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eCollaboration Systems. Nutzenpotentiale einer Integration von ERP und Social Media

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 51 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsdefinition
2.1 Web
2.2 eCollaboration
2.3 Enterprise-Resource-Planning (ERP)
2.4 Social Software und Social Media
2.4.1 Social Software
2.4.2 Social Media

3 Integration von Social Media im Unternehmen - Enterprise
3.1 Arten von Social Media - Nutzenpotentiale und Herausforderungen
3.1.1 Wikis
3.1.2 Weblogs
3.1.3 Social Bookmarking
3.1.4 Social Tagging
3.1.5 Podcasting
3.1.6 Communities und Soziale Netzwerke
3.1.7 Instant Communication (IC)
3.2 Nutzenpotentiale durch die Integration von Enterprise
3.2.1 Wissensmanagement
3.2.2 Innovationsmanagement
3.2.3 Beziehungsmanagement
3.3 Nutzenpotentiale durch die Integration von ERP mit Enterprise
3.3.1 Projektmanagement (PM)
3.3.2 Geschäftsprozessmanagement (GPM)
3.3.3 Funktionsbereiche entlang der Wertschöpfungskette

4 Praxisbeispiele - ERP im Zusammenspiel mit Social Media
4.1 SAP Jam
4.1.1 Geschäftsprozesse optimieren
4.1.2 Einsatz im Bereich HR, Learning und Weiterbildung
4.1.3 Einsatz im Bereich Sales und Service
4.2 IFS Applications
4.2.1 IFS Wiki Help
4.2.2 IFS Boards
4.2.3 IFS Communicator

5 Gefahren durch die Integration von Enterprise
5.1.1 Dehumanisierung
5.1.2 Mangelnde Authentizität
5.1.3 Sprachverfall
5.1.4 Oberflächlichkeit
5.1.5 Bildüberflutung

6 Fazit und Ausblick

Anhang A: Einflussfaktoren -Wissensmanagement

Anhang B: Stakeholder eines Unternehmens

Anhang C: Ausblick - eCollaboration

Anhang D: Ausblick - Enterprise-Resource-Planning

Anhang E: Ausblick - Social Media

Anhang F: Ausblick - Enterprise

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablaufbeispiel - WIKI

Abbildung 2: Phasen des Projektmanagements

Abbildung 3: Phasen des Geschäftsprozessmanagements

Abbildung 4: SAP Jam

Abbildung 5: IFS Applications

Abbildung 6: Einflussfaktoren - Wissensmanagement

Abbildung 7: Stakeholder eines Unternehmens

Abbildung 8: Ausblick - eCollaboration

Abbildung 9: Ausblick - Enterprise-Resource-Planning

Abbildung 10: Ausblick - Social Media

Abbildung 11: Ausblick - Enterprise

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Matrix - Wissensmanagement

Tabelle 2: Matrix - Innovationsmanagement

Tabelle 3: Matrix - Beziehungsmanagement

Tabelle 4: Matrix - Projektmanagement

Tabelle 5: Matrix - Geschäftsprozessmanagement

Tabelle 6: Matrix - Funktionsbereiche

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

1 Einführung

“Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss.” - Hermann Gmeiner

Das Geheimnis jeden Erfolgs ist ganz einfach: Man sucht Herausforderungen, man stellt sich ihnen, man bewältigt sie. Wer sich zufrieden gibt, kann sich niemals wei- terentwickeln. Auch Firmen wie zum Beispiel das Handel- und Dienstleistungsun- ternehmen Otto Group oder Allianz Deutschland halten sich an diesen Leitsatz und springen auf den bereits fahrenden Zug der eCollaboration Systeme auf.

Da es heutzutage nicht mehr ausreicht einfach nur qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen anzubieten, müssen Firmen und Unternehmen um der immer weiter anwachsenden weltweiten digitalen Vernetzung gerecht zu werden, neue Wege bestreiten. Einer dieser innovativen Wege nennt sich Enterprise Collabora- tion Systeme (ECS), was eine Ablösung der traditionellen Unternehmenskommu- nikation darstellt.

