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Hochschulmarketing für eine Unternehmensberatung

Chancen und Risiken

Hausarbeit 2014 21 Seiten

BWL - Personal und Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Begründung der Themenstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau dieser Arbeit

2. Hochschulmarketing
2.1 Definition des Hochschulmarketing
2.2 Grundlagen des Hochschulmarketing
2.3 Zielgruppendefinition und -analyse

3. Praxisbeispiele zu Hochschulmarketing
3.1 Robert Bosch GmbH
3.2 AUDI AG
3.3 Technische Hochschule Ingolstadt
3.4 Königsteiner Agentur GmbH
3.5 Thyssen Krupp AG
3.6 Linkedin

4. Die Bedeutung des Hochschulmarketings im Kontext der Personalsuche

5. Vor- und Nachteile des Hochschulmarketings

6. Besonderheiten im Hochschulmarketing

7. Hochschulmarketing für eine Unternehmensberatung

8. Fazit und kritische Reflektion

9. Literaturverzeichnis
9.1 Internetquellenverzeichnis
9.2 Abbildungsquellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Fachkräftemängel in Deutschland 2013

Abbildung 2: Jahresvergleich von Einfluss der Alumnis über Facebook auf Studierende

1. Einleitung

1.1 Begründung der Themenstellung

In Zeiten von Fach- und Führungskräftemangel, ist der Arbeitsmarkt für gewisse Stellen, ein hartumkämpfter Bereich. Ohne eine Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Rekrutierung von Hochschulabsolventen, wird die Nachbesetzung in bestimmten Bereichen von Unternehmen, immer schwieriger.

Das Hochschulmarketing bietet die Möglichkeit, direkt zukünftige Fach- und Führungskräfte zu werben. Dabei kann die Intensität der Maßnahmen je nach Personalbedarf und Budget variieren. Hier geht es von einem Aushang in der FH oder Universität, bis hin zu persönlichen Vorträgen durch Firmen zur Werbung neuer Fachkräfte. Auf Basis dieser Problemstellungen und der Vielzahl von Maßnahmemöglichkeiten, muss die korrekte Auswahl und Ansprache der Zielgruppe getroffen werden.

1.2 Zielsetzung und Aufbau dieser Arbeit

Mit dieser Arbeit soll die Bedeutung des Hochschulmarketing, sowie mögliche Vorgehensweisen herausgestellt werden. Es werden verschiedene Möglichkeiten für Werbemaßnahmen aufgezeigt und deren Ziel erläutert.

Diese Ausarbeitung ist in vier Hauptbereiche unterteilt, welche mit dem theoretischen Teil, der Grundlagen und Zielgruppendefinition, beginnt. Mittels Praxisbeispielen werden zudem einige der verschiedenen Formen des Hochschulmarketings aufgezeigt und anhand dieser auch deren Ziel erläutert. Bevor auf die Vor- und Nachteile des Hochschulmanagements eingegangen wird, wird vorab die Bedeutung im Kontext zu Personalansprache dargestellt. Im letzten Kapitel wird das Konzept des Hochschulmarketings anhand des Fallbeispiels der Unternehmensberatung dargestellt.

2. Hochschulmarketing

2.1 Definition des Hochschulmarketing

Unter Hochschulmarketing versteht man die Werbung von Firmen an Hochschulen, zur Akquise von neuen Fach- & Führungskräften. Dieses Vorgehen stammt aus den 70er Jahren und hat in den letzten Jahrzehnten immer stärker zugenommen, wodurch auch der Umfang von Maßnahmen der Unternehmen stetig im gegenseitigen Konkurrenzkampf zugenommen hat.1 Hochschulmarketing kann auch als eigene Marketingmaßnahme der einzelnen Hochschulen verstanden werden, um sich als attraktive Bildungsstätte zu präsentieren.2

In dieser Ausarbeitung wird das HSM aus der Sicht der Unternehmen gesehen und deren Marketingstrategien, um die eigenen Bedarfe an Fach- und Führungskräfte zu decken.

2.2 Grundlagen des Hochschulmarketing

Im Kontext des Hochschulmarketing dienen die Hochschulen als Dienstleister, denn die Kriterien der Dienstleistung werden hier aus Firmensicht erfüllt. Die konstitutiven Merkmale der Dienstleistung umfassen z.B. die Immaterialität der Leistung, die Leistung ist nicht lager- oder transportfähig und das Potenzialangebot, welches erst bei Inanspruchnahme der Leistung des späteren Arbeitnehmers bzw. geworbenen Studenten genutzt werden kann.3 Die angebotene Leistung der Hochschulen ist die Wissensvermittlung an die Studierenden und im Fall des HSM die Kooperation mit den Unternehmen, als Kontaktvermittler. Somit kann der hier verwendete Begriff Marketing, unter Dienstleistungsmarketing eingeordnet werden und bedingt somit eine hohe Anforderung an die Kundenorientierung.4 Diese kundenorientieren Maßnahmen bzw. der Beziehungsaufbau können direkt in Verbindung mit der Hochschule, sowie auch durch die Kontaktaufnahme außerhalb stattfinden, z.B. durch Messen oder Veranstaltungen.5 Entscheidend ist der richtige Marketing-Mix mit Schwerpunktfestlegung, um das Spektrum der Möglichkeiten einzugrenzen.

