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Enterprise 2.0. Informelles Lernen mit Wiki-Plattformen

Hausarbeit 2014 20 Seiten

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Enterprise 2.0 - Einsatz von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen
2.1 Wissensmanagement und Web 2.0-Anwendungen
2.2 Nutzungsmöglichkeiten von Wikis vernetzt zu lernen
2.3 Die Rolle von Wikis bei informellen Lernprozessen in der Arbeit

3 Voraussetzungen auf sozialer und betrieblicher Ebene
3.1 Kompetenzanforderungen und Hindernisse
3.2 Betriebliche Voraussetzungen

4 Ambivalenzen und Konsequenzen der Ä2.0-Arbeitswelt“

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Web 2.0-Einsatz in befragten Unternehmen

Abbildung 2: Informell erworbene Kompetenzen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Formelles und informelles Lernen

Tabelle 2: Medienkompetenz

Modul 3D: Enterprise 2.0 / Informelles Lernen mit Wikis

1 Einleitung

Wissensmanagement und Web 2.0-Anwendungen in Verbindung mit informellem Lernen in Arbeitszusammenhängen erfreuen sich gegenwärtig großer Popularität. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, welches Potential ein Wiki bei informellen Lernprozessen hat und mit welchen Anforderungen der Einsatz von Web 2.0-Anwendungen im Rahmen von Enterprise 2.0 verbunden ist. In den letzten Jahren werden Web 2.0-Anwendungen auf Grund des Erfolgs im privaten Umfeld zunehmend in Unternehmen eingeführt. Das verbindende an den verschiedenen Angeboten von Web 2.0-Anwendungen ist der kollaborative und kommunikative Nutzen. Nie war es einfacher Blogs, Wikis und Videos online zu stellen (vgl. Bernhardt & Kirchner 2007: 14), Inhalte zu kommentieren, zu diskutieren und zu verlinken. Dieser Äuser generated content“ (benutzergenerierte Inhalte), d. h. vom Webnutzer selbst erstellte Medieninhalte, die anderen zur Verfügung gestellt werden können, sind dabei als wesentlicher Mehrwert von Web 2.0-Anwendungen hervorzuheben. Der Nutzer ist nicht länger nur Konsument und Empfänger, sondern er selbst wird zum Autor und Sender von Informationen.

Im geschäftlichen Umfeld hat sich der Begriff Enterprise 2.0 durchgesetzt. Der Begriff Enterprise 2.0 leitet sich von Web 2.0 ab, bezogen auf den Einsatz in Unternehmen (vgl. Koch & Richter 2007: IX). ÄWeb 2.0 ist Voraussetzung für Enterprise 2.0 - Enterprise 2.0 ist jedoch deutlich mehr als Web 2.0.“ (Leibhammer & Weber 2008: 4). Mit Enterprise 2.0 vollzieht sich ein Wandel, der die ganze Unternehmenskultur umfasst. Dies betrifft zum Beispiel die Partizipation der Mitarbeiter an den Unternehmensprozessen oder den Arbeitsort als Lernort zu erschließen. Den Arbeitsort als Lernort zu nutzen, bietet Mitarbeitern die Möglichkeit des lebenslangen Lernens in der Arbeit. Auch die Aufwertung des informellen Lernens am Arbeitsplatz (vgl. Dehnbostel 2013: 1) zeigt, dass Unternehmen viel mehr am Wissen ihrer Mitarbeiter interessiert sind.

Im 2. Kapitel werden Bereiche des Wissensmanagement und Web 2.0- Anwendungen vorgestellt - in Bezug auf das Arbeitsthema insbesondere der Einsatz von Wikis im Kontext des Lernens. Im Fokus des dritten Kapitels stehen die Anforderungen für Mitarbeiter und Unternehmen. Hierbei werden soziale und organisationale Aspekte, die informelles Lernen mit Wikis bedingen, beschrieben.

Modul 3D: Enterprise 2.0 / Informelles Lernen mit Wikis

Kapitel 4 widmet sich Ambivalenzen einer vernetzten, neuen Arbeitskultur und geht neben den voran genannten Anforderungen erweitert auf Konsequenzen ein. Es sei noch erwähnt, dass die Begriffe Web 2.0-Anwendungen, Wikis und Enterprise 2.0 als Eigenname betrachtet werden und daher ohne Anführungszeichen gesetzt sind. Zur besseren Lesbarkeit wird im Folgenden auf geschlechtsspezifische Formulierungen verzichtet. Die Verwendung der männlichen Form ist als geschlechtsunabhängig zu betrachten.

