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Liquiditätsrisikomanagement in Banken. Ausgewählte Methoden zur Messung, Bewertung und Steuerung

Akademische Arbeit 2006 69 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Liquiditätsrisikomanagement im Kontext des Risikophasenmodells
2.1 Entwicklungen im Liquiditätsmanagement von Banken

3 Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken
3.1 Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.1 Anforderungen an die Methoden
3.1.2 Risikomaße
3.1.3 Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.3.1 Risikostrukturkennzahlen
3.1.3.2 Liquiditätsablaufbilanz
3.1.3.3 Liquidity at Risk Konzept
3.1.3.4 Money at Risk Konzept
3.1.4 Beurteilung der Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.4.1 Liquiditätskoeffizienten des Grundsatzes II
3.1.4.2 Risikostrukturkennzahlen
3.1.4.3 Liquiditätsablaufbilanz
3.1.4.4 Liquidity-at-Risk-Konzept
3.1.4.5 Money at Risk Konzept
3.1.5 Zusammenfassende Beurteilung
3.2 Bewertung von Liquiditätsrisiken
3.3 Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.3.1 Methoden zur Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.3.1.1 Aktive Steuerungsmaßnahmen und deren Instrumente
3.3.1.2 Passive Steuerungsmaßnahmen und deren Instrumente
3.3.2 Beurteilung der Methoden zur Steuerung von Liquiditätsrisiken

4 Fazit

5 Anhang

6 Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur

1 Einleitung

Liquidität, Rentabilität und Sicherheit stellen die finanzwirtschaftlichen Ziele von Kreditinstituten[1] dar. Die Liquidität kann dabei als unabdingbare Nebenbedingung für das unternehmerische Handeln angesehen werden, weil die Aufrechterhaltung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit die Voraussetzung für die Erwirtschaftung von Gewinnen verkörpert.[2] Da bei Nichterfüllung von fälligen Zahlungsverpflichtungen unmittelbar die Existenz des Kreditinstitutes bedroht ist, scheint es sinnvoll zu sein, das Liquiditätsrisiko innerhalb des Risikomanagements eines Kreditinstitutes zu betrachten und geeignete Maßnahmen zu finden, dieses Risiko minimieren.[3] Allerdings spielte das Liquiditätsrisikomanagement in der Vergangenheit eine eher untergeordnete Rolle im Risikomanagement von Banken. Zurückführen lässt sich dieses u. a. auf die These: „Die Liquidität folgt der Bonität“.[4] Es wurde davon ausgegangen, dass jedes Kreditinstitut mit entsprechender Bonität bei einem Liquiditätsengpass am Kapitalmarkt die notwendigen Mittel beschaffen kann. Mit Hilfe dieser These wurde in der Vergangenheit gegen die explizite Messung, Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken argumentiert.[5] Die These kann jedoch aufgrund von aktueller Entwicklungen nicht weiter aufrecht gehalten werden. Es führen beispielsweise der Strukturwandel an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten sowie der Strukturwandel in der Art der Finanzierungsquellen zu erhöhten Liquiditätsrisiken und damit auch zu erhöhten Liquiditätskosten, so dass die Betrachtung des Liquiditätsrisikos für die Kreditinstitute an Bedeutung gewinnt. Auch aufsichtsrechtlich wird zukünftig durch die Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) eine Betrachtung aller wesentlichen Risiken – somit auch die Betrachtung des Liquiditätsrisikos – gefordert. Die MaRisk fokussieren dabei insbesondere eine qualitative Betrachtung der Risiken und fordern „angemessene Systeme für die Messung, Überwachung und Kontrolle“[6] derselben. In der Literatur wird aber darauf hingewiesen, dass anerkannte Methoden und Konzepte im Liquiditätsrisikomanagement fehlen.[7] Diese Problemstellung wird in den folgenden Ausführungen aufgegriffen.

Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Methoden im Liquiditätsrisikomanagement vorzustellen und zu beurteilen. Es werden dabei neben den traditionellen auch die innovativen – neu entwickelten – Methoden zur Liquiditätsrisikomessung vorgestellt und kritisch begutachtet. Zudem werden die Methoden und Instrumente zur Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken in Banken erläutert und ebenfalls bewertet.

Die Vorgehensweise wird im Folgenden dargestellt: Im Anschluss an diese Einleitung werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen und gesetzlichen Bestimmungen im Liquiditätsmanagement von Banken mit dem Ziel dargestellt, einen Überblick über die derzeitigen Regelungen zu geben und auf aktuelle Veränderungen – z. B. die Einführung der MaRisk – hinzuweisen.

