Lade Inhalt...

Die Entwicklung der Exporte und Importe der Bundesrepublik Deutschland von 1991 bis 2010

Bachelorarbeit 2014 87 Seiten

VWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Gesamtentwicklung
2.1 Betrachtung der nominalen Werte
2.2 Betrachtung der Mengen und Preise
2.2.1 Methodik
2.2.2 Der Zeitraum von 1991 bis 1999
2.2.3 Der Zeitraum von 1999 bis 2005
2.2.4 Der Zeitraum von 2005 bis 2010

3 Deutscher Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt
3.1 Außenhandels- und BIP-Wachstum
3.2 Exportquote und Importquote
3.2.1 Methodik
3.2.2 Entwicklung
3.2.3 Internationaler Vergleich und Implikationen
3.3 Offenheitsgrad
3.4 Außenhandelssaldo und Wirtschaftsleistung
3.5 Beitrag des Außenhandels zum Wachstum

4 Internationaler Kontext
4.1 Deutschlands Rang unter den Exportnationen
4.2 Exkurs: Der Einfluss von Wechselkursänderungen
4.3 Der deutsche Export je Einwohner
4.4 Deutschlands Rang unter den Importnationen
4.5 Exportperformance
4.5.1 Zweck und Methodik
4.5.2 Die Entwicklung von 1995 bis 2000
4.5.3 Die Entwicklung von 2000 bis 2010

5 Regionale Entwicklung
5.1 Überblick
5.1.1 Ländergruppen
5.1.2 Die wichtigsten Exportdestinationen
5.1.3 Die wichtigsten Importursprungsländer
5.2 Europa
5.2.1 Die EU-15-Staaten
5.2.2 Neue EU-Mitgliedsstaaten
5.2.3 Nicht-EU-Mitgliedsstaaten
5.3 Asien
5.3.1 Japan
5.3.2 Volksrepublik China
5.3.3 Weitere wichtige asiatische Handelspartner
5.3.4 Außenhandelssaldo
5.4 Amerika
5.5 Diversifizierung

6 Schlussbetrachtung

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Entwicklung des deutschen Außenhandels, 1991 bis 2010, jeweilige Preise in Mrd. Euro

Abbildung 2: Entwicklung der Durchschnittswertindizes, 1991 bis 1999

Abbildung 3: Entwicklung der Durchschnittswertindizes, 2000 bis 2005

Abbildung 4: Deutsches Außenhandels- und BIP-Wachstum, durchschnittliche Wachstumsraten in %

Abbildung 5: Deutsche Import- und Exportquote, 1991 bis 2010 (in %)

Abbildung 6: Exportquote Deutschlands und Partnerländer (in %), 2010

Abbildung 7: Importquote Deutschlands und Partnerländer (in %), 2010 (Quellen: Warenausfuhr: WTO; BIP: Weltbank; Eigene Berechnungen)

Abbildung 8: Offenheitsgrad Deutschlands und Partnerländer (in %), Vergleich 1995 und 2010

Abbildung 9: Reales Wirtschaftswachstum und Wachstumsbeiträge (in %), 1992 bis 2010

Abbildung 10: Anteil der wichtigsten Exportnationen an den weltweiten Warenausfuhren (in%), 1991 bis 2010

Abbildung 11: Anteil der wichtigsten Importnationen an den weltweiten Wareneinfuhren (in %), 1991 bis 2010

Abbildung 12: Deutscher Exportperformance-Index, 1995 bis 2000 (1995=100)

Abbildung 13: Deutscher Exportperformance-Index mit und ohne Energieprodukte, 2000 bis 2010 (2010=100)

Abbildung 14: Regionale Verteilung der deutschen Importe (in%), Vergleich 1991 und 2010

Abbildung 15 : Regionale Verteilung der deutschen Exporte (in %), Vergleich 1991 und 2010

Abbildung 16: Anteile der wichtigsten Exportdestinationen an den deutschen Ausfuhren (in %), 1993 bis 2010

Abbildung 17: Anteile der wichtigsten Importursprungsländer an den deutschen Einfuhren(in %), 1993 bis 2010

Abbildung 18: Anteile der EU-15-Staaten an der deutschen Warenausfuhr (in%), Vergleich 1991 und 2010

Abbildung 19: Anteile der EU-15-Staaten an der deutschen Wareneinfuhr (in%), Vergleich 1991und 2010

Abbildung 20: Anteile der wichtigsten EU-15-Staaten an der deutschen Warenausfuhr (in %), 1991 bis 2010

Abbildung 21: Außenhandelsüberschuss Deutschlands, 1991 bis 2010, jeweilige Preise (in Mrd. Euro)

Abbildung 22: Anteil der neuen EU-Mitgliedsstaaten an den deutschen Exporten (in %), Vergleich 1993 und 2010

Abbildung 23: Anteil der neuen EU-Mitgliedsstaaten an den deutschen Importen (in %), Vergleich 1993 und 2010

Abbildung 24: Außenhandelsüberschuss Deutschlands gegenüber den neuen EU-Mitgliedern, 1993 bis 2010, jeweilige Preise in Mrd. Euro

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Die zehn größten Exportnationen 1991

Tabelle 2: Die zehn größten Exportnationen 2010

Tabelle 3: Die zehn größten Importnationen 1991

Tabelle 4: Die zehn größten Importnationen 2010

Tabelle 5: Die wichtigsten Exportdestinationen deutscher Waren 2010

Tabelle 6: Die wichtigsten Ursprungsländer deutscher Warenimporte 2010

Tabelle 7: Regionale Diversifizierung im deutschen Außenhandel

Tabelle A1: Rangfolge der 50 wichtigsten Exportdestinationen für deutsche Waren, 1991

Tabelle A2: Rangfolge der 50 wichtigsten Exportdestinationen für deutsche Waren, 2010

Tabelle A3: Rangfolge der 50 wichtigsten Ursprungsländer für deutsche Importe, 1991

Tabelle A4: Rangfolge der 50 wichtigsten Ursprungsländer für deutsche Importe, 2010

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Schon vor dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ stiegen die deutschen Importe und Exporte im Kontext der Globalisierung kontinuierlich an. Sinkende Transport-, Kommunikations- und Energiekosten, sowie der schrittweise Abbau von Zollbelastungen förderten den Ausbau der internationalen Verflechtungen, was weitreichende strukturelle Folgen für den Außenhandel[1] und die deutsche Wirtschaft insgesamt nach sich zog.

Mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems und der Wiedervereinigung setzte sich diese Entwicklung mit erhöhter Dynamik fort. In Folge dessen wuchsen die Importe und Exporte deutlich schneller als die deutsche Wirtschaft insgesamt, was zu einer Erhöhung der Außenhandelsorientierung der Bundesrepublik Deutschland führte. Überdies weitete sich der Außenhandelsüberschuss, also die Differenz von Exporten und Importen, massiv aus. Beide Aspekte, die deutsche Außenhandelsabhängigkeit und die bestehenden Handelsbilanzungleichgewichte, sind gerade heute vermehrt Gegenstand von Diskussionen und Kritik.

Wie die vorliegende Arbeit zeigen wird, sank trotz Ausweitung der Außenhandelsorientierung der Anteil Deutschlands und anderer etablierter Handelsnationen am Welthandel, da aufstrebende Ökonomien in wachsendem Maß am internationalen Güterverkehr partizipierten. In Folge dessen änderte sich auch die Bedeutung einzelner Handelspartner für die Bundesrepublik.

Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick über die wesentlichen Trends des deutschen Außenhandels seit Anfang der 1990er Jahre zu geben. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet das Jahr 1991, da ab diesem Jahr detaillierte Außenhandelsdaten für das wiedervereinigte Deutschland vorliegen. Der Betrachtungszeitraum erstreckt sich bis zum Nachkrisenjahr 2010.

Soweit nicht auf eine andere Quelle verwiesen wird, stammen alle in dieser Arbeit verwendeten Daten zum Außenhandel Deutschlands aus der amtlichen Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts und können über die GENESIS-Datenbank abgerufen werden.[2] Sie beziehen sich auf den Warenhandel in der Abgrenzung des Spezialhandels gemäß der Definition der Außenhandelsstatistik. Einbezogen werden danach alle Waren, die zum Gebrauch, Verbrauch oder zur Be- und Verarbeitung in Deutschland eingehen bzw. aus deutscher Erzeugung oder Be- und Verarbeitung stammen und ausgeführt werden.[3]

Nicht darin enthalten sind Dienstleistungen.[4] Der Dienstleistungsverkehr mit dem Ausland wird von der Deutschen Bundesbank ermittelt und enthält eine Reihe von Positionen, die nicht den deutschen Importen und Exporten zuzuordnen sind, da das entsprechende Gut nicht die Landesgrenze der Bundesrepublik passiert.[5] Dies ist zum Beispiel teilweise im Tourismus oder bei Geschäften, die über ausländische Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen abgewickelt werden, der Fall. Da eine Bereinigung des Dienstleistungsverkehrs um diese Positionen den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde und der gesamte Dienstleistungsverkehr mit einem Wert von einem Fünftel des Warenhandels eine untergeordnete Rolle im deutschen Außenhandel einnimmt,[6] erfolgt die Untersuchung der deutschen Importe und Exporte anhand von Warenströmen.[7]

Das zweite Kapitel enthält eine Darstellung der Gesamtentwicklung des deutschen Außenhandels. Dazu wird in einem ersten Schritt die nominale Entwicklung der Importe, Exporte und des Außenhandelssaldos[8] aufgezeigt. Ferner wird anhand von Volumen- und Durchschnittswertindizes die Frage untersucht, inwieweit die beobachteten nominalen[9] Außenhandelsentwicklungen auf Mengen- bzw. Preisveränderungen zurückzuführen sind.

Das dritte Kapitel zeigt, wie sich die Bedeutung des Außenhandels für die deutsche Wertschöpfung im betrachteten Zeitraum entwickelte. Den Anfang bildet ein Vergleich der Entwicklungsdynamik der deutschen Importe, Exporte und des Bruttoinlandsprodukts (BIP)[10] anhand der durchschnittlichen Wachstumsraten. [11] Im Anschluss daran wird die Bedeutung des Außenhandels für die Wertschöpfung der Bundesrepublik untersucht, wofür verschiedene Außenhandelsgrößen in Beziehung zum BIP gesetzt werden und Vergleiche mit wichtigen Partnerländern vorgenommen werden. Die in dieser Arbeit verwendeten Daten zum BIP verschiedener Staaten stammen von der Weltbank[12], die entsprechenden Außenhandelsinformationen aus der Datenbank der Welthandelsorganisation (WTO)[13]. Der letzte Abschnitt des Kapitels untersucht die Frage, in welchem Umfang der Außenhandel das reale Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik im betrachteten Zeitraum beeinflusste. Hierzu erfolgt eine Betrachtung der Wachstumsbeiträge des Außenbeitrags.[14]

Im vierten Kapitel findet sich eine Einordnung des deutschen Außenhandels in den internationalen Kontext. Zunächst wird die relative Bedeutung Deutschlands anhand des Anteils an den weltweiten Warenausfuhren bzw. -einfuhren[15] dargestellt. Nachfolgend wird die Exportperformance als alternative Möglichkeit zur Bestimmung des Marktanteils und zur Hervorhebung des Einflusses der Energiepreise herangezogen.

Den Schwerpunkt der Arbeit bildet das fünfte Kapitel. Darin wird untersucht, wie sich die Bedeutung einzelner Länder und Ländergruppen für den deutschen Außenhandel im betrachteten Zeitraum entwickelt hat. Zunächst gibt ein Vergleich der Jahre 1991 und 2010 einen Überblick über die Anteilsveränderungen der verschiedenen Ländergruppen an den deutschen Warenaus- und einfuhren. Anschließend wird die Zusammensetzung der wichtigsten Handelspartner Deutschlands untersucht. Ausgehend davon erfolgt eine Beschreibung der Entwicklung des deutschen Außenhandels mit wichtigen Ländergruppen, Untergruppen und einzelnen Staaten. Eine Betrachtung der regionalen Diversifizierung deutscher Importe und Exporte schließt das Kapitel ab.

Die Schlussbetrachtung enthält eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und skizziert einige Entwicklungen des deutschen Außenhandels seit dem Jahr 2010. Des Weiteren erfolgt eine kritische Betrachtung der Erhebungsmethodik in der Außenhandelsstatistik.

2 Die Gesamtentwicklung

2.1 Betrachtung der nominalen Werte

Die deutschen Warenimporte und -exporte wiesen zwischen 1991 und 2010 im Kontext der voranschreitenden weltweiten Wirtschaftsverflechtungen eine äußerst expansive Entwicklung auf. Der Wert der Einfuhren stieg von 329 Mrd. auf 797 Mrd. Euro, was mehr als einer Verdopplung bzw. einer jahresdurchschnittlichen Wachstumsrate von 4,8% entspricht (vgl. Abbildung 1). Gleichzeitig verdreifachten sich die Ausfuhren von 340 Mrd. auf 952 Mrd. Euro und erreichten damit eine durchschnittliche Wachstumsrate von 5,6%. Die Entwicklung des Außenhandels pro Einwohner fiel dabei mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 4,7% bei den Einfuhren und 5,5% bei den Ausfuhren nur geringfügig schwächer aus. Insgesamt wuchs der deutsche Außenhandel deutlich schneller als das deutsche Bruttoinlandsprodukt.[16] Schneller stiegen jedoch die weltweiten Exporte, welche sich mehr als vervierfachten und damit eine durchschnittliche Wachstumsrate von 8,0% erreichten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Entwicklung des deutschen Außenhandels, 1991 bis 2010, jeweilige Preise in Mrd. Euro

(Quellen: Statistisches Bundesamt; Eigene Berechnungen)

Die deutschen Exporte stiegen mit Ausnahme der Jahre 1993 und 2009 in jedem einzelnen Jahr des betrachteten Zeitraums. Der Rückgang im Jahr 1993 war zum einen durch binnenwirtschaftliche Ursachen[17] sowie durch die Krise des europäischen Währungssystems (EWS)[18] bedingt, die 1992 und 1993 zu erheblichen Turbulenzen im europäischen Wirtschaftsgefüge führte. Zum anderen verstärkte paradoxerweise das Inkrafttreten des Europäischen Binnenmarktes[19] am 1. Januar 1993 den statistischen Einbruch.[20] Mit dem Wegfall der Zollerklärungen, die zuvor die Basis der Außenhandelsstatistik gebildet hatten, konnte der für die Bundesrepublik wichtige Handel mit den EU-Staaten[21] nur noch über Meldungen der Unternehmen erfasst werden.[22] Die damit verbundenen Erhebungslücken verursachten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen nicht unerheblichen Teil des statistischen Außenhandelsrückgangs des Jahres 1993.[23] Zwischen 2001 und 2003 kam es im Kontext der von den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) ausgehenden weltweiten Rezession[24] erneut zu einer Schwächephase des deutschen Außenhandels. Anschließend wuchsen die deutschen Importe und Exporte dann wieder mit höheren Raten, bevor der Außenhandel im Jahr 2009 im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise den stärksten Einbruch (Ausfuhr: -18,4%; Einfuhr: -17,5%) seit dem Ende des zweiten Weltkriegs erlebte.[25] Nach einer raschen Erholung (Ausfuhr: +18,5%; Einfuhr: +19,9%) wurde jedoch bereits im darauffolgenden Jahr annähernd wieder das Vorkrisenniveau erreicht.