Das Ablösen dieser traditionellen Instrumente zur Kommunikation zwischen Mit- arbeitern eines Unternehmens durch eCollaboration Systeme stößt mitunter auf Un- mut in den Unternehmen.1 Aus diesem Grund wird in dieser Ausarbeitung zum ei- nen auf die Nutzenpotentiale einer Intergration von Social Media sowie auf die In- tegration dieser Anwendungen in Verbindung mit dem Enterprise Resource Planing (ERP) eingegangen. Die „kollektiven Intelligenz“ zur internen Unternehmenskom- munikation wird in folgender Ausarbeitung durch den Begriff Enterprise 2.0 näher betrachtet und erläutert.

Nachdem durch das Kapitel 1 ein erster Einblick in die Arbeit gegeben wurde, be- schreibt das Kapitel 2 die wichtigsten in dieser Ausarbeitung verwendeten Begriff- lichkeiten. Da der Kern dieser Arbeit auf einer Betrachtung der Nutzenpotentiale einer Integration von Social Media-Anwendungen im Unternehmen zur internen und externen Unternehmenskommunikation liegt, befasst sich das Kapitel 3.1 mit den verschiedenen Arten von Social Media und zeigt zudem Vor- und Nachteile für Mitarbeiter und das Unternehmen auf. Anschließend wird durch das Kapitel 3.2 auf die Integration dieser Anwendungen in den Unternehmensbereichen des Wissens-, Innovations- und Beziehungsmanagements eingegangen. Anschließend werden in Kapitel 3.3 die durch ein ERP-System unterstützten betriebswirtschaftliche Pro- zesse, wie das Projekt- und Geschäftsprozessmanagement sowie auf die einzelnen Funktionsbereiche der traditionellen Wertschöpfungskette näher erläutert. Das Ka- pitel 4 zeigt zudem den Einsatz von ERP in Verbindung mit Social Media im Un- ternehmen in Form zweier Praxisbeispiele auf. Anhand von bereits in Unternehmen eingesetzter ERP Social Media-Software soll über das Kapitel 5 nochmals der Nut- zen durch eine Integration für die Mitarbeiter und das Unternehmen selbst verdeut- licht werden. Die Gefahren welche sich bei einer Integration von Social Media im Unternehmen ergeben können, werden durch das Kapitel 5 beschrieben. Nachdem Fazit und Ausblick, werden im Anhang die wichtigsten in dieser Ausarbeitung be- schriebenen Begriffe der Social Media in Form einer Trendanalyse sowie einer Zu- kunftsprognose dargestellt und analysiert.

2 Begriffsdefinition

2.1 Web 2.0

Im Gegensatz zum Web 1.0, über welches sich Nutzer lediglich Informationen ein- holen konnten, liegt der Gedanke im Web 2.0 darauf, allen Nutzern die Teilnahme, Veränderung und Ergänzung am „Ganzen“ durch die kollaborative Vernetzung mit anderen Nutzern über das Internet zu ermöglichen.2 Dabei kann das Web 2.0 dadurch beschrieben werden, dass dieses als anwenderfreundliche und einfache Plattform angesehen wird über welche die Nutzung der kollektiven Intelligenz möglich ist. Es bedeutet das Ende des „klassischen“ Softwarelebenszyklus, indem sich die Daten somit in einem permanenten Beta-Status befinden. Es unterstützt die Kombinierbarkeit von Komponenten und ganzen Anwendungen welche Plattform- und Geräteunabhängig arbeiten.3

2.2 eCollaboration

Eine räumlich und zeitlich getrennte Kollaboration, Kommunikation und Koordination von Menschen in verteilten Projekten wird als eCollaboration bezeichnet, besonders in der Mensch zu Mensch Interaktion. Hierzu zählen Kommunikationsmedien und -geräte sowie computerbasierte Softwaresysteme. Andere Systeme zur kooperativen Unterstützung von Maschine-Maschine- oder Mensch-Maschine-In- teraktionen werden in diesem Ansatz ausgeschlossen.4

