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Bedingungen und Faktoren einer nachhaltigen Mobilität

Seminararbeit 2013 26 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffe und Definitionen

3 Technologische Konzepte für eine nachhaltige Mobilität
3.1 Elektromobilität
3.2 Biokraftstoffe

4 Alternative Konzepte für eine nachhaltige Mobilität
4.1 Förderung der Intermodalität
4.2 Stärkung des ÖPNV
4.3 Variabilisierung der Autokosten
4.4 Car-Sharing & Car-Pooling
4.5 Förderung des Radverkehrs & Bike-Sharing
4.6 Verkehrspolitische Maßnahmen

5 Zusammenfassung und Ausblick

III. Literaturverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Car2go auf einem speziell gekennzeichneten Car2go-Parkplatz (Handelsblatt, 2013)

Abb. 2: Berufsverkehr in Kopenhagen - Wartende Radfahrer an einer Fahrradampel (Wikipedia, 2013)

Abb. 3: Call-a-Bike-Station in Stuttgart (Welt, 2013)

1 Einführung

Mobilität bietet die Chance zur Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten und ist damit in der heutigen Zeit ein Grundbedürfnis. Für die Menschen bedeutet sie Freiheit und Lebensqualität, für die Wirtschaft ist sie Existenzgrundlage und Voraussetzung für Wachstum.1

Vom Ziel der Nachhaltigkeit ist die gegenwärtige Mobilität jedoch weit entfernt. Der Verkehrssektor ist weltweit für rund 22% der CO2-Emissionen verantwortlich.2 Wirt- schaftliche Entwicklung, Industrialisierung und steigende Einkommen bringen eine zunehmende Mobilisierung und Motorisierung immer weiterer Erdteile mit sich. Wäh- rend es weltweit im Jahr 2000 knapp 700 Mio. Personenwagen gab, wird bis zum Jahr 2050 ein Pkw-Bestand von etwa 2 Mrd. erwartet. In Folge dessen wird sich der Kraftstoffverbrauch trotz weiterer Effizienzfortschritte bis 2050 fast verdoppeln.3 Da ein Großteil der Personenwagen immer noch mit Kraftstoffen auf Erdölbasis ange- trieben wird, ist diese Entwicklung nicht nur im Hinblick auf Klimaschutzaspekte prob- lematisch. Angesichts der sinkenden Erdölvorräte droht eine drastische Verteuerung fossiler Kraftstoffe, was gravierende Folgen auf unseren heutigen Lebensstil haben kann.4 Nur einkommensstarke Haushalte wären in der Lage, einen raschen Anstieg der Kraftstoffpreise problemlos zu verkraften. Für einige Haushalte bliebe nur der Verzicht auf Aktivitäten, d.h. eine verminderte Teilnahme am kulturellen und sozialen Leben, was wiederum zu Ausgrenzung und sinkender Lebensqualität führen kann.5 Hinzu kommen gesundheitliche und umweltschädigende Auswirkungen durch eine verminderte Luftqualität und versiegelte Flächen sowie von hohem Verkehrsauf- kommen ausgehende Lärmbelästigung, wodurch die Lebensqualität ebenfalls nega- tiv beeinflusst wird.6

Um die heutige Mobilität nachhaltiger zu gestalten, gibt es drei wesentliche Hand- lungsfelder: Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung und Verkehrsverbesserung. In der nachfolgenden Arbeit werden nach einer Beschreibung und Erläuterung rele- vanter Begriffe verschiedene Konzepte vorgestellt, die diese drei Handlungsfelder erfassen. Hierbei wird getrennt zwischen Technologischen Konzepten und alternati- ven Konzepten für eine nachhaltige Mobilität. Während die technologischen Konzep- te auf alternative Antriebe, d.h. insbesondere auf Elektromobilität und Biotreibstoffe eingehen, behandeln die alternativen Konzepte für eine nachhaltige Mobilität neue Formen der Fortbewegung, neue Mobilitätsmodelle sowie mögliche Alternativen zum Privat-Pkw und verkehrspolitische Maßnahmen. Zu den einzelnen Konzepten werden desweiteren existierende Projekte vorgestellt, die zu einer nachhaltigeren Mobilität beitragen sollen.

Zum Schluss folgen eine abrundende Zusammenfassung der wissenschaftlichen Arbeit und ein Ausblick für die Zukunft.

