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ADHS bei Kindern. Behandlung durch Medikamente oder körperliche Betätigung?

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 16 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. ADHS bei Kindern

3. Behandlungsmöglichkeiten
3.1 Medikamentöse Behandlung
3.1.1 Methylphendiat
3.1.2 Atomoxetin
3.1.3 Dexamfetamin
3.1.4 Trends
3.2 Körperliche Betatigung
3.3 Körperliche Betatigung vs. Medikamentöse Behandlung

4. Schluss

Literatur

1. Einleitung

Michel von Lönneberger, Findus , Pumuckl und Pipi Langstrumpf- alle diese Kinderbuch Helden zeigen Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivitat auf. Pipi Langstrumpf, die niemals zur Schule geht und ohne jeglichen Respekt Erwachsenen Lügengeschichten auftischt. Pumuckl, der nahtlos von einer Tatigkeit zu einer Anderen wechselt, ohne auch nur irgendetwas zu Ende zu bringen. Michel von Lönneberger passieren durch seine Achtlosigkeit und Impulsivitat immer wieder viele Unfalle, für die er haufig bestraft wird . Und auch Findus Aktivitaten sind meist überschießend und wenig reguliert. All das sind nach ICD 10 Symptome, die eine kinetische Störung oder auch Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitatsstörung, wie sie im DSM 4 genannt wird, beschreiben. Kaum ein psychologisches Thema wird so heiß diskutiert wie ADHS . Fast jede große Zeitung hat bereits Artikel darüber verfasst, im Fernsehen werden Dokumentationen und Reportagen über ADHS gezeigt. Auch in Filmen und Serien spielt die Krankheit ADHS und Menschen mit ADHS eine große Rolle, sei es nun auf komödiantischen Wege oder auch um Dramatik zu erzeugen. Zusatzlich gibt es unfassbar viele Bücher, die sich mit dem Thema auseinander setzen. Wissenschaftliche Bücher, Ratgeber für Eltern und Betroffene, Selbsthilfebücher und Bücher, die Kindern spielerisch nahe bringen sollen, was ADHS ist. Jeder hat eine andere Meinung zu dem Thema und will auch, dass diese gehört wird. Der Überbegriff für diese nahezu omniprasente Krankheit ist ADS. Es gibt zwei verschiedene Arten dieser Erkrankung. Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit und ohne Hyperaktivitat. Im Folgenden wird sich nur mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom mit Hyperaktivitat also ADHS beschaftigt. Betroffen sind vorallem Kinder, mit denen sich auch in der folgenden Arbeit beschaftigt wird. In Deutschland sind ca. 5% der Kinder im Alter von drei bis 17 Jahren von dem Krankheitsbild betroffenen. Zudem tritt ADHS viermal haufiger bei Jungen als bei Madchen auf (vgl. Schlack et al., 2007 ). 60% der Kinder, die ADHS haben, nehmen zumindest Teile der Symptome auch mit in das Erwachsenenalter (vgl. Wender et al., 2001). Es gibt allerdings auch Menschen, bei denen sich das Krankheitsbild erst im Erwachsenenalter zeigt.

Doch was ist dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom überhaupt? Und auf welche Weise kann Betroffenen geholfen werden? Ist eine medikamentöse Behandlung die einzig wirksamen Option? Das sind Themen, mit denen sich diese Hausarbeit befasst. Der Hauptteil liefert ein Überblick darüber, was ADHS ist, welche Symptome es haben kann und anhand welcher Symptome die Diagnose gestellt werden kann. Außerdem werden sich mit zwei verschiedenen Methoden der Behandlung auseinander gesetzt. Hierfür wird zunachst auf die medikamentöse Behandlung mit den Unterpunkten Methylphendiat, Atomoxetin und Dexamfetamine eingegangen, um dann zu besprechen ob akute oder chronische körperliche Betatigung ebenfalls einen positiven

Effekt auf die Symptome der Erkrankung haben kann. Im Schlussteil wird zuletzt noch diskutiert, ob körperliche Betatigung generell die Einnahme von konzentrationsfördernden Medikamenten ersetzen kann.

2. ADHS bei Kindern

Wie bereits in der Einleitung erwahnt handelt es sich bei ADHS um eine Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitatsstörung. Im DSM 4 ist die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitatsstörung (314) mit drei Unterkategorien gelistet:

- Mischtypus (314.01)
- vorwiegend unaufmerksamer Typus (314.00) und
- vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typus (314.01).

