Lade Inhalt...

Mainzer Republik (1793). Ein Importprodukt aus Frankreich?

Referat (Ausarbeitung) 2014 8 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Matthias Metternich

Mitwirken im Jakobinerklub

Der Bürgerfreund

Politisches Wirken

Zusammensetzung und Strukturen

Was haben Sie erreicht?

Fazit

1. Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der kurzen Mainzer Republik und ob die Demokratisierung von Mainz durch äußere Einflüsse, Frankreich, oder innere Einflüsse, die Mainzer Bevölkerung, ausgelöst wurden. Als wichtige Person der kurzen Mainzer Republik beschäftigt sich die Arbeit kurz mit Matthias Metternich und seinen Schriften, geht dann auf den Jakobinerklub ein und erstellt einen Vergleich zwischen französischen und deutschen Jakobinismus. Abschließend fasst diese Arbeit kurz die wichtigsten Errungenschaften des deutschen Jakobinismus zusammen.

Ich stütze mich hauptsächlich auf die Literatur von Heinrich Scheel, Franz Dumont und Jörg Schweigend. Um den aktuellen historischen Diskurs aufzunehmen gehe ich desweitern auf die Literatur von Axel Azzola und Michael-Peter Werlein und einen Zeitungsartikel der Zeit aus der Reihe Geschichte von dem Autor Andreas Molitor.

2. Matthias Metternich

Die Mainzer Republik wurde von einigen wichtigen Menschen stark geprägt. Demnach ist es für einen gesamten Überblick unerlässlich näher auf diese einzugehen. Matthias Metternich ist einer von diesen Individuellen Persönlichkeiten. Er wurde am 8.Mai 1747 in dem kurtrierischen Steinefrenz nahe Montabaur geboren. Aufgrund seiner bäuerlichen Herkunft war ihm der Genuss von Intellektueller Bildung eigentlich verwehrt, doch ein adliger Förderer bemerkte sein Talent und ermöglichte ihm den Besuch des Jesuitengymnasiums in Hadamar. Nach erfolgreichem absolvieren des gymnasialen Bildungsweges begann Metternich ein Studium in Mainz und später in Göttingen in Mathematik und Philosophie. 1786 wurde er dann zum außerordentlichen Professor in Mainz berufen und gehörte somit der philosophischen Fakultät an. Seine politische Aktivität begann schon weit vor der Besatzung der Franzosen, 1789 trat er den Mainzer Illuminaten und der „Gelehrten Lesegesellschaft“ bei. Des Weiteren traf er sich regelmäßig mit Mainzer Oppositionellen und gab sich öffentlich als Revolutionsanhänger bekannt. Obwohl Metternich sich öffentlich gegen die Obrigkeit ausgesprochen hatte blieben ihm erstaunlicherweise Schwierigkeiten erspart. Sogar auf seiner Arbeit versuchte er seine politische Ideologie zu verbreiten, indem er im Hörsaal seine Studenten über politisches Zeitgeschehen aufgeklärt hat. Während der französischen Besatzung von Mainz 1792/1793 war Metternich ein führendes Mitglied des Jakobinerklubs indem er zeitweise als Präsident fungierte und seine politische Arbeit stark der Revolutionierung der Bevölkerung widmete. Die Rückeroberung Mainz durch preußische Truppen war einschneidendes Lebensereignis für ihn, er wurde misshandelt und als Gefangener auf die Festung Ehrenbreitstein gebracht. 1795 entließ man Matthias Metternich seiner Gefangenschaft und schob ihn nach Frankreich ab, wo er dann als französischer Beamter in der Pfalz und im Elsass tätig war.[1]

3. Mitwirken im Jakobinerklub

Matthias Metternich entwickelt sich schnell zu einem der führenden Personen im Jakobinerklub. Er wurde zweimal zum Präsidenten gewählt und übte dieses Amt jeweils für eine Periode von einem Monat aus. Seine Hauptaufgaben lagen in der breiten Aufklärung der Bevölkerung, so lag sein Fokus in der Veröffentlichung mehrerer Flugschriften und einer Zeitung namens „Der Bürgerfreund“. Durch die erst kurzzeitige Befreiung von dem Kurfürsten Erthal war in der breiten Bevölkerung sehr viel Unsicherheit und vor allem Unwissenheit über die neue politische Situation. Metternich versuchte durch mehrere Reden im Jakobiner Klub dieser vermeintlichen Spaltung Mainz entgegenzuwirken. Eine seiner Reden, „Rede von den Ursachen der bis jetzt noch geteilten Meinungen über die Revolutionssache der Mainzer und von den Mitteln, die Meinungen und Gemüter zu vereinigen, gehalten in der Gesellschaft der Freunde der Freiheit und Gleichheit“[2], befasste sich mit dem Thema der politischen Spaltung von Mainz und wurde ebenfalls in seiner Zeitung, „Der Bürgerfreund“, veröffentlicht. Er versuchte eine Erklärung zu finden warum viele Mainzer Bürger sich gegen die Freiheit aussprachen und dem konservativen Regime des Kurfürsten Erthal treu blieben. Hierzu hat er verschiedene Faktoren herausgearbeitet die die phlegmatische Haltung vieler Einwohner erklären sollte. „Unwissenheit, Verführung, Furcht oder Schüchternheit, Privatinteresse, Stolz“², waren wesentliche Punkte die er zu bekämpfen versucht hat um die Revolutionierung der Bevölkerung durchzusetzen.[3]

[...]


[1] Schweigard, Jörg: Die Liebe zur Freiheit ruft uns an den Rhein. Aufklärung, Reform und Revolution in Mainz, Katz 2005, S.173-175. ; Dumont, Franz: Die Mainzer Republik 1792/93. Französisches Revolutionsexport und deutscher Demokratieversuch, in: der Schriftenreihe des Landtags Rheinland-Pfalz Heft 55, 2013 Mainz S.69-71.

[2] Scheel, Heinrich: Die Mainzer Republik 1. Protokolle des Jakobinerklubs, in: Akademie der Wissenschaft der DDR. Schriften des Zentralinstituts für Geschichte, Berlin 1975, S.290-295.

[3] Schweigard, Jörg: Die Liebe zur Freiheit ruft uns an den Rhein. Aufklärung, Reform und Revolution in Mainz, Katz 2005, S.173-175.

Details

Seiten
8
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656837459
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283789
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Geschichte
Note
Schlagworte
Mainz Jakobinismus Französische Revolution Republik Metternich

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Mainzer Republik (1793). Ein Importprodukt aus Frankreich?