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Volleyball. Eine videogestützte Schulung des Angriffsschlages in einer 12. Klasse

Examensarbeit 2009 65 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Unterrichtsvoraussetzungen und Bedingungsfelder
2.1 (Vorraussetzungen der) Lerngruppe
2.2 Rahmenbedingungen der Unterrichtsreihe

3. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen
3.1 Sachanalyse: Angriffsschlag im Volleyball
3.1.1 Bewegungsanalyse Angriffsschlag
3.1.1.1 Anlauf- und Absprunggestaltung
3.1.1.2 Schlagvorbereitung und Schlagausführung
3.1.1.3 Landung
3.1.2 Die Spielformen 3:3
3.2 Begründung der Themenwahl
3.2.1 Lehrplanbezug des Themas
3.2.2 Einsatz von Medien und Videoanalysen im Sportunterricht
3.2.2.1 Videoanalyse im Sport
3.2.2.2 Computergestützte Bewegungsanalyse
3.2.2.3 Praktische Hinweise zur Videoaufzeichnung und Analyse
3.3 Einordnung des Themas in zeitgemäße didaktische Positionen
3.4 Didaktische Reduktion/Schwerpunktsetzung

4. Lernziele und Lernerfolgskontrolle
4.1 Übergeordnete Lernziele
4.2 Psychomotorische Lernziele
4.3 Kognitive Lernziele
4.4 Sozial- affektive Lernziele
4.5 Lernerfolgskontrolle

5. Methodische Überlegungen und Entscheidungen
5.1 Vermittlungskonzepte im Volleyball
5.2 Verwendete Methode der Unterrichtsreihe
5.3 Organisationsformen

6. Darstellung der Unterrichtsreihe
6.1 Tabellarische Gesamtübersicht der Unterrichtsreihe
6.2 Die erste Unterrichtseinheit am 23.04.09
6.2.1 Ausführliche didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.2.2 Lernziele
6.2.3 Verlaufsplan
6.2.4 Reflexion der Unterrichtseinheit
6.3 Die zweite Unterrichtseinheit am 30.04.09
6.3.1 Kurze didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.3.2 Lernziele
6.3.3 Verlaufsplan
6.3.4 Reflexion der Unterrichtseinheit
6.4 Die dritte Unterrichtseinheit am 07.05.09
6.4.1 Kurze didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.4.2 Lernziele
6.4.3 Verlaufsplan
6.4.4 Reflexion der Unterrichtseinheit
6.5 Die vierte Unterrichtseinheit am 14.05.09
6.5.1 Kurze didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.5.2 Lernziele
6.5.3 Verlaufsplan
6.5.4 Reflexion der Unterrichtseinheit
6.6 Die fünfte Unterrichtseinheit am 18.06.09 (Überprüfung)
6.6.1 Kurze didaktische und methodische Vorüberlegungen
6.6.2 Lernziele
6.6.3 Verlaufsplan
6.6.4 Reflexion der Unterrichtseinheit

7. Kritische Gesamtbeurteilung des Konzeptes und der Realisierung

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang

Anhangsverzeichnis

Phasenbilder zum frontalen Angriffsschlag 1-5

Abbildungen zu den Aufstellungsvarianten im Spiel 3:3

Vorlage Schülerfragebogen

Beurteilungsbogen Ergebnisse Schüler

Organisationsskizzen zu den Übungsformen in der Unterrichtsstunden

Ausgefüllte Schülerfragebögen (Kopien)

1. Einleitung

Der Angriffsschlag im Volleyball in der Schule? Ein Ding der Unmöglichkeit? Befragt man Schüler, wie oft sie in ihrer Schulvolleyballkarriere mit dieser Thematik konfrontiert wurden, so kann dies durchaus den Anschein haben. Denn nur sehr wenige Schüler (außer Vereinsspieler) verfügen über Erfahrung beim Angriffsschlag. Und das, obwohl diese Technik doch gerade das Charakteristische des Volleyballspiels ausmacht und das Volleyballspiel zum Angriffsspiel und damit interessant macht. Die Schüler wollen doch zumeist „richtig“ Volleyball spielen und da gehört der Angriff eben dazu. Doch nun die Kehrseite der Medaille: Der Angriffsschlag zählt zu den schwierigsten und komplexesten Bewegungsabläufen im Volleyball. Daher stellt sich zunächst die Frage: Wie schaffe ich es in der Kürze der in der Schule zur Verfügung stehenden Zeit zumindest zur Grobform des Angriffsschlages zu gelangen und ihn dann auch im Spiel anwenden zu können? In der vorliegenden Arbeit soll die Möglichkeit eines speziellen Mediums geprüft werden. Die Frage ist, ob dies mit einem speziellen Programm, das den Schülern ermöglicht, ihre Aktionen zeitversetzt auf Video zu beobachten, gelingen kann. Durch die Videounterstützung erhoffe ich mir, bei den Schülern einen positiven Lernschub bezüglich eines schnelleren Lerntempos, einer besseren Bewegungsvorstellung und durch die Eigenbetrachtung am Video eine verbesserte Selbstwahrnehmung (Innenansicht der Bewegung). Die Frage ist also, ob sich ein medialer Aufwand mit Videokamera, Beamer und Laptop in jeder Stunde lohnt um evtl. schneller zum geforderten Ziel zu kommen.

2. Bedingungsfelder

2.1 Lerngruppe

Der Grundkurs Volleyball, in dem ich meine Examensreihe unterrichte, setzt sich aus 21 Schülern zusammen. Die Lerngruppe unterrichte ich seit den Osterferien des Schuljahres 2008/2009 zusammen mit Herrn Quednau. Es handelt sich hierbei um eine sehr lebhafte Lerngruppe. Weitere Sportarten vorher waren Badminton und Turnen. Seit Beginn des 2. Schulhalbjahres spielt der Kurs nun Volleyball. Hinsichtlich der Sportart kann von einer sehr heterogenen Lerngruppe gesprochen werden. Drei Vereinsspielern stehen z. T. blutige „Anfänger“ gegenüber. Auf Nachfrage berichteten mir die Schüler, dass sie zuvor in der Schule noch nie eine Unterrichtsreihe zum Thema Angriffsschlag absolviert haben. Bei meiner Themenvorstellung zeigten die Schüler dann eine große Vorfreude auf das Thema. Allerdings zeigte sich in einer ersten Stunde vor der Unterrichtsreihe (vor den Osterferien), dass der Kurs auch sehr unruhig sein kann. Auf Grund der schwankenden Leistungsbereitschaft muss der Lehrer die Motivation in manchen Stunden erst herstellen.