Im ICD-10 wird das selbe Krankheitsbild “Hyperkinetische Störungen” (F 90) genannt. Auch hierzu gibt es drei Unterkategorien:

- einfache Aktivitats-und Aufmerksamkeitsstörung (F 90.0),
- sonstige Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivitat (F 98.8) und
- hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (F 90.1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Kriterien für die Diagnose einer hyperkinetischen Störung nach ICD-10 und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitatsstörung nach DSM-IV (vgl. Döpfner et al., 2006).

Als hyperaktiv werden von Außenstehenden, beispielsweise Lehrern oder auch Eltern, oftmals Kinder beschrieben, die immer in Bewegung sind, zum Beispiel mit den Finger trommeln oder mit den Beinen zappeln. Ein haufiges Merkmal ist auch reden in sehr unpassenden Situationen. Auch typisch für Kinder, die als hyperaktiv beschrieben werden ist, dass es ihnen fast unmöglich ist, sich langer auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren (vgl. Davison et al., 2007). Kindern, mit dieser Art der Störung, fallt es besonders schwer sich selbst zu regulieren. Vorallem in Situation, in denen still sitzen wichtig ist, beispielsweise der Schule, fallen diese Kinder standig durch Zappeleien und/ oder unablassiges Reden auf. Zudem sind Kinder, die ADHS haben haufig unorganisiert, sprunghaft, taktlos, eigensinnig und herrisch (vgl. Davison et al. 2007). Auch fallt es ihnen schwer ihre Aggresivitat zu zügeln. Dies ist einer der Hauptgründe, warum Kinder mit der Diagnose ADHS oft Probleme damit haben, Freundschaften zu knüpfen oder auch nur mit Gleichaltrigen zurecht zu kommen ( vgl. Whalen& Henker, 1985). Ein weiterer Faktor ist, dass von ihnen soziale Hinweise oft falsch interpretiert werden und sie selbst nicht wissen, wie man sich in sozialen Situationen verhalt. Haufig haben Kinder, die eine Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitatsstörung aufweisen, Probleme beim Erwerben von Fahigkeiten, die in der Schule erforderlich sind, wie zum Beispiel lesen oder schreiben( vgl. Siegler et al. 2011).

Die Ursachen für ADHS sind sehr vielfaltig. Definitiv eine Rolle spielen genetische Faktoren. Falls ADHS bei einem Elternteil festgestellt worden ist, besteht eine 50 % Chance, dass auch das Kind ADHS bekommt. Ebenso hoch ist der Prozentsatz bei Zwillingen. Falls eines der beiden Zwillingskinder ADHS hat, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50% für das andere Kind auch ADHS zu bekommen. Dieses Risiko ist etwa zehnmal höher als bei Kindern im Allgemeinen (vgl. Silver L., 2004). Ein weiterer, biologischer Faktor ist, dass bei Kindern mit ADHS die Durchblutung des Frontallappens, des Gehirnteils, der zu Teilen für die Aufmerksamkeitssteuerung und Unterdrückung von Handlungsimpulsen beteiligt ist, vermindert ist ( vgl. Rubia et al., 2001 ). Nikotin ist ein anderer Einflussfaktor. 22% der Mütter von Kindern mit ADHS gaben an, wahrend der Schwangerschaft eine Schachtel Zigaretten geraucht zu haben, wahrend nur 8% der Mütter von nicht erkrankten Kindern das Selbe angaben (vgl. Milberger et al., 1996).

Ein weiterer Risikofaktor ist das Verhalten der Eltern: Alkoholsucht eines Elternteils, psychische Störungen der Eltern oder eine strafender, inkonsistenter Erziehungsstil und familiare Instabilitat. Weiterhin gelten eine Frühgeburt, chirurgische Eingriffe in den ersten Lebensmonaten, ein niedriger sozioökonomischer Status der Familie, sowie eine schlechte soziale Einbindung der Familie, aber auch des Kinders und mütterliche Unfalle als Risikofaktoren (vgl. Hakimi, 2005). Dagegen konnte die Theorie, dass Lebensmittelzusatzstoffe zu Hyperaktivitat beitragen bisher nicht bestatigt werden.

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Details

Seiten
16
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656835486
ISBN (Buch)
9783656835493
Dateigröße
711 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283780
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau – Insitut für Psychologie
Note
1,3
Schlagworte
adhs kindern behandlung medikamente betätigung

Autor

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