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Die Dienstleistungen des Cloud Computing und seine technischen Grundlagen

Akademische Arbeit 2011 36 Seiten

Informatik - Wirtschaftsinformatik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Glossar

Einleitung

1. Definition

2. Technische Grundlagen und Prinzipien

3. Cloud-Architektur und Cloud-Dienstleistungen

4. Organisatorische Klassifizierungen

5. Cloud Sourcing

Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

Anlagen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Glossar

Application Service Provider: „Dienstleistungsanbieter …, bei denen Anwendungsprogramme über das Internet durch die Anwender für eine bestimmte Zeit gemietet werden können. Die Anwendungen werden vom Server des A. S. P. [hier als Abkürzung für Application Service Provider] aus gestartet (Client-/Server-Architektur). Einnahmen generiert der A. S. P. durch zeitabhängige Gebühren, die für den Zugriff auf die Software berechnet werden.“[1]

Benutzerservice: „Betreuung der Benutzer im Umgang mit Anwendungssystemen, insbesondere Officepaketen und dem Internet“.[2]

Betriebssystemvirtualisierung: Hierbei werden von einem Betriebssystem mehrere unabhängige virtuelle Instanzen erstellt. Dabei verwenden alle Instanzen das gleiche Basisbetriebssystem. Dadurch wird sowohl die Art der installierbaren Anwendungssoftware, aber auch die Betriebssysteme, die installiert werden können, eingeschränkt.[3]

Business Continuity: „Alle organisatorischen, technischen und personellen Maßnahmen, die a) zur Fortführung der Kerngeschäfte unmittelbar nach Eintritt des Krisenfalles und b) zur sukzessiven Wiederaufnahme des gesamten Geschäftsbetriebs bei länger andauernden schweren Störungen dienen.“[4]

Datenintegrität: In „der Datenbankorganisation (Datenorganisation) die Korrektheit der gespeicherten Daten im Sinn einer widerspruchsfreien und vollständigen Abbildung der relevanten Aspekte des erfassten Realitätsausschnitts.“[5]

Entwicklungsumgebung: Eine Anwendung zur Entwicklung von Software.

Extensible Markup Language: Extensible Markup Language (XML) ist eine Auszeichnungssprache, mit der Daten in hierarchisch strukturierten Form abgebildet werden. XML ist plattform- und programmiersprachenunabhängig und wird zum Austausch von Daten zwischen Computersystemen eingesetzt.

Funktionale Anforderungen: Begriff aus dem Software Engineering. Nach Sommerville sind dies „Aussagen, zu den Diensten, die das [zu planende] System leisten sollte, zur Reaktion des Systems auf bestimmte Eingaben und zum Verhalten des Systems in bestimmten Situationen. In manchen Fällen können die funktionalen Anforderungen auch explizit ausdrücken, was das System nicht tun soll.“[6]

Hypervisor: Eine Virtualisierungssoftware, die in einer isolierten, virtuellen Umgebung, die man virtuelle Maschine nennt, die Hardware eines Rechners zur Verfügung stellt. Dies kann entweder durch die Emulation der Hardware oder durch die Virtualisierung der realen Hardware geschehen.

IT-Verteilung: Festlegung der informationstechnischen, räumlichen bzw. geografischen und organisatorischen Verteilung von IT-Ressourcen.[7]

Konsolidierung von IT-Infrastrukturen: Das Ziel der Konsolidierung ist es, die Kosten der IT-Infrastrukturen zu senken. Man kann zwischen vier Teilaspekten unterscheiden:

- Harmonisierung und Standardisierung von Hard- und Software
- Virtualisierung von Hard- und Software
- Zusammenfassung von verteilten Rechenzentren
- Outsourcing von Teilen der IT-Infrastruktur

