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Beleg zum Seminar mit Schulpraxis

von Carmen Richter (Autor) Janet Beutler (Autor)

Praktikumsbericht / -arbeit 2004 39 Seiten

Pädagogik - Schulpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Situation der Praktikumsschule

2. Situation der Praktikumsklasse

3. Beobachtungsschwerpunkt: Arbeit mit dem Tafelbild
3.1 Systematische Betrachtung
3.1.1 Bedeutung des Mediums Tafel
3.1.2 Funktionen des Tafelbildes
3.1.3 Anforderungen an das Tafelbild
3.2 Beobachtungen
3.2.1 Situation vor Ort
3.2.2 Tafelbild als Unterrichtseinstieg
3.2.3 Tafelbild als Unterrichtsmittelpunkt
3.2.4 Zusammenfassung

4. Unterrichtsvorbereitungen
4.1 Unterrichtsvorbereitung
4.2 Unterrichtsvorbereitung

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

7. Anlagenverzeichnis und Anlagen

1. Situation der Praktikumsschule

Oberhalb des Plauenschen Grundes in unmittelbarer Nähe der Begerburg und unweit des historischen Dorfkerns Dölzschen steht inmitten von Wiesen und Feldern die 81. Grundschule Dresdens (www.sn.schule.de/~gsdoelzschen).

In dem denkmalgeschützten Schulhaus lernen zur Zeit 130 Grundschüler in sechs Klassen. Acht helle geräumige Klassenzimmer stehen zur Verfügung. Zehn Lehrerinnen widmen sich den Neigungen und Talenten der Schüler (ebenda).

Ziel der Lehrer und Erzieher ist es, den Schülern in einer freudvollen Atmosphäre ein gutes Rüstzeug für ihre Zukunft mitzugeben und sie gut auf das Leben vorzubereiten. Wichtig ist es für die Lehrer zu beachten, dass jedes Kind eine "eigene Methode" zum Lernen hat (ebenda).
Anregungen werden aus der Reformpädagogik von Montessori, Freinet und Waldorf geholt, um die Lernwege der Kinder zu unterstützen. Großes Augenmerk wird auf differenziertes Arbeiten, auf Selbständigkeit und ein gutes soziales Miteinander gelegt. Das Schulleben wird durch Tages- und Wochenpläne, Werkstattarbeit und Projekte abwechslungsreich gestaltet. Der Frontalunterricht findet in der Schule aber auch noch seine Berechtigung (ebenda).
Nach dem anstrengenden Arbeiten im Unterricht genießen die Schüler die Hofpausen auf dem Pausenhof oder auf der großen schön angelegten Spiel- und Tobewiese. Auch ein Ball- oder Haschspiel unter den schattenspendenden Kastanien ist eine willkommene Abwechslung. Danach geht das Lernen doch gleich wieder viel besser (ebenda).

2. Situation der Praktikumsklasse

Die Klasse, in der wir mit drei weiteren Kommilitonen während des SSP hospitierten und auch Unterrichtsversuche durchführten, ist die 3b. Sie setzt sich aus zehn Mädchen und sieben Jungen zusammen. Ein Schüler leidet unter epileptischen Anfällen.

Die Klassenlehrerin Frau W. unterrichtet in der Klasse die Fächer Deutsch und Mathematik.

Für uns als außenstehende Personen herrschte in der Klasse ein gutes Klima zwischen den Schülern untereinander. Zwischen der Lehrerin und den Schülern war ein gespanntes Verhältnis zu merken, die Autorität der Lehrerin stand im Vordergrund. Die Schüler hatten Respekt vor ihr, was sich daran zeigte, dass sich die Klasse im Allgemeinen sehr ruhig und zurückhaltend zeigte. Sobald Unruhe aufkam, wurde durch die Lehrerin ermahnt.

Die Klasse ging in der Pause, freundlich miteinander um und zeigte auch in der Stunde gegenseitige Hilfsbereitschaft. Dieser Eindruck einer guten Klassengemeinschaft wurde uns ebenfalls von Frau W. bestätigt.

Es ließ sich feststellen, dass die Schüler der Klasse insgesamt motiviert dem Unterricht folgten. Dies sah man an der großen, stets vorhandenen Mitarbeitsbereitschaft , als auch an ihrer selbstständigeren Arbeitsweise im Unterricht.