Beachtlich ist der Anstieg des Außenhandelsüberschusses um das Vierzehnfache, von 11,2 Mrd. Euro im Jahr 1991 auf 154,9 Mrd. Euro im Jahr 2010. Insbesondere ab der Jahrtausendwende kann in diesem Zusammenhang von dem Entstehen eines außenwirtschaftlichen Ungleichgewichts gesprochen werden. Allein zwischen den Jahren 2000 und 2007 verdreifachte sich der deutsche Überschuss von 59 Mrd. Euro auf 195,3 Mrd. Euro. Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 hatte allerdings eine starke Reduktion des Außenhandelssaldos zur Folge, welcher im Jahr 2010 mit 154 Mrd. Euro weit unter dem Höchststand von 2007 lag. Bei der Interpretation der expansiven Entwicklung des Außenhandelsüberschusses ist zu berücksichtigen, dass dieser unter anderem in Folge der Wiedervereinigung zwischen 1990 und 1991 um 80% nachgegeben hatte und sich vorrübergehend auf einem relativ niedrigen Stand befand. Dies erklärt teilweise den starken prozentualen Anstieg der Folgejahre[26].

Des Weiteren muss auf die Rolle der zunehmenden Internationalisierung von Produktionsprozessen verwiesen werden. Die Außenhandelsstatistik wird nach dem Bruttoprinzip erstellt. Das heißt, alle Warenströme werden bei Grenzübertritt in voller Höhe erfasst.[27] Wird beispielsweise eine Ware von Deutschland zur Weiterbearbeitung (Veredelung) ins Ausland versendet, so registriert die Außenhandelsstatistik dies zunächst als Ausfuhr.[28] Wird die veredelte Ware dann anschließend wieder eingeführt, so erfolgt entsprechend eine Registrierung als Einfuhr in Höhe des gesamten Einfuhrwerts. Verursachungsgerecht wäre die Registrierung des gesamten Vorgangs als eine Einfuhr in Höhe der Differenz des Ausfuhrwertes vor Veredelung und Einfuhrwertes nach Veredelung. Da die Bedeutung solcher grenzüberschreitender Produktionsprozesse im Zuge der Globalisierung deutlich zugenommen hat, kommt es in der Folge zu einer „Aufblähung“ der Außenhandelsstatistik, die die Vergleichbarkeit der Ergebnisse im Zeitverlauf beeinträchtigt.[29]

2.2 Betrachtung der Mengen und Preise

2.2.1 Methodik

Die Entwicklung der nominalen, das heißt tatsächlichen Ausfuhr- bzw. Einfuhrwerte wird sowohl von Mengenänderungen, als auch von Preisschwankungen beeinflusst. Folglich vermittelt sie für sich betrachtet noch keine nützlichen Erkenntnisse über die eigentliche Bewegung der ein- und ausgeführten Mengen einerseits und der Durchschnittswerte (Preise) andererseits.[30] Da die Kenntnis dieser beiden Entwicklungen allerdings von einiger Bedeutung für die Beurteilung der Entwicklung des Außenhandels ist,[31] folgt an dieser Stelle eine separate Betrachtung der Mengen- und Preisentwicklung im Außenhandel. Im einfachsten Fall könnte eine solche Untersuchung anhand der im Außenhandel bewegten Massen (in Tonnen) erfolgen.[32] Allerdings wäre eine Summierung aufgrund der Inhomogenität der gehandelten Waren nicht sinnvoll, da Güter mit einem hohen Stückgewicht das Gesamtergebnis dadurch entscheidend beeinflussen können, dass sie die Mengenbewegungen höherwertiger, aber leichterer Gütergruppen überdecken.[33] Dies wäre beispielsweise bei Blei und Kaviar der Fall. Aus diesem Grund berechnet das Statistische Bundesamt in regelmäßigen Abständen Volumen- und Preisindizes.[34]

Der Volumenindex (nach Laspeyres) stellt das Ein- bzw. Ausfuhrvolumen in Preisen eines Basisjahres dar. Er spiegelt folglich die von Durchschnittswertveränderungen (Preisveränderungen) bereinigte Außenhandelsentwicklung wider:[35]

Da die Zusammensetzung des Warenkorbes kontinuierlich Änderungen unterworfen ist, welche die Vergleichbarkeit der Ergebnisse beeinflussen, wird das Basisjahr seit 1995 vom Statistischen Bundesamt in Fünfjahresschritten aktualisiert.

Der Durchschnittswertindex (nach Paasche) stellt die Entwicklung der Einfuhr- und Ausfuhrdurchschnittswerte dar, welche mit den Mengen des aktuellen Berichtszeitraums gewichtet werden:[36]

Der Durchschnittswertindex ist dabei kein „echter“ Preisindex, da seine Aussage nicht nur durch die in den Durchschnittswerten enthaltenen (Einzel-)Preise, sondern auch durch Struktur und Qualität der Waren beeinflusst wird.[37] Im Gegensatz dazu spiegeln die im Rahmen der Preisstatistik vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Preisindizes tatsächliche Preisveränderungen wider.[38] Da jedoch nach einer Untersuchung von Silke Gehle vom Statistischen Bundesamt der Durchschnittswertindex in der Regel nur etwa 3% vom Außenhandelspreisindex abweicht[39], kann er als verlässliches Maß der Außenhandelspreisentwicklung herangezogen werden.

2.2.2 Der Zeitraum von 1991 bis 1999

Im Zeitraum von 1991[40] bis 1999 nahm der Nominalwert bei den Warenexporten insgesamt um 49,8% und bei den Warenimporten um 35,1% zu. Die Untersuchung der Außenhandelsindizes zeigt, dass diese Expansion des Außenhandels primär auf einem kräftigen Anstieg der gehandelten Warenmenge beruhte, während die Wertkomponente (Außenhandelspreise) sogar rückläufig war. So stieg der Index des Volumens insgesamt bei den Exporten um 57,4% und bei den Importen um 41,5% an. Dabei war 1993 das einzige Jahr, in dem der Index des Volumens bei Exporten und Importen sank (3,9% bzw. 7,1%).

