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Projektunterricht mit Bezug auf die Unterrichtseinheit "gesunde Ernährung"

Zwischenprüfungsarbeit 2004 19 Seiten

Didaktik - Sachunterricht, Heimatkunde

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2.1 Vorhaben und Projekte in der Geschichte
2.2 Unterschiedliche Auffassungen des Projektbegriffes
2.3 Der Ablauf des Projektes nach Hänsel, Gudjons und Frey
2.4 Merkmale eines Projektes
2.5 Schritte und Merkmale eines Projektes nach Gudjons
2.6 Projektformen nach Bunk
2.7 Die Planung eines Projektes nach Borsum

3. Projektunterricht innerhalb der Unterrichtseinheit „gesunde Ernährung“
3.1 Die Unterrichtseinheit
3.2 Abschlussbetrachtung der Unterrichtseinheit „gesunde Ernährung“

4. Literaturangaben

1. Einleitung

„Wesentliche didaktische Leitlinien des Sachunterrichts, z.B. Selbsttätigkeit, handelnder Umgang, spielerisches und entdeckendes Lernen, lassen sich besonders durch den gezielten Einsatz von Handlungsmaterialien verwirklichen.“[1]

Die Niedersächsischen Rahmenrichtlinien verweisen auf die Bedeutung eines handlungsorientierten Unterrichts. Der Projektunterricht zählt in der Grundschule zu den Unterrichtsgrundformen. Jedoch hat er im Gegensatz zu anderen Unterrichtsformen einen Doppelcharakter, da er nicht nur einen bestimmten Gegenstand oder ein Ziel hat, sondern zugleich auch immer den Unterricht verändert und ihn zum Gegenstand macht.

Obwohl der Projektunterricht bei den Schülern sehr beliebt ist, verbinden viele Lehrer mit der Durchführung Vorstellungen eines erhöhten Arbeitsaufwandes, so dass sie diese Unterrichtsform eher zu meiden versuchen.

Vielleicht ist es auch schwierig zu entscheiden, wann ein Unterricht als Projektunterricht bezeichnet werden kann, da es noch keine allgemeingültige Definition gibt, die dies erlaubt zu beurteilen. Oftmals wird in der Literatur auch nicht von Projektunterricht gesprochen, sondern von projektorientierten Unterricht oder der Projektmethode.[2]

Im Folgenden werde ich zunächst auf die in der Literatur verwendeten Begriffe, die im Zusammenhang mit dem Projektunterricht verwendet werden, eingehen.

Ich werde die Geschichte des Projektunterrichts darstellen. Anschließend werden in Anlehnung an Herbert Gudjons, Karl Frey und Dagmar Hänsel, die verschiedenen Schritte und Merkmale des Projektunterrichts ausführlich bearbeitet.

Nach dieser allgemeinen Darstellung des Projektunterrichts stelle ich das besondere Verhältnis zwischen den Lehrenden und Lernenden während des Projektunterrichts

dar, das wesentlich für den Doppelcharakter verantwortlich ist, vielen Lehrern Probleme bereitet, jedoch notwendig ist um der anfangs dargestellten Forderung der Rahmenrichtlinien gerecht zu werden.

2.1 Vorhaben und Projekte in der Geschichte

Die Entwicklung des Vorhabens in der deutschen Reformpädagogik

In der deutschen Reformpädagogik wird der Begriff des Vorhabens ab ca. 1930 verwendet. Sie behandeln Fragen und daraus entstehende Probleme der Schüler. Lehrer und Schüler versuchen gemeinsam in Gruppen, eine konkrete Aufgabe zu lösen, indem sie ein eigenes Werk herstellen.

Beispiele sind:

a) Das Vorhaben in der deutschen Arbeitsschule: Die Schüler haben zur Aufgabe, manuell ein Werk herzustellen, wobei Material und Funktionsgerechtigkeit als Maßstab dienen, z.B. einen Starenkasten bauen
b) Das Vorhaben in der Landschule Adolf Reichweins: das Vorhaben wird aus lebendigen Anlässen der ländlichen Umgebung entwickelt, bei dem der Lehrer Vorschläge macht. Ziel ist die Herstellung eines konkreten Werkes, z.B. Bau eines Gewächshauses.
c) Das Vorhaben in der Landschulheimbewegung: Die Schüler sollen lernen, selbstverantwortlich zu planen. Diese Möglichkeit der Praxiserprobung wird durch die Selbstverwaltung und eigene Gerichtsbarkeit im Internat ermöglicht. In Gruppen werden landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeiten durchgeführt, z.B. das Anlegen eines Schulgartens.

Schlüsselbegriffe sind demnach (ähnlich der des Projekts): Planen, Entscheiden, Verantworten und Beurteilen.[3]

Die Entwicklung des Projektbegriffes

Das Wort „Projekt“ kommt aus dem lateinischen und bedeutet soviel wie Plan, Vorhaben, Absicht. Auch eine in Arbeit befindliche Sache wird als Projekt bezeichnet. Genutzt wurde der Begriff bereits im 16. Jahrhundert während des Architekturstudiums in Rom und Paris. Zu Beginn des 20.Jahrhunderts trat er dann erstmals im pädagogischen Zusammenhang in den USA auf.

