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Christine Nöstlinger. Ausgewählte Romane. Kontrastiver Vergleich mit den tschechischen Übersetzungen

Diplomarbeit 2014 83 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

INHALT

Einführung

I. Theoretischer Teil
1. Begriff Übersetzung
2. Einführung in die Übersetzungswissenschaft
2.1 Die allgemeine Übersetzungstheorie nach K. Reiß und J.Vermeer
2.2 Aufgaben der Übersetzungstheorie
3. Skopostheorie
4. Begriff Übersetzungsprozess
4.1 Drei Phasen des Übersetzungsprozess
5. Gattungen bei der Übersetzung
6. Theoretische Abgrenzung der Textsorten
7. Literarische Übersetzung
7.1 Die Rolle der literarischen Übersetzung
8. Hilfsmittel des Übersetzers
8.1 Das mehrsprachige und einsprachige WB
8.2 Die linguistischen Wörterbücher
8.3 Fachwörterbücher
8.4 Online-Hilfsmittel
8.5 Übersetzungssoftware

II. Praktischer Teil
1. Methodik
2. Die Schriftstellerin Christine Nöstlinger
2.1 Der Stil von Christine Nöstlinger
3. Die Übersetzerin Hana Linhartová (Der Hund kommt)
3.1 Der Übersetzungsstil von Hana Linhartová
4. Die Übersetzerin Hana Homoláčová (Skřítek v Hlavě)
4.1 Der Übersetzungsstil von Hana Homoláčová
5. Der Hund kommt- Inhalt
6. Zwerg im Kopf- Inhalt
7. Stilfiguren: Tropen
7.1 Vergleich
7.2 Metapher
7.3 Metonymie
7.4 Ironie
8. Stilschichten, Stilfärbungen
9. Lexikalische Stilmittel
9.1 Synonyme
9.2 Die Gliederung der Stilelemente nach G. Michel

Zusammenfassung

Beilage: Interview

Verzeichnis der Abkürzungen:

Quellenverzeichnis

Einführung

In der vorliegenden Arbeit beschäftige ich mich mit der Sprache ausgewählter Werke der österreichischen Schriftstellerin Christine Nöstlinger. Die Texte werden aus der stilistischen und translatorischen Sicht analysiert. Die Analyse konzentriert sich auf zwei ausgewählte Romane von Nöstlinger, Der Hund kommt (1987, tsch. Pan pes a jeho přátelé) und Zwerg im Kopf (1989, tsch. Skřítek v hlavě). Beide Romane sind für Kinder ab sieben Jahren geeignet. Die Kinderliteratur hat einen spezifischen Wortschatz, in den Texten gibt es viele Vergleiche, Komposita, kurze Sätze und Synonyme. Dazu fügt Christine Nöstlinger ihre eigenen Spezifika hinzu, wie beispielweise die häufigen Austriazismen, Ad-hoc-Bildungen und Zusammenrückungen. Sehr spezifisch ist auch der umgangssprachliche Stil ihrer Texte, die reich an saloppen und derben Ausdrücken, Schimpfwörtern und Vulgarismen sind. Wegen diesen Merkmalen ihrer Texte wird Nöstlinger manchmal für eine umstrittene Autorin gehalten, da die Bücher für 7-jährige Kinder geeignet sein sollten.

Der theoretische Teil wird den Erkenntnissen aus der Übersetzungswissenschaft gewidmet. Der Begriff Übersetzung und die Übersetzungstheorie werden im ersten Kapitel vorgestellt, dabei wird besondere Aufmerksamkeit der allgemeinen Übersetzungstheorie von Katharina Reiß und Hans J. Vermeer geschenkt. Weiter beschäftige ich mich mit der Skopostheorie und mit dem Übersetzungsprozess und ihren Phasen nach Jiří Levý. Den nächsten Abschnitt widme ich den Genres im Zusammenhang mit der Übersetzung und grenze theoretisch die Textsorten ab. Das vorletzte Kapitel befasst sich mit der literarischen Übersetzung und ihrer Rolle. Schließlich untersuche ich dann alle zugänglichen Hilfsmittel der Übersetzer und fasse die erworbenen Erkenntnisse zusammen. In erster Linie sind es die klassischen Wörterbücher, die ich weiter spezifiziere, dann stelle ich die immer mehr populären Online Hilfsmittel und zum Schluss auch die Übersetzungssoftware vor, die zu der Notwendigkeit für viele Übersetzer wurden.

Im praktischen Teil konzentriere ich mich auf die stilistische und translatorische Analyse der zwei Romane von CH. Nöstlinger. Die Methode meiner praktischen Forschung stelle ich in der Einleitung des praktischen Teils vor. Zuerst beschreibe ich das Leben und Schaffen von Christine Nöstlinger, dann charakterisiere ich ihren Stil, sowie auch den Übersetzungsstil von beiden Übersetzerinnen, Hana Linhartová und Hana Homoláčová. Bei der Stilbeschreibung erwähne ich auch die konkreten Beispiele, die ich interessant und erwähnenswert finde. Weiter werden auch beide Romane inhaltlich und thematisch vorgestellt. Dann analysiere ich die gefundenen stilistischen Erscheinungen, bei denen ich zuerst eine kurze Definition, und dann die Abschnitte in beiden Sprachen anführe.

Zum Schluss meiner Arbeit lege ich ein Interview bei, das ich mit der Übersetzerin Hana Linhartová führte. Frau Linhartová beschreibt in diesem Gespräch sehr schön die Schwierigkeiten und Schönheiten der Übersetzungsarbeit.

Als ein Ziel meiner Arbeit setze ich mir den spezifischen Wortschatz des Kinderschaffens zu untersuchen und zu analysieren. Es sind gerade die Bücher, die die Persönlichkeit jedes Kindes formen helfen. Die Kinder wiederholen gerne alles und bilden sich mithilfe ihrer Fantasie die eigenen Vorstellungen. Deshalb ist auch die sprachliche Form des Buches wichtig. Weiter möchte ich auch auf die Merkwürdigkeiten und Schwierigkeiten aus der translatorischen Sicht hinweisen und hiermit die Reichtum der Übersetzungsarbeit demonstrieren.

