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Kommunikative Grundkompetenzen pädagogischen Handelns. Die klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie Carl Ransom Rogers

Seminararbeit 2014 19 Seiten

Pädagogik - Allgemein

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Beratung, ein gesellschaftliches Phänomen
1.2 Vorgehensweise und Inhalt

2. Rogers Theorie der klientenzentrierten Beratung
2.1 Historische Einordnung
2.2 Aktualisierungstendenz
2.3 Die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung
2.4 Die therapeutische Beziehung und Grundhaltung
2.4.1 Empathie oder einfühlendes Verstehen
2.4.2 Wertschätzung oder bedingungsfreies Akzeptieren
2.4.3 Kongruenz oder Echtheit – reales Zugegensein, Übereinstimmung mit sich selbst

3. Das pädagogische Gesprächstraining (PGT)
3.1 Hilfestellung für die praktische Arbeit
3.1.1 Erweiterung der Handlungskompetenz
3.1.2 Erweiterung der Diagnosekompetenz
3.2 Das Baustein- System

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einführung

1.1 Beratung, ein gesellschaftliches Phänomen

Der Bedarf an Beratung nimmt stetig zu und die Ursachen dafür sind offensichtlich. Die Gesellschaft befindet sich in einem rasanten, ständigen Wandel, welcher in unterschiedliche Lebensbereiche eingreift, diese verkompliziert und von jeher geltende Normen und Werte zum Teil aufhebt. Dieser Wandel birgt für jedes Individuum die Notwendigkeit sich mit den unüberschaubaren, vielzähligen Veränderungen und neuen Rahmen-bedingungen auseinanderzusetzen, was oft zur Orientierungslosigkeit und Verzweiflung führt.1 An diese Stelle treten nun unter anderem Therapeuten, Berater und Pädagogen, die ihr Fachwissen in Form von Ratschlägen, Informationen und Deutungen an den Hilfesuchenden weitergeben, verbunden mit dem Ziel, dass die Aneignung des Wissens und der Informationen durch den Klienten zu einer Verbesserung der Problembewältigung beiträgt.2 In allen Beratungsstellen, an die sich Menschen wenden, die mit einschneidenden Lebensereignissen, wie Krankheit, Scheidung, Arbeitsplatzverlust oder dem Tod von Angehörigen konfrontiert sind, müssen die Experten nicht nur ihre Kompetenzen, Strategien und Erfahrungen angepasst an die vorliegende Problematik, sondern auch ihr Wissen bezüglich der Vernetzung von Hilfsangeboten anwenden. Grundsätzlich stellt Beratung einen Prozess der sozialen Beeinflussung im Kontext einer zwischenmenschlichen Beziehung von Klient und Berater dar. Hierbei ist es Aufgabe des Experten nicht nur mit seinem Fachwissen zu beraten, sondern auch als gleichgestellter, einfühlsamer und zuverlässiger Partner zu kommunizieren und zu fungieren, um beim Klienten einen Lernprozess in Gang zu setzen und somit dessen eigenen Handlungskompetenzen zu verbessern, um das Problem letztendlich zu bewältigen.3 Diese Beziehung zwischen Klient und Therapeut und dessen Grundeinstellung sieht Carl Ransom Rogers als Voraussetzung für einen positiven Verlauf des Therapieprozesses. Echtheit des Therapeuten, bedingungsfreies und vollständiges Akzeptieren des Klienten von Seiten des Therapeuten und ein einfühlendes Verstehen stellen ein optimales Klima her, in welchem der Klient zwanglos wachsen und sich frei entfalten kann. Die drei angeführten Bedingungen, die dem Klienten vermittelt und von ihm wahrgenommen werden müssen, sind maßgeblich für den Therapieverlauf und für Veränderungen innerhalb der Persönlichkeit des Klienten.4