Den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bildet das folgende Kapitel. In diesem werden die Methoden zur Messung, Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken. Hier hat aufgrund der neuen qualitativen Anforderungen durch die MaRisk, eine starke Weiterentwicklung stattgefunden, indem z. B. neue Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken entwickelt wurden. Die Vorgehensweise zeichnet sich im ersten Teil des dritten Kapitels dadurch aus, dass zuerst – insbesondere auf Grundlage der Ansprüche der MaRisk – Anforderungen an die Methoden der Liquiditätsrisikomessung formuliert werden und auf die Risikomaße eingegangen wird. Im Anschluss daran werden Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken vorgestellt und kritisch auf Basis der formulierten Anforderungen beurteilt. Der zweite Teil beschäftigt sich im Anschluss mit der Bewertung von Liquiditätsrisiken. Die zentrale Frage lautet hier: Mit welchen Methoden kann das Ergebnis der Risikomessung bewertet werden, um Handlungsempfehlungen für angemessene Steuerungsmaßnahmen ableiten zu können? Nach Darstellung dieser Methoden liegt der Fokus auf den Steuerungsmaßnahmen. Es erfolgt eine Vorstellung der verschiedenen Steuerungsalternativen und eine Beurteilung im Hinblick auf deren Eignung zur Beeinflussung von Liquiditätsrisiken..

Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab, in dem die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst werden und ein kurzer Ausblick gegeben wird.

2 Liquiditätsrisikomanagement im Kontext des Risikophasenmodells

Bevor der Begriff Liquiditätsmanagement in das Risikophasenmodell eingeordnet wird, erfolgt eine inhaltliche Abgrenzung: Aufgabe des Liquiditätsmanagement[8] ist es, die Planung, Steuerung und Kontrolle aller Zahlungsmittelzuflüsse und -abflüsse durchzuführen, so dass die Zahlungsfähigkeit des Kreditinstitutes gesichert wird.[9] Die zukunftsorientierte Gestaltung der Liquiditätsposition, welche sich aus der Gegenüberstellung von Liquiditätsrisiken und -reserven ergibt, kann also als Kernaufgabe des Liquiditätsmanagement identifiziert werden. Die Zahlungsströme aus der Geschäftstätigkeit dienen demnach als zentrale Prognose- und Steuerungsgröße für die Liquiditätssituation.[10] Dabei ist es das Ziel, die Liquiditätskosten unter der Bedingung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit zu minimieren.[11] Aus dieser Zielsetzung lassen sich die folgenden Anforderungen für ein modernes bankbetriebliches Liquiditätsrisikomanagement ableiten:

- Der Einbezug bilanzieller und außerbilanzieller Positionen
- Die Berücksichtigung statischer und dynamischer Effekte
- Die Ausrichtung auf den Normalfall, aber auch auf den Krisenfall
- Der Einbezug verhaltensorientierter Annahmen[12]

Im Risikophasenmodell – dargestellt in ABBILDUNG 4 – lassen sich die Elemente Risikobeurteilung, -steuerung, -kommunikation und -überwachung als Liquiditätsrisikomanagement bezeichnen. In der Literatur sind zahlreiche Darstellungen des Risikophasenmodells[13] beschrieben. Die hier aufgeführten Grundelemente Risikoidentifikation, Risikobeurteilung, Risikosteuerung und Risikoüberwachung/ -kommunikation sind den MaRisk[14] entnommen und inhaltlich ergänzt worden. Die Betrachtung erfolgt im Hinblick auf das zu untersuchende Liquiditätsrisiko. Übergreifend über den einzelnen Phasen des Risikomanagementprozesses liegt die einheitliche Definition der Risiken, um eine systematische und strukturierte Erhebung der Risiken zu ermöglichen.[15] Auch die Formulierung einer Risikostrategie, die die unternehmensindivi-duelle Risikobereitschaft bzw. das angestrebte Sicherheitsniveau ausdrückt, ist phasenübergreifend im Risikomanagementprozess anzusehen.[16]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das Risikophasenmodell

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 18; Wimmer, K. (2004), S. 247; BaFin (2005b) AT4.3.2.

Die erste Phase des Risikophasenmodells ist die Risikoidentifikation, in der Risiken erkannt und erfasst werden, so dass alle Chancen und Risiken systematisiert und strukturiert werden können.[17] Bei der Risikobeurteilung – der zweiten Phase – wird innerhalb des Liquiditätsrisikomanagements eine möglichst vollständige quantitative Bewertung der Liquiditätsrisiken vorgenommen. Berücksichtigt werden hier auch mögliche Wechselwirkungen[18], so dass unter Umständen eine Risikoaggregation[19] möglich ist.[20] Im Anschluss daran erfolgt die Risikobewertung, indem die Risikoposition und die Risikotragfähigkeitskapazität – also die Risikovorsorge – gegenübergestellt werden. Dadurch ist das Kreditinstitut in der Lage abzuschätzen, ob es sich eine Übernahme der Risiken leisten kann. Dieser Ansatzpunkt stellt einen der beiden Grundsätze einer ertragsorientierten Risikopolitik nach Schierenbeck dar und bildet die Entscheidungsgrundlage für Kreditinstitute, ob und in welcher Höhe Liquiditätsrisiken eingegangen werden.[21] Hieraus kann wiederum entsprechender Handlungsbedarf abgeleitet werden, der dann in Phase drei – der Risikosteuerung – umgesetzt wird.[22] Ziel der Risikosteuerung ist es, alle relevanten Risikopotenziale durch ein umfassendes Instrumentarium zu beeinflussen.[23] Die Möglichkeiten der Risikosteuerung werden in Kapitel drei genauer beschrieben. Die Phase vier des Risikophasenmodells überwacht die Genauigkeit und Aktualität der Analysemethoden genauso wie die Kosten und Nutzen der Steuerungsinstrumente und kontrolliert die organisatorische Umsetzung. Damit kann eventueller Handlungsbedarf in Bezug auf die Methoden und Verfahren erkannt werden und weitere Modifizierungen bzw. stetige Verbesserungen im unternehmensindividuellen Risikophasenmodell herbeigeführt werden.[24] Die Risikokommunikation an interne und externe Stellen schließt die letzte Phase des Risikophasenmodells ab. Diese eingeleiteten Modifizierungen oder die festgelegten Zeitraster stoßen einen neuen Risikomanagementprozess an, der wiederum in Phase eins beginnt.