Nichtfunktionale Anforderungen: Begriff aus dem Software Engineering. Nach Sommerville sind dies „Beschränkungen der durch das [zu planende] System angebotenen Dienste oder Funktionen. Das schließt Zeitbeschränkungen, Beschränkungen des Entwicklungsprozesses und einzuhaltende Standards ein. Nichtfunktionale Anforderungen beziehen sich oft auf das ganze System und gewöhnlich nicht auf einzelne Systemfunktionen oder Dienste.“[8]

Skalierbarkeit: Dynamische Anpassung der zu beziehenden IT-Ressourcen an variierende Anforderungen.[9]

SOAP: Ein plattform- und programmiersprachenunabhängig Protokoll, das zum Austausch von XML-Nachrichten zwischen Computersystemen eingesetzt wird.

Thin Client: Ein, im Verhältnis zu einem PC-Rechner, kleines Endgerät bei dem die Datenverarbeitung und Rechenleistung über einen Server erbracht wird, mit dem der Thin Client über eine Remote-Desktop-Verbindung verbunden ist.[10]

Unified Modeling Language: Eine Beschreibungssprache zur grafischen Darstellung von Softwareprogrammen und Informationssystemen. Diese können mit UML modelliert, spezifiziert und dokumentiert werden.

Virtuelles privates Netz: Über ein virtuelles privates Netz (engl. virtual private network; Abk.: VPN) können einzelne Rechner oder Netzwerke mit einem LAN verbunden werden. Dazu wird eine verschlüsselte Verbindung (Tunnel) über das Internet hergestellt. Zwischen zwei LANs werden VPN-Verbindungen meistens über Firewalls hergestellt.

Einleitung

Cloud Computing ist ein relativ neues Dienstleistungskonzept der IT. Nach Chang et al. entstand der Begriff der Cloud allerdings bereits in den frühen Tagen des Internets. Damals wurde das Internet mit einer Wolke verglichen, die ihre komplexen internen Vorgänge vor dem Anwender verbarg. Für den Anwender war es demnach unerheblich auf welchen Wegen sich seine Daten durch das Netz bewegten und wie sie verarbeitet wurden.[11] Auch für die heutigen Anwender von Cloud Computing ist es nicht wichtig, an welcher Stelle ihre Daten verarbeitet werden, solange sie verarbeitet werden. Cloud Computing wird häufig auch mit den Anfängen des Stromnetzes verglichen: Damals hörten Unternehmen, auf ihren eigenen Strom zu produzieren und ließen sich stattdessen an das Stromnetz anschließen.[12]

Erstmalig gebraucht wurde der Begriff Cloud Computing nach Qian et al. durch Google-CEO Eric Schmidt auf der „Search Engine Strategies Conference“ im August 2006.[13]

1. Definition

Der Begriff des Cloud Computing wird von verschiedenen Autoren unterschiedlich interpretiert. Die Tabelle in Anlage 1 gibt einen Überblick über 15 ausgewählte Definitionen deutschsprachiger und internationaler Autoren. In der Tabelle von Anlage 2 werden diese Definitionen nach der Häufigkeit der Nennungen ihrer wichtigsten Merkmale ausgewertet.

Die Analyse bestätigt die Hypothese, dass der Begriff des Cloud Computing in der Literatur sehr unterschiedlich definiert wird. Uneinigkeit besteht vor allem über die Frage, ob Private Cloud Computing eine Art des Cloud Computing ist, beziehungsweise ob Cloud Computing-Dienste ausschließlich über das Internet bezogen werden können (siehe Anlage 2, Spalte „Bezug ausschließlich über Internet / Outsourcingnehmer“). Außerdem halten nur drei Autoren das Merkmal des Service Level Agreement (SLA) für definitionswürdig (siehe Anlage 2, Spalte „Service Level Agreement (SLA)“). Gründe hierfür könnten die technische Orientierung der Definitionen und die Tatsache sein, dass SLAs für Internetdienstleistungen als eine rechtliche Selbstverständlichkeit angesehen werden.