3. Beobachtungsschwerpunkt: Arbeit mit dem Tafelbild

3.1 Systematische Betrachtung

3.1.1 Bedeutung des Mediums Tafel

Bis heute ist die Wandtafel das wichtigste Medium in unseren Schulen (Meyer, S.217). Seit Jahrhunderten schon hat sie ihren Platz in den Klassenräumen. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wurde sie erwähnt und dann im Laufe des 19. Jahrhunderts administrativ verordnet, in allen Einzelheiten beschrieben und in ihren verschiedenen Formen in den Einrichtungskatalogen der Schulen penibel registriert (Gudjons, S.60).

Als nichtpersonales Medium macht das Tafelbild den Lernstoff und teilweise auch den Unterrichtsverlauf an der Wandtafel sichtbar. Diese Visualisierung geschieht durch ein gestaltetes und geordnetes Zueinander von Text und Bild oder Text und Text (ebenda).

In unserer heutigen Zeit gibt es verschiedene Arten von Tafeln. Die Standardtafel, welche „ohne technischen Aufwand stets verfügbar, pflegeleicht, praktisch und universell einsetzbar“ ist, lässt sich jedoch in jedem Klassenzimmer finden (ebenda, S.62). Sie ist im Normalfall an der Stirnwand des Klassenzimmers angebracht und bildet somit den zentralen Blickfang. Sie besteht meist aus einer Mittelfläche von ca. 200 cm x 120 cm, sowie aus zwei ausklappbaren Seitenflügeln. In der Regel ist sie nach unten und oben verschiebbar. Auf der Tafel sind die verschiedensten Lineaturen möglich. Die Standardtafel ist mit weißen und farbigen Kreiden beschreibbar (ebenda, S.61).

Neben der Standardtafel gibt es noch die Seitentafeln, welche sich an den Seitenwänden des Klassenzimmers befinden. „Sie können gut für unterrichtliche Nebenfunktionen genutzt werden; man kann darauf z.B. längerfristige Ämter festhalten, Hausaufgaben anschreiben, Termine markieren u.v.a.“ (ebenda, S. 61). Des Weiteren gibt es transportable Tafeln, die sich auf einem Rollgestell befinden und sich besonders für Räume eignen, die nicht unbedingt für Unterrichtszwecke gedacht sind. Schließlich wären da noch die so genannten Whiteboards, auf denen man mit abwischbaren Stiften schreiben kann, sowie die transportablen Papiertafeln, die so genannten Flipcharts (ebenda, S.62).

3.1.2 Funktionen des Tafelbildes

Angepasst an die unterschiedlichen Funktionen des Tafelbildes, ändern sich die Ansprüche an die Gestaltung und Qualität des Tafelbildes. Hilbert Meyer unterteilt die Tafelarbeit in seinem Buch „Unterrichtsmethoden. 2. Praxisband“ (S.217 f) in folgende Funktionen:

1. Die Tafel kann vom Lehrer zum Beginn einer neuen Unterrichtsstunde genutzt werden. Der Lehrer gestaltet somit einen „informierenden Unterrichtseinstieg“.
2. Die Tafel kann dem Lehrer dazu dienen wichtige Stichworte festzuhalten, Wörter mit komplizierter Rechtschreibung zu notieren, Hausaufgaben anzuschreiben usw. Da solche Notizen nicht dafür bestimmt sind vom Schüler abgeschrieben zu werden, sind die Ansprüche an die formale Gestaltung hierbei niedrig.
3. Die Tafel wird zum lustvollen Zeichnen genutzt. Daran haben vor allem junge Schüler sehr großen Spaß. Doch auch der Lehrer sollte diese Art der Tafelnutzung kultivieren: Arbeitsaufträge, technische Details, Regieanweisungen usw. können durch ein paar einfache Zeichnungen häufig eher und konkreter vermittelt werden als durch viele Wörter. In vielen naturwissenschaftlichen Fächern ist dies selbstverständlich, aber Tafelzeichnung kann praktisch in jedem Schulfach angewandt werden.
4. Das Tafelbild kann der Mittelpunkt einer ganzen Unterrichtsstunde sein. Nämlich dann, wenn es die Aufgabe hat, den Sach- oder Problemzusammenhang der gesamten Stunde in Schrift und Bild wiederzugeben. Es wird vom Lehrer meist sehr gründlich ausgearbeitet und auch beim Abschreiben durch die Schüler großen Wert auf Sorgfältigkeit gelegt. Im Wesentlichen dient es dann der Ergebnissicherung.
5. Wenn das Tafelbild zur Kontrolle des Leistungsstandes eines einzelnen Schülers, zur Lenkung der Aufmerksamkeit aller Schüler und zur verbindlichen Normierung des Schulwissens dient, hat es immer auch eine Disziplinierungsfunktion.