2.1 Entwicklungen im Liquiditätsmanagement von Banken

Die Entwicklungen im Liquiditätsrisikomanagement von Banken reichen von traditionellen Liquiditätstheorien bis hin zu aktuellen Entwicklungen, die u. a. durch neu gestellte aufsichtsrechtliche Anforderungen gekennzeichnet sind. Daher stellt dieser Teil der Arbeit zuerst die traditionellen Liquiditätstheorien vor. Anschließend wird auf die gestiegene Bedeutung des Liquiditätsmanagements hingewiesen und diese begründet. Zuletzt werden die aktuellen Regelungen für das Liquiditätsmanagement in Kreditinstituten genannt.

Zu den traditionellen Liquiditätstheorien zählen die Goldene Bankregel, die Bodensatztheorie, die Shiftability Theorie und die Maximalbelastungstheorie:

(1) Die von Hübner formulierte Goldene Bankregel fordert eine exakte betrags- und laufzeitmäßige Übereinstimmung von Aktiv- und Passivgeschäften. Zwar wurde sie im Geschäft von Kreditinstituten nie streng verwirklicht, wirkte sich aber dennoch erheblich auf das Denken in Kapitalüberlassungs- und Kapitalbindungsfristen der Kreditinstitute aus.[25]
(2) Die auf Wagner basierende Bodensatztheorie berücksichtigt zum einen das Prolongationsprinzip, welches besagt, dass fällige Einlagen nicht alle gleichzeitig von den Gläubigern abgezogen werden. Zum anderen wird das Substitutionsprinzip ebenfalls miteinbezogen, da Wagner davon ausgeht, dass Verfügungen durch Kunden zum Teil durch neue Einlagen kompensiert werden. Aufbauend auf beide Prinzipien wird ein langfristiger Bodensatz bestehend aus kurzfristigen Einlagen zugrunde gelegt, der für langfristige Anlagen geeignet ist.[26]
(3) Die Shiftability Theory von Knies fordert eine Anlagepolitik, die darauf ausgerichtet ist, dass bei besonders hohen Liquiditätsbeanspruchungen liquide Mittel über die Veräußerung von Vermögensgegenständen vor deren vertraglicher Fälligkeit ohne größere Verluste beschafft werden können.[27]
(4) Die vierte traditionelle Liquiditätstheorie ist die von Stützel betrachtete Maximalbelastungstheorie. Diese Theorie verlangt, dass die Summe der Verluste beim vorzeitigen Verkauf von Vermögensgegenständen das Eigenkapital des Kreditinstitutes nicht übersteigen darf.[28]

Kritisch lässt sich zu den traditionellen Liquiditätstheorien anmerken, dass diese Bezug zu Bilanzgrößen nehmen und nicht an liquiditätswirksamen Zahlungsströmen orientiert sind. Somit tragen sie zur Planung und Bestimmung der dispositiven Liquidität eines Kreditinstitutes nur bedingt bei.[29] Dieser kritische Gesichtspunkt trägt sicherlich dazu bei, dass keiner dieser Ansätze allgemeine Anerkennung gefunden hat. Trotzdem stellen sie Anhaltspunkte für das Liquiditätsrisikomanagement in Kreditinstituten dar.[30]

Liquiditätsrisiken führten in der Vergangenheit im täglichen Geschäft von Kreditinstituten bei gesicherter Solvenz eher ein Schattendasein. In der wissenschaftlichen Forschung hinsichtlich des Risikomanagements von Banken spielten sie bisher eine untergeordnete Rolle. Begründet werden kann diese geringer Bedeutung von Liquiditätsrisiken durch die früher vorherrschende Meinung, dass Liquidität der Bonität folge. Es wurde angenommen, dass solvente Kreditinstitute ohne Probleme die benötigte Liquidität am Kapitalmarkt beschaffen können.[31] Mittlerweile rücken Liquiditätsrisiken verstärkt in die Betrachtung der Praxis und der Wissenschaft. Dies kann folgendermaßen begründet werden:

