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Grundannahmen und Haltungen der motivierenden Gesprächsführung

Akademische Arbeit 2007 32 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Motivationspsychologische Überlegungen

2 Kognitive Dissonanztheorie

3 Theorie der psychologischen Reaktanz

4 Selbstwirksamkeitstheorie

5 Selbstwahrnehmungstheorie

6 Selbstregulationstheorie

7 Transtheoretisches Modell der intentionalen Verhaltensänderung

8 Klientenzentrierte Therapie

9 Zusammenfassung der Grundannahmen und -haltung
9.1 Grundannahmen
9.2 Grundhaltung

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Einleitung

Noch bis Ende der 70er Jahre wurden die drei „A’s“ (Abgeschiedenheit, Andacht und Arbeit) als entscheidende Wirkmechanismen der Suchtbehandlung angesehen. Damit ging ein meist strenger konfrontativer und für alle „Süchtigen“ uniformer Behandlungsstil einher. Um überhaupt in Behandlung zu kommen, wurde eine „hohe“ Motivation, die als stabile Eigenschaft aufgefasst wurde, als Voraussetzung angesehen. Aus dieser Sicht heraus waren Berater und Therapeuten nicht bzw. in geringem Maße verantwortlich für die Motivation von Suchtkranken. Nur hohe intrinsische Motivation, die auch an unangenehmen Prozeduren nicht scheiterte, ließ einen Behandlungsversuch als lohnend erscheinen. Das führte u. a. dazu, dass Menschen mit einem problematischen Substanzkonsum oder einer bereits bestehenden Abhängigkeitserkrankung und teilweise Folgestörungen mehrere Jahre zwischen Arzt- und Krankenhausbehandlungen pendelten, ohne suchtspezifische Hilfen zu bekommen. Die damals (und bisweilen noch heute) herrschende traditionelle Haltung von Suchtexperten, dass Suchtkranke erst „ganz am Boden“ (meist sind das körperliche, psychische und soziale Folgen, die kaum noch – selbst nicht durch Abstinenz – rückgängig gemacht werden können) sein müssen, um für eine Behandlung motiviert zu sein, ist aus medizinischer, therapeutischer und an erster Stelle aus ethischer Sicht abzulehnen (vgl. Lindenmeyer 2006, S. 18 ff.).

Mit der Übersetzung von Millers und Rollnicks „Motivational Interviewing. Preparing people to change addictive behavior“ und Kellers Einführung des Transtheoretischen Modell der intentionalen Verhaltensänderung in den deutschsprachigen Raum – beides 1999 – bekam der in Deutschland schon von einigen Suchtexperten ab Mitte der 80er Jahre angeschobene Diskurs um das Verständnis des Stellenwertes von Veränderungsmotivation und Motivationsförderung für eine möglichst früh einsetzende effektive Behandlung von Abhängigkeitskranken und -gefährdeten Auftrieb. Ohne an dieser Stelle die vielen Für und Wider des Diskurses um Krankheits-, Bewältigungs- und Motivationsmodelle, um Abstinenz als höchstes Ziel und Zieloffenheit, um weltanschauliche und wissenschaftliche Ansichten auszuführen, sei darauf hingewiesen, dass dieser Diskurs bei weitem noch nicht beendet ist.

Trotzdem kann mittlerweile von einem Paradigmenwechsel gesprochen werden. Moderne Suchtprävention und -behandlung nutzt ein verändertes Motivationskonzept: Motivation wird nicht als quantitativer Status, sondern inter-aktioneller Prozess und Motivation nicht Behandlungsvoraussetzung, sondern als (zentraler) Teil der Behandlung angesehen. Anstelle von Motivationsprüfungen und –hürden geht es darum, Veränderungsschritte früh zu fördern und so viel Unterstützung wie möglich anzubieten unter Wahrung der Autonomie und der Würde des Klienten. In den Blick der Suchthilfe[1] kommen nun auch Personen mit riskantem Substanzkonsumverhalten, um hier früh die Auseinandersetzung mit dem Verhalten anzuregen, um letztlich möglichen (weiteren) Störungen vorzubeugen.