3.1.3 Anforderungen an das Tafelbild

Meyer gibt folgende vier Ratschläge zum Umgang mit der Arbeit an der Tafel an (ebenda, S. 219 f):

1. Die Entstehung des Tafelbildes sollte, wenn immer dies möglich ist, vor den Augen der Schüler entstehen. Ein Vorteil der Tafelarbeit besteht in der schrittweisen Entfaltung des Textes oder des Bildes vor den Augen der Kinder. Außerdem kann das Tafelbild ständig korrigiert und variiert werden. Diese beiden Vorzüge sollten vom Lehrer intensiv genutzt werden. Auch können Schülerbeiträge, wie bei keinem anderen Medium, integriert werden.

Der Lehrer sollte beim Reden mit Schülern während der Tafelarbeit immer zu ihnen hinschauen.

2. Optisch sollte das Tafelbild klar gegliedert sein, eine ausgeglichene Raumaufteilung und ästhetische Gestaltung haben. Skizzen, Tabellen und Zeichnungen müssen äußerst genau vom Lehrer ausgeführt werden, da sich eine unkorrekte und unsaubere Arbeitsweise an der Tafel in den Heften der Kinder wieder findet.

Natürlich sollte das Tafelbild eine gute Lesbarkeit für alle Schüler aufweisen. Die individualisierte Handschrift eines jeden Lehrers ist deshalb, nicht nur in der Grundschule, für die Tafelschrift unangemessen. Der Lehrer sollte sich also eine an die Normalschrift angenäherte Tafelschrift zulegen. In der Grundschule wird von den Lehrern verlangt in einer Ausgangsschrift zu schreiben.

Zwischendurch sollte der Lehrer durch das Klassenzimmer gehen und überprüfen, ob das Tafelbild von allen Schülern, besonders in der letzten Reihe, gelesen werden kann.

3. Es müssen Unterrichtsstörungen durch die Tafelarbeit vermieden werden. Um den Tafeltext innerhalb des Unterrichtsprozesses entstehen zu lassen, müssen Lehrer und Schüler ihre Aufmerksamkeit zwangsläufig auf die Tafel richten. So kann es passieren, dass das zur Hauptsache des Unterrichts wird, was eigentlich nur zur Unterstreichung des Unterrichtsverlaufes gedacht war. Besonders wenn das Tafelbild während eines Unterrichtsgespräches entwickelt werden soll, kommt es unvermeidlich zum Stocken des Gespräches. Hier empfiehlt Meyer den Lehrern sich während des Gesprächs die wichtigsten Gedanken auf einem Zettel zu notieren und diese erst am Ende oder bei Gesprächsabschnitten an die Tafel zu übertragen.

4. Jeder Lehrer sollte mit seiner Klasse eine verbindliche Regel zum Abschreiben des Tafeltextes treffen. Besonders in der Grundschule erwarten die Schüler genaue Anweisungen, wann der Tafeltext abgeschrieben werden soll. Hier benötigt das Abschreiben die volle Aufmerksamkeit der Schüler, so dass sie nebenbei gebrachte Erläuterungen des Lehrers auf keinen Fall voll mitbekommen können. Im Allgemeinen gilt es besonders den leistungsschwachen Schülern die Möglichkeit zu geben, den Text in Ruhe abschreiben zu können.

3.2 Beobachtungen

3.2.1 Situation vor Ort

Dass die Wandtafel eines der wichtigsten Medien in den Schulen ist, konnten wir auch während des SSP beobachten. So kam die Tafel in fast jeder Stunde, die wir hospitierten oder auch selbst hielten, zum Einsatz.

Im Klassenzimmer standen die übliche Standardtafel, weiße und farbige Kreide, sowie Magnete zur Verfügung.

3.2.2 Tafelbild als Unterrichtseinstieg

Bei einigen Unterrichtsstunden wurde die Tafel als Einstieg benutzt.

Beispiel:

So begann Herr S. die Stunde vom 26.11.2003 (Hospitationsprotokoll) mit einem Plakat, welches mit Magneten an der Tafel befestigt war. Er ließ die Klasse vor das Plakat an der Tafel treten und fragte die Schüler, was sie darauf erkennen. Die Schüler erkannten so das Unterrichtsthema und Herr S. konnte so auf seinen Inhalt, nämlich die Zeitformen Gegenwart und Vergangenheit, hinführen.

Dadurch dass die Klasse gleich zu Beginn des Unterrichts aufstehen konnte, wurde eine Lockerung erreicht und die Tafel als zentraler Blickpunkt optimal genutzt.