- Zahlreiche Bankinsolvenzen und Schieflagen von Kreditinstituten lassen sich auf betriebswirtschaftlich unprofessionelles Liquiditätsmanagement zurückführen, so dass die Betrachtung der Liquidität nun wieder stärker fokussiert wird.
- Der rasante Strukturwandel an den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten, der sich nicht nur durch neuartige Finanzprodukte und neue Marktteilnehmer, sondern auch durch technische Innovationen und größere Volumina in Verbindung mit kürzeren Laufzeiten auszeichnet, stellt ebenfalls neue Anforderungen an das Liquiditätsmanagement in Kreditinstituten.[32]
- Auch die Konzentration von Liquidität auf bestimmte Märkte und Instrumente trägt zu dieser Entwicklung bei. Folgen dieses Wandels sind Neuerungen in der Refinanzierung von Kreditinstituten, die mit einem Anstieg der Volatilität der Liquidität verbunden sind.[33]
- Auch der Strukturwandel in der Art der Refinanzierungsquellen stellt eine weitere Veränderung im Umfeld des Liquiditätsrisikomanagements dar. Sicht- und Spareinlagen bei Kreditinstituten, die immer als stabile Refinanzierungsquelle angesehen wurden, wachsen nicht im gleichen Verhältnis wie die Liquidität der Aktivseite, so dass alternative Anlageformen einen Ausgleich herbeiführen müssen.[34]

All diese veränderten Rahmenbedingungen machen es für Kreditinstitute notwendig nach alternativen Refinanzierungsquellen zu suchen. Diese führen allerdings i. d. R. zu einem erhöhten Liquiditätsrisiko und dadurch zu höheren Liquiditätskosten. Das Liquiditätsrisikomanagement für Kreditinstitute gewinnt an Bedeutung, um das gewünschte Verhältnis zwischen Ertragsmöglichkeiten und Liquiditätsrisiken, die mit den Geschäften eines Kreditinstitutes verbunden sind, zu erreichen.[35]

Neben den oben aufgeführten veränderten Rahmenbedingungen im operativen Geschäft der Kreditinstitute nimmt sich auch die Rechtssprechung der gestiegenen Bedeutung der Liquidität für die Kreditinstitute an. Diese Entwicklung lässt sich über die Formulierung neuer Vorschriften belegen. Neben den Anforderungen des Kreditwesengesetztes[36] im §11 KWG, die in Grundsatz II[37] konkretisiert werden, stellen die neu formulierten MaRisk weitere Anforderungen an das Management von Liquiditätsrisiken in Kreditinstituten. Anhaltspunkte für das Liquiditätsrisikomanagement stellen auch die vom Baseler Ausschuss formulierten Grundsätze an das Management von Liquiditätsrisiken. Allerdings handelt es sich hier nur um Empfehlungen oder Leitlinien, die den Kreditinstituten beim Aufbau ihres Liquiditätsrisikomanagements helfen sollen.

3 Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken

Zahlreiche Autoren weisen in der aktuellen Literatur auf fehlende anerkannte Methoden und Konzepte zur Messung, Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken hin.[38] Daher ist es das Ziel dieses Kapitels, die Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken vorzustellen und kritisch in Bezug auf ihre Möglichkeiten und Grenzen zu betrachten. Im ersten Teil erfolgen Ausführungen zur Messung von Liquiditätsrisiken. Der zweite Teil dieses Kapitels behandelt anschließend die Bewertung von Liquiditätsrisiken, bevor im dritten Teil die Steuerung von Liquiditätsrisiken im Fokus steht.

3.1 Messung von Liquiditätsrisiken

Die Intention dieses Abschnitts ist es, die Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken vorzustellen und zu beurteilen. Einleitend werden die Hauptziele der Liquiditätsrisikomessung beschrieben. Anschließend werden Anforderungen an die Methoden der Liquiditätsrisikomessung formuliert und Erläuterungen zu der Auswahl des Risikomaßes gemacht.[39] Weiterhin wird eine Auswahl an Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken in Banken vorgestellt, sowie im Hinblick auf die beschriebenen Anforderungen beurteilt.

Hauptziele der Messung von Liquiditätsrisiken sind die Quantifizierung auf Einzelrisikoebene und die Filterung von bedeutenden Risiken, die einer weitergehenden Betrachtung bedürfen. Ebenfalls dient die Risikomessung als Entscheidungsgrundlage für die Risikobewertung und -steuerung. Auch die Messung aggregierter Risiken – beispielsweise Risiken für einzelne Geschäftsbereiche – kann als Ziel der Risikomessung genannt werden.[40]

3.1.1 Anforderungen an die Methoden

Die MaRisk fordern von den Kreditinstituten, dass sie angemessene Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozesse einrichten, die eine Identifizierung, Beurteilung, Steuerung, Überwachung und Kommunikation der wesentlichen Risiken gewährleisten. Diese sollen in ein integriertes System zur Ertrags- und Risikosteuerung eingebunden werden.[41] In Bezug auf Liquiditätsrisiken müssen also institutsindividuelle Methoden gefunden werden, die den Anforderungen des Risikomanagementprozesses entsprechen und es zugleich ermöglichen, die Liquiditätsrisiken in den Risikomanagementprozess der Gesamtbank zu integrieren. Deshalb werden folgende Anforderungen an die Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken formuliert:

