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Entscheiden in Zeiten steigender Komplexität. Entscheidungsfindung und Intuition bei deutschen Managern

Eine empirische Studie

von Steffen Wulf (Autor) Tobias Reuter (Autor)

Diplomarbeit 2003 216 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

TEIL 1: THEORETISCHE UNTERSUCHUNG

2 Unterschiedliche Entscheidungstheorien im Wandel der Zeit

3 Intuition - Theorien und Vorstellungen in unterschiedlichen Fachgebieten und Wissenschaftsbereichen
3.1 Intuition im alltäglichen Sprachgebrauch
3.1.1 Was ist Intuition - eine studentische Befragung
3.1.2 Semantische Analyse
3.2 Intuition in Philosophie, Esoterik und Religion
3.2.1 Platonische Anschauung
3.2.2 Die Identität von Atman und Brahman - Intuition in den indischen Upanischaden
3.2.3 Intuition in der Esoterik
3.2.4 René Descartes : „Je pense, donc je suis!"
3.2.5 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Immanuel Kant
3.2.6 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Arthur Schopenhauer
3.2.7 Intuition und Religion
3.3 Intuition in der Psychologie
3.3.1 Funktionen und Charaktertypen nach Jung
3.3.2 Entscheidungstypen nach Malcolm Westcott
3.3.3 Formen von Intuition
3.3.4 Wahrnehmungsebenen von Intuition
3.3.5 Einteilung verschiedener Formen von Intuition in Psi-Effekte
3.3.6 Rationale und intuitive Denkstile
3.3.7 Trance-Logik
3.3.8 Drei Komponenten von Intuition
3.3.9 Komplexes Problemlosen
3.3.10 Mentale Shortcuts und kognitive Verzerrungen
3.3.11 Mentale Shortcuts und kognitive Verzerrungen im Modell von Baylor72
3.4 Intuition in den Neurowissenschaften
3.4.1 Intuition und Gehirn
3.4.2 Das Enterische Nervensystem
3.5 Beiträge aus weiteren Wissenschaften
3.6 Zusammenfassende Überlegungen

TEIL 2: EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG

4 Forschungsdesign und Forschungsablauf
4.1 Untersuchungsdesign
4.2 Ablauf der Studie
4.3 Erstellung des Fragebogen

5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Stichprobenübersicht
5.2 Faktorenanalyse
5.2.1 Faktoren der intuitiven Veranlagung
5.2.2 Faktoren der Entscheidungssituationen
5.2.3 Faktoren der allgemeinen Entscheidungsstrategien
5.3 Faktorkorrelationen
5.4 Clusteranalyse
5.5 Weibliche Intuition

6 Diskussion

7 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Merkmale von Entscheidungssituationen

Abbildung 2: Begriffsbezogene Nennungen

Abbildung 3: Eigenschaftsbezogene Nennungen

Abbildung 4: Funktionsebenen des Intuitionsbegriffs

Abbildung 5: Wortfeld des Intuitionsbegriffs

Abbildung 6: Die vier psychologischen Grundfunktionen und ihre Mischformen

Abbildung 7: Übersicht Introversion und Extraversion

Abbildung 8: förderliche Faktoren für Intuition

Abbildung 9: verschiedene Denkstile

Abbildung 10: Die drei Komponenten der Intuition

Abbildung 11: Intuition's dozen deadly sins

Abbildung 12: Einordnung mentaler Shortcuts und kognitiver Verzerrungen im Modell von Baylor

Abbildung 13: Lage der Gehirnfunktionen in den beiden Gehirnhälften

Abbildung 14: Das menschliche Gehirn mit den wichtigsten limbischen Zentren

Abbildung 15: Die ventrale Schleife

Abbildung 16: Die dorsale Schleife

Abbildung 17: Wechselspiel von Un- und Bewusstsein

Abbildung 18: fünf verschiedene Entscheidungsstile

Abbildung 19: Theoretische Zuordnung ausgewählter Items

Abbildung 20: Altersstruktur

Abbildung 21: Schulabschluss

Abbildung 22: Tätigkeitsbereich im Unternehmen

Abbildung 23: Berufsgruppen

Abbildung 24: Anzahl der Beförderungen

Abbildung 25: Anzahl bisheriger Arbeitgeber

Abbildung 26: Faktor Proaktivität

Abbildung 27: Faktor „Intuitive Erkenntnis“

Abbildung 28: Faktor „Reflexion und Entspannung“

Abbildung 29: Faktor „Soziale Intuition“

Abbildung 30: Faktor „Verlässlicher innerer Kompass“

Abbildung 31: Faktor „Empathie“

Abbildung 32: faktenorientierte Unsicherheitsvermeidung

Abbildung 33: Faktor „Introvertiert und nicht extrovertiert“

Abbildung 34: „Schnelle Entscheidung“

Abbildung 35: Faktor „Stimmungsinterpretierende Urteilsbildung

Abbildung 36: Faktor „Vertrauensvolle Selbstkenntnis“

Abbildung 37: Faktor „Rein Intuitive Entscheidung“

Abbildung 38: Faktor „Ganzheitliche Entscheidung I“

Abbildung 39: Faktor „Rational risikoaverse Entscheidung“

Abbildung 40: Faktor „Rational risikobereite Entscheidung“

Abbildung 41: Faktor „Keine Entscheidung I“

Abbildung 42: Faktor „Gefühlsbetonte Entscheidung“

Abbildung 43: Faktor „Keine Entscheidung II“

Abbildung 44: Faktor „Faktenorientierte Entscheidung“

Abbildung 45: Faktor „Zweifel“

Abbildung 46: Faktor „Normorientierte Entscheidung“

Abbildung 47: Faktor „Gefühl besser als Zufall“

Abbildung 48: Faktor „Keine Entscheidung III“

Abbildung 49: Faktor „Ganzheitliche Entscheidung II“

Abbildung 50: Faktor „Gefühlsbetonte Investitionsentscheidung“

Abbildung 51: Faktor „Rationale Entscheidung“

Abbildung 52: Faktor „Intuitionsgestütztes Entscheiden“

Abbildung 53: Faktor „Rationales und ratsuchendes Entscheiden“

Abbildung 54: Faktor „Rationales Ausweichen“

Abbildung 55: Korrelationen mit dem Faktor „Intuitionsgestützte Entscheidung“

Abbildung 56: Korrelationen mit dem Faktor „Rationales und ratsuchendes Entscheiden“

Abbildung 57: Korrelationen mit dem Faktor „Rationales Ausweichen“

Abbildung 58: Drei Cluster (Mittelwerte angezeigt)

Abbildung 59: Die Rationalen

Abbildung 60: Die Konservativen

Abbildung 61: Die Intuitiven

Abbildung 62: Die Ganzheitlichen

Abbildung 63: Die Zutrauenslosen

Abbildung 64: Die Reaktiven

Abbildung 65: Sechs Cluster (Mittelwerte angezeigt)

Abbildung 66: Clusterverortung im Entscheidungsmodell

Abbildung 67: Religiöse und materialistische Weltanschauung

1 Einführung

Intuition im Zusammenhang mit dem Treffen von Entscheidungen scheint zur Zeit in aller Munde zu sein. Viele Fachzeitschriften haben diesem Thema in die­sem Jahr bereits einen großen Platz eingeräumt[1]. Intuition wird inzwischen teil­weise sogar als Kernkompetenz oder Schlüsselqualifikation gesehen. In einer Zeit, in der sich sowohl der Einzelne, als auch Unternehmen und Institutionen mit einer hohen und steigenden Komplexität, Dynamik und Unsicherheit kon­frontiert sehen, wird die Intuition, als Mittel zur Entscheidungsfindung und Hand­lungsplanung, in solchen Situationen immer häufiger als wichtig und angemes­sen begriffen. Mit Hilfe von Intuition ist es möglich, Komplexität zu reduzieren und Unsicherheiten einzuschätzen. Hierdurch können, so wird behauptet, Ent­scheidungen getroffen werden, die eine gute Passung mit der jeweiligen Situa­tion aufweisen und deshalb in vielen Fällen zu besseren Ergebnissen führen als rein-rationale Herangehensweisen.

Insgesamt handelt es sich bei Entscheidungsfindung und Intuition um einen Themenkomplex, der sehr aktuell ist und auch immer wichtiger zu werden scheint. Schließlich wird es immer schwieriger Entscheidungen rational zu tref­fen, u.a. weil die hierfür benötigte Informationsmenge in vielen Fällen einfach nicht überschaubar ist, und die Beschaffung der notwendigen Informationen zu viel Zeit und Geld kosten würde.

Zusätzlich hat uns allen der 11. September 2001 gezeigt, mit welchem Ausmaß von Unsicherheit die Menschen jetzt und wahrscheinlich auch in Zukunft leben müssen.

„Alles in allem ermöglicht Intuition Orientierung in unsicheren und unbe­kannten Gefilden, sie hilft bei hoher Komplexität, handlungsfähig zu blei­ben, und lässt zukünftige Möglichkeiten und Potenziale erahnen, die noch nicht sichtbar sind. All das zählt umso mehr, als die Welt [wie oben schon angedeutet] in und um Unternehmen immer komplexer, dynamischer und unvorhersehbarer wird“ (Hänsel & Zeuch, 2003, S. 30).