2.3 Enterprise-Resource-Planning (ERP)

Ein ERP-System kann als bereichsübergreifende Softwarelösung verstanden wer- den welche betriebswirtschaftliche Prozesse steuert. Diese können zum Beispiel Logistik, Vertrieb, Personal, Produktion und Finanzen sein. Das Ziel dieses sinn- vollen Controlling- und Steuerinstrumentes liegt darin, eine einheitliche Steuerung der internen und externen Geschäftsprozesse über die unterschiedlichen Unterneh- mensbereiche zu ermöglichen.5

2.4 Social Software und Social Media

2.4.1 Social Software

Der Begriff Social Software beschreibt die tatsächlichen Anwendungen der Social Media und wurde in den 90er Jahren im Zusammenhang mit dem Web 1.0 geprägt und ist damit relativ jung.6 Der Fokus liegt auf der Unterstützung der zwischen Personengruppen und Individuen stattfindenden Kommunikation, dem Aufbau Sozialer Netzwerke und der Verteilung und Publikation von Informationen innerhalb dieser Netzwerke. Das Prinzip dieser Selbstorganisation, welche durch kein offizielles Gremium überwacht wird sowie die freiwillige Einbindung eines Individuums in einen Kontext umschreibt die Grundidee dahinter.7

2.4.2 Social Media

Der Einsatz digitaler Medien, Technologien und Anwendungen des Web 2.0 wird durch den Begriff Social Media beschrieben. Dabei erfolgt die Kommunikation der Nutzer untereinander durch Nachrichten, Contents und Kommentare über Plattfor- men im Internet.8

3 Integration von Social Media im Unternehmen - Enterprise 2.0

Der Einsatz Sozialer Medien oder auch Social Media im Unternehmen wird als Enterprise 2.0 verstanden und setzt sich aus den Begriffen Web 2.0 sowie Enter- prise (Übersetzung: Konzern, Unternehmen) zusammen. Enterprise 2.0 beschreibt den Einsatz Sozialer Software zwischen Stakeholdern, also Mitarbeitern, Partnern und Kunden (siehe Abbildung 7). Dabei geht es darum, die Prinzipien des Web 2.0 in Unternehmenskontexten zur „Kommunikation“ nach innen und außen anzuwen- den.9

Der Fokus von Enterprise 2.0 liegt dabei zum einen in der Unterstützung für die verteilte Zusammenarbeit und zum anderen im Aufbau eines Wissensmanagements im Unternehmen. Die menschliche Interaktion soll hierbei durch den Einsatz unterschiedlichster Technologien unterstützt werden. Die Anwendungen hinter diesen Technologien sollen sich an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren und Standardlösungen für wiederkehrende Probleme erbringen.10

Da sich diese Hausarbeit insbesondere mit Social Media im kollaborativen Sinne beschäftigt, wird nachfolgend auf konkrete Anwendungen eingegangen um deren Einsatzmöglichkeiten sowie deren Potentiale und Herausforderungen aus unternehmerischer Sicht zu analysieren.

3.1 Arten von Social Media - Nutzenpotentiale und Herausforderungen

Folgenden Anwendungen können Soziale Netzwerke beziehungsweise kollaborative Gemeinschaften im Unternehmen bilden und fördern.

3.1.1 Wikis

Wikis können als kollaborative und Web-basierte Autorenwerkzeuge angesehen werden, welche als offenes System auf Basis des Hyptertext-Prinzips konzipiert wurden. Eine Anmeldung beziehungsweise eine Authentifizierung ist meist nicht notwendig. Somit kann jede Person Inhalte betrachten, welche nicht vollständig o- der in nur unstrukturierter Weise vorliegen und diese bei Bedarf modifizieren.11 Ein Beispiel hierfür wäre das Open-Source-Wiki „Media Wiki“.12

Zum besseren Verständnis wird anhand der Abbildung 1 ein Firmenwiki aufgezeigt welches von zwei Projektteams gemeinsam genutzt wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abbildung 1: Ablaufbeispiel - WIKI