I. Theoretischer Teil

1. Begriff Übersetzung

„Übersetzen heißt, die babylonische Sprachverschiedenheit zu überbrücken“[1].

Unter Übersetzen bzw. Übersetzung verstehen wir allgemein die Übertragung eines Textes von einer Ausgangsprache in eine Zielsprache. Das Ergebnis von dieser Übertragung bezeichnen wir ebenso als eine Übersetzung. Der Begriff ‚Übersetzung‘ hat also zwei unterschiedliche Bedeutungen. Einerseits das Ergebnis eines Prozesses und anderseits den Prozess selbst. L. Barchudarow erklärt es in seinem Werk Sprache und Übersetzung (1979):

1. Übersetzung als Ergebnis eines Prozesses. Dabei bezeichnet dieses Wort eigentlich einen übersetzten Text.
2. Übersetzung als Prozess- als Tätigkeitsbezeichnung nach dem Verb „übersetzen‘. D.h. ein Vorgang, der zur Entstehung der Übersetzung führt.[2]

Werner Koller definiert den Begriff Übersetzung in seinem Werk Einführung in die Übersetzungswissenschaft (1992) wie folgt: „Der Übersetzungsbegriff, wie er verwendet wird, um den Vorgang der schriftlichen Umsetzung eines Textes aus einer Sprache (AS) in eine andere Sprache (ZS) zu bezeichnen. Dabei muss das Umsetzungsprodukt bzw. die Übersetzung bestimmten Äquivalenzforderungen genügen.“[3]

Die meisten Theoretiker, die sich mit der Übersetzungswissenschaft beschäftigen, sprechen von einer Übersetzung als von einer Mitteilung. Der Begriff ‚Übersetzung‘ kann auch mit der Bezeichnung Translation ersetzt werden.

W. Koller betrachtet eine Übersetzung nicht nur als einen Übertragungsprozess zwischen verschiedenen Sprachen, sondern auch innerhalb derselben Sprache und derselben Sprachgemeinschaft. Der Autor bezeichnet diese zwei Ebenen als interlinguales Übersetzen und intralinguales Übersetzen. Das interlinguale Übersetzen besteht in der Übertragung zwischen zwei verschiedenen Sprachsystemen, beim intralingualen Übersetzen handelt es sich um ein diachronisches Übersetzen zwischen verschiedenen Sprachstufen, beispielsweise das Frühneuhochdeutsch, das Neuhochdeutsch. Oder es bezieht sich auf die Übertragung eines Textes zwischen verschiedenen Stilebenen und Stilschichten, zum Beispiel das umgangssprachliche Deutsch, das Hochdeutsch. [4]

2. Einführung in die Übersetzungswissenschaft

Mit dem Prozess des Übersetzens und mit allgemeinen Übersetzungen beschäftigt sich die Teildisziplin, die als Übersetzungswissenschaft definiert wird. Nach W. Koller (1972) geht die Übersetzungswissenschaft von der folgenden Frage aus: „Was läuft in den Köpfen von Übersetzern ab, wenn sie übersetzen?“[5]

„Die Übersetzungswissenschaft ist die Wissenschaft, die Übersetzen und Übersetzungen mit unterschiedlichem Erkenntnisinteresse und unter Anwendung der Methoden verschiedener Disziplinen unter den verschiedenen Aspekten zu beschreiben, zu analysieren und zu erklären versucht.“[6] Dabei hängt es von der Art der Übersetzung ab, welche Methoden angewendet werden können. Ob linguistische, literaturwissenschaftliche, textwissenschaftliche, oder eine Kombination von mehreren Methoden.

Die Übersetzungswissenschaft weist auch Ähnlichkeiten mit anderen linguistischen Disziplinen auf, wie zum Beispiel Semantik, Pragmatik oder Textlinguistik. Sie stellt eine wesentliche Frage, welche spezifische Bedeutung Wörtern und Sätzen zugeschrieben wird? Die strukturelle Semantik spielt demnach eine wichtige Rolle bei der Übersetzung.

Die Übersetzungswissenschaft ist noch weit entfernt von ihrer Zielvorstellung, einer spezifischen übersetzungswissenschaftlichen Methode (Theorie), die zugleich umfassend und einzelfallspezifisch ist, und die auf alle Erscheinungen im Gegenstandsbereich des Übersetzens anwendbar ist.[7]

Nach J.S. Holmes (1988:73, in Koller: 2001) „besteht das Endziel der Übersetzungswissenschaft darin, eine Theorie zu entwickeln, die so viele Elemente enthält, dass sie alle Erscheinungen erklären und vorhersagen kann, die in den Bereich des Übersetzens und der Übersetzungen fallen, unter Ausschluß aller Phänomene, die nicht dazu gehören.“[8]

2.1 Die allgemeine Übersetzungstheorie nach K. Reiß und J.Vermeer

Die allgemeine Übersetzungstheorie wurde von K. Reiß und J.Vermeer in ihrem Buch Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie im Jahre 1984 formuliert. Diese Theorie geht von der Theorie einer Handlung aus. Sie stufen die Übersetzungswissenschaft in die angewandte Sprachwissenschaft ein. Die Autoren kritisieren die traditionelle Auffassung der Übersetzungstheorie, wie sie bei J. Levýs Umění překladu oder W. Kollers Einführung in die Übersetzungswissenschaft angeführt wird. Diese Auffassung basiert auf einem zweistufigen Kommunikationsmodell, in dem der Übersetzer nur ein Vermittler zwischen den Sprechern beider Sprachen fungiert. Es wird kritisiert, dass sich der Übersetzungsprozess folglich nur auf der sprachlichen Ebene abspielt, und die typischen kulturellen Merkmale einer Sprache als Komplikation betrachtet werden. Reiß und Vermeer führen den Begriff Informationsangebot auf, der in ihrem Werk dazu dient, den Begriff Instruktion[9] zu ersetzen. Aus dem methodologischen Gesichtspunkt wird dem Informationsangebot eine größere Varietät bezüglich des Übersetzungsprozesses zugeschrieben. Sowohl der Ausgangstext, als auch der Zieltext stellen unterschiedliche Angebote von Informationen dar. Dabei entscheidet Übersetzer selbst, welche Informationen er verwendet und wie er diese auf eine kreative Art und Weise auffasst. „Entscheidend für unsere Theorie als einheitlicher Translationstheorie ist, dass jedes Translat (Übersetzung, Verdolmetschung) unabhängig von seiner Funktion und Textsorte (…) gefasst wird.“[10]

