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Theoretische Grundlagen und Geschichte der Sozialen Netzwerke

Akademische Arbeit 2007 27 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen von sozialen Netzwerken
2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs „soziales Netzwerk“
2.2 Nutzen eines sozialen Netzwerks für das involvierte Mitglied
2.3 Entwicklung sozialer Netzwerke

3 Theoretische Ansätze zur Erklärung des Phänomens „soziales Netzwerk“
3.1 Die Pyramide menschlicher Bedürfnisse nach Maslow
3.2 Das Gefangenendilemma
3.3 Die Transaktionskostentheorie

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur

1 Einleitung

Zwischenmenschliche Beziehungen spielen im gesellschaftlichen Leben eine große Rolle; jeder Mensch lebt in einem Netz aus Verwandtschaft, Freundschaft und Bekanntschaft.

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen soziales Netzwerk. Zuerst werden die Grundlagen des sozialen Netzwerks im Allgemeinen thematisiert. Dieses wird aus soziologischer Sicht definiert und abgegrenzt. Die Entwicklung sozialer Netzwerke im Laufe der Zeit wird dargestellt und ihre Existenz wird aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven theoretisch begründet.

2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen von sozialen Netzwerken

2.1 Definition und Abgrenzung des Begriffs „soziales Netzwerk“

Mit dem Thema soziale Netzwerke beschäftigten und beschäftigen sich vielfältige wissenschaftliche Disziplinen wie die Ökonomie, die Psychologie, die Kommunikationswissenschaften, die Organisationsforschung, die Systemtheorie und die Soziologie, um nur einige zu nennen. Hieraus ergeben sich in der Literatur unzählige Quellen, die zur Definition des Begriffes „soziales Netzwerk“ herangezogen werden können.

Allgemein bezeichnen soziale Netzwerke „die spezifischen Webmuster alltäglicher sozialer Beziehungen“ (Keupp und Röhrle, 1987, 7). Etwas genauer beschrieben, ist ein soziales Netzwerk „die Gesamtheit der sozialen Beziehungen einer Person […], gängigerweise unterteilt in Familienbeziehungen, Beziehungen zur Verwandtschaft, zu Nachbarn, Freunden, Bekannten und eventuell Arbeitskollegen“ (Diewald, 1991, 61). Diewald legt hier den Fokus auf das Individuum im Mittelpunkt der Beziehungen, während Mitchell das Netzwerk als ein „specific set of linkages among a defined set of persons“ (1969, 2) beschreibt. Ähnlich definieren Castilla et al. soziale Netzwerke als „a set of nodes or actors (persons or organisations) linked by social relationships or ties of a specified type“ (Castilla et al. 2000, 219). Es existieren also zwei verschiedene Blickwinkel auf ein soziales Netzwerk, die Cross und Parker als “personal (egocentric) network approach“ einerseits und „group (or bounded) network approach“ (2004, 143) andererseits betiteln. Die erste Perspektive – hier spricht man von einem persönlichen Netzwerk – betont und untersucht also das Ego im Zentrum eines Netzwerks und dessen Verknüpfungen darin, während der zweite Ansatz das Gesamtnetzwerk mit seinen verschiedenen Personen und deren Verbindungen „quasi aus der Vogelperspektive“ (Gräf, 1997, 102) betrachtet und analysiert. Diese Arbeit nähert sich dem Thema über den egozentrierten Netzwerkansatz; jedes Mitglied wird als Zentrum und Ausgangspunkt seines persönlichen sozialen Netzwerks betrachtet. Beiden Untersuchungsansätzen gemein ist die Darstellung der sozialen Netzwerke gemäß ihrer metaphorischen Bedeutung. „Menschen werden als Knoten dargestellt, von denen Verbindungsbänder zu anderen Menschen laufen, die wiederum als Knoten symbolisiert werden“ (Keupp, 1987, 12). Schon Georg Simmel, Vorreiter der soziologischen Netzwerkanalyse, sprach von der „Geometrie sozialer Beziehungen“ (1968 [zuerst 1908], 10).

