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Politisches Handeln aus christlicher Verantwortung. Christliche Ethik als Orientierungshilfe

Essay zu Peter Vogels Text "Im Zentrum Menschenwürde"

Essay 2014 4 Seiten

Theologie - Praktische Theologie

Leseprobe

Im Zentrum: Menschenwürde

Politisches Handeln aus christlicher Verantwortung Christliche Ethik als Orientierungshilfe

Im Anschluss der Präsentation in der Lehrveranstaltung „Wissenschaft und Ethik “fand eine Diskussion zum Thema „Gerechtigkeit und Menschenwürde“ anhand des Textes von Prof. Dr. Bernhard Vogel (2006) mit dem Titel „Im Zentrum: Menschenwürde“ statt. Die Ergebnisse der Diskussion als auch offene Fragen, die sich dadurch ergeben haben, sind im Folgenden zusammengefasst.

Das Recht auf Leben ins eng mit dem Begriff der Menschenwürde verknüpft und ein unantastbares Recht jedes Individuums. Ein Aspektpunkt, der wichtig zu diskutieren war der, wie einige Länder die Todesstrafe rechtfertigen beziehungsweise ob sie überhaupt zu rechtfertigen ist. Analog zur unterschiedlichen Vorstellung der Definition der Verletzung der Menschenwürde, bestanden auch im Seminar unterschiedliche Meinungen von der Todesstrafe. Angesprochen wurde hier u.a., dass die christliche Politik keine Problematik mit der Todesstrafe hat. Ein Beispiel hierfür sind die Vereinigten Staaten von Amerika. Durch das Gravierende einer Tat, findet bei dem Täter eine Entmenschlichung statt. Die Menschen sehen ihn beispielsweise nur noch als einen Mörder und sprechen ihm seine Rechte beziehungsweise Menschenwürde ab, weil er sie durch seine Taten verwirkt hat. Ein weiterer Punkt für die Rechtfertigung der Todesstrafe war die der Abschreckung. Einige Kursteilnehmer/ innen führten an, dass die Hinrichtung überführter Täter sich abschreckend auf andere potenzielle Täter auswirke und sie effizienter von Straftaten abhalte als angedrohte Freiheitsstrafen. Somit wäre die Todesstrafe eine gute Möglichkeit , einer allgemeinen Zunahme von Gewalttaten und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit zu begegnen. Auf diesen Gedanken der Rechtfertigung der Todesstrafe argumentierten andere Kursteilnehmer / innen, dass viele Gewaltverbrechen beziehungsweise Tötungsdelikte im Zustand eines emotionalen Affektes, bei denen vernünftiges Überlegen und die Wahrnehmung der Tatfolgen nicht vorhanden ist, geschieht. Auch wenn in der christlichen Politik wie oben schon dargestellt die Todesstrafe ein Teil der Strafe auf gravierende Gewaltbrechen ist, lehnt die katholische Kirche die Verhängung von Todesstrafen ab. Auch wurde das Zitat von Johannes Paul II angeführt, dass die Todesstrafe enden muss, da sie nur unnötig und grausam ist. Ein Argument seitens des Kurses gegen die Todesstrafe war die, dass Triebtäter zum Teil unter einer Krankheit leiden und bestimmte Reize in ihrem Gehirn für sie zu den Gewaltverbrechen leiten und sie für ihr Handeln nicht zur Rechenschaft, in dem Fall zur Todesstrafe, gezogen werden können. Diese Menschen sollte aus psychiatrischer Sicht vor sich selbst geschützt und behandelt werden. Zum Schluss dieses Diskussionspunktes war die Mehrheit des Kurses dafür, dass die die Todesstrafe keine Lösung für gravierende Gewaltverbrechen ist. Durch die Verhängung der Todesstrafe kann das Individuum aus seinen Fehlern nicht lernen. Außerdem ist zum Ausdruck gekommen, dass auch viele Täter ihre Taten bereuen und man sie nicht mit Wiederholungstätern verwechseln sollte. Auch wurde angeführt, dass die Verhängung der Todesstrafe für den Steuerzahler höhere Kosten verursacht als die lebenslange Freiheitsstrafe. Deshalb ist es aus ökonomischer sowie moralischer Auffassung der Kursteilnehmer / innen am vertretbarsten, grausame Straftäter zu einer lebenslanger Freiheitsstrafe zu verurteilen und in Justizvollzugsanstalten arbeiten zu lassen. Denn für manche Straftäter bildet die Reue der Straftat einer der schlimmsten Strafen, mit dem er lebenslang leben muss.