2 Enterprise 2.0 - Einsatz von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen

Im folgenden Kapitel wird die Verwendung von Wikis als Web 2.0-Anwendung im Kontext von Wissensmanagement im Arbeitsalltag dargestellt. Hier sei voran gestellt, Web 2.0-Anwendungen sind nicht als eine neue IT-Technologie zu verstehen, sie bieten vielmehr neue Möglichkeiten, mit dem Internet zu arbeiten. Die folgenden Eigenschaften stehen mit Web 2.0-Anwendungen in Verbindung und sollen einen Überblick in die technischen Seiten und Nutzungsmöglichkeiten geben: 1) die Plattformunabhängigkeit von Web 2.0-Anwendungen: das Internet wird immer leistungsfähiger - damit einhergehend können ehemals lokale Arbeitsplattformen auf virtuellen Plattformen im Internet Daten- verarbeitungsprozesse bewältigen - Stichwort: arbeiten in der Äcloud“

2) Äwisdom of the crowd“: der Nutzen der kollektiven Intelligenz

3) Datentransformation: nicht die Anwendungen sind das Wertvolle, sondern die Daten, die sie verarbeiten und die die Anwendungen mit weiteren Daten kombinieren können. In der Regel sind die Daten von den Nutzern selbst generiert (zum Beispiel Wikipedia oder facebook)

4) Äusability“ - nutzerfreundliche, intuitiv erlernbare Anwendungen (vgl. Gidion, Kuwan & Schmidt-Hertha 2011: 14 f.).

Auf das breite Spektrum von Web 2.0-Anwendungen und deren Anwendungsfelder in Unternehmen kann in diesem Kapitel nicht ausführlich eingegangen werden. Weiterführende Informationen zu diesen Themen findet man u.a. bei Koch & Richter (2007), Bernhardt & Kirchner (2007) und Haake, Schwabe & Wessner (2012). Kapitel 2.1 stellt Gründe für den Einsatz von Wissensmanagement und Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen dar. Weiterhin wird in Kapitel 2.2 erläutert, wie ein Wiki als kollaborative Lernumgebung eingesetzt werden kann. Kapitel 2.3 konzentriert sich auf die Frage, welchen Beitrag Wikis bei der informellen Wissensaneignung leisten.

2.1 Wissensmanagement und Web 2.0-Anwendungen

Demografischer Wandel, lebenslanges Lernen, Globalisierungs- und Innovationsdruck fordert Mitarbeiter und Unternehmen einer ÄWissensgesellschaft“ auf, laufend ihr Wissen zu erneuern. Für den Unternehmenserfolg spielt das Lernen der Mitarbeiter in Zukunft eine immer größer werdende Rolle (vgl. Bauer 2007: 128). Die Arbeits- und Unternehmenskultur wird sich grundlegend ändern, um mit den Anforderungen einer Wissensgesellschaft, die durch den zunehmenden Einfluss von Informations- und Kommunikationstechnologien (ITK), der Steigerung dienstleistungsbasierter Arbeit und der Abnahme manueller Tätigkeit geprägt ist, Schritt zu halten (vgl. Dehnbostel 2013: 12). Da die Informationsarbeit mehr und mehr zunimmt, findet Wissensmanagement mit verschiedenen Softwarelösungen bereits in vielen Unternehmen Anwendung. Vielfach verstreutes Wissen der Organisation und der Mitarbeiter kann über ein Wissensmanagement organisiert werden (vgl. Leibhammer & Weber 2008). Die didaktische Aufgabe von Wissensmanagement ist es, kontextgebundene und problemorientierte Informationen im Arbeitsprozess bereit zu stellen (vgl. Born & Wirth 2009: 15).

Aus wirtschaftspädagogischer Forschung geht zudem hervor, dass Informationen und Wissen für Mitarbeiter in Arbeitsprozessen häufig nur unzureichend zur Verfügung gestellt werden (vgl. Born & Wirth 2009: 5). Informationstechnisch basierte Systeme wie Wikis können hierbei den Informationsaustausch im Unternehmen forcieren und damit die Wissensvermittlung verbessern. Der größte Gewinn von Enterprise 2.0 liegt dabei, neben der Möglichkeit sich intern besser auszutauschen und schneller an Informationen zu kommen, vor allem in der Nutzung von explizitem und implizitem Wissen (vgl. Leibhammer & Weber 2008: 5). Kapitel 2.3 wird diese Aspekte ausführlicher erläutern. Zur Verbreitung von Web 2.0-Anwendungen im Rahmen von Wissensmanagement in Unternehmen zeigt die Studie von Leibhammer & Weber (ebd.) zu Enterprise 2.0, dass die Verwendung von Web 2.0-Anwendungen zunimmt. Es sind nur wenige Unternehmen, die keinen Bedarf sehen (vgl. 2008: 14). Die folgende Abbildung gibt einen Überblick über die verschiedenen Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen und deren ÄEinsatz-Status“. Anwendungen wie Wikis sind im Rahmen von Wissensmanagement und zur Verbesserung der Unternehmenskultur bereits stark vertreten und ihre Verbreitung wird als steigend prognostiziert.

Abbildung 1: Web 2.0-Einsatz in befragten Unternehmen, Quelle: Leibhammer & Weber 2008: 12

Der Umgang mit Web 2.0-Anwendungen hat den großen Vorzug der Interaktivität, Nutzer mit Nutzern untereinander zu vernetzen. Darauf aufbauend wird im folgenden Kapitel aufgezeigt, wie sich Wikis kollaborativ einsetzen lassen.