Quelle: Eigene Darstellung

Nutzenpotentiale im Unternehmen

Ein Wiki besitzt nicht das statische Systemdilemma, da es dynamisch und sozial eingebettet ist. Somit eignet es sich hervorragend für den Einsatz als Wissensma- nagementwerkzeug im Unternehmen. Die Inhalte werden durch bestimmte Perso- nengruppen, sogenannte Knowledge-Experts gepflegt. Dadurch, dass jeder Mitar- beiter seine Inhalte selbst in die Wikis einstellt, fördert dies die Teilnahme am ge- meinsamen Wissensmanagement welches dem gesamten Unternehmen als Infor- mationssystem dient und das kollaborative lernen fördert. Der Inhalte dieser Wikis befinden sich in einer stetigen organischen Entwicklung was einen kontinuierlichen Beta-Phasen-Charakter aufweist.13

Herausforderungen im Unternehmen

Da ein Wiki von der Eigeninitiative der Mitarbeiter welche Inhalte einpflegen sowie von der Nutzeranzahl lebt, entwickelt sich ein Firmenwiki meist nur langsam, wo- bei eine Tendenz zur Zentralisierung herrscht. Die Objektivität und die Qualität der Inhalte muss durch den Autor mit Distanz aufgebaut werden, damit durchgeführte Änderungen und Ergänzungen, die durch das kollaborative Zusammenwirken ent- stehen, nicht auf Unverständnis stoßen. Die Basis für dieses Zusammenspiel ist eine offene und vertrauensvolle Unternehmenskultur im Unternehmen, was den erfolg- reichen Einsatz eines Firmenwikis fördert. Innerhalb des Unternehmens muss jeder Mitarbeiter als Kompetenzträger angesehen werden, der bereit ist, sein Wissen an- deren zur Verfügung zu stellen.14

3.1.2 Weblogs

Unter der Bezeichnung „Weblog“ oder auch „Blogs“ versteht man Webseiten in denen Inhalte in Form von Videos, Sounds, Bildern und Texten publiziert werden. Die aktuellsten Beiträge (Postings) sind hier einfachheitshalber immer an oberster Stelle zu sehen und können meist direkt durch die Leser kommentiert werden. Merkmale wie die automatische Benachrichtigung eines Autors bei der Verlinkung auf dessen Beitrag (Trackback) oder die Meldung neuer Beiträge auf sogenannten Blog-Portalen, tragen zudem zur Entstehung eines sozialen und kollaborativen Netzwerkes bei.15 Ein interessantes Weblog zum Thema Enterprise 2.0 könnte zum Beispiel der Internetauftritt von „enterprise20.blog“ sein.16

Nutzenpotentiale im Unternehmen

Weblogs können für die externe Unternehmenskommunikation (Corporate Blogs, CEO-Blogs) zur erfolgreichen Platzierung der Marke und der Produkte in der Öf- fentlichkeit aber auch für die interne Unternehmenskommunikation (Enterprise 2.0) eingesetzt werden.17

Aus unternehmerischer Sicht ergeben sich hieraus die Vorteile, dass Weblogs dia- log- und Community-orientiert, persönliche Publikationsinstrumente darstellen können, über welche das Identitäts-, Beziehungs-, und Informationsmanagement der Mitarbeiter gefördert werden kann.18 Über Verweise auf einen Autor und dessen Arbeiten und Projekte werden das Networking und der Ideenaustausch gefördert. Das regelmäßige Lesen von Weblogs, Newsreadern und RSS-Feeds fördert zudem das persönliche Wissen- und Informationsmanagement eines Mitarbeiters, was durch das Schreiben, Verweisen, Archivieren, Dokumentieren und Kategorisieren noch verstärkt wird.

Herausforderungen im Unternehmen

Was passiert jedoch, wenn in privaten Blogs in unvertretbarer Weise durch einen Mitarbeiter unternehmensinterne Informationen verbreitet werden. Hier könnte zum Beispiel eine „Blogging Policy“ die Mitarbeiter davon abhalten, Inhalte über das Unternehmen zu verbreiten.19

3.1.3 Social Bookmarking

Ein Anwender kann Referenzen auf Webseiten im System abzuspeichern und diese mit Schlagworten, den sogenannten „Tags“ versehen. Darunter zählen unter ande- rem Einträge in Weblogs, Fotos, Videos und Kontakte, was ein schnelles wieder- finden der gewünschten Inhalte über die gesetzten Lesezeichen ermöglicht. Auch ein gemeinsames indexieren und Zugreifen auf Inhalte über eine kollaborative Community-Plattform wie „Digg“ oder „StumpleUpon“ ist möglich. Das Social Bookmarking kann also als eine öffentliche für jedermann zugängliche Linksamm- lung bezeichnet werden.20

Nutzenpotentiale im Unternehmen

Da eine Vernetzung dieser Inhalte mitunter eine reichhaltigere Informationsmöglichkeit als jede Suchmaschine bietet, ergeben sich hier aus unternehmerischer Sicht vrschiedenste Einsatzmöglichkeiten.

