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Die Komplexität der Fachsprache Ökologie

Hausarbeit 2011 21 Seiten

Didaktik - Deutsch - Deutsch als Fremdsprache

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fachsprache Ökologie
2.1 Entwicklung und Geschichte
2.2 Fachsprache im Biologieunterricht

3. Vorstellung des Untersuchungsmaterials
3.1 Biologie GN Ökologie
3.2 Grüne Reihe Ökologie
3.3. Taschenlehrbuch Ökologie
3.4 Biologie in unserer Zeit (BUIZ)

4. Vergleich: BÖ, Grüne Reihe und Taschenlehrbuch
4.1 Lexik
4.2 Syntax
4.3 Text

5. Die Komplexität der Zeitschrift BIUZ: Vergleich
5.1 Lexik
5.2 Syntax
5.3 Text

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Biologie wird im 21. Jahrhundert den heutigen Rang von Chemie und Physik einnehmen – hatte einmal der amerikanische Prognostiker John Naisbitt[1] gesagt. Und tatsächlich ist heutzutage Biologie ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Die Teildisziplin Ökologie zum Beispiel spielt heute eine wichtige Rolle

Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand von ökologischen Textauszügen herauszufinden wie komplex die Fachsprache Ökologie in einer Zeitschrift ist. Die Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: Ist die ökologische Fachzeitschrift lexikalisch, syntaktisch und auf der Textebene wirklich viel komplexer als Schulbücher oder das Taschenlehrbuch? Haben die ökologischen Textauszüge viele Gemeinsamkeiten oder weisen sie mehr Unterschiede auf? Aus diesem Grund erscheint mir ein Vergleich unterschiedlicher ökologischer Texte als sinnvoll, um diese Fragen beantworten zu können

Zuerst stelle ich kurz die Fachsprache Ökologie, ihre Entwicklung und Geschichte sowie die besonderen Merkmale vor. Des Weiteren wird die Fachsprache Ökologie im Biologie-unterricht kurz dargestellt. Daraufhin folgt die Vorstellung des Untersuchungsmaterials, die die Schulbücher Biologie GN Ökologie (BÖ), Grüne Reihe Ökologie (Grüne Reihe), das Taschenlehrbuch Ökologie (Taschenlehrbuch) und die Biologie-Zeitschrift Biologie in unserer Zeit (BIUZ) einschließt

Im nächsten Kapitel werden zunächst die Auszüge aus BÖ, Grüne Reihe und dem Taschenlehrbuch auf drei sprachlichen Ebenen (Lexik, Syntax und Text) miteinander verglichen. Um einen besseren und nachvollziehbaren Vergleich zu erzielen, sind alle Ausschnitte thematisch aufeinander abgestimmt. In den Textausschnitten, die vom Ökosystem See handeln, werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgezeigt. Nach diesem Vergleich wird auch die Zeitschrift BIUZ auf der lexikalischen, syntaktischen und textuellen Ebene untersucht, wobei hier ebenfalls die vorherigen Auszüge zum Vergleich herangezogen werden

Da der Umfang dieser Hausarbeit begrenzt ist, konzentriere ich mich bei der Beschäftigung mit der Fachsprache Ökologie auf die mir am wichtigsten erscheinenden und die auffälligen Merkmale. Am Ende wird eine Zusammenfassung die Ergebnisse des Vergleichs in kurzer Form wiedergeben und die gestellten Fragen und Annahmen bestätigen oder verwerfen

2. Fachsprache Ökologie

2.1 Entwicklung und Geschichte

Die Geschichte der Fachsprache der Ökologie gilt mit Ausnahme von einigen wenigen Lexem-und Begriffsgeschichten als weitgehend unerforscht. Die Geschichte der Ökologie selbst war bis Anfang des 20. Jahrhunderts aus der europäischen allgemeinen Wissenschafts- und Geistesgeschichte abgeleitet worden. Später aber beeinflussten die wirtschafts-und gesellschaftsgeschichtlichen Entwicklungen die Geschichte der Ökologie (Haß-Zumkehr 1998: 1363)

Auch wenn die Ökologie zunehmend an Selbstständigkeit gewonnen hat, zählt sie meist noch immer zu einer Subdisziplin der Biologie. Deshalb ist es anzunehmen, dass die Fachsprache der Ökologie und der Biologie im Allgemeinen viele Ähnlichkeiten aufweisen. Ein Beispiel dafür ist die lateinisch-deutsche Mischterminologie, „die sich im späten 18. Jahrhundert vom Gelehrtenlatein zur Volkssprache entwickelte.“(Haß-Zumkehr 1998: 1364) Die Biologie selbst war bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine praktizierende vorwissenschaftliche Naturbetrachtung mit deskriptivem Charakter sowie von philosophischen-spekulativen Einflüssen geprägt. Mit dem ansteigenden Umweltbewusstsein ab der Mitte des 20. Jahrhunderts gewann die Teildisziplin Ökologie an Bedeutung und wird heutzutage als Synonym für den Umweltschutz verstanden