Um in dieser Arbeit eine allgemein anerkannte Definition für Cloud Computing zu verwenden, wurden alle Merkmale von Anlage 2 die mindestens neun Mal genannt wurden ausgewählt. Neun Nennungen entsprechen in dieser Analyse einer Häufigkeit von 60%.

Der Vollständigkeit halber wurden diese Merkmale noch um das Merkmal der Entwicklungsplattform ergänzt. Möglicherweise zählen einigen Autoren der ausgewählten Definitionen die Entwicklungsplattform zum Begriff Software hinzu und erwähnen ihn deshalb nicht noch einmal ausdrücklich. Da es sich bei Platform as a Service aber um eins der drei Dienstleistungsmodelle des Cloud Computings handelt, sollte dieses Merkmal auch Teil der Definition sein, obwohl es nur sechs Mal genannt wurde. Ausgehend von den oben genannten Erkenntnissen wird in der vorliegenden Arbeit die folgende Definition benutzt:

Cloud Computing ist ein Konzept der Informationstechnik bei dem Hardware-Infrastrukturen, Plattformen und Software als bedarfsgerechte Dienstleistungen über ein Netzwerk bezogen werden. Die Abrechnung dieser Cloud-Dienstleistungen erfolgt verbrauchsabhängig.

2. Technische Grundlagen und Prinzipien

Im Folgenden werden die technischen Grundlagen dargestellt, die für Cloud Computing benötigt werden:

- Virtualisierung: Virtualisierung in der IT wird von Krcmar als „die Trennung von realen Ressourcen und virtuellen Ressourcen“ definiert.[14] Dabei können auf einer realen Ressource mehrere virtuelle Ressourcen betrieben werden.[15] Reale Ressourcen sind in der Praxis meistens nicht ausgelastet. Unternehmensberatungen schätzen beispielsweise, dass Server üblicherweise nur zu 15 bis 20 Prozent ausgelastet sind. Durch die Virtualisierung von Servern kann die Anzahl der Server eines Unternehmens um 30 bis 50 Prozent oder mehr gesenkt werden. Dies führt zu geringeren Investitionen sowie Personal- und Betriebskosten.[16]

Aber auch durch die Verwendung der im Folgenden dargestellten Techniken wird die Wartung vereinfacht, was zu niedrigeren Betriebskosten führt. Für den Einsatz von Cloud Computing können die folgenden Virtualisierungs-Techniken eingesetzt werden:

- Blade-Server: Ein Blade (engl. Klinge, Propellerblatt oder Ruderblatt) ist die Bezeichnung für einen Server, der nur notwendige Hardware-Komponenten wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Netzwerk-Schnittstellen enthält. Mehrere Blades befinden sich zusammen in einem gemeinsamen Gehäuse und teilen sich dort Stromversorgung, Kühlung, Netzwerkanbindung, Konfigurationsoberflächen und häufig auch Festplattenspeicher.[17]
- Storage Area Networks: Storage Area Networks (SANs) werden seit den späten 90er Jahren verbreitet als Datenspeicher eingesetzt.[18] Dabei werden mehrere Server über ein eigenes Hochleistungsnetz mit Massenspeichern (z.B. Festplatten, SSDs oder Bandlaufwerken) verbunden, die dadurch gemeinsam genutzt werden können.
- Virtualisierung von Servern: Man kann zwischen zwei Arten von Virtualisierungstechniken für Server unterscheiden: Der Servervirtualisierung und der Betriebssystemvirtualisierung. Im Zusammenhang mit Cloud Computing wird meistens die Servervirtualisierung eingesetzt. Dazu wird in einer isolierten, virtuellen Umgebung, die man virtuelle Maschine (VM) nennt, die Hardware eines Rechners zur Verfügung gestellt. Dies kann entweder durch die Emulation der Hardware oder durch die Virtualisierung der realen Hardware geschehen. Die Virtualisierungssoftware wird Hypervisor (oder auch virtual machine monitor) genannt. Eine Software zum Konfigurieren und Verwalten von Hypervisoren und virtuellen Maschinen wird virtual machine manager[19] oder virtual machine monitors‘ management[20] genannt. Abbildung 1 zeigt den Aufbau der Architektur. Der Zugriff der Nutzer auf die virtuellen Maschinen erfolgt in der Regel über eine Netzwerkverbindung und nicht direkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Zwei Hypervisor-Server, die durch einen Virtual Machine Manager verwaltet werden[21]