Fast entsteht der Eindruck, Intuition sei dabei, die lange für unerschütterlich und unerreichbar gehaltene Logik und Rationalität als Königsweg zu ersetzen. Den Stellenwert dieses Themas zeigt auch die Tatsache, dass 2002 der Nobelpreis an Daniel Kahnemann, eben für Forschungen in diesem Bereich, verliehen wurde. Wer ist aber in der Lage diesen Königsweg zu verwenden? Unter wel­chen Vorrausetzungen und in welchen Situationen können oder werden intuitive Strategien zur Entscheidungsfindung genutzt? Steht die Anwendung von Intuiti­on in starken Zusammenhang mit den Einstellungen der Akteure, bzw. welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Diese Fragen zu beantworten, ist ein we­sentliches Ziel dieser Arbeit. Hierzu wird zunächst ein kurzer Einblick in unter­schiedliche Entscheidungstheorien gegeben. Danach folgt ein ausführlicher Teil zum Thema Intuition. Hierin werden unterschiedliche theoretische Ansätze be­leuchtet und andere Forschungsarbeiten beschrieben.

Der zweite Teil beschäftigt sich, aufbauend auf dem ersten, mit der empirischen Befragung von Entscheidungsbefugten im Wirtschaftsleben zu diesem Thema. Die Operationalisierung wird beschrieben, die Ergebnisse werden dargestellt, in andere Forschungen eingeordnet und interpretiert. Im vorletzten Abschnitt wer­den die Theorien und Ergebnisse nochmals aufgegriffen und sowohl ausführli­cher als auch allgemeiner diskutiert.

TEIL 1: THEORETISCHE UNTERSUCHUNG

2 Unterschiedliche Entscheidungstheorien im Wandel der Zeit

Lange Zeit wurde besonders die Ökonomie von rationalen Entscheidungsmo­dellen dominiert. Der homo oeconomicus weiß alles, kann alles und braucht dafür nicht einmal Zeit. Seine Entscheidungen trifft er auf Basis rein rationaler Überlegungen und Berechnungen. Er verhält sich zweckrational indem er ver­sucht den Einsatz zu minimieren bzw. den Output zu maximieren (vgl. Hanusch & Kuhn, 1998, S. 12 und Stengel, 1997, S. 78ff.).

Die Theorie des homo oeconomicus ist eng an die Theorie des vollkommenen Marktes angelehnt, welche im Wesentlichen auf Adam Smith zurückgeht, der die Ansicht vertritt, dass eine Gesellschaft mit Hilfe der Mechanismen des freien Marktes, insbesondere Angebot und Nachfrage regeln den Preis, Wohlstand erlangt. Diese Mechanismen, auch als „Invisible Hand" bekannt, verbessern das Wohl jedes Einzelnen und damit auch das Allgemeinwohl. Interessanterweise koppelt schon Smith selbst diese Überlegungen an bestimmte Vorraussetzun­gen, die das Verhalten der Menschen betreffen und die er in seinem ersten Buch „The Theory of Moral Sentiments" beschreibt. Hier identifiziert er z.B. E­goismus als unnütz (vgl. Hanusch, 1998, S. 67ff. und Reiß, 1992, S. 28ff.). Nachdem über Jahrzehnte und Jahrhunderte Erfahrungen mit dem Kapitalis­mus gesammelt wurden, war klar, dass sowohl die „Invisible Hand" nicht so „kraftvoll" für alle wirkt, folglich auch das Verhaltensmodell des homo oecono­micus nicht der Realität entspricht. Neue Verhaltensmodelle wurden gesucht und gefunden, welche sich im Laufe der Zeit immer stärker von der Rationalität als Maß aller Dinge verabschiedeten.

Selbst die (mathematische) Entscheidungstheorie kritisiert den Typus des homo oeconomicus, da nur wenige Entscheidungen unter Sicherheit getroffen werden können (vgl. Stengel, 1997, S. 79). Vielmehr sind die meisten Entscheidungssi­tuationen mehr oder weniger unklar, da die Fülle an Informationen kaum zu er­fassen ist. Um dieser Erkenntnis gerecht zu werden, charakterisiert die mathe­matische Entscheidungstheorie mittels weniger Parameter unterschiedliche Entscheidungstypen. Diese sind im Wesentlichen: einfach oder komplex, sicher oder unsicher, hohes oder niedriges Risiko. Die mathematische Entscheidungs­theorie bietet hier jeweils klar in Formeln ausgedrückte unterschiedliche Verfah­ren an, wie z.B. das Bernoulli-Prinzip, die Maximin-Regel, die Maximax-Regel oder die Laplace-Regel um nur einige bekannte Verfahren zu nennen (vgl. Laux, 1991). Allerdings handelt es sich auch hier um einen rein rationalen An­satz, da versucht wird, zu unterschiedlichen Situationen passende und streng einzuhaltende Lösungsverfahren vorzugeben. Die einzige Entscheidung, die der Akteur zu treffen hat, ist, ob er einen Weg mit mehr oder weniger Risiko wählt.

In den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte Herbert Simon das Konzept der „Begrenzten Rationalität", wofür er 1978 den Nobelpreis für Wirt­schaftswissenschaften bekam. Kern dieses Konzeptes ist zunächst die Feststel­lung, dass ein rein rationales Verhalten in der Realität kaum zu finden ist und die Menschen sich nur so lange rational verhalten, bis sie einen Punkt errei­chen, der ihrem Anspruchsniveau entspricht. An dieser Stelle wird der Ent­scheidungsprozess abgebrochen und nicht weiter nach einer vielleicht noch besseren Möglichkeit gesucht, wie es ein rein-rationales Verhaltensmodell ver­langt. Aus dieser Überlegung stammt letztlich der Begriff „Begrenzte Rationali­tät". Zwar werden rationale Anstrengungen unternommen, diese aber nicht „zum Ende" gebracht, sondern an einer bestimmten Stelle abgebrochen und somit die Rationalität eingeschränkt (vgl. Frantz, 2003, S. 268ff.). Etwas früher unternahm John Maynard Keynes den Versuch, die Erwartungen der einzelnen Akteure mit in die ökonomische Theorie einzubinden (vgl. Hanusch, 1998, S. 159f.). Kahneman und Tversky waren die ersten, die Anfang der siebziger Jah­re des letzten Jahrhundert echt-intuitive Komponenten in ihren Entscheidungs­und Verhaltensmodellen mit aufnahmen. Diese sogenannten Heuristiken sind in Abschnitt 3.3.10 beschrieben. Im Laufe der folgenden Zeit verstärkte sich der Einfluss intuitiver und emotionaler Komponenten stetig - auch innerhalb von ökonomischen Verhaltensmodellen. Fast scheint es so, dass die Ökonomen (endlich) einmal ein paar Psychologiebücher gelesen hätten, denn innerhalb der Psychologie bestand schon wesentlich länger die Überzeugung, dass Emotio­nen in der Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen. Diese Ansicht be­streitet heute kaum jemand mehr. Dies allein ist Grund genug, diese beiden Aspekte (Intuition und Entscheidungsfindung) gleichzeitig und gemeinsam zu erforschen. So ist es des Weiteren auch nicht verwunderlich, dass in einigen ökonomischen Ratgebern zur Entscheidungsfindung bereits die explizite Auf­forderung zu finden ist, Intuition zum Entscheiden zu nutzen.

In der heutigen Wissenschaft, insbesondere der Psychologie, werden weitere Merkmale von Entscheidungssituationen genannt, z.B. die Gegensatzpaare gegebene vs. offene Optionsmenge, einstufige vs. mehrstufige und einmalige vs. wiederholte Entscheidungen. Weiterhin werden routinisierte, stereotype, reflektierte und konstruktive Entscheidungen unterschieden. Die jeweiligen Ty­pen sind mit einem unterschiedlichen kognitiven Aufwand oder einer unter­schiedlich hohen Denkanstrengung verbunden. Routinisierte Entscheidungen sind solche, bei denen die Optionen immer gleich sind, die z.T. automatisch getroffen werden und die nahezu keinen kognitiven Aufwand benötigen. Hier ist lediglich ein Abgleich von gespeicherter und aktueller Situation erforderlich. Ein Beispiel wäre das Setzen eines Blinkers beim Autofahren, das von einem geüb­ten Autofahrer gar nicht mehr bewusst erlebt wird. Stereotype Entscheidungen werden anhand von schematischen Wertungen getroffen, wobei die hierzu ver­wendeten Schemata nicht hinterfragt werden. Stereotype Entscheidungen sind stark von Erfahrungen abhängig; als Beispiel kann das Kaufen der immer glei­chen Geschmackrichtungen bei unterschiedlichen Eisdielen gelten. Reflektierte Entscheidungen können nicht habituell oder automatisch getroffen werden. Hierbei müssen Merkmalsausprägungen und Alternativen bewertet werden - es muss nachgedacht werden, z.B. beim Kauf eines neuen Computers. Bei kon­struktiven Entscheidungen ist von vornherein weder klar, wie die einzelnen Möglichkeiten (die Optionsmenge) noch die Bewertung dieser aussehen. Optio­nen müssen identifiziert und zur Bewertung, z.T. neue persönliche Werte, gene­riert werden, z.B. bei der Berufswahl (vgl. Jungermann et al., 1998, S. 25ff.). Die unterschiedlichen Typen sind zusammenfassend in Abbildung 1 dargestellt. Die hierin verwendeten Begriffe werden an dieser Stelle nicht erklärt, da sie z.T. selbsterklärend sind oder später wieder aufgegriffen und beschrieben werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Merkmale von Entscheidungssituationen (aus Jungermann et. al., 1998, S. 35)

Grundsätzlich kann davon ausgegangen werden, dass es immer schwieriger wird, routinisierte und stereotype Entscheidungen zu treffen, da die Dynamik und Komplexität der Umwelt stetig zunimmt - der Mensch kann unmöglich durch die Bildung neuer Stereotype und Routinen Schritt halten. Für diese Ar­beit ist an dieser Stelle festzuhalten, dass es unterschiedliche Typen von Ent­scheidungssituationen gibt, die auf unterschiedlich eingestellte und erfahrene Personen treffen. Mit der Erfahrung und Einstellung spielen auch affektive und emotionale Prozesse und somit auch intuitive Elemente für die Entscheidungs­findung eine wichtige Rolle.

