlichen und heutigen Publikum ebenfalls bereits (nicht nur) aus dem „Iwein“ bekannt, in dem er als

zuhtlôs[…] (Iw, V.90) charakterisiert wird und von Iwein selbst im Zweikampf aus dem Sattel geworfen wird (Iw, V.2584-2586). Den Rezipienten mag es somit auch nicht überraschen, wenn Keie im ‚nachklassischen‘ Roman von

Daniel das gleiche geschieht (Dan, V.194-199). Keie, der nach seinem verlorenen Kampf mit Daniel an den Artushof zurückkehrt, gibt den anderen Rittern keine genaue Auskunft darüber, was ihm geschehen ist: mir ist

geschehen daz mir geschach (Dan, V.230). Die Artusritter, die wohl erkennen, dass Keie eine Niederlage zu verbuchen hatte, rufen daraufhin sofort einstimmig: harnasch unde ors her! (Dan, V.234). Dieser Ausruf mag einem

literaturkundigen Rezipienten bekannt vorkommen, da er in fast identischer Weise in Hartmanns „Iwein“ vorliegt, nachdem die Königin vom Artushof entführt worden ist: harnasch unde ros her! (Iw, V.4626).

Auch der ‚Brunnenmechanismus‘ in Hartmanns „Iwein“ spiegelt sich in dem ‚nachklassischen‘ „Daniel von dem Blühenden Tal“ des Stricker wieder. Im „Iwein“ rekapituliert Kalogreant seine gescheiterte âventiure[22], bei welcher der

Ritter Wasser aus einer goldenen Schale auf einen Stein vergießt, der sich über einem Brunnen befindet (Iw, V.635-637). Die zuvor beschriebene[23], an einen „locus amoenus“[24] erinnernde landschaftliche Umgebung, in der sich der

Brunnen befindet, wird durch den ‚Mechanismus‘, den Kalogreant auslöst, in ihr Gegenteil verkehrt: Wolken ziehen sich zusammen, es wird dunkel, wol tûsent tûsent bliche schießen vom Himmel herab und ein kreftiger donreslac

wirft den Ritter zu Boden (Iw, V.641-652). Ähnliches weiß König Maturs Botenriese in „Daniel von dem Blühenden Tal“ zu berichten, wenn er Artus von dem ‚Tiermechanismus‘ erzählt, welcher sich im fremden Clusereich

befindet: wird dem Tier das Banner aus dem Maul gezogen, so schreit es derart laut auf, dass man vom Pferd fällt (Dan, V.738-756). Dies bestätigt sich schließlich auch, als Artus und seine Ritter in Cluse ankommen und den

‚Tiermechanismus‘ auslösen: sie fallen von den Pferden und ez wart nie ein donerslac / ze hoeren alsô freislich (Dan, V.2948-2949). Beide Mechanismen haben, sofern sie ausgelöst werden, zur Folge, dass der jeweilige Landesherr

zornig herangeritten kommt[25].

Die Liste der Parallelen zwischen den beiden Werken könnte noch fortgesetzt werden, jedoch soll das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf einer Neuerung und somit einem Unterschied zwischen Hartmanns „Iwein“ und dem „Daniel

von dem Blühenden Tal“ des Stricker liegen. An vereinzelten und passenden Stellen soll später trotzdem noch auf den „Iwein“ verwiesen werden. Hedda Ragotzky spricht vom „niuwe-Machen“, wenn sie sich auf das Verhältnis

zwischen dem „Daniel“ und dem „Iwein“ bezieht[26]. Greift der Stricker also schon vorhandene Motive und Szenen aus dem „Iwein“ auf und verändert beziehungsweise erweitert er diese bewusst? Im Folgenden soll darauf

eingegangen werden, welches Verständnis von einem ‚typischen‘ Ritter in beiden Werken hervorgerufen wird, welche Handlungsmöglichkeiten dieser zur Bewältigung seiner Gegner hat und weshalb sich der Handlungsspielraum

für Daniel überhaupt verändert. Hierbei soll außerdem das list-Handeln als neue Handlungsoption eingeführt und anhand der entsprechenden Episoden in „Daniel von dem Blühenden Tal“ erklärt werden. Wurden bisher die

Gemeinsamkeiten der beiden Werke beleuchtet, so soll das Augenmerk nun vor allem auf den Unterschieden liegen.