Allgemein lässt sich sagen, dass der Text immer anhand von formalen und kulturellen Spezifika der gegebenen Zielkultur übersetzt wird. Als Hauptkriterium gilt hierbei die Entscheidung des Übersetzers, insofern dass die Übersetzung funktionell als das Zielinformationsangebot betrachtet wird. Es hängt von dem Übersetzer ab, dass er aufgrund seiner Kenntnisse sowohl für die Ausgangs-, als auch für die Zielsituation entscheidet, ob, was und wie übersetzt wird.[11]

2.2 Aufgaben der Übersetzungstheorie

Die Übersetzungstheorie enthält den Übersetzungsprozess, sowie Faktoren und Bedingungen, die diesen beeinflussen. Des Weiteren offenbaren sich auch gleizeitig aufkommende Schwierigkeiten, gegen welche die Übersetzer im Übersetzungsprozess standhalten müssen.

Anders ausgedrückt: „Die Übersetzungstheorie hat die Aufgabe, den Übersetzungsprozess und die Bedingungen und Faktoren dieses Prozesses durchschaubar zu machen“[12] Im Vergleich hierzu ist auch die Definition von L. Barchudarow erwähnenswert: „Gegenstand der linguistischen Übersetzungstheorie ist die wissenschaftliche Beschreibung des Prozesses der Übersetzung als zwischensprachliche Transformation. (…) Dabei spiegelt sich die Aufgabe in der Modellierung des Übersetzungsprozesses wider. [13]

3. Skopostheorie

Katharina Reiß und Hans J. Vermeer stellen in ihrem Werk Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie die Behauptung auf, dass für das Übersetzen am wichtigsten der Zweck, der sog. Skopos sei. „Die Dominante aller Translation ist deren Zweck“. Die Autoren bemühen sich in ihrem Buch darum, die allgemeine Translationstheorie zu definieren und festzulegen. Die Skopostheorie stellt einen natürlichen Bestandteil dieser allgemeinen Theorie dar. Laut dem Skopos wird bei dem Übersetzen die Funktion als entscheidendes Mittel betrachtet.[14]

Auch nach R. Stolze „werden Texte zu einem bestimmten Zweck und für jemanden produziert, sie sind Handlungen.“[15] Die Autorin vermutet, dass der Begriff Skopos schwierig abzugrenzen ist. Dennoch werden die Ausdrücke wie Zweck, Ziel, Funktion, Skopos als Synonyme verwendet.

K. Reiß und H. J. Vermeer beschreiben die Skopostheorie als eine komplexe Handlungstheorie. Handeln lässt sich als Reaktion (im weitesten Sinn) auf eine gegebene Situation darlegen. „Eine Handlung ist dann ‚geglückt‘, wenn sie als situationsadäquat (sinnvoll) erklärt werden kann.“[16] Die Entscheidungen vom Übersetzer hängen von einer dominierenden Grundregel ab. Hier geht es nicht nur darum, ob und was handelt (übersetzt, gedolmetscht) wird, sondern auch wie weiterhandelt werden soll. Die Autoren nehmen an, dass der Zweck die Mittel heiligt, und somit die Translationshandlung durch ihren Zweck bestimmt wird.

R. Stolze fügt hinzu, dass es noch wichtiger ist, einen gegebenen Translationszweck zu erreichen, wie nur eine Übersetzung in bestimmter Art und Weise durzuführen, da der Skopos alles regiert.[17]

4. Begriff Übersetzungsprozess

L. Barchudarow definiert den Übersetzungsprozess in seinem Buch Sprache und Übersetzung (1979) wie folgt: Es geht um die „Umwandlung oder Transformation eines in einer gegebenen Sprache vorliegenden Textes in einen Text einer anderen Sprache.“[18]

In einer anderen Definition erläutert Gyde Hansen in seinem Werk Erfolgreich Übersetzen: „Der Übersetzungsprozess ist das konkrete Geschehen von dem Augenblick an, wo die Übersetzerin oder der Übersetzer den Ausgangstext und den Auftrag bekommen hat und anfängt, mit dem Ausgangstext zu arbeiten, bis der Zieltext abgeschlossen ist und abgegeben wird, d.h. das Durchlesen des Auftrags und des AT, jede Bewegung auf dem Papier oder auf der Tastatur, jeder Gebrauch von Hilfsmitteln aller Art sowie alle kognitiven Prozesse, die zu Änderungen führen oder zur Lösung von Problemen beitragen können.“[19]

Der Übersetzer erhält die Aufforderung, die Mitteilung des Originaltextes aus der Ausgangsprache in die Zielsprache zu übertragen.

In folgendem Kapitel berufe ich mich auf das Werk Umění překladu (1998), konkret beziehe ich mich dabei auf das Kapitel Překladatelský proces von Jiří Levý.[20]

In vielen Theorien, die vom Übersetzen bestimmter Werke handeln, spricht man eher von einer Übersetzung als von einer Mitteilung. Der Übersetzer erhält die Aufgabe, diese Mitteilung zu dechiffrieren und sie in seine eigene Sprache umzuformulieren.

Jedes Kunstwerk hat zweierlei Bedeutung. Es handelt sich dabei um eine Kommunikationsbedeutung, wenn uns eine Information als ein Code mitgeteilt wird, und um eine Repräsentationsbedeutung, wenn ein ästhetischer, semantischer oder subjektiver Wert eines Textes vorgestellt wird. Beide Bedeutungen bilden eine Einheit im Kunstwerk.