Durch den naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritt im 20. Jahrhundert traten die Anglizismen zunehmend in den Vordergrund. Des Weiteren ist die internationale Kongresssprache seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht mehr Deutsch, sondern Englisch. Die Gründe für das Englische als eine Universalsprache sind vielfältig. Einerseits konnte die USA als aufsteigende Weltmacht sich intensiv der biologischen Forschung widmen, andererseits weist die englische Sprache nicht die Kompliziertheit des Deutschen auf. Außerdem ist noch zu erwähnen, dass die Niederlagen in beiden Weltkriegen und die NS-Vergangenheit Deutschland isolierten ( Fäßler 1997:1262)

Im Gegensatz zu anderen Naturwissenschaften wie Chemie spielte Latein und Griechisch nur bei der Fachwortbildung der Fachsprache Biologie/Ökologie eine wichtige Rolle. Außerdem gehört die Ökologie zu einem interdisziplinären Teilgebiet, welches unter anderem mit Chemie, Geografie sowie Mathematik verflochten ist. (Haß-Zumkehr 1998: 1365) Aufgrund der Interdisziplinarität bemüht sich die Fachsprache der Ökologie um eine allgemeinverständliche, dennoch meist gehobene und naturwissenschaftliche Ausdrucksweise

Das Ziel der fachsprachlichen Texte besteht oft nicht nur darin, zu informieren, sondern auch darin an den Leser zu appellieren. Denn die Ökologie ist eng mit den gesellschaftlichen Problemen verbunden. Des Weiteren ist zu betonen, dass die naturwissenschaftlichen Disziplinen ähnlichen Wortschatz gebrauchen, welcher folgende Ursprünge aufweist:

(1) aus dem Lateinischen gebildeten, an die jeweilige Nationalsprache mehr oder weniger assimilierten Europäismen (z.B. Klimax, anthropogen),
(2) aus den einzelsprachlichen Äquivalenten lateinischer taxonomischer Benennungen, soweit sie allgemein gebräuchlich sind (z.B. Katze für felis, Veilchen für viola) sowie aus weiteren indigenen einzelsprachlichen Äquivalenten (Anpassung für adaptation),
(3) aus anglo-amerikanischen Ausdrücken. Offenbar weist die englische Fachsprache der Ökologie umgekehrt einige wenige Germanismen auf [...] Zwischen allen drei Herkunftsbereichen des Wortschatzes existieren vermutlich vor allem aufgrund der Multidisziplinarität des Fachs, nicht wenige Überschneidungen, die zu Polysemie, Synonymie oder Vagheit führen

( Haß-Zumkehr 1998: 1366 )

Die häufigste Wortart, die in den ökologischen Fachtexten auftritt, ist das Nomen, gefolgt von Adjektiven und Adverbien. Die Verben bleiben meist fachlich unspezifisch und „bringen den hermeneutischen Aspekt der Ökologie besonders deutlich zum Ausdruck“. (Haß-Zumkehr 1998:1367) Typisch für einen fachwissenschaftlichen Text ist es, dass er aus einem Kernvokabular besteht, auch key words genannt

In der Fachsprachenforschung setzen sich die Experten mit den Begriffen und den dazugehörenden Bedeutungen in wissenschaftlich-ökologischen Büchern auseinander. Deren Ziel ist es, die Ursachen für die Begriffsvielfalt oder Neuprägungen herauszufinden, welches sich aber als schwierig erweist und spekulativ bleiben muss. In den Texten der neuen Ökologie kommt es oft vor, dass die syntaktischen Muster mit denen der Biologie und Mathematik übereinstimmen. Der Satzbau ist meistens parataktisch mit spezifizierenden Objektsätzen und seltener mit Kausalsätzen aufgebaut. Außerdem dienen zur Veranschaulichung der Beschreibungen abstrahierende Schemata, Diagramme, regelkreis- und mathematische Kurvendarstellungen (Haß-Zumkehr 1998: 1367-1368)