- Mandantenfähigkeit: Mandantenfähigkeit (engl.: multitenancy) wird als das Prinzip einer Softwarearchitektur definiert, bei der ein System gleichzeitig von mehreren Anwendern und Kunden genutzt werden kann. Diese können das System dabei so nach ihren Bedarf konfigurieren, so dass es den Anschein eines individuellen Systems erweckt. Dabei muss der Dienstanbieter sicherstellen, dass alle kundenspezifischen Daten und Konfigurationen nicht an andere Kunden weitergegeben werden oder von diesen einsehbar sind. Deshalb ist es notwendig die Daten jedes Kunden separat zu speichern.[22] Weil durch Mandantenfähigkeit eine bessere Auslastung der Hardware und eine vereinfachte, zentrale Wartung ermöglicht werden[23], wird sie vor allem bei PaaS und SaaS eingesetzt. Nach Bandulet ist Mandantenfähigkeit allerdings kein notwendiges Merkmal von SaaS[24], wobei selbiges dann auch für PaaS gilt. Allerdings ermöglicht Mandantenfähigkeit das Hard- und Software von verschiedenen Anwendern gleichzeitig genutzt werden kann, wodurch die Anbieter Skalenerträge erzielen können.[25]

- Webdienste: Sommerville definiert einen Dienst als, „eine locker verbundene wieder verwendbare Softwarekomponente, die skalierbare Funktionen kapselt, welche verteilt sein können und per Programm erreichbar sind. Ein Webdienst ist ein Dienst, der sich über übliche Internet- und XML-basierte Protokolle erreichen lässt“.[26] Die W3C definiert sie als eine Softwareanwendung, die mit anderen Maschinen über ein Netzwerk kommuniziert. Webdienste haben Schnittstellen, die in einem Format beschrieben sind, das von Maschinen verarbeitet werden kann. Andere Dienste kommunizieren mit ihnen durch SOAP-Nachrichten, welche über das HTTP übermittelt werden.[27] Webdienste bilden die Grundlage für Serviceorientierte Architekturen.

- Serviceorientierte Architekturen (SOA): In der Literatur werden SOA als mehrere voneinander unabhängige Dienste (Webdienste) beschrieben, die plattform- und programmiersprachenunabhängig miteinander Daten austauschen (z.B. über WSDL oder SOAP) und zu Softwareanwendungen kombiniert werden können. Die Dienste sind lose miteinander gekoppelt und nur während der Bearbeitung einer Abfrage miteinander verbunden. Dadurch ermöglicht eine SOA, dass an einem Dienst Veränderungen (z.B. Updates) vorgenommen werden, die aber keine systemweiten Auswirkungen haben. Dadurch wird bei SOA eine höhere Verfügbarkeit als bei traditioneller Software ermöglicht. Außerdem ist es möglich, dass die Dienste von unterschiedlichen Anbietern zur Verfügung gestellt werden.[28] Nach Sommerville und Laudon et al. ermöglichen SOA auch einen neuen Ansatz für die Entwicklung von Unternehmenssoftware, da einzelne Dienste in verschiedenen Anwendungen genutzt werden können und dazu nicht neu programmiert werden müssen.[29] In der Vergangenheit wurde in verschiedenen Anwendungen häufig ein unterschiedlicher Programmcode verwendet, um ähnliche Ziele zu erreichen.[30] Wegen ihrer Flexibilität und ihrer Orientierung an einzelnen Unternehmensfunktionen sind SOA für die schnelle (Weiter-) Entwicklung von mandantenfähigen SaaS-Dienstleistungen besonders gut geeignet.[31]