2.2 Nutzungsmöglichkeiten von Wikis vernetzt zu lernen

In diesem Kapitel werden vor allem die Nutzungsmöglichkeiten von Wikis in Bezug auf Dokumentation, Austausch von Wissen und Information vorgestellt und auf ihr Lernpotential erörtert. Ein Wiki bietet die Möglichkeit, mit sehr geringem Editieraufwand in einer vernetzten Umgebung gemeinsam bzw. kollaborativ und partizipativ Inhalte zu erstellen, zu verändern, zu diskutieren und Erfahrungen zu dokumentieren. So entsteht durch den Einsatz eines Wikis nicht nur ein Wissensbestand, ferner hat der einzelne Nutzer die Möglichkeit im Austausch am Lernprozess anderer teilzuhaben (vgl. Bernhardt & Kirchner 2007: 22). Auch Gidion u. a. (2011: 59) verdeutlichen in ihrer Arbeit, dass im Umgang mit interaktiven Anwendungen die aktive Mitwirkung der Nutzer als Mitgestalter von Inhalten zentral sei. Der Nutzer sucht nicht nur Informationen in einem Online- Lexikon, stattdessen kann er dieses auch mitgestalten - wie zum Beispiel die aus dem Alltag sehr bekannte Online-Enzyklopädie Wikipedia. Er kann in einem Wiki demnach Autor sein, Wissen anbieten, Wissen bewerten, Inhalte verlinken und direkt oder indirekt mit anderen kommunizieren. Bei einem Wiki handelt es sich um einen ÄGruppeneditor“, d. h. eine Gruppe von Personen kann an einer oder mehreren verlinkten Webseiten arbeiten und mit wenig Lern- und Schreibaufwand an diesem System teilhaben (vgl. Koch & Richter 2007: 38). Bei der Verwendung eines Wikis ist die kommunikative Komponente und die Möglichkeit des Austausches zwischen den Nutzern wesentlich - Äeinsames Lernen“ (Witt, Kerres & Stratmann 2002: 6) mit Medien ist von vernetzten, kollaborativen und kommunikativen Lernumgebungen im Internet abgelöst worden. Nach Meinung von Kerres (2002: 14) sind Lernumgebungen im Web 2.0-Bereich Äsoziale Räume“, die außerdem auch für Nutzer interessant sind, die wenig in Interaktion mit anderen lernen wollen. Dies kann für betreffende Mitarbeiter im Umgang mit einem Wiki wiederum von Vorteil sein.

Als theoretische Begründung zur Wissens- und Kompetenzaneignung mittels Wikis kommen konnektivistische Prinzipien zum Tragen. Die Theorie des Konnektivismus zeigt auf, dass Menschen zunehmend durch Prozesse des Verbindens von Informationen, die durch andere stetig erweitert werden können, lernen. Außerdem steigt die Tendenz mehr und mehr in virtuellen Räumen informell zu lernen. Zudem wird diese Form des Lernens zu einem alltäglichen und lebenslangen Prozess, der darüber hinaus nicht nur die eigenen verschieden Lebensbereiche betrifft, sondern auch die, mit denen der Nutzer in Verbindung steht (Bernhardt & Kirchner 2007: 36). Bezogen auf Enterprise 2.0 hat in organisationalen Zusammenhängen der Austausch von Informationen in Arbeitsprozessen nicht nur eine objektive Bedeutung für das Unternehmen, er nimmt auch Einfluss auf die subjektiven, individuellen Lernprozesse der Mitarbeiter (vgl. Born & Wirth 2009: 5).

2.3 Die Rolle von Wikis bei informellen Lernprozessen in der Arbeit

Die Verwendung eines Wikis im Unternehmen wird in diesem Kapitel in Bezug auf informelle Lernprozesse beurteilt. Hierzu wird zunächst der Begriff informelles Lernen in der Arbeit erläutert und eine Abgrenzung zum formellen Lernen vorgenommen. Dehnbostel verdeutlicht in seiner Arbeit, dass informelles Lernen durch die Bewältigung eines Problems in einer Arbeitssituation entsteht (2007: 49). Diese Art Lernen wird auch als beiläufiges Lernen, im Sinne von Älearning by doing“ bezeichnet. Außerdem ist informelles Lernen nicht in formelle bzw. pädagogisch begleitende Lernkontexte eingebettet. Non-formales, zufälliges Lernen ist dabei Bestandteil informellen Lernens und wird als implizites oder inzidentelles (=unbeabsichtigtes) Lernen im Arbeitsprozess betrachtet (vgl. Born & Wirth 2009: 2). Formales Lernen hingegen findet nach Dehnbostel strukturiert und organisiert in einem institutionellen Kontext statt. Die Lerninhalte werden dabei auf ein Ergebnis hin vermittelt. Die folgende Tabelle stellt die Merkmale des formellen und informellen Lernens gegenüber:

Tabelle 1: Formelles und informelles Lernen, Quelle: Dehnbostel 2007: 50

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In diesem Zusammenhang beleuchtet Bauer (vgl. Bauer 2007: 15) kritisch die Dominanz des formalen Lernens, die zu einer Verdrängung des informellen Lernens geführt hat und er vertritt die These: ÄDie institutionellen Lernformen sind zu schwerfällig und zu langsam und schließen nicht eng genug an die Auslöser des Lernens bzw. an die Lernfragen der Praxis an.“ (2007: 128). Auch die höheren Qualifikationsanforderungen der modernen Arbeitswelt machen ein Lernen in der Arbeit notwendig (vgl. Dehnbostel 2014: 1). Die Menge an Wissen, die in der heutigen Wissensgesellschaft verarbeitet werden muss, macht es sogar zwingend erforderlich, Wissen auf non-formalen Wegen zu erschließen (vgl. Baumgartner 2005: 1). Auch formale Bildungsangebote können durch die gezielte Erschließung informeller Lernprozesse in Unternehmen ergänzt werden (vgl. BIBB 2012: o.S.). Somit würden sich durch die Verbindung informellen und formellen Lernens wiederum neue Lernformen entwickelt (vgl. Dehnbostel 2014: 1).

