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Gelenke unseres Körpers – Bewegung durch Gelenke! (Klasse 5, Realschule)

Von Kopf bis Fuß – Wir lernen unseren Körper kennen

Unterrichtsentwurf 2013 24 Seiten

Biologie - Humanbiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge
1.1 Thema und Aufbau des Unterrichtsvorhabens
1.2 Kompetenzorientierte Lernzielschwerpunkte
1.3 Lerngruppe, Lernvoraussetzungen und Konsequenzen
1.4 Überlegungen zur Sachstruktur
1.5 Curriculare Legitimation
1.6 Didaktischer Leitgedanke und Intention
1.7 Methodische Begründungszusammenhänge
1.8 Überprüfung des Lern- und Kompetenzzuwachses

2 Unterrichtsstunde
2.1 Thema der Unterrichtsstunde
2.2 Lernzielschwerpunkte der Unterrichtsstunde
2.3 Konkretisierungen zur Lerngruppe und Lernvoraussetzungen
2.4 Überlegungen zur Sache
2.5 Didaktische Überlegungen
2.6 Methodische Überlegungen
2.7 Stundenverlaufsplan

3 Literatur und Quellennachweis

4 Anhang

1 Längerfristige Unterrichtszusammenhänge

1.1 Thema und Aufbau des Unterrichtsvorhabens

Von Kopf bis Fuß – Wir lernen unseren Körper kennen.

Innerhalb des Unterrichtsvorhabens „Von Kopf bis Fuß – Wir lernen unseren Körper kennen“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler[1] mit dem Aufbau und den Funktionen des menschlichen Körpers auseinander. Im Mittelpunkt der ersten Sequenz steht der Aufbau des Skeletts, die Funktionen der Muskeln sowie der Sehnen. In diesem Unterrichtsvorhaben steht das handlungsorientierte und somit motivierende Lernen im Vordergrund. Dies kann durch kleinere Experimente am eigenen Körper und dem Einsatz von Modellen erreicht werden. Im Anschluss an diese Sequenz schließt sich ein weiteres Unterrichtsvorhaben zum Thema Mensch an, dass das Blut, die Ernährung und die Verdauung beinhaltet.

1.2 Kompetenzorientierte Lernzielschwerpunkte

Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe stehen der Aufbau des menschlichen Skeletts sowie die dazugehörigen Strukturen (Muskel, Gelenke). Das Kernanliegen des Unterrichtsvorhabens liegt in einer Auseinandersetzung der SuS mit dem eigenen Körper und somit einem besseren, bewussten und gesunden Umgang mit diesem. Dabei stellt die richtige Haltung eine entscheidende Rolle dar. Das richtige Sitzen sowie das richtige Tragen, z.B. der Schultasche, werden hierbei thematisiert. Am Ende des Unterrichtsvorhabens sollen die SuS die im folgenden genannten Kompetenzen erlangt haben, die auch in den Kernlehrplänen des Landes NRW für die Sekundarstufe 1 an den Realschulen[2] zu finden sind. Die Schülerinnen und Schüler können Skelett und Bewegungssystem in wesentlichen Bestandteilen beschreiben. (UF1)

Bewegungen von Muskeln und Gelenken unter den Kriterien des Gegenspielerprinzips und der Hebelwirkungen nachvollziehbar beschreiben. (E2, E1)

Informationen aus Texten und Abbildungen zu Fehlbelastungen des menschlichen Skeletts und möglichen Schäden zusammenfassen sowie richtiges Verhalten vorführen. (K5, K7)