Um diesen Zusammenhang näher zu beleuchten, beschäftigt sich die vorlie­gende Arbeit ausführlicher mit dem Konstrukt der Intuition.

3 Intuition - Theorien und Vorstellungen in unter­schiedlichen Fachgebieten und Wissenschaftsberei­chen

In der Literatur lassen sich zahlreiche Definitionen und Beschreibungen für Intu­ition finden. Der Begriff Intuition stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und ist aus zwei Wörtern zusammengesetzt: intueri = anschauen; in = innen, hinein; tueri = sehen. Nachfolgend sind als Einstieg einige unterschiedliche Definitio­nen beispielhaft aufgeführt.

- Vaughan: „Es ist das Wissen um und Erkennen von Möglichkeiten in jeder Situation. Übersinnliche Wahrnehmung, Hellsehen und Telepathie gehören zu den intuitiven Fähigkeiten.“Frances E. Vaughan, „Awaken­ing Intuition“ (zit. nach Agor, 1989, S. 13)
- Webster: Intuition ist „Wissen oder Erkenntnis, ohne Zuhilfenahme von Schlussfolgerung oder Verstand; angeborenes oder instinktives Wis­sen; Vertrautheit, ein schnelles, schlagartiges Auffassungsvermögen.“ „Webster's New World Dictionary“ (zit. nach ebd., S.14)
- Goethe: „Das alles was wir Erfinden, Entdecken in höherem Sinne nen­nen, ist die bedeutende Ausübung eines originalen Wahrheitsgefühls, das, im Stillen schon längst ausgebildet, unversehens mit Blitzesschnel­le zu einer fruchtbaren Erkenntnis führt...“ (zit. nach Rudolf Gross, 1988, S. 28f.)
- Spinoza: Intuition ist ein „tieferes Erkennen von Grundwahrheiten ohne vorheriges Wissen oder verstandesmäßiges Erfassen.“ (zit. nach Agor, 1989, S. 14)
- Metaphysical Bible Dictionary: Intuition beschreibt einen „sechsten Sinn ... ein unmittelbares Erfassen der spirituellen Wahrheit, eine Weisheit des Herzens, das ein sehr viel zuverlässigerer Führer ist als der Kopf.“ (zit. nach ebd.)

Um einen Ein- und Überblick in das Feld der Intuition zu geben, wird im Folgen­den auf eine Definition verzichtet und stattdessen der Begriff aus unterschiedli­chen Richtungen und Fachbereichen beleuchtet. Hierbei wird auch auf die ideengeschichtliche Entwicklung eingegangen.

3.1 Intuition im alltäglichen Sprachgebrauch

Eine klare, allgemeingültige Definition von Intuition zu finden ist schwierig. Zwar werden in der Literatur zum Thema viele unterschiedliche Definitionen angebo­ten, jedoch widersprechen sich diese zum Teil. Daneben wird der Begriff Intui­tion mit anderen Begriffen wie Emotionalität und emotionale Intelligenz ver­mischt, ohne eine Abgrenzung vorzunehmen. Auch im alltäglichen Sprach­gebrauch wird Intuition unterschiedlich verstanden und gedeutet. Zum einen „kann man mit Intuition ein Ereignis oder Geschehen meinen (,Ich hatte eine Intuition’) oder auf eine geistige Fähigkeit abheben (,Ich habe meine Intuition genutzt’)" (Goldberg, 1985, S. 30). Weiterhin kann sie eine Eigenschaft aus­drücken. Jemand kann „intuitiv sein" oder etwas „intuitiv tun", wobei dar­unter oftmals lediglich spontanes bzw. nicht reflektiertes Verhalten oder Handeln verstanden wird (vgl. ebd.). Daneben benutzen wir das Wort In­tuition, „wenn wir etwas wissen, ohne zu wissen, wie wir dazu kommen" (ebd.) und erklären damit solches Wissen, welches sich unserer Rationalität entzieht und/oder nicht in unser rationales Weltbild eingeordnet werden kann. Hierbei besteht die Möglichkeit, Intuition lediglich als Beschreibung bzw. Subsummie­rung für alles nicht Begreifbare zu benutzen, oder Intuition als echte Fähigkeit und Eigenschaft des Menschen anzuerkennen.

Auch wenn Intuition in den letzten Jahren mehr Berücksichtigung und Anerken­nung in unserer Gesellschaft erfährt, findet eine echte Beschäftigung mit der Intuition nur in seltenen Fällen statt, so dass es vielen Menschen schwer fällt, eine Beschreibung des Phänomens zu geben oder den Begriff klar abzugren­zen.

3.1.1 Was ist Intuition - eine studentische Befragung

Um die widersprüchlichen Auffassungen vor allem im alltäglichen Sprach­gebrauch aufzudecken und diesbezüglich einen klareren Ein- und Überblick zu gewinnen und des Weiteren eine Hilfestellung für die Operationalisierung zu erhalten, wurden in einer Vorstudie 80 Studenten befragt. In einer offenen Fra­ge wurden die Probanden gebeten, sowohl ihren ersten spontanen Gedanken, als auch eine ausführlichere Erklärung für den Begriff der Intuition zu geben (Fragebogen siehe Anhang A).[2]

Die am Häufigsten im Zusammenhang mit Intuition genannten Begriffe waren „Gefühl" und „Eingebung", gefolgt von „Bauchgefühl, (Vor)Ahnung, Instinkt, in­nere Stimme" und „Gespür" (vgl. Abbildung 2). Dies deckt sich im Wesentlichem mit den Feststellungen von Günthern·. „Im Deutschen spricht man unter ande­rem von: Gefühl, instinktives Gefühl, Instinkt, sichere Ahnung, Gefühl in der Magengrube, Fingerspitzengefühl, plötzlicher, unerwarteter Einfall, Erleuchtung, sechster Sinn, Gewißheit des Herzens. Im Englischen spricht man unter an­derem von: hunch, gut-feeling, a feeling in the pit of my stomach, my funny- bone told me."(Gunthern, 1996, S. 11)

Als Eigenschaften von Intuition wurden genannt: „nicht rational" und „nicht be­gründbar, spontan", sowie die Richtigkeit bzw. Verlässlichkeit von intuitiven Er­kenntnissen. Hinzukommen in geringerer Häufigkeit Begriffe, wie „mustererken­nend, angeboren" und „selbsterklärend" (vgl. Abbildung 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Begriffsbezogene Nennungen Abbildung 3: Eigenschaftsbezogene Nennungen

Allerdings lässt sich hieraus keine für alle Personen gültige Definition ableiten, vielmehr scheint es sich hierbei um ein weites Feld zu handeln, welches von den Menschen unterschiedlich verstanden und aufgefasst wird. Eine Sichtweise beschreibt Intuition als Mischung von Erfahrung und unbewusster Mustererken­nung.

„Ein bekanntes Verhaltensmuster eines Menschen, das aus nicht rationa­lem Denken resultiert..."

„Beruht aber auf vorherigen Erfahrungen und somit auf fest verinnerlichten Grundschematas [sic!][3]."

„Möglicherweise spielen Erinnerungen und Erfahrungswerte eine Rolle, die den Handelnden zum Zeitpunkt der Handlung nicht bewusst sind"

„Etwas spontanes, das aber durch Verhaltensmuster vorprogrammiert’ ist." „Diese Intuitionen sind aber keineswegs ,Geistesblitze’, sondern sind Wis­sen, das im Moment nicht bewusst vorhanden ist."

„Setzt sich meiner Meinung nach aus Erfahrungen, Wissen und momenta­ner subjektiver Situation zusammen."

„Intuition ist antizipiertes Handeln, was auf Erfahrungen beruht."

Hier zeigt sich deutlich die Auffassung, dass es sich bei der Intuition um eine erlernte Fähigkeit handelt.

„Intuition ist Wissen, das sich durch anfänglich elterliche Erziehung und wei­tere Lernprozesse bildet. “

Im Gegensatz dazu waren andere Probanden der Meinung, dass es sich hierbei um eine angeborene Fähigkeit handelt.

„Intuition ist angeboren, genau wie elementare Bedürfnisse wie nach Es­sen, Trinken etc. (Hunger, Durst).“

„Es ist mir von Geburt an gegeben und ich muss es nicht erlernen.“

Aus diesen unterschiedlichen Betrachtungen ergeben sich scheinbar ungleiche Ansichten darüber, wer Intuition besitzt und wer nicht. Folgt man der Meinung, dass es sich bei Intuition im Wesentlichen um auf Erfahrung basierende Verhal­tensmuster handelt, so kann man davon ausgehen, dass jeder Intuition besitzt, da jeder kognitive Schemata besitzt und benutzt. Ist man jedoch der Ansicht, dass es sich bei Intuition um eine angeborene Fähigkeit handelt, bleibt offen, ob diese bei allen Menschen vorhanden ist.