II. Der sich verändernde Handlungsspielraum des Artusritter

In dem vorherigen Kapitel wurde bereits darauf hingewiesen, dass sich die Prologe des „Iwein“ und des „Daniel von dem blühenden Tal“ in vielerlei Hinsicht ähnlich sind und dass man unter anderem deshalb vermutet, dass

der Stricker sich mit seinem Werk an Hartmanns von Aue ‚klassischem‘ Artusroman orientiert hat. Interessanterweise ist derjenige Begriff, den der Stricker nicht aus dem „Iwein“-Prolog übernommen hat, rîters muote (Iw, V.6).

Kann es sein, dass der ‚nachklassische‘ Autor nicht mehr für ein „adeliges Publikum“ geschrieben hat und dass die Idealität des König Artus nicht mehr aus der Perspektive „ritterlicher Standesethik“ gesehen

werden sollte, so wie es Peter Kern vermutet[27]? Oder könnte das Weglassen dieses Begriffes dafür stehen, dass der Stricker die ‚ritterliche Gesinnung‘[28] und die Vorstellung darüber,

was einen Repräsentanten dieser Kategorie ausmacht, kritisieren beziehungsweise umdeuten wollte? In Hartmanns von Aue „Iwein“ erklärt Kalogreant einem Waldmenschen[29] folgendermaßen, was âventiure bedeutet:

Nû sich wie ich gewâfent bin.

ich heizze ein rîter und hân den sin,

daz ich suochende rîte,

einen man, der mit mir strîte,

und der gewâfent sî als ich. (Iw, 529-533)

Zweimal erscheint der Begriff gewâfent in diesem Zitat und man kann schlussfolgern, dass Waffen in dieser Vorstellung von âventiure obligatorisch sind. Kalogreant scheitert im Zweikampf gegen den Landesherren jedoch und

geht aus der Brunnen-âventiure als Verlierer hevor (Iw, V.756). Übt Hartmann von Aue an dieser Stelle Kritik an einem unreflektierten âventiure- Verständnis? Die Antwort hierauf liegt im weiteren Verlauf der Geschichte: in

dem Kampf, den Iwein zu Beginn des Werkes gegen den Herren des Brunnenlandes führt und in dem er Kalogreants Scheitern rächen möchte (Iw, V.803-809), wird bekannt gegeben: si het beide uberladen / grôz ernst unde

zorn (Iw, V.1010-1011). Das Kämpfen beider Gegner wird hier zwar als ein von „Affekten“[30] bestimmtes Handeln charakterisiert, jedoch gibt es hierzu wenige Verse später eine Erweiterung: Hartmann betont, dass er keine weiteren

Worte über den Kampf verlieren möchte, da es keine Zeugen gegeben habe (Iw, V.1029-1044) und Iwein fürchtet, dass er ohne Zeugen auch seinen Sieg

nicht beweisen könne (Iw, V.1062-1070). An die Seite des zuvor schon erwähnten Handeln im „Affekt“ tritt nun eine neuartige Vorstellung: Iwein reflektiert die Situation, in der er sich befindet[31], wodurch im Gegensatz zu

dem unreflektierten Vorgehen Kalogreants eine neue Handlungskompetenz eingeführt wird. An dieser Vorstellung knüpft auch der ‚nachklassische‘ Roman des Stricker an, der genau diesen Unterschied zwischen den

„Affekten“ und dem reflektierten Handeln in seinem „Daniel von dem Blühenden Tal“ behandelt. So wird betont:

Swer iht guoter liste kann,

den solde wîp und man

gerne êren dester baz.

ein man tuot mit listen daz

daz tûsent niht entæten,

swie grôze kraft[32]sie hæten. (Dan, V.7487-7492)

Die list-Anwendung eines Einzelnen bekommt Vorrang vor der kraft- Anwendung tausender Männer[33] und das Zitat steht in einem engen Zusammenhang zu den Massenschlachten in „Daniel von dem Blühenden Tal“

und somit auch zu der Gewalt als Handlungsoption. Auf diesen Bezug soll jedoch an späterer Stelle genauer eingegangen werden[34]. Eine weitere Aussage in dem ‚nachklassischen‘ Werk des Stricker beleuchtet das

Verhältnis zwischen der ‚Weisheit‘[35] eines Menschen und seiner sterke:

Dem man ist dicke diu wîsheit

ze mangen dingen harte guot,

daz er mit sterke niht entuot. (Dan, 1504-1506)

Im Laufe dieser Arbeit wird sich zeigen, dass der Stricker den Dualismus zwischen reflektiertem Verhalten und „Affekt“ zu einem für sein Werk entscheidenden Thema macht.

[...]


[1] So z.B.: Bert Nagel: Hartmann ‚zitiert‘ Reinmar. Iwein 1-30 und MF 150/10-18. In: Euphorion 63(1969). S.13,S.18.