Für die vorliegende Arbeit ist die Abgrenzung des Netzwerkbegriffs von denen der „Gruppe“ und der „Gemeinschaft“ äußerst wichtig, da in den Unterschieden zu diesen beiden Konstrukten sozialer Beziehungen wesentliche Charakteristika des sozialen Netzwerks, so wie es hier verstanden wird, liegen. Zuerst soll also nun eine dezidierte Betrachtung des Begriffs der sozialen Gruppe erfolgen, um hieraus Erkenntnisse über Parallelen und Unterschiede zum sozialen Netzwerk zu gewinnen.

In der Soziologie wird die kleinstmögliche Gemeinschaftsform, nämlich diejenige bestehend aus nur zwei Menschen als „Dyade“ bezeichnet (vgl. Schenk, 1995, 97-98; Wellman, 2000, 134). Ein typisches Beispiel für eine derartige intensive Zweierbeziehung ist das Mutter-Kind-Verhältnis. Sobald nun aber mehr als zwei Personen in Beziehung zueinander stehen, spricht man von einer Gruppe. Dieser Begriff der sozialen Gruppe wird, ähnlich dem des sozialen Netzwerks, in der Literatur unterschiedlich und variantenreich definiert. So erklärt Homans den Terminus Gruppe „durch die Interaktion ihrer Teilnehmer“ (1970, 102), während für Vierkant „ein Eigenleben des Ganzen“ und „eine innere Einheit“ (1982, 67) im Sinne von Gruppenbewusstsein die Gruppe ausmachen. Keupp spricht von „relativ klar definierbaren Gruppengrenzen“ (1987, 15) und Sader verweist auf weitere mögliche Definitionskriterien, er nennt unter anderem die „Überschaubarkeit der Gruppe für jedes Mitglied“ (1991, 39). Aus diesen verschiedenen Ansätzen lässt sich ein Kern filtern, dessen Eigenschaften, unterschiedlich gewichtet und formuliert, allen Definitionen zu Grunde liegen: Eine Gruppe ist ein in seiner Mitgliederanzahl begrenztes Beziehungsgeflecht, in dem die einzelnen Beteiligten in hohem Maß untereinander interaktiv verbunden sind, und sich (gegebenenfalls deshalb) dieser Gruppe zugehörig fühlen.

Nun ähnelt diese Beschreibung der sozialen Gruppe dem oben dargestellten Begriff des sozialen Netzwerks sehr. In der Tat ist „der Übergang vom Netzwerk zur Gruppe fließend“ (Schenk, 1983, 93), Wellman konstatiert sogar: Eine „Gruppe ist ein soziales Netzwerk“ (2000, 135) und zwar ein spezielles, mit den der Gruppe eigenen oben benannten Einschränkungen, dass „dessen Bindungen eng auf einen abgegrenzten Bereich beschränkt und dicht verknüpft sind, so dass fast alle Netzwerkmitglieder direkt miteinander in Verbindung stehen“ (ebd.).

Das gesamte soziale Netzwerk eines Menschen beschreibt aber mehr als seine Dyaden und die Gruppen, denen er zugehört. Es beinhaltet „Verzweigungsmöglichkeiten, die in den Primärgruppen nicht gegeben sind“ (Keupp, 1987, 15). Und zwar sind diese Verzweigungsmöglichkeiten alle Personen, zu denen der Einzelne keine Beziehung unterhält, die aber mit seinen Kontakten verbunden sind (vgl. Abbildung 1). Schenk spricht vom „Prinzip der Freunde der Freunde“ (1983, 93) und Gräf erweitert diesen Personenkreis auf „Freundesfreunde und die Bekannten der Bekannten“ (1997, 103). Granovetter betont in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit von „weak ties“ (1973), also schwachen Beziehungen zu Bekannten (z.B. über Vereine), da diese „sich viel seltener auch untereinander in Kontakt befinden als unsere engen Freunde“ (Schenk, 1983, 93) und somit das persönliche Netzwerk um neue, bisher unbekannte Verbindungen erweitern. In seinem viel zitierten Aufsatz „The Strength of Weak Ties“ (1973) verdeutlicht Granovetter, dass die schwache Bindung zwischen zwei Menschen beiden Zugang zu Gruppen und deren Mitgliedern ermöglicht, die ohne die beschriebene Bindung nicht Teil des persönlichen Netzwerks wären.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Modell eines egozentrierten sozialen Netzwerks

Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an Gräf, 1997, S.106, Abb.1 und S.109, Abb.2

Analog zu der vorangegangenen vergleichenden Darstellung mit dem Begriff der sozialen Gruppe, lässt sich das zu Beginn dargestellte Verständnis eines sozialen Netzwerks der Definition von Gemeinschaft gegenüberstellen. Nachdem Hillery in einem ersten Schritt den Kern aus der Masse soziologischer Beschreibungen des Begriffes „Gemeinschaft“ gezogen hat (vgl. 1995), entwickelt Hamann auf dieser Grundlage folgende vier Elemente, die eine Gemeinschaft konstituieren: „1) Eine Gruppe von Personen, 2) die in sozialen Interaktionen stehen, 3) einige gemeinsame Bindungen zwischen sich und den anderen Mitgliedern der Gruppe aufweisen, 4) und die schließlich zeitweise einen gemeinsamen Ort frequentieren“ (2000, 225). Da Hamann den von ihm hier in 1) und 3) verwandten Ausdruck der Gruppe nicht präzisiert, ergeben sich zwei Ansatzpunkte zur Abgrenzung der Begriffe „Soziales Netzwerk“ und „Gemeinschaft“. Wird Gruppe in diesem Zusammenhang einfach als eine gewisse Anzahl an Personen verstanden, eignen sich die betroffenen Elemente auch für eine teilweise Beschreibung eines sozialen Netzwerks, denn dessen Definitionen haben eben diese Anzahl an Personen und die Bindungen zwischen ihnen als zentralen Punkt. Gebraucht Hamann „Gruppe“ allerdings als soziologischen Fachbegriff im oben erläuterten Sinn, ergeben sich die beschriebenen Unterschiede zwischen sozialen Netzwerken und Gruppen auch für den Vergleich zwischen dem sozialen Netzwerk und der Gemeinschaft. Beide Ansätze bringen aber nun kein neues Abgrenzungskriterium für das hier wesentliche Konstrukt „soziales Netzwerk“. Ein solches liefert aber die nähere Untersuchung der Elemente 2) und 4) aus Hamanns Definition. Ähnlich einigen Definitionsansätzen zum Gruppenbegriff beschreiben diese eine ausgeprägte Nähe zwischen den Gemeinschaftsmitgliedern, die sich zwingend in sozialen Interaktionen und einem zumindest zeitweise gemeinsamen Ort äußert. Das Konzept des sozialen Netzwerks dagegen schließt ferne Kontakte mit in die Betrachtung ein, mehrstufig verbundene Mitglieder müssen sich noch nicht einmal kennen, entscheidend ist, dass sie verbunden sind und die Möglichkeit der Kontaktaufnahme über „Pfade in einem Netzwerk“ (Schenk, 1983, 93) besteht. In Anlehnung an Hamanns Vorraussetzung der „sozialen Interaktionen“ (2000, 225) als konstituierendes Merkmal einer Gemeinschaft ist potenzielle, praktisch realisierbare Interaktion mit jedem anderen enthaltenen Mitglied eine wichtige Voraussetzung und ein Beschreibungsmerkmal für ein soziales Netzwerk.

Zusammenfassend lässt sich folgende Definition eines sozialen Netzwerks herleiten, die diesen Begriff deutlich von anderen soziologischen Konstrukten sozialer Beziehungen abgrenzt und die für die weitere Arbeit Grundlage sein soll: Das soziale Netzwerk einer Person besteht aus ihren gesamten sozialen Beziehungen und darüber hinaus aus allen Menschen, mit denen diese Person über ihre direkten Beziehungen indirekt verbunden ist und mit denen die tatsächliche Möglichkeit der Interaktion besteht.