Durch die Maßnahmen des Hochschulmarketings, insbesondere der direkten Rekrutierung in der Bildungsstätte, können die Kämpfe am Arbeitsmarkt für Absolventen umgangen werden.6 Das erklärte Ziel ist die Deckung des Bedarfs an qualifizierten Nachwuchskräften und somit der Erhalt sowie die Weiterentwicklung im Unternehmen.

Diese Art von Mitarbeiterwerbung resultiert aus der Tatsache, dass es in vielen Bereichen einen Fach- und Führungskräftemängel gibt, z.B. im Bereich Informatik und Softwareentwicklung, oder im Ingenieurebereich, welcher fast flächendeckend in Deutschland vorhanden ist, wie aus Abbildung 1 ersichtlich. Dieser Mangel an Fachkräften bewirkt eine Bedarfskonkurrenz zwischen den Unternehmen, welche ihren Bedarf decken müssen.

Abbildung 1: Fachkräftemängel in Deutschland 2013

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Grund für diesen Fach- und Führungskräftemangel ist die demografische Entwicklung. Hier spielt das hohe Durchschnittsalter in Deutschland, aber auch der Geburtenrückgang seit den 70er Jahren in Deutschland, eine tragende Rolle. Durch den Geburtenrückgang verringerte sich in der Vergangenheit die Zahl der nachfolgenden bzw. zukünftigen Hochschulabsolventen. Dieser Vergangenheitseffekt wirkt sich auf das Jetzt aus, auch wenn in den letzten Jahren die Anzahl der Einschreibungen wieder steigt. Zudem ist das Durchschnittsalter in den Unternehmen immer weiter gestiegen. Dieses liegt aktuell durchschnittlich bei 40 Jahren und resultiert mitunter aus den Geburtenstarken Jahren Anfang der 60er Jahre in Deutschland.7 Diese Arbeitnehmergeneration steht dem Arbeitsmarkt nur noch wenige Jahre zur Verfügung und wird ein weiteres Loch in diesen reißen. Des weiteren bleiben nicht alle Absolventen nach einem erfolgreichen Abschluss in Deutschland. Ein gewisser Anteil der Studenten kommt aus dem Ausland, um das Bildungsangebot und den Bildungsstatus in Deutschland zu nutzen, um anschließend in der Heimat eine bessere Karriere starten zu können. Auch der Anteil der deutschen Bundesbürger, welche im Ausland studieren, oder nach dem Studium einen Auslandseinsatz anstreben nimmt stetig zu, ohne der Gewähr, dass diese wieder zu 100% zurückkehren, ferner nutzen diese nutzen die Chance für eine Auslandserfahrung im Beruf, oder bauen sich dort ein neues Leben auf.

Durch das Hochschulmarketing wird versucht, zukünftige Arbeitnehmer schon vor Eintritt in den Arbeitsmarkt an das Unternehmen zu binden. Dies beinhaltet die Tatsache, dass nicht mehr der Student aktiv auf die Jobsuche geht, sondern von Unternehmen umworben wird.

Die Aktivitäten der Firmen zielen zudem darauf ab, langfristig ihren Bekanntheitsgrad und auch ein langanhaltendes, positives Image als Arbeitgeber zu vermitteln. Die Intensität der Tätigkeiten ist von dem Jahresbedarf an Absolventen im Unternehmen abhängig. Wenn nur selten Bedarf an Fach- und Führungskräften besteht, sind die Maßnahmen weitaus geringer, als wenn jährlich 100te von Absolventen der verschiedenen Bereiche benötigt werden. Ebenfalls ist das Einsatzgebiet wichtig, fraglich ist ob eine nationale oder internationale Ausrichtung gefordert wird. Mit dieser Umsetzung von z.B. Gastvorträgen, Spenden, Stellenangebote für Abschlussarbeiten, Messeauftritten, Stipendien, usw., soll das Interesse der Studenten an dem Unternehmen geweckt werden.8 Die im dritten Kapitel vorgestellten Maßnahmen erfüllen keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es sollen aber die gängigsten Werbemöglichkeiten, anhand von Praxisbeispielen, aufgezeigt und deren Wirkung erläutert.