„nicht alle besitzen Intuition“

„Intuition ist bei jedem anders ausgeprägt.“

Im Volksmund wird Intuition oft den Frauen zugeschrieben bzw. mit Weiblichkeit assoziiert.

„Des weiteren ist Intuition eine Art Einfühlungsvermögen, dass umgangs­sprachlich wohl eher den weiblichen Personen zugeschrieben wird.“

„meist als weibliche Intuition verwendet“

„Etwas, das Frauen immer behaupten, es zu haben; sie verteidigen ihre daraus gewonnene Meinung dann mit allen Mitteln, anschließend haben dann doch die anderen Recht.“

„wird meist Frauen zugeordnet“

Ein weiterer interessanter Aspekt zeigt sich in einer unklaren Differenzierung von intuitiver Erkenntnis und intuitiven Handeln. Vermeintlich unterstellen meh- rere Probanden, dass aus Intuitionen immer Handlungen resultieren und/oder sie setzen sogar Intuition und Handlung gleich.

„Spontanes verstehen / durchblicken eines Sachverhaltes, verknüpft mit ,aus sich selbst heraus’ richtigem Handeln.“

„Aus dem Inneren heraus handeln/entscheiden.“

„Ist als Gegenteil von Handlungen zu verstehen, denen lange Überlegun­gen und Abwägungen vorausgehen.“

„Intuition ist spontan auf Erfahrungswerten und Gefühlen basierendes Handeln.“

Nur in seltenen Fällen finden sich konkrete Abgrenzungen von Intuition und Handlung.

„Intuition ist eine Art Gefühl. Es sagt einem, wie man in bestimmten Situati­onen handeln soll; ob etwas falsch oder richtig ist.“

„Unter ,Intuition’ verstehe ich eigenes Handeln, das ohne genaues Wissen oder Vorkenntnisse passiert, weil einem ,danach ist’, ...“

Eine wichtige Eigenschaft von Intuition scheint das unmittelbare Auftreten zu sein, was häufig von den Probanden mit dem Wort „spontan" umschrieben wird.

„Spontan zu wissen, was die richtige Entscheidung sein wird.

„Spontane Gedankengänge, die nicht immer logisch begründbar sind, aber dennoch bei Entscheidungsprozessen über andere nachvollziehbare Argu­mente gestellt werden.“

Des Weiteren wird Intuition oft in einen sozialen Kontext eingebettet, so z.B.:

„Intuition hat mit der Emotionalen Intelligenz zu tun, mit Gefühlen zu tun etc..“

„... ein Instinkt für die (soziale) Beurteilung einer Situation, bzw. die Fähig­keit Folgen oder Verhaltensweisen zu antizipieren.“

Die meisten Probanden sind augenscheinlich der Ansicht, dass Intuition und Rationalität sich gegenseitig ausschließen. Hieraus folgt, dass es nicht möglich ist, die Ressourcen Rationalität und Intuition zeitgleich zu nutzen. Dies impliziert eine eindimensionale, bipolare Beziehung von Intuition und Rationalität.

„Intuition steht im Widerspruch zu rationalem Handeln, welches nur auf Fak­ten basiert.“

„Den Verstand ausschalten und auf seine innere Stimme hören.“

„Intuition ist, wenn man sich gegen den rationalen Verstand richtet.“

Man könnte erwarten, dass bei einigen Personen eine grundsätzliche Reaktanz gegenüber der Intuition an sich besteht, d.h. dass es eine Gruppe von Men­schen gibt, die Intuition per se ablehnen oder ihre Existenz verneinen. Jedoch findet sich unter den 80 Versuchspersonen nur eine Person, für die diese An­nahme zutrifft.

3.1.2 Semantische Analyse

Einen anderen Weg sich mittels des Sprachgebrauchs dem Begriff der Intuition zu nähern, wählt Hänsel (vgl. Hänsel, 2002, S. 49ff.). Er führt in seiner theoreti­schen Untersuchung den Intuitionsbegriff in Form einer semantischen Analyse ein, wobei er sich im Speziellen auf die Ansätze der Familienähnlichkeit (Proto­typensemantik)[4] und Wortfeldtheorie (Strukturelle Semantik)[5] stützt.

Der Vorteil dieser Herangehensweise ist, dass man sich einem Begriff nicht durch klare Grenzziehung nähert, sondern sich durch „ein Erfassen und Struk­turieren unterschiedlicher Bedeutungsebenen“ (ebd., S. 49) dem Wesen nähert. Bei der Beschreibung der Intuition macht dies durchaus Sinn, da eine klare Ab­grenzung im Hinblick auf die zahlreichen, unterschiedlichen Interpretationen des Konstrukts in Sprachgebrauch und Theorie nur eingeschränkt möglich ist.

In einem ersten Schritt identifiziert Hänsel mit Hilfe verschiedener lexikalischer Einträge sowie definitorischer Charakterisierungen unterschiedliche Funktions­ebenen bezüglich des Intuitionsbegriffs. Die unterschiedlichen Ebenen sind in Abbildung 4 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Funktionsebenen des Intuitionsbegriffs (aus Hänsel, 2002, S. 53)

Intuition im Erleben bezieht sich auf die konkrete Erlebbarkeit intuitiver Wahr­nehmung, z.B. ein schlechtes (warnendes) Gefühl im Bauch oder auch ein er­hebendes Gefühl geistiger Wachheit.

Intuition als Prozess berücksichtigt die Tatsache, dass Intuition nicht an einen Zeitpunkt gebunden sein muss, sondern vielmehr im Zeitablauf als ein mehrstu­figer Prozess beschrieben werden kann.

Intuition als Ergebnis drückt aus, dass sich Intuition als unmittelbar erlangtes Wissen äußern und somit geradewegs eine Antwort liefern kann. Dies „drückt sich in der einfachen Redewendung ,Eine Intuition haben’ aus. Es wird meist nicht näher spezifiziert, auf welche Weise es zu diesem Ergebnis kam und wie der darauf hinführende Prozess aussah.“ (Hänsel, 2002, S. 54)

Intuition als Funktion stellt die Bedeutung und die Wirkungsweise von Intuition innerhalb kreativer und ideengenerierender, sowie komplexer Problemlösungs­prozesse in den Vordergrund.

„Die Intuition ist das Werkzeug der Erfindung, die Logik ist das Werkzeug des Beweises.“ (Poincaré, 1973 in Morgenthaler, 1979)

Intuition kann auch als Fähigkeit verstanden werden, welche als Ressource, wie z.B. die Logik, genutzt werden kann, vorausgesetzt eine Person ist in der Lage darauf zurückzugreifen.

Eine weitere Funktion von Intuition ist, dass sie als Erklärungsmodell für nicht­oder unbewusste kognitive oder auch spirituelle Prozesse genutzt werden kann.

Die Theoriebildung trägt der Tatsache Rechnung, dass bereits viele theoreti­sche Ansätze zum Thema Intuition entwickelt worden sind. Dies wird hier als eigenständige Funktion begriffen, obwohl es sich hierbei eher um eine Meta­ebene handelt.

Die Funktionsebenen werden auch durch die Beschreibungen der Probanden innerhalb der Vorstudie wiedergegeben. So finden sich z.B. folgende Aussagen:

- Intuition im Erleben:

„schlechtes Gewissen, man fühlt sich nicht gut, z.B. bei einer Entschei­dung“

„Intuition ist so eine Art Gefühl.“

„...handelte man allerdings dagegen, hätte man ein schlechtes Gefühl.“

- Intuition als Prozess:

„Spontane Gedankengänge, die nicht immer logisch begründbar sind, aber dennoch bei Entscheidungsprozessen über andere nachvollziehbare Ar­gumente gestellt werden.“

- Intuition als Ergebnis:

„Über eine bestimmte Sache bescheid wissen, ohne nähere Kenntnis / Vor­kenntnisse darüber zu haben.“

- Intuition als Funktion:

„Intuitionen leiten das Handeln wenn man keine Zeit hat oder kein Wissen um kognitiv zu entscheiden.“

- Intuition als Fähigkeit:

„Intuition ist die Fähigkeit eine Situation oder Person richtig einzuschätzen, ohne lange darüber nachzudenken.“

„Intuition ist für mich die Gabe in einer bestimmten Situation ohne bewußte Kognition das für mich selbst richtige zu tun / zu beschließen / zu wissen.“

- Intuition als Erklärung:

„... oder man handelt und sucht danach eine Erklärung, warum man so ge­handelt hat und als Antwort sagt man oft: ,Ich habe intuitiv gehandelt’.“

„Intuition ist ein Gefühl auf das man sich verlässt, um Antworten auf Fragen o. Gegebenheiten zu finden, wobei man die Gründe, die zu einer Einstel­lung; Meinung, Begründung aber nicht rational erklären kann. “

- Intuition in der Theoriebildung:

„Intuition ist eine Vermutung über einen Zusammenhang / ein Faktum, die sich nicht direkt aus dem bisherigen Wissen / den Kenntnissen einer Situa­tion ableiten lässt.“

„Bei intuitivem Handeln analysiert man das Handlungsobjekt nicht vorab, man strukturiert nicht, sondern lässt es ganzheitlich auf einen wirken. Durch assoziative Denkvorgänge kommt man dann spontan auf zunächst affektive Lösungsansätze.“

Im zweiten Schritt seiner semantischen Analyse nutzt Hänsel das Mittel der Wortfeldanalyse. Wiederum decken sich seine auf diesem Weg erlangten Er­gebnisse weitestgehend mit den empirischen Ergebnissen der Vorstudie, so dass an dieser Stelle eine zusammenfassende Abbildung genügen soll[6] (vgl. Abbildung 5).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Intuition

Abbildung 5: Wortfeld des Intuitionsbegriffs (vgl. Hänsel, 2002, S. 58ff.)