1.3 Lerngruppe, Lernvoraussetzungen und Konsequenzen

Die Lerngruppe der Klasse 5x besteht aus 24 Schülern, die sich aus 9 Mädchen und 15 Jungen zusammensetzt. Die Lerngruppe besteht seit Beginn des Schuljahres. Zum Halbjahr hat eine Schülerin die Klasse verlassen und ein neuer Schüler ist dazugekommen. Im Vergleich zu den anderen SuS der Klasse fünf an dieser Schule sind die SuS dieser Lerngruppe am Fach Biologie sehr interessiert und der Leistungsstand ist als stark anzusehen. In der Mitarbeit unterscheiden sich die SuS sehr. Einige Kinder müssen häufig intensiv in das Unterrichtsgeschehen miteingebunden werden, da es sonst passieren kann, dass sie nicht mehr aktiv am Unterrichtsgeschehen teilnehmen. Aus diesem Grund werden die SuS auch vom Lehramtsanwärter[3] zur Mitarbeit persönlich angesprochen. Auch das Einführen und Nutzen der Meldekette wird im Unterricht genutzt, um die Eigenständigkeit der SuS weiter zu fördern. In einzelnen Unterrichtsabschnitten, werden die SuS an diese Technik herangeführt. Zwischen einzelnen SuS gibt es innerhalb der Klasse immer noch kleinere Konflikte.

(Genaue Beschreibung einzelner SuS)

Im Verlauf des Schuljahres soll die Gruppenarbeit mit den SuS geübt und angewendet werden (vgl. 1.6). Bei einzelnen Gruppenarbeitsphasen ziehen sich vor allem xx und xx noch komplett aus der Arbeitsphase heraus bzw. lenken die anderen von der Arbeit ab. Auch gibt es gerade bei der zufälligen Zusammenstellung von Lerngruppen bei den SuS soziale Probleme, so dass die Arbeit in Kleingruppen nicht immer gelingt. Innerhalb der Unterrichtsreihe soll dies aber eingeübt werden (vgl. 1.6).

Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht neben den fachlichen Grundlagen auch das Arbeiten in Gruppen. Dabei konnte das Sozialverhalten der SuS beobachtet werden.

Das Trainingsraumprinzip ist bei den SuS bekannt und kann daher jederzeit genutzt werden. Sollten die SuS gegen eine der zehn Grundregeln im Unterricht verstoßen, bekommen Sie einen gelben Zettel, auf dem sie selbstständig ihre Störung eintragen. Verstoßen sie ein zweites Mal gegen eine der Regeln, so füllt der LAA den zweiten Abschnitt auf dem Zettel aus und die Schülerinnen bzw. der Schüler geht in den Trainingsraum, wo dieser die Geschehnisse mit einem anderen Lehrer bzw. Lehrerin erarbeitet. Dabei soll eine Lösung gefunden werden, dass diese Problematik nicht noch einmal auftritt. Des Weiteren gibt es an der Schule noch einen Sanitätsraum, indem SuS von anderen SuS versorgt werden, wenn es zu Verletzungen kommt. Müssen sie während des Unterrichtes dorthin gehen, bekommen Sie vom LAA einen Zettel, mit dem sie sich dann zunächst zum Sekretariat begeben. Der Biologieunterricht findet jeweils mittwochs in der vierten Stunde (10:40- 11:25 Uhr) und donnerstags in der zweiten Stunde (8:45-9:30 Uhr) im Raum xx statt. Werden Materialien aus dem Biologieraum benötigt, so müssen diese zunächst in diesen Raum gebracht werden. Innerhalb des Unterrichtsvorhabens vertiefen die SuS das Arbeiten in Kleingruppen und üben das Arbeiten mit Modellen. Die SuS sind in der Lage selbstständig kleinere Versuche durchzuführen und diese zu dokumentieren. In den letzten Stunden wurden Experimente zur Wirbelsäule durchgeführt, so dass die SuS eine Vorstellung von der Funktion und der Konstruktion der doppelten S-Form der Wirbelsäule haben. Auch lernten die SuS die Knochen des Körpers kennen und die Einteilung in fünf Bereiche (Schädel, Schulterbereich, Brustkorb, Beckengürtel, Extremitäten). Die SuS kommen von verschiedenen Grundschulen und weisen daher einen unterschiedlichen Wissensstand zu den verschiedenen Themenbereichen auf, was bei der Planung berücksichtigt werden muss. Dies kann u.a. durch zusätzliche Hilfekarten bzw. Zusatzaufgaben geschehen (vgl. 2.6).