Zur Umsetzung der Förderung von Veränderungsmotivation bietet sich insbesondere der Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ an. Miller und Rollnick „... definieren motivierende Gesprächsführung als eine klientenzentrierte, direktive Methode zur Verbesserung der intrinsischen Motivation für eine Veränderung mittels der Erforschung und Auflösung von Ambivalenz“ (Miller und Rollnick 2004, S. 47).

Miller betont, den Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ nicht auf theoretischem Weg entwickelt zu haben, sondern aus der Praxis heraus. Sozusagen nachträglich setzte er das Modell in einen theoretischen Kontext, der nach und nach erweitert wurde (vgl. Miller 1999, S. 2). „Motivierende Gesprächsführung“ nutzt Erkenntnisse aus sozial-, motivationspsychologischen und lerntheoretischen Ansätzen (vgl. Miller und Rollnick 1999, S. 14). Das daraus abgeleitete Interventionsmodell und die Haltungen von Beratern/Therapeuten[2] folgen Ansätzen aus der humanistischen und kognitiven Psychotherapie. „Motivierende Gesprächsführung“ folgt demnach keinem bestimmten theoretischen Konzept, sondern ist als eklektischer[3] Ansatz zu verstehen. Den wesentlichen theoretischen Quellen, die Miller und Rollnick in ihren Publikationen erwähnen, wird im Folgenden zum tieferen Verständnis nachgegangen und die relevanten Aspekte kurz mit ihrem jeweiligen Bezug zur „Motivierenden Gesprächsführung“ dargestellt. Die in Kapitel 1 angeführten Überlegungen zur Motivation fallen insofern aus der Rolle, als dass hier keine von Miller und Rollnick explizit angeführten theoretischen Grundlagen beschrieben werden. Es wird vielmehr versucht, ein Grundverständnis von Motivation und Motivationsmodellen vor allem im Suchthilfebereich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu skizzieren und dabei die Parallelen zur „Motivierenden Gesprächsführung“ zu zeigen. Zum Schluss der Arbeit werden Grundannahmen und -haltungen der „Motivierenden Gesprächsführung“ noch einmal zusammengefasst.

1 Motivationspsychologische Überlegungen

Dem Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ liegt die zunächst von Miller formulierte Annahme zu Grunde, dass Suchtverhalten vorwiegend ein Motivationsproblem ist. Systematische Studien der Zusammenhänge von Suchtverhalten und volitionalen Prozessen ließen am Diagnosemerkmal „Kontrollverlust“ bzw. „verminderte Kontrolle“, welches das kognitive Leitkonstrukt der medizinischen Diagnose von Abhängigkeit[4] darstellt, zweifeln und damit auch an den daraus abgeleiteten Interventionsstrategien (vgl. Miller 1998, S. 2 f.). Miller und Rollnick sehen die Förderung von Motivation für eine Veränderung als „... in sich selbst [...] angemessene Aufgabe, zeitweise sogar die wichtigste und notwendigste Aufgabe, innerhalb einer ‚helfenden’ Beziehung...“ (Miller und Rollnick 2004, S. 42).

Petry unterstützt die Annahme der Priorität der Motivationsproblematik u. a. mit seinem „Erwartungs-Wert-Modell zur Entstehung und Überwindung süchtigen Verhaltens“, wonach verkürzt die Suchttendenz das Ergebnis einer Subtraktion der Veränderungsmotivation von der Konsummotivation ist (vgl. Petry 1993, S. 93 f.).

John et al. kommen nach Vergleich von relevanten Studien zu Motivierungsmaßnahmen bei Alkoholproblemen ebenfalls zu der plausiblen Hypothese, dass die persönliche Entscheidung, das Problemverhalten zu ändern, prädikativ für die spätere Aufrechterhaltung des veränderten Verhaltens ist und dass damit die Wahl der Wege dahin (z. B. Therapie oder auch Selbsthilfegruppe) eher zweitrangig ist (vgl. John et al. 2000, S. 42).