2.2. Äußere Unterrichtsbedingungen

Das Fach Sport wird im Grundkurs der 12. Klasse zweistündig unterrichtet. Donnerstags in der 5. und 6. Stunde steht eine Doppelstunde pro Woche zur Verfügung. Die äußeren Unterrichtsbedingungen an der Schule können als überdurchschnittlich gut bezeichnet werden. Dies gilt nicht nur für diese Examensreihe, sondern für den gesamten Sportunterricht, sowohl in der Halle als auch draußen. Für den Unterricht in der Halle steht neben der Gymnasialhalle – eine „verkleinerte“ Dreifachhalle (Handballfeld mit etwas weniger Freiraum als in „normalen“ Dreifachhallen) – auch die Jakob- Kiefer- Halle mit einem Drittel zur Verfügung. Die Reihe findet in der Jakob- Kiefer- Halle statt. Zwar ist das Raumangebot hier etwas geringer als in der Gymnasialhalle (4 statt 5 Badmintonfelder), aber es kann trotzdem auf den Badmintonfeldern mit quer gespanntem Badmintonnetz gespielt werden. Somit kann durch Kleinfeldspielformen auch eine hohe Übungsintensität gewährleistet werden. Das Aufbauen des Badmintonnetzes und das Spannen auf Volleyballnetzhöhe erfordert auf Grund mangelnder Befestigungsvorrichtungen etwas Zeit und Geschick beim Aufbau, aber es sollte mittlerweile keinerlei Probleme mehr geben, die sich in größeren Zeitverlusten für den Unterricht niederschlagen würden. Ebenso lässt die materielle Ausstattung keine Wünsche offen. Es ist für jeden Schüler mindestens ein Ball vorhanden (30 Bälle insgesamt), so dass auch intensive Übungsformen mit vielen Bällen durchgeführt werden können. Problematisch kann es teilweise mit der Akustik in der Jakob- Kiefer- Halle werden, da die beiden anderen Drittel von den Sportkursen der Hauptschule genutzt werden, von denen doch teilweise eine große Lautstärke ausgeht. Für den Einsatz der in dieser Reihe geplanten Medien wie Laptop und Videokamera sowie Beamer steht auch in jedem Drittel mindestens eine Steckdose als Stromanschluss zur Verfügung. Ein Verlängerungskabel mit Mehrfachstecker zum Anschluss aller Geräte wird von mir jeweils mitgebracht.

Die Durchführung der Reihe beginnt am 23.04.09 und erstreckt sich dann zunächst über die folgenden drei Donnerstage. Der darauf folgende Donnerstag (21.05.09) fällt wegen des Feiertages (Christi Himmelfahrt) aus. Die Stunde am 28.05.09 wird nicht in die Reihe mit einbezogen, da an diesem Tag ein Großteil der Schüler an einer Berlinfahrt der Oberstufe teilnimmt. Es sind an diesem Tag nur maximal acht Schüler anwesend, so dass hier voraussichtlich eine Übungs-/Wiederholungs- und Spielstunde in kleinem Kreis stattfinden wird. Ursprünglich war dann Donnerstag, der 04.06.09 als Leistungsüberprüfung angesetzt und sollte die letzte Stunde der Examensreihe darstellen. Auf Grund von kommunikativen Missverständnissen nach einem Krankheitsfall des betreuenden Lehrers fiel die Stunde dennoch aus. So musste die Überprüfungsstunde letztendlich auf den 18.06.09 verschoben werden.

3. Didaktische Überlegungen und Entscheidungen

3.1 Sachanalysen: Angriffsschlag im Volleyball

Der Angriffsschlag ist der „Königsweg“ zum Erfolg, denn mit einem erfolgreichen Angriff kann der Aufschlag zurück gewonnen, direkt gepunktet und darüber hinaus der Gegner demoralisiert werden. Er zählt zu den schwierigsten sportmotorischen Fertigkeiten des Volleyballspiels. Soll er gelingen, müssen viele Teilhandlungen koordiniert werden: zunächst die Wahrnehmung des Angreifers nach „außen“, d.h.: einerseits präzise Einschätzung des Ballflugs in Höhe, Weite, Geschwindigkeit und Netzentfernung. Andererseits bewusstes Erkennen der gegnerischen Block-/Feldabwehrsituation. Gleichzeitig erfolgt die Verarbeitung der „inneren“ Wahrnehmung und das Vollziehen einer adäquaten Steuerungsleistung, d.h. dynamisches Anlaufen, Abspringen und Einnahme einer optimalen Schlagposition, gekoppelt mit der Auswahl des entsprechenden Handlungsrepertoires.

Je nach spieltaktisch definierter Angriffsgestaltung können (in Anlehnung an Papageorgiou, 2000 und Sonnenbichler, 2001) – unter Berücksichtigung der Ausführung des Zuspiels (je nach Länge, Höhe, Geschwindigkeit) – folgende Angriffshandlungen unterschieden werden:

A) Am Netz:

1. Tempo (Schnellangriffe) – z.B.: Aufsteiger (vor/hinter dem Zuspieler; ein-, oder beidbeinig gesprungen), Schuss 1-2m (vor/hinter dem Zuspieler; beidbeinig gesprungen) und kurze Bälle (vor/hinter dem Zuspieler; meist beidbeinig gesprungen).

Charakteristisch für diese Angriffsformen ist die Tatsache, dass die Raum- Zeitkorrelation (Timing) so gegeben ist, dass der Absprung des Angreifers vor (Aufsteiger, 1m Schuss), bzw. zeitgleich (2m Schuss, kurze Bälle) mit dem Ballkontakt des Zuspielers erfolgt (der Angreifer stemmt also vor Ausführung des Zuspiels) und der Ball in steigender Phase, d.h. vor (bei kurzen Bällen genau im) Umkehrpunkt geschlagen wird.

2. Tempo (Kombinationsangriffe) – z.B.: Meterball (vor/hinter dem Zuspieler; ein-, oder beidbeinig gesprungen), oder Kurzdistanz/3m Schuss (meist vor dem Zuspieler, meist beidbeinig gesprungen).

Charakteristisch für diese Angriffsformen ist die Tatsache, dass das Timing so gegeben ist, dass der Angreifer seinen Stemmschritt dann einleitet, wenn der Ball beim Zuspieler ist und somit der Absprung nach dem Ballkontakt des Zuspielers erfolgt und der Ball in fallender Phase, d.h. kurz nach dem Umkehrpunkt geschlagen wird.

3. und 4. Tempo (halbhohe und hohe Pässe) – z.B.: halbhohe Pässe mit einer Höhe von 2-3m über Netzkante (meist vor, aber auch hinter dem Zuspieler, beidbeinig gesprungen), Langdistanz (meist vor dem Zuspieler, beidbeinig gesprungen) und Hochpässe/Feldzuspiele (vor dem Zuspieler, beidbeinig gesprungen) mit einer Höhe von mehr als 3m über Netzkante.

Charakteristisch für diese Angriffsformen ist die Tatsache, dass das Timing so gegeben ist, dass der Angreifer seinen Stemmschritt erst einleitet, wenn das Zuspiel ausgeführt ist und somit der Absprung deutlich nach dem Ballkontakt des Zuspielers erfolgt und der Ball in fallender Phase, d.h. klar nach dem Umkehrpunkt geschlagen wird.

B) Aus dem Hinterfeld:

Auf die Ausführungen zu diesen Formen wird an dieser Stelle verzichtet und auf die entsprechende Literatur verwiesen (vgl. Pagageorgiou, 2000), da in dieser Reihe nur Kleinfeldspielformen stattfinden, die einen Hinterfeldangriff unmöglich machen.

3.1.1 Bewegungsanalyse Angriffsschlag

Der Angriff ist in seinem gesamten Anforderungsprofil so komplex, dass seine Erlernung besondere methodische Vorüberlegungen voraussetzt. Um besonders lernrelevante Merkmale dieser komplexen Bewegung zu finden, bietet sich die funktionale Bewegungsanalyse (nach Göhner, 1979) an. Dabei geht es um das „Erkennen und Gewichten von Aufgabenbestandteilen, die vom Ausführenden jeder Könnensstufe jeweils zu realisieren sind“ (Göhner, 1979, S. 35). Er unterscheidet – geordnet nach dem zeitlichen Ablauf von Bewegungen – in:

A) vorbereitende (Hilfs-) Funktionsphasen
B) Hauptfunktionsphasen
C) unterstützende (Hilfs-) Funktionsphasen
D) überleitende (Hilfs-) Funktionsphasen

Übertragen auf den Angriffsschlag im Volleyball bedeutet dies, dass die vorbereitende Funktionsphase der Optimierung des Absprungs dient. Dazu dient die räumlich- zeitliche Vorwegnahme eines geeigneten Ablaufpunktes, die dynamische Gestaltung des Anlaufs mit optimaler Stemmwirkung beim Absprung – je nach spieltaktischer Situation und technisch individuell geprägter Möglichkeit – in beid- oder einbeiniger Ausführung.[1]

Die Hauptfunktionsphase des Angriffsschlages ist zweifellos die Schlagbewegung. Sie beginnt mit der Ausholbewegung des Schlagarmes und endet mit der Endphase der Schlagbewegung.

