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Politische Bildung für SuS in der Schule

von Paula Kirschbaum (Autor)

Hausarbeit 2014 18 Seiten

Didaktik - Gemeinschaftskunde / Sozialkunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist für Sie guter Politikunterricht?

2. Erläutern Sie zentrale Kompetenzen der politischen Bildung
2.1. Fachwissen
2.2. Politische Urteilsfähigkeit
2.3. Politische Handlungsfähigkeit
2.4. Politische Einstellung und Motivation

3. Diskutieren Sie eine politische Bildung im Interesse der Schüler/-innen

4. Beschreiben Sie die drei Dimensionen des Politischen und den Politikzyklus und diskutieren Sie deren Vor- und Nachteile als Instrumente der Analyse des Politischen
4.1. Dimensionen des Politischen
4.2. Dem Politikzyklus liegt ein Politikbegriff zu Grunde,

5. Entwickeln Sie zu einem ausgewählten Inhalt eine didaktische Perspektive und formulieren Sie ein dazu passendes Unterrichtsthema

6. Diskutieren Sie Wege zur Urteilsbildung im Politikunterricht

7. Diskutieren Sie die Bedeutung von Handlungsorientierung im Politikunterricht und skizzieren Sie eine handlungsorientierte Methode
7.1. Handlungsorientierung im Politikunterricht
7.2. Stationenlernen / Lernzirkel. Eine Handlungsorientierte Methode

8. Literatuverzeichnis

1. Was ist für Sie guter Politikunterricht?

Guter Politikunterricht bedeutet vor Allem natürlich, dass „Politik“ im Mittelpunkt des Unterrichts steht. Die Lehrperson sollte die SuS hinführen zum eher trockenen Thema Politik und ihnen dabei helfen zu politisch handelnden Menschen zu werden. Das ist nur möglich wenn der/die Lehrende über wichtige Kompetenzen verfügt. Die zentralste aller Kompetenzen ist für mich die Fachkompetenz, da sie unabdingbar für „guten“ und fundierten Unterricht ist. Weiterhin ist es wichtig, dass die Lehrkraft ihre SuS motivieren kann. Das erreicht sie indem sie den Unterricht abwechslungsreich und interessant gestaltet. Verschiedene Unterrichtsmethoden, wie von Schülern geleitete Diskussionsrunden, Expertengruppen, Referate, Plakate und viele mehr lockern den Politikunterricht auf und helfen dabei die Aufmerksamkeit der SuS über eine längere Unterrichtseinheit zu behalten und ihnen Spaß an der Thematik zu vermitteln. Auch das Einsetzen verschiedener Medien ist für einen abwechslungsreichen Unterricht von Vorteil. So sollte die Lehrperson auf keinen Fall nur Vorträge und Präsentationen halten, sondern Bild- und Tonmaterial, Filme, Zeitungsartikel, Bücher, Comics und alles, was sie kreativ und sinnvoll einsetzen kann auch in den Unterricht einbringen. Weiterhin kann man SuS mit in die Unterrichtsplanung einbeziehen und sie bei der Themenwahl mitentscheiden lassen, was ihre Motivation zusätzlich stärkt, da sie somit mitverantwortlich sind und sich mehr interessieren.

Neben der Motivationsfähigkeit sollte die Lehrkraft für ein angenehmes und faires Arbeitsumfeld sorgen, in welchem die SuS sich untereinander respektieren, ernst nehmen und zuhören. Und auch das Lehrer-Schüler-Verhältnis sollte locker, freundlich, vertraut und offen sein, aber der/die Lehrende sollte auch respektvoll, bestimmt und in erforderlichen Momenten streng sein können. Auch sollten die SuS das Gefühl bekommen, dass der Unterricht demokratisch strukturiert ist und sie z.B. in Form von Evaluationsrunden kritisieren und mitbestimmen können.

Um „guten“ Politikunterricht zu machen, sollte die Lehrperson ihren Unterricht gut strukturieren und ihre Lehreinheiten praktisch und nachvollziehbar planen um ihre Unterrichtszeit im Anschluss gut und sinnvoll nutzen zu können. Unvorbereitet und ungeplant, sollte die Lehrperson nicht vor ihre SuS treten, da das sehr schnell inkompetent wirkt und die SuS somit schnell den Respekt vor ihr verlieren könnten. Jedoch ist auch klar, dass eine Lehrperson Fehler machen kann und darf. Diese Fehler sollte sie jedoch erkennen und versuchen in Zukunft zu umgehen oder sie sogar mit den SuS diskutieren und analysieren. Die SuS mit einzubeziehen ist in sofern sinnvoll, wenn es z.B. darum geht, dass das Zeitmanagement nie aufgeht, was vielleicht daran liegt, dass die Lehrperson zu optimistisch plant und es für die SuS aber zu schnell geht.