1.4 Überlegungen zur Sachstruktur

Der Bewegungsapparat des Menschen kann in den aktiven und passiven Bewegungsapparat unterteilt werden. Zusammen ermöglichen sie die Sicherung der Körpergestalt, die Körperhaltung sowie die Mobilität des Körpers. Zum passiven Bewegungsapparat gehören Knochen, Knorpel, Gelenke, Bandscheiben und Bänder, die im Wesentlichen das Stützgerüst unseres Körpers bilden und passiv sind[4]. Die Knochen des menschlichen Körpers sind über Gelenke verbunden. Eine besonders harte Form des Binde- und Stützgewebes wird als Knochen bzw. als Knochengewebe bezeichnet. Der erwachsene menschliche Körper umfasst zwischen 208 bis 212 Knochen. Neugeborene haben bis zu 350 Einzelknochen, die im Laufe des Lebens noch zusammenwachsen[5]. Die Einteilung der verschiedenen Knochen kann nach unterschiedlichen Kriterien geschehen, wobei die Einteilung nach der Form der Knochen für die SuS am besten nachvollziehbar ist. Dabei werden sogenannte Röhrenknochen (Femur), platte Knochen (Schulterblatt), zylinderförmige Knochen (Hand- und Fußwurzelknochen), hohle Knochen (Schädel), Sesamknochen (Kniescheibe) und Knochen die zu keiner dieser Kategorie gehören (Ossa irregularia), unterschieden[6]. Zum aktiven Bewegungsapparat gehört die Skelettmuskulatur und die nötigen Hilfs-/Anhangsorgane (Sehnen, Schleimbeutel,…). Der gesamte Bewegungsapparat wird über Blut und Lymphe ernährt. Die Skelettmuskulatur, die Bewegungen ermöglicht, ist zusammengesetzt aus hochspezialisierten Zellen, die chemische Energie in Muskelkontraktionen umwandeln können, die dann zu komplexen Bewegungen führen. Diese anatomischen Kenntnisse sind entscheidend, für das Verstehen der richtigen Körperhaltung. Die SuS brauchen Bewegung, um ihre motorischen Fähigkeiten zu entwickeln und zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Kinder schon Muskel- und Haltungsschwächen aufweist[7]. Daher ist die Förderung von Bewegung und Beweglichkeit und das Verstehen von anatomischen Gegebenheiten ein wichtiger Bereich bei der Prävention von Haltungsschäden.

1.5 Curriculare Legitimation

In den Kernlehrplänen des Landes NRW für die Sekundarstufe 1 an den Realschulen ist das Thema „Von Kopf bis Fuß – Wir lernen unseren Körper kennen“ im Inhaltsfeld Gesundheitsbewusstes Leben (2)[8] zu finden. Des Weiteren ist das Unterrichtsvorhaben im schulinternen Lehrplan ebenfalls unter dem Thema „Gesundheitsbewusstes Leben“ mit dem Schwerpunkt Bewegung und Gesundheit für die Jahrgangsstufe 5/6 vorgesehen[9]. Im schulinternen Lehrplan wird explizit darauf hingewiesen, Gelenke des Körpers mit technischen Gelenken zu vergleichen und somit den Umgang mit Funktionsmodellen kennenzulernen. Für die SuS stellt das Thema eine hohe Schülerrelevanz dar, durch eigene oder indirekte Erlebnisse (z.B. durch Unfallschäden, Arztbesuche, Sport usw.) Zudem wollen sie die anatomischen und physiologischen Gegebenheiten des menschlichen Körpers kennenlernen. Es ist zu beachten, dass die Humanbiologie einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitserziehung der SuS leistet, da die erlernten Unterrichtsinhalte jederzeit auf den eigenen Körper übertragen werden können.