- Standardisierung: Im Bereich der Standardisierung des Cloud Computing kann man zwischen zwei Aspekten unterscheiden:

- Standardisierte Cloud-Dienstleistungen: Die Anbieter von Cloud-Dienstleistungen stellen ihren Kunden in der Regel standardisierte Produkte und Produktvarianten zur Verfügung. Da diese für alle Kunden gleich sind, ermöglichen sie Skalenerträge für die Anbieter. Gleichzeitig werden auch von unterschiedlichen Anbietern ähnliche Dienstleistungen angeboten, was für die Kunden das Wechseln des Anbieters vereinfacht.

-Standardisierte Techniken: Damit können z.B. Schnittstellen oder Programmiersprachen gemeint sein, die einem bestimmten Standard entsprechen. Dadurch wird einerseits die Kombination von Cloud-Dienstleistungen verschiedener Anbieter ermöglicht, andererseits wird auch der Wechsel zu einem anderen Anbieter durch die Nutzung von einheitlichen Techniken vereinfacht.[32]

Beide Aspekte der Standardisierung vereinfachen den Wechsel zu einem anderen Anbieter, da bei nicht-standardisierten Dienstleistungen die Gefahr einer zu engen Bindung der Kunden an einen bestimmten Anbieter besteht, was als Vendor-Lock-In bezeichnet wird. Beim Vendor-Lock-In sind die Kosten, die bei einem Wechsel zu einem günstigeren Anbieters entstehen würden, so hoch, dass der Wechsel nicht mehr wirtschaftlich ist.

3. Cloud-Architektur und Cloud-Dienstleistungen

In der Literatur herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Cloud-Architekturen aus einer vierstufigen, aufeinander aufbauenden Architektur bestehen und dass aus dieser Architektur drei verschiedene Arten von Dienstleistungen hervorgehen.[33]

Diese drei Schichten haben unterschiedliche Eigenschaften und Zielgruppen. Die höheren, stärker abstrahierten Schichten können dabei auf die tiefer gelegenen Schichten zurückgreifen. So ist es möglich, dass eine höhere Schicht die Funktionen aller tiefer gelegenen Schichten nutzen kann und nicht nur die der nächsten tieferen Schicht.[34]

Die unterste Schicht der Cloud-Architektur bilden dabei die physikalischen Ressourcen eines Rechenzentrums, wie beispielsweise Netzwerke, Server oder Festplatten. Diese Ressourcen sind auch die Grundlage für alle weiteren Schichten der Cloud.[35]

In der nächsten Schicht der Cloud-Architektur, der Infrastruktur-Schicht, werden die physikalischen Ressourcen meistens virtualisiert. Üblicherweise entstehen auf diese Art und Weise virtuelle Maschinen und virtuelle Datenspeicher. Bei Servern kann dies beispielsweise durch einen Hypervisor geschehen, der dann die physikalischen Ressourcen eines Servers auf mehrere virtuelle Maschinen aufteilt.

Nach Baun et al. müssen die Ressourcen allerdings nicht zwingend virtualisiert werden. In bestimmten Fällen könne es notwendig sein auf die Virtualisierung durch einen Hypervisor zu verzichten, um höhere Stabilität oder bessere Performance zu erreichen, aber auch um bestimmte Hardware-Anforderungen zu erfüllen. Anstelle von virtuellen Maschinen würden in diesen Fällen dedizierte Server eingesetzt.[36] Anstelle des Hypervisors kann die Konfiguration des Servers in diesen Fällen über Fernwartungssysteme (z.B. ein Lights Out Management-System) erfolgen.

Die Plattform-Schicht wird zur Entwicklung und zum Betrieb von Anwendungen genutzt. In dieser Schicht werden Entwicklungsumgebungen zur Softwareentwicklung und Laufzeitumgebungen in denen die Software im produktiven Betrieb ausgeführt wird, bereitgestellt. Auch Datenbanken werden von einigen Autoren in dieser Schicht angesiedelt.[37] Sie baut auf der Infrastruktur-Schicht auf und nutzt die dort entstandenen virtuellen Maschinen und Datenspeicher.