[2] Hartmann von Aue: Iwein. (Hg.):Rüdiger Krohn. Kommentiert von Mireille Schnyder. Stuttgart 2012. S.481-482 (Kommentar). Diese Textausgabe dient der gesamten Bachelorarbeit als Primärtextgrundlage.

[3] [Art.]Hartmann von Aue. In: Kurt Ruh (Hg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Band 3.

Ger-Hil. 2. Auflage. Berlin, New York 1981, S. 500-502.

[4] Wolfgang Achnitz bezeichnet Chrétien de Troyes als den „Erfinder“ des Artusromans. In: Wolfgang Achnitz: Deutschsprachige Artusdichtung des Mittelalters. Eine Einführung. Berlin/Boston 2012. S.1. Zu der Orientierung Hartmanns an Chrétien: Kurt Ruh: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. Band 3. Ger-Hil. S. 516.

[5] Hedda Ragotzky: Das Handlungsmodell der list und die Thematisierung der Bedeutung von guot. Zum Problem
einer sozialgeschichtlich orientierten Interpretation von Strickers 'Daniel vom blühenden Tal' und dem 'Pfaffen Amis'.
In: Gert Kaiser (Hg.): Literatur – Publikum – historischer Kontext. Beiträge zur älteren deutschen Literaturgeschichte,
Bd. 1. Bern 1977. S.183: Hedda Ragotzky schreibt, der Stricker demonstriere den „Umbruch von der ‚Klassik‘ zur ‚Nachklassik‘“.
Die Begriffe ‚Klassik‘ und ‚Nachklassik‘ beziehungsweise ‚klassisch‘ und ‚nachklassisch‘ sollen in dem weiteren
Verlauf dieser Arbeit für den „Iwein“ Hartmanns von Aue (‚klassisch‘) und den „Daniel von dem Blühenden Tal“
des Stricker (‚nachklassisch‘) übernommen werden.

[6] Der Stricker: Daniel von dem Blühenden Tal. (Hg.): Michael Resler. Tübingen 1983. Diese Ausgabe dient als
Primärtextgrundlage für die vorliegende Bachelorarbeit.

[7] Karl-Ernst Geith, Elke Ukena-Best, Hans-Joachim Ziegeler: [Art.] Der Stricker. In: Burghart Wachinger (Hg.): Die
deutsche Literatur des Mittelalters, Verfasserlexikon. Band 9, Sle-Ulr. Berlin/ New York 1995. S.418-449.

[8] Siehe hierzu das Kapitel II. dieser Arbeit.

[9] Zu der semantischen Bedeutung von mhd. list und zu der Abgrenzung zu nhd. ‚List‘ siehe das Kapitel II.2. dieser Arbeit.

[10] Siehe Kapitel III. dieser Arbeit.

[11] Regina Pingel: Ritterliche Werte zwischen Tradition und Transformation. Zur veränderten Konzeption von Artusheld
und Artushof in Strickers Daniel von dem blühenden Tal. Frankfurt am Main, New York 1994. S.74.

[12] Kurt Ruh: Zur Interpretation von Hartmanns Iwein. In: Werner Kohlschmidt, Paul Zinsli (Hg.): Philologia Deutsch.
Festschrift zum 70.Geburtstag von Walter Henzen. Bern 1965. S.39.
Zu dieser „höfischen Blütezeit“ auch: Jürgen Wolf: Einführung in das Werk Hartmanns von Aue. Darmstadt 2007. S.24-25.

[13] Wolfgang Achnitz: Deutschsprachige Artusdichtung des Mittelalters. S.54: Der „Erec“ Hartmanns entstand
zum Beispiel noch vor dem „Iwein“.

[14] Regina Pingel: Ritterliche Werte zwischen Tradition und Transformation. S.124.

[15] Peter Kern: Rezeption und Genese des Artusromans. In: ZfdPh 93. 1974. S.19.

[16] Zu den Prologen des „Iwein“ und des „Daniel von dem Blühenden Tal“ vor allem: Peter Kern. Rezeption und
Genese des Artusromans.