Der Index der Durchschnittswerte verringerte sich von 1991 bis 1999 bei den Exporten insgesamt um 6,1% und bei den Importen um 6,4%. Wie Abbildung 2 zeigt, verlief die Entwicklung des Index der Durchschnittswerte besonders bei den Importen ungleichmäßig. Zunächst kam es von 1991 bis 1994 zu einer deutlichen Abnahme des Index von 100 auf 91,3 Punkte. Auf diese folgte eine Steigerung in den Jahren 1995 und 1997. Bis 1999 war der Index erneut leicht rückläufig. Bei den Exporten verlief die Entwicklung des Durchschnittspreisindex gleichmäßiger. Dieser fiel mit Ausnahme der Jahre 1997 und 1998 in den 1990er Jahren stetig.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung der Durchschnittswertindizes, 1991 bis 1999

(Basis 1991) (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Nach Paul Krugman[41] und Paul Samuelson[42] kann der Markteintritt eines neuen Wettbewerbers, der die gleichen Güter exportiert wie die etablierte Industrienation, zu einer Reduktion der Exportpreise bei gleichzeitiger Erhöhung der Importpreise führen. Auf diesen Erkenntnissen basierend, führt Sebastian Gundel in einer Untersuchung[43] die deutsche Außenhandelspreisentwicklung ab 1994 auf die gestiegene Konkurrenz aus aufstrebenden Volkswirtschaften wie Polen, Tschechien und Ungarn zurück. Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems waren die osteuropäischen Staaten einem massiven Strukturwandel unterworfen, der zu einem raschen technologischen Aufholprozess führte.[44] In der Folge wuchsen die Hightech-Exporte der mittelosteuropäischen Staaten zwischen 1995 und 2004 mit rasanter Geschwindigkeit.[45] Dadurch traten sie in wachsendem Maß als Konkurrent der Bundesrepublik auf, was auf deutscher Seite fallende Exportpreise und steigende Importpreise verursachte.

2.2.3 Der Zeitraum von 1999 bis 2005

Das Jahr 2000 kann[46] als Rekordjahr des deutschen Außenhandels bezeichnet werden. Die nominalen Ausfuhren stiegen in diesem Jahr um 17,1%, die Einfuhren sogar um 21%. Bei den Exporten wurde die Steigerung durch eine kräftige Ausweitung der Ausfuhrmenge bei gleichzeitiger moderater Ausweitung der Preise verursacht (Index des Volumens: +12,8%; Index der Durchschnittswerte: +3,9%). Bei den Einfuhren fiel die Steigerung der Durchschnittswerte mit 10,1% deutlich stärker aus als bei den Ausfuhren, während das Volumen ein geringeres Wachstum aufwies (+9,9%).

In den folgenden fünf Jahren stiegen die nominalen Warenexporte um 23,2% und die Importe um 15,7%. Erneut basierte die Steigerung des Außenhandels auf einer starken Ausweitung der gehandelten Warenmenge. Anzumerken ist, dass der Anstieg der Mengenkomponente bei den Exporten mit 37% höher ausfiel als bei den Importen, welche um 27,5% stiegen. Dies war auch in den zuvor betrachteten Zeiträumen der Fall.

Wie in Abbildung 3 zu erkennen, setzte sich bei den Ausfuhren im Jahr 2001 noch die Entwicklung der steigenden Durchschnittswerte des Jahres 2000 fort, während diese bei den Einfuhren bereits leicht rückgängig waren. Von 2002 bis 2004 sanken dann sowohl die Ein- als auch die Ausfuhrpreise. Dabei fiel der Rückgang bei den Importen deutlicher aus als bei den Exporten. 2005 zogen die Außenhandelspreise jeweils wieder leicht an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Entwicklung der Durchschnittswertindizes, 2000 bis 2005

(Basis 2000) (Quelle: Statistisches Bundesamt)

2.2.4 Der Zeitraum von 2005 bis 2010

Von 2005 auf 2006[47] entwickelte sich der deutsche Außenhandel expansiv. Der Nominalwert der Ausfuhren stieg um 13,6%, während die Einfuhren sich um 16,9% erhöhten. Ausschlaggebend war ein starker Anstieg der Mengenkomponente (Anstieg der beiden Volumenindizes um über 12%). Der Preisanstieg hingegen fiel gering aus. In den Jahren 2007 und 2008 wuchs der Außenhandel bedingt durch den Anstieg der Mengen- und Preiskomponente weiter, sodass 2008 der Rekordwert von 984,1 Mrd. Euro bei den Ausfuhren und 805,8 Mrd. Euro bei den Einfuhren erreicht wurde.

Mit der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2009 brachen die nominalen Warenausfuhren auf 803,3 Mrd. Euro ein. Die nominalen Einfuhren sanken im gleichen Jahr auf 664,6 Mrd. Euro, was vor allem auf den Rückgang der Mengenkomponente zurückzuführen ist. So sank der Volumenindex im Jahr 2009 sowohl bei den Ausfuhren als auch bei den Einfuhren deutlich stärker als der Durchschnittswertindex. Die Erholung im Jahr 2010 erfolgte anschließend durch eine starke Ausweitung der Mengenkomponente des Außenhandels bei moderatem Anstieg der Preiskomponente.

3 Deutscher Außenhandel und Bruttoinlandsprodukt

3.1 Außenhandels- und BIP-Wachstum

In diesem Abschnitt erfolgt ein Vergleich von Wachstumsraten der Importe und Exporte der Bundesrepublik mit denen des BIP. Das durchschnittliche Jahreswachstum des Außenhandels lag zwischen den Jahren 1991 und 2010 mit 5,6% bei den Ausfuhren und 4,8% bei den Einfuhren deutlich über dem Wachstum des deutschen BIP, welches einen Wert von 2,6% erreichte. Mit Ausnahme des Zeitraums von 1991 bis 1995 war dies bis zum Jahr 2009 auch in allen in Abbildung 4 betrachteten Teilzeiträumen der Fall.

Der Zeitraum von 1991 bis 1995 war aus deutscher Sicht durch ein im internationalen Vergleich schwaches Außenhandelswachstum[48] gekennzeichnet, wobei die Exporte mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 3,0% mehr als dreimal schneller wuchsen als die Importe. Damit entwickelte sich der deutsche Außenhandel in diesem Zeitraum langsamer als das BIP, welches eine jahresdurchschnittliche Steigerungsrate von 4,8% erreichte.

Von 1995 bis 2000 übertraf der Anstieg des deutschen Außenhandels die Entwicklung des BIP um ein Vielfaches und erreichte ein- und ausfuhrseitig kräftige Wachstumsraten von über 9%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Deutsches Außenhandels- und BIP-Wachstum, durchschnittliche Wachstumsraten in %

(Quellen: Statistisches Bundesamt; Eigene Berechnungen)

Zwischen 2000 und 2005 fiel das Wachstum des Außenhandels etwas schwächer aus als im vorangegangen Zeitabschnitt. Beachtlich ist jedoch, dass das Wachstum der Ausfuhren (jahresdurchschnittliche Wachstumsrate: +5,6%) das Wachstum der Einfuhren (+3,1%) in dieser Zeit deutlich übertraf.