Die Mitteilung eines Kunstwerkes wird immer von verschiedenen Faktoren beeinflusst Man spricht von dem Subjektivismus des Autors. Die Faktoren wie zum Beispiel das soziale Milieu, der Zeitpunkt, die Umwelt oder die Geschichte können eine wichtige und oft unbewusste Rolle in der Mitteilung eines Werkes spielen. Kein Kunstwerk kann mit der Wirklichkeit identisch sein, da es sich schon um eine Interpretation der Realität handelt, wenn der Autor sein Werk schafft. Der Übersetzer hat die Angabe, nicht die objektive Wirklichkeit, sondern die Wirklichkeit des Schaffens zu verfassen.

Dabei ist es auch notwendig, den semantischen Inhalt und die sprachliche Form eines Textes zu unterscheiden. Oft werden sie eng miteinander verbunden, aber die Idee trägt auch den ästhetischen Wert. Deshalb gelten sie als die wichtigste Komponente.

Der Übersetzer soll auch primär die Rolle als Leser übernehmen. Der gewöhnliche Leser geht beim Lesen eines Textes von seinen eigenen Erfahrungen, Gefühlen und Beziehungen aus. Im Unterschied dazu, sollte der Übersetzer objektiv an den Text herangehen. Das heißt ohne eigene Überzeugungen, Urteile etc. In einem bestimmten Ausmaß ist eine subjektive Wahrnehmung des Textes bedingt.

Die Sprache kann aus zwei Gesichtspunkten betrachtet werden. Einerseits kann sie als ein Instrument, mit dem man eine Mitteilung oder Information ausdrückt, gekennzeichnet werden. Anderseits spiegelt sie einen aktiven Teilnehmer wider, der Einfluss auf das Schaffen eines Werkes hat.

Das Ziel eines Übersetzungsprozesses ist die Übertragung der Mitteilung aus dem Originaltext an den Leser des Zieltextes. .Dabei wird der Übersetzer mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Es liegen oftmals Verschiedenheiten zwischen der Ausgangsprache und der Zielsprache auf allen Ebenen vor. Beispielweise gibt es erhebliche Unterschiede des Gemeinschaftsbewusstseins oder auch unterschiedliche Bedeutungswerte zwischen den Sprachen. Der Übersetzer muss in seiner Arbeit drei Aspekte berücksichtigen. Den objektiven Inhalt des Textes, den Leser des Ausgangstextes, sowie den Leser des Zieltextes. Dabei bemüht er sich, die Unterschiedlichkeiten zu vermeiden, wenn möglich sogar zu entfernen. Das kann dem Übersetzer oftmals Schwierigkeiten bereiten.

4.1 Drei Phasen des Übersetzungsprozess

Jiří Levý gliedert den Übersetzungsprozess in drei Phasen:

-Verstehen der Vorlage
-Interpretation der Vorlage
-Umformulierung der Vorlage[21]

4.1.1 Verstehen der Vorlage

Zunächst muss der Übersetzer ein guter Leser sein, damit er gut die Mitteilung eines Textes versteht. Aber nur ein guter Leser zu sein, reicht oftmals nicht mehr aus. Der Übersetzer muss tiefer gehen. Er muss verschiedene Ebenen eines Werks erkennen. Wenn man den Sinn eines Werkes durchschaut hat, sollte man in der Lage sein, die sprachliche (philologische) Ebene, ästhetische (ideologische) Ebene und schließlich auch Kunstebene eines Werks wahrzunehmen. Unter den Kunstebenen versteht man das Verstehen der Tatsächlichkeiten, der Figuren und ihre Beziehungen oder das vorzufindende Milieu. Diese Ebene erweist sich als die schwierigste, sodass eine wesentliche Vorstellungskraft notwendig ist.

Man spricht auch von zwei Faktoren des Unverständnisses. Einerseits wenn der Übersetzer kaum über Vorstellungskraft verfügt, und anderseits wenn er die Bedeutung auf irgendeiner anderen Ebene verwechselt.

Wir unterschieden auch zweierlei Typen von Übersetzern. Entweder einen mechanischen Übersetzer, der bei dem Übersetzungsprozess einfach aus dem Originaltext in den Zieletext die Bedeutungen überträgt, und ein kreativer Übersetzer, der während der Übertragung vom Originaltext in den Zieletext noch seine Vorstellungskraft ausnutzt und sich um das Bedeutungsverstehen bemüht.

4.1.2 Interpretation der Vorlage

Bei einer Interpretation der Vorlage beschäftigen wir mit drei Tatsachen. Der Übersetzer muss unter allen Umständen objektiv bleiben. Beim Übersetzen geht es vor allem um das Suchen und die Übergabe der objektiven Idee des Werks. Ein gewöhnlicher Leser neigt zu subjektiven, oft trügerischen Vorstellungen oder er hat auch Neigungen zur Sentimentalität und Vorurteilen. Wir nennen diese Neigungen Subjektivismus eines Lesers. Der Übersetzer muss diesen Subjektivismus überwinden und sich nicht mit der Mitteilung des Werks identifizieren. Er muss die Subjektivität unterdrücken.

Den nächsten erwähnenswerten Gesichtspunkt spiegelt der Standpunkt der Interpretation wider, der vom Übersetzer determiniert wird.

Abschließend kann man sagen, dass der Übersetzer seine eigene Auffassung, Konzeption der Übersetzung beibehalten soll. Er sollte keine subjektiven Gedanken zum Text hinzufügen, sondern mit einer neuen und neutralen Ansicht an das Werk herangehen. Dabei werden neue Ideen und Mitteilungen hervorgehoben oder sogar erst neu entdeckt.

Manchmal gerät der Übersetzer dabei in Konflikt mit subjektiven und objektiven Ideen seiner Übersetzung. Die Auswahl der passenden Stilmittel spielt bei einem kreativen Übersetzungsprozess eine bedeutende Rolle.

