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Führungsstile in der Personalführung. Wesen, Unterschiede und kritische Würdigung

Studienarbeit 2012 21 Seiten

Führung und Personal - Personalführung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Begriffserläuterungen
2.1. Personalführung
2.2. Führungsstile

3. Der eindimensionale Führungsstil
3.1. Der autoritäre Führungsstil und seine Formen
3.1.1. Der autoritäre Führungsstil
3.1.2. Die Formen des autoritären Führungsstils
3.1.3. Kritische Würdigung
3.2. Der kooperative Führungsstil und seine Formen
3.2.1. Der kooperative Führungsstil
3.2.2. Die Formen des kooperativen Führungsstils
3.2.3. Kritische Würdigung
3.3. Der Laissez-Faire-Führungsstil

4. Mehrdimensionale Führungsstile

5. Schlussfolgerung

Anhangsverzeichnis

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Fast kein anderer Begriff wird mit so vielen Deutungen versehen wie der derFührung. Führung lässt sich in keinen bestimmten historischen Zeitraum einordnen, sondern ist zeitlich überdauernd und in allen denkbaren Kulturen alsPhänomen bekannt. Er umreißt viele verschiedene Bereiche, wie z.B. dieReligion, Familie, Politik oder Wirtschaft.1 Führung ist überall dort notwendig,wo Menschen zusammenkommen und ein gemeinsames Ziel erstreben, soauch in betriebswirtschaftlichen Organisationen bzw. Unternehmen.2

Dort sind zweierlei Arten von Führung vorzufinden: die Unternehmens- und Personalführung.3 Letztere soll Fokus der genaueren Betrachtung dieser Arbeit werden. Personalführung findet durch rangübergeordnete Personen statt, die gegenüber ranguntergeordneten Personen Entscheidungs-, Anordnungs- und Kontrollrecht besitzen.4 Es gibt viele Möglichkeiten als rangübergeordnete Person oder auch Führungskraft, Führung auszuüben. Dies spiegelt sich in einer Vielzahl von verschiedenen Führungsstilen wider.5 Wann welcher Führungsstil optimal wäre, hängt von mehreren Faktoren bzw. der Situation ab. Somit ist festzuhalten, dass es einen einzigen optimalen Führungsstil für jedermann und jede Situation nicht gibt.6

Daher stellt sich dem Autoren die Frage: „Welche Vor- bzw. Nachteile habendie Führungsstile?“. Diese Fragestellung soll die folgende Arbeit begleiten.Zunächst werden die Begrifflichkeiten Personalführung und Führungsstil geklärt. Daraufhin erfolgen die Darstellung der eindimensionalen Stile sowie dieErarbeitung ihrer Vor-und Nachteile. Vergleichend dazu wird die Betrachtungder mehrdimensionalen Führungsstile, explizit der zweidimensionale Führungsstil von Blake/Mouton, herangezogen. Auch hier werden Vor- undNachteile ausgesuchter Führungsstile dargestellt. Abschließend erfolgen diekritische Betrachtung des Autors zu den verschiedenen Stilen sowie die kritische Würdigung der Dimensionen. Eine Anregung für mögliche zukünftigeArbeiten soll hierbei nicht fehlen.

2. Begriffserläuterungen

2.1. Personalführung

Eine der schwierigsten Aufgaben in der Literatur, aber auch dieser Arbeit, istes, die Terminologie der „Personalführung“ zu erfassen. Zu viele verschiedene Definitionsversuche sind hierfür im Umlauf.7 Grundsätzlich kann allerdings gesagt werden, dass unter Personalführung die Leitung einer Organisation bzw. Gruppe und zielbewusste Beeinflussung ihrer Mitglieder durcheine Führungskraft unter Berücksichtigung der zu erreichenden Ziele gemeintist.8 Auch Tannenbaum/Weschler/Massarik gehen mit ihrer Führungsdefinition in diese Richtung. Anhand dieser Definition möchte der Autor die TerminiPersonalführung genauer erläutern:

„Führung ist jede zielbezogene, interpersonelle Verhaltensbeeinflussung mithilfe von Kommunikationsprozessen.“9

Unter „zielbezogen“ versteht man zunächst einmal das Erreichen von Zielen.Allerdings fallen hierunter nicht nur Organisationsziele, sondern auch Gruppen- bzw. Individualziele. Ersteres schließt z.B. den Gewinn, die Rentabilitätoder den Umsatz der Organisation ein. Gruppen- und Individualziele deckensich meistens mit denen der Organisation, sind nur in kleineren Dimensionenformuliert. Ein Beispiel hierfür ist das Erreichen eines bestimmten Umsatzesin einer Filiale, was zur Steigerung des Umsatzes einer Gesamtorganisationführen würde.10