Die unterstützende Funktionsphase dient dazu, eine optimale Ausgangsposition für die Schlagbewegung zu gewinnen. Dies geschieht durch entsprechende Körperverwringung und daraus resultierender muskulärer Vorspannung in der bzw. kurz nach der Absprungphase.

Die überleitende Funktionsphase ist hier die weiche, beidbeinige Landung. Sie verhindert das Übersteuern und ermöglicht einen fließenden Übergang in die Folgehandlungen.

3.1.1.1 Anlauf- und Absprunggestaltung

Ziel des Spielers muss es sein, durch den Absprung mit dem gesamten Körper eine maximale Höhe zu erreichen. Hierzu ist Energie notwendig, die sich im Anlauf als kinetische Energie (Bewegungsenergie) definiert. Diese Energie wird durch den Absprung so umgelenkt und in potentielle Energie (Lageenergie) umgeformt, dass eine möglichst hohe Flugkurve des KSP erzeugt werden kann. Die Flughöhe ist abhängig von der Geschwindigkeit und der Richtung des KSP beim Absprung.

In der vorbereitenden Phase geht es darum, eine optimale Stellung des Angreifers zum Ball, d.h. zur Ausführung der Schlagbewegung (Hauptfunktionsphase) zu erreichen und die Sprunghöhe – absolut und zeitlich (Timing) – zu garantieren. In der Spielpraxis lassen sich bei den Anlauf-/Absprungtechniken folgende Formen unterscheiden:

Bei der Stemmschrittgestaltung wird in der neuesten und führenden Volleyballliteratur (u.a. Dürrwächter, 1993; Papageorgiou, 2002 und Papageorgiou/Czimek, 2007) keine klare und einheitliche Aussage zur Stemmfolge der Beine getroffen. So ist auch die Schrittfolge „rechts- links- rechts“ neben der häufiger[2] anzutreffenden Folge „links- rechts- links“ zulässig. Aus folgenden Gründen ist aber letztere Abfolge für die moderne Technikvermittlung bindend:

- Beim Stemmen mit dem rechten Bein und dem geforderten schnellen Nachsetzen des linken Beistellbeins, hat dieses aufgrund des Trägheitsgesetzes das Bestreben, am ersten vorbei zu schwingen. Es wird unterstützt durch die fortlaufende Vorwärtsbewegung des KSP und der entsprechenden Hüftseite während des Vorbringens. Im Idealfall wird dies durch das (aktive) Aufsetzen des Beistellbeins gestoppt, wobei die dabei auftretenden Amortisationskräfte zum Aufbau von zusätzlicher Muskelvorspannung in diesem Bein genutzt werden.
- Die Reaktivkräfte wirken voll auf das Nachstellbein (bei wesentlich größerer Absprungfläche) und erzwingen dadurch eine bessere Muskelvorspannung.
- Je weiter das Beistellbein vor (oder zumindest neben) den KSP gebracht werden kann, desto besser kann die Schlagarmschulter aufgedreht und in eine optimale Position zum heranfliegenden Ball gebracht werden, was in der Koordination mit den übrigen Körperteilen einerseits zu einer sehr positiven Stabilisierungsfunktion führt, andererseits den möglichen Schlag- Steuerungswinkel (Drehung in der Körperlängsachse/Schulterpartie) beim Abschlag stark vergrößert.

Beim Takt des Aufsetzens der Füße zum Absprung unterscheidet man zwischen einem:

a) Eintaktaufsatz, der vor allem bei Schnellangriffen (beim Springertypus mit FT- Muskelfaseranteil; Ein-/Abspringen erfolgt mehr über die Fußballen) bevorzugt wird.
b) Zweitaktaufsatz, der vor allem bei dynamischer Angriffsgestaltung nach Pässen des 2./3./4. Tempos und Hinterfeldangriffen (bevorzugt vom Springertypus mit mehr ST- Muskelfaseranteilen; Einstemmen erfolgt über die Ferse des Stemmbeins; Ferse- Zehen- Kontakt auch beim Beistellbein) genutzt wird.

Auch die Fußstellung beim Absprung kann differenziert werden in eine:

a) parallele und senkrechte Fußstellung zur Anlaufrichtung, die vor allem bei Schnellangriffen mit wenig zeitlich- räumlicher Varianz genutzt wird. Es erfolgt ein etwas kürzerer Stemmschritt (oft ein Einspringen mit Eintaktaufsatz) mit bewusster Körperrücklage bei gleichzeitig schnellem, kurzen Absenken des KSP. Dabei wird der Absprung durch den Schwungarmeinsatz mit einem schnellen, halbhohen Rückführen der (leicht) angewinkelten Arme unterstützt.
b) Schrittstellung mit unterschiedlich starker Querstellung der Füße (besonders: Beistellbein), die vor allem bei Angriffen des 2.-4. Tempos angewandt wird, da sich durch die Vergrößerung des Stemmschritts die Anlaufgeschwindigkeit erhöht. Der KSP wird hierbei deutlich abgesenkt und die leichte Körperrücklage wird durch die aktive Rückführung der gestreckten Arme nach hinten- oben verstärkt. Die bewusste Betonung des Ferse- Zehen- Kontaktes der Füße beeinflusst die Durchführung des relativ langen Stemmschrittes positiv. Durch das bewusste Eindrehen des Beistellbeines ist eine leichte Schrittstellung zu beobachten. Dadurch wird nicht nur eine stärkere Rückwärtsverlagerung des KSP möglich, sondern auch die Verwringung (Vorspannung) und die Verlängerung des Beschleunigungsweges für Schwung- und Schlagarm erleichtert.

3.1.1.2 Schlagvorbereitung und Schlagausführung

Ziel ist es, eine stabile und gegenüber dem heran fliegenden Ball optimale Körperstellung bei möglichst hoher Abschlagposition einzunehmen. Limitierend wirken für die Hauptfunktionsphase natürlich einmal die individuellen athletischen Voraussetzungen der Spieler und die Raum- Zeit- Relation zwischen Zuspiel und Schlag, so dass es zu folgenden Ausprägungen der Schwungarmgestaltung kommt: Zum einen kann mit langen, gestreckten Armen (2.-4. Tempo), zum anderen mit verkürzten, angewinkelten Armen (1. Tempo) geschwungen werden. Gemeinsam ist beiden Varianten, dass das Vor- Hochschwingen beider Arme (im ersten Fall lang von hinten- oben, im zweiten Fall angewinkelt von hinten- oben) eng am Körper vorbei synchron mit dem Abspringen erfolgt. Das Vor- Hochschwingen bei gleichzeitiger aktiver Hüftstreckung (Bogenspannung) und Verwringung im Rumpf-/Oberkörperbereich (Aufdrehen) führt bei der Ausholbewegung des Schlagarms und gleichzeitiger Arretierung des leicht angewinkelten Gegenarms in Schulterhöhe zu einer Rumpf- Schulterstabilisierung. Der Schlagarm wird dann mit aufgedrehtem, hohen Ellbogen weitergeführt, der Unterarm und das Handgelenk (Handrücken Richtung Kopf) klappen nach hinten ab. Bei der zweiten Variante (Schwungarmgestaltung bei Schnellangriffen) verbleibt der sehr früh mit hohem Ellbogen aufgedrehte Schlagarm als Anspielpunkt sich anbietend über Kopfhöhe.