Die Beschäftigung mit dem Verständnis und Gebrauch des Intuitionsbegriffs in der (Alltags-)Sprache stellt eine erste Näherung an das Konstrukt der Intuition dar. Hierbei werden interessanter Weise bereits unterschiedliche theoretische Ansätze aus der Literatur abgebildet, worauf weiter unten genauer eingegangen wird.

3.2 Intuition in Philosophie, Esoterik und Religion

Da es sich bei Intuition um ein Phänomen handelt, welches in fast allen Auffas­sungen einen spirituellen oder transzendenten Anteil inne hat, ist es nicht ver­wunderlich, dass es auch in den Wissenschaften, die sich u. a. mit der Deutung von spirituellen und metaphysischen Phänomenen beschäftigen, Erklärungen für das Phänomen der Intuition gibt, so z.B. in den Fachgebieten Philosophie, Religion und Esoterik. Besonders in der Philosophie finden sich viele Ansätze Intuition oder (intuitive) Erkenntnis zu erklären, da hier auch eine Schnittmenge mit einer der Grundfragen der Philosophie, dem Leib-Seele-Problem, besteht. Anzumerken bleibt noch, dass die Trennung von Philosophie und Religion keine einfache sein kann und somit gewollt konstruiert wirkt. Erst im Zuge der Aufklä­rung und damit vor allem in der abendländischen Welt hat man sich scheinbar auf diese klare Trennung geeinigt (vgl. Schwanitz, 1999, S. 419f.). Beide Wis­senschaften beschäftigen sich u.a. mit Spiritualität und der Deutung metaphysi­scher Phänomene. So hat jeder unten beschriebene philosophische Ansatz auch ein mehr oder weniger großes religiös-spirituelles Element und umgekehrt jede Religion auf philosophischen Ansätzen basiert.

3.2.1 Platonische Anschauung

So findet sich z.B. bei Plato (427 - 347 v.Chr.) eine Erklärung für intuitive Er­kenntnis. Er bezeichnet diese als Ideenschau, wobei Idee im platonischen Sin­ne sich auf das Wesen der Dinge bezieht. Idee bedeutet ursprünglich: Gestalt, Form, Bild (vgl. Eisler, 1904, S. 2272ff.). Heute würde man Idee im platoni­schem Sinne eher als soziale Repräsentationen interpretieren, also die inner­psychische Rekonstruktion der real existierenden Welt. Dieser misst Plato eine größere Bedeutung bei als der eigentlichen Realität. Erklären lässt sich dies anhand eines einfachen Beispiels: Bäume wachsen und vergehen; das inner­psychische Konstrukt Baum bleibt davon aber unberührt, es existiert unabhän­gig von der realen Existenz von Bäumen. Aus heutiger Sicht könnte man hinzu­fügen, dass, selbst wenn sämtliche Bäume der Welt abgeholzt wären, dies nicht die Auslöschung des Begriffs Baum bedeuten würde - der Begriff würde die rea­le Existenz überdauern.

Hieraus gewinnt Plato die Erkenntnis: Ideen sind wichtiger als die Dinge, eben weil die Ideen die Dinge überdauern.

Zugang zu Ideen erlangt man nach Plato mit Hilfe der Anschauung (Ideen­schau). „Anschauung (Intuition) ist die unmittelbare (nicht durch Begriffe und Schlüsse vermittelte) Erfassung eines concret gegebenen Objectes in dessen (räumlich-zeitlicher) Bestimmtheit. Das ,Anschauen’ besteht in der ruhigen Be­trachtung des Objects, in der Umspannung der Merkmale des Objects durch die Einheit der Apperception" (Eisler, 1904, S. 273).

Hierbei handelt es sich keineswegs um eine neue Qualität, sondern um eine bloße (Wieder-)Erinnerungs- und oder Bewusstwerdungsleistung:

„Weil nun die Seele unsterblich ist und oftmals geboren und alle Dinge, die hier und in der Unterwelt sind, geschaut hat, so gibt es nichts, was sie nicht in Erfahrung gebracht hätte, und so ist es nicht zu verwundern, daß wer nur an ein einziges erinnert wird, was bei den Menschen lernen heißt, alles üb­rige selbst auffinde, wenn er nur tapfer ist und nicht ermüdet im Suchen. Denn das Suchen und Lernen ist demnach ganz und gar Erinnerung." (Pla­ton; Menon, zit. nach Nestle, Hauptwerke, S. 205. in Störig, 2002, S. 182)

Der Mensch trägt also alle Ideen bereits in sich und muss sich derer „nur" mit Hilfe der Anschauung wieder bewusst werden. Anschauung im Sinne von Plato kann wie oben gesehen als Synonym von Intuition begriffen werden. Die Erklä­rung hierfür liefert die angenommene Existenz einer unsterblichen Seele, die wie beschrieben alles gesehen hat und deshalb auch alle Ideen bereits kennt, also das gesamte Wissen über das Wesen der Dinge in sich trägt. Man könnte an dieser Stelle auch von einer Art allwissender Weltseele (s.u.) sprechen. Fin­det der Mensch Zugang zu dieser, kann auch er mit Leichtigkeit das Wesen aller Dinge erkennen.

3.2.2 Die Identität von Atman und Brahman - Intuition in den indi­schen Upanischaden

Viele andere Lehren folgen in ihren Grundzügen dieser Idee einer Weltseele. Seinen Ursprung scheint dieser Gedanke in den indischen Upanischaden[7] zu haben, welche sich später vor allem im Hinduismus wieder finden. Hier wird unterschieden zwischen Brahman und Atman. „Brahman, ursprünglich ,Gebet’, ,Zauberrede’, dann ,heiliges Wissen’ bedeutend, wurde im Lauf einer langen Entwicklungszeit über mannigfache Zwischenstufen schließlich zu einem um­fassenden Begriff, zu einem allgemeinen schöpferischen Weltprinzip, der gro­ßen Weltseele, welche in sich selber ruht, aus welcher alles hervorgegangen ist und in welcher alles ruht" (Störig, 2002, S. 44). Atman könnte heute mit dem Wort „Selbst" übersetzt werden, bezieht sich aber auf den wirklichen innersten Kern unserer Existenz. Atman mit dem Begriff der „Psyche" zu umschreiben wäre nicht angemessen, da es sich bei Atman darum handelt, was von der Psyche übrig bleibt, wenn diese von ihren Trieben (z.B. Verlangen) befreit ist. Eine große Ähnlichkeit mit dem Begriff „Seele" wie er heute verwendet wird, ist jedenfalls festzustellen. Die wesentliche Erkenntnis im Zeitalter der Upanischa­den besteht nun darin, Brahman und Atman gleich zu setzen. Atman ist Brah­man in jedem einzelnen, quasi die „individuelle Version" von Brahman. So fol­gert dann auch Yagnavalkya, ein indischer Gelehrter dieser Zeit: „Das Selbst [Atman], fürwahr, soll man verstehen, soll man überdenken, o Maitreyi; wer das Selbst gesehen, gehört, verstanden und erkannt hat, von dem wird die ganze Welt gewusst" (ebd., S. 45)!

Letztlich handelt es sich um die selbe Auffassung wie die von Plato vertretene: Der Mensch trägt einen Teil der Weltseele in sich. Er gelangt zur (intuitiven) Erkenntnis, sobald er mit dieser in Kontakt tritt. Dieser Grundgedanke findet sich in unterschiedlichen, philosophischen Lehren bis hin zur Neuzeit wieder (vgl. unten).

3.2.3 Intuition in der Esoterik

Ebenso hat dieser Gedanke Einzug in die Esoterik gefunden. Diese bedient sich eines philosophisch-religiösen Deutungsrahmens, der bewusst auf Wis­senschaftlichkeit verzichtet und häufig rein spirituelle, meistens an fernöstliche Lehren angelehnte Erklärungen liefert. Diese werden mittels einfacher Sprache dargelegt und greifen im Allgemeinen transzendente Elemente menschlichen Erlebens auf. Die einfache Sprache könnte ein Grund dafür sein, dass derzeit der Esoterikmarkt fast explosionsartig wächst. Ein weiterer wesentlicher Antrieb hierfür könnte sein, dass sich in den letzten Jahrzehnten innerhalb der meisten westlichen Kulturkreise eine tendenzielle Abkehr von der Religion vollzogen hat, infolgedessen aber als Ausgleich eine neue Sinnsuche stattfindet. Aus der Fülle der Ansätze, die sich u.a. mit dem Phänomen der Intuition auseinandersetzen, soll an dieser Stelle exemplarisch der Ansatz von Kurt Tepperwein herausge­griffen werden. Er unterscheidet drei unterschiedliche Gedächtnisse:

„Das erste Gedächtnis:

In dem Moment, in dem der Geist des Menschen sich mit seinem Körper verbindet, werden alle Ereignisse aus dieser Verbindung bewusst. Damit beginnt das körperliche, materielle Gedächtnis zu arbeiten. Lediglich die Ereignisse der ersten Lebensjahre können nicht bewusst gespeichert wer­den, weil noch die Übung zum Erinnern fehlt. Wir erinnern uns zwar an be­sondere ,Ein-Drücke’. Doch erst später können dann alle Erfahrungen ge­speichert und in Erinnerung gerufen werden, sofern dieses Gedächtnis trai­niert wird.

