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Chronische Achillessehnenbeschwerden in der Sportorthopädie. Diagnostik und Therapie

Achillodynie, Bursitis subachillea/Haglund Pseudoexostose und dorsaler Fersensporn/distale achilläre Insertionstendopathie

Hausarbeit (Hauptseminar) 2014 11 Seiten

Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Achillodynie
1.1. Definition:
1.2. Ätiologie und Epidemiologie
1.3. Pathogenese
1.4. Diagnostik:
1.5. Therapie

2. Bursitis subachillea/Haglund Pseudoexostose
2.1. Definition:
2.2. Ätiologie:
2.3. Pathogenese
2.4. Diagnostik:
2.5. Therapie:

3. Dorsaler Fersensporn/distale achilläre Insertionstendopathie
3.1. Definition:
3.2. Ätiologie:
3.3. Pathogenese:
3.4. Diagnostik:
3.5. Therapie:

4. Literaturverzeichnis

1. Achillodynie

1.1. Definition:

Der Begriff Achillodynie bezeichnet „einen belastungsinduzierten degenerativen Schaden der Achillessehne und/oder ihres Gleitgewebes in ihrem Verlauf distal des myotendinösen und proximal des tendoossären Überganges, der einen belastungsabhängigen, lokalen Schmerz auslöst und der immer mit einer Druckdolenz sowie meist mit einer Schwellung der Achillessehne einhergeht“ (Lohrer 1991).

1.2. Ätiologie und Epidemiologie

Achillodynie tritt fast nur bei Sportlern auf, vor allem in Sportarten, die hohe Lauf- und Sprungbelastungen induzieren (s. Tab. 1). Diese externen Belastungen sind Hauptursache für das Entstehen einer Achillodynie. Allerdings sind oft auch interne Ursachen, wie etwa anatomische Anomalien des Fußes, für das Krankheitsbild prädisponierend (s. Tab. 2). Die Reizsumme reaktiver Belastungen scheint bei der Erkrankung eine wesentliche Rolle zu spielen, zumal der Schaden häufig erst nach mehreren Trainingsjahren und generell bei Spitzen- und Leistungssportlern früher (23,5 ± 4,8 Jahre) als bei Breitensportlern (39,2 ± 8,4 Jahre) auftritt (Lohrer 1991). Zudem finden wir die Achillodynie vermehrt bei männlichen Patienten (s. Tab. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Die Verteilung der bei Achillodynie ausgeübten Sportarten (n=44). (Quelle: Wirth 2002.)

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Tab. 2: Übersicht ätiologischer Faktoren, die zur Entwicklung einer Achillodynie prädisponieren (Quelle: Wirth 2002)

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Tab. 3: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Patienten, die unter

Achillodynie leiden (Zeitraum 5 Jahre, Institut für Sportmedizin Frankfurt a.M.; Quelle: Komi 2010)

1.3. Pathogenese

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Pathogenese einer Achillodynie (Quelle: Wirth 2002)

Die Entwicklung einer chillodynie beginnt durch „zunehmende degenerative Veränderungen im Zentrum der chillessehne“ (Wirth 2002), die durch verschiedene Faktoren begünstigt werden (s. Abb. 1.). Diese Achillessehnendegeneration wird durch eine geringere Durch- blutung im Bereich 2- 6cm proximal des kalkanearen Ansatzes der Sehne initiiert. Dabei kommt es zu einem „Missverhältnis zwi- schen repetitiver higkeit der Sehne“ (Wirth 2002).

Mikrotraumatisierung und regenerativer Fä- Der Verlauf der Achillodynie ist phasenhaft: Zunächst tritt der Schmerz nur zu Beginn der Laufbelastung (Anlaufschmerz) auf, später kommt ein Nachbelastungs- und Ruheschmerz der Sehne dazu, bis die Aufnahme einer Laufbelastung schließlich aufgrund der Schmerzen nicht mehr möglich ist.

1.4. Diagnostik:

Eine Achillodynie ist zunächst sehr gut durch einen Zangengriff zwischen Daumen und Zeigefinger des Untersuchers etwa 2-7cm oberhalb des kalkanearen Achillessehnenansatzes diag nostizierbar (Patient in Bauchlage). Diese palpatorische Diagnostik kann auch gut zur Diffe renzierung gegenüber den ebenfalls an der Achillessehne liegenden pathologischen Veränderungen Bursitis subachillea und dorsaler Fersensporn dienen, da diese an einer anderen Stelle der Achillessehne auftreten (s. Abb. 2). Folgende Trias ist für die Diagnose der Achillodynie charakterisierend: (Druck-)Schmerz („pain“), Schwellung („swelling“) und Leistungsminderung („impaired performance“) (van Dijk et al͘ 2011)͘

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Schematische Darstellung der wesentlichen Palpationspunkte in der Diagnostik achillärer Schmerzsyndrome (Quelle: Lohrer 2006).

Die weitere Untersuchung ver läuft durch eine Evaluierung der Beinachse, eine Analyse der Fußstatik sowie durch die Prüfung der lateralen Kapselbandstrukturen des oberen Sprunggelenkes und der Sprunggelenkbeweglichkeit. Auch eine Zehenprüfung muss vorgenommen werden, da ein Hallux rigidus etwa zu einer supinatorischen Abwicklung des Abstoßes eines Läufers führt und somit daraus entstehende funktionelle Veränderungen die Achillodynie hervorrufen können. Auch das Schuhwerk sollte bei der Diagnose betrachtet werden, da sich eine Fehlbelastung durch einen summatorischen Abdruck beim Sportschuh erkennen lässt (Lohrer 1989).

Das Erstellen einer Röntgenübersichtsaufnahme des oberen Sprunggelenkes unter Einschluss der Ferse ist vor allem dienlich, wenn eine Abgrenzung zu einer Haglund Pseudoexostose vorgenommen werden soll. Hinzu kommt, dass damit eine Verdickung der Sehne erkannt werden kann.

Eine unverzichtbare Form der Diagnostik stellt die Sonographie dar. Mit ihr kann eine genaue Beurteilung des sagittalen Achillessehnendurchmessers (der normalerweise nicht höher als 5mm ist) vollzogen werden und außerdem ist so eine Entzündung des Paratenon diagnostizierbar.

Die höchste Genauigkeit der Untersuchung liefert die Kernspintomographie. Ihr Einsatz ist zur Vorbereitung von Operationen und für die Abgrenzung von Partialrupturen sinnvoll.

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Details

Seiten
11
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656819813
ISBN (Buch)
9783656819615
Dateigröße
972 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282566
Institution / Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg – Institut für Sport und Sportwissenschaft
Note
2,7
Schlagworte
chronische achillessehnenbeschwerden sportorthopädie diagnostik therapie achillodynie bursitis pseudoexostose fersensporn/distale insertionstendopathie

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Titel: Chronische Achillessehnenbeschwerden in der Sportorthopädie. Diagnostik und Therapie