- Eine Integration in den Risikomanagementprozess der Gesamtbank setzt voraus, dass die angewandten Methoden die Einzelrisiken zu einem Gesamtrisiko zusammenfassen können, d.h. es müssen Methoden verwendet werden, die kompatible Risikomaße benutzen.
- Eine weitere Anforderung ist, dass die Kennzahl bzw. der Ergebniswert der verwendeten Methode die negativen Zahlungsabweichungen des Aktiv- und Passivgeschäfts in einer festgelegten Zeitspanne oder zu einem festgelegten Zeitpunkt beschreiben sollte.[42] Somit ist gewährleistet, dass drohende Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig erkannt werden.
- Weiterhin ist eine Abbildung der Zahlungsabweichung in Geldeinheiten erstrebenswert.[43] Dadurch erfolgt eine monetäre Abbildung des Liquiditätsrisikos und es besteht eine Basis, um den notwendigen Geldbetrag z. B. durch die Liquiditätsreserve zu decken.
- Da das Liquiditätsrisiko nicht nur von der Tragweite abhängig ist, sondern auch von der Wahrscheinlichkeit mit der es eintritt, ist die Abbildung einer Wahrscheinlichkeit mit der die negative Zahlungsabweichung auftritt ebenfalls wichtig.[44]
- Ebenfalls sollten die Methoden die autonomen Zahlungen berücksichtigen, da die Güte des Ergebnisses zunimmt, wenn nicht nur von den geplanten Zahlungen ausgegangen wird, sondern auch vertragswidrige, vorzeitige Verfügungen von Kunden miteinbezogen werden.
- Die MaRisk fordern, dass bei der Erstellung von Liquiditätsübersichten regelmäßig angemessene Szenariobetrachtungen durchgeführt werden.[45] Deshalb sollten die Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken verschiedenen Szenariobetrachtungen ermöglichen.
- Weitere Gütekriterien von Messmethoden für das Liquiditätsrisiko stellen die Objektivität, die leichte Nachvollziehbarkeit und die einfache Interpretation der Messergebnisse dar.[46] Diese haben den positiven Effekt, dass die Methoden z. B. besser von den Mitarbeitern akzeptiert werden und einfacher implementiert werden können.

Die hier dargestellten Anforderungen bilden die Grundlage für die Beurteilung der im weiteren Verlauf vorzustellenden Methoden zur Liquiditätsrisikomessung. Zunächst erfolgen aber Überlegungen zu den verschiedenen Risikomaßen.

3.1.2 Risikomaße

Das Risikomaß macht es möglich, interessante Risiken in einer Maßgröße abzubilden, um somit deren Bedeutung und Entwicklung ablesen zu können.[47] „Risikomaße sind statistische Kennzahlen, mit denen die unterschiedlichen Momente (z. B. Varianz […]) einer empirisch gemessenen, symmetrisch oder asymmetrischen Häufigkeitsverteilung charakterisiert und auf eine einheitliche Weise beschrieben werden können.“[48] Die Auswahl des Risikomaßes ist für die Bestimmung des Liquiditätsrisikos von großer Bedeutung, da es nicht nur das Risiko quantitativ abbilden soll, sondern auch erheblichen Einfluss auf z. B. die Integration des Einzelrisikos in das Gesamtbankrisiko hat. Der Einfluss kann hier als erheblich bezeichnet werden, da unter Umständen verschiedene Risikomaße bei den Einzelrisiken eine Zusammenfassung zu einem Gesamtbankrisiko verhindern und somit die Integration zu einem durch die MaRisk geforderten Risikosteuerungs- und Risikocontrollingprozess auf Gesamtbankebene nicht ermöglichen.[49]

Bei einer Systematisierung bedeutender Risikomaße kann zwischen Streuungsmaßen und Downside-Risikomaßen unterschieden werden. Zu den Streuungsmaßen zählen z. B. die Varianz und die Standardabweichung. Die Varianz beschreibt die Summe der mittleren quadratischen Abweichung von ihrem Erwartungswert, während die Standardabweichung, als Quadratwurzel der Varianz, die Entfernungen der möglichen Ausprägungen vom Erwartungswert im Mittel angibt.[50] Entscheidend für diese Betrachtungen ist aber, dass die Varianz und auch die Standardabweichung zwar einfach zu berechnen und leicht verständlich sind, dass sie aber neben den negativen Abweichungen vom Erwartungswert auch die positiven berücksichtigen.[51] Somit sind diese beiden Risikomaße für die Untersuchung nicht weiter zu betrachten, da das zu untersuchende Liquiditätsrisiko sich nur auf die negativen Abweichungen vom Erwartungswert konzentriert.[52]