Das zweite Gedächtnis:

Durch alle Inkarnationen besitzen wir das feinstoffliche Gedächtnis des Kausalkörpers. Nur dieses ermöglicht auch die Erinnerung an vergangene Inkarnationen. Es bleibt bis zu der letzten Inkarnation erhalten, also solan­ge wir einen Kausalkörper haben.

In diesem Gedächtnis sind die Ereignisse aus allen Inkarnationen gespei­chert und können jederzeit abgerufen werden unter der Voraussetzung, dass das Bewusstsein bereits eine entsprechende Reife erlangt hat.

Das dritte Gedächtnis:

Dieses Gedächtnis ist nichtstofflich, ewig und allumfassend. Es beinhaltet alle Informationen - auch die zukünftigen. Es ist das Weltengedächtnis, das allumfassende Informationsfeld des Allbewusstseins (oder kollektiven Un­terbewusstseins), von dem wir ein Teil sind. Alles, was je gedacht wird, was jemals geschehen wird, ist in diesem Gedächtnis bereits gespeichert und kann, bei entsprechender Reife, ,er-innert’ werden. Es ist die Quelle der In­tuition und steht jedem ständig offen, der dafür empfänglich ist“ (Tepper- wein, 2002, S. 38f.).

Wie zu erkennen ist, greift Tepperwein den Gedanken der allumfassende Welt­seele bzw. wie er es nennt das kollektive Unterbewusstsein auf, die oder das wie oben beschrieben auch bei Plato und anderen zu finden ist. Die Erkennt­nisprozesse laufen sodann auch im Wesentlichen nach den gleichen Prinzipien ab, welche schon in der Blütezeit der griechischen Philosophie dargestellt wur­den. Jedoch ist ein wesentlicher Unterschied festzustellen: die Esoterik geht meist davon aus, dass die höchste Erkenntnisform mit Hilfe ausdauernder Übung erlernbar bzw. für jeden erlebbar ist, wogegen bei Plato offen bleibt, ob der Mensch je einen dauerhaften Zugang zur „Weltseele“ finden kann (vgl. Schwanitz, 2002, S. 69).

3.2.4 René Descartes : „Je pense, donc je suis!“

Eine entscheidende Wende innerhalb der Philosophie wurde im 17. Jahrhundert von René Descartes (1596 - 1650) eingeleitet. Er schuf die Grundlage für viele Gedanken, auf denen wir bis heute einen großen Teil unseres Weltbildes auf­bauen. Erstmalig rückt Descartes das Subjekt an den Beginn und ins Zentrum seiner Überlegung.

„Das war revolutionär. Bisher waren die Philosophen mit ihren Überlegun­gen immer von der Welt der Objekte ausgegangen. Descartes aber verlegt den Start seines philosophischen Hindernislaufes ins Bewußtsein. Von da aus stürzt er sich auf die materielle Welt, steckt sie in Brand und brennt mit dem Feuer der Gedanken alles hinweg, was nicht unbedingt Denknotwen­dig ist, bis er schließlich nur noch das in Händen hält, was sich mathema­tisch messen läßt: Ausgedehntheit, Gestalt, Bewegung und Zahl. Den Rest - Geschmack, Geruch, Wärme und Farbe - erklärt er zu subjektiven Würz­stoffen, die erst das menschliche Bewußtsein der materiellen Suppe hinzu­fügt“ (Schwanitz, 2002, S. 421).

Mit diesen Überlegungen deutet er sowohl ein konstruktivistisches Weltbild als auch die Existenz des Unterbewussten („Würzstoffe“) an. Dieses Gedankengut sollte das abendländische Verständnis der Welt von nun an bis in die Neuzeit nachhaltig prägen, u.a. deshalb, weil er mit seiner konsequent streng rationalen Herangehensweise die Basis für die heutige Wissenschaftstheorie schuf. Dennoch liefert auch Descartes eine Beschreibung von Intuition. Hierunter ver­steht er „nicht das mannigfach wechselnde Zeugnis der Sinne und das trügeri­sche Urteil, das sich auf die verworrenen Bilder der sinnlichen Anschauung stützt, sondern ein so einfaches und distinktes Begreifen des reinen und auf­merksamen Geistes, daß über das Erkannte weiterhin kein Zweifel übrig bleibt, oder, was dasselbe ist, das über jeden Zweifel erhabene Begreifen eines reinen und aufmerksamen Geistes, das allein dem Lichte der Vernunft entspringt“ (Descartes, zit. in Hirschberger, 1980, S. 94). Im Gegensatz zu den oben be­schriebenen Anschauungen verlegt Descartes konsequenter Weise auch den Ursprung der Intuition in das Subjekt und verneint damit die Existenz einer „Weltseele“ oder ähnlichem. Zudem ist er der Ansicht, dass die Vernunft die Quelle der Intuition darstellt und eben nicht die nicht-vernünftige sinnliche An­schauung, wie es z.B. Plato behauptet. Wesentliches Element der Intuition ist für Descartes die wahrgenommene Richtigkeit der auf diese Art gewonnen Ge­danken. Dieses Element taucht im Zusammenhang mit Intuition sehr häufig auf.

3.2.5 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Immanuel Kant

Immanuel Kant (1724 - 1804) greift die Überlegungen von Descartes auf, un­terzieht sie seinen eigenen Deutungen und erweitert sie. Für ihn liefert, wie wir heute sagen würden, das Unter- bzw. Unbewusste nicht nur die „Würzstoffe“ wie im Verständnis von Descartes, sondern ist selbst schaffendes Element. So wird mit Hilfe des Gehirns eine individuelle Rekonstruktion der Realität erstellt.

Das eigene Bewusstsein ist es also, welches die eigene Wirklichkeit konstruiert. Heute kann man lange suchen, bis man jemanden findet, der an dieser Idee zweifelt. Damals jedoch stellte diese Auffassung einen Wendepunkt dar. Im Zu­ge dieses konstruktivistischen Ansatzes fügt Kant ein weiteres Element hinzu. Er erkennt folgerichtig, dass, wenn der Verstand die Realität konstruiert, auch Fehler und Täuschungen in der Deutung von Realität und im Erkenntnisprozess auftreten können[8].

„Ganz so sagt es Kant zwar nicht, sondern der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein, aber so etwas Ähnliches meint er, wenn er sagt: Regulative Ideen - das sind Dienstanweisungen zum Gebrauch des Verstandes - dür­fen nicht mit konstitutiven Ideen - das sind äußere Verwaltungsakte zwecks Feststellung von Tatsachen - verwechselt werden, sonst halten wir Phan­tome für real“ (Schwanitz, 2002, S. 431).

Mit diesen Phänomenen, den Täuschungen, Verzerrungen und Vereinfachun­gen, die innerhalb des (Muster-)Erkennungs- oder Realitätsrekonstruktionspro­zesses wirken, beschäftigt sich heute ein ganzer Wissenschaftsbereich - die Kognitionspsychologie (s. u.).

Obwohl Kant grundsätzlich der Ansicht ist, dass wahre Erkenntnis nur mit dis­kursiven Mitteln zu erreichen ist, schließt er eine Form der nicht-diskursiven, intuitiven Erkenntnis nicht aus. Bei den Erklärungen hierzu widerspricht er sich jedoch teilweise selbst.

„The faculty of intuition possesses a certain principle of form’ through which the mind may directly apprehend the concrete singularity of things and not subsume them as instances of abstract and general concepts. In this sen­tence Kant presents the central paradox of his account of intuition: that it di­rectly apprehends objects yet does so by means of formal principles" (Cay- gill, 1999).

Bewusst oder nicht bereitet Kant hier zusammen mit Descartes eine Basis u.a. für die Wissenschaftler, die sich mit den heute als gegeben hingenommenen, unterschiedlichen, menschlichen Denkstilen, z.B. konvergentes vs. divergentes Denken, auseinandersetzen. Er tut dies, indem er unterschiedlichen Formen von Erkenntnisprozessen, sowohl diskursiven als auch intuitiven, eine parallele Existenz gewährt, und das obwohl er metaphysische Elemente eigentlich kate­gorisch ablehnt. „The human understanding can only function ‘discursively by means of general concepts’, but for Kant this does not exclude the possibility of other, differently constituted, understandings and intuitions” (ebd.). Eine Erklä­rung hierfür liefert Kant allerdings nicht, es bleibt bei dem bloßen Nicht­Ausschluss.

3.2.6 Wahrnehmung und Wirklichkeit bei Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer (1788 - 1860) trägt diesem Gedanken der parallelen E­xistenz unterschiedlicher Erkenntnisformen Rechnung. Er sieht diese Erkenntnisformen im Gegensatz zu Kant als mehr oder weniger gleichberechtigt an. Wenn man so will, kann man ihn als Synthese aus platonischem und rationalistischem, in diesem Fall genauer „Kantschem Gedankengut" begreifen. Hirschberger geht sogar noch weiter und stellt fest, dass Schopenhauers Philo­sophie „aus [1]/5 Kant (Wille als Vorstellung), [1]/5 Schellingscher Romantik (Welt als Wille), [1]/5 ,uralter indischer Weisheit aus den Veden und Upanischaden’ (Weltvereinigung), [1]/5 englischem Empirismus (Bestreitung der klassischen Me­taphysik) und [1]/5 Platonismus" (Hirschberger, 1980, S. 455) besteht.

