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Wohlfahrtsstaaten in der Europäischen Union. Reformen, Wandel und Konsequenzen

Hausarbeit 2014 24 Seiten

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wohlfahrtsstaaten
2.1 Wohlfahrtsstaaten als theoretisches Konstrukt
2.2.1 Der Wohlfahrtsstaat als liberales Modell
2.2.2 Der Wohlfahrtsstaat als konservatives Modell
2.2.3 Der Wohlfahrtsstaat als sozialdemokratisches Modell
2.3 Finanzierung des Wohlfahrtsstaates
2.3.1 Das Beveridge-System
2.3.2 Das Bismarck-System
2.4 Finanzierungssysteme im Modell des Wohlfahrtsstaates
2.5 Schlussfolgerung und Bedeutung für die EU

3. Die EU als sozialpolitischer Akteur

4. Ein Wohlfahrtsstaatliches Modell für Europa
4.1 Das konservative Modell am Beispiel Deutschlands
4.2 Das sozialdemokratische Modell am Beispiel Dänemarks

5. Schlussfolgerung für die einen einheitlichen EU Wohlfahrtsstaat

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Zuge der aktuellen Lage, bestehend in der europaweiten Krise der Finanzmärkte und instabilen Lage der Eurozone, stellt sich mehr den je die Frage einer Realisierung bzw. Standardisierung der Sozialpolitik auf europäischer Ebene. Die EU versucht bereits seit geraumer Zeit mehr Kompetenz im Bereich der Sozialpolitik zu gewinnen und einen Mindeststandard an sozialer Sicherung für die Eurozonen Mitglieder zu schaffen. Diese Bestrebungen sind jedoch nicht ohne weiteres umzusetzen, was bereits durch die Aufgliederung in verschiedene Wohlfahrtsstaatliche Systeme klar wird. Auch Faktoren wie die der Finanzierungssysteme sowie der unzureichenden Kompetenzklarheit auf europäischer Ebene spielen hier eine entscheidende Rolle. Es stellt sich somit die Frage inwiefern die Möglichkeit einer erfolgreichen Implementierung eines europäischen Sozialstaates in nicht all zu ferner Zukunft besteht bzw. realisierbar wäre.

Es gilt in dieser Arbeit zu prüfen inwiefern eine Realisierung eines europäischen Sozialmodells bzw. standardisierten Wohlfahrtsstaates unter zu Hilfenahme von Andersens wohlfahrtsstaatlichen Modellen möglich ist und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Dies wird an den Beispielen des konservativen Wohlfahrtstaates im Bezug auf Deutschland und des sozialdemokratischen Staates im Bezug auf Dänemark, unter dem Fokus der möglichen Finanzierbarkeit geprüft.

2. Wohlfahrtsstaaten

2.1 Wohlfahrtsstaaten als theoretisches Konstrukt

Der Wohlfahrtsstaat für sich ist eine unklare Definition. Der Begriff ist wissenschaftlich schwergreifbar und definierbar, der er zum einen soziokulturelle sowie politische Aspekte enthält die sich nur schwer von einander abgrenzen lassen. Zudem wird der Begriff meist in einem Atemzug mit dem Begriff Sozialstaat genannt, der weniger umfassend ist. Der Sozialstaat versucht bestehende soziale Ungleichheiten der Bürger mit politisch oder juristisch definierten Gerechtigkeitsinterpretationen auszugleichen. Dazu wird versucht den Bürger einen möglichst neutrale und gerechte Ausgangsbasis zu schaffen um sich in den Markt bzw. den Staat für sich integrieren zu können und eine möglichst freie Entfaltung des Individuums zu garantieren. Der Wohlfahrtsstaat hingegen schafft zusätzlich eine Unterstützung des Individuums bei nicht Selbstverschuldeten Notlagen. Im Detail werden also vom Sozialstaat Allgemeingüter wie die öffentliche Infrastruktur und beispielsweise Gesetztes Regelungen zur Gleichberechtigung des Individuums erstellt, wobei es sich beim Wohlfahrtsstaat vielmehr um eine Erweiterung dessen handelt. Dieser versucht gescheiterte Marktteilnehmer, die bereits sich bereits im Marktgeschehen befinden oder befanden abzufangen und die Möglichkeit der Reintegration durch finanzielle oder Strukturelle Hilfestellungen zu ermöglichen. In wieweit diese Mittel von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt werden steht in starker Abhängigkeit zum vorherrschenden System. So lässt sich bedingt durch die Ambivalenz bestehender System kaum ein klarer, allgemeingültiger Begriff dem Wohlfahrtsstaat zuordnen. Jedoch enthält der Begriff durchaus überschneidende Begrifflichkeiten die auf alle politischen Systeme Anwendung finden.

Um eine Definition des Wohlfahrtsstaates zu ermöglichen, ist es nötig den Begriff nicht einheitlich sondern vielmehr kategorisiert zu sehen. Gøsta Esping-Andersen unternahm dies als einer der ersten in seinem, mittlerweile als Standardlektüre geltenden Werkes „The three worlds of welfare capitalism“. In seinem Werk fasst er, drei grobe System zusammen. Zum einen den liberalen Wohlfahrtsstaat, der seine Prägung durch eine starke Marktoffenheit und nur minimaler universeller Sozialleistungen erhält. Zu diesen gehören die USA sowie Kanada (Esping-Andersen 1990 S. 46).

Ein weiteres System findet sich in der Klassifizierung des konservativen Wohlfahrtsstaates wieder. Bei diesem Wohlfahrtsstaat rückt die private Vorsorge deutlich in den Hintergrund. Die staatliche Vorsorge spielt hingegen eine entscheidende Rolle und dient der grundlegenden sozialen Absicherung. Solche System finden sich in Österreich und Deutschland (Esping-Andersen 1990 S. 46).

Das dritte System, welches Andersen aufführt, wird als sozialdemokratisches Wohlfahrtssystem bezeichnet und lässt sich vorwiegend in den skandinavischen Ländern wie Normwegen oder Schweden, aber auch Dänemark finden. Dieses System gewährt der Gesamtbevölkerung einen möglichst gleich hohen Zugang zu staatlichen Sozialdiensten und dieses bei möglichst hoher Marktunabhängigkeit (Esping-Andersen 1990 S. 47).

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Details

Seiten
24
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656836377
ISBN (Buch)
9783656836384
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283736
Institution / Hochschule
Universität Passau
Note
Schlagworte
wohlfahrtsstaaten europäischen union reformen wandel konsequenzen

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Titel: Wohlfahrtsstaaten in der Europäischen Union. Reformen, Wandel und Konsequenzen