Durch das Abspeichern interessanter Links auf einer kollaborativen Plattform über- welche die Mitarbeiterschaft Zugriff hat, kann das Social Bookmarking das Wis- sensmanagement im Unternehmen fördern.21 Auch dient das Social Bookmarking Unternehmen besonders im Bereich des Marketings als Social Media-Instrument, wobei Delicious eines der bekanntesten Anbieter in diesem Bereich darstellt. Wenn eine Person das Unternehmen in seine Linksammlung aufnimmt, kann davon aus- gegangen werden, dass dieses hochwertige Produkte und Dienstleistungen anbietet, was andere Nutzer wiederum dazu bringt, dieses zu bookmarken.22

Herausforderungen im Unternehmen

Durch unbedachte Tags unerfahrener Nutzer können Mehrdeutigkeiten und Ungenauigkeiten entstehen, was durch Schreibfehler, Homonyme und Synonyme verstärkt wird. Auch kann der Abstraktionsgrad durch die unterschiedlichen Schreibweisen von Wörtern, den sogenannten Mehrwort-Lexemen, dazu führen, das Tags nicht mehr eindeutig bestimmbar sind.23

3.1.4 Social Tagging

Das Social Tagging beschreibt den Vorgang des gemeinschaftlichen Indexierens von Objekten innerhalb eines Systems unter Verwendung von Schlüsselwörtern und Kategorisierungen. Ein so generierter Wortschatz welcher über eine Menge von Benutzern verwendet wird, nennt sich Folksonomy.24 Einer der wohl bekanntesten Social Tagging-Plattformen ist der Online-Dienst „Flickr“.25

Nutzenpotentiale im Unternehmen

Dokumentmanagementsysteme innerhalb eines Unternehmens weisen eine vorge- gebene Struktur auf, welche meist nur schwer an die Mitarbeiterwünsche angepasst werden kann. Im Wissensmanagement geht es nicht nur darum, Informationen in Form von Dokumenten aufzufinden, sondern auch Personen welche Kernkompe- tenzen in bestimmten Bereichen besitzen. Mit dem Social Tagging lassen sich diese „Communities of Practice“ bilden, in denen sich Mitarbeiter durch die Menge und die Art der zusammengefassten Marken zusammenschließen. Dabei werden drei grundlegende Eigenschaften durch das Social Tagging in der Wissensverteilung angeregt und gefördert:

- Reziprozität (Gegenseitigkeit)

Wenn ich mich beteilige, so müssen mir auch die anderen helfen.

- Reputation (Ansehen)

Ich zeige durch meine Beteiligung, dass ich mich in einem bestimmten Thema auskenne.

- Altruismus (Selbstlosigkeit)

Die Mitarbeit an der Gemeinschaft resultiert aus einer ideellen Überzeu- gung.26

Herausforderungen im Unternehmen

Es gibt einige Herausforderunge bei einem Einsatz von Social Tagging im Unter- nehmen. So ist zum Beispiel die Verwendung von privaten Sicherungskopien (Ko- pie des Inhaltes auf die eigene Datenbank oder Endgeräte) im geschäftlichen Kon- text rechtlich noch nicht zu 100 Prozent geklärt. Auch muss das richtige Such- und Indizierungsverfahren aus einer Vielfalt an Angeboten herausgefiltert werden. Ein weiterer Punkt wäre das richtige Medium einzusetzen, welches die Unterstützung der durch das Unternehmen verwendeten Endgeräte und Applikationen gewährleis- ten kann.27

