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Vorschläge zur Modernisierung der Projektarbeit im Englischunterricht

Hausarbeit 2012 12 Seiten

Anglistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Projektarbeit
2.1. Begriffserklärung und Definition
2.2. Formen von Projektarbeit
2.3. Phasen und Kriterien des Projektunterrichts
2.4. Probleme und Grenzen der Projektarbeit
2.5. Merkmale eines projektorientierten Englischunterrichts

3. E-Mail-Projekte
3.1. Voraussetzungen für E-Mail-Projekte
3.2. Vorbereitung eines E-Mail-Projektes
3.3. Durchführungsbeispiel eines E-Mail-Projektes
3.4. Vorteile von E-Mail-Projekten

4. Schlussgedanken

5. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Viele junge Lehrer sind aktive User in Internet-Foren[1], bei denen sie ihre Eindrücke vom eigenen Unterricht widergeben und nach Hilfe suchen können, falls es in der Schule nicht so läuft, wie sie es sich vorstellen. Erschreckend ist wenn man liest, dass einige ihren eigenen Englischunterricht langweilig finden. Wenn Letzteres der Fall ist, werden die Schüler ihn wohl kaum spannend finden und daraus resultierendes Desinteresse führt zu schlechter werdenden Leistungen. Ein Grund dafür, dass der Englischunterricht langweilig werden könnte, ist, wenn er in der Schule kaum handlungsorientiert praktiziert wird. Wenn man als Schüler ständig mit dem Lehrbuch, bei dem fast jedes Kapitel gleich aufgebaut ist[2], arbeiten muss, verwundert es nicht, dass keine Begeisterung aufkommt, wenn es um das Fach Englisch geht. Dazu kommt, dass der Grammatikunterricht nicht zu kurz kommen darf und ausgiebig behandelt werden muss. Letzterer trifft ja auch schon im Fach Deutsch auf Ablehnung.

„Wieso kämpfen Lehrwerke, Lehrinnen und Lehrer mit allen möglichen Tricks, um Lernende – wenn sie sie schon nicht interessieren können – wenigstens zum Stillhalten zu bewegen, wenn die grammatische Dimension der Sprache thematisiert wird“ (Boettcher: 2009, XI)?

Viele Schüler finden Grammatik langweilig, was zum einen daran liegt, dass ihnen nicht deutlich gemacht wird, wozu sie sie brauchen und wieso das Untersuchen der Sprache so wichtig ist, und zum anderen, weil der sonstige Unterricht ebenfalls nicht handlungsorientiert praktiziert wird. Letzteres trifft nicht auf den Projektunterricht zu, denn bei der Projektarbeit müssen die Schüler selbstständig arbeiten und der Lehrer fungiert als Lernbegleiter und nicht ausschließlich als Wissensvermittler, der den Lehrstoff den Schülern frontal erklärt. Natürlich kann der Englischunterricht nicht dauerhaft durch Projektarbeit realisiert werden. Letzteres stellt jedoch eine interessante Methode dar, die viel Abwechslung in den Unterricht bringen und die Schüler zum Lernen der Sprache motivieren kann, sodass sie im Anschluss auch mehr Begeisterung für den grammatikalischen Teil der Lehreinheit zeigen könnten. Die englische Sprache wird am besten in der Praxis gelernt und die Projektarbeit bietet Möglichkeiten zur Anwendung. Es ist nämlich wichtig, dass die heutigen Schüler sich für Englisch interessieren, da diese Sprache durch die voranschreitende Globalisierung immer mehr an Bedeutung zunimmt.

2. Die Projektarbeit

2.1. Begriffserklärung und Definition

In der Schulpädagogik werden für die Projektarbeit auch die Begriffe Projektunterricht oder Projektmethode verwendet. Diese Bezeichnungen können als Synonyme angesehen werden und darüber hinaus liest man auch oft den Terminus projektartiger oder projektbezogener Unterricht. Projekt ist eine mögliche verkürzte Benennung für die thematisierte Reformidee.

Die Projektarbeit ist eine „ganzheitliche, integrative Lernform […], der ein Höchstmaß an curricularer Offenheit zukomme und die den bestmöglichen Raum für Lernermitbestimmung und Schülerorientierung bei Themenfindung und Lernzielfestlegung, für Binnendifferenzierung und kooperatives Verhalten bereitstelle […]“ (Legutke 1988: 185). Einfacher ausgedrückt, kann man den Projektunterricht auch „[…] als eine Unterrichtsform [verstehen], in der Lehrer(innen) und Schüler(innen) die Bearbeitung eines […] Themas bzw. Problems vereinbaren, Arbeitspläne entwerfen, sich arbeitsteilig der Bearbeitung des Problems zuwenden und die Ergebnisse der Arbeit anderen vermitteln“ (Bastian/Combe 2004: 246).

Dieser Unterricht kann dabei in verschiedenen Formen realisiert werden und besteht aus speziellen Phasen, welche im Folgenden näher betrachtet werden.