Wenn Suchtverhalten (bzw. später weiter gefasst gesundheitsschädigendes bzw. –gefährdendes Verhalten) vorwiegend als ein Problem fehlender Motivation (für ein gesünderes Alternativverhalten) aufgefasst wird und das gesundheitspolitische Ziel in der Vermeidung von möglichen Folgeerkrankungen besteht, stellt sich die Frage, wie kann die Motivation für eine Veränderung gefördert werden? Speziell dafür braucht es weniger Erkenntnisse über Suchtursachen- bzw. Störungsmodelle, sondern genauere Kenntnisse über die Zusammenhänge von Motivation, Entscheidungen und Verhalten.

Motivation ist ein viel gebrauchter und in zahlreichen Varianten interpretierter Begriff. Zimbardo definiert Motivation allgemein als: „umfassenden Begriff, der sich auf das Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten von körperlichen und psychischen Aktivitäten bezieht“ und „auf interne Variablen und Prozesse verweist“ sowie „zur Erklärung beobachteter Verhaltensänderung beiträgt“. Dazu gehörig beschreibt er ein Motiv als „interne Bedingung für das Ingangsetzen, Steuern und Aufrechterhalten einer spezifischen Klasse von Verhaltensweisen [...]. Ein Motiv ist wenigstens teilweise erlernt und das Ergebnis sozialer Einflüsse“ (Zimbardo 1992, S. 618).

Ähnlich – speziell für die Suchthilfe – sieht Schwoon Motivation als ein prozesshaftes Geschehen an, welches durch Wechselwirkungen zwischen individuellen und strukturellen Bedingungen bestimmt wird. Er versteht Motivation (eingrenzend auf den Bereich der Interventionen) als Bereitschaft, einen Veränderungsprozess zu beginnen, ihn fortzusetzen und die erreichten Veränderungen aufrechtzuerhalten. Er unterscheidet drei Konzepte:

- Behandlungsmotivation als Motivation, eine störungsspezifische Behandlung aufzunehmen
- Abstinenzmotivation als Motivation, ein suchtmittelfreies Leben führen zu wollen und
- Änderungsmotivation als Bereitschaft, störungsspezifische und störungs-unspezifische Verhaltensweisen zu ändern (vgl. Schwoon 1998, S. 1 ff.).

Behandlungsmotivation kann Abstinenz- und Veränderungsmotivation enthalten, muss aber nicht logisch enthalten sein; Abstinenzmotivation kann Behandlungs- und muss Veränderungsmotivation enthalten; Veränderungsmotivation muss weder (aber kann) Behandlungs- noch Abstinenzmotivation enthalten.

Problematisch sind die Konstrukte Abstinenz- und Behandlungsmotivation vor allem bei Klienten, die keine Abhängigkeit aufweisen, da hier weiterführende Behandlungsmaßnahmen meist keine Rolle spielen und Abstinenz kein angemessenes Veränderungsziel darstellt. Hier kann z. B. bei Risikoverhalten im Sinne einer Früherkennung und –intervention nur die Änderungsmotivation thematisiert werden. Bei Klienten mit einer Abhängigkeitsproblematik ist die Änderungsmotivation nach einer Untersuchung von DiClemente für den Behandlungserfolg entscheidender als die Behandlungsmotivation (vgl. Freyer 2006, S. 47) .

Miller und Rollnick schließen sich der lerntheoretisch begründeten Definition an von Motivation als „... Wahrscheinlichkeit [...], mit der eine Person eine spezifische Veränderungsstrategie ergreift und daran festhält“ (Miller und Rollnick 1999, S. 35). Im Zusammenhang mit „Motivierender Gesprächsführung“ ist ausdrücklich die Änderungsmotivation gemeint, da nur hier die dem Modell inhärente Zieloffenheit vorliegt.

Im Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ ist nach Ansicht von Miller ein motivationales Modell der Verhaltensänderung schon enthalten, muss aber seiner Ansicht nach noch differenzierter entwickelt werden (vgl. Miller 1998, S. 6). Motivationsmodelle zur Suchtentwicklung bedeuten nach Kremer (vgl. 2001, S. 166) einen wesentlichen Fortschritt im Bereich der Suchterkrankungen u. a. mit dem Effekt einer Normalisierung und Entdramatisierung, so dass Suchtverhalten vergleichbar wird mit anderen psychisch beeinflussbaren Verhaltensweisen.