2.2 Fachsprache im Biologieunterricht

Der Themenbereich „Ökologie/Umwelt“ ist ein fester Bestandteil des Biologieunterrichts, der immer wieder behandelt wird. Schon im Sachunterricht der Primarstufe werden die Schüler für eine ökologische Sichtweise ihrer Umwelt sensibilisiert. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Ökologie findet in den Fächern Biologie und Erdkunde der SekundarstufeI statt. Die häufigsten Themenbereiche des Ökosystems See sind: die Verschmutzung des Wassers, der ökologische sinnvolle Umgang mit Wasser u.a. Zum besseren Einstieg in das neue Thema gibt es Vorinformationen, Glossare und Ähnliches. Besonders die lexikalischen Aspekte sind durch neue und auch in späteren Schuljahren Fremdwörter und Fachbegriffe geprägt. Die Satz-und Textebene sind im Vergleich zur lexikalischen Ebene einfach dargestellt und verständlich. Die Schulbücher haben ihre eigene Fachsprache, die sich speziell an die Schüler richten. Viele Wörter gehören der allgemeinen Sprache an. Nur in einem ökologischen/biologischen Zusammenhang erhalten sie eine fachbezogene Bedeutung. Die didaktischen Texte werden mit vielen bunten und anschaulichen Illustrationen und Fotos untermalt ( Bäcker 1995: 42-44 )

3. Vorstellung des Untersuchungsmaterials

3.1 Biologie GN Ökologie

Biologie GN Ökologie ist ein ansprechendes und praxisnahes Schulbuch, das für die SekundarstufeI für das Gymnasium geeignet ist. Die didaktisch-methodische Konzeption ermöglicht einen modernen Unterricht. Es geht um die aktuellen Themen, die das Interesse wecken und zur Beschäftigung mit der Biologie motivieren. Die Schüler haben die Möglichkeit eigenständig an unterschiedlichen ökologischen Themenbereichen zu arbeiten. Es werden unterschiedliche Ökosysteme vorgestellt, die den Menschen umgeben. Viele verständliche Versuchsanleitungen stehen den Schülern zur Auswahl. Durch die regelmäßigen Zusammenfassungen können die Schüler ihr Fachwissen sichern und wiederholen (Hesse 1995: 4)

3.2 Grüne Reihe Ökologie

Der Schülerband Grüne Reihe widmet sich dem Schwerpunkt Ökologie, der vertieft und umfangreich dargestellt wird. Darüber hinaus ist dieses Buch wissenschaftlich fundiert und praxisorientiert. Denn es beinhaltet die neusten Methoden und Kenntnisse aus der Wissenschaft. Dieser Band ist für den Oberstufen-Biologieunterricht auf hohem inhaltlichem Niveau konzipiert. Es werden sowohl klassische Themen als auch aktuelle Aspekte der Ökologie berücksichtigt. Dazu gehören die Grundbegriffe der Ökologie, abiotische

biotische Faktoren, Systemökologie, ausgewählte Ökosysteme sowie die Rolle des Menschen in seiner Umwelt. Des Weiteren gibt es viele Beispiele und Abbildungen, die die Sachverhalte veranschaulichen. Außerdem zeigen Exkurse interessante Aspekte aus den Nachbardisziplinen. Darüber hinaus sind die Doppelseiten, die ein Thema oder einen Begriff behandeln, für das Einprägen hilfreich ( Starke 2004: 5 )

3.3. Taschenlehrbuch Ökologie

Das Taschenlehrbuch Biologie Ökologie – Evolution richtet sich an Studenten, die seit kurzem ihr Biologie-Studium aufgenommen haben. Dieses Buch unterstützt sie beim Erlernen des Grundwissens aller biologischer Fachdisziplinen. Außerdem vermittelt es ein fundiertes Verständnis für biologische Zusammenhänge und Prinzipien. In diesem Band liegt der Schwerpunkt auf den Organismen und ihre Beziehungen untereinander und mit ihrer Umwelt. Es geht hier um Lebensgemeinschaften, Ökosysteme, Faktoren und Wechselwirkungen

Die Buchautoren bemühen sich um kurz gefasste, aber trotzdem verständliche Texte mit vielen Hervorhebungen. Farbig markierte Abschnitte informieren den Leser über die Anwendungsmöglichkeiten und Methoden, die sich aus den beschriebenen biologischen Prinzipien ergeben. Außerdem helfen die farbigen Abbildungen die komplexen Sachverhalte zu erschließen. Zusammenfassungen am Ende tragen das Wichtigste zusammen ( Brose 2009: 4-7 )

[...]


[1] John Naisbitt (*1930)

Details

Seiten
21
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656847953
ISBN (Buch)
9783656847960
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284484
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
2,7
Schlagworte
Ökologie Biologie Fachsprache Schulbuch

Autor

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