An dieser Stelle sollte man hinzufügen, dass bei Untersuchungen zum Erwerb von Wissen und Fähigkeiten gezeigt werden konnte, dass formelle Lernsettings nur 20 % dessen abdecken, was Menschen wissen müssen, um ihre Arbeit durchzuführen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Grafik: V. Gee

Die übrigen 80 % erfolgen durch informelle Lernprozesse in der Arbeit (Dehnbostel 2007). Dies zeigt, das Lernen weder an formelle Methoden noch an bestimmte Lernarrangements gebunden ist. Dehnbostel betont dabei immer wieder den Begriff der ÄEntgrenzung des Lernens“ (2013: 21). Wenn die betriebliche Lernkultur weniger fixiert ist auf ausschließlich seminaristisches Lernen und das informelle Lernen unterstützt, kann durch eine Entgrenzung des Lernens ein Lernen unabhängig von Lernort, Instrumente und Methoden geschehen. Hier zeigt sich eine Schnittstelle zwischen informellem Lernen und der Arbeit mit einem Wiki. Ist in einem Unternehmen ein Wiki in die Arbeitsprozesse der Mitarbeiter eingebunden, können informelle Lernprozesse, die beiläufig und ad hoc geschehen, effektiver durch den Einsatz eines Wikis genutzt werden (vgl. Röll 2002: 13). Lernen geschieht täglich, ob in einer Dienstbesprechung, im Internet oder im Gespräch mit einer Kollegin. Informelles Lernen ist daher nicht als neue Lernform zu betrachten. Wie bereits angesprochen, entsteht beim informellen Lernen Wissen nebenbei und abhängig von der jeweiligen Situation. Aber das Wissen in den Köpfen verbleibt häufig in undokumentierter Form. Bauer nennt es Ästillschweigendes Wissen“ (vgl. Bauer 2007: 16). Informelles Lernen hat auch den Nachteil nicht mess- und sichtbar zu sein. Zu Recht hebt Dehnbostel hervor, Äinformelles Lernen ohne begleitende Maßnahmen, ohne Organisation und Zielorientierung läuft daher Gefahr, bloß situativ und damit beliebig zu bleiben“ (2014: 1). In Arbeitszusammenhängen kann daher der Einsatz eines Wikis den Wissensaustausch mit anderen verstärken und dabei implizites Wissen (Praxiswissen) durch die Dokumentation in einem Wiki explizieren. Die Studie von Schümmer u.a. (2013) zeigt, wie Web 2.0- Anwendungen dabei unterstützen, Praxiswissen zu reflektieren und dabei eine Äexplizite Repräsentation des Wissens“ (Schümmer u.a. 2013: 1) entsteht.

Aus diesem Grund kann ein Wiki nicht nur als Informationsmanagement- und Kommunikationsplattform genutzt werden, sondern auch zur vernetzten, kritischen (Selbst-)reflexion von Handlungs- und Lernprozessen dienen. Beiläufige, implizite Lernprozesse, die meistens unbewusst und unreflektiert stattfinden, können reflektiert zu Erfahrungen werden (vgl. Dehnbostel 2014: 3). Die Verwendung eines Wikis kann daher eine bewusste Reflexion der Mitarbeiter über erfahrungsbasiertes Wissen, über Arbeitsprozesse und -abläufe fördern (vgl. Kump 2011: 1) und daraus kann weiterer Wert geschöpft werden. Schließlich ermöglicht ein Wiki, bezogen auf die Problematik der Messbarkeit informellen Lernens, die Wissensarbeit eines Mitarbeiters deutlich kenntlich zu machen, denn die Beiträge im Wiki können den einzelnen Mitarbeitern bzw. Autoren zugeordnet werden.

Im vorangegangen Kapitel wurde dargelegt, welchen Beitrag Wikis bei informellen Lernprozesse leisten. Begriffe wie formelles und informelles Lernen, explizites Wissen, implizite Lernprozessen sowie die Bedeutung der Reflektion von Handlungswissen im Zusammenhang mit Erfahrungswissen wurden erläutert. Welchen Einfluss soziale und organisationale Bedingungen haben, wird im nächsten Teil der Arbeit vorgestellt.