4.1.3 Umformulierung der Vorlage

Bei der Formulierung eines neuen Textes geht es vor allem um sprachliche Stilisierung (Formulierung). Dabei wird die stilistische Begabung gefordert. Es ist auch notwendig, ein paar Faktoren zu berücksichtigen:

Asymmetrie von zwei Sprachsystemen. Beide Sprachen werden nie völlig äquivalent verwendet. Weder auf der Ebene der ästhetischen Werte, noch auf der semantischen Ebene. Auf die Problematik der Äquivalenz werden wir noch näher im folgenden Kapitel eingehen.

Einfluss des sprachlichen Stils des Originaltextes auf die Übersetzung. Der Übersetzer hat meistens die Neigung, unter allen Umständen die grammatische Struktur zu verändern.

Die Mitteilung der Ausgangsprache wird in die Zielsprache umformuliert. Da der Ausdruck der Übersetzung keinen normativen Ursprung aufweist, muss dieser nicht zum Endergebnis passen.

5. Gattungen bei der Übersetzung

Die Textsortencharakteristiken gehören oft zu den ersten Textsignalen, die der Textbezieher wahrnimmt. F. Lux (in Reiß, Vermeer:1991) sogar behauptet, dass „ein Teil der Identität eines Textes in seiner Textsortenzugehörigkeit besteht.“[22] Erst aufgrund der erkannten Textsortencharakteristiken entscheidet sich der Leser, wie er den Text lesen, interpretieren und begreifen soll, und welche Erwartungen er an den Text zu stellen hat. Eine wichtige Rolle dabei spielt auch der soziale und kulturelle Kontext des Kommunikationsereignisses. Z. Fišer (2009: 113) führt diese Unterschiedlichkeit der Situationsumstände mit folgendem Beispiel vor: Es war einmal ein Häuschen und in dem Häuschen lebte ein hübsches junges Mädchen. Es ist ein Unterschied ob dieser Satz in der Rubrik „Partnersuche“ erscheint oder ob es auf einem Werbeflyer unter einem Bild mit einer Villa steht oder ob ein Kinderbuch mit diesem Satz beginnt. Der Text sollte früher oder später die Kriterien seiner Textsorte erfüllen. Deshalb bezieht sich der Satz bei den ersten beiden Fällen nicht auf das narrative Schema eines Märchens, sondern es werden spezifische Stil- und Sprachmittel zu konkreten Ausdrücken verwendet. Dies ist wichtig, damit der Übersetzer in den Ausgangstexten sowohl die anwesenden, als auch die abwesenden, oder nur die anzudeutenden Textsortenmerkmale erkennen kann. Er kann damit die Zieltexte mit adäquaten Genres- und Textsortenmerkmalen gemäß den Anforderungen erstellen.[23]

6. Theoretische Abgrenzung der Textsorten

K. Reiß (1991: 180-183) teilt die Textsorten auf komplexe, einfache und komplementäre ein. Die komplexen Textsorten sind tolerant gegenüber den anderen Textsorten und können verschiedene Genres aufnehmen, beispielsweise ein Roman. Im Gegensatz dazu, fungieren die einfachen Textsorten, wie eine Anleitung oder eine Todesanzeige und ermöglichen es somit nicht, andere Textsorten aufzunehmen. Weiter werden die sog. komplementären Textsorten erwähnt. Hierbei handelt es sich um eine Kategorie, welche aufgrund der vorherigen Texte erstellt wurde, und welche die höchste Problematik für die Übersetzer darstellt. In dieser Kategorie befinden sich beispielsweise Gesetzesfassungen, Parodien, Durchführungsbestimmungen, Rezensionen, oder Inhaltsangaben, deren Übersetzung oft ohne Erkenntnis des Ausgangstextes erfolgt. Anhand des Beispiels der tschechischen Literaturübersetzung kann man sehen, wie praktisch die Übersetzer komplementäre Gattungen bewältigen. In der Praxis werden die intertextuellen Zusammenhänge oftmals durch die Kommentare und Erläuterungen vom Übersetzer eingeführt.[24]

7. Literarische Übersetzung

Die Literarische Übersetzung stellt die höchst populär und am häufigsten besprochene Art von einer Übersetzung dar. Eine literarische Übersetzung spielt eine wichtige Rolle für den interkulturellen Austausch Der Leser des Zieltextes lernt eine andere Kultur kennen, unter anderem die bestimmte Sprachgemeinschaft, Identität und Entwicklung der kulturellen Gewohnheiten. Es wird versucht, nicht nur die Gedanken des Autors, sondern auch die Individualität seines Stils, sowie die Raum- und Zeitatmosphäre in eine andere Sprache zu übertragen.

7.1 Die Rolle der literarischen Übersetzung

Radegundis Stolze behauptet in ihrem Werk Übersetzungstheorien (2008), dass die literarischen Texte in der Vergangenheit vor allem eine ästhetische und intuitive Rolle gespielt haben und deren Übersetzung als Art der „Kunst“ galt. Die literarischen Texte zeichnen sich durch besondere Eigenschaften aus. Deren Vorkommen und Wirkung kann auch in Übersetzungen analysiert werden. Dabei geht es vor allem um die Beschreibung von dynamischen Übersetzungslösungen. R.Stolze beruft sich in ihrem Werk auf Jiří Levýs (1969) Vorstellungen, beispielweise wenn es um die Frage der formalen Besonderheiten eines literarischen Textes geht. Jiří Levý betrachtet und isoliert dabei bestimmte Oberflächenstrukturen des literarischen Textes. Darunter fallen Aspekte wie Rhythmus, Klang, kreative Formen und Normabweichung. Die ungewöhnlichen literarischen Formen im Ausgangstext müssen auch im Zieltext erhalten bleiben. Levý definiert auch die literarischen Eigenschaften als Elemente innerhalb eines semiotischen Systems in Relation zu anderen Bestandteilen eines Textes, sowie zu anderen Wörtern in Texten der literarischen Tradition. Es hängt vom literarischen Einfühlungsvermögen und von den Fähigkeiten zum Aufspüren und zur Wiedergabe der literarischen Qualitäten des Übersetzers ab, ob die Übersetzung in ihrer künstlerischen Form dem Original entspricht. Levý betrachtet das literarische Übersetzen als eine eigene Kunstgattung, bei der das Übersetzen eines Kunststückes nicht nur in eine bestimmte Nationalliteratur eingebettet ist, sondern darüber hinaus auch in eine bestimmte Übersetzungstradition.[25]