1.6 Didaktischer Leitgedanke und Intention

Im Mittelpunkt der Unterrichtsreihe steht aus didaktischer Sicht zum einen das Vertiefen und Üben des Arbeitens in der Gruppe und die Herangehensweise an biologische Sachverhalte. Aus lernpsychologischer Sicht ist es besser, wenn SuS selbstständig im Unterricht handeln, da das erarbeitete Wissen dann besser verstanden und behalten wird. Damit die SuS selbstständig handeln können, muss ihnen im Unterricht auch die Möglichkeit dazu gegeben werden. Dabei kommen einzelne biologische Arbeitstechniken wie Beobachten, Untersuchen, Vergleichen zum Einsatz, die später in komplexeren Zusammenhängen benötigt werden. Wichtig für die SuS ist es, bei Partnerarbeit eine klare Aufgabenstellung zu haben, damit sie gemeinsam an dieser Aufgabe arbeiten können. Vorrangig kommen hier arbeitsgleiche Partnerarbeiten zum Einsatz. Die Unterrichtsreihe ist handlungsorientiert aufgebaut, was sich vor allen durch die kooperierenden Arbeitsformen zeigt, die nach dem think-pair-share-Prinzip aufgebaut sind[10]. Durch den Einbau dieser Methoden werden nicht nur die naturwissenschaftlichen Arbeitsmethoden gefördert sondern auch die Sozial- und Methodenkompetenz der SuS[11]. Die Differenzierung innerhalb der Lerngruppe erfolgt durch Hilfskarten bzw. Hilfestellungen in den Arbeitsphasen und die Zusammensetzung der Kleingruppen. Durch die Auswahl exemplarischer Themen, wie die Modelle der Gelenke, wird der Lerninhalt reduziert, um der gesamten Lerngruppe gerecht zu werden. Der Einsatz von Hilfskarten wurde in dieser Lerngruppe noch nicht thematisiert und dient lediglich dazu, Hilfestellung bei der Bearbeitung ihrer Aufgaben zu geben. Durch das Bereitlegen von Lösungskarten und das Kooperieren in den Gruppen kommen die SuS zu ähnlichen Ergebnissen. Auch das Einbinden von schnellen Gruppen als Experten in den anderen Gruppen ist möglich. Der Inhalt der Unterrichtsreihe orientiert sich an der Lebenswelt der SuS. Dadurch soll ein motivierender und spannender Unterricht gestaltet werden. In einem überwiegenden Teil des Unterrichtsvorhabens steht die Problemlösung im Mittelpunkt, bei dem die SuS an Strategien zur Lösung des Problems arbeiten. So werden beispielsweise Versuche durchgeführt, die die Eigenschaften der Wirbelsäule veranschaulichen.

[...]


[1] Im weiteren Verlauf SuS abgekürzt.

[2] Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Kernlehrplan für die Realschule in Nordrhein-Westfalen Biologie, 2011, S. 25.

[3] Der Lehramtsanwärter wird im Folgenden mit LAA abgekürzt.

[4] Platzer, W., Taschenatlas Anatomie, Band 1: Bewegungsapparat, Thieme 2005, S. 30.

[5] Vgl.: Faller, A. Schünke, M. Schünke, G., Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion. (14., Aufl.). Stuttgart, Thieme. 2004, S. 117.

[6] Platzer, W., Taschenatlas Anatomie, Band 1: Bewegungsapparat, Thieme 2005, S. 20.

[7] Vgl.: http://www.paediatrie-in-bildern.de/bildbeitraege/Haltungsschaden_Stuecker.pdf (Zugriff am 11.02.2014)

[8] Vgl.: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, 2011, S. 38.

[9] Vgl.: Schulinterner Lehrplan Biologie, RS Im Kleefeld, 2013.

[10] Mattes, W., Methoden für den Unterricht – Kompakte Übersichten für Lehrende und Lernende. Paderborn 2004, Schöningh, S.23.

[11] Killermann, W Hiering, P. Starosta, B., Biologieunterricht heute: Eine moderne Fachdidaktik, Auer, 2009, S.75.

Details

Seiten
24
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656852704
ISBN (Buch)
9783656852711
Dateigröße
2.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283596
Note
1,3
Schlagworte
gelenke körpers bewegung klasse realschule kopf körper

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