Der dortige Direktor der Abteilung für Werkerziehung der Columbia Universität nutzte

das Projekt um den Schülern die selbstständige Arbeit näher zu bringen. Einige Zeit später wurden in Berufsschulen in Massachusetts „homeprojects“ eingeführt. Im Allgemeinen verstand man zu dieser Zeit unter dem Begriff „Projekt“ eine größere Aufgabe, die die Motivation des Schülers weckt und auf praktische, konkrete Art und Weise geplant und ausgeführt werden kann.

John Dewey und sein Schüler W.H. Kilpatrik betrachteten das Projekt jedoch nicht nur als Unterrichtsmethode und entwickelten eine Erziehungstheorie, für die maßgeblich Denkprozesse zuständig sind. Ziel war nun nicht mehr die Herstellung eines konkreten Werkes, vielmehr sollten die Schüler auf die Gesellschaft vorbereitet werden und demnach gesellschaftswichtige und lebenswichtige Probleme gemeinsam oder selbstständig lösen. Durch den Projektunterricht ist es den Schülern möglich, eigene Erfahrungen zu sammeln, gemeinsam zu planen, zu entscheiden und auch verschiedene Stellungen zu beziehen.[4]

2.2 Unterschiedliche Auffassungen des Projektbegriffes

Für Kilpatrik ist die Projektmethode ein planvolles Handeln, aus ganzem Herzen, das in einer sozialen Umgebung stattfindet. Kilpatrik ist ein Schüler von Dewey, der seinerseits als wichtigster pädagogischer Theoretiker der Projektidee galt und auf den auch heute noch in vielen Werken Bezug genommen wird.

Frey hat den Begriff Projektmethode von Dewey und Kilpatrick übernommen, aber eine Neukonzeption der Projektmethode vorgelegt und nicht eine Summe aus historischen Vorbildern, auch wenn diese ihn beeinflusst haben. Mit dem Begriff der Projektmethode meint Frey heute eine Form der lernenden Betätigung, die bildend wirkt. Sie beschreibt den Weg, den Lehrende und Lernende gehen, wenn sie sich bilden wollen. Dabei kann grundsätzlich jeder Ausgangspunkt zu einem Projekt werden und mit der Projektmethode bearbeitet werden. Die Projektinitiative muss nicht problemhaltig sein. Das Besondere ist, im Gegensatz zum übrigen Unterricht, dass beliebige Inhalte in ganz besonderer Art und Weise beschrieben werden.

Im Gegensatz zu Frey, verwenden Gudjons und Hänsel den Begriff Projektunterricht. Ein wesentlicher Unterschied zu Freys Projektmethode besteht darin, dass nicht jeder beliebige Inhalt im Projektunterricht thematisiert werden kann. Die Projektinitiative muss im Projektunterricht ein wirkliches Problem für die Schüler darstellen. Zudem hat der Projektunterricht dort seine Grenzen, wo andere Unterrichtsformen ihren berechtigten Stellenwert haben. Falls das Tun der Projektgruppe sich nur auf einige Komponenten der Projektmethode bezieht, muss von projektartigem Lernen gesprochen werden. Ebenso wird von projektorientiertem Unterricht geredet, wenn nur einige Merkmale des Projektunterrichts erfüllt sind. Eine differenzierte Abgrenzung des Projektunterrichts und der Projektmethode wird in der folgenden Darstellung der Schritte und Merkmale des Projektunterrichts deutlich. Zudem lassen sich aber auch Gemeinsamkeiten herausstellen.[5]

2.3 Der Ablauf des Projektes nach Hänsel, Gudjons und Frey

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4 Merkmale eines Projektes

Allgemeines:

Das vorrangige Ziel des Projektunterrichtes ist der Versuch zur Lösung einer Aufgabe, welche innerhalb der Umgebung zu bearbeiten und zu lösen ist. Projekte sind immer praxisbezogen und von den Interessen der Schüler her geplant und durchgeführt. Der Lehrer ist in die Gruppe integriert, ist jedoch nicht der Leiter. Die Entscheidungen innerhalb der Gruppe werden demokratisch getroffen, allerdings hat der Lehrer die Möglichkeit des Einspruches. Das Ziel ist in der Regel die Herstellung eines Produktes oder einer Aktion.

2.5 Schritte und Merkmale eines Projektes nach Gudjons

1. Projektschritt : Eine für den Erwerb von Erfahrungen geeignete problemhaltige Sachlage auswählen

Merkmal: Situationsbezug

Sachlage bzw. Situation ist in der Regel eine umfassende Aufgabe, die sich nicht nur auf einen Fachaspekt bezieht, bzw. ein Problem, das eine Fülle von Aufgaben beinhaltet.

In der Sachlage entsprechen die Dinge der Wirklichkeit!

Die Fragestellung hält die Sachlage zusammen (Fülle der Aspekte/Probleme).

Prüfung des Situationsbezuges durch den Lehrer, ob es für den Erwerb von Erfahrungen geeignet ist.

[...]


[1] (vgl. Rahmenrichtlinien für die Grundschule Sachunterricht, 1982, S.14, Z. 3033)

[2] (vgl. Frey,K. : Die Projektmethode. Weinheim und Basel 1996)

[3] (vgl. Laubis, J. 1976, 810)

[4] (vgl. Laubis, J. 1976, 1521)

[5] (vgl. Laubis, J. 1976 und Frey, K. 1998)

Details

Seiten
19
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638303507
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v28619
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – FB Erziehungswissenschaft
Note
2- gut
Schlagworte
Projektunterricht Bezug Unterrichtseinheit Ernährung

Autor

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