3 Voraussetzungen auf sozialer und betrieblicher Ebene

In Kapitel 3 werden Anforderungen beschrieben, die beim Einsatz eines Wikis sowohl die Mitarbeiterseite als auch die betriebliche Seite betreffen. Zentrales Thema dieses Kapitels sind die Mitarbeiter, denn Äauf die Mitarbeiter sollten sich auch alle Bemühungen konzentrieren, den Wandel zum Enterprise 2.0 zu bewältigen“ (Leibhammer & Weber 2008: 22). Einen großen Anteil zum Gelingen eines Wikis trägt im Wesentlichen der Nutzer. Dies funktioniert im Wesentlichen über die Ä‚Architektur der Beteiligung‘“, die aus Freiwilligkeit und Mitwirkung besteht (Koch & Richter 2007: 3). Fälschlicherweise wird seitens der Unternehmensleitung nicht selten davon ausgegangen, dass die Mitarbeiter ganz von selbst ein Wiki verwenden würden. Gerade bei der Einführung gilt es mehrere Aspekte zu beachten. Zusammen mit Witt, Kerres & Stratmann (2002: 13-14) gehe ich davon aus, dass der konzeptionelle und planerische Bedarf und Vorlauf sowie die Vorbereitung der Mitarbeiter auf den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen und die Pflege und Weiterentwicklung dieser Angebote wichtig und aufwendig sind. Ein effizienter Wiki-Nutzen wird sich ohne professionelle mediendidaktische Planung nicht einstellen. Weiterführende Informationen findet man hierzu unter Schümmer u. a. (2013) und Gidion, Kuwan & Schmidt-Hertha (2011). Kapitel 3.1 beleuchtet im Folgenden Kompetenzanforderungen und Hindernisse für Mitarbeitende. Kapitel 3.2 widmet sich dem Thema der betrieblichen Voraussetzungen, den Arbeitsplatz als Lernort zu erschließen (vgl. Dehnbostel & Meyer-Menk 2002: 2) und greift Bedingungen zum Gelingen informeller Lernprozesse auf.

3.1 Kompetenzanforderungen und Hindernisse

Obwohl Web 2.0-Anwendungen immer nutzerfreundlicher werden, ist ein grundlegendes EDV-Wissen zum Umgang mit einem Wiki eine wichtige Voraussetzung. Zur technischen Grundfertigkeit im Umgang mit ITK ist auch eine kommunikative Kompetenz für den medienkompetenten Umgang mit Web 2.0- Anwendungen erforderlich. In diesem Zusammenhang sei der Begriff der Medienkompetenz erklärt, der sich aus den folgenden vier Aspekten zusammensetzt:

Tabelle 2: Medienkompetenz, Quelle: vgl. Gidion, Kuwan & Schmidt-Hertha (2011: 17, zit. nach Baake 1996: 4 ff.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu Recht hebt Baumgartner hervor, dass ein medienkompetenter Umgang mit dem Internet und der Verarbeitung der Informations- und Wissensflut grundlegend trainiert und frühzeitig vermittelt werden sollte, denn die Fülle an verteilten, häufig nicht eindeutig zuzuordnenden Informationen nimmt zu und muss verarbeitet werden (2005: 2). Medienkompetente Mitarbeiter könnten hingegen mit einem Wiki effizient arbeiten, Informationen werden somit strukturiert und können, wider der Informationsflut, schneller von anderen aufgefunden werden.

Wenig IT-affine medienkompetente Mitarbeiter sollten vorsichtig an den Umgang mit Web 2.0-Anwendungen herangeführt werden. Es ist vorteilhaft, wenn im Unternehmen ein offenes Ätry and error“ Lern- und Kommunikationsklima herrscht, sodass Mitarbeitern der Einstieg bei der Nutzung eines Wikis erleichtert wird (vgl. Gidion, Kuwan & Schmidt-Hertha 2011: 60). Neben den oben genannten Anforderungen sollen innerpsychische Prozesse nicht unerwähnt bleiben, die den Nutzen eines Wikis begrenzen. Am Beispiel der Studie zur Verbesserung der beruflichen Qualifizierung durch den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen stellen Schümmer u. a. (2013: 16) folgende Hürden fest, die den Wissensaustausch über Web 2.0-Anwendungen einschränken:

ÄAls große Barrieren beim momentanen Wissensaustausch wurde Einzelkämpfertum, Angst vor Gesichtsverlust, Profilierungssucht, die Angst, als Profilierungssüchtiger dazustehen, und eine fehlende Feedbackkultur genannt. Als wichtigste Barrieren zur Nutzung einer Internetplattform zum Wissensaustausch wurden eine Überschwemmung mit schlechtem oder mittelmäßigem Material, der Zeitverlust und der Verlust des Wissensvorsprungs, die eigenen hohen Ansprüche, die fehlende Verortung der eigenen Güte der Praxis, und die Tatsache, dass man sich durch aktive Teilnahme in die Kritik stellt, genannt.“

Dieses Ergebnis deutet auf ein gesellschaftliches Lehr- und Lernkulturerbe mit einer gewissen Prägung von Angst, Neid und Konkurrenz hin. Wissen zu teilen scheint dabei auch an die Grenzen der Formel ÄWissen ist Macht“ zu stoßen und dem Aufruf, Wissen im Wiki zu teilen, wird weniger nachgegangen. Möglicherweise ist die ausschlaggebende Lehrkultur zudem von einer zu starken Fixierung auf Einzelergebnisse geprägt und hat weniger den Konstruktionsprozess von Wissen im Blick (vgl. Baumgartner 2005: 3). Der Charakter eines Wiki ist aber gerade der einer offenen Konstruktionsplattform zum Austauschen, Diskutieren und Teilen von Wissen und Erfahrungen. Zugleich bereitet auf internetbasierten Austauschplattformen das verbreitete Phänomen des ÄLurker“ Schwierigkeiten. Der Begriff Lurker bezeichnet Personen, die nur passiv teilhaben - es sind die stillen Leser, die sich nicht aktiv beteiligen.