„Interpersonell“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Führung nur imEinschluss von mehreren Personen möglich ist.11 Dabei ist allerdings auchzu erwähnen, dass Führung nicht nur von der eigentlichen Führungskraftausgehen muss, sondern auch von untergeordneten Personen auf Führungskräfte ausgeübt werden kann. Dies ist in der Praxis allerdings eher selten.12

„Verhaltensbeeinflussung“ bedeutet die Anwendung einer physischen oder psychischen Kraft, die die Änderung der Einstellung, Überzeugung und des Verhaltens bezwecken soll.13

Mit dem Begriff „Kommunikationsprozess“ wird die Frage nach dem „Wie“beantwortet. Es beschreibt die Art und Weise der Verhaltensbeeinflussung,wie z.B. durch Befehl, Lob, Anregung, Überzeugung usw. Frühere physischeMaßnahmen, wie z.B. Schlagen oder Einsperren, sind derzeit nicht mehr angemessen.14

2.2 Führungsstile

Um überhaupt Führung als Führungskraft gestalten zu können, bedarf es eines Führungsstils. Der Begriff „Stil“ selber taucht ursprünglich in der Literatur und Kunst auf, wird heutzutage aber zur Beschreibung vieler Lebensbereiche benutzt (z.B. Laufstil). Ein Stil steht für ein durchgehendes, einheitliches und eigentümliches Gepräge.15

Übertragen auf den Bereich der Personalführung bedeutet ein Führungsstileine bestimmte Verhaltensweise einer Führungskraft gegenüber ihren Mitarbeitern, die sich über einen bestimmten Zeitraum hält und nicht von Situationzu Situation änderbar ist. Anders formuliert kennzeichnet einen Führungsstileine Grundhaltung eines Vorgesetzten gegenüber seinen Mitarbeitern.16 Allerdings bedeutet dies nicht, dass ein Führungsstil das Verhalten eines Vorgesetzten dauerhaft beschreiben muss. Er ist längerfristig wandelbar.17

Nicht zu verwechseln ist der Führungsstil mit dem Führungsverhalten. Das Führungsverhalten beschreibt im Gegensatz zum Führungsstil den Umgang der Führungskraft mit ihren Mitarbeitern in spezifischen Situationen. Der Führungsstil eines Vorgesetzten bildet somit den Rahmen, in dem sich ein Führungsverhalten zeigen kann.18

Wie in der Einführung schon angedeutet, gibt es keinen einzelnen universell anwendbaren Führungsstil, der für jede Situation optimal ist. Vielmehr kommt es bei der Wahl des „richtigen“ Führungsstils auf mehrere Faktoren an:

- Voraussetzung des Vorgesetzten: Selbstvertrauen, Führungsqualitä ten, Vertrauen bzw. Verhältnis zu den Mitarbeitern; Wertevorstellung, die der Vorgesetzte über eine optimale Verhaltensweise gegenüber seinen Mitarbeitern besitzt.
- Voraussetzung der Mitarbeiter: Erfahrung, fachliches Wissen, Zu kunftsvorstellung in beruflicher und persönlicher Hinsicht, Umgang mit Problemsituationen
- Voraussetzung an die Situation: Art der Organisation und des Prob lems, Fähigkeiten der Gruppe19

Führungsstile kann man anhand verschiedener Gesichtspunkte bzw. Darstellungen betrachten. Diese unterscheiden sich vor allem in der Anzahl derDimensionen. Dies bedeutet, dass die Zahl der betrachteten Leitmerkmalevariiert.20 Im Folgenden wird zunächst der eindimensionale Führungsstil erklärt und bewertet. Daraufhin erfolgt zum Vergleich die Darstellung mehrdimensionaler Führungsstile anhand des Verhaltensgitters von Blake/Mouton.