Um das Gedankengut Schopenhauers bezüglich der unterschiedlichen Formen der Erkenntnis oder der Beziehung von Rationalität und Intuition zu verdeutli­chen, folgt an dieser Stelle ein, wenn auch längeres, aber umso treffenderes Zitat:

„Die intuitive Erkenntniß gilt immer nur vom einzelnen Fall, geht nur auf das Nächste, und bleibt bei diesem stehen, weil Sinnlichkeit und Verstand nur EIN Objekt zur Zeit auffassen können. Jede anhaltende, zusammengesetz­te, planmäßige Thätigkeit muß daher von Grundsätzen, also von einem abstrakten Wissen ausgehen und danach geleitet werden. So ist z.B. die Erkenntniß, welches der Verstand von Verhältniß der Ursach und Wirkung hat, zwar an sich viel vollkommener, tiefer und erschöpfender, als was da­von in abstracto [nicht intuitiv sondern rational] sich denken läßt: der Verstand allein erkennt anschaulich unmittelbar und vollkommen die Art des Wirkens eines Hebels, Flaschenzuges, Kammrades, das Ruhen eines Gewölbes in sich selbst u.s.w. Aber wegen der eben berührten Eigenschaft der intuitiven Erkenntniß, nur auf das unmittelbar Gegenwärtige zu gehen, reicht der bloße Verstand nicht hin zur Konstruktion von Maschinen und Gebäuden: vielmehr muß hier die Vernunft eintreten, an die Stelle der An­schauungen abstrakte Begriffe setzen, solche zur Richtschnur des Wirkens nehmen, und waren sie richtig, so wird der Erfolg eintreffen. Ebenso erken­nen wir in reiner Anschauung vollkommen das Wesen und die Gesetzmä­ßigkeit einer Parabel, Hyperbel, Spirale; aber um von dieser Erkenntniß si­chere Anwendung in der Wirklichkeit zu machen, mußte sie zuvor zum abs­trakten Wissen geworden seyn, wobei sie freilich die Anschaulichkeit ein­büßt, aber dafür die Sicherheit und Bestimmtheit des abstrakten Wissens gewinnt“ (Schopenhauer, 1988, S. 95).

Hier wird deutlich, dass Schopenhauer den wesentlichen Teil des Erkenntnis­prozesses im intuitiven Bereich ansiedelt, aber gleichzeitig die Notwendigkeit besteht, die gewonnenen Erkenntnisse mit Hilfe rationaler Mittel, z.B. Sprache oder Mathematik, zu verarbeiten und darzustellen, letztlich auch um diese Er­kenntnisse kommunizieren zu können. Es wäre an dieser Stelle nicht zu weit gegriffen, diese Gedanken Schopenhauers als eines der ersten Plädoyers für eine ganzheitliche Urteilsbildung zu verstehen.

3.2.7 Intuition und Religion

Die Auffassung, dass die Menschen von einer allumfassenden, allwissenden Existenz „beseelt" sind, kann auch in unterschiedlichen Religionen entdeckt werden. Natürlich ist hier der Deutungsrahmen ein anderer - es wird kein kollek­tives Unterbewusstsein (oder „Weltseele") unterstellt, sondern die Anwesenheit Gottes in einem einzelnen Menschen als Erklärung genutzt.

Im Hinduismus spielt das oben beschriebene Konzept von Atman und Brahman (vgl. Abschnitt 3.2.2) eine entscheidende Rolle und wird in keiner Weise umge­deutet, sondern eins zu eins übernommen.

Klar erkennbar ist ein ähnliches Konzept ebenfalls in der Rastafari-Kultur, die auf der christlichen Lehre aufbaut. Auch hier findet ein mit der Identität von At­man und Brahman vergleichbarer Ansatz seine Anwendung. „Rastas sprechen daher von sich als ,ICH & ich’ (englisch ,I&I’), um diese ewige Gemeinschaft mit Jah [Gott] zu bekunden. Denn Jah ist kein transzendenter Gott, der ein jenseiti­ges Himmelreich verspricht, sonder ist in uns. [...] So entsteht ein Gefühl des Verbundenseins von Mensch und Gott, die Vereinigung mit der ,Macht der Hei­ligen Dreifaltigkeit’" (Tworuschka, 1996, S. 400)!

Auch innerhalb anderer Strömungen des Christentums lassen sich verwandte Anschauungen identifizieren. So greift auch der deutsche Mystiker Meister E­ckart „die alte mystische Lehre von der Einheit Gottes und der Menschenseele" (Störig, 2002, S. 312) auf. Hieraus resultiert „echte und ursprüngliche, schöpfe­rische Erkenntnis - ursprünglich dabei nicht verstanden als aus unmittelbarer Beobachtung der Natur, sondern, wie beim Mystiker zu erwarten, aus inneren Quellen, aus Intuition gespeist" (ebd., S. 311).

Meister Eckart spricht hier vom „Seelenfünklein", das als Geschenk Gottes bzw. als Gottes Gnade zu verstehen ist, damit der Mensch eins werden kann mit Gott. Für ihn besteht zwischen Gott und dem Menschen eine „geistige Ähnlich­keit", damit der Mensch Gott erkennen kann. Erkennen kann er aber Gott nur als „einiger Sohn", indem er ein Teil von Christus wird.

„In der Gottesgeburt, da entspringt die Gnade: da wird die Gnade einge­gossen. Die ist das Leben der Seele; ihr Ziel ist: eins zu sein mit Gott, in ihm zu leben und zu wirken.

Gott ist in der Seele mit seiner Natur, seinem Wesen, seiner Gottheit - und ist darum doch die Seele: Was die Seele widerstrahlt, das ist - als Gott zu­gehörig - selber Gott; sie selbst ist darum doch was sie ist.

Niemand kann den Vater erkennen als sein eingeborener Sohn. Soll also der Mensch Gott erkennen, darin seine ewige Weisheit besteht, so muß er mit Christus des Vaters einiger Sohn sein. Wollt ihr selig sein, so müßt ihr ein einiger Sohn sein - nicht viele Söhne, sondern ein Sohn [...]“ (Meister Eckhart zit. aus Thiele-Dohrmann, 1990, S. 44).

Der Mensch kann Gott immer ähnlicher werden um letzten Endes sich mit ihm zu vereinigen, „in ihm zu leben und zu wirken" (ebd., S. 44).

Weiterhin ging auch Jesus selbst, wie in der Bibel zu lesen, für vierzig Tage in die Einsamkeit um spirituelle Erleuchtung zu erlangen, u.U. um eben diese Ein­heit von Gott und der eigenen Person zu erreichen, bevor er seine eigentliche „Arbeit" begann.

Daneben besteht im modernen Protestantismus teilweise die Auffassung, Intui­tion als das Wirken Gottes in einem selbst zu deuten. Insbesondere freie evan­gelische Gemeinden vertreten diese Ansicht. Hier werden göttliche Eingebun­gen z.B. in Form von Visionen, Vorahnungen und Intuitionen stärker in den Mit­telpunkt gerückt, als bei den meisten anderen christlichen Lehren. Letztlich baut aber das gesamte Christentum auf dieser und der Ansicht Meister Eckharts auf, schließlich ist im eigentlichen Kern der Lehre jedes menschliche Handeln vom Wirken Gottes durchdrungen bzw. von Gott gewollt.

Allerdings hat auf der anderen Seite das institutionalisierte Christentum, insbe­sondere die katholische Kirche, genau diese Einsichten und intuitive Phänome­ne stark bekämpft. So wurde z.B. auch Meister Eckhart posthum der Ketzerei beschuldigt (vgl. Störig, 2002, S. 311). Eine Zeit lang wurde nahezu jedes para­normale Phänomen als Hexenwerk angesehen - hierzu gehörten zum Teil auch intuitive Einsichten und Erkenntnisse.

Des Weiteren wird in vielen Kulturen der böse Blick gefürchtet. Dieser steht in enger Verbindung mit Neid und Eifersucht (aber auch mit Zorn). Es wird davon ausgegangen, dass Menschen, die den bösen Blick haben, andere um etwas beneiden - durch diesen Neid entstehen dann die (bösen) negativen Auswir­kungen. Wenn also eine Person z.B. denkt: „Das hast du gar nicht verdient (du Idiot!)", wirken sich diese negativen Empfindungen eben auf die beneidete Per­son aus (vgl. z.B. Sheldrake, 2003, S. 240ff.). In diesem Rahmen ist es aber auch möglich, dass der „böse Blick" häufiger mit dem „intuitiven Blick" verwech­selt wird. Dieser ist nach Bartels: „Ein direkter Austausch, ein Kennenlernen über den Blick - und zwar in Sekunden. Ein spüren der Energie des anderen, was meist durch direktes anschauen geschieht. [...] Im Augen-Blick sehe ich eine geballte Menge an Informationen - angenehme und auch unangenehme" (Bartels, 2002, S. 41). Ein derartiger direkter Blick kann sehr eindringlich wirken und beim Gegenüber u.U. Furcht oder andere negative Empfindungen auslö­sen, vielleicht auch weil er (intuitiv oder unbewusst) spürt, dass er in diesem Moment viel von sich preisgibt und sich deshalb in der schwächeren Position wähnt. Wie auch immer, eine Verwechslung des bösen Blickes mit dem intuiti­ven ist durchaus möglich.