Bei der anschließenden Schlagausführung ist die Schlaghärte, d.h. die aus der Schlagausführung resultierende Ballgeschwindigkeit von entscheidender Bedeutung. Sie hängt von der Handlungshöhe, der Schlagtechnik (Kraft, Peitscheneffekt) und der Treffgenauigkeit des Balles ab. Der Peitscheneffekt bei der Schlagausführung ergibt sich aus mehreren einander bedingenden Einzelbewegungen:

- Dynamisches Vorbringen des Schlagarms mit aktiver Streckung im Ellbogengelenk und Überstreckung des Handgelenks (Abklappung), so dass der Ball mit langem Schlagarm getroffen wird.
- Gleichzeitige Rumpfdrehung, d.h. Auflösung der Verwringung und gleichzeitiges aktives Abknicken im Bereich Hüfte- Oberkörper mit Vornahme der Schlagschulter.
- Das Abknicken des Oberkörpers wird durch entsprechendes Vorbringen der Beine ausgeglichen, gleichzeitig erfolgt das Absenken des stabilisierenden Schwungarms zum Körper.

Von einem frontalen Angriffsschlag wird dann gesprochen, wenn der Spieler den Ball in Verlängerung seiner Anlaufrichtung schlägt (diagonal oder longline). Zuletzt ist am Ende der Schlagausführung bei diesem Schlag charakteristisch, dass das Ausschwingen des langen Schlagarms neben dem Körper in Anlaufrichtung erfolgt.

3.1.1.3 Landung

Die Landung erfolgt bei allen Angriffstechniken beidbeinig in der Nähe des Absprungortes. Ziel ist es, die erzeugte Bewegungsenergie gefahrlos zu amortisieren, weshalb auf eine elastische Landung zu achten ist. Weiterhin müssen in der Landung die durch die dynamische Sprung-/Schlagausführung erzeugten axialen Kräfte (Übersteuerung) neutralisiert werden und zuletzt einen fließenden Übergang für etwaige Folgehandlungen optimal gewährleisten. Nach der Landung kehrt der Spieler schnellstmöglich in die Spielbereitschaftsstellung zurück.

3.1.2 Die Spielform 3:3

Prinzipiell wird bei Kleinfeldspielen gegeneinander verstärkt die „spielgerechte Anwendung der technischen und taktischen Fertigkeiten in den beiden Grundsituationen erlernt und das wettkampforientierte Verhalten im Sinne des Agierens und Reagierens entwickelt“ (Papageorgiou/Spitzley, 2002, S. 21). Damit wird der Wettkampfcharakter des Spiels und der Charakter des Angriffsspiels Volleyball in besonderem Maße in den Vordergrund gerückt.

Nach Papageorgiou/Czimek (2007, S. 64) ist es „von überragender Bedeutung“ den Schüler von Anfang an in offene Handlungssituationen zu bringen, d.h. in Spielsituationen, die mindestens zwei Lösungsmöglichkeiten zulassen und somit Entscheidungsprozesse initiieren. Aus dieser Überlegung resultieren zwei unterschiedliche Aufstellungsformen für das Spiel 3:3. Die erste Variante besteht aus der Aufstellung im geschlossenen Dreieck, d.h. es wird mit einem Vorderspieler als Zuspieler auf Position III und zwei Hinterspielern (Position II und IV) gespielt. Aus dieser Aufstellung ergibt sich dann der positionsgebundene Angriffsaufbau, d.h. die Zuspielposition und der Zuspieler sind von vornherein festgelegt.

Die zweite Variante stellt die Aufstellung im offenen Dreieck dar, d.h. es wird mit zwei Vorderspielern (Positionen II und IV) und einem Hinterspieler (Position VI) gespielt.[3] Aus dieser Aufstellung ergibt sich ein situationsgebundener Angriffsaufbau. Hierbei entscheidet der Spieler in Abhängigkeit vom Annahme- und Abwehrort, in der jeweiligen Spielsituation, über welche Position bzw. welchen Mitspieler das Zuspiel erfolgen soll. Dementsprechend muss der Schüler stets damit rechnen und bereit sein, die erste, zweite, oder dritte Ballberührung durchzuführen. Dabei wird der Spieler von Anfang an in unterschiedliche Spielsituationen gestellt und hat zwischen verschiedenen Lösungsmöglichkeiten zu wählen. Dies sind die Gründe, den situationsgebundenen dem positionsgebundenen Angriffsaufbau vorzuziehen. Weiterhin verlangt der positionsgebundene Angriffsaufbau von allen Spielern eine zielgenaue Annahme/Abwehr, die gerade für Anfänger sehr schwierig ist und oft zu Spielunterbrechungen führt. Hinzu kommt, dass bis auf den Zuspieler sich die anderen Spieler oft nicht spielbereit für die zweite Ballberührung verhalten und ungenaue erste Pässe in ihrer Nähe nicht annehmen, weil sie auf Grund der Festlegung des Handlungsablaufs mit genauen Pässen rechnen, sich somit auf den Zuspieler für die Übernahme des zweiten Passes verlassen und nicht vorbereitet sind, sich auf andere Spielsituationen einzustellen. Prinzipiell ist beim Spiel 3:3 eine personengebundene Spezialisierung (Zuspieler, Annahmespieler/Angreifer) wenig sinnvoll (vgl. Dürrwächter, 1993). Eher sollte wie beim situationsgebundenen Angriffsaufbau bestimmten Positionen Aufgabenbereiche zugewiesen werden: Das Zuspiel sollte tendenziell eher über Position II, der Angriff eher über Position IV erfolgen. Ebenso muss diese Verteilung aber auch umgekehrt funktionieren. Obwohl meiner Meinung nach und nach der Auflistung der oben genannten Gründe mehrere Faktoren für die Aufstellung mit 2 Vorder- und 1 Hinterspieler sprechen, soll bei der Spielform in dieser Reihe die Aufstellungsvariante mit Zuspieler auf Position III und 2 Angreifern/Annahmespielern bevorzugt werden. Dies hat folgende Gründe: die Aufgabenverteilung ist bei dieser Aufstellung klarer vorgegeben. Bis auf wenige Ausnahmen nehmen die beiden Hinterspieler an und greifen auch an und der Zuspieler auf Position III übernimmt (fast) immer das Zuspiel. Vor Beginn dieser Unterrichtsreihe wurden beide Varianten im Unterricht getestet. Es war deutlich zu erkennen, dass die Schüler mit der Aufstellung des situationsgebundenen Angriffsaufbaus und den offenen Spielsituationen größere Probleme hatten. Dies kann dann mit daran liegen, dass die Schüler aus ihrer Vorerfahrung aus früheren Klassenstufen nur das System mit dem positionsgebundenen Angriffsaufbau kennen. Um die Schüler im Spiel neben der Komplexität des Angriffs nicht noch weiter zu überfordern, indem ein für sie ungewohntes Spielsystem eingeführt wird, soll den Vorerfahrungen der Schüler Rechnung getragen werden und das System mit Zuspieler auf Position III gewählt werden. Langfristig ist jedoch die erstgenannte Variante zu favorisieren. Im Schulsport kann hingegen aufgrund kürzerer Zeiträume, in denen Volleyball gespielt wird, auch die andere Aufstellung gut genutzt werden.