3. Der eindimensionale Führungsstil

Bei dem eindimensionalen Führungsstil fließt die Betrachtung eines einzigenLeitmerkmals, der “Grad der Einbeziehung der Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess“, ein. Entlang dieses Merkmals differenziert man zwischeneinzelnen Führungsstilen, wobei die beiden Extremstile die Endpunkte derBeurteilung bilden.21

Eine der ältesten dieser Klassifizierungen stellte der Amerikaner Lewin 1940auf. Er benannte dabei die Extremstile autoritär bzw. kooperativ als Endpunkte und ergänzte diese durch den Laissez-Faire-Führungsstil.22 An diesemModell orientierten sich dann Tannenbaum/Schmidt, denen die reine Unter- scheidung von autoritär und kooperativ nicht ausreichte.23 Sie stellten ein Schema auf, bei dem der autoritäre Führungsstil links und der demokratischeFührungsstil rechts den Extremstil der Beurteilung darstellt. Zwischen diesenStilen gibt es weitere Führungsstile, die von links nach rechts den Grad derEinbeziehung der Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess erhöhen.24 Dieeindimensionale Betrachtungsweise kann somit als „Entweder-oderStandpunkt“ eingestuft werden. Entweder man entscheidet sich für eineneher autoritären oder einen eher demokratischen Führungsstil.25

Anhand des Schemas der Entscheidungspartizipation von Tannenbaum/Schmidt ist auch die folgende Strukturierung aufgebaut. Zunächst wirdder autoritäre Führungsstil betrachtet. Daraufhin werden dessen Unterschiede zum patriarchalischen und beratenden Führungsstil angeführt. Letzteregrenzen eng an den autoritären Führungsstil, deswegen wird in der Gliederung auf die einzelne Nennung und genaue Erläuterung verzichtet. Gleichesgilt für den demokratischen und dem partizipativen Führungsstil, die dem kooperativen Führungsstil sehr nahe kommen.26 Hinzugefügt wird noch derLaissez-faire Führungsstil, da er neben dem kooperativen bzw. autoritärenFührungsstil die klassischen Führungsstile von Lewin komplettiert.

3.1. Der autoritäre Führungsstil und seine Formen

3.1.1. Der autoritäre Führungsstil

Bei dem autoritären Führungsstil geht die Entscheidungsgewalt nur vomVorgesetzten aus. Es herrscht allgemein wenig Kommunikation zwischenFührendem und seinen Mitarbeitern. Den Angestellten werden ausschließlichnotwendige Informationen mitgeteilt. So wird deutlich, dass das Denken undOrganisieren nur aufseiten des Vorgesetzten stattfindet, die Mitarbeiter haben nur zu befolgen, totaler Gehorsam wird gefordert. Dies bewirkt, dass dieMitarbeiter oftmals nicht wissen, wofür sie ihre Aufgabe zu erledigen haben.

[...]


1 Vgl. Hentze/Kammel/Lindert, Personalführungslehre, S. 7

2 Vgl. Comelli/Rosenstiel, Führung durch Motivation, S. 85

3 Vgl. Bea/Friedl/Schweitzer, Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, S. 1

4 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 9

5 Vgl. Mühlbradt, Wirtschaftslexikon: Daten, Fakten, Zusammenhänge, S. 132

6 Vgl. Rühli, Gestaltungsmöglichkeiten der Unternehmensführung, S. 36-38

7 Vgl. Hentze/Kammel/Lindert, Personalführungslehre, S. 29

8 Vgl. http://www.personalführung.org, Stand 11.10.12

9 Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S.9 (zitiert nach Tannenbaum/Weschler/Massarik, Leadership, S. 24)

10 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 13

11 Vgl. Seidel/Jung/Redel, Führungsstil und Führungsorganisation, S. 207

12 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 10/11

13 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 9/10

14 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 14/15

15 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 15

16 Vgl. Rahn, Unternehmensführung, S. 57

17 Vgl. Rühli, Gestaltungsmöglichkeiten der Unternehmensführung, S. 21

18 Vgl. Hentze/Kammel/Lindert, Personalführungslehre, S. 245

19 Vgl. Jung, Personalwirtschaft, S. 416

20 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 32

21 Vgl. Timmermann, Personalführung, S.26

22 Vgl. Rahn, Unternehmensführung, S. 57

23 Vgl. Hentze/Kammel/Lindert, Personalführungslehre, S. 251

24 Siehe Abbildung 1 im Anhang auf Seite 15

25 Vgl. Baumgarten, Führungsstile und Führungstechniken, S. 50

26 Vgl. Jung, Personalwirtschaft, S. 415

Details

Seiten
21
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656962779
ISBN (Buch)
9783656962786
Dateigröße
707 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284560
Institution / Hochschule
Berufsakademie für Bankwirtschaft, Rendsburg
Note
1,3
Schlagworte
Führungsstile autoritär kooperativ laissez-faire Personal

Autor

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Titel: Führungsstile in der Personalführung. Wesen, Unterschiede und kritische Würdigung