Die Motivation der Mitarbeiter stellt in diesem Zusammenhang eine überaus wichtige Rolle dar. In der genannten Studie von Schümmer u. a. (2013) wird an verschieden Stellen auf den Zusammenhang von internaler Motivation und der Bereitschaft sich zu beteiligen eingegangen. Motivation wird als ein subjektives Potential, neben kommunikativen und problemlösenden Kompetenzen, Kreativität und Einsatz, nicht nur notwendig, sondern all diese Fähigkeiten sollen auch ausdrücklich wirtschaftlich genutzt werden (vgl. Sauer 2005: Abschnitt 2). Daher wird Enterprise 2.0 in Unternehmen eine zunehmende Rolle spielen. Wie einleitend erwähnt, ist Enterprise 2.0 ein Prozess, der die gesamte Organisationsstruktur umfasst. Der Wandel der Arbeitswelt mit fortschreitender Informatisierung von Arbeitsprozessen bietet Mitarbeitern einerseits mehr Raum zur Selbstständigkeit, andererseits wird auch mehr Selbstständigkeit eingefordert.

Die neuen Organisationsstrukturen führen mehr und mehr zu gruppenorientierten Arbeitsprozessen - auch die Arbeit an einem Wiki macht dies ferner deutlich. Dafür sind neben problemlösenden Kompetenzen, Kommunikationsfähigkeit und der Bereitschaft zur Kooperation (vgl. Elsholz u.a. 2005: 20) auch weitere Kompetenzen wie Konfliktfähigkeit, Lernfähigkeit und Teamfähigkeit notwendig. (vgl. Sauer 2005: Abschnitt 3). Bauer stellt treffend fest: ÄVom Arbeitenden erfordert dies zum Beispiel Offenheit, Unbefangenheit und Beweglichkeit.“ (2007: 12). Meiner Meinung nach stehen die hier beschriebenen Anforderungen ursächlich mit den oben erwähnten Hindernissen, die Schümmer u. a. (2013: 16) bzgl. der Web 2.0-Verwendung darlegt, in Zusammenhang. Abschließend bleibt zu erwähnen, dass bei der Frage zu den personenbezogenen Voraussetzungen vor allem Softskills ausschlaggebend sind. Im nächsten Kapitel werden organisationale Bedingungen aufgezeigt, denn auch der betriebliche Rahmen spielt für informelles Lernen mit einem Wiki eine wichtige Rolle (vgl. Molzberger 2008: 10).

3.2 Betriebliche Voraussetzungen

In diesem Kapitel wird dem Einfluss organisationaler und infrastruktureller Bedingungen in Unternehmen im Hinblick auf Lernförderlichkeit im Arbeitsgeschehen nachgegangen. Anhand neuer Modelle der Arbeitsorganisation wird versucht Wege zu finden, die Kompetenzpotentiale der Mitarbeiter besser zu nutzen. Unternehmen entwickeln sich durch Enterprise 2.0 zu lernenden und offenen Organisationen. Eine innovative betriebliche Lernkultur, wie schon in Kapitel 2.3 bzgl. der Entgrenzung des Lernens angesprochen, zeichnet sich dadurch aus, dass das Erfahrungslernen im Arbeitskontext als informeller Lernprozess stattfinden kann und damit Lernen nicht nur auf pädagogisch geplanten, organisierten Lehr- Lernkontexten basiert (vgl. Dehnbostel 2013: 21).

Dafür benötigen aber informelle Lernprozesse zusätzlich einen Spielraum zur freien Gestaltung in der Arbeitszeit (vgl. Bauer 2007: 71). Wenn Mitarbeitern die Zeit oder das positive Signal seitens der Unternehmensleitung fehlt, ein Wiki zu verwenden, kann kein Wiki-Nutzen entstehen. Dehnbostel spricht dabei von den ÄFreiheitsgraden“, die beim Lernen in der Arbeit zum Gelingen von Lernen in der Arbeit beitragen. Der Begriff der Freiheitsgrade ist wie folgt zu verstehen: Wissen und die Konstruktion von Wissen sind nicht als geschlossen zu betrachten. Es ist wichtig, eigene Interpretationen von Erfahrungen vorzunehmen und Lernen als sozialen Prozess im Austausch mit anderen wahrzunehmen. Optimal sei dabei eine Arbeits- und Lernumgebung, die nach den folgenden Aspekten gestaltet ist: ÄAuthentizität und Situiertheit, multiple Kontexte, multiple Perspektiven und sozialer Kontext.“ (Dehnbostel & Meyer-Menk 2002: 8). Die voran genannten Aspekte finden sich meines Erachtens auch in der Verwendung eines Wikis im Arbeitsgeschehen wieder. Neben einer lernförderlichen Gestaltung der Arbeitsumgebung gibt es weitere Rahmenbedingungen zu nennen, die die Unternehmenshaltung betreffen. Wenn Mitarbeiter das Wiki für informelle offene Lern- und Konstruktionsprozesse nutzen und Wissen austauschen, sind weniger Kontrolle und Anordnung förderlich. Stattdessen braucht es eine Unternehmensleitung, die mehr Vertrauen in die Mitarbeiter setzt und eine angstfreie Fehlerkultur und ein gutes Lernklima schafft (vgl. Bauer 2007: 150). Damit sich die Mitarbeiter an einem Wiki beteiligen, bedarf es daher einer kommunikativen Lernprozesskultur, die Selbstbestimmung und Freiräume zulässt, statt einer hierarchisch-bürokratischen Unternehmensführung (vgl. Sauer 2005: Abschnitt 3).