3.2.3 Tafelbild als Unterrichtsmittelpunkt

In der von Herrn H. gehaltenen Stunde am 26.11.2003 (Hospitationsprotokoll) stand die Tafel im Mittelpunkt des Unterrichts.

Sein Thema waren die Wortfamilien und er malte einen großen Baum auf die aufgeklappte Tafelmittelfläche. An den Seiten befanden sich mit Magneten befestigte Wortkarten.

Er ließ sich die Wortkarten vorlesen und die Schüler sollten den Wortstamm der Wörter herausfinden. Aber es waren nicht alle Wörter aus einer Wortfamilie.

Aufgabe der Kinder war es nun die Wörter mit gleichem Wortstamm in die Krone des großen Baumes an der Tafel zu heften.

Im Baumstamm stand dann der Wortstamm der Wortfamilie.

Das Tafelbild entstand so im Unterricht vor den Augen der Schüler.

3.2.4 Zusammenfassung

In den Wochen unseres SSP´s konnten wir verschiedene Funktionen der Tafelarbeit beobachten. So wurde sie als Unterrichtseinstieg, als Mittelpunkt, zum Anschreiben von Namen, Datum und Aufgaben, sowie für Wörter mit unbekannter Rechtschreibung und Hausaufgaben genutzt.

Viele Tafelbilder entstanden vor den Augen der Schüler, so dass ihre Beiträge häufig mit eingebracht werden konnten.

Wir selbst konnten feststellen, dass es schwer ist gleichzeitig an die Tafel zu schreiben und mit den Schülern zu reden. Gerade als Anfänger fällt es den meisten angehenden Lehrern ein angemessene Schriftgröße zu wählen und immer sauber in Schulausgangsschrift zu schreiben.

Wir denken, wenn man sich später nicht mehr so auf eben genannte Sachen konzentrieren muss, fällt es leichter gleichzeitig mit den Schülern zu sprechen, obwohl dies beim Anschreiben ja eigentlich generell vermieden werden sollte.

Trotzdem waren alle Tafelbilder fast immer ordentlich und in einer ausgeglichenen Raumaufteilung gestaltet.

4. Unterrichtsvorbereitungen

4.1 Unterrichtsvorbereitung Carmen Richter

Schule: 81. Grundschule Datum: 21.01.2004

Klasse: 3b Praktikant: Carmen Richter

Fach: Mathematik Zeit: 7.40 - 8.15 Uhr

Thema der Unterrichtssequenz:

Grundbegriffe der Rechenarten Addition und Subtraktion

Lehrplanbezug:

Das Thema wird im Lehrplan Sachsen Grundschule Mathematik in den Bereich der Arithmetik der 1. und 2. Klasse Lernbereich 2 eingeordnet. Diesem Lernbereich werden insgesamt 120 Stunden zugeordnet.

Folgende Begriffe sollten von den Schülern nach der Unterrichtseinheit beherrscht werden:

“plus”, “addieren”, “Addition”, “Summe”, “Summand”

”minus”, “subtrahieren”, “Subtraktion”, “Differenz”, “Minuend”, “Subtrahend”.

Lernvorraussetzungen:

Den Schülern muss die Addition und die Subtraktion bekannt sein. Sie kennen die Grundbegriffe der Rechenarten und sind in der Lage diese Grundbegriffe den Teilen der Aufgabe zuzuordnen.

Ziele:

Die Schüler sollen durch Wiederholung der Grundbegriffe Addition, plus, addieren, Summe, Summand, sowie Subtraktion, minus, subtrahieren, Differenz, Minuend und Subtrahend ihr Wissen festigen.

Durch eine spielerische Form der Stofffestigung sollen die Schüler Spaß am Unterricht empfinden.

Didaktische Analyse:

Gegenwartsbedeutung

Die Schüler wissen, dass Aufgaben aus Teilen bestehen und diese mit Begriffen bezeichnet werden.

Zukunftsbedeutung

Die Schüler sollen in Zukunft wissen, dass Summand plus Summand gleich Summe und Minuend minus Subtrahend gleich Differenz ergibt. Auch wenn im späteren Leben niemand mehr nach den Begriffen fragen wird, sollte man zu mindestens schon mal von ihnen gehört haben und sie auch zuordnen können, um zum Beispiel Textaufgaben zu lösen oder Aufgabenaufforderungen zu verstehen.

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Details

Seiten
39
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638303804
Dateigröße
616 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v28668
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Note
Keine
Schlagworte
Beleg Seminar Schulpraxis

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