Die höchste Schicht der Cloud-Architektur bildet die Software-Schicht, die wiederum auf der Infrastruktur- und der Plattform-Schicht aufbaut. Sie zeichnet sich durch die folgenden Eigenschaften aus, die nach Baun et al.[38], Chang et al.[39] und BITKOM[40] zusammengestellt wurden: Die Aufgabe der Software-Schicht ist die Bereitstellung von Anwendungsdiensten und Anwendungen. Anwendungsdienste haben häufig einen eingeschränkten Funktionsumfang. Sie können sowohl vom Endanwender genutzt werden, als auch als Webdienst in andere Systeme integriert werden. Im Gegensatz zu den Anwendungsdiensten handelt es sich bei den Anwendungen um komplexere Softwareprogramme, die für Endanwender gedacht sind und durch die Kombination mit Webdiensten im Funktionsumfang erweitert werden können. Sowohl Anwendungsdienste als auch Anwendungen können nicht individuell für den Kunden angepasst werden. Es ist aber möglich sie in einem beschränkten Maße zu konfigurieren.

[...]


[1] Alisch, Katrin/Arentzen, Ute/Winter, Eggert (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Gabler Verlag, Wiesbaden, 16. Aufl. 2004, Band A-Be, S. 143.

[2] Vgl. Stahlknecht, Peter/Hasenkamp, Ullrich, Einführung in die Wirtschaftsinformatik, Springer, Berlin und Heidelberg, 11. Aufl. 2005, S. 449.

[3] Siehe Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 318 und Shields, Greg, Der schnelle Weg zur Wahl der richtigen Virtualisierungslösung, http://www.parallels.com/r/pdfs/vz/ebook/SGSRVS-DE.pdf (2010-08-03, 17:20 MEZ), S. 5-6.

[4] Gabler Verlag (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Business Continuity, Version 5, http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/business-continuity.html (2011-02-22, 11:53 MEZ).

[5] Alisch, Katrin/Arentzen, Ute/Winter, Eggert (Hrsg.), Gabler Wirtschaftslexikon, Gabler Verlag, Wiesbaden, 16. Aufl. 2004, Band Bf-E, S. 653.

[6] Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 152.

[7] Vgl. Stahlknecht, Peter/Hasenkamp, Ullrich, Einführung in die Wirtschaftsinformatik, Springer, Berlin und Heidelberg, 11. Aufl. 2005, S. 440.

[8] Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 152.

[9] Vgl. Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas, Cloud Basics – An Introduction to Cloud Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Auflage 2010, S. 50.

[10] Vgl. Knermann, Christian/Hiebel, Markus/Pflaum, Hartmut/Rettweiler, Manuela/Schröder, Andreas, Studie: Ökologischer Vergleich der Klimarelevanz von PC und Thin Client Arbeitsplatzgeräten 2008, April 2008, http://it.umsicht.fraunhofer.de/TCecology/docs/TCecology2008_de.pdf (2010-07-23 17:35 MEZ), S. 10-11.

[11] Vgl. Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Auflage 2010, S. 16.

[12] Vgl. Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Auflage 2010, S. 16.

[13] Vgl. Qian, Ling/Luo, Zhiguo/Du, Yujian/Guo, Leitao, Cloud Computing: An Overview, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 627; siehe auch Bogatin, Donna, Google CEO's new paradigm: 'cloud computing and advertising go hand-in-hand', August 2006, http://www.zdnet.com/blog/micro-markets/google-ceos-new-paradigm-cloud-computing-and-advertising-go-hand-in-hand/369 (2011-02-09, 11:43 MEZ).

[14] Vgl. Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 317 (im Original teilweise kursiv).

[15] Siehe auch Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 240.