2 Begriffe und Definitionen

Mobilität und Verkehr

Mobilität wird häufig mit Verkehr gleichgesetzt. Beide Begriffe stehen für Ortsverän- derungen, jedoch bezeichnen sie zwei unterschiedliche Aspekte der Ortsverände- rung.

Alle Ortsveränderungen haben ihren Ursprung in den Bedürfnissen der Menschen. Bedürfnisse, die nicht vor Ort befriedigt werden können, führen zu einer Nachfrage nach Mobilität. Mobilität beschreibt damit den Grund, d.h. die Bedürfnisseite von Ortsveränderungen.

Verkehr hingegen beschreibt die „Gesamtheit aller Instrumente, die wir für Mobilität brauchen (…)“7 Dabei entscheiden die Menschen immer entsprechend dem vorhandenen Angebot an Instrumenten, das die Gesellschaft zur Verfügung stellt (z.B. Verkehrsmittel, Verkehrswege, Verkehrsinfrastruktur, Verkehrsregeln, Preise etc.). Kurz: Verkehr ist das Instrument, das Mobilität ermöglicht.8

Nachhaltigkeit

Die bekannteste Definition für Nachhaltigkeit findet sich im Bericht der 1983 eingesetzten Weltkommission für Umwelt und Entwicklung wider, der nach ihrer Vorsitzenden als Brundtland-Bericht bezeichnet wird. Darin wird nachhaltige Entwicklung folgendermaßen definiert:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“9

Eine weitere bekannte und etwas präzisere Definition liefert der Abschlussbericht der Enquete-Kommission des deutschen Bundestages zum Schutz des Menschen und der Umwelt 1998:

„Nachhaltigkeit ist die Konzeption einer dauerhaft zukunftsfähigen Entwicklung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Dimension menschlicher Existenz. Diese drei Säulen der Nachhaltigkeit stehen miteinander in Wechselwirkung und bedürfen langfristig einer ausgewogenen Koordination."10

Nachhaltige Entwicklung ist demnach eine Entwicklung, die die ökologischen, öko- nomischen und sozialen Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen erfüllt.

Nachhaltige Mobilität

Überträgt man das Leitbild nachhaltiger Entwicklung auf den Mobilitätssektor, so heißt das konkret folgendes:

„Die Mobilitätsbedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen sollen umweltfreundlich befriedigt werden, Mobilität soll für jeden verfügbar und erschwinglich sein und volkswirtschaftlich effizient organisiert sein.“11

Das heißt die Befriedigung der Mobilitätsbedürfnisse soll mit möglichst wenig Aufwand und Instrumenteneinsatz und damit mit möglichst wenig Verkehr erfolgen.12 Das Konzept einer nachhaltigen Mobilität stellt damit die Bedürfnisbefriedigung in den Vordergrund und ist nicht an bestimmte Verkehrsmittel, sondern an ein verkehrsträgerübergreifendes Konzept gekoppelt.

3 Technologische Konzepte für eine nachhaltige Mobilität

Die heutige Mobilität ist weitgehend von fossilen Brennstoffen abhängig. Neben zu- nehmender Rohstoffknappheit treten dabei ökologische Aspekte, da beim Verbren- nen von fossilen Brennstoffen Treibhausgase und andere umwelt- und gesundheits- schädliche Abgase entstehen.13 Technologische Konzepte und Innovationen spielen deshalb angesichts des weltweit enorm steigenden Mobilitätsbedarfs eine Schlüssel- rolle zur Herbeiführung einer „Verkehrsverbesserung“ und für das Erreichen einer nachhaltigen Mobilität.14 Neben einer verbesserten Aerodynamik und einem geringe- ren Fahrzeuggewicht sind dabei insbesondere alternative Kraftstoffe und Antriebs- formen von Bedeutung Im Folgenden werden die wichtigsten Technologischen Kon- zepte vorgestellt.

3.1 Elektromobilität

Elektrizität lässt sich problemlos aus regionalen erneuerbaren Quellen gewinnen, weshalb Elektrofahrzeuge eine Schlüsseltechnologie für energieautonome Mobilität spielen.15 Mit Elektromobilität kann die Abhängigkeit von Mineralölkonzernen redu- ziert werden und der Verknappung von Energieressourcen begegnet werden. Des- weiteren sind mit Brennstoffzellenfahrzeugen noch weitere charakteristische Vorteile verbunden. Sie erzeugen keine Abgase und kaum Motorlärm, weisen ein besseres Fahrverhalten auf und bieten eine höhere Sicherheit aufgrund möglicher Neugestal- tungen der Fahrgastzelle und einer dezentralen Massenverteilung.16 Trotz dieser Vorteile waren im Januar 2013 in Deutschland nur rund 7.000 reine Elektroautos an- gemeldet.17