Bezogen auf betriebliche Hindernisse sollen zum Ende des Kapitels die folgenden Aspekte nicht unerwähnt bleiben. Hierzu gehören die Äökonomische Determiniertheit“ (Dehnbostel 2013: 7) von Arbeitsprozessen, die informelle Lernprozesse durch den vorherrschenden Arbeitskontext einschränken, was häufig auf kleine und mittlere Unternehmen zutrifft. Oftmals wird hier das Lernen in der Arbeit auch zu wenig systematisch gefördert und es fehlt an Strukturen (vgl. Molzberger 2008: 11). Bezüglich der ökonomischen Determiniertheit belegt auch die bereits genannte Befragung von Leibhammer & Weber, dass Enterprise 2.0 eher in Branchen anzutreffen ist, die eine hohe Affinität zu ITK aufweisen. In diesen Unternehmen werden Wikis, Blogs und andere Web 2.0-Anwendungen wesentlich häufiger eingesetzt (vgl. Leibhammer & Weber 2008: 16).

4 Ambivalenzen und Konsequenzen der „2.0-Arbeitswelt“

Der Wandel der Arbeitswelt und seine neuen Anforderungen stellen sich als ambivalent dar. Zum einen schaffen die neuen Arbeitsformen für Mitarbeiter mehr Mitwirkung, mehr Freiheitsgerade und Abwechslung in der Arbeit. Zum anderen nehmen die Arbeitsbelastungen, unsichere Beschäftigungsverhältnisse sowie Arbeitsplätzeabbau zu (vgl. Dehnbostel & Meyer-Menk 2002: 1). Auch Enterprise 2.0 stellt neue Bedarfe an Mitarbeiter - Elsholz kommentiert die neuen Anforderungen von Autonomie und Selbstorganisation an Mitarbeiter mit der ÄEntfaltung ihrer Subjektivität“ (2005: 19). Für die Äsubjektive Informationsgewinnung“ (Elsholz u.a. 2005: 18), ohne die zum Beispiel ein Wiki nicht gelingen kann, bedarf es mehr Engagement und Motivation seitens der Mitarbeiter. Die Digitalisierung und Verbindung von Arbeits- und Lebensbereichen ist gerade für die jüngere Generation, die als Ädigital natives“ den Umgang mit Web 2.0-Anwendungen gewohnt ist, bereits Normalität. Dies führt allerdings dazu, dass die neuen Freiräume im Arbeitsalltag die arbeitsinhaltliche Motivation der Mitarbeiter zu viel beanspruchen kann. Zur Verdeutlichung sei gesagt, wenn Mitarbeiter das Wiki außerhalb der Arbeitszeit pflegen oder in ihrer Freizeit im Unternehmensblog posten, reichen die Arbeitsräume in die Lebenswelt hinein. Zu Recht hebt Sauer hervor, dass die neue Qualität der Arbeitswelt dann auf Kosten der Lebenszeit geht (vgl. Sauer 2005: Abschnitt 3).

Die veränderte Arbeitswelt drängt Mitarbeiter auch zur ständigen Anpassungsbereitschaft - wer geistig eher unbeweglich und kaum flexibel ist, kann nicht mithalten und wird aussortiert (Bernhardt & Kirchner 2007: 92). Aus diesen Beispielen wird deutlich, dass unter kritischer Betrachtung von Wissensmanagement und Informationsarbeit mit Wikis Lehmkuhl (2005: 90) Recht hat, wenn sie sagt, dass ÄGerade die Forderung, implizites Erfahrungswissen explizit zu machen, mit anderen zu teilen und so zum Geschäftserfolg des Unternehmens beizutragen, wird zu einer Form naiver Selbstausbeutung, wenn im Gegenzug weder nachvollziehbare Gewinnbeteiligung noch existenzielle Absicherung geboten wird.“