1.2 Vorgehensweise und Inhalt

In der folgenden Ausarbeitung werden hinsichtlich kommunikativer Grundkompetenzen Carl Rogers Theorie der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie und als Praxisbeispiel das Pädagogische Gesprächstraining analysiert und verknüpft. Nach einleitenden Informationen über die Person Rogers sowie der historischen Entwicklung seiner Theorie folgt eine Ausführung der Aktualisierungstendenz als Basis und Ausgangsthese. Ein besonderes Augenmerk soll auf die drei von Rogers konzipierten Grundhaltungen des Therapeuten - Empathie, Kongruenz und Akzeptanz – gelegt werden. In Hinblick auf das Gesprächstraining werden Grundlagen und die Vermittlung betreffend sowohl die Art und Weise als auch Inhaltliches geschildert. Ein Resümee über die Frage, was nun eigentlich kommunikative Grundkompetenzen pädagogischen Handelns sind und inwiefern es möglich ist sich diese anzueignen, beschließt die Arbeit.

2. Rogers Theorie der klientenzentrierten Beratung

2.1 Historische Einordnung

Die wichtigste Schaffensperiode des Begründers der klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie, Carl Rogers, erstreckt sich von 1940 bis 1963 und dokumentiert zudem seine berufliche Laufbahn als Professor an den Universitäten Ohio, Chicago und Wisconsin.5 In der ersten Entwicklungsphase, von 1940 bis 1950, fand die Theorie als Beratungs- und Therapiemethode unter der Bezeichnung „nicht- direktiv“ Eingang. Hier wird insbesondere betont, dass der Klient im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht und nicht als Behandlungsobjekt betrachtet wird. Die Aufgabe des Therapeuten besteht darin ein förderliches Klima herzustellen, um dem Klienten die Möglichkeit zur Selbstregulation, freien Entfaltung und zum Wachstum zu geben.6

„Das Individuum steht im Mittelpunkt der Betrachtung und nicht das Problem. Das Ziel ist es nicht, ein bestimmtes Problem zu lösen, sondern dem Individuum zu helfen, sich zu entwickeln, so daß es mit dem gegenwärtigen Problem und mit späteren Problemen auf besser integrierte Weise fertig wird.“7

So lautet die Grundhypothese Rogers, die die nicht- direktive Komponente seiner Auffassung von Beratung hervorhebt8:

„Wirksame Beratung besteht aus einer eindeutig strukturierten, gewährenden Beziehung, die es dem Klienten ermöglicht, zu einem Verständnis seiner selbst in einem Ausmaß zu gelangen, das ihn befähigt, aufgrund dieser neuen Orientierung positive Schritte zu unternehmen."9

In dieser Beziehung spielt das nicht-direktive Verhalten des Therapeuten eine gewichtige Rolle. Dies bedeutet, dass der Therapeut keinen Druck auf den Klienten ausübt, es vermeidet eigene Wünsche und Ziele durchzusetzen und ihm weder Handlungsanweisungen gibt noch versucht ihn zu beeinflussen.10

In der zweiten Phase seines Schaffens, von 1950 bis 1960, wurde die nicht- direktive Beratung durch den Terminus der klientenzentrierten Psychotherapie ersetzt, um zu betonen, dass der Fokus nun auf der Selbstexploration des Klienten liegt.11 Dies lässt sich beschreiben als Versuch des Klienten im Therapieprozess sein inneres Erleben und die gegenwärtige Erfahrung, sowie die damit verbundenen Gefühle und Bewertungen zu verbalisieren.12 In diesem Prozess Selbstexploration offenbart sich der Therapeut kaum, er ist nicht mehr er selbst, sondern fühlt sich in den Klienten hinein, wird somit zu dessen zweitem Ich und begleitet ihn auf dem Weg der Selbstfindung.13

„Der Therapeut dient nicht mehr nur als Spiegel, sondern wird zu einem Gefährten, der den Klienten bei seiner Suche in einem tiefdunklen und dicht verwachsenen Wald begleitet. […] Der Therapeut [sagt] generell […]: »Ich versuche, mich in Ihrer Nähe zu halten«.“14