[16] Vgl. Vogels, Werner, Beyond Server Consolidation, in: Queue, Band 6, Januar/Februar 2008, Heft 1, S. 21-22.

[17] Vgl. Hewlett-Packard Development Company L.P., What is a Blade - BladeSystem?, Just what is a Blade?, http://h18004.www1.hp.com/products/blades/info/what-is-a-blade.html (2010-07-29, 11:22 MEZ).

[18] Vgl. Goldworm, Barb/Skamarock, Anne, Blade Servers and Virtualization: Transforming Enterprise Computing while Cutting Costs, Wiley Publishing, Indianapolis, 1. Aufl. 2007, S. 87.

[19] Siehe Microsoft Corporation, Microsoft System Center Virtual Machine Manger 2008 R2, 2009, http://download.microsoft.com/download/A/8/1/A8170460-29E4-4DFC-AF4D-065B7E5150C6/Datenblatt_VMM_2008_R2_de.pdf (2010-08-03, 12:55 MEZ), S.1, Red Hat, Inc., Virtual Machine Manager, Manage virtual machines, http://virt-manager.org/ (2010-08-03, 13:09 MEZ) und Sotomayor, Borja/Montero, Rubén S./Llorente, Ignacio M./Foster, Ian, Virtual Infrastructure Management in Private and Hybrid Clouds, in: IEEE Internet Computing, Band 3, September und Oktober 2009, Heft 5, S. 14-18.

[20] Siehe Van Cleeff, André/Pieters, Wolter/Wieringa, Roel, Security Implications of Virtualization: A Literature Study, in: 2009 International Conference on Computational Science and Engineering, 3. Band, Oktober 2009, S. 353.

[21] Eigene Darstellung.

[22] Siehe Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 88-90 und Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 701.

[23] Vgl. Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 89-90.

[24] Vgl. Bandulet, Friedrich/Faisst, Wolfgang/Eggs, Holger/Otyepka, Sarah/Wenzel, Stefan, Software-as-a-Service as Disruptive Innovation in the Enterprise Application Market, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S. 17.

[25] Vgl. Bandulet, Friedrich/Faisst, Wolfgang/Eggs, Holger/Otyepka, Sarah/Wenzel, Stefan, Software-as-a-Service as Disruptive Innovation in the Enterprise Application Market, in: Benlian, Alexander/Hess, Thomas/Buxmann, Peter (Hrsg.), Software-as-a-Service: Anbieterstrategien, Kundenbedürfnisse und Wertschöpfungsstrukturen, Gabler Verlag, Wiesbaden, 1. Aufl. 2010, S. 17, Harms, Rolf/Yamartino, Michael, The Economics of the Cloud, November 2010, http://download.microsoft.com/download/1/6/9/16912B00-9E9C-4CF9-8DFE-B368BD2B39E0/Enterprise_Cloud_Economics.pdf (2010-11-17, 16:39 MEZ), S. 9 und Bezemer, Cor-Paul/Zaidman, Andy, Multi-Tenant SaaS Applications: Maintenance Dream or Nightmare?, in: Association for Computing Machinery (Hrsg.), Proceedings of the Joint ERCIM Workshop on Software Evolution (EVOL) and International Workshop on Principles of Software Evolution (IWPSE): IWPSE EVOL 2010, Association for Computing Machinery, New York, 1. Aufl. 2010, S. 89.

[26] Vgl. Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 797.

[27] Vgl. Haas, Hugo/Brown, Allen, Web Services Glossary, Februar 2004, http://www.w3.org/TR/2004/NOTE-ws-gloss-20040211/ (2011-02-10, 11:33 MEZ).

[28] Siehe Baun, Christian/Kunze, Marcel/Nimis, Jens/Tai, Stefan, Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S.16-20, Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 794-802 und Krcmar, Helmut, Informationsmanagement, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 5. Aufl. 2010, S. 373.

[29] Vgl. Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 794 und Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 247.