2.2. Formen von Projektarbeit

Projekte können unterschiedlich ausgeführt werden. Dieser handlungsorientierte Unterricht kann sich beispielsweise von seiner Größe unterscheiden. In der Schule werden Projektwochen angeboten, bei denen man dann von Großprojekten sprechen kann. Wenn die Projektmethode im Englisch-Unterricht angeboten wird, erstreckt sich diese Arbeitsweise meist nicht über Wochen und kann teilweise auch nur zwei Stunden dauern. Ist Letzteres der Fall, würde man eher von projektorientiertem Lernen sprechen. Projektunterricht kann sich aber nicht nur durch die Größe des jeweiligen Projektes unterscheiden, sondern auch durch die spezielle Form seiner Ausführung. Rüschoff und Wolff (1999: 152) listen in ihrem Werk dabei vier verschiedene Arten von Projektarbeit auf: Partnerlose Projekte, Bilaterale Projekte, Offene Projekte und Geschlossene Projekte. Bei partnerlosen Projekten arbeiten die Schüler, wie der Name schon sagt, selbstständig. Trotzdem haben sie verschiedene Hilfen, die ihnen angeboten werden, wie z.B. „Möglichkeiten der Telekommunikation, um sich über das Thema zu informieren […]“ (Rüschoff und Wolff 1999: 152). Bei bilateralen Projekten gibt es zwei Lerngruppen. In Kapitel 3 wird auf E-Mail-Projekte, die diese Form widerspiegeln, eingegangen. Dort haben wir nämlich eine deutschsprachige Klasse, die zusammen mit einer englischsprachigen Partnerklasse via Internet an einem Projekt arbeitet. Bei offenen Projekten können die Schüler eigenständig ein Thema wählen. Jeder darf an einem Projekt seiner Wahl arbeiten und kann einen Teil dazu beitragen, ohne sich dabei zwingend mit anderen Schülern absprechen zu müssen. Im Gegensatz dazu sind bei geschlossenen Projekten den Schülern Grenzen gesetzt, wie z.B. eine festgelegte Teilnehmerzahl, Thematik oder ein vorgeschriebener Ablauf.

2.3. Phasen und Kriterien des Projektunterrichts

Linthout (2004: 36-37) unterteilt die Projektarbeit in drei Phasen: Die Einstiegsphase, bei der die Themenfindung, -entscheidung, –vorstellung und allgemeine Planung im Vordergrund stehen; die Erarbeitungsphase, bei der die Schüler Material beschaffen müssen, das Thema bearbeiten, ihre Arbeit koordinieren und reflektieren; und die Auswertungsphase, bei der die Ergebnisse präsentiert, bewertet und ausdiskutiert werden.

Lindhout führt außerdem an, dass in der Erarbeitungsphase, die Ziele im Hinblick auf die Fremdsprache besprochen werden müssten. Das Ziel der Projektarbeit ist im Allgemeinen die Verbesserung der Selbstorganisation und des selbstständigen Arbeitens der Schüler, doch speziell im Englischunterricht ist der Gewinn weiterer Fähigkeiten in der Fremdsprache ebenfalls essenziell und sollte Folge erfolgreicher Anwendung dieser Unterrichtsmethode sein.

Damit die Projektarbeit funktioniert, kann man zusammenfassend sagen, dass: a) am Anfang ein Thema bzw. Problem (im Idealfall gesellschaftsrelevant) vorhanden sein muss, welches die Schüler bearbeiten; b) eine Vorstellung, Präsentation, Werk oder allgemein ein Produkt ein Ziel darstellen müssen, worauf alle hinarbeiten; c) die Schüler das Projekt selbst bearbeiten müssen und der Lehrer nur als Berater fungiert; und d) ein Termin für die Fertigstellung vereinbart werden muss, um die Arbeit optimal zu organisieren.

2.4. Probleme und Grenzen der Projektarbeit

Die Projektmethode kann natürlich nicht ständig angewendet werden. Man sollte auf sie verzichten, wenn die Schüler z.B. Lernaufgaben in kurzer Zeit bearbeiten sollen oder wenn ein bestimmter Sachverhalt zunächst gelehrt werden muss. Die Projektarbeit kann außerdem auch zu einem ungenügenden Ergebnis führen. „Die Fremdsprache bleibt auf der Strecke. In den Gruppen wird die Muttersprache gesprochen. […] Die Zusammenarbeit und Informationsvermittlung in den Gruppen funktionieren nicht: Der eine weiß nicht was der andere getan hat“ (Linthout 2004: 111). Dies sind Probleme, die auftauchen können. Der Lehrer kann bei der Projektarbeit außerdem mit einem eventuell hohen Geräuschpegel rechnen und es kann zur Ausgrenzung von Außenseitern kommen. Ihm sind hinzufügend Grenzen bei der Planung des Unterrichts gesetzt, da Projekte großen Organisationsaufwand zur Folge haben und die Räumlichkeiten und Zeitplanung festgelegt werden müssen. Es ist auch nicht garantiert, dass Schüler bei dieser handlungsorientierten Methode aufblühen. Schlecht organisierte Kinder werden es gerade am Anfang wohl sehr schwer haben Fuß zu fassen.

2.5. Merkmale eines projektorientierten Englischunterrichts

Gudjohns (2008: 79-84) nennt u.a. folgende Merkmale für ein Projekt:

- Situationsbezug
- Orientierung an den Interessen der Beteiligten
- Gesellschaftliche Praxisrelevanz
- Zielgerichtete Projektplanung
- Selbstorganisation und Selbstverantwortung
- Soziales Lernen findet statt

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783656844419
ISBN (Buch)
9783656844426
Dateigröße
381 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v284371
Institution / Hochschule
Universität Rostock – Institut für Anglistik/Amerikanistik
Note
2,0
Schlagworte
Fachdidaktik Englisch Projekte Projektarbeit Englischunterricht

Autor

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Titel: Vorschläge zur Modernisierung der Projektarbeit im Englischunterricht