Von 2005 bis 2008 wuchsen die deutschen Importe und Exporte erneut schneller als das BIP, bevor der Außenhandel mit der im Jahr 2009 folgenden Weltwirtschaftskrise im Vergleich zum BIP drastisch einbrach (Ausfuhren: -18,4%; Einfuhren: -17,5%; BIP: -4%). Der relativ hohe Rückgang des Außenhandels im Krisenjahr ist darauf zurückzuführen, dass die Ausfuhren bzw. Einfuhren Deutschlands aufgrund der internationalen Arbeitsteilung einen nicht unbedeutenden Anteil ausländischer Wertschöpfung enthalten.[49] So beziffert eine gemeinsame Initiative von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der WTO den ausländischen Wertschöpfungsanteil an den deutschen Bruttoexporten für das Jahr 2009 auf 26,6%.[50] Ein Rückgang des nach dem Bruttoprinzip (voller Warenwert) gemessenen Außenhandels führt also nicht im gleichen Maß zu einem Rückgang des nach dem Nettoprinzip (inländische Wertschöpfung) ermittelten BIP.[51] Caroline Freund von der Weltbank beziffert die Elastizität der relativen Veränderung des Außenhandels zu der des realen Volkseinkommens auf etwa 4,7.[52] Das heißt, der Außenhandelsrückgang beträgt das 4,7-Fache des Rückgangs des Bruttoinlandsprodukts. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds betrug der tatsächliche Rückgang des Warenexports der Industriestaaten im Jahr 2009 13,8% und das negative reale Wirtschaftswachstum dieser Staaten 3,2%.[53] Somit betrug das Verhältnis des Außenhandelsrückgangs zum Wirtschaftsrückgang 4,3:1. Für Deutschland betrug das Verhältnis 5,4:1.

Dementsprechend hoch fiel auch die Erholung des Außenhandels im Jahr 2010 im Vergleich zum Wiederanstieg des BIP aus. Während das nominale deutsche BIP um 5,1% zulegte, steigerten sich die Ausfuhren um 18,5% und die Einfuhren um 19,9%.

3.2 Exportquote und Importquote

3.2.1 Methodik

Zur Beurteilung der Außenhandelsorientierung liegt es nahe, zunächst die Export- und die Importquote der Volkswirtschaft zu untersuchen.

Die Exportquote stellt das Verhältnis der nominalen Warenausfuhren zum nominalen Bruttoinlandsprodukt eines Landes dar, sie lässt sich in Formelschreibweise wie folgt darstellen: [54]

Die Ermittlung der Importquote erfolgt analog dazu:[55]

3.2.2 Entwicklung

Wie Abbildung 5 zeigt, verdoppelte sich die deutsche Exportquote im betrachteten Zeitraum annähernd von 22% im Jahr 1991 auf 38,1% im Jahr 2010. Dabei wies sie nach Rückgängen in den Jahren 1991 und 1992 zwischen 1993 und 2008 durchgehend positive Steigerungsraten auf. 2009 kam es dann mit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise zum stärksten Einbruch von Exportquote und Importquote im betrachten Zeitraum. Neben dem in Abschnitt 3.1 beschriebenen Zusammenhang zwischen Außenhandelsrückgang und BIP-Rückgang spielten hierbei auch die Konjunkturmaßnahmen der Politik eine Rolle.[56] Durch verschiedene Anreize versuchte die Bundesregierung im Jahr 2009, den privaten Konsum vorübergehend zu erhöhen.[57] Gestützt durch die stabile Beschäftigungssituation kam es in der Folge tatsächlich zu einer Stärkung des privaten Konsums.[58] Dies wirkte sich positiv auf das Binnennachfrage[59] (welche einen Teil des BIP darstellt) aus und trug dazu bei, dass der Export im Jahr 2009 stärker als das BIP einbrach.

Im Jahr 1991 befand sich die Importquote mit 21,5% noch auf dem Niveau der Exportquote (vgl. Abbildung 5). Bedingt durch das schwächere Einfuhrwachstum (vgl. Abschnitt 3.1) wuchs die Importquote in den folgenden Jahren jedoch langsamer, sodass sie im Jahr 2010 mit 31.9% deutlich niedriger als die Exportquote lag.

Abbildung 5: Deutsche Import- und Exportquote, 1991 bis 2010 (in %)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quellen: Statistisches Bundesamt; Eigene Berechnungen)

3.2.3 Internationaler Vergleich und Implikationen

Beim Vergleich mit anderen Ländern muss beachtet werden, dass Export- und Importquote in hohem Maß von der Größe und Ressourcenausstattung des jeweiligen Landes abhängen.[60] So weisen größere Länder in der Regel kleinere Quoten auf, da sie tendenziell eine bessere Ressourcenausstattung aufweisen als kleinere Länder.[61]

Der Vergleich der Exportquoten Deutschlands und der wichtigsten Partnerländer im Jahr 2010 zeigt, dass Deutschland eine relativ hohe Exportquote aufwies (vgl. Abbildung 6). Sie lag beispielsweise deutlich über den Quoten von Staaten vergleichbarer Größe wie Frankreich (20,6%), Italien (21,9%) und dem Vereinigten Königreich (18,2%).

Abbildung 6: Exportquote Deutschlands und Partnerländer (in %), 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quellen: Warenausfuhr: WTO; BIP: Weltbank; Eigene Berechnungen)

Abbildung 7: Importquote Deutschlands und Partnerländer (in %), 2010 (Quellen: Warenausfuhr: WTO; BIP: Weltbank; Eigene Berechnungen)

Von den betrachteten Handelspartnern erreichten nur Belgien, die Niederlande, die Tschechische Republik und Österreich höhere Exportquoten als die Bundesrepublik. Hierbei spielt jedoch auch eine Rolle, dass die Exportquoten von Belgien und den Niederlanden aufgrund der Rolle dieser Länder als Handelsdrehscheiben stark überzeichnet und deshalb nur wenig aussagekräftig sind.[62]

Auch die Importquote der Bundesrepublik fiel im Jahr 2010 relativ hoch aus. Dabei war der Abstand zu Staaten vergleichbarer Größe jedoch kleiner als bei der Exportquote, wie Abbildung 7 verdeutlicht.

Eine hohe Außenhandelsorientierung, wie Deutschland sie aufweist, birgt für eine Volkswirtschaft eine Reihe von Chancen, aber auch Risiken. Je höher sie ist, umso stärker kann ein Land von Wachstum im Ausland profitieren. Gleichzeitig wächst mit der Außenhandelsorientierung aber auch die Abhängigkeit von der ausländischen Nachfrage und die negativen Auswirkungen weltwirtschaftlicher Krisen auf die eigene Volkswirtschaft vergrößern sich.[63] Dies zeigte sich insbesondere in der Krise des Jahres 2009, von der Deutschland im Vergleich zu anderen Industrienationen besonders hart getroffen wurde.[64] So betrug der Rückgang des nominalen deutschen BIP (in US-Dollar) vom ersten Halbjahr 2008 zum ersten Halbjahr 2009 6,3% und lag damit über dem OECD-Durchschnitt von 4,8%.[65]

3.3 Offenheitsgrad

Ein alternative Möglichkeit, die Außenhandelsorientierung einer Volkswirtschaft darzustellen, ist der Offenheitsgrad (auch Außenhandelsquote genannt). Er vergleicht den Außenhandelsumsatz, also die Summe von Exporten und Importen, mit dem BIP.[66]

Der deutsche Offenheitsgrad steigerte sich nach Angaben des Statistischen Bundesamts von 43,6% im Jahr 1991 auf 70,1% im Jahr 2010. Dies bestätigt die in Abschnitt 3.2 gewonnene Erkenntnis, dass die wirtschaftliche Verflechtung der Bundesrepublik mit dem Ausland im Zeitverlauf deutlich zugenommen hat.