[30] Vgl Laudon, Kenneth C./Laudon, Jane P./Schoder, Detlef, Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung, Pearson Studium, München, 2. Aufl. 2010, S. 247.

[31] Siehe auch Hanschke, Inge, Services aus Geschäftsanforderungen ableiten, in: Wirtschaftsinformatik & Management, Band 2, November 2010, Heft 6, S. 50 und Sommerville, Ian, Software Engineering, Pearson Studium, München, 8. Aufl. 2007, S. 802-804.

[32] Siehe auch Böhm, Markus/Herzog, Andreas/Riedl, Christoph/Leimeister, Stefanie/Krcmar, Helmut, Cloud Computing als Treiber der IT-Industrialisierung? Ein Vergleich mit der Automobilbranche, in: Information Management & Consulting, Band 25, 2010, Heft, S. 50.

[33] Siehe beispielsweise Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas, Cloud Basics – An Introduction to Cloud Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S.51-52, Buyya, Rajkumar/Pandey, Suraj/Vecchiola, Christian, Cloudbus Toolkit for Market-Oriented Cloud Computing, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 30-31, Ali, Mufajjul, Green Cloud on the Horizon, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 454-456, Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) (Hrsg.), Cloud Computing - Evolution in der Technik, Revolution im Business, Oktober 2009, http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Leitfaden-CloudComputing_Web.pdf (2010-07-24, 11:26 MEZ), S. 22-23, Qian, Ling/Luo, Zhiguo/Du, Yujian/Guo, Leitao, Cloud Computing: An Overview, in: Jaatun, Martin Gilje/Zhao, Gansen/Rong, Chunming (Hrsg.), Cloud Computing: First International Conference, CloudCom 2009 Beijing, China, December 2009 Proceedings, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2009, S. 628-629 und Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Aufl. 2010, S. 39.

[34] Vgl. Baun, Christian/Kunze, Marcel/Nimis, Jens/Tai, Stefan, Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Auflage 2010, S. 28-29.

[35] Siehe Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas, Cloud Basics – An Introduction to Cloud Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S.52-53 und Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Aufl. 2010, S. 40.

[36] Vgl. Baun, Christian/Kunze, Marcel/Nimis, Jens/Tai, Stefan, Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Auflage 2010, S. 30.

[37] Siehe Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) (Hrsg.), Cloud Computing - Evolution in der Technik, Revolution im Business, Oktober 2009, http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Leitfaden-CloudComputing_Web.pdf (2010-07-24, 11:26 MEZ), S. 22, Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Aufl. 2010, S. 39 und Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas, Cloud Basics – An Introduction to Cloud Computing, in: Stanovska-Slabeva, Katarina/Wozniak, Thomas/Ristol, Santi (Hrsg.), Grid and Cloud Computing: A Business Perspective on Technology and Applications, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Aufl. 2010, S.54.

[38] Siehe Baun, Christian/Kunze, Marcel/Nimis, Jens/Tai, Stefan, Cloud Computing: Web-basierte dynamische IT-Services, Springer-Verlag, Berlin und Heidelberg, 1. Auflage 2010, S. 35-37.

[39] Siehe Chang, William Y./Abu-Amara, Hosame/Sanford, Jessica Feng, Transforming Enterprise Cloud Services, Springer-Verlag, Dordrecht, Heidelberg, London und New York, 1. Aufl. 2010, S. 39 und 54.

[40] Siehe Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) (Hrsg.), Cloud Computing - Evolution in der Technik, Revolution im Business, Oktober 2009, http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Leitfaden-CloudComputing_Web.pdf (2010-07-24, 11:26 MEZ), S. 23.

Details

Seiten
36
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656819301
ISBN (Buch)
9783668139770
Dateigröße
795 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282902
Institution / Hochschule
DIPLOMA Fachhochschule Nordhessen; Zentrale
Note
1,0
Schlagworte
dienstleistungen cloud computing grundlagen

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Titel: Die Dienstleistungen des Cloud Computing und seine technischen Grundlagen