Die „indirekten sozialen Relationen“ (Schenk, 1983, 92) als Teil der Definition können über einstufige oder mehrstufige Zwischenschritte erreicht werden. Allzu viele Zwischenschritte sind aber wider Erwarten gar nicht nötig, Stanley Milgram hat 1967 aufgrund seines Small World Experiments (vgl. Travers/Milgram, 1969) behauptet, jeder Mensch sei mit jedem anderen durchschnittlich über lediglich sechs Zwischenschritte verbunden. Die Richtigkeit dieser als „Six Degrees of Separation“ (vgl. Barabási, 2003, 29) bekannten These wird mittlerweile bezweifelt (vgl. Kleinfeld, 2002, S.61-66), allerdings verdeutlicht Milgrams Experiment die enorme Reichweite sozialer Netzwerke über mehrere Stufen.

2.2 Nutzen eines sozialen Netzwerks für das involvierte Mitglied

Der Sinn eines sozialen Netzwerks und insbesondere sein Nutzen für das involvierte Individuum liegt in der „Gesamtheit der aktuellen und potenziellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von […] Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind“ (Bourdieu, 1983, 190). Dieses „Beziehungsreservoir“ (Schenk, 1983, 93) wird in der Soziologie als Sozialkapital bezeichnet. Gräf beschreibt das persönliche Netzwerk in diesem Zusammenhang als Personen, „auf die Ego als eine Art Ressource bei der Verfolgung eigener Ziele zurückgreifen kann und die ihm in irgendeiner Weise bei der Erreichung seiner Ziele behilflich sind“ (1997, 104). Die hier noch sehr allgemein betitelten „Ressourcen“ erfahren in der Literatur eine dezidierte Analyse, die Diewald in 16 theoretisch unterscheidbaren Elementen sozialer Unterstützung erfasst. Hierzu zählen monetär erfassbare Leistungen wie Arbeitshilfen, materielle Zuwendungen und Information, aber auch „weiche“ Unterstützungen in Form von Vermittlung von Anerkennung, Geselligkeit oder Vermittlung eines Geborgenheitsgefühls (vgl. Diewald, 1990, 70-77).

Obwohl das Thema Sozialkapital vornehmlich in soziologischen Publikationen behandelt wird, fällt die häufige Verwendung ökonomischer Schlagworte in diesem Zusammenhang auf. „Ressource“, „Reservoir“ oder eben auch „soziales Kapital“ verdeutlichen, dass das soziale Netzwerk Instrument und Einsatzfaktor für die persönliche Zielerreichung ist. Für Keupp werden Individuen daher zu „Unternehmern ihrer sozialen Beziehungen“ (1987,14) und es hat sich in diesem Zusammenhang der Begriff des „Netzwerkens“ geprägt. Furnham beschreibt das Netzwerken als „the process of building relationships within and between groups“ (1997, 541) und Tullier definiert es als „Prozess der Pflege und Aufrechterhaltung von Beziehungen, durch die ein gegenseitiger Austausch von Informationen, Rat und Unterstützung die persönliche Entwicklung, den Erfolg und das Glück aller Beteiligten fördert.“ (1998, 11) Diese Definition gibt den Gedanken des Sozialkapitals wieder und betont damit auch den Zweck und das Ziel des Netzwerkens. Noch mehr Akzent auf die individuelle Ergebnisorientierung legt Scheler, der Netzwerken als „methodische und systematische Art der Beziehungspflege, die in der offenen Absicht der gegenseitigen Förderung, des Austauschs und des persönlichen Vorteils geschieht“ (2000, 21-22) darstellt. Kontakte, die unfreiwillig eingegangen werden, wie z.B. Verwandtschaftsbeziehungen und solche, die ohne bewusste Profitierungsabsicht der Beteiligten entstehen, dürfen gemäß dieser Definition nicht als Ergebnis eines bewussten Netzwerkens betrachtet werden.

