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Untersuchung der gesellschaftlichen Gruppen "Frauen und Männer"

Gibt es Unterschiede zu diversen Einstellungen?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 26 Seiten

Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Zusammenfassung/Abstract

2. Einführung und Hypothesen

3. Methoden

4. Ergebnisse

5. Diskussion der Ergebnisse

6. Quellen

7. Anhang

1. Zusammenfassung/Abstract

Jeder Mensch hat eine Einstellung zu bestimmten Themen. Doch inwiefern unterscheiden sich diese voneinander?Gegenstand dieser Forschungsarbeit ist die Überprüfung der gesellschaftlichen Gruppen von Frauen und Männern hinsichtlich der Unterschiede zu bestimmten Einstellungen.Die Nullhypothese besagt, dass es keine Unterschiede gibt. Die Alternativhypothesen gehen von einem Unterschied zwischen den Geschlechtern zu den Einstellungsthemen aus.Zur Überprüfung der Hypothesen habe ich in einer Onlineumfrage je 20 Männer und Frauen über ihre Meinung zu den Themen Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft befragt.Aus dem Vergleich der ermittelten Kennwerte kann letztendlich abgelesen werden, dass sich Männer und Frauen bei ihren Aussagen zu den Einstellungsthemen nahezu angleichen. Bei den Ausprägungen Alter und Lebensform ist ebenfalls ersichtlich, dass es keinen bzw. nur einen schwachen Effekt gibt.Die Ergebnisse führen uns dazu, die Nullhypothese anzuerkennen und die Alternativhypothesen zu verwerfen.

2. Einführung und Hypothesen

Fast jeder beschäftigt sich heutzutage - bewusst oder unbewusst - mit dem Thema „Männer und Frauen“; gibt es Unterschiede bei der Denkweise oder sind wir doch alle gleich? Oder bestehen Unterschiede nur zwischen den Altersklassen oder der jeweiligen Lebensformen? Dieses Thema ist sowohl für die Wirtschaft, als auch für jeden Menschen ebenso interessant.

Aber was ist eine Einstellung? Das Thema „Einstellungen“ stammt aus dem Bereich der Sozialpsychologie und ist der sozialen Denkweise untergliedert.Jeder Mensch vertritt eine gewisse Grundhaltung und Denkweise, wonach sich die Art bestimmt, nach welcher der Mensch auf andere Individuen, Begebenheiten und Dinge reagiert. Die Reaktion wird dann durch die Einstellung der Person, beeinflusst durch deren Gefühle, hervorgerufen (Myers, 2008, S. 639).Einstellungen haben drei Bestandteile: der kognitive Bestandteil stellt die persönliche Grundhaltung und Denkweise zum Einstellungsobjekt dar. Der affektive Bestandteil umfasst die Emotion zu dem Einstellungsobjekt (stimme ich gar nicht oder sehr zu). Bei dem behavioralen Bestandteil handelt es sich dann um die darauffolgende Handlung bezogen auf das Einstellungsobjekt (Annäherung oder Vermeidung) (Werth/Mayer, 2008, S. 206).Daneben können Einstellungen implizit (innerliche Überzeugung) oder explizit (nach außen gezeigte, ohne innere Überzeugung) sein. Ebenso kann es sich um im Gedächtnis gespeicherte Einstellungen (z.B. durch Erziehung) oder konstruierten Einstellungen, die je nach Situation auftreten (abrufbaren/aktuell präsenten Informationen oder je nach Empfindungen) handeln. (Werth/Mayer, 2008, S. 208/209).

Einstellungen haben zwei bedeutende Aufgaben. Zum Einen haben sie eine kognitive Funktion, mit welcher es uns ermöglicht wird, Einzelheiten über das Einstellungsobjekt zu vergessen. Bei künftigen Gegebenheiten sind wir dennoch mit der Situation vertraut und müssen nicht erneut prüfen. Einstellungen erleichtern uns somit die Konzentration „auf wichtigere Dinge“. Zugleich können vorhandene Informationen von ähnlichen Einstellungsobjekten herangezogen werden, welche uns letztlich die Prüfung des aktuellen Einstellungsobjekts erleichtern.Zum Anderen haben Einstellungen eine motivierende Funktion, indem sie uns bei der Erreichung unserer Ziele helfen, z.B. werde ich mein Studium erfolgreicher abschließen, wenn ich von vornherein positiv eingestellt bin. Weiterhin verhelfen uns Einstellungen zu einem positiven Selbstwertgefühl, dienen unserer sozialen Identität und können unser Verhalten vorhersagen (Werth/Mayer, 2008, S. 210 - 212).

