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Die pädagogische Anthropologie von Jean-Jacques Rousseau

Hausarbeit 2014 17 Seiten

Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jean-Jaques Rousseau

3. Das Menschenbild bei Jean-Jaques Rousseau
3.1 Der Mensch im Naturzustand
3.2 Das Ende des Naturzustandes

4. Negative Erziehung nach Rousseau

5. Erlebnispädagogik

6. Pädagogischer Raum und Menschenwerden

7. Anthropologische Dimension der Subjektivität

8. Literaturliste

1. Einleitung

Der Begriff der Anthropologie bezeichnet im allgemein das Wissen und die Wissenschaft des Menschen. Die Pädagogik ist die Wissenschaft die Prozesse der Erziehung, Bildung, des Lernen und Sozialisation wissenschaftlich beobachtet, interpretiert, erklärt und die Auswirkungen dieser Prozesse vorhersagt. Sie stellt alle hieran beteiligten Personen pädagogisches Handlungswissen zur Verfügung. Gegenstand der pädagogischen Anthropologie ist der Mensch und seine Erziehungs-. Bildungs- und Sozialisationsverhältnisse. Ihr Ausgangspunkt ist die These, dass Erziehungs- und Bildungsvorstellungen gebunden sind an anthropologischen Entwürfe. (vgl. Zirfas, 2004, S.7) Bei der pädagogischen Anthropologie kam und kommt es dabei immer auf die Beschreibung von zwei Momenten an:

1. Auf der Erziehungsbedürftigkeit des Menschen (homo educandus) und
2. Erziehungsfähigkeit des Menschen ( homo educabilis)

Nur, wenn der Mensch erziehungsbedürftig ist, soll er auch erzogen werden, und nur dann, wenn er erziehungsfähig ist kann er auch erzogen werden.

Die Pädagogische Theorie und die Praxis sind die auf die Einsichten der Anthropologie angewiesen. Dementsprechend ist das Verhältnis zwischen Pädagogik und Anthropologie sehr eng, da zwischen beiden ein Austausch stattfindet.

Zu der pädagogischen Anthropologie gehört auch die Aufnahme neuer Erkenntnisse über den Menschen in das Aussagesystem der Pädagogik, andererseits aber auch der Beitrag der Pädagogik zur Erhellung dessen, was der Mensch ist, was wiederum Aufnahme in die anthropologische Theorie finden kann (vgl. Hamann, 1998 S. 10). Zirfas zufolge jedoch lassen sich

„aus anthropologischen Überlegungen nicht unmittelbar pädagogische Theorien und Praxismodelle ableiten lassen, wie umgekehrt aus pädagogischen Programmen nicht zwangsläufig gewisse Menschenbilder resultieren. Es gibt eine Eigenständigkeit anthropologischer wie pädagogischer Erkenntnisse; Anthropologie und Pädagogik lassen sich nicht wechselseitig miteinander verrechnen“ (Zirfas, 2004, S. 35).

Er verweist weiterhin auf die Problematik wie, die Frage nach dem Menschen zu verabschieden und ohne auf der andern Seite den Menschen auf ein anthropologisches Wesentliches zu verkürzen“ (ebd.).

Dafür schlägt er die heuristische pädagogische Anthropologie vor, die nicht „nicht mehr die Frage nach dem Menschen stellen, sondern die Frage nach den Momenten, die für das Menschsein als konstitutiv betrachtet werden können“ (Zirfas, 2004, S.34). Detaillierter beschreibt er:

„Zwar können wir heute nicht mehr sagen, wer oder was der Mensch schlechthin ist, doch wir können zeigen, dass für ihn und seine Erziehungs- und Bildungsprozesse bestimmte Dimensionen charakteristisch sind, nämlich: Liminalität, Temporalität, Korporalität, Kulturalität, Sozialität und Subjektivität“ (Zirfas, 2004, S.23).

In meiner vorliegenden Hausarbeit werde ich mich auf das Menschenbild von JeanJacques Rousseau konzentrieren. Dabei wird von mir der Naturzustand des Menschen und das Ende des Naturzustands beschrieben. Anschließend werde auf seine vom ihm propagiertes Erziehungskonzept der „negativen Erziehung“ eingehen und seine Vision des Menschenwerden und der pädagogischen Raum beschreiben. Da Jean-Jacques Rousseau bekannt ist als der Vordenker der „Erlebnispädagogik“, werde ich diese pädagogische Praxis nach Rousseau beschreiben. Im letzteren Teil meiner Hausarbeit werde ich auf die Dimension der „Subjektivität“ im Bezug der Identitätsbildung näher eingehen.

2. Jean-Jacques Rousseau

Jean-Jacques Rousseau wurde am 28. Juni 1712 in Genf geboren und verstarb am 2. Juli 1778. Rousseau war ein französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph, Pädagoge, Naturforscher und Komponist der Aufklärung. Kaum ein anderer Autor des 18. Jahrhunderts hat das Gespräch über den Menschen, der Natur und Gesellschaft und über Erziehungsfragen so angeregt und in Gange gebracht wie der Genfer Schriftsteller und Kulturkritiker Jean-Jacques Rousseau. Egal ob Rousseau von Künsten und Wissenschaften, von Gesellschaft, Moral und Erziehung spricht - immer geht es ihm zentral um die Selbstdeutung der menschlichen Situation. Rousseaus hauptsächliche Botschaft ist der Mensch des Menschen der zu sich selbst finden, Mensch der Natur werden muss, wenn sie sich voll verwirklichen will. Rousseau entdeckte die Lebensphase Kindheit und hat im Kind den Erlöser der Menschheit gesehen. Zudem hat er die die Eigenständigkeit des Kindes und den Eigenwert des kindlichen Lebens gewürdigt.

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Details

Seiten
17
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656818755
ISBN (Buch)
9783656818762
Dateigröße
596 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282502
Note
Schlagworte
Jean-Jaques Rousseau Anthropologie Pädagogik

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Titel: Die pädagogische Anthropologie von Jean-Jacques Rousseau