2 Kognitive Dissonanztheorie

Der kognitiven Dissonanztheorie nach Leon Festinger liegt die Annahme zugrunde, dass Menschen nach Harmonie, Konsistenz oder Übereinstimmung zwischen ihren Kognitionen[5] streben. Paare von Kognitionen können in einer irrelevanten (füreinander ohne Bedeutung) oder einer relevanten konsonanten (eine Kognition folgt aus der anderen) oder relevanten dissonanten (das Gegenteil der einen Kognition folgt aus der anderen) Beziehung zueinander stehen. Letzteres ist ein unausgewogener Zustand, der einen Druck zur Reduktion dieses Spannungs-zustandes erzeugt. Die Stärke der Dissonanz ist u. a. direkt abhängig von der wahrgenommenen Wichtigkeit der beiden Kognitionen. Eine große Dissonanz erhöht die Stärke des Drucks zur Reduktion der Dissonanz (vgl. Festinger 1978, S. 253 ff.) Es wird davon ausgegangen, dass Dissonanz „... ein eigenständiger motivierender Faktor ist“ (Festinger 1987, S.17).

Dissonanzreduktion ist möglich, indem

- die Kognition des Verhaltens geändert wird, also die Ursache der Dissonanz beseitigt wird (vgl. ebd., S. 31)
- neue konsonante Kognitionen hinzugefügt werden
- die Relevanz der dissonanten Kognitionen heruntergestuft werden
- die Relevanz der konsonanten Kognitionen heraufgesetzt werden (vgl. ebd., S. 256).

Ein typisches Beispiel zur Dissonanzreduktion beschreibt Festinger anhand eines Gewohnheitsrauchers, welcher durch die Information, dass Rauchen schädlich für die Gesundheit sei, eine kognitive Dissonanz empfindet, da diese Information seiner an sich gesundheitsbewussten Einstellung widerspricht. Der ersten Strategie entspräche, die Ursache zu beseitigen, also mit dem Rauchen aufzuhören. Mittels der zweiten Strategie würde er seinem Wissen neue Kognitionen hinzufügen, die mit dem Rauchen konsonant sind: z. B. aktiv nach Informationen zu suchen, die bestätigen, dass Rauchen die Konzentration erhöht. Die dritte Strategie würde z. B. die Überlegung beinhalten, dass die Wahrscheinlichkeit von Folgeerkrankungen durch das Rauchen sehr viel geringer sei im Vergleich zu Folgen von Übergewicht und Bewegungsmangel, also die Wichtigkeit der dissonanten Kognition herunterstuft. Der vierten Strategie, die Relevanz der konsonanten Kognitionen heraufzusetzen, entspräche, die positiven Aspekte des Rauchens, wie z. B. subjektiv empfundene Entspannung und Gewichtskontrolle höher zu bewerten und für sich persönlich als sehr wichtig einzuschätzen (vgl. Festinger 1978, S. 31 ff.).

Bei (Verhaltens-)Veränderungen, die einen erheblichen Verlust oder erhebliche Schmerzen auf einer Seite bedeuten, ergibt sich ein gewisser Änderungswiderstand, dessen Stärke sich durch das Ausmaß des erwarteten Verlustes bzw. durch das Ausmaß der Befriedigung, die aus dem gegenwärtigen Verhalten gezogen wird, bestimmt (vgl. ebd., S. 37). Am obigen Beispiel ergäbe sich ein hoher Änderungswiderstand, wenn z. B. schwer auszuhaltende Entzugserscheinungen, wie Nervosität und Unkonzentriertheit (Verlust, Schmerzen) erwartet werden oder die empfundenen Vorteile des Rauchens wie entspannende Pausen oder die schlanke Figur einen hohen Stellenwert (Befriedigung) haben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt zum Verstehen von Verhalten sind die Aussagen der kognitiven Dissonanztheorie zu getroffenen Entscheidungen, bei denen mindestens zwei Alternativen mit jeweiligen Vor- und Nachteilen zur Auswahl standen. Hier entsteht fast immer Dissonanz. Die Vorteile der verworfenen Alternative stehen zusammen mit den Nachteilen der gewählten Alternative der durchgeführten Handlung dissonant gegenüber. Möglich ist auch eine konsonante Beziehung der durchgeführten Handlung zu den Nachteilen der verworfenen und den Vorteilen der gewählten Alternative. Die Stärke der Dissonanz nach Entscheidungen ist u. a. abhängig von der allgemeinen Wichtigkeit der Entscheidung, von der Stärke der wahrgenommenen Vorteile der nicht gewählten Alternative und ob die Entscheidung freiwillig getroffen wurde oder durch Belohnung oder Drohung beeinflusst wurde (vgl. Festinger 1978, S. 253 ff.).