Z. Fišer beschreibt den Prozess der literarischen Übersetzung als eine spezialisierte Expertentätigkeit. Seiner Meinung nach erfordert das Übersetzen eines literarischen Textes die Fachkenntnisse und eine Spezialisierung im ähnlichen Ausmaß wie beim Übersetzen eines Fachtextes. Es ist notwendig in erster Linie die Mitteilung in ganzer Breite und Tiefe zu begreifen. Das Verständnis und die Formulierung stellen eine komplexe Tätigkeit dar, die sowohl die textbildenden und kreativen Kompetenzen, als auch fachliche Kenntnisse beansprucht. Unter den textbildenden Kompetenzen eines Übersetzers versteht man einerseits das richtige Identifizierung der Textsorte, einschließlich der Erkennung von charakteristischen Zügen und des Kompositionsverfahrens, und anderseits auch die passende Anwendung der literarischen Stilmittel. Diese Kompetenzen müssen komplex und strukturiert aufgefasst werden. Sie sollten im Text eine Einheit bilden, die mit den Textbeziehern, mit den Kommunikationsteilnehmern in der gegebenen Kultur interagieren. Bei der Übersetzung der literarischen Texte sollte der Übersetzer vor allem nach der Erhaltung der ästhetischen Wirkung des Textes streben. Die ästhetische Funktion gilt als die dominanteste Funktion bei einem literarischen Text.[26]

8. Hilfsmittel des Übersetzers

Es gibt eine Reihe von Hilfsmitteln, die der Übersetzer bei seiner Tätigkeit verwendet. Dazu zählen Wörterbücher aller Art. Sie spielen eine wichtige Rolle, da kein Übersetzer einen derart komplexen Wortschatz aufweist, um eine Fremdsprache, aber auch die eigene Sprache perfekt zu beherrschen. Diese Hilfsmittel vereinfachen dem Übersetzer deutlich seine Arbeit und spiegeln unterschiedliche Funktion wider. Zunächst dienen sie dem Übersetzer zur Überprüfung und zur Sicherstellung, dass die ausgewählte Art und Weise des Übersetzens passt und seine Funktion erfüllt. Weiter stellen sie ein vorteilhaftes und praktisches Mittel dar, das man zur Recherche verwenden kann.

Die sprachwissenschaftliche Teildisziplin, die sich mit der Untersuchung von Wörterbüchern beschäftigt, nennen wie Lexikographie.

Die Wörterbücher (WB) können wir nach ihrer bestimmten Form aufteilen. Einerseits die WB in der Form eines Buches (gedruckte Form) und anderseits in der elektronischen Form. Des Weiteren lassen sich die WB noch nach anderen Kriterien gliedern:

8.1 Das mehrsprachige und einsprachige WB

Die mehrsprachigen Wörterbücher, am häufigsten die Zweisprachigen, gelten als die meist benutzten WB. Auch Schüller, die Grundschule besuchen, verwenden diese im Unterricht. Dieser Typus eines Wörterbuches stellt vor allem für Anfänger den einfachsten Weg dar, wie die Wörter zu finden und wie sich einen besseren Wortschatz bilden kann. Die Kennwörter werden im WB alphabetisch angeordnet. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Möglichkeit zur Übersetzung sofort umgesetzt werden kann. Zusätzlich gibt es einen Hinweis zur richtigen Aussprache und oft wird auch ein Beispielsatz oder eine Beispielwortgruppe angeführt, in denen die mögliche Verwendung des Wortes aufgezeigt wird. Die zweisprachigen WB leisten sowohl dem Studenten, als auch dem Übersetzer eine schnelle und effektive Lösung. Um Nachteile anzusprechen, lässt sich die übermäßig einfache Verfügbarkeit der Ausdrücke anprangern. Wie behauptet Fritz Güttinger in seinem Werk Zielsprache (1963): „Ein zweisprachiges Wörterbuch kann einem ein Wort erklären, aber es liefert kaum je die passende Übersetzung dafür. Es gibt einem die verschiedenen Bedeutungen eines Wortes an. Da es aber den vorliegenden Zusammenhang nicht kennt, kann es einem nicht sagen, welche dieser Bedeutungen zutrifft.“[27] Dies kann nämlich dazu führen, dass die Übersetzer zu voreilige Entscheidungen treffen, welche Wörter sie aussuchen, da ihnen oftmals auch die Bedeutung unklar ist.

Das einsprachige Wörterbuch stellt die ideale Lösung für jeden, der sich mit der fremden Sprache befasst und auseinandersetzt, dar. „Wenn einem die Bedeutung eines allgemein gebräuchlichen Wortes nicht klar ist, tut man ohnehin besser daran, ein einsprachiges Wörterbuch zu Rate zu ziehen. (…) Hier wird man nicht mit dürren Wörtern abgespeist. Es wird auch gezeigt, wie ein Wort im Satzzusammenhang gebraucht wird. Je größer das Wörterbuch, umso reichhaltiger das Drum und Dran.“[28] Das einsprachige WB gibt die Erklärung eines Ausdrucks in der Form einer Umschreibung wieder. Es fehlt auch keine Informationen darüber, in welchem Zusammenhang der Ausdruck gebraucht wird und mit welchen Kollokationen sich das Ausdruckswort verknüpft. Für den Übersetzer hat dieser Typ des Wörterbuches eine wichtige Funktion, da er sofort alle brauchbaren Informationen gewinnt. Das einsprachige WB ist jedoch für Anfänger nicht geeignet.