Zu den Bedingungen, die der Therapeut für einen erfolgreichen Verlauf der Therapie nicht nur entwickeln und erfüllen, sondern dem Klienten auch eindeutig vermitteln muss, zählen die Echtheit des Therapeuten, dessen bedingungslose Wertschätzung und das emphatische Verstehen des inneren Bezugssystems des Klienten.15 Daraus schließend liegt der Schwerpunkt des klientenzentrierten Ansatzes weniger auf den Symptomen oder deren Behandlung, sondern auf dem Prozess der Beziehung zwischen Therapeut und Klient.16 Eine letzte Weiterentwicklung erfuhr der Ansatz um 1960, als zum einen die Anwendung auf ein breiteres Publikum, chronisch Schizophrener, ausgedehnt wurde. Diese erhielten im Rahmen des sogenannten Wisconsin Projektes, einem Forschungsprogramm, therapeutische Hilfe.17 Dieses Projekt verdeutlichte, dass in diesem Fall die Selbstexploration des Klienten nicht möglich ist, sich der Therapeut mehr einbringen und somit das bis jetzt praktizierte Vorgehen überdacht werden muss.18 Des Weiteren tritt in den sechziger Jahren Rogers Interesse für die Arbeit mit Encountergruppen in den Vordergrund. Hierbei handelt es sich um das Zusammentreffen von gesunden Menschen, die sich durch die Gruppenerfahrung eine Weiterentwicklung ihrer Persönlichkeit erhoffen. Die Erfahrungen in der Gruppe, sowie jene, welche Rogers in seiner beruflichen Laufbahn sammeln konnte, führten bei ihm zur Feststellung, dass die drei, bereits oben erwähnten, Grundhaltungen des Therapeuten in allen zwischenmenschlichen Beziehungen von existenzieller Bedeutung sind. Demnach ersetze Rogers den Terminus klientenzentriert durch personenzentriert oder personenbezogen.19 Mitunter ist auch die Tatsache, dass Rogers in eine persönliche Krise, ausgelöst durch die therapeutische

Arbeit mit einer Klientin, geriet und seine daran anknüpfende Psychotherapie, ein Grund für das Umdenken und Umstrukturieren der bis dato angewandten Methoden ist.20

2.2 Aktualisierungstendenz

Rogers geht bei seinem Therapiekonzept von der fundamentalen Grundannahme aus, dass jeder lebende Organismus, sei es Mensch oder Tier, eine angeborene Tendenz besitzt, alle notwendigen Kräfte zur Erhaltung und zum Wachstum des Körpers zu entwickeln, also nach vollständiger Selbstentfaltung zu streben.21 Die Aktualisierungstendenz, wie Rogers diese nennt, betitelt er zudem als „Haupttriebfeder des Lebens“, die den Drang jedes Individuums „sich auszuweiten, auszudehnen, zu entwickeln, autonom zu werden [und, KN] zu reifen“ erkennen lässt.22 Diese Tendenz wird jedoch häufig eingeschränkt, da viele eigene Impulse nicht mit den Anforderungen der Gesellschaft oder den der Eltern übereinstimmen. Kindern werden bspw. oft Bedingungen oder Werte aufgezwungen, die sie als eigene übernehmen sollen. Dies bewirkt, dass sie ihre eigenen Erfahrungen ignorieren, ihre Gefühle nicht ins Bewusstsein dringen können und sie sich somit von sich selbst dissoziieren.23 Darunter versteht man das Abspalten der seelischen von den körperlichen Funktionen des Körpers, was schwerwiegende psychologische Folgen nach sich zieht.24 Wenn die Aktualisierungstendenz jedoch nicht behindert wird und der Therapeut ein wachstumsförderndes Klima schafft, in dem das Individuum einfühlendes Verstehen, Echtheit seitens des Therapeuten und Wertschätzung erfährt, ist die Möglichkeit sich selbst wahrzunehmen, zu wachsen und sich zu entfalten gegeben.25 Diese drei unabdingbaren Grundhaltungen, die über den Verlauf des Therapieprozesses bestimmen, werden im Folgenden näher erläutert.