Auf die Spiele 1:1 und 2:2 wird in dieser Reihe verzichtet, da sie zuvor schon hinreichend thematisiert wurden. Das Spiel 4:4 (4 mit 4) kann im Anschluss an diese Reihe ein mögliches Ziel darstellen und die Vorstufe zum Zielspiel 6:6 bilden.

3.2 Begründung der Themenwahl

3.2.1 Lehrplanbezug des Themas

Nach dem Lehrplan gehört das Volleyballspiel in der Oberstufe zu den Sportarten der Gruppe B, in der die traditionell betriebenen Mannschaftsspiele zusammengefasst sind (vgl. MfBWW, 1998 b, S. 12) In den Jahrgangsstufen 11/2 und 12-13 ist im Grundkurs Sport mindestens eine Sportart der Gruppe B verbindlich und kann alternativ in einem weiteren Halbjahr vertiefender Inhalt (auf Kursniveau 2) sein (vgl. MfBWW, 1998 b, S. 22).

Durchgängiges Ziel aller Sportspiele ist es zunächst die Spielfähigkeit stetig zu verbessern, sowie technische und taktische Fertigkeiten im Spiel situationsgerecht anzuwenden (vgl. MfBWW, 1998 b, S.13).

Ein sehr wichtiges Ziel bei der Vermittlung von Sportspielen allgemein und somit auch für das Volleyballspiel im speziellen ist die Herausbildung und Erweiterung der Spielfähigkeit, um den Schülern ein „freudvolles und befriedigendes Spielerlebnis“ (Kuhlmann, 1998, S. 143) zu ermöglichen. Sportliche Spielfähigkeit ist hierbei die komplexe Fähigkeit, mit der „die verschiedenartigen und ständig wechselnden Spielsituationen individuell oder in Kooperation mit anderen Spielern bei direkter oder indirekter gegnerischer Einwirkung gelöst werden können.“ (Kuhlmann, 1998, S. 144). Eine Grundvoraussetzung stellt hierfür das Erlernen der spieltypischen Techniken und der Spieltaktik dar. Eine Verbindung von Technik und Taktik wird somit notwendig. Sowohl die Taktik, aber auch die Techniken werden in der systematischen Verknüpfung von technischer und kognitiver Auseinandersetzung mit dem Volleyballspiel, seinen Techniken und seinen komplexen Spielsituationen weiterentwickelt und verbessert. Erst der Erwerb der spieltypischen Technik ermöglicht den Schülern eine aktive Teilnahme am Spiel. Zudem muss das Ziel verfolgt werden, diese erlernten Techniken im Spiel taktisch angemessen und situativ richtig einzusetzen (vgl. MfBWW, 1998 b, S. 48).

Die im Lehrplan der Sek. II aufgeführten Sach- und Methodenkompetenzen für das Sportspiel Volleyball sehen im Bereich der Technikschulung folgende Aspekte vor: die Schulung des Einblicks in Bewegungsstrukturen und die Grundtechniken Pritschen (nach vorne) und Baggern, jeweils mit den Varianten nach vorausgegangener Bewegung und mit Richtungsänderung selber. Diese können in jeder Unterrichtseinheit im volleyballspezifischen Aufwärmen immer wieder mit aufgegriffen werden. Der Aufschlag kann situativ je nach Spielfluss in den Spielformen zur Spieleröffnung genutzt werden. Dem Schmetterschlag, dessen Einführung zentraler Bestandteil der Reihe ist, wird natürlich besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Lob und Block/Feldabwehr können je nach Fortschritt beim Erlernen des Angriffsschlages situativ hinzugenommen und thematisiert werden. Die taktische Umsetzung der Techniken erfolgt hauptsächlich im Kleinfeldspiel 3:3. Auch hier können je nach Niveau verschiedene Varianten des Spielaufbaus über Position II oder III, sowie taktische Gegenmaßnahmen in der Block-/Feldabwehrsituation geschult werden.

Wie schon erwähnt, bildet die Schulung des Angriffsschlages das zentrale Thema der Reihe. Nach den Vorgaben des Lehrplans der Sek. I und den Empfehlungen des schulinternen Stoffverteilungsplans kann nicht unbedingt davon ausgegangen werden, dass der Angriffsschlag schon in Klasse 7-10 thematisiert wurde. Er ist dort nämlich nur für das Unterrichten im Kursniveau 2 vorgeschlagen (vgl. MfBWW, 1998 a, S. 42); es kann nicht davon ausgegangen werden, dass in allen Sportklassen Volleyball auf diesem Niveau unterrichtet wurde.

Betrachtet man sich unter diesen Voraussetzungen nun die Empfehlungen der Handreichung zum Lehrplan Sport für die Oberstufe (vgl. PZ, 2000, S. 36f), so stellt man fest, dass in dem dort vorgeschlagenen Konzept für die Planung eines Kurshalbjahres Volleyball genau eine Doppelstunde für die Einführung/Verbesserung des Angriffschlages von Position II und IV (sogar in Verbindung mit Feldabwehr ohne Block) vorgeschlagen wird. Es folgen jeweils eine weitere Doppelstunde mit spielnahen Komplexübungen, die den Angriffschlag beinhalten sollen, anschließend erfolgt die Schulung des Blockspiels in Verbindung mit dem Angriffsschlag und schließlich die Verbesserung der Abwehr. Alles in allem 4 Doppelstunden, die sehr stringent auf das Zielspiel 6:6 hinauslaufen. Um jedoch eine systematische und technisch nachhaltige Schulung des Angriffsschlages durchzuführen, werde ich in dieser Reihe an dieser Stelle von den Vorschlägen der Handreichung abweichen und der Einführung des Angriffsschlages mehr Zeit einräumen. (Siehe hierzu Kapitel 5.2.)

3.2.2 Einsatz von Medien und Videoanalysen im Sportunterricht

Sportwissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Feedback innerhalb von wenigen Sekunden nach der Bewegungsausführung besonders effektiv ist. Das von mir verwendete Programm SIMI°VidBack verzögert die Wiedergabe des Kamerasignals um die Zeit, die der Sportler benötigt, um nach der Bewegungsausführung zum Monitor zu gelangen. Noch während er die Aufzeichnung betrachtet, kann der nächste Athlet seine Bewegung absolvieren und im Anschluss daran betrachten. Das Feedback kann also unmittelbar nach der Bewegungsausführung erfolgen. Zudem wird, da der Athlet sich ja selbst sieht, auch seine innere Wahrnehmung verbessert, da er nun die Außensicht des Trainers und seiner eigenen Ansicht auf dem Bildschirm mit seinem inneren Gefühl vergleichen kann.

Durch die fließende Verzögerung entfällt das zeitaufwändige Zurückspulen der Videoaufnahme. Bei herkömmlichen Videosystemen muss die Aufnahme außerdem zur Wiedergabe gestoppt werden, was den Übungsablauf zusätzlich blockiert. SIMI°VidBack arbeitet nach dem Programmstart vollkommen automatisch und erfordert keinerlei Interaktion durch den Benutzer.