5 Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass informelles Lernen zwar didaktisch nicht planbar ist, Wikis leisten dennoch, wie diese Arbeit verdeutlicht, einen Beitrag informelle Lernprozesse für Mitarbeiter in Unternehmen zu unterstützen. Gelegenheiten zum informellen Lernen ergeben sich aus der Verwendung eines Wikis. Indem im Unternehmens-Wiki Informationen gesucht werden, gelesen wird, Artikel verfasst werden und Möglichkeiten zum Kommentieren und Redigieren genutzt werden, lernen Mitarbeiter informell. Neben der individuellen Wissensaneignung entfaltet eine Wiki-Plattform vor allem sein Potential in der Wissensverknüpfung. Der gegenseitige Austausch und das Verbinden von Informationen und Wissen kann dabei als informelles Lernen voneinander betrachtet werden. Weiterhin wurden Begriffe des informellen Lernens definiert und Beispiele angeführt, welche Schnittstellen zum vertieften informellen und reflexiven Lernen mit Wikis im betrieblichen Kontext bestehen. Schließlich macht die Bedeutung und Aktualität des Themas Enterprise 2.0 deutlich, Web 2.0- Anwendungen werden zur Kommunikation, zur Zusammenarbeit und im Bereich des Wissensmanagements im Arbeitsalltag eingesetzt, um den informellen Austauschs zu fördern und Wikis zeigen dabei die höchste Relevanz in Unternehmen (Leibhammer & Weber 2008).

Informelles Lernen mit Wikis setzt außerdem medienkompetentes Handeln bei Mitarbeitern voraus. Die Anforderung besteht nicht nur im Umgang mit der entsprechenden Wiki-Software - Kompetenzen im kommunikativen und kooperativen Bereich sowie ein hohes Maß an Motivation sind ausschlaggebend für das Gelingen einer Wissens- und Informationsplattform mit einem Wiki im Unternehmen. Auch das Unternehmen muss mediendidaktische Prozesse gut planen, damit Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, ein Wiki zu verwenden. Enterprise 2.0 stellt komplexe Anforderungen an Unternehmen und, wie die vorliegende Arbeit verdeutlicht, insbesondere an die Mitarbeiter.

Diese Arbeit kann keine endgültige Antwort auf die Forschungsfrage finden, da meines Erachtens ein breites Spektrum an sozialen, technischen und organisationalen Anforderungen beim informellen Lernen mit Wikis eine Rolle spielen. Für die Zukunft ist es sicher eine lohnenswerte Aufgabe informelle Lernprozesse mit Wikis im Zusammenhang von Selbstorganisation und selbstgesteuertem Lernen in den Blick zu nehmen.

6 Literaturverzeichnis

Bauer, Hans G. 2007. Lernen im Arbeitsalltag: Wie sich informelle Lernprozesse organisieren lassen. 2. Aufl. Bielefeld: Bertelsmann.

Baumgartner, Peter 2005. Eine neue Lernkultur entwickeln: Kompetenzbasierte Ausbildung mit Blogs und E-Portfolios. ePortfolio Forum Austria 2005, 33-

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entwickeln.-Kompetenzbasierte-Ausbildung-mit-Blogs-und-E-Portfolios.pdf [Stand 2014-04-27].

Bernhardt, Thomas & Kirchner, Marcel 2007. E-Learning 2.0 im Einsatz: "Du bist der Autor!" - vom Nutzer zum WikiBlog-Caster. Boizenburg: Hülsbusch. BIBB 2012. Bekanntmachung des Bundesministeriums für Bildung und

Forschung von Richtlinien zur Förderung von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet des "Betrieblichen Kompetenzmanagements im demografischen Wandel". Bonn. URL: http://www.bmbf.de/foerderungen/20779.php [Stand 2014-06-07].

Born, Volker & Wirth, Karin 2009. Betriebliches Lernen im Arbeitsprozess -

Instrumente des Wissensmanagements didaktisch nutzbar machen. URL:

http://www.bwpat.de/ausgabe17/born_wirth_bwpat17.pdf [Stand 2014-05-28]. Dehnbostel, Peter 2007. Lernen im Prozess der Arbeit. Münster, New York, München, Berlin: Waxmann. (7).

Dehnbostel, Peter 2013. Lernen im Arbeitsprozess / informelles Lernen. Hagen: Fernuniversität in Hagen. (Kursnr. 04325).

Dehnbostel, Peter 2014. Perspektiven für betriebliches und eLearning:

Informelles Lernen im Prozess der Arbeit. URL: http://www.elearning- journal.de/index.php?id=673 [Stand 2014-05-30].

Dehnbostel, Peter & Meyer-Menk, Julia 2002. Erfahrung und Reflexion als Basis beruflicher Handlungsfähigkeit, in BIBB (Hg.): Berufsbildung für eine globale Gesellschaft - Perspektiven im 21. Jahrhundert: 4. BIBB-Fachkongress 2002 - Ergebnisse und Ausblicke. Bielefeld: Bertelsmann, 1-12. URL: http://www.bibb.de/redaktion/fachkongress2002/cd-rom/PDF/03_4_05.pdf [Stand 2014-07-19].

Modul 3D: Enterprise 2.0 / Informelles Lernen mit Wikis

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Details

Seiten
20
Jahr
2014
ISBN (Buch)
9783656828594
Dateigröße
996 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283204
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
1,3
Schlagworte
Web 2.0 Social Media Enterprise 2.0 Wikis CMS E-learning informelles Lernen online Lerne kollaborativ semantisch virtuell Netzwerke

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Titel: Enterprise 2.0. Informelles Lernen mit Wiki-Plattformen