2.3 Die Bedeutung der zwischenmenschlichen Beziehung

„Wenn ich eine gewisse Art von Beziehung herstellen kann, dann wird der andere die Fähigkeit in sich selbst entdecken, diese Beziehung zu seiner Entfaltung zu nutzen, und Veränderung und persönliche Entwicklung finden statt.“26

Diese Grundhypothese Rogers verdeutlicht, wie elementar eine bestimmte Art von Beziehung zwischen Therapeut und Klient ist, um ein wachstumsförderndes Klima herzustellen und beträchtliche Veränderungen innerhalb der Gesamtpersönlichkeit des Klienten zu bewirken.27 Bestimmt wird die Beziehung durch die Einstellung des Therapeuten und nicht durch dessen Fachwissen oder allein der Anwendung einer bestimmten Methode. Dahingehend „ist ein Berater, der versucht, eine Methode anzuwenden, zum Mißerfolg verurteilt, solange diese Methode nicht mit seinen eigenen Grundeinstellungen übereinstimmt“.28 Empathie, Echtheit oder Kongruenz und das bedingungslose Akzeptieren des Klienten sind laut Rogers die drei Grundhaltungen des Therapeuten, die eine helfende Beziehung und eine dem Klienten entsprechende Kommunikationseben schaffen, um einen erfolgreichen Therapieverlauf zu garantieren.29

2.4 Die therapeutische Beziehung und Grundhaltung

2.4.1 Empathie oder einfühlendes Verstehen

Empathie versteht sich als präzises einfühlendes Verstehen, als Hineinversetzen in die innere Welt des Klienten und besteht darin, das innere Bezugssystem des Klienten zu übernehmen, die Welt so zu sehen, wie er sie sieht, den Klienten so zu sehen, wie er sich selbst sieht, dabei alle Vorstellungen vom äußeren Bezugssystem abzulegen und ihm etwas von diesem einfühlenden Verstehen mitzuteilen.30 Der Therapeut versucht also zum einen in der beratenden Situation nicht nur Mimik, Körperhaltung und den Bedeutungsgehalt des Gesagten zu analysieren, sondern vielmehr „in die Haut des Klienten zu schlüpfen“ und dessen Gefühle, Empfindungen und Einstellungen zu verstehen und selbst zu leben.31 In diesem Zusammenhang muss er davon absehen sich wertend zu äußern, exakte Entwicklungsabläufe der Therapie aufzustellen oder den Klienten in irgendeine Richtung zu drängen.32 Zudem trägt auch das Kommunizieren des Wahrgenommenen seitens des Therapeuten dazu bei, dass sich der Klient letztendlich öffnen, sich seiner Gefühlswelt bewusst werden und sich entwickeln kann.33 Wenn dies gelingt äußert er nicht nur die Gefühle und Einstellungen, die er vollen Bewusstseins wahrnimmt, sondern auch diejenigen, die in ihm noch verborgen oder ihm noch nicht vollends bewusst sind.34

Indem der Therapeut versucht eine von Wärme und Sicherheit geprägte Beziehung herzustellen, in der er versucht sich in die innere Welt des Klienten hineinzuversetzen und sie mit ihm wahrzunehmen, in der sich der Klient respektiert und akzeptiert fühlt, gelingt es dem Klienten sich der Gefühle aus seinem Inneren bewusst zu werden, sich selbst zu akzeptieren, zu öffnen und zu entfalten.35

2.4.2 Wertschätzung oder bedingungsfreies Akzeptieren

Diese Grundhaltung definiert Rogers als „ein warmherziges Anerkennen […] [des, KN] Individuums als Person von bedingungslosem Selbstwert – wertvoll, was auch immer seine Lage, sein Verhalten oder seine Gefühle sind. Das bedeutet Respekt und Zuneigung, eine Bereitschaft, ihn seine Gefühle auf seine Art haben zu lassen“.36 Vollkommen bedeutungslos welches Verhalten oder welche Art von Gefühlen der Klient zeigt soll der Therapeut ihn bedingungsfrei akzeptieren. Dies bedeutet, sich keineswegs wertend oder urteilend zu äußern und sowohl negative, distanzierte und von Hass erfüllte Gefühle, als auch positive und aufgeschlossene in gleicher Weise zu akzeptieren. Er soll ihn vollständig und nicht nur unter bestimmten Voraussetzungen, mit allen Fehlern und ohne jegliche Bedingungen wertschätzen. Dies meint allerdings nicht, dass der Therapeut jedes Handeln oder alle Gefühlsäußerungen billigen muss. Vielmehr soll es dem Klienten das Gefühl vermitteln, dass er sich hinter keiner Maske verstecken muss, sondern seine Gefühle frei mitteilen kann und keine Bedenken haben muss, ob sein Verhalten in der momentanen Situation richtig oder falsch ist.37 Neben gegenseitiger Zuneigung und Achtung spielt auch in diesem Zusammenhang, wie bereits oben angeklungen, Wärme und ein Gefühl von Sicherheit als eigenständiges Individuum akzeptiert zu werden eine elementare Rolle.38 Denn erst diese warme, entgegenkommende, respektierende Haltung des Therapeuten bewirkt, dass der Klienten gegenüber seinem Selbst mit allen positiven und negativen Gefühlen die gleiche akzeptierende Haltung einnehmen kann.39