Wichtig zu erwähnen und für aus den Erkenntnissen der Theorie abgeleiteten Interventionsansätze sind die teils erheblichen individuellen Unterschiede bei der Wahrnehmung der Intensität der Dissonanz (Dissonanztoleranz) und entsprechend die verschiedenen Möglichkeiten der Reduktion bzw. auch Vermeidung von Dissonanz (vgl. ebd., S. 261 f.). Auf weitere – für das behandelte Thema nicht relevante – Anwendungsgebiete der Theorie der kognitiven Dissonanz wird nicht eingegangen.

Für den Ansatz der „Motivierenden Gesprächsführung“ ist die Annahme wesentlich, dass kognitive Dissonanzen einen hauptsächlichen Motivationsfaktor darstellen. Kognitive Dissonanzen bezeichnen Miller und Rollnick vereinfachend als Diskrepanzen zwischen dem gegenwärtigen Zustand und dem idealen Selbstbild. Diskrepanz also zwischen gegenwärtigem Verhalten und persönlichen Werten und Zielen wird als eine zentrale Voraussetzung für Veränderung angesehen und entwickelt (vgl. Miller und Rollnick 2004, S. 60). Sehr verkürzt heißt es entsprechend: „...keine Diskrepanz, keine Motivation“ (ebd., S. 43). Diese Diskrepanzen herauszuarbeiten, indem der Klient zur Selbstexploration angeregt wird, sie dann zu nutzen und in Richtung Veränderung zu verstärken ist eines der Interventionsprinzipien.

[...]


[1] Spätestens hier wird deutlich, dass der frühere Begriff der „Suchtkrankenhilfe“ nicht mehr die Vielfalt der Leistungen des Suchthilfesystems beschreibt. Seit 2005 beschreibt der Begriff „Suchthilfe“ das differenzierte Hilfesystem (vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen 2005).

[2] Motivierende Gesprächsführung versteht sich sowohl als Beratungs- und Therapiekonzept, daher wird im Folgenden meist die Kombination Berater/Therapeut verwendet. Zur vereinfachten Sprachregelung: Wenn im Weiteren von Beratern, Therapeuten, Klienten die Rede ist, sind genauso Beraterinnen, Therapeutinnen und Klientinnen gemeint.

[3] Grawe bezeichnet eine Therapieform als eklektisch, wenn die zur Anwendung kommenden Therapiemethoden aus verschiedenen Therapierichtungen stammen (vgl. Grawe 1994, S. 638).

[4] Die aktuell gültige Definition für ein Abhängigkeitssyndrom (psychoaktive Substanzen) nach ICD-10 GM, Version 2007: „Eine Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Substanzgebrauch entwickeln. Typischerweise besteht ein starker Wunsch, die Substanz einzunehmen, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, und anhaltender Substanzgebrauch trotz schädlicher Folgen. Dem Substanzgebrauch wird Vorrang vor anderen Aktivitäten und Verpflichtungen gegeben. Es entwickelt sich eine Toleranzerhöhung und manchmal ein körperliches Entzugssyndrom“ (DIMDI 2006, S 157).

[5] Unter „Kognition“ oder „kognitivem Element“ ist nach Festinger „... irgendeine Kenntnis, Meinung oder Überzeugung von der Umwelt, von sich selbst oder von dem eigenen Verhalten“ zu verstehen (vgl. Festinger 1978, S. 17).

Details

Seiten
32
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783656821960
ISBN (Buch)
9783668139916
Dateigröße
521 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v283089
Institution / Hochschule
Hochschule Neubrandenburg
Note
1,3
Schlagworte
grundannahmen haltungen gesprächsführung

Autor

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Titel: Grundannahmen und Haltungen der motivierenden Gesprächsführung