Abbildung 8: Offenheitsgrad Deutschlands und Partnerländer (in %), Vergleich 1995 und 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quellen: Ausfuhr, Einfuhr: WTO; BIP: Weltbank; Eigene Berechnungen)

Ein Vergleich der Offenheitsgrade Deutschlands und wichtiger Handelspartner auf Basis der Daten von WTO und Weltbank in Abbildung 8 verdeutlicht die Außenhandelsorientierung der Bundesrepublik. Unter Berücksichtigung der in Abschnitt 3.2.3 zur Exportquote gemachten Anmerkungen zur Vergleichbarkeit von Außenhandelsindizes ist festzustellen, dass die deutsche Volkswirtschaft relativ offen ist. So weisen Länder mit vergleichbarer Größe deutlich kleinere Offenheitsgrade als Deutschland auf. Beispielsweise lag die deutsche Außenhandelsquote im Jahr 2010 mit 70,5% vor der italienischen (45,8%), französischen (44,5%) und der Quote des Vereinigten Königreichs (44,1%). Dem war eine weit überdurchschnittliche Erhöhung der deutschen Außenhandelsorientierung im betrachteten Zeitraum vorrausgegangen. Dies zeigt sich daran, dass der deutsche Offenheitsgrad noch im Jahr 1995 mit 39,1% etwa auf dem Niveau des italienischen und französischen lag und sogar etwas unter dem Niveau des Offenheitsgrads des Vereinigten Königreichs.

3.4 Außenhandelssaldo und Wirtschaftsleistung

Die Betrachtung der Entwicklung von Export- und Importquote zeigte zum einen die gestiegene Bedeutung des Außenhandels für die Bundesrepublik auf, zum anderen eine Vergrößerung der Differenz zwischen Warenausfuhren und Wareneinfuhren. Diese beiden Entwicklungen lassen sich anhand des Verhältnisses des Außenhandelssaldos zum BIP betrachten. Der Anteil des Außenhandelssaldos am BIP stieg im betrachteten Zeitraum von 0,7% im Jahr 1991 auf 6,2% im Jahr 2010, was annähernd einer Verneunfachung entspricht. Mit 5,1 Prozentpunkten war der Anstieg zwischen 2000 (2,9%) und 2007 (8,0%) besonders stark. Die Weltwirtschaftskrise führte anschließend zu einem überproportionalen Rückgang des deutschen Außenhandels im Vergleich zur Produktion[67] und folglich auch zu einem Rückgang des Anteils des Außenhandelssaldos am BIP.

3.5 Beitrag des Außenhandels zum Wachstum

In diesem Abschnitt wird anhand von Wachstumsbeiträgen die Frage untersucht, in welchem Umfang der Außenhandel das reale (preisbereinigte) Wirtschaftswachstum beeinflusste. Der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags zeigt auf, wie sich das gesamte reale BIP geändert hätte, wenn allein der Außenhandelsbeitrag gewachsen oder gesunken wäre.[68] Dabei stellt der Außenbeitrag den Saldo des Außenhandels mit Waren und Dienstleistungen dar.[69]

Wie Abbildung 9 verdeutlicht, entstand das Wirtschaftswachstum in den 1990er-Jahren vor allem durch die Inlandsnachfrage[70], während der Wachstumsbeitrag des Außenhandelsbeitrags mit Ausnahme der Jahre 1996 und 1997 gering war. Um die Jahrtausendwende änderte sich der Trend und der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags fiel deutlich höher aus. So wirkte er in den folgenden fünf Jahren (mit Ausnahme des Jahres 2003) stabilisierend auf die deutsche Wirtschaft und kompensierte das schwache Wachstum bzw. den Rückgang der Inlandsnachfrage.

Abbildung 9: Reales Wirtschaftswachstum und Wachstumsbeiträge (in %), 1992 bis 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Statistisches Bundesamt)

Dazu trug insbesondere ein schwaches Importwachstum bei.[71] In den Jahren 2006 und 2007 unterstützte das Wachstum des Außenhandelsbeitrags das relativ starke Wachstum des realen BIPs, war mit einem Anteil von 30% bzw. 42% am Wachstum aber nicht die Hauptursache. Im Jahr 2008 fiel der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags zum ersten Mal seit 2003 mit -0,1 Prozentpunkten wieder negativ aus. Zum anschließenden Rückgang des realen BIP in Höhe von 5,1% im Krisenjahr 2009 trug der Wachstumsbeitrag des Außenbeitrags mit -3 Prozentpunkten maßgeblich bei und übertraf damit deutlich den Rückgang der Inlandsnachfrage. Gründe hierfür waren, wie schon in Abschnitt 3.2.2 erläutert, die Konjunkturprogramme des Staates und die relativ stabile Beschäftigung, die die Inlandsnachfrage in der Krise stützten. Im Jahr 2010 trug der Außenbeitrag mit 1,7 Prozentpunkten zur Erholung der deutschen Wirtschaft bei. Dies entspricht 43% des realen BIP- Wachstums in diesem Jahr.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass der Außenbeitrag insbesondere seit der Jahrtausendwende einen bedeutenden Beitrag zum Wirtschaftswachstum der Bundesrepublik leistet. Jedoch lässt sich das gesamtwirtschaftliche Wachstum im betrachteten Zeitraum nicht ausschließlich auf den Außenbeitrag zurückführen. Die stabile Inlandsnachfrage bildet die Hauptursache für das Wirtschaftswachstum. Abgesehen vom Krisenjahr 2009 trug die Inlandsnachfrage von 2006 bis 2010 im Durchschnitt 2,0 Prozentpunkte zum Wachstum der Gesamtwirtschaft bei, der Außenbeitrag kam lediglich auf einen durchschnittlichen Wachstumsbeitrag von 0,9 Prozentpunkten.

4 Internationaler Kontext

4.1 Deutschlands Rang unter den Exportnationen

Deutschland befand sich von 1991 bis 2010 durchgehend unter den größten drei Exportnationen. Im Jahr 1990 hatte die Bundesrepublik den Titel des „Exportweltmeisters“ getragen, wurde jedoch im nächsten Jahr von den USA überholt. Grund war unter anderem der ökonomische Schock der Wiedervereinigung, dessen Folgen die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands noch bis zum Ende der 1990er Jahre stark beeinflussten.[72] Wie Tabelle 1 zeigt, waren die Vereinigten Staaten im Jahr 1991 mit einem Ausfuhrwert von 421,7 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 12% an den weltweiten Ausfuhren die größte Exportnation. Deutschland folgte mit einem Ausfuhrwert von 402,8 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 11,5%. Auf den Rängen drei, vier und fünf lagen Japan, Frankreich und das Vereinigte Königreich.

Tabelle 1: Die zehn größten Exportnationen 1991

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quellen: WTO; Eigene Berechnungen)

Nach einer moderaten Steigerung der (in Dollar ausgedrückten[73] ) nominalen deutschen Ausfuhren im Jahr 1992 folgte ein Rückgang um 11,6% im Jahr 1993, welcher einen Einbruch des deutschen Anteils an den weltweiten Ausfuhren um 1,4 Prozentpunkte verursachte (vgl. Abbildung 10). Wie bereits in Abschnitt 2.1 erläutert, lagen die Ursachen dieses Rückgangs in binnenwirtschaftlichen Problemen, der Krise des EWS sowie dem Inkrafttreten des europäischen Binnenmarktes.