8.2 Die linguistischen Wörterbücher

Unter den linguistischen WB reihen sich das Stilwörterbuch, das phraseologische und idiomatische Wörterbücher oder auch das Synonym-WB.

Das Stilwörterbuch basiert auf der praktischen Bedeutungsverwendung der gesuchten Kennwörter Der Übersetzer hat die Möglichkeit, die grammatische Richtigkeit des gesuchten Wortes zu überprüfen oder herauszufinden, in welchem Kontext man das Wort benutzt. Wenn er sich beispielweise nicht sicher ist, ob das konkrete Verb mit dem zweiten oder dritten Fall verwendet wird, kann er dies im solch einem WB nachsehen.

Insbesondere können die phraseologischen WB bei der Übersetzung eine hohe Effektivität aufweisen. Der Übersetzer ist relativ oft mit Ausdrücken oder Wortverbindungen konfrontiert, die er zwar versteht, aber weiß nicht, welche Bezeichnung denen in der Zielsprache zugeschrieben wird. Für diese Zwecke dient das phraseologische Wörterbuch, das alphabetisch nach den Kennwörtern sortiert ist. Das bedeutet, wenn man eine passende Entsprechung sucht, beispielweise zum Satz „dát za někoho ruku do ohně“, reicht es nur das Kennwort „oheň“ (Dt: das Feuer) nachzuschlagen. Das Wörterbuch leistet oft den zugehörigen Ausdruck, der im Deutschen gebraucht wird. In diesem Fall wurde der Phraseologismus „für jemanden die Hand ins Feuer legen“[29] gefunden. Die phraseologischen WB spielen eine wichtige Rolle bei der literarischen Übersetzung.

8.3 Fachwörterbücher

Hierbei handelt sich um ein Nachschlagwerk für einen bestimmten Fachbereich. Es gibt eine weite breitgefächerte Skala von Fachwörterbüchern, beispielweise zählen dazu juristische, wirtschaftliche, medizinische oder technische WB. Diese Fachwörterbücher enthalten spezielle fachliche Ausdrücke, Termini und Begriffe, die nicht gewöhnlich gebraucht werden und die in den gewöhnlichen Wörterbüchern nicht vorzufinden sind. Bei der Übersetzungsarbeit werden häufig Fachwörterbücher herangezogen, besonders bei einer fachlichen Übersetzung.

8.4 Online-Hilfsmittel

Die Online-Hilfsmittel sind Hilfsinstrumente, die auf den jeweiligen Internetseiten zur Verfügung stehen. Es geht praktisch um eine Entsprechung der Buchwörterbücher, jedoch bedienen sie diese an den Vorteilen des modernen Online-Nachschlagens. Meistens tippt man einfach das Kennwort ein, und die Suchmaschine findet den angeforderten Ausdruck in einer anderen Sprache.

Auch die Online-WB können wir in ein- und zweisprachige WB einteilen Es gibt auch linguistische und fachliche Online-WB.

Beispiele der Online-Hilfsmittel:

http://www.redensarten-index.de/suche.php -Diese Online-Hilfsquelle dient für eine phraseologische Recherche. Es vereinfacht das Nachschlagen nach einem Kennwort, beschreibt die Erläuterung, gibt Beispiele und weitere Ergänzungen. Bei Ergänzungen kann man zum Beispiel feststellen, wo der bestimmte Phraseologismus seinen Ursprung hat. Vor allem einem Übersetzer, der sich mit literarischen Übersetzungen beschäftigt, kann sich seine Arbeit mit diesem Portal deutlich vereinfachen.

http://synonyme.woxikon.de/ - Dieser Link gilt als ein praktisches Hilfsmittel zur Bereicherung des Wortschatzes. Diese Seiten bewähren sich bei dem Schaffen jedes literarischen Textes bzw. jeder Übersetzung. Besonders beim literarischen Schaffen, bei dem der Kreativität keine Grenze gesetzt wird.

www.duden.de – Schließlich wäre noch das Online-Wörterbuch `Duden` zu erwähnen. Für einen Übersetzer, der in die deutsche Sprache übersetzt, stellt `Duden` ein praktisches und relativ zuverlässiges Hilfsmittel dar. Alle notwendigen Informationen können zu einem bestimmten Kennwort ausfindig gemacht werden. Zusätzlich werden Bedeutungs- und Kontexterläuterung angeführt.

8.5 Übersetzungssoftware

Übersetzer[30] verwenden in letzter Zeit immer öfters eine spezielle Software. Diese Softwares vereinfachen und beschleunigen den Übersetzungsprozess. Es gibt viele verschiedene Arten von Übersetzungssoftwares auf dem heutigen Markt. Dies führt dazu, dass viele Unternehmen und Übersetzungsagenturen heutzutage voraussetzen, dass auch freiberufliche Übersetzer mit diesen Tools ihre Arbeit tätigen. Im Folgenden werden einige der bekanntesten Übersetzungstechnologien näher erläutert:

Translation Memory

Es handelt sich um eine Satzdatenbank, in der Übersetzungen gespeichert werden. Dabei werden die ausgangs-und zielsprachlichen Sätze als die so genannten Übersetzungseinheiten betrachtet, damit sie für künftige Übersetzungsformen erneut verwendet werden können. Der wichtigste Vorteil, der durch diesen Ablauf entsteht, ist die Möglichkeit zum schnelleren Übersetzen. Dies führt dazu, dass Sätze kein zweites Mal übersetzt werden müssen.

Terminologiemanagement

Das sog. Terminologiemanagement beinhaltet eine Datenbank mit Suchfunktion, die Termini (z. B. projektspezifische Terminologie) und Regeln zur praktischen Anwendung (z. B. Genus oder Definition) enthält. Dabei entsteht der wichtige Vorteil, eine noch höhere Übersetzungsqualität zu erhalten, da immer der richtige Begriff garantiert wird.