2.4.3 Kongruenz oder Echtheit – reales Zugegensein, Übereinstimmung mit sich selbst

„In meinen Beziehungen zu Menschen habe ich herausgefunden, daß es auf lange Sicht nicht hilft, so zu tun, als wäre ich jemand, der ich nicht bin.“40

Diese Lernerfahrung, die Rogers aus seinem jahrelangen Umgang mit Menschen sammeln konnte, spiegelt den Kern, der laut ihm wichtigsten Grundeinstellung, der Echtheit eines Therapeuten, wider.41 Zunächst beschreibt er diese als Übereinstimmung mit sich selbst, was bedeutet, dass das Handeln und das Gesagte des Therapeuten mit seinem Inneren, übereinstimmen und nicht im Widerspruch stehen soll.42 Er soll dem Klienten so gegenübertreten wie er ist und sich nicht „hinter einer Maske oder Fassade verbergen“.43 Sich seiner sowohl positiven als auch negativen Gefühle und Einstellungen bewusst zu sein, sie nicht zu verleugnen und dem Klienten offen darzulegen, lassen die zweite Komponente Rogers Beschreibung, die Transparenz, ersichtlich werden.44 Transparent zu sein, das heißt, seine momentanen Empfindungen mitzuteilen, bedeutet jedoch nicht den Klienten damit zu belasten oder über ihn zu urteilen.45 Primär soll das Offenlegen der Gefühlswelt und der Echtheit in der Beziehung seitens des Therapeuten die Selbstentfaltung des Klienten fördern.46 Die daraus entstehende vertrauensvolle, intensive Beziehung zwischen Therapeut und Klient bildet in diesem Zusammenhang die Basis für einen erfolgreichen Therapieverlauf.47 Kongruenz wird von Rogers als wichtigste und entscheidende Kompetenz angesehen, da sie zeigt, ob die akzeptierende Haltung und das einfühlende Hineinversetzen des Therapeuten lediglich als eingeübte Methode angewandt oder dem Klienten echt entgegengebracht wurde und daher auch maßgeblich für den Therapieverlauf ist.48

Wie sich durch das ausführliche Darlegen der Grundhaltungen herausgestellt hat, sind ein warmes, förderliches Klima und eine von Akzeptanz, Respekt, Echtheit und Wärme geprägte Beziehung für eine erfolgreiche Therapie von elementarer Bedeutung. Obendrein ist die Achtung gegenüber jedem Individuum zweifelsohne nicht erlernbar, da der entgegengebrachte Respekt und die Wärme nur echt sind und vom Individuum nur so empfunden werden, wenn sie wirklich von innen kommen.

[...]


1 Vgl. Sander, Klaus (1999): Personenzentrierte Beratung. Ein Arbeitsbuch für Ausbildung und Praxis. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, S.17f.

2 Vgl. Dewe, Bernd (2002): Grundbegriffe pädagogischen Handelns. Beratung. In: Krüger, Heinz- Hermann/ Helsper, Werner (Hrsg.): Einführung in Grundbegriffe und Grundfragen der Erziehungswissenschaft. Wiesbaden: Springer Verlag, 5. durchgesehene Auflage, S.120

3 Vgl. Sander (1999), S.19ff.

4 Rogers, Carl R. (1983): Therapeut und Klient. Grundlagen der Gesprächspsychotherapie. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, ungekürzte Ausgabe, S.22ff.