Zur Nachbereitung der Unterrichts- oder Trainingseinheit benötigt man oft ausgewählte Ausschnitte aus dem Unterrichtsgeschehen. Die komplette Aufzeichnung erfordert eine hohe Speicherkapazität (etwa 210 MB pro Minute) und zwingt den Bearbeiter, die relevanten Szenen zu suchen und heraus zu schneiden. SIMI°VidBack erlaubt, per Tastendruck eine Videosequenz zu speichern - und zwar nachdem sie tatsächlich stattgefunden hat! Der Bearbeiter entscheidet nach der Bewegungsausführung, ob die zugehörige Videosequenz gespeichert werden soll und kann dabei gleich eine Sortierung der Videoclips vornehmen. Dies ist allerdings auch nur zu empfehlen, wenn bei kleineren Gruppen im Verein genügend Zeit und Ruhe zur Verfügung steht, da es hier auch leicht zu Bedienungsfehlern kommen kann, wenn das Programm vorher nicht entsprechend konfiguriert wurde.

Die Arbeit mit SIMI°VidBack ist dennoch denkbar einfach: Nach dem Programmstart kann die Zeitverzögerung mit einem Schieberegler eingestellt werden. Das Programm läuft dann im Endlosbetrieb und erfordert keine weitere Interaktion seitens des Benutzers. Die Fenstergröße kann wie gewohnt mit der Maus eingestellt werden. Zusätzlich steht der „Vollbildmodus“ zur Verfügung, der das Video bildfüllend darstellt. Alle Bedienelemente werden dabei ausgeblendet.[4]

Die aufgenommenen Videoclips (AVI-Dateien) können unter Windows zum Beispiel mit dem Microsoft Media- Player, oder jedem sonstigen Player betrachtet werden. Zur weiteren Analyse eignet sich besonders die Software SIMI°Twinner.

3.2.2.1 Videoanalyse im Sport

Im Leistungssport wird seit geraumer Zeit die Videoanalyse im Individual- und Mannschaftssport angewendet. Im Techniktraining bietet sie die Möglichkeit, komplexe Bewegungen mehrfach und zeitnah zu betrachten. Sinn und Zweck dieser Analysen ist es, den Bewegungsablauf des Sportlers zu perfektionieren, technische Mängel aufzudecken und abzustellen sowie dem Sportler das Bewegungslernen zu erleichtern, da mit Hilfe von Videoanalysen die Bewegungsvorstellung zusätzlich geschult wird. Der Sportler sieht sich selbst bei der Ausführung der Bewegung und kann auf diese Weise dem analysierten Bild leichter ein Bewegungsgefühl zuordnen. Er erhält eine visuelle Rückmeldung und kann durch den Vergleich mit seiner Bewegungsvorstellung wesentlich leichter die notwendigen Veränderungen vornehmen.

Nach Hotz (2000, S. 26) hat der gezielte Einsatz von visuellen Medien auch immer etwas mit der Verbesserung der Bewegungsvorstellung zu tun. Sie nimmt in Lern- und Trainingsprozessen eine Schlüsselstellung ein. Zu Beginn jedes motorischen Lernprozesses steht die Entwicklung und Differenzierung der Bewegungsvorstellung, bei deren Aufbau sich die Lernenden vorerst an visuell- räumlichen und dann immer mehr an durch Eigenrealisierung gewonnenen Sinnesempfindungen (z.B. Muskelspannungsgefühlen) und dynamisch- kinästhetisch akzentuierten Bewegungserfahrungen orientieren. Für den Spieler kann eine differenzierte, bewusste Bewegungsvorstellung eine wichtige Grundlage für den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen ihm und dem Trainer sein.

Die Verbesserung der Bewegungsqualität und die Güte der Bewegungsvorstellung stehen in einer engen Wechselbeziehung: Die technische Qualität der Bewegungsausführung kann niemals besser als die Qualität der Bewegungsvorstellung sein, und eine qualitativ verbesserte Bewegungsvorstellung schafft wiederum günstige Voraussetzungen, die technische Qualität der Bewegungsausführung zu erhöhen (vgl. Hotz, 2000, S. 26).

3.2.2.2 Computergestützte Bewegungsanalyse

Mittlerweile haben neue digitale Systeme die alte analoge Technik abgelöst, die mit vielen Problemen behaftet war. Ein großer Nachteil der konventionellen Videoanalyse war der große Zeitaufwand, der durch das häufige Vor- und Zurückspulen des Videobandes entstand. Zudem erforderte ein geordnetes Videoarchiv viel Platz und einen konstanten Arbeitseinsatz, der oft aus Zeitmangel nicht geleistet werden konnte. Langwieriges Suchen nach den gewünschten Szenen war die Folge. Ein weiteres Problem war der fortschreitende Qualitätsverlust der Bänder, der durch das wiederholte Abspielen auftrat. Heute werden die Videodaten softwaremäßig digitalisiert, komprimiert und auf Festplatte gespeichert. Danach können diese digitalen Daten mit Hilfe von Videoanalysetools (z.B. SIMI°Twinner) jederzeit aufgerufen, analysiert und weiter verarbeitet werden.

Da das Imitationslernen nicht nur bei Kindern eine große Rolle spielt, sind visuelle Analysetechniken oft ein idealer Einstieg in das Technikerwerbstraining, vor allem in Trainingsgruppen, in denen kein „ideales Vorbild“ oder Modell eine Bewegung darstellen kann. Der Einsatz der visuellen Beobachtung ist während des Technikerwerbstrainings selbst noch wesentlich profitabler, weil der für die Steuerung der Motorik zuständige Bereich im Gehirn nur unmittelbar nach einer Bewegung noch sämtliche Informationen aller Analysatoren gespeichert hat. Zu diesem Zeitpunkt ist es ideal, wenn ein Spieler die Möglichkeit bekommt, die Vorstellung, die er selbst von einer Bewegung hat, direkt mit dem tatsächlichen Außenbild zu vergleichen, um unverzüglich einen nächsten Versuch zu wagen (vgl. Warm, 2002, S. 39).

Ein weiterer Vorteil der visuellen Bewegungsanalyse ergibt sich gerade beim Kinder- und Jugendtraining. Nicht immer sprechen die jungen Nachwuchssportler die „Sprache des Trainers“ bzw. können seine Gedanken und Absichten nachvollziehen. Was ist schon eine „feste Plattform“ beim unteren Zuspiel und was bedeutet das „Eindrehen des Knies“ beim Erlernen der Abwehrrolle? An dieser Stelle ist die computergestützte Bewegungsanalyse eine große Hilfe, um wichtige Knotenpunkte der Technik plausibel zu verdeutlichen, Fehler in der Bewegungsausführung aufzudecken und am Sportler selbst (wie in einem Spiegel) darzustellen.

Treffend untermauert Hotz (2000, S. 12) die seit jeher gängige didaktische Leitidee, den Lernenden ganzheitlich betroffen zu machen: „Einmal sehen ist besser als hundert Mal hören!“ und „Ein Bild ersetzt tausend Worte“ sind chinesische Sprichwörter, die noch immer die zentrale mediendidaktische Substanz trefflich zum Ausdruck bringen. Wesentliche Einsichten in lernwirksames Lehren basieren noch heute auf dem methodischen Prinzip: „So wenig wie nötig belehre durch Reden - so oft wie nur möglich überzeuge durch Bilder!“ Mehr Veranschaulichung ist gefragt, zumal Veranschaulichung mehr ist als nur Vermittlung von visuellen Informationen.

3.2.2.3 Praktische Hinweise zur Videoaufzeichnung und Analyse

Beim Einsatz der Videoanalyse in der Trainingspraxis ist es wie bei jedem anderen Trainingsmittel wichtig, eine vernünftige Relation zwischen den persönlichen, individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Spielers und den Hilfsmitteln zu wahren.

Der übermäßige Einsatz einer hochtechnisierten und zu intensiven Beobachtung birgt umgekehrt auch die Gefahr, dass zwar viele Elemente wahrgenommen werden können, aber die Umsetzung im Training nicht adäquat erfolgt. Es ist wichtig, ein ausgewogenes Maß zwischen Beobachtung und Training zu finden (vgl. Warm, 2002, S. 40).