Nach einer Phase der Stabilität in den Jahren 1994 und 1995 erlebten die nominalen deutschen Ausfuhren bis 2000 eine Phase des relativen Bedeutungsrückgangs (vgl. Abbildung 10). Grund hierfür war nicht zuletzt die massive Abwertung der Deutschen Mark gegenüber dem Dollar um 26% im gleichen Zeitraum[74]. Warum eine Abwertung (Aufwertung) kurzfristig zu einer Verschlechterung (Verbesserung) des Ausfuhranteils eines Landes führen kann, erklärt der Exkurs in Abschnitt 4.2.

Wie Abbildung 10 zeigt, änderte sich die Rangfolge der fünf wichtigsten Exportnationen in den 1990er Jahren nicht. Die USA konnten mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre[75] ihre Führungsposition gegenüber Deutschland ausbauen. Grund war neben der schon genannten Wechselkursentwicklung auch die generell gute Entwicklung der US-amerikanischen Wirtschaft in diesem Zeitraum. Diese zeigt sich in einem relativ hohen Wachstum des nominalen US-BIPs von jahresdurchschnittlich 6,1% im Zeitraum von 1995 bis 2000.

[...]


[1] Der Außenhandel bezieht sich hier auf den internationalen Austausch von Gütern, insbesondere Waren. Kapitalbewegungen werden in dieser Arbeit nicht betrachtet.

[2] Statistisches Bundesamt (2014): GENESIS-Online Datenbank- Außenhandel, Internet: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online/data;jsessionid=E247B400EA79659D87F08E19B813E4B4.tomcat_GO_2_1?operation=statistikAbruftabellen&levelindex=0&levelid=1398332318341&index=2 (24.04.2014).

[3] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Glossar- Spezialhandel, Internet: https://www.destatis.de/DE/Service/Glossar/S/Spezialhandel.html (22.03.2014).

[4] „Ausnahme: Veredelungsgeschäfte im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Warenbewegungen“ (Statistisches Bundesamt (2009): Außenhandel- Informationsbroschüre über Methoden, Erhebung und Aufbereitung sowie Veröffentlichung der Außenhandelsstatistik, Wiesbaden, S. 7)

[5] Eine detaillierte Erläuterung der in der Leistungsbilanz enthaltenen Dienstleistungen findet sich bei: Deutsche Bundesbank (2013): Erläuterungen zum Leistungsverzeichnis für die Zahlungsbilanz- Statistische Sonderveröffentlichung 7, September 2013, Frankfurt am Main, S. 17-50.

[6] Siehe Deutsche Bundesbank (2011): Zahlungsbilanzstatistik, Statistisches Beiheft zum Monatsbericht 3, Dezember 2011, Frankfurt am Main, S. 6.

[7] Eine Ausnahme bildet der Abschnitt 3.5, in dem der Dienstleistungsverkehr einbezogen wird.

[8] Der Außenhandelssaldo ergibt sich durch Subtraktion der Importe von den Exporten. Ist der Außenhandelssaldo eines Landes positiv, so exportiert es insgesamt mehr als es importiert. Das Gegenteil gilt für einen negativen Außenhandelssaldo.

[9] Nominale Außenhandelsdaten beziehen sich auf die Preise der jeweiligen Berichtsperiode. Im Gegensatz dazu spiegeln reale Daten die um Preisveränderungen bereinigten Entwicklungen wider.

[10] Das BIP misst den Wert aller Waren und Dienstleistungen, die nach Abzug aller Vorleistungen innerhalb eines Jahres innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden.

[11] Die an dieser Stelle verwendeten Daten zum BIP Deutschlands stammen von: Statistisches Bundesamt (2014): Fachserie 18, Reihe 1.4, Internet: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VolkswirtschaftlicheGesamtrechnungen/Inlandsprodukt/InlandsproduktsberechnungVj.html (19.03.2014).

[12] Siehe World Bank (2014): Data- GDP (current US-$), Internet: http://data.worldbank.org/indicator/NY.GDP.MKTP.CD (06.04.2014).

[13] Siehe World Trade Organization (2014): Statistics database, Time Series on international trade, Internet: http://stat.wto.org/StatisticalProgram/WSDBStatProgramHome.aspx?Language=E (20.03.2014).

[14] Die Daten zu den Wachstumsbeiträgen stammen von: Statistisches Bundesamt (2014): GENESIS-Online Datenbank- VGR des Bundes, Internet: https://www-genesis.destatis.de/genesis/online;jsessionid=19D2CE22E2E1550E09874E9F43B74692.tomcat_GO_1_1?operation=previous&levelindex=2&levelid=1396969970860&step=2 (08.04.2014).

[15] Einfuhren und Ausfuhren werden im Folgenden als Synonyme für Importe und Exporte verwendet.

[16] Das deutsche Bruttoinlandsprodukt wuchs zwischen 1991 und 2010 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,6%.

[17] Hierzu zählten wachsende Staatsschulden sowie hohe Arbeitslosigkeit (8,9%) und Inflation (4,5%). (Vgl. Süddeutsche (2010): Hintergrund- Deutschland erlebte bisher vier Rezessionsjahre, Internet: http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hintergrund-deutschland-erlebte-bisher-vier-rezessionsjahre-1.900031 (11.04.2014))

[18] Das Europäische Währungssystem (EWS) war eine von 13. März 1979 bis 31. Dezember 1998 bestehende Form der währungspolitischen Zusammenarbeit zwischen den Ländern der Europäischen Gemeinschaft. Kernelement des EWS war der sogenannte Wechselkursmechanismus (WKM), welcher die Wechselkursfluktuationen innerhalb spezifisch festgelegter Bandbreiten halten sollte.

[19] Der Europäische Binnenmarkt ist der gemeinsame Binnenmarkt der Mitgliedstaaten der Europäischen Union, der unter diesem Namen offiziell seit 1. Januar 1993 existiert.

[20] Vgl. Hinze, Jörg (1998): Regionale Entwicklung des deutschen Außenhandels in den neunziger Jahren, in: Wirtschaftsdienst- Zeitschrift für Wirtschaftspolitik, vol. 78, S. 111.

[21] Im Jahr 1993 betrug der Anteil der EU-15-Staaten an den deutschen Exporten 59%.

[22] Vgl. Hinze (1998), S. 111.

[23] Vgl. Hinze (1998), S. 111.

[24] Vgl. Abdin, Miriam (2002): Der deutsche Außenhandel mit den Vereinigten Staaten, in: Wirtschaft und Statistik, 11/2002, S. 942.

[25] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Außenhandel, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/LangeReihen/Aussenhandel/lrahl01.html?cms_gtp=151906_list%253D2#Fussnote1j (29.04.2014).

[26] Der Außenhandelssaldo der Bundesrepublik wuchs zwischen 1991 und 1995 mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 40,5%.

[27] Vgl. Statistisches Bundesamt (2009), S. 7.

[28] Vgl. Statistisches Bundesamt (2009), S. 7.

[29] Vgl. Gehle-Dechant, Silke/Steinfelder, Joseph/Wirsing, Manuel (2010): Export, Import, Globalisierung-Deutscher Außenhandel und Welthandel,1990-2008, 1. Aufl., Wiesbaden, S. 4.

[30] Vgl. Blang, Dorothee (2002): Neuberechnung von Außenhandelsvolumen und -Indizes auf Basis 2000, in: Wirtschaft und Statistik, 7/2002, S. 575.

[31] Vgl. Blang (2002), S. 575.

[32] Vgl. Schmidt, P./Kuhn, A. (1998): Neuberechnung von Außenhandelsvolumen und -indizes auf Basis 1991, in: Wirtschaft und Statistik, 6/1998, S. 465.