2.3 Zielgruppendefinition und -analyse

Vor der Zielgruppenfestlegung, muss das Unternehmen den Bedarf und die Qualifikationsanforderung festlegen. Diese Informationen können der Stellenanforderungsanalyse entnommen werden.

Im ersten Schritt werden die Bedürfnisse des Unternehmens festgelegt. Diese umfassen die Qualifikation, Flexibilität des zukünftigen Arbeitnehmers (nationale oder internationale Arbeitsbereiche & Aufgaben), Arbeitszeiten, Einkommen u.v.m.. Im zweiten Schritt sollen die Bedürfnisse und psychografischen Merkmale der gesuchten Arbeitnehmer/innen gelistet werden, wie z.B. Wunsch nach einem verantwortungsvollen Aufgabengebiet, Wertevorstellung, persönliche Einstellung usw. 9 Einige dieser Daten können später durch Gespräche mit Angehörigen der Hochschule, oder durch Umfragen erhoben werden.

Nicht nur der Student, die Studentin zählt bei dem HSM als Zielgruppe, sondern auch die entsprechende Hochschule. In diesem Fall zählt die Hochschule als Marktsegment. Hier muss die richtige Fachrichtung der Studiengäng, der Standort sowie das Einzugsgebiet an Studierenden ausgewählt werden. Dies kann in Zusammenarbeit mit Hochschulen anhand von Auswertungen und Statistiken erfolgen, z.B. anhand der Anzahl der jährlichen Einschreibungen je angebotene Studienrichtung. Wenn möglich, ist eine Erhebung der Aktivitäten von anderen Unternehmen an den Hochschulen von Relevanz.

Anhand der Auswertung der oben genannten Datenerhebungen, kann ein Unternehmen den Marketing-Mix und die Budgetierung (insofern es keinen festgelegten Kostenrahmen gibt) ableiten.

3. Praxisbeispiele zu Hochschulmarketing

3.1 Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH hat 2011 einen Förderungsbetrag von 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um über einen Zeitraum von zehn Jahren Hochschulen und Universitäten zu unterstützen.10 Von dieser Gesamtsumme gehen 15 Millionen an drei ausgewählte Hochschulen, um zukunftsträchtige Felder zu unterstützen. Mit diesem Sponsoring werden das Image und die Attraktivität als Arbeitgeber gestärkt, denn mit diesen langfristig angelegten Sponsoring bleibt das Unternehmen im Gedächtnis.

3.2 AUDI AG

Der Automobilhersteller AUDI ist mit mehreren Aktivitäten stark in diesem Thema eingebunden. Dessen Maßnahmen umfassen z.B.11:

Stiftungen, welche unterhalten werden und die positive Reputation verstärken sollen.

Angebote für Studienpraktika oder die Möglichkeit, die Abschlussarbeit direkt vor Ort zu schreiben.

Aussendung von über 100 Mitarbeiter an Hochschulen für Gastvorträge. Zusätzlich werden Vorlesungen bei AUDI direkt, mit anschließender Werksführung zur Veranschaulichung der theoretischen Grundlagen, z.B. im Bereich Logistik, durchgeführt. Durch diesen direkten Kontakt mit den Studenten, können durch den Referenten Vorselektionen, durch die Kenntnisnahme des Leistungsvermögens und Verhaltens vorgenommen, sowie ein direkter Kontakt mit den zutreffenden Studenten und Studentinnen aufgenommen werden.

[...]


1 Vgl. Nitzsche, Susanne; Rekrutierung von Hochschulabsolventen; 2011; S. 37

2 Vgl. Schmidt, Simone; Hochschulmarketing; 2007; S. 29

3 Vgl. Haller, Sabine; Dienstleistungsmanagement; 2010; S. 101

4 Vgl. Meffert, Heribert; et al; Dienstleistungsmarketing; 2006; S. 3

5 Vgl. Nitzsche Susanne; Rekrutierung von Hochschulabsolventen; 2011; S. 38

6 Vgl. Hillenhagen, Janina; Instrumente des Hochschulmarketing; 2014; S. 6

7 Vgl. Göke, Michael; et al; Wirtschaftliche Implikationen des demografischen Wandels; 2013; S. 393

8 Vgl. Bachmann, Rainer; Fischen Sie im richtigen Becken: Mit Hochschulmarketing Ihre Talente finden; 2013, S. 24

9 Vgl. Arnold, Hermann; Personal gewinnen mit Social Media; 2012; S. 194 f.

10 http://www.bosch-presse.de; (2014)

11 http://www.audi.com; (2014)

Details

Seiten
21
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656833260
ISBN (Buch)
9783656831228
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283682
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
1,7
Schlagworte
Hochschule Hochschulmarketing Unternehmensberatung Marketing

Autor

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Titel: Hochschulmarketing für eine Unternehmensberatung