Die Durchführung einer Videoanalyse erfordert einige Erfahrung und Übung im Umgang mit der Videokamera. Nachfolgend werden in Anlehnung an Warm (2002, S.41) noch einige praktische Hinweise gegeben:

- Der Standort der Videokamera richtet sich nach den Schwerpunkten der Aufnahme, Bearbeitung und Auswertung. (Kamerastandpunkt sollte die inhaltlich- methodische Zielstellung erfüllen!)
- Standort der Kamera außerhalb des Aktionsradius der Spieler und des Ballfluges.
- Je nach Aufnahmesituation bringt ein erhöhter Kamerastandpunkt bessere Ergebnisse.
- Der Bildausschnitt sollte so gewählt werden, dass kein zusätzliches Schwenken der Kamera notwendig ist. (Zoomfunktion der Kamera nutzen!)
- Zur Analyse sportartspezifischer Techniken sollten die Aufnahmen möglichst aus verschiedenen Kameraperspektiven (frontal/seitlich) gemacht werden.
- Technikaufnahmen möglichst vor einem einfarbigen und ruhigen Hintergrund (z.B. Faltwand in Großsporthalle) machen, der einen Kontrast zur Spielkleidung ergibt.
- Unbeteiligte Personen sollten während oder nach der Aufnahme nicht durch den Bildausschnitt laufen.
- Aufnahmen aus der Hand sollten vermieden werden. Ein stabiles Stativ ist empfehlenswert.
- Der Einsatz eines größeren Zusatzakkus ist sinnvoll.
- In manchen Aufnahmesituationen leistet eine Fernbedienung wertvolle Dienste, da der Trainer nicht die ganze Zeit neben der Kamera stehen muss.

Die beste Videoaufnahme und Beobachtung hilft, selbst wenn sie den Fehler genau trifft, noch nicht viel, wenn die Ergebnisse dem Sportler danach nicht plausibel begründet und verdeutlicht werden. Daher sollte man sich zu folgenden Fragen einige Gedanken machen:

- Welcher Spieler kann aufgrund seiner persönlichen Fähigkeiten welche Korrekturen umsetzen?
- Wie kann der Spieler diese Informationen am besten verstehen? Welchen Kommentar braucht welcher Spieler?
- Wann ist der optimale Zeitpunkt diese Erklärungen mitzuteilen?
- Ist der Spieler aufnahmefähig? Steht der Spieler unter Stress oder ist er aufnahmebereit?
- Welcher Lerntyp braucht in welchem (Lern-) Alter welche Impulse und Anregungen als Vor- oder Nachbereitung einer Bewegungshandlung? Braucht er sie eher als animierende Sensibilisierung, als Lernanreiz oder Korrekturimpuls oder als weitere Differenzierung der Bewegungsvorstellung?
- Wie viele Informationen kann ich dem Spieler geben? („Weniger ist oft mehr!“) Die Beschränkung auf Kernpunkte ist oft das Geheimnis des Erfolgs.
- Nach welchen Kriterien werden welche Bilder, Kameraeinstellungen und Videosequenzen ausgewählt?

Beim Feedback geht es nicht nur um die Momentaufnahme der Außensicht des Bewegungsverlaufs, sondern auch immer um die Verdeutlichung von wichtigen Ursache- Wirkungs- Zusammenhängen. Wenn durch geeignete Präsentation und Informationsgebung ‑ ohne Kommentar der Lehrperson – der Fehler vom Lernenden selbst erkannt und die Korrekturmaßnahme sogar selbst herausgefunden werden kann, wirkt sich dies, vielleicht auch dank initiierter Bewusstseinsprozesse, meist positiv auf den gesamten Lern- und Trainingsprozess aus: Bewusste Mitarbeit der Lernenden ist oft lernwirksamer als fremdbestimmter Konsum (vgl. Hotz, 2000, S. 24).

3.3 Einordnung des Themas in zeitgemäße didaktische Positionen

In diesem Kapitel soll auf die Gründe für eine Thematisierung des Angriffsschlages in der Schule eingegangen werden. Es sprechen mehrere Gründe dafür, den Angriffschlag trotz seiner Komplexität in der Schule einzuführen. Auch wenn im Lehrplan, wie gezeigt, nur sehr wenig Zeit für die Vermittlung des Angriffschlages eingeräumt wird und die Technik sehr vielschichtig ist, wie die Sachanalyse gezeigt hat, so ist auch für einen Grundkurs die Einführung des Angriffsschlages in einem Kurshalbjahr Volleyball eigentlich Pflichtprogramm. Im schulinternen Stoffverteilungsplan für die Jungen in den Klassen 7-10 nur für das Kursniveau 2 vorgeschlagen, welches nach meinen bisherigen Erfahrungen nur selten im Unterricht erreicht wird und für die Mädchen sogar als „Schmankerl“ für die Oberstufe vorgeschlagen, kommt das Element Angriff im Sportunterricht doch häufig sehr kurz. Gerade dieses „Schmankerl“ des Volleyballspiels gilt es als entscheidendes charakteristisches Merkmal des Spiels zu nutzen und zu fördern. Denn Volleyball ist ein Angriffsspiel! Auf lange Sicht gewinnt nämlich die Mannschaft, die erfolgreicher angreift und hier mehr Druck auf den Gegner entwickelt, das Spiel, als die Mannschaft, die „nur“ Dankebälle ins gegnerische Feld pritscht. Gerade dieses Offensivelement des Spiels gilt es auch aus motivationalen Gründen zu nutzen. Besonders in reinen Jungenkursen ist aus Schülersicht nichts deprimierender und langweiliger, wenn in einem kompletten Halbjahr kein einziger Ball angegriffen wird. Auch auf die Gefahr hin, dass der Angriffschlag im Spiel noch nicht sehr häufig zum Einsatz kommt, oder sich die Ballwechsel im Spiel dadurch verkürzen, muss die Beliebtheit des Trainings des Angriffsschlages (verglichen mit den anderen Elementen Zuspiel, Annahme, Aufschlag) genutzt werden. Nach Dürrwächter (vgl. 1993, S. 83) ist es gerade für Jungen förderlich, wenn man sich beim Schmettern und der Abwehr von Angriffsbällen mit Kraft, Mut und Körpereinsatz Vorteile verschaffen kann (und nicht nur mit Genauigkeit, Gewandtheit und Sicherheit).

In der neueren Literatur (Papageorgiou 2002 und Papageorgiou/Czimek, 2007) wird zudem betont, dass der Angriffsschlag frontal die „effektivste Angriffshandlung“ (Papageorgiou, 2002, S. 115) ist, weil der Ball auf direktem Wege gradlinig im Sprung mit höchster Geschwindigkeit zum Gegner geschlagen werden kann. Solange im vorherigen Lernprozess die Schulung der ersten Grundsituation des Volleyballspiels (Abwehr/Annahme und Weitergabe des Balles = 1. Ballkontakt) deutliches Übergewicht hatte, wird nun die zweite Grundsituation (Zuspiel und Angriff = 2. und 3. Ballkontakt) gestärkt und somit wieder ein Gleichgewicht beider Situationen erzielt. Zudem kann der Angriffschlag in den abgeschwächten Varianten als oberes Zuspiel im Sprung (beidhändige Angriffsfinte) und einhändige Angriffsfinte (Lob), oder als Driveschlag vorher eingeführt werden. Da beispielsweise die Anlauf- und Absprunggestaltung bei all diesen Angriffsvarianten identisch ist, kann so leichter zum frontalen Angriffsschlag übergegangen und dieser methodisch und didaktisch vorbereitet werden. Im Spiel stehen dann wiederum mehrere Alternativhandlungen zur Verfügung, auch um schlechte Zuspiele auszugleichen oder Eigenfehler zu vermeiden (vgl. Papageorgiou/Czimek, 2007, S. 105).