Aktualität sollte im Politikunterricht ein großes Thema sein. Um Politikunterricht aktuell und Realitätsbezogen zu gestalten, sollte die Lehrkraft sich immer über neuste politische Situationen informieren und diese in den Unterricht einbeziehen. Dies kann z.B. durch kurze Impulsreferate der Schüler am Anfang jeder Stunde zu einem aktuellen Thema, welches nach individuellen Interessen vom Schüler selbst gewählt wurde, gewährleistet werden. Auch trockene Themen können mit aktuellen Beispielen aufgelockert und somit für die SuS besser verständlich und interessanter werden.

Gerade im Politikunterricht ist es wichtig, dass der/die Unterrichtende keine „Meinungsmache“ betreibt, sondern den SuS beibringt, wie sie mit kontroversen Themen umgehen können. Sie sollten lernen selbstbewusst und kritisch mit Materialien umzugehen und genug Fachwissen erlangen um sich bewusst und fundiert mit verschiedenen politischen Themen auseinandersetzen zu können. Es sollte also nicht im Vordergrund stehen, dass die SuS alle Bundespräsidenten in chronologischer Reihenfolge benennen können, sondern, dass sie zu politisch handelnden, kritischen, abwägenden, offenen und mündigen Menschen werden.

„Guter“ Politikunterricht ist für mich also ein strukturierter, abwechslungsreicher, spannend gestalteter, demokratisch organisierter, aktueller, lebendiger, kompetenzorientierter Unterricht in welchem sich alle mit Respekt gegenüber treten.

2. Erläutern Sie zentrale Kompetenzen der politischen Bildung.

Nach dem Modell „Politikkompetenz“ von Peter Massing gibt es vier zentrale Politikkompetenzdimensionen: Fachwissen, politische Urteilsfähigkeit, politische Handlungsfähigkeit und politische Einstellung und Motivation. Diese sollten Lehrkräften stets im Hinterkopf behalten und sich daran erinnern, dass „die Förderung der vier Kompetenzdimensionen“1 im Politikunterricht wesentlich ist. Diese vier Kompetenzdimensionen sind nicht getrennt zu betrachten, sondern beeinflussen und fördern sich gegenseitig. So hat das Fachwissen z.B. einen Einfluss auf die politische Urteilsfähigkeit, fördert die politische Einstellung / Motivation und bildet die Grundlage für die politische Handlungsfähigkeit.2 Im Folgenden werden alle vier Dimensionen des Modells von Peter Massing erläutert und vorgestellt.

2.1.Fachwissen

Unter Fachwissen ist in diesem Modell weder Faktenwissen noch fachliches Einzelwissen gemeint. Hier soll es um „konzeptuelles Wissen“3 gehen, in welchem man Merkmale und Kennzeichen von Erfahrenem kategorisiert und „netzartig“4 miteinander verbindet um Wissen aus dem Gedächtnis abrufen zu können. „Politische Phänomene lassen sich im Grunde nur mit Hilfe konzeptuellen Wissens verstehen.“5 Laut Massing ist also die Aufgabe der Lehrperson im Politikunterricht „die Förderung und Strukturierung konzeptuellen Wissens“6.

Durch den Erwerb von Fachwissen lernen die SuS außerdem die Fachsprache nebenher, automatisch.

2.2.Politische Urteilsfähigkeit

Politische Urteile beziehen sich auf die Aufgaben und Probleme der verschiedenen Politikbereiche (z.B.: Politische Systeme, Internationale Beziehungen, politische Programme, politische Akteure etc.). Sie können aber auch normativer Natur sein, „da das Politische zur Bewertung auffordert oder eine Entscheidung beziehungsweise eine inhaltliche Ausgestaltung verlangt“7. Die Qualität eines politischen Urteils hängt von mehreren Faktoren ab; von der logischen und beschreibbaren Richtigkeit und von der Plausibilität und Differenziertheit der vorgetragenen Begründung.8

Auch kann man Politik aus verschiedenen Sichtweisen (aus der Sicht politischer Akteure, aus der Sicht von Betroffenen der Politik und aus der Perspektive des politischen Systems) beurteilen, sie ist also „multiperspektivisch“9.

Die Kompetenzdimension der Urteilsfähigkeit hat fünf Facetten (Urteilsarten); Feststellungsurteil, Erweiterungsurteil, Werturteil, Entscheidungsurteil und Gestaltungsurteil.