[17] Die Forschung ist sich bezüglich des „Iwein“ nicht einig, wie die Begriffe rehte guete, sælde und êre (Iwein, V.1-3) genau aufzufassen sind.
Christoph Cormeau, Wilhelm Störmer: Hartmann von Aue. Epoche – Werk – Wirkung. 3.Auflage.
München 2007. S.201: Cormeau und Störmer halten rehte güete für kaum konkretisierbar.
Volker Mertens: Imitatio Arthuri – Zum Prolog von Hartmanns ‚Iwein‘. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und
deutsche Literatur 106(1977). S.352: Mertens spricht bei den Anfangsversen des „Iwein“ gar von einer
„Leerformel“.
Rolf Endres: Der Prolog von Hartmanns „Iwein“. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und
Geistesgeschichte 40 (1966). S.509-537: Endres stellt eine religiöse Verbindung zu der Schrift De Trinitate des
Augustinus her.
Bert Nagel: Hartmann ‚zitiert‘ Reinmar. S.8: Die Kritik zu Endres` „Theologisierung“.

[18] Hartmann von Aue: Iwein. V.4-20 / Der Stricker: Daniel von dem Blühenden Tal. V.47-142.

[19] Peter Kern: Rezeption und Genese des Artusromans. S.21

[20] Peter Kern: Rezeption und Genese des Artusromans. S.20.

[21] Im Folgenden werden Zitate aus dem „Daniel von dem Blühenden Tal“ und dem „Iwein“ mit den Abkürzungen „Dan“ und „Iw“
sowie den jeweiligen Versangaben im Fließtext angegeben.

[22] „Ritterliche Bewährungsprobe als Strukturelement des Artusromans“ / eine „Bewährungsprobe“, die sich der Held selbst sucht,
die zugleich allerdings auch vorbestimmt ist. Wird diese Probe von dem Held bestanden, so sichert er sich „seinen Platz“ in der Gesellschaft.
Aus: Volker Mertens: [Art.]Aventiure, in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte.
Gemeinsam mit Harald Fricke, Klaus Grubmüller u.Jan-Dirk Müller hg. von Klaus Weimar. Bd.1. Berlin/New York
1997. S.187-189. Wolfgang Achnitz: Deutschsprachige Artusdichtung des Mittelalters. S.71: âventiure steht nicht nur für die„risikoreichen“ Taten eines Ritters, sondern auch für das Erzählen über diese Taten.

[23] Iw, V.603-628.

[24] [Art.] Locus amoenus. In: Lexikon des Mittelalters. Band 5: Hiera-Mittel bis Lukanien. München/ Zürich 1991. S.2066.

[25] Dan, V.757-760. / Iw, V.694-697.

[26] Hedda Ragotzky: Gattungserneuerung und Laienunterweisung in Texten des Strickers. Tübingen 1981. S.45.

[27] Peter Kern: Rezeption und Genese des Artusromans. S.22. Diese These würde außerdem dadurch gestützt,
dass der Stricker in seinem „Daniel“-Prolog betont, dass nicht
mehr guot zum Erwerb von lop und êre ausschlaggebend ist, sondern williger muot (Dan, V.23-29).

[28] muot. Matthias Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Band I, A-M. Spalte 2241-2242.

[29] Iw, 425-426: sîn menschlîch bilde / was anders harte wilde.

[30] Ingrid Hahn: Das Ethos der kraft. Zur Bedeutung der Massenschlachten in Strickers Daniel von dem Blühenden Tal.
In: Richard Brinkmann, Walter Haug (Hg.): Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte 59. Stuttgart 1985.
Der Begriff „Affekt“ wird auch im weiteren Verlauf dieser Arbeit übernommen werden, ohne dass jedes Mal explizit auf die oben genannte Quelle verwiesen wird.
Auf den Unterschied zwischen Handeln in Affekt und reflektiertem Handeln im „Daniel von dem Blühenden Tal“ soll an späteren Stellen der Arbeit noch einmal eingegangen werden.

[31] Ebd. S.182. Siehe im Primärtext vor allem: dô gedâhte her Îwein (Iw, V.1062).

[32] kraft. Lexer: Band I, A-M. Spalte 1701-1702:‚Kraft‘ , ‚Gewalt‘.

[33] Zu dem Begriff der list siehe, wie bereits gesagt, Kapitel II.2.

[34] Zu den Massenschlachten siehe Kapitel IV.1. dieser Arbeit.

[35] wîsheit. Lexer: Band III, VF-Z. Spalte 944. ‚Verständigkeit‘, ‚Erfahrung‘, ‚Wissen‘, ‚Gelehrsamkeit‘, ‚Weisheit‘,
‚Kunst‘.

Details

Seiten
43
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656876533
ISBN (Buch)
9783656876540
Dateigröße
2.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v287163
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Deutsche Philologie
Note
1,3
Schlagworte
list gewalt daniel blühenden iwein hartmanns überlegungen handlungsspielraum artusritter

Autor

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Titel: 'List' und 'Gewalt' im "Daniel von dem Blühenden Tal" und im "Iwein" Hartmanns von Aue