Maschinelle Übersetzung (auch bekannt als „automatisierte Übersetzung“):

Es handelt sich hierbei um eine Übersetzung, die anhand eines Computers ohne menschlichen Eingriff durchgeführt wird. Die Funktionsweise dieser Systeme ist entweder regelbasiert oder basiert auf der Hinwendung zur Statistik. Vorteil dieser Übersetzungssoftware ist die Tatsache, dass diese maschinelle Übersetzung in ihre jeweilige Umgebung (z. B. in SDL Trados Studio) integrierbar ist, was wiederum zur schnelleren Bearbeitung neuer Inhalte führt.

Beispiel der Übersetzungssoftware:

SDL Trados gilt als das meist verwendete und beliebte Programm unter den Übersetzern. Es gibt sowohl Terminidatenbank und Translationsmemory, als auch sog. automatisierte Übersetzung.

[...]


[1] Ausschnitt aus dem Alten Testament in: KOLLER, Werner. Grundprobleme der Übersetzungstheorie: unter besonderer Berücksichtigung schwedisch-deutscher Übersetzungsfälle. Bern: A. Francke, 1972. S. 11.

[2] BARCHUDAROV, Leonid Stepanovič. Sprache und Übersetzung: Probleme der allgemeinen und speziellen Übersetzungstheorie. Leipzig: Verlag für Psychologie, 1979. S.7.

[3] KOLLER, Werner. Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim: Quelle, 2001. S. 80.

[4] Vgl. KOLLER, Werner. Grundprobleme der Übersetzungstheorie: unter besonderer Berücksichtigung schwedisch-deutscher Übersetzungsfälle. Bern: A. Francke, 1972. S. 92.

[5] Ebenda S. 92.

[6] KOLLER, Werner. Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim: Quelle, 2001. S. 123.

[7] Vgl. Ebenda S. 124.

[8] Ebenda S. 124.

[9] Die sog. Instruktionslinguistik wenden in ihren Werken Sigfried J. Schmidt (1976) und D. Stein (1980) auf die Übersetzungswissenschaft an. Sie behaupten, dass jeder Text als eine Instruktion zu einer bestimmten Tätigkeit gilt. Damit stimmen K. Reiß und J. Vermeer nicht überein und vermuten, dass die Anwendung der Instruktionslinguistik in der Übersetzungswissenschaft den Übersetzungsprozess beschränkt. (vgl. Zeman: 2009. S. 133)

[10] REIß, Katharina und VERMEER, Hans J. Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie. Tübingen: Max Niemeyer, 1998. S. 76.

[11] Vgl. FIŠER, Zbyněk. Překlad jako kreativní proces: teorie a praxe funkcionalistického překládání. Brno: Host. 2009. S. 135.

[12] KOLLER, Werner. Einführung in die Übersetzungswissenschaft. Wiebelsheim: Quelle, 2001. S. 125.

[13] BARCHUDAROV, Leonid Stepanovič. Sprache und Übersetzung: Probleme der allgemeinen und speziellen Übersetzungstheorie. Leipzig: Verlag für Psychologie, 1979. S. 8.

[14] Vgl. REIß, Katharina und VERMEER, Hans J. Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie. Tübingen: Max Niemeyer, 1998. S. 95-96.

[15] STOLZE, Radegundis und VERMEER, Hans J. Übersetzungstheorien: eine Einführung. Tübingen: M. Niemeyer, 2008. S. 172.

[16] Vgl. REIß, Katharina und VERMEER, Hans J. Grundlegung einer allgemeinen Translationstheorie. Tübingen: Max Niemeyer, 1998. S. 99.

[17] STOLZE, Radegundis und VERMEER, Hans J. Übersetzungstheorien: eine Einführung. Tübingen: M. Niemeyer, 2008. S. 172.

[18] BARCHUDAROV, Leonid Stepanovič. Sprache und Übersetzung: Probleme der allgemeinen und speziellen Übersetzungstheorie. Leipzig: Verlag für Psychologie, 1979. S.8.

[19] HANSEN, Gyde. Erfolgreich übersetzen. Tübingen: Narr. 2006. S. 25.

[20] Vgl. LEVÝ, Jiří: Umění překladu. Praha: Československý spisovatel, 1963. S. 53.

[21] LEVÝ, Jiří: Umění překladu. Praha: Československý spisovatel, 1963. S. 53.

[22] Lux, F. Text, Situation, Textsorte. Problem der Textsortenanalyse, dargestellt am Beispiel der britischen Registerlinguistik. Mit einem Ausblick auf eine adäquate Textsortentheorie. Tübingen: Narr, 1981. Zit. laut Reiß/Vermeer, 1991: 176.

[23] Vgl. FIŠER, Zbyněk. Překlad jako kreativní proces: teorie a praxe funkcionalistického překládání. Brno: Host. 2009. S. 113-114.

[24] Vgl. FIŠER, Zbyněk. Překlad jako kreativní proces: teorie a praxe funkcionalistického překládání. Brno: Host. 2009. S. 119-120.

[25] STOLZE, Radegundis. Übersetzungstheorien:eine Einführung. Tübingen: Gunter Narr, 2008. S. 137-138.

[26] Vgl. FIŠER, Zbyněk. Překlad jako kreativní proces: teorie a praxe funkcionalistického překládání. Brno: Host. 2009. S. 125-127.

[27] GÜTTINGER, Fritz. Zielsprache: Theorie und Technik des Übersetzens. Zürich: Manesse, 1963. S. 90.

[28] Ebenda S. 91.

[29] Duden: Wörterbuch der deutschen Idiomatik. Mannheim: Dudenverlag, 2008. S. 324.

[30] Vgl. http://www.translationzone.com/de/products/translation-software/ [zit. 2014-02-12].

Details

Seiten
83
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656870432
ISBN (Buch)
9783656870449
Dateigröße
860 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286605
Institution / Hochschule
Masaryk Universität – Germanistik
Note
A
Schlagworte
christine nöstlinger ausgewählte romane kontrastiver vergleich übersetzungen

Autor

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Titel: Christine Nöstlinger. Ausgewählte Romane. Kontrastiver Vergleich mit den tschechischen Übersetzungen