[33] Vgl. Blang (2002), S. 575 f.

[34] Vgl. Schmidt/Kuhn (1998), S. 465.

[35] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Volumenindex, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelskennzahlen/Volumenindex.html (21.03.2014).

[36] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Durchschnittswertindex, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelskennzahlen/Durchschnittswertindex.html (21.03.2014).

[37] Vgl. Schmidt/Kuhn (1998), S. 466.

[38] Vgl. Beuerlein, Irmtraud (1999): Die Indizes der Außenhandelspreise auf Basis 1995, in: Wirtschaft und Statistik, 7/1999, S. 575.

[39] Vgl. Gehle, Silke (2003): Methodenvergleich zwischen Preisindizes und Durchschnittswertindizes im Außenhandel, in: Wirtschaft und Statistik, 10/2003, S. 940.

[40] Die in diesem Abschnitt verwendeten Indizes beziehen sich auf das Basisjahr 1991 und werden, wie auch die in den Abschnitten 2.2.3 und 2.2.4 verwendeten Daten, vom Statistischen Bundesamt auf Anfrage bereitgestellt.

[41] Siehe Krugman, Paul (1985): A “Technology Gap” Model of International Trade, in: Structural Adjustment in Developing Economies, hrsg. von K. Jungenfelt und D. Hague., S. 35-49.

[42] Siehe Samuelson, Paul (2004): Where Ricardo and Mill Rebut and Confirm Arguments of Mainstream Economists Supporting Globalisation, in: Journal of Economic Perspectives, Vol. 18, No.3, S. 135-146.

[43] Siehe Gundel, Sebastian (2007): Declining Export Prices due to Increased Competition from NIC-Evidence from Germany and the CEEC, CeGE-Discussion Paper Nr. 63, Georg-August-Universität Göttingen.

[44] Vgl. Gundel (2007), S. 2.

[45] Vgl. Gundel (2007), S. 4 f.

[46] Die Indizes dieses Abschnitts beziehen sich auf das Basisjahr 2000. Da zu dieser Basis keine Daten für das Jahr 1999 vorliegen, wurde für den Jahreswechsel 1999/2000 das Jahr 1995 als Basisjahr verwendet. Die Daten sind auf Nachfrage beim Statistischen Bundesamt erhältlich.

[47] Die in diesem Abschnitt verwendeten Indizes beziehen sich auf das Basisjahr 2000 und wurden vom Statistischen Bundesamt auf Anfrage bereitgestellt.

[48] Die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate der weltweiten Warenausfuhren betrug zwischen 1991 und 1995 10,1%. (Vgl. World Trade Organization (2014))

[49] Vgl. Loschky, Alexander (2011): Außenhandel 2010- eine Geschichte von Gewinnern und Verlierern, in: Wirtschaft und Statistik, 4/11, S. 355.

Ebenso Langhammer, Rolf J. (2010): Der Abbau von Leistungsbilanzungleichgewichten: Doing What Comes Naturally?, in: ifo Schnelldienst, 24/2010, 63. Jahrgang, S. 3.

[50] Vgl. OECD (2014): Trade in Value Added (TiVA), Internet: http://stats.oecd.org/index.aspx?queryid=47807 (22.03.2014).

[51] Vgl. Loschky (2011), S. 355.

[52] Vgl. Freund, Caroline (2009): The Trade Response to Global Downturns- Historical Evidence, Policy Research Working Paper, No. 5015, World Bank, S. 7.

[53] Siehe International Monetary Fund (2010): World Economic Outlook, October 2010- Recovery, Risk, and Rebalancing, Washington D.C., S. 178 und 193.

[54] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Exportquote, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelskennzahlen/Exportquote.html (25.01.2014).

[55] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Importquote, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelskennzahlen/Importquote.html (24.03.2014).

[56] Vgl. Loschky (2011), S. 357.

[57] Vgl. Loschky (2011), S. 357. Als prominentestes Beispiel wird hier die Umweltprämie (umgangssprachlich: Abwrackprämie) genannt.

[58] Vgl. Grömling, Michael/Matthes, Jürgen (2010): Wächst die deutsche Industrie nur durch den Export?, Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, Nr.110, Bayerische Julius Maximilians-Universität Würzburg, S. 4.

[59] Der Begriff Binnennachfrage (auch Inlandsnachfrage) beschreibt die Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern innerhalb eines Binnenmarktes und somit einen Teil der Gesamtnachfrage. Die Binnennachfrage ist abzugrenzen von der Exportnachfrage, die die Nachfrage aus dem Ausland beschreibt.

[60] Vgl. Gehle-Dechant et al. (2010), S. 42.

[61] Vgl. Gehle-Dechant et al. (2010), S. 32.

[62] Vgl. Loschky (2011), S. 357.

[63] Vgl. Sachverständigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2009): Deutschland im internationalen Konjunkturzusammenhang- Expertise im Auftrag der Bundesregierung, Wiesbaden, S. 2.

[64] Vgl. Sachverständigenrat zur Beurteilung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2009), S. 2.

[65] Siehe OECD (2014): Gross domestic product in US dollars, Internet: http://www.oecd-ilibrary.org/economics/gross-domestic-product-in-us-dollars_2074384x-table3 (03.04.2014).

[66] Vgl. Statistisches Bundesamt (2014): Außenhandelsquote, Internet: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/Aussenhandel/Handelskennzahlen/Aussenhandelsquote.html (13.02.2014).

[67] In Abschnitt 3.1 erfolgte eine Erläuterung dieses Aspekts.

[68] Vgl. Loschky (2011), S. 356.

[69] Anzumerken ist, dass der Saldo der Dienstleistungsbilanz im betrachteten Zeitraum regelmäßig negativ war und im Jahr 2010 etwa 6% des Außenbeitrags ausmachte. (Vgl. Deutsche Bundesbank (2011), S. 6)

[70] Diese besteht aus der Konsumgüternachfrage, der Investitionsgüternachfrage und der Staatsnachfrage.

[71] Vgl. Grömling /Matthes (2010), S. 15.

[72] Vgl. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2011): Jahresgutachten 2010/11- Chancen für einen stabilen Aufschwung, Wiesbaden, S. 102 f.

[73] Die in diesem Kapitel verwendeten Daten stammen aus der Datenbank der Welthandelsbank und sind Dollarwerte, wodurch sich Unterschiede zu den auf Eurowerten basierenden Daten des Abschnitts 3.1 ergeben.

[74] Deutsche Bundesbank (2014): Makroökonomische Zeitreihen- Devisenkurse, Euroreferenzkurse, Gold, Internet: http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Statistiken/Zeitreihen_Datenbanken/Makrooekonomische_Zeitreihen/makrooekonomische_zeitreihen_node.html?anker=AUSSENWIRTSCHAFTDEV (25.03.2014).

[75] Die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate der US-Ausfuhren lag in diesem Zeitraum mit 6% deutlich höher als die der weltweiten Ausfuhren (4,6%).

Details

Seiten
87
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656856979
ISBN (Buch)
9783656856986
Dateigröße
921 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v285692
Institution / Hochschule
Technische Universität Darmstadt – Fachgebiet Wirtschaftstheorie
Note
1,3
Schlagworte
entwicklung exporte importe bundesrepublik deutschland

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Die Entwicklung der Exporte und Importe der Bundesrepublik Deutschland von 1991 bis 2010