Die Downside-Risikomaße, z. B. der Value at Risk (VaR), berücksichtigen lediglich die negativen Abweichungen vom Erwartungswert und erfüllen somit ein wichtiges Kriterium für die Auswahl des Risikomaßes zur Bestimmung von Liquiditätsrisiken in Banken. Der VaR ist der „in Geldeinheiten bewertete Verlust eines Finanzinstruments oder eines Portfolios von Finanzinstrumenten, der innerhalb einer bestimmten Frist (der sog. Haltedauer) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit (dem sog. Konfidenzniveau) und unter Zugrundelegung einer bestimmten Wahrscheinlichkeitsverteilung (z. B. […] Normalverteilung) nicht überschritten wird“[53] definieren. Er wurde auf Basis mathematisch-statistischer Überlegungen entwickelt und ist häufig Grundlage für die Modelle zur Messung bankbetrieblicher Risiken. Ursprünglich konzipierten Banken den VaR zur Messung des Marktpreisrisikos, nutzen ihn heute aber auch mit gewissen Modifikationen zur Messung anderer Risikoarten. Geeignet ist der VaR sowohl zur Messung von Einzelrisiken, als auch zur Messung des Gesamtrisikos.[54] Basierend auf den VaR haben sich daher zahlreiche weitere Risikomaße gebildet, wie z. B. der Liquidity at Risk (LaR), der als Pendant zum VaR anzusehen ist, aber das Liquiditätsrisiko beschreibt und somit für diesen Kontext als Risikomaß in Frage kommt. Der LaR beschreibt im kurzfristigen Liquiditätsmanagement den erwarteten Nettofinanzierungsbedarf aus allen Zahlungen einer Bank, der in einem bestimmten Zeitraum mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit nicht überschritten wird. Er verwendet als Risikogröße den Saldo autonomer Zahlungen[55], der die Grundlage zur Schätzung des Liquiditätsrisikos bildet und dem geschäftstäglichen Nettofinanzierungsbedarf entspricht.[56]

Außerdem können auch die Verhältniszahlen[57] – also die Liquiditätskoeffizienten und die Risikostrukturkennzahlen – als Risikomaße genannt werden. Sie erfüllen zwar die oben genannten Kriterien in der Definition für Risikomaße nicht, sind aber durchaus in der Praxis relevant und lassen Schlüsse auf die Liquiditätslage eines Kreditinstitutes zu. Auch in der Zukunft könnten sie insbesondere für kleine Kreditinstitute durch die Öffnungsklauseln der MaRisk von Bedeutung sein, da. bei entsprechender Begründung die Möglichkeit des Ausschlusses von Liquiditätsrisiken bei der Gesamtrisikobetrachtung besteht. Insbesondere die Liquiditätskennzahl des Grundsatzes II, deren Einhaltung aufsichtsrechtlich überprüft wird und eine Bewertung der Liquidität aufgrund einer Verhältniszahl vornimmt, behält weiterhin seine Gültigkeit und wird durch die neuen qualitativen Anforderungen ergänzt.

Abschließend kann zur Auswahl des Risikomaßes festgehalten werden, dass es sich immer um eine institutsindividuelle Entscheidung handelt und hauptsächlich von den folgenden drei Faktoren abhängig ist: Erstens wird die Beschaffbarkeit notwendiger Informationen bzw. Daten für die Berechnung des ausgewählten Risikomaßes vorausgesetzt. Zweitens ist die Entscheidung von der Art des gewählten Risikobegriffs abhängig, so dass es bei dem hier zugrunde gelegten Risikobegriff nicht in Frage kommt die Varianz oder die Standardabweichung auszuwählen. Der dritte Aspekt ist der Zweck, den die Risikomessung verfolgt. Hier gibt es Unterschiede, ob z. B. die autonomen Zahlungen im Fokus der Risikomessung stehen,[58] oder ob beispielsweise die Geschäftsstruktur im Hinblick auf bestimmte vorgegebene Limite näher betrachtet werden soll.[59]

3.1.3 Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken

Nachdem in den vorangegangenen Abschnitten die Anforderungen an die Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken formuliert und Ausführungen zur Auswahl des Risikomaßes gemacht wurden, schließt dieser Abschnitt logisch an die bisherigen Ausführungen an, indem ausgewählte Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken vorgestellt werden. Zuerst werden die traditionellen Methoden erläutert. Hierzu zählen neben den Liquiditätskoeffizienten des Grundsatzes II ebenso die Risikostrukturkennzahlen und die Liquiditätsablaufbilanzen. Anschließend erfolgt die Darstellung des LaR Konzeptes und des Money at Risk Ansatzes. Diese beiden Konzepte zählen zu den neueren Entwicklungen in der Messung von Liquiditätsrisiken und werden im weiteren Verlauf auch als „innovative Methoden“ bezeichnet. Eine weitere Methode ist das Modell von Fiedler, welches in Anhang drei dargestellt wird. Die Erläuterung des Modells im Anhang ist dadurch begründet, dass die Relevanz in der Praxis nicht bekannt ist, das Modell aber trotzdem einen interessanten und innovativen Ansatz zur Liquiditätsrisikomessung zeigt.

[...]


[1] Die Begriffe „Kreditinstitut“ und „Bank“ werden in dieser Arbeit synonym verwendet.

[2] Vgl. Büschgen, H. E. (1998), S. 896.

[3] Vgl. Bonn, R. (2006), S. 121.

[4] Vgl. Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 52.

[5] Vgl. Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 52.

[6] Vgl. Ramke, T./ Schöning, S. (2006), S. 681.

[7] Vgl. European Central Bank (2002), S. 29; Hölscher, R./ Haas, O. (2001), S. 901; Pfingsten, A./ Maifahrt, M./ Rieso, S. (2005), S. 36; Börner, S. (1998), S. 9; Zeranski, S. (2005), S. 4; Ensberg, P./ Früh, B. (2000), S. 238.