3.1.5 Podcasting

Podcasting beschreibt das Beziehen von Audio- und Videoinhalten über das Inter- net. Wobei es sich bei dem Teilbegriff Pod um „play on demand“ handelt. Haupt- sächlich lassen sich diese Inhalte über RSS-Feeds beziehen28, welche den Anwender über die Really Simple Syndication über neue Informationen auf einer Webseite informieren.29 Ein Beispiel hierfür ist die Webseite „podcast.de“, welche dem An- wender fast 28 Millionen kostenlose Audio- und Videodateien zur Verfügung stellt.30

Nutzenpotentiale im Unternehmen

Im unternehmerischen Ansatz weisen Podcasts besonders in den Bereichen der Un- ternehmenskommunikation und des Trainings ein hohes Potential auf. Die Einsatz- gebiete könnten von der Bereitstellung kurzer Informationssequenzen bis zu ganzen Lerneinheiten reichen, welche internen sowie externen Stakeholdern des Unterneh- mens zur Verfügung gestellt werden können. In der Lektüre der Lektüre werden unter anderem die folgenden fünf Anwendungsmöglichkeiten beschrieben:

- Information innerhalb von (Projekt-)Teams

Die Verteilung von Informationen an Projektbeteiligte sowie die Vorbereitung von Meetings.

- Marketing & PR-Maßnahmen

Marketingmaßnahmen mit professionellen Sprechern für Kunden und Stakeholder zu Themen wie Innovationen oder Jobs & Karriere.

- Wissensvermittlung

Über die Wissensvermittlung können Mitarbeiter Informationen über die neusten Produktänderungen oder Lerneinheiten einsehen.

- Transfer von Erfahrungswissen

Hier könnten Projektmitglieder interviewt und diese Ausschnitte über besonders gut oder schlecht gelaufen Projekte mit Verbesserungsvorschlägen generiert und anderen Projektteams zur Verfügung gestellt werden.

- Integrativer Bestandteil von Blended Learning - Trainings

Beschreibt die Erstellung von Lerneinheiten zur Vor- oder Nachbereitung von Präsenzveranstaltungen.

[...]


1 Vgl. Hempelmann (2010), S.1.

2 Vgl. Hempelmann (2010), S. 1.

3 Vgl. Back & Gronau (2009), S. 3.

4 Vgl. Riemer & Strahringer (2009), S. 7-8.

5 Vgl. Klodt (2014).

6 Vgl. Koch & Richter (2007).

7 Vgl. Hippner & Wilde (2005), S. 441.

8 Vgl. GründerSzene (2014).

9 Vgl. McAfee (2006).

10 Vgl. Koch & Richter (2007), S. 1-2.

11 Vgl. Hippner & Wilde (2005), S. 442.

12 Vgl. MediaWiki (2014).

13 Vgl. Back & Gronau (2009), S.11-13.

14 Vgl. Back & Gronau (2009), S. 16-17.

15 Vgl. Koch & Richter (2007), S. 23-24.

16 Vgl. enterprise 2.0 blog (2014).

17 Vgl. Koch & Richter (2007), S. 23-24.

18 Vgl. Schmidt & Mayer (2006).

19 Vgl. Back & Gronau (2009), S. 21.

20 Vgl. Eck (2005).

21 Vgl. Social Media Institute (2012).

22 Vgl. Sekulla (2009).

23 Vgl. Back & Gronau (2009), S. 28-29.

24 Vgl. ebd., S. 39.

25 Vgl. Flickr (2014).

26 Vgl. Back & Gronau (2009), S. 46-47.

27 Vgl. Elearning-Wissensmanagement (2014).

28 Vgl. Markgraf (2014a).

29 Vgl. Markgraf (2014b).

30 Vgl. podcast.de (2014).

Details

Seiten
51
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656867845
ISBN (Buch)
9783656867852
Dateigröße
1.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286464
Institution / Hochschule
Hochschule Pforzheim – Wirtschaft und Recht
Note
1,7
Schlagworte
eCollaboration Nutzenpotentiale ERP Social Media Enterprise Collaboration Systems

Autor

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Titel: eCollaboration Systems. Nutzenpotentiale einer Integration von ERP und Social Media