5 Vgl. Sander (1999), S.44

6 Vgl. Rogers (1983), S.18; Sander (1999), S.44

7 Rogers, Carl R. (1972a): Geist und Psyche. Die nicht- direktive Beratung. München: Kindler Verlag, S.36

8 Vgl. Keil, Wolfang W. (o.J.): Geschichtliche Entwicklung des Personenzentrierten Ansatzes., S.1

9 Rogers (1972a), S.28

10 Vgl. Pallasch, Waldemar/ Kölln, Detlef (2011): Pädagogisches Gesprächstraining. Lern- und Trainingsprogramm zur Vermittlung pädagogisch- therapeutischer Gesprächs- und Beratungskompetenz. Weinheim und München: Juventa Verlag, 8. Auflage, S.29; Rogers (1972a), S.86f.

11 Vgl. Rogers (1983), S.18; Sachse, Rainer (2001): Klienten- Prozess- Merkmale.

12 Vgl. Rogers (1983), S.18; Sachse (2001), S.3f.

13 Vgl. Sachse (2001), S.3f.

14 Rogers, Carl R. (1972b): Die klient- bezogene Gesprächstherapie. München: Kindler Verlag,

2. Auflage, S.114

15 Vgl. Sander (1999), S.45ff.

16 Vgl. Rogers (1983), S.17

17 Vgl. Keil (o.J.), S.3; Rogers (1983), S.19

18 Vgl. Keil (o.J.), S.3

19 Vgl. Sander (1999), S.45

20 Vgl. Keil (o.J.), S.4

21 Vgl. Rogers, Carl. R. (1978): Die Kraft des Guten. Ein Appell zur Selbstverwirklichung. München: Kindler Verlag, S.18; Rogers (1983), S.41

22 Vgl. Rogers, Carl (1985): Entwicklung der Persönlichkeit. Psychotherapie aus der Sicht eines Therapeuten. Stuttgart: Klett- Cotta Verlag, 5. Auflage, S.49

23 Vgl. Rogers (1978), S.275f.

24 Vgl. N.N. (o.J.): OpenThesaurus. Freies deutsches Wörterbuch für Synonyme und Assoziationen; Rogers (1978), S.176

25 Vgl. Rogers (1978), S.19; Sander (1999), S.47

26 Rogers (1985), S.47

27 Vgl. Rogers (1983), S.132, S.212

28 Vgl. Rogers (1983), S.22; Rogers (1972b), S.34

29 Vgl. Rogers (1983), S.22f.; Röhner, Jessica/ Schütz, Astrid (2012): Psychologie der Kommunikation., S.9

30 Vgl. Rogers (1972b), S.42; Rogers (1983), S.216

31 Vgl. Rogers (1972b), S.42; Rogers (1983), S.24; Sander (1999), S.55

32 Vgl. Rogers (1972b), S.43

33 Vgl. Rogers (1983), S.159, S.216

34 Vgl. Rogers (1983), S.24

35 Vgl. Rogers (1972b), S.52f.; Rogers (1983), S.163

36 Vgl. Rogers (1985), S.47

37 Vgl. Rogers (1983), S.27f., S.154f.

38 Vgl. Rogers (1983), S.156; Sander (1999), S.59

39 Vgl. Geißler, Karlheinz A./ Hege, Marianne (2001): Konzepte sozialpädagogischen Handelns. Ein Leitfaden für soziale Berufe. Weinheim und Basel: Beltz Verlag, 10. Aktualisierte Auflage, S.79

40 Rogers (1985), S.32

41 Vgl. Rogers (1983), S.30; Rogers (1985), S.31f.

42 Vgl. Sanders (1999), S.63

43 Vgl. Rogers (1983), S.31

44 Vgl. Rogers (1983), S.31, S.215

45 Vgl. Rogers (1983), S.31; Sanders (1999), S.63

46 Vgl. Sanders (1999), S.63

47 Vgl. Rogers (1983), S.151, S.213ff.

48 Vgl. Sander (1999), S.62

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