[8] Die Begriffe Liquiditätsmanagement und Liquiditätssteuerung werden in der Literatur häufig synonym verwendet. Für diese Arbeit ist eine differenzierte Unterscheidung ebenfalls nicht notwendig, aber es wird einheitlich der Begriff „Liquiditätsmanagement“ verwendet. Erforderlich dagegen ist die Abgrenzung des Begriffs „Liquiditätssteuerung“ gegenüber der „Risikosteuerung“ im Risikophasenmodell, welches im weiteren Verlauf dieses Kapitels noch erläutert wird.

[9] Vgl. Krumnow, J. (2000), Begriff „Liquiditätsmanagement“.

[10] Vgl. Brüggestrat, R. (1990), S. 99.

[11] Vgl. Wagner, R. u. a. (2002), S. 38; Angermüller, N. O./ Eichhorn, M./ Ramke, T. (2006a), S. 478.

[12] Vgl. Andrae, S. (2003), S. 531. Das Liquiditätsrisikomanagement lässt sich innerhalb der Organisation eines Kreditinstitutes dem Treasury-Management zuordnen. Neben der Liquiditätssicherungsfunktion gehören die Transformationsfunktion, die Preisstellungsfunktion und die Koordinationsfunktion zu den vier Kernfunktionen des Treasury-Managements, vgl. Schierenbeck, H. (2003), S. 615-616. Bei Schierenbeck befinden sich auch weitere Erläuterungen zu den vier Kernfunktionen des Treasury-Managements.

[13] Andere in der Literatur verwendete Begriffe sind z. B. Risikomanagementprozess oder Phasenschema des Risikomanagement. Inhaltlich beschreiben sie aber - wenn auch mit unterschiedlichen Ausdifferenzierungen - den gleichen Sachverhalt.

[14] Vgl. BaFin (2005b), AT 4.3.2.

[15] Vgl. Denk, R./ Exner-Merkelt, K./ Ruthner, R. (2006), S. 21.

[16] Vgl. Junginger, M. (2005), S. 113.

[17] Vgl. Denk, R./ Exner-Merkelt, K./ Ruthner, R. (2006), S. 21.

[18] Die Darstellungen in dieser Arbeit lassen die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Risikoarten außer Acht und beziehen sich nur auf Liquiditätsrisiken. Die Risikoaggregation in der Phase der Risikobeurteilung wird in den Ausführungen des vierten Kapitels daher nicht berücksichtigt.

[19] Mit Hilfe der Risikoaggregation sollen Wechselwirkungen der Risiken oder der Ursachen der Risiken berücksichtigt werden, da diese zu Risikokompensationen bzw. zur Verstärkung der Risiken führen können, vgl. Denk, R./ Exner-Merkelt, K./ Ruthner, R. (2006), S. 23.

[20] Vgl. Denk, R./ Exner-Merkelt, K./ Ruthner, R. (2006), S. 22-23.

[21] Vgl. Schierenbeck, H. (2003), S. 2-3; Obst, G./ Hintner, O. (2000), S. 1446-1447; Rolfes, B./ Kirmße, S. (2000), S. 657-658. Der zweite Grundsatz nach Schierenbeck überprüft, ob sich die Übernahme von Risiken lohnt. Da das Liquiditätsrisiko aber nur als Risiko und nicht als Chance auftreten kann, wird dieser nicht weiter betrachtet.

[22] Vgl. Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 18.

[23] Vgl. Diederichs, M./ Form, S./ Reichmann, T. (2004), S. 193.

[24] Vgl. Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 18.

[25] Vgl. Meyer zu Selhausen, H. (1995), S. 1390-1391.

[26] Vgl. Wagner, R. u. a. (2002), S. 5.

[27] Vgl. Meyer zu Selhausen, H. (1995), S. 1392.

[28] Vgl. Hartmann-Wendels, T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S. 421.

[29] Vgl. Wagner, R. u. a. (2002), S. 5. Hartmann-Wendels spricht weitere Kritikpunkte und Problemfelder der traditionellen Liquiditätstheorien an, die hier nicht näher betrachtet werden, vgl. Hartmann-Wendels, T./ Pfingsten, A./ Weber, M. (2004), S. 416-421.

[30] Vgl. Wagner, R. u. a. (2002), S. 4. Auf die fehlende Annerkennung bzw. eine fehlende geschlossene Liquiditätstheorie verweisen auch Zeranski und Meyer zu Selhausen, vgl. Zeranski, S. (2005), S. 38 bzw. Meyer zu Selhausen, H. (1995), S. 1390.

[31] Vgl. Ramke, T/ Schöning, S. (2006), S. 682. Auf die untergeordnete Bedeutung von Liquiditätsrisiken gegenüber anderen Risikoarten weisen auch Emde und Maier hin, vgl. Emde, M./ Maier, T. (2005), S. 254.

[32] Vgl. Andrae, S. (2003), S. 529.

[33] Vgl. Wagner, R. u. a. (2002), S. 2.

[34] Vgl. Andrae, S. (2003), S. 529.