3.4 Didaktische Reduktion/Schwerpunktsetzung

Wie schon in der Sachanalyse erwähnt, gibt es mehrere Varianten des Angriffsschlages und auch unterschiedliche Ausprägungen in der technischen Ausführung. Diese Varianten des Angriffsschlages können natürlich nicht alle in dieser Reihe thematisiert werden. Es ist nämlich grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die meisten Schüler keinerlei Vorerfahrungen bezüglich des Angriffsschlages besitzen. Da es das Ziel der Reihe ist, den Angriff nach hoch zugespielten Bällen auszuführen, kann es nur alleine um die Thematisierung des frontalen Angriffsschlages in Anlaufrichtung gehen. Alle anderen Varianten bleiben unberücksichtigt. Dies stellt schon eine erste didaktische Reduktion dar. Auch bei der technischen Ausführung ist es nicht entscheidend, ob z.B. mit einem Eintakt- oder Zweitaktaufsatz abgesprungen wird, oder ob bei allen Schülern die Fußstellung exakt eingedreht ist. Solange die Schrittfolge links- rechts- links eingehalten wird, das linke Bein bei Absprung leicht vorgestellt ist, gilt ansonsten das Prinzip der Funktionalität, d.h., es sind unterschiedliche Ausprägungen möglich und es wird nicht bis ins kleinste Detail korrigiert.

Gerade zu Beginn der Reihe kann der Angriffschlag logischerweise nicht in seiner Gesamtbewegung ausgeführt werden, da diese für Anfänger zu komplex ist. Deshalb werden hier zunächst einzelne Elemente (z.B. nur die Schlagbewegung oder nur die Stemmphase) herausgegriffen und isoliert geübt. Auch der Faktor Timing spielt bei Angriffen im Volleyball eine entscheidende Rolle. Dieser soll zu Beginn ebenfalls möglichst gering gehalten werden, um eine bessere Konzentration auf die Technik zu legen und eine Überforderung der Schüler zu vermeiden. Deshalb wird beispielsweise auch das Schlagen von gehaltenen Bällen und von angeworfenen Aufsteigern in der ersten (evtl. auch in der zweiten Stunde) eine Form der Reduktion sein. Hier kann zudem sehr gut differenzierend gearbeitet werden: zum einen kann die Netzhöhe je nach Körpergröße und Sprunghöhe der Schüler so angepasst werden, dass jeder in der Lage ist, den Ball nach unten zu schlagen, zum anderen kann je nach Leistungsniveau unterschiedlich lange Zeit mit dem Üben des Schlagens gehaltener Bälle oder angeworfener Bälle verbracht werden. Weiterhin kann je nach Lernfortschritt unterschiedlich schnell die Anlaufbewegung ausgebaut werden und z.B. zur Stemmphase der Auftaktschritt hinzugenommen werden.

Auch das Spiel 3:3 stellt an sich schon eine Reduktion gegen über dem Zielspiel 6:6 dar. Nicht nur die Spielerzahl ist hier gegenüber dem Zielspiel verändert, auch die Feldgröße ist hier mit den Maßen 6x6m kleiner als das Großfeld (9x9m). Teilweise wird auch mit reduzierter Netzhöhe gespielt (2,24m oder 2,35m statt 2,43m), damit der Ball leichter nach unten geschlagen werden kann und keine „Bogenlampen“ auf Grund fehlender Sprunghöhe gespielt werden müssen. Zudem wird im Spiel zunächst auf die Ausführung des Aufschlages von oben verzichtet, um Annahmefehler weitestgehend zu vermeiden. Stattdessen kann der Ball entweder eingepritscht, eingeworfen, oder per Aufschlag von unten ins Spiel gebracht werden.

Häufige Fehlerbilder beim frontalen Angriffsschlag in Anlaufrichtung lassen sich in Anlehnung an Papageorgiou (vgl. 2002) in folgender Tabelle zusammenfassen, wobei die Korrekturmaßnahmen die Möglichkeiten der Differenzierung ebenfalls unterstützen.

Tab. 1: Fehlerbilder und Korrekturhinweise zum frontalen Angriffsschlag

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Lernziele

4.1 Übergeordnete Lernziele

Die Schüler sollen am Ende der Reihe in der Lage sein, halbhoch bis hoch zugespielte Bälle mit der Technik des frontalen Angriffsschlages in Anlaufrichtung in der Grobform auszuführen und im Kleinfeldspiel 3:3 möglichst häufig und situativ angemessen anwenden. Dazu sollen die Schüler ihre bisherigen erworbenen Grundtechniken weiter festigen und im Spiel je nach taktischer Situation angemessen anwenden, um einen Angriffsaufbau in der eigenen Mannschaft so gestalten zu können, dass der Angriffsschlag zum Einsatz kommt.

4.2 Psychomotorische Lernziele

Die Schüler sollen

- je nach Vorkenntnis ihre Grundtechniken Pritschen und Baggern weiter verbessern und festigen.
- den frontalen Angriffsschlag in Anlaufrichtung erlernen (Grobform) und dabei
- den Ball mit der ganzen Hand (Mitte der Hand = Mitte des Balles) schlagen.
- den Ball mit gestrecktem Arm von hinten oben treffen und schlagen.
- beidbeinig hinter dem Ball abspringen.
- einen langen, dynamischen Stemmschritt ausführen.
- beide Arme zur Schwungunterstützung (Doppelarmschwung) mit nach vorne oben führen.
- den Ball beim Angriffsschlag zunächst als angeworfenen Aufsteiger schlagen.
- den Ball nach angeworfenem oder zugespielten Meterball schlagen.
- den Ball nach halbhohem/hohem Anwurf und Zuspiel schlagen.
- das Zuspiel als Meterball, bzw. halbhohen und hohen Ball spielen können.
- die Volleyballgrundtechniken im Spiel 3:3 situativ angemessen anwenden.
- im Spiel 3:3 möglichst oft den Angriffsschlag anwenden.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf der Arbeit wird allerdings auf die einbeinig gesprungenen Ausführungen nicht weiter eingegangen, da sie in dieser Reihe nicht von Bedeutung sind. Auch die Varianten des Angriffsschlages (Drehschlag, verdeckter Schlag, über die Schulter, aus dem Handgelenk, Lob) werden nicht im einzelnen beschrieben. Als Grundlage für diese Reihe gilt der frontale Angriffsschlag in Anlaufrichtung.

[2] Für Rechtshänder! Alle Bewegungsbeschreibungen in dieser Arbeit sind für Rechtshänder beschrieben!

[3] Abbildungen zu den beiden Aufstellungsvarianten finden sich im Anhang.

[4] Die Systemvoraussetzungen für die Arbeit mit diesem Programm sind der Hilfedatei des Programms oder der Internetseite www.simi.com zu entnehmen.

Details

Seiten
65
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656856795
ISBN (Buch)
9783656856801
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283939
Institution / Hochschule
Staatliches Studienseminar für das Lehramt an Gymnasien Bad Kreuznach
Note
1,5
Schlagworte
volleyball eine schulung angriffsschlages klasse

Autor

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Titel: Volleyball. Eine videogestützte Schulung des Angriffsschlages in einer 12. Klasse