Der zweite Teil der Diskussion beschäftigte sich damit, ob es einen Widerspruch zwischen dem christlichen Menschenbild, welches von den Unionsparteien propagiert wird und der Ablehnung von Asylbewerbern durch die CSU gibt. Asylbewerber sind meistens Menschen, die in einem fremden Land um Aufnahme und Schutz vor politischer oder anderer Verfolgung ersuchen. Im Diskurs kam als erstes der ökonomischer Aspekt in den Vorschein. Die Aufnahme von Asylbewerbern kostet dem deutschen Staat sowie dem Steuerzahler Geld. In Deutschland gibt es Menschen die am Existenzminimum leben und sozial sehr schlecht gestellt sind. Die Aufgabe der Politik ist es, in erster Linie die Interessen und die Würde der Einheimischen zu vertreten und zu schützen. Politische Kriterien müssen erfüllt sein, um als Asylberechtigter in einem Land aufgenommen werden zu können. Die Meinung des Kurses war, dass viele Asylsuchende anstatt Verfolgungen oder Unterdrückungen eher wegen den sozialen und ökonomischen Vorteilen die Aufenthalt in Deutschland anstreben. Die Aufgabe der Christlich-Sozialen Union ist es nach dem Wille der Wähler in Deutschland zu handeln, die die Aufnahme von Asylbewerbern aufgrund der Armut in Deutschland ablehnen, um diese nicht an rechtsextreme Parteien zu verlieren. Ein Aspektpunkt, um die Aufnahme der Asylbewerber zu bestärken war das Projekt der Katholischen Universität Eichstätt „Tun.Starthilfe für Flüchtlinge“. Dieses Projekt soll gezeigt haben, dass auch Asylbewerber sich in die Gesellschaft einbringen und einen Beitrag leisten wollen. Deshalb habe die christliche Politik auch die Aufgabe, die Menschenwürde der Asylbewerber zu wahren und zu vertreten. Die Stimme des Kurses rechtfertigte eher die Ablehnung der Asylbewerber in Deutschland seitens der CSU. Man soll anstatt die Asylbewerber in Deutschland aufzunehmen, vor Ort also in den jeweiligen unsicheren Ländern die schlechte Lage bekämpfen beziehungsweise verbessern, indem Arbeitsplätze in diese Länder geschafft werden. Auch sollte der Waffenexport von Deutschland in Krisengebiete gestoppt zu werden, denn dies würde in solchen Ländern nur die Flucht der Menschen in Europäische Länder fördern. Auch wenn man versucht, die Politik auf ein christliches Menschenbild aufzubauen wird dies mit dieser Welt nicht kompatibel sein, denn die Politik kann nie rein moralisches sein.

Diese Diskussionen innerhalb der Lehrveranstaltung, decken sich auch größtenteils mit der Meinung der Gesellschaft über die jeweiligen Fragen beziehungsweise gehen auch teilweise darüber hinaus. Die Meinung der Kursteilnehmer / innen zum Thema Todesstrafe war unterschiedlich. Es gab Befürworter der Todesstrafe aber auch Kritiker. Ich persönlich vertrete die Meinung, dass die Verhängung der Todesstrafe gegen die Menschenwürde jedes Individuums spricht und auch gegen meine islamische Auffassung niemanden zu töten. Auch wenn durch die Todesstrafe ein endgültiger Schutz der Gesellschaft vor Straftätern gegeben ist oder die Erlösung der Täter von den Schuldgefühlt ermöglicht wird, bin ich der Überzeugung, dass der Gott das Leben gegeben hat und auch nur er es nehmen darf. Mit der Vollstreckung der Todesstrafe ist nicht nur der Täter davon betroffen, sondern auch seine ganze Familie. Es ist eine Sache, einen Menschen für seine Tat zu bestrafen, aber die unschuldige Familie oder die unschuldigen Kindern werden auch bestraft. Ein wichtiger Punkt für meine Überzeugung ist auch, dass die Todesstrafe den Staat selbst zum Mörder macht. Wenn jemand zum Tode verurteilt wird, muss er eine Straftat begangen haben, das durch nichts zu entschuldigen ist beispielsweise wie Mord. Wenn auch dann der Staat jemanden vorsätzlich zum Tode verurteilt, macht sich der Staat sich selbst des Mordes schuldig und vernachlässigt die Menschenwürde des Täters. Doch der entscheidende Punkt für ist der, dass durch die Todesstrafe auch unschuldige ermordet werden. Denn es kann immer wieder vorkommen, dass jemand unschuldig verurteilt wurde beziehungsweise ein falsches Geständnis aufgrund von Erpressung oder sonstigem vorlegt. Diese drei Punkte, gegen die Verhängung von Todesstrafen, die ich zum Schluss angebracht habe vertreten meine Meinung, dass jeder Mensch, egal ob schuldig oder unschuldig das Recht auf ein Leben hat und seine Menschenwürde von niemandem verletzt werden kann, unabhängig davon wie gravierend seine Straftat war.

Die Meinung der Studenten /innen, ob es einen Widerspruch zwischen dem christlichen Menschenbild, welches von den Unionsparteien propagiert wird und der Ablehnung von Asylbewerbern war eher einstimmig. Die Hauptmeinung des Kurses, sprach sich eher gegen die Aufnahme von Asylbewerbern und für die Bekämpfung des Armut in Deutschland. Meiner Meinung nach, sollte eine Christlich-Soziale Union, die das christliche Menschenbild als Leitfaden verwendet auch die Menschenwürde der Asylbewerb respektieren und schützen. Die Goldene Regel des Christentums besagt :“Alles, war ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso.“ Jeder Mensch, der sein Land aufgrund politischer Verfolgung oder Unterdrückung verlässt hofft in einem anderen Land Asyl zubekommen . Es ist die Aufgabe der Politik, sei es von der CSU oder der SPD aus moralischen sowie christlichen Gründen einem Obdach suchendem Menschen Hilfe anzubieten, unabhängig von der ökonomischen Sicht. Bekannt ist aber auch, dass viele Millionen Menschen aus Krisengebieten von einem Leben in der Europäischen Union träumen und bereit sind, dafür ihre eigene Heimat zu verlassen. Neben der Aufnahme von Asylbewerbern sollte das Ziel unserer Politik auch sein, nicht weitere Anreize für illegale Einreisen nach Europa zu schaffen, sondern die Fluchtgründe in den Heimatstaaten zu reduzieren und Perspektiven beziehungsweise eine Zukunft für die Menschen vor Ort zu schaffen.

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Details

Seiten
4
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668098251
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v282284
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,0
Schlagworte
Politik Wissenschaftundethik Ethik Menschenwürde Soziologie christliche Verantwortung Orientierungshilfe

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Titel: Politisches Handeln aus christlicher Verantwortung. Christliche Ethik als Orientierungshilfe