[35] Vgl. Andrae, S. (2003), S. 529. Auch der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht weist – allerdings nicht so ausführlich – auf die veränderten Rahmenbedingungen hin und betont die daraus resultierenden neuen Herausforderungen für Kreditinstitute, vgl. Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (2000), S. 1.

[36] Vgl. BaFin (2005a), §11.

[37] Vgl. BaFin (1998).

[38] Vgl. European Central Bank (2002), S. 29; Hölscher, R./ Haas, O. (2001), S. 901; Pfingsten, A./ Maifahrt, M./ Rieso, S. (2005), S. 36; Börner, S. (1998), S. 9; Zeranski, S. (2005), S. 4; Ensberg, P./ Früh, B. (2000), S. 238.

[39] Es erfolgt lediglich die Erläuterung einiger möglicher Risikomaße, die entweder bekannt oder im Bezug auf Liquiditätsrisiken als bedeutsam eingestuft werden können.

[40] Vgl. Vanini, U. (2006), S. 786. Diese Arbeit nimmt allerdings, wie schon erwähnt, nur Bezug zu originären Liquiditätsrisiken und lässt die Aggregation von Risiken außen vor.

[41] Vgl. BaFin (2005b), AT 4.3.2.

[42] Vgl. Bonn, R. (2006), S. 128.

[43] Vgl. Bonn, R. (2006), S. 128.

[44] Vgl. Bonn, R. (2006), S. 128; Schulte, M./ Horsch, A. (2002), S. 15.

[45] Vgl. BaFin (2005d), BTR 3.

[46] Vgl. Bonn, R. (2006), S. 128.

[47] Vgl. Bauer, A. (1991), S. 28.

[48] Rolfes, B./ Kirmße, S. (2000), S. 635.

[49] Probleme gibt es z. B. bei der Quantifizierung des Liquiditätsrisikos mit Hilfe der Liquiditätskoeffizienten des Grundsatzes II in Verbindung mit der Quantifizierung des Marktrisikos, die auf Basis des VaR berechnet wird. Hier wird eine Integration zu einem aussagekräftigen Gesamtrisiko nicht möglich sein.

[50] Vgl. Gleißner, W./ Romeike, F. (2005), S. 224-225; Kürsten, W./ Straßberger, M. (2004), S. 203-204.

[51] Vgl. Gleißner, W./Romeike, F. (2005), S. 225.

[52] Genauer betrachtet muss noch zwischen symmetrischen und asymmetrischen Verteilungen unterschieden werden, da Varianz und Standardabweichung bei symmetrischen Verteilungen auch nur das negative Risiko befriedigend messen können, vgl. Kürsten, W./ Straßberger, M (2004), S. 204. Begründet werden kann dies dadurch, dass bei symmetrische Verteilungen die positive Abweichung gleich der negativen ist, vgl. Rolfes, B./ Kirmße, S. (2000), S. 635. Nur bei asymmetrischen Verteilungen ist also eine Differenzierung unabdingbar. Da es sich bei der Messung von Liquiditätsrisiken mit Hilfe der Risikogröße der autonomen Zahlungen eines Kreditinstitutes – wie Zeranski empirisch be-legt – um eine asymmetrische Verteilung handelt, werden die Varianz und die Standardabweichung hier nicht näher untersucht, vgl. Zeranski, S. (2005), S. 95.

[53] Angermüller, N. O./ Eichhorn, M./ Ramke, T. (2006b), S. 149.

[54] Vgl. Hölscher, R./ Kalhöfer, C./ Bonn, R. (2005), S. 497-498. Allerdings weist Diederichs darauf hin, dass in der Vergangenheit in Theorie und Praxis die Messung von Marktrisiken im Vordergrund stand. Die Messung anderer Risikoarten mit Hilfe des VaR sowie die Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen den Risikoarten befinden sich derzeit noch im Anfangsstadium, vgl. Diederichs, M. (2004), S. 166.

[55] Der Saldo autonomer Zahlungen kann definiert werden als die „Differenz aus allen autonomen Ein- und Auszahlungen einer Bank, die während eines Geschäftstages zahlungswirksam geworden sind“, vgl. Zeranski, S. (2005), S. 89.

[56] Vgl. Zeranski, S. (2006), S. 4.

[57] In der Literatur werden die Begriffe Verhältniszahl und Risikostrukturkennzahl unterschiedlich verwendet. In dieser Arbeit wird der Begriff Verhältniszahl als Oberbegriff für die verschiedenen Risikostrukturkennzahlen und die Liquiditätskoeffizienten des Grundsatzes II benutzt.

[58] Dann wäre z. B. die Berechnung des LaR zu Bestimmung des Liquiditätsrisikos aussagekräftig.

[59] Hier wären Verhältniszahlen zur Bestimmung geeignet, vgl. Bauer, A. (1991), S. 32.

Details

Seiten
69
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783656844112
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284777
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Schlagworte
Risiko Bank Risikomanagement Liquiditätsrisikomanagement Messung
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Titel: Liquiditätsrisikomanagement in Banken. Ausgewählte Methoden zur Messung, Bewertung und Steuerung