Einstellungen alleine können unsere Handlung nicht vollständig beherrschen, da noch andere Komponenten (z.B. äußerer Einfluss) berücksichtigt werden müssen. Myers (2008, S. 640, zitiert nach Nagourney, 2002) führt hier als Beispiel die Anschläge des 11. Septembers und die darauffolgende Kriegserklärung an. Durch den öffentlichen Druck bzw. der Zuspruch der Bevölkerung auf die Kriegspläne von Präsident Bush, schlossen sich viele Politiker der Entscheidung des Präsidenten, trotz abweichender Einstellung, an.Demgegenüber kann unser Handeln unsere Einstellung schneller und stärker beeinflussen. Zunächst sei hier die Foot-in-the-Door-Technik aufgeführt. Diese Technik funktioniert in der Weise, dass von Menschen zunächst eine belanglose Kleinigkeit abverlangt wird. Wenn diese ausgeführt wird, ist die Person eher bereit, eine weitere Gefälligkeit zu übernehmen (und diese größere Konsequenzen mit sich zieht). Durch das übernehmen von Aufgaben, kann sich die Einstellung der Person verändern und in eine andere Richtung lenken als zuvor (Myers, 2008, S. 640 f.).Desweiteren kann sich unsere Einstellung aufgrund des Handelns in gewissen Rollenverhalten ändern. Beispielsweise kann eine karrierebewusste Frau durch die Geburt eines Kindes den Wunsch verspüren, sich voll und ganz der Kindererziehung zu widmen und die Karriere als untergeordnet zu betrachten. Durch die typische Rolle der Mutter hat sich die Einstellung der Person grundlegend geändert. Ebenso kann dies auf Rollenspiele übertragen werden. Myers (2008, S. 641, zitiert nach P. Zimbardo, 1972) führt hier beispielsweise den Versuch des Stanford Prison Experiment an, bei welchem Studenten Gefängniswärter und Gefangene spielten. Nachdem zu Beginn der Studie noch geschauspielert wurde, änderte sich dies nach kurzer Zeit und das Verhalten der Schauspieler wurde real. Das Experiment musste bereits nach sechs Tagen abgebrochen werden, denn die brutale Gewaltbereitschaft der Gefängniswärter stieg zunehmend an und die Gefangenen rebellierten oder brachen zusammen.Der Erklärungsansatz für ein solches Verhalten wird als Theorie der kognitiven Dissonanz bezeichnet. Nach dieser Theorie passt sich unsere Einstellung unserem Handeln an, wenn die beiden Faktoren nicht übereinstimmen (=Dissonanz; wir verspüren eine gewisse Anspannung). Um diesen Zustand zu reduzieren, ist die Anpassung eines Faktors erforderlich. Da wir bereits in einer Aktion sind, ändern wir unsere Einstellung. Durch die erfolgte Übereinstimmung zwischen Handlung und Einstellung löst sich die Spannung (Myers, 2008, S. 641 f.).

Wie wir nun gesehen haben, kann sich die Einstellung je nach Situation und Handlung verändern. Dies könnte ebenso auf die Lebensform von Menschen übertragen werden (Alleinstehende haben vielleicht eine andere Einstellung, als in Partnerschaft oder Ehe lebende). Daneben spielt eventuell auch das Alter der Person und das Geschlecht eine Rolle.

In der hier folgenden Untersuchung befasse ich mich mit den gesellschaftlichen Gruppen der Männer und Frauen. Ich möchte zeigen, wie bzw. ob sich Männern und Frauen in Einstellungen unterscheiden.Interessant sind die Einstellungsunterschiede auch für unser Wirtschaftsleben: Arbeitgeber können Frauen (als Führungspersonen oder in „männerbestimmten“ Branchen) genauso anerkennen wie Männer und umgekehrt; oder Verhandlungspartner können auf weibliche Vertreterinnen genauso gut eingehen und achten wie männliche Vertreter. Dabei stellt sich auch die Frage, ob Frauen in Führungspositionen die Rolle als Chef ebenso gut annehmen und verinnerlichen wie Männer.

Meine Nullhypothese (H0) in dieser Arbeit lautet: Es gibt keine Unterschiede hinsichtlich verschiedenen Einstellungsfragen zwischen den Geschlechtern (Männern und Frauen).Die vier Alternativhypothesen sollen belegen, dass es Unterschiede gibt. Die Differenzen zwischen Männern und Frauen beziehen sich jeweils auf die vier Einstellungsthemen (Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft). Die Hypothesen werden im Abschnitt „3. Methoden“ nochmals genauer vorgestellt.