Soziales Kapital weist im Vergleich zu anderen Kapitalbegriffen wie „Geldkapital“ oder „Humankapital“ einen entscheidenden Unterschied auf. Es liegt nicht in der absoluten Verfügungsgewalt des Besitzers, da es „nicht von der Beziehung zwischen zwei oder mehr Beteiligten abgelöst“ (Holzer, 2006, 15) werden kann und es wird in diesem Sinn als relational bezeichnet. Diese Relationalität des sozialen Kapitals bedingt als Grundlage der Beziehungen, welche die „channels for transfer or flow of resources“ (Wasserman/Faust, 2007, 4) sind, Reziprozität (vgl. Hennig, 2006, 122) und das Vertrauen der Akteure zueinander und in die Reziprozität der Beziehung. Diewald erläutert diese Reziprozität als einen „speziellen Aspekt der Symmetrie einer Beziehung“ (1990, 67) und Scheddin drückt es so aus, dass gute Netzwerker „wissen, dass Nehmen und Geben auf Dauer ausgeglichen sein müssen“ (2005, 88). Soziales Kapital ist demzufolge nur werthaltig, wenn der Zugang über die Beziehung möglich ist. Dies ist aber wiederum nur denkbar, wenn das entsprechende Mitglied diesen Zugang gewährt. Hierzu ist es bereit, wenn es eine entsprechende Gegenleistung erwartet und deren Zustandekommen als realistisch einschätzt, also Reziprozität unterstellt. Die Annahme einer gegenseitigen Austauschbeziehung setzt Vertrauen in den Tauschpartner voraus, da in den meisten Fällen auf Grund verschiedener Bedarfssituationen der Tausch zeitversetzt durchgeführt wird. Deshalb stellt Vertrauen „die Grundlage aller gut funktionierenden Netzwerke dar“ (Friedschröder, 2005, 36).

2.3 Entwicklung sozialer Netzwerke

Einleitend und um ihre Entwicklung präziser darstellen zu können, werden einige Charakteristika sozialer Netzwerke erläutert, anhand derer man verschiedene Netzwerke, hier insbesondere jene verschiedener Zeitabschnitte, voneinander unterscheiden kann. Das offensichtlichste Unterscheidungskriterium verschiedener Netzwerke ist ihre Größe, gemessen an der Anzahl der Netzwerkmitglieder (vgl. Hennig, 2006, 119; Keupp, 1987, 26; Döring, 1999, 319). Wellman erweitert dieses Merkmal als Summe aus Größe und Heterogenität der Netzwerkmitglieder zu der Kennzahl Reichweite. Er argumentiert, dass mit steigender Heterogenität der involvierten Personen die Bandbreite des möglichen Ressourcenzugriffs steigt, im Extremfall könnten also sehr große, homogene Netzwerke weniger effizient im Bezug auf Ressourcenpotenziale sein als kleinere heterogene Beziehungsgebilde (vgl. 2000, 148-150). Eine weitere in der Literatur ausführlich diskutierte Eigenschaft sozialer Netzwerke ist ihre Dichte (vgl. z.B. Hennig, 2006, 120; Schenk, 1995, 17; Keupp, 1987, 26). Dies ist das Maß für die innerhalb eines Netzwerks „tatsächlich realisierten im Bezug zu allen möglichen Bindungen“ (Wellman, 2000, 143). Haben also nahezu alle Mitglieder eines sozialen Netzwerks nicht nur Kontakt zu Ego, sondern auch untereinander, bezeichnet man das Netzwerk als dicht.

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Details

Seiten
27
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656833215
Dateigröße
571 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283670
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
1,3
Schlagworte
soziale Netzwerke

Autor

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Titel: Theoretische Grundlagen und Geschichte der Sozialen Netzwerke