Insgesamt gesehen, besteht die Möglichkeit, dass die Kirche eine Mitverantwor­tung dafür zu tragen hat, dass Intuition als Fähigkeit bei vielen Personen ver­schüttet ist - intuitive Elemente wurden z.T. als „Teufelszeug" kategorisiert und somit stark abgelehnt, und dass obwohl diese Ablehnung nicht der christlichen Lehre im eigentlichen Sinne entspricht - diese ist als Religion per Definition sehr spirituell orientiert.

3.3 Intuition in der Psychologie

Die Psychologie beschäftigt sich von Beginn an mit dem Phänomen der Intuiti­on. Schon Sigmund Freud, der vielleicht sogar als Gründervater dieser Wissen­schaft gesehen werden kann, aber mit Sicherheit einige wichtige Grundbaustei­ne gelegt hat, erkannte, dass die Wissenschaft in keiner Weise umhin kommt, sich dieser Thematik anzunehmen:

"Sie [die wissenschaftliche Weltanschauung] behauptet, daß es keine an­dere Quelle der Welterkenntnis gibt als die intellektuelle Bearbeitung sorg­fältig überprüfter Beobachtungen, also was man Forschung heißt, daneben keine Kenntnis aus Offenbarung, Intuition oder Divination. [...] Man kann diesen Einwand nicht energisch genug zurückweisen. Er ist ganz haltlos, denn Geist und Seele sind in genau der nämlichen Weise Objekte der wis­senschaftlichen Forschung wie irgendwelche menschenfremden Dinge. Die Psychoanalyse hat ein besonderes Anrecht, hier das Wort für die wissen­schaftliche Weltanschauung zu führen, weil man ihr nicht den Vorwurf ma­chen kann, daß sie das Seelische im Weltbild vernachlässigt habe. Ihr Bei­trag zur Wissenschaft besteht gerade in der Ausdehnung der Forschung auf das seelische Gebiet" (Freud, zit. nach Rüggeberg, 1989, S. 130f.).

Freuds größte Errungenschaft war die Einbeziehung des Un- bzw. Unterbe­wussten in den Deutungsrahmen des menschlichen Verhaltens. Aus heutiger Sicht ist dieses Unterbewusstsein bei ihm jedoch klar negativ gefärbt. Das „ES“ nach Freud ist lüstern, triebhaft und wird von allerlei unerfüllten Wünschen um­getrieben sowie von verdrängten Erlebnissen mitgesteuert[9]. Diese Auffassung vom Unterbewusstsein schließt auch die Intuition mit ein - intuitiver Erkenntnisgewinn als solcher existiert nicht. Intuitionen sind allenfalls Beiprodukte trieb- und wunschgesteuerter, unterbewusster Funktionen:

„Nimmt man aber die Erforschung der intellektuellen und emotionellen Funktionen des Menschen (und der Tiere) in die Wissenschaft auf, so zeigt sich, daß an der Gesamteinstellung der Wissenschaft nichts geändert wird, es ergeben sich keine neuen Quellen des Wissens oder Methoden des For- schens. Intuition und Divination wären solche, wenn sie existierten, aber man darf sie beruhigt zu den Illusionen rechnen, den Erfüllungen von Wunschregungen“ (ebd.).

Hier sei angemerkt, dass wenn die Wissenschaft als Ganzes sich nicht ändert, im Umkehrschluss auch behauptet werden kann, das Intuition schon immer ein Teil der Wissenschaft war.

3.3.1 Funktionen und Charaktertypen nach Jung

Carl Gustav Jung, einer der Schüler von Freud, vertritt eine weniger negativ besetzte Anschauung über das Unbewusste - bei ihm übernimmt es eine kom­pensatorische Funktion, um Defizite im bewussten Erleben auszugleichen. Die­se Auffassung erinnert an Freud - allerdings steht bei Jung keine Triebhaftigkeit oder Verdrängung im Vordergrund, sondern das unbewusste Bestreben einen Aus- und Abgleich mit dem Bewusstsein vorzunehmen (vgl. Jung, 1950, S. 461 ff.). Angelehnt an das neudeutsche Wort der „Work-Life-Balance“ könnte man hier von einer „Inner-Outer-Balance“ sprechen.

Basierend auf seiner langjährigen Arbeit mit psychisch Kranken versucht Jung die unterschiedlichen Charakterzüge der Menschen innerhalb seiner Typologie auf wenige Merkmale zu reduzieren. Einige dieser Merkmale beziehen sich auch auf die Intuition unter dieser versteht Jung jedoch keine Illusion wie Freud sondern:

„Die I. [Intuition] ist diejenige psychologische Funktion, welche Wahrnehmungen auf unbewusstem Wege vermittelt. Gegenstand dieser Wahrnehmung kann alles sein, äußere und innere Objekte oder deren Zusammenhänge. Das Eigentümli­che der I. ist, dass sie weder Sinnesempfindung, noch Gefühl, noch intellektueller Schluß ist, obschon sie auch in diesen Formen auftreten kann. Bei der I. präsen­tiert sich irgend ein Inhalt als fertiges Ganzes, ohne dass wir zunächst fähig wä­ren, anzugeben oder herauszufinden, auf welche Weise dieser Inhalt zustande gekommen ist. Die I. ist eine Art instinktiven Erfassens, gleichviel welcher Inhalte. Sie ist, wie der Empfindung, [...] eine irrationale [...] Wahrnehmungsfunktion. Ihre Inhalte haben, wie die der Empfindung, den Charakter des Abgeleiteten’, Her­vorgebrachten’ der Gefühls- und Denkinhalte. Die intuitive Erkenntnis hat daher ihren Charakter von Sicherheit und Gewissheit, der Spinoza vermochte, die ,scientia intuitiva’ für die höchste Form der Erkenntnis zu halten“ (Jung, 1950, S. 602f.).

Jung sieht die Intuition als eine von vier psychologischen Grundfunktionen, auf die er seine Typologie aufbaut. Neben die Funktion der Intuition treten die Funk­tionen des Empfindens, des Denkens und des Fühlens. Dabei bezeichnet er das Denken und das Fühlen als rationale Funktionen. Fühlen als rational zu kategorisieren mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, ist aber mit Hilfe der Gedanken Jungs nachvollziehbar. Er ist der Ansicht, dass sowohl der Denk­typ als auch der Fühltyp es als notwendig betrachten, Urteile zu fällen und Be­wertungen vorzunehmen. Diese Urteile, egal ob aus dem Denken oder Fühlen entstanden, werden in rationale Bewertungsmuster eingebunden. Auf das Füh­len bezogen bedeutet dies, dass mit Hilfe einer Art ordinalen Skala eine Rang­folge gebildet wird. Hiermit können unterschiedliche ob- und subjektbezogene gefühlsmäßige Bewertungen miteinander verglichen werden. Bei Jung begin­nen diese Bewertungen zunächst mit einem einfachen „Annehmen“ oder „Zu­rückweisen“, sie können aber auch ein „besser“ oder „schlechter“ ausdrücken (z.B.; „taugt mir“ oder „taugt mir nicht“; „gefällt mir besser“ oder „gefällt mir we­niger gut“) (vgl. Jung, 2003, S. 140f.).

[...]


[1] Z.B. Psychologie Heute, Heft 3/2003; Manager Seminare, Heft 69, September 2003

[2] Die Stichprobe umfasste 39 Studentinnen und 41 Studenten im Alter zwischen 22 und 39, die bis auf eine Ausnahme der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg angehörten. Erhoben wurde im Juli 2002. Auf eine Darstellung der Auswertung des semanti­schen Differenzials, sowie der weiteren demographischen Daten wird an dieser Stelle verzich­tet, da hierbei keine signifikanten Hinweise aufgetreten sind.

[3] Orthographische und grammatikalische Fehler wurden bei allen weiteren Zitaten, die unserer Studie entnommen sind, nicht mehr kenntlich gemacht.

[4] zur näheren Beschäftigung mit dem Prinzip der Familienähnlichkeit vgl. z.B. Wittgenstein, 1984/1953

[5]

zur näheren Beschäftigung mit der Wortfeldtheorie vgl. z.B. Vater, 1994

[6] für Interessierte nachzulesen bei Hänsel, 2002, S. 56ff.

[7] Das Zeitalter der Upanischaden wird heute auf 750 bis 500 v. Chr. datiert.

[8] vgl. z.B. Störig, 2002, S. 439ff.

[9] Das „ES“ stellt für Freud einen wesentlichen Teil des Unbewussten dar. Auf die Darstellung der Unterteilung von „ICH“, „Über-ICH und „ES“ wird hier nicht eingegangen.

Details

Seiten
216
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638302913
ISBN (Buch)
9783638727679
Dateigröße
4.7 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v28537
Institution / Hochschule
Universität Augsburg – Wiwi
Note
1,3
Schlagworte
Entscheidungsfindung Intuition Intuitionsgestütztes Entscheiden Zeiten Komplexität Studie)

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Titel: Entscheiden in Zeiten steigender Komplexität. Entscheidungsfindung und Intuition bei deutschen Managern