Die Arbeit und dieser Bericht stellen den Abschluss meiner Statistikausbildung im Rahmen meines Studiums für den Bachelor-Studiengang Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie, Fach: Forschungsmethoden und Statistik, an der Europäischen Fernhochschule (Euro-FH) Hamburg dar. Daneben wird er jedoch auch durch ein persönliches Interesse meinerseits, was die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die Klärung meiner Hypothesen anbelangt, begründet.

3. Methoden

Das verwendete Untersuchungsdesign zu diesem Forschungsbericht ist nicht-experimental korrelativ. Es wurde kein Experiment durchgeführt, da dies den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde. Die Kausalität (Ursache-Wirkungs-Beziehung) kann durch diese Befragung nicht erhoben werden und bleibt außer Acht. Die Untersuchung soll vereinfacht darstellen, ob Unterschiede zwischen Männer und Frauen bestehen. Eine prae/post-Betrachtung erfolgt ebenso wenig wie die Einschaltung einer Kontrollgruppe.

Die Methode zur Erfassung der Einstellungsfragen erfolgte mittels einer vollstandardisierten Befragung.Die Befragung ermöglicht es mir, die Einstellungen zu messen, Ergebnisse zu erzielen und daraufhin den theoretischen Forschungsbericht zu erstellen.Von den Befragten wurde deren persönliche Einstellung zu vier Themen erhoben.Die von mir zu befragenden Einstellungen sind: Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft.

Zu jedem der genannten Einstellungsthemen entwickelte ich 5 Aussagen. Diese Aussagen wurden untereinander vermischt und diese 20 Items in den Fragebogen aufgeführt.Die Antwortmöglichkeiten der Befragten wurden in Form einer fünfstufigen Likert-Skala vorgegeben (trifft überhaupt nicht zu = 1, trifft eher nicht zu = 2, teils/teils = 3, trifft eher zu = 4, trifft voll und ganz zu = 5). Es wurden fünf Skalenpunkte gewählt, da die Abstufung und Beantwortung der persönlichen Einstellung genauer ist. Die Verwendung der fünfstufigen Likert-Skala ermöglicht es uns zudem, eine Qualität der Aussagen nach Intervallskalenniveau zu erhalten. Es wird davon ausgegangen, dass die Befragten die Abstände zwischen den Skalenpunkten also gleich groß betrachten. Dadurch ist es uns möglich, Kennwerte wie Mittelwert, Varianz, Standardabweichung, etc. zu berechnen.Die Aussagen stellen die unabhängigen Variablen dar und die Einstellungen der befragten Personen die abhängig Variable.Es wurde darauf geachtet, dass die Aussagen verständlich und ohne Verneinung formuliert sind. Sie decken unterschiedliche Aspekte zum Einstellungsthema ab, sind jedoch eine ad-hoc-Auswahl.

Neben den 20 Items wurden im Fragebogen das Geschlecht, das Alter und die Lebensform erhoben. Die Unterscheidung des Geschlechts erfolgte in weiblich (Geschlecht 1) und männlich (Geschlecht 2).Das Alter wurde in sechs Schritte unterteilt: 11 - 20 Jahre (Alter 1), 21 - 30 Jahre (Alter 2), 31 - 40 Jahre (Alter 3), 41 - 50 Jahre (Alter 4), 51 - 60 Jahre (Alter 5) und 61 Jahre und älter (Alter 6).Die Lebensform wurde in drei Klassen gegliedert: Single (Lebensform 1), in Partnerschaft (Lebensform 2) und in Ehe oder eheähnlicher Gemeinschaft lebend (Lebensform 3).Diese Ergänzungsfragen sowie alle weiteren 20 Items wurden als Pflichtfragen gekennzeichnet. Es war nicht möglich, eine unbeantwortete Frage zu übergehen.

Bezogen auf die zu erhebende Einstellung kann die oben genannte Nullhypothese (H0) wie folgt ausformuliert werden: Männer und Frauen sind sich hinsichtlich Ihrer Leistungsmotivation, Zufriedenheit mit der beruflichen Situation, Freude am Kochen und Konfrontationsbereitschaft gleich (= es gibt keine Unterschiede). Die Hypothese kann bestätigt werden, wenn sich die berechneten Mittelwerte von Frauen und Männern angleichen.

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Details

Seiten
26
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656865940
ISBN (Buch)
9783656865957
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v286378
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
2,2
Schlagworte
untersuchung gruppen frauen männer gibt unterschiede einstellungen
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Titel: Untersuchung der gesellschaftlichen Gruppen "Frauen und Männer"