Einer schnellen Markterschließung stehen derzeit noch die hohen Batteriepreise, die begrenzten Reichweiten und das Fehlen einer flächendeckenden Verfügbarkeit von Ladesäulen entgegen. Ein weiteres großes Problem stellt die Vielfalt an unterschied- lichen Ladesteckern und Ladearten dar. Während in Deutschland hauptsächlich der Stecker Typ 2 zum Einsatz kommt, wird in den USA und in Japan der Typ-1-Stecker und in Frankreich und Italien der Typ-3-Stecker eingesetzt. Die verschiedenen Ste- cker sind untereinander nicht kompatibel. Der deutsche Typ-2-Stecker gilt zwar als Favorit für das entsprechende Normierungsverfahren in der EU, doch endgültig ent- schieden und festgelegt ist noch nichts, und voraussichtlich dauert es bis dahin auch noch eine Zeit lang.

Die gleiche Vielfalt herrscht bei den Schnellladesystemen, die untereinander eben- falls inkompatibel sind. Das Problem hierbei ist, dass ab Werk die meisten Elektroau- tos lediglich mit einem einfachen Ladesystem ausgerüstet sind, das nicht schnellla- defähig ist und somit mehrere Stunden aufgeladen werden muss. Wer ein schnellla- defähiges Elektroauto haben möchte, muss einen hohen Aufpreis zahlen und zudem ein Mehrgewicht zu Lasten der Reichweite in Kauf nehmen. Wäre die öffentliche La- deinfrastruktur von vornherein auf eine Schnellladung ausgelegt, wäre das nicht der Fall, da sich die teure und schwere Schnellladetechnik dann in den Ladesäulen an- statt in jedem einzelnen Auto befände, was sowohl wirtschaftlicher als auch ressour- censchonender wäre. Das Problem hierbei ist, dass eine Schnellladesäule rund dop- pelt so viel kostet wie eine einfache Ladesäule.18

Elektromobilität in Deutschland ist zurzeit offensichtlich noch ein großes Durcheinander mit vielen Fördermillionen in unterschiedlichsten Projekten. Die Alltagstauglichkeit von Elektroautos wird dadurch erheblich einschränkt, was letztendlich eine mangelnde Nutzerakzeptanz zur Folge hat. Die Verbreitung von Elektromobilität ist deshalb zum einen abhängig von der Verfügbarkeit entsprechender nationaler und internationaler Infrastrukturen, die miteinander kompatibel sind und somit die Erreichbarkeit von Ladestationen garantieren. Um die Probleme von Elektroautos zu bewältigen und Markteintrittsbarrieren abzubauen sind desweiteren einheitliche Ladesysteme und intelligenten Fahrzeugkonzepte notwendig.19

[...]


1 vgl. (Zeidler, 2005), S. 175

2 vgl. (International Energy Agency, 2012, S. 9 ff.)

3 vgl. (World Business Council for Sustainable Development, 2004), S. 9

4 vgl. (Hege, Knapstein, Meng, Ruppenthal, Ansgar, & Zakrzewski, 2010),S. 205

5 vgl. (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Berlin, 2009)

6 vgl. (Butzin, Terstriep, & Welschhoff, 2013), S. 3

7 (Becker, 2001, S. 3)

8 vgl. (Becker, 2001, S. 2 f.)

9 (Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987, S. 46)

10 (Enquete-Kommission, 1998)

11 (Schade, Peters, Doll, Klug, Köhler, & Krail, 2011, S. 10)

12 vgl. (Becker, 2001, S. 6)

13 vgl. (Zeidler, 2005, S. 182)

14 vgl. (Marek, 2009, S. 21)

15 vgl. (Hege, Knapstein, Meng, Ruppenthal, Ansgar, & Zakrzewski, 2010, S. 209)

16 vgl. (Pehnt & Nitsch, 2001, S. 10)

17 vgl. (Statista, 2013)

18 vgl. (Pander & Bruhn, 2013)

19 vgl. (Terstriep & Jessica, 2012, S. 2 ff.)

Details

Seiten
26
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656822936
ISBN (Buch)
9783656822950
Dateigröße
680 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282814
Institution / Hochschule
Universität Ulm – Institut für Wirtschaftswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
bedingungen faktoren mobilität
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