Das Feststellungs- und das Erweiterungsurteil sind Sachurteile und dienen zum analytischen Verstehen von Sachverhalten, während die anderen drei Facetten normative Urteile sind, welchen ein Sachurteil vorrausgegangen sein muss. Jede dieser fünf Facetten fördert bestimmte kognitive Fähigkeiten der SuS. So lernen sie anhand des Feststellungsurteils das Beschreiben und kategorisieren, anhand Erweiterungsurteilen das Vergleichen, Prüfen und Schließen, während bei Werturteilen das Evaluieren, Bewerten und Stellungnehmen und bei Entscheidungsurteilen das Abwägen und Entschließen die erlernbaren kognitiven Fähigkeiten darstellen. Gestaltungsurteile fördern vor Allem Problemlösungsprozesse, welche verschiedene kognitive Handlungen beinhaltet.10

Abschließend ist zur Urteilsfähigkeit zu sagen, dass diese, worüber man sich in der Politikdidaktik einig ist, das zentrale Ziel des Politikunterrichts sein sollte.

2.3.Politische Handlungsfähigkeit

„Politisches Handeln findet immer im Bezugssystem einer politischen Ordnung statt.“11

Politisches Handeln lässt sich unterteilen in kommunikatives und partizipatives politisches Handeln. Kommunikatives politisches Handeln beinhaltet Gespräche und Diskussionen über die Politik des sozialen Umfeldes so wie das Nutzen von politischer Berichterstattung und Massenmedien12 unter der Zielsetzung politisches Wissen zu erwerben, seine Meinung zu äußern, andere von seinen Ansichten zu überzeugen und Unsicherheiten der Komplexität von Politik zu minimieren.

Partizipatives politisches Handeln beinhaltet alle freiwilligen politischen Handlungen wie das Teilnehmen an Wahlen oder Abstimmungen, parteibezogene-, Wahlkampf-, Gemeinde-, und politikbezogene Aktivitäten, legale Proteste aber auch ziviler Ungehorsam und politische Gewalt.13

Artikulieren, Argumentieren, Verhandeln und Entscheiden sind die vier zentralen Kompetenzfacetten der politischen Handlungsfähigkeit. Das Artikulieren hat das Ziel politische Positionen, Fachwissen, Meinungen und Gefühle durch verbale Äußerungen im Unterricht zu kommunizieren und auch später öffentlich machen zu können. Durch das Argumentieren soll versucht werden andere von einer Position zu überzeugen, während durch das Verhandeln andere dazu gebracht werden sollen, die eigene Position bzw. einzelne Teile dieser zu akzeptieren und einen Kompromiss zu finden. Dies wird durch sprachliche Argumentationen, Verhandlungsmacht oder Verhandlungsgewalt erreicht.14

Alle diese Facetten sind für beide Handlungskompetenzen wichtig, auch wenn Argumentieren und Artikulieren eher für kommunikatives politisches Handeln von Bedeutung sind und Verhandeln und Entscheiden eher für partizipatives politisches Handeln.15 Die wichtigste Facette stellt jedoch das Argumentieren da, da es das Zentrum des kommunikativen politischen Handelns abbildet und gleichzeitig bedeutend für Verhandeln und Entscheiden, also auch für das partizipative politische Handeln ist.16 Alle diese Facetten gilt es im Politikunterricht durch verschiedene Unterrichtsmethoden wie z.B. Debatten oder Referate etc., zu fördern.

2.4.Politische Einstellung und Motivation

Die politische Einstellung und politische Motivation ist eine subjektive Dimension und bei jedem individuell verschieden. So ist es schwer diese im Politikunterricht zu fördern.

[...]


1 Massing Peter: Die vier Dimensionen der Politikkompetenz. In: APuZ 46-47/2012, S.29

2 Vergl. Ebd. S.23

3 Ebd. S. 24

4 Ebd. S. 24

5 Ebd. S. 24

6 Ebd. S. 25

7 Ebd. S. 25

8 Vergl. Ebd. S. 25

9 Vergl. Ebd. S. 25

10 Vergl. Ebd. S.25f.

11 Ebd. S. 26

12 Ebd. S. 26

13 Vergl. Ebd. S. 26

14 Verl. Ebd. S.27

15 Ebd. S. 27

16 Ebd. S. 27

Details

Seiten
18
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656821434
ISBN (Buch)
9783656821441
Dateigröße
460 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281623
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
2,0
Schlagworte
politische bildung schule

Autor

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