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Integrated Reporting. Eine Bedarfs- und Umsetzungsanalyse für den Mittelstand

Masterarbeit 2014 130 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Danksagung

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Stand der Forschung
1.2 Problemstellung
1.3 Gang der Arbeit

2 Integrated Reporting
2.1 Einführung
2.1.1 Begriffserklärung und Entstehung des Integrated Reporting
2.1.2 International Integrated Reporting Committee
2.1.3 Hintergründe und aktuelle Entwicklung des Integrated Reporting Frameworks
2.2 Inhalte des Integrated Reporting Framework
2.2.1 Ansatz
2.2.2 Berichtsadressaten
2.2.3 Kapitalien
2.2.4 Wertschaffungsprozess
2.2.5 Wertbegriff
2.2.6 Leitprinzipien
2.2.7 Inhaltselemente eines Integrated Reports
2.3 Herausforderungen bei einer integrierten Berichterstattung
2.3.1 Übersichtlichkeit, Komplexität sowie Informationsflut
2.3.2 Wechselwirkungen
2.3.3 Integriertes Denken und Handeln als Grundlage für Integrated Reporting
2.4 Mögliche Vorteile und Nutzen von Integrated Reporting

3 Aktuelle Situation bei der Berichterstattung von Unternehmen
3.1 Einführung
3.2 Gesetzliche Grundlagen und aktuelle Standards
3.2.1 Handels- und gesellschaftsrechtliche Informations- und Publizitätspflichten
3.2.2 Kapitalmarktrechtliche Informations- und Publizitätspflichten
3.2.3 Aktuelle Standards für die Finanzberichterstattung
3.3 Der deutsche Mittelstand und dessen Spezifika bei der Berichterstattung
3.3.1 Definition des deutschen Mittelstands
3.3.2 Berichtsadressaten im Mittelstand
3.3.3 Spezifika bei der Lageberichterstattung im Mittelstand
3.4 Allgemeine Inhalte der Unternehmensberichterstattung
3.5 Nachteile und Probleme der aktuellen Berichterstattung
3.5.1 Berichtsumfang
3.5.2 Silostrukturen und nicht verknüpfte Informationen
3.5.3 Keine Standards für nichtfinanzielle Inhalte

4 Umsetzungsmöglichkeiten des Integrated Reporting Ansatzes
4.1 Einführung und Problemstellung der Umsetzung
4.2 Umsetzung des Integrated Reporting in deutschen Gesetzen über DRS 20
4.2.1 Entwicklung und Entstehung des DRS-20
4.2.2 Vergleich der Berichtsprinzipien und -inhalte
4.3 Integrated Report als eigenständiger Berichtsbestandteil
4.4 Management Commentary als Alternative zum Integrated Reporting?
4.5 Generelle Probleme bei der Implikation
4.6 Aktueller Umsetzungsrad von Integrated Reporting in deutschen Unternehmen
4.7 Internes Controlling als Basis für den integrierten Bericht

5 Nachfrage nach Integrated Reporting im Mittelstand vorhanden?
5.1 Ziel der Studie
5.2 Datengrundlage
5.3 Fragebogengestaltung
5.4 Ablauf der empirischen Untersuchung
5.5 Deskriptive Beschreibung der Ergebnisse der Umfrage
5.5.1 Allgemeine Datenanalyse
5.5.2 Beteiligte Unternehmen
5.5.3 Aktuelle Berichterstattung von mittelständischen Unternehmen
5.5.4 Integrated Reporting im Mittelstand
5.6 Ergebnisse der Interpretation
5.6.1 Bedarf an Integrated Reporting im Mittelstand
5.6.2 Möglichkeit der Umsetzung des Frameworks

6 Zusammenfassung und Ausblick

Anhang

Literaturverzeichnis

Eidesstattliche Versicherung

Danksagung

An dieser Stelle möchte ich mich bei all denen bedanken, die durch ihre freundliche und hilfsbereite Unterstützung zur erfolgreichen Erstellung der vorliegenden Masterthesis beigetragen haben.

An erster Stelle bedanke ich mich bei meinem Erstbetreuer seitens der ESB Business School, Herrn Prof. Dr. Michel Charifzadeh, welcher mir bei allen Fragen ein sehr guter Ansprechpartner war und somit eine gute fachliche und persönliche Betreuung jederzeit gegeben war.

Des Weiteren danke ich auch meinem Zweitbetreuer seitens der Ebner Stolz Management Consultants GmbH, Herrn Dipl.-oec. Ralf Pfizenmayer für sein entgegengebrachtes Vertrauen und die Bereitschaft, die Inhalte sowie das Vorgehen bei der Masterthesis und insbesondere der empirischen Studie kontinuierlich zu diskutieren, um mich somit durch wertvolle Hinweise zu unterstützen.

Einen wesentlichen Beitrag leisteten außerdem alle Teilnehmer der schriftlichen Befragung, ohne die der praktische Teil dieser Arbeit nicht möglich gewesen wäre.

Außerdem möchte ich meiner Familie danken, welche mich während meiner gesamten Studienzeit unterstützt hat. Hierbei geht ein besonderer Dank an Silke Eckert, welche mich besonders während der Erstellung dieser Masterthesis beraten hat.

Besten Dank auch all meinen Freunden, die immer ein offenes Ohr für mich hatten und mit ihrem Rat, ihren Ideen und ihrer fachlichen Unterstützung zum Gelingen meines Studiums und insbesondere dieser Masterthesis maßgeblich beigetragen haben.

Stuttgart, im August 2014.

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Treiber des Integrated Reporting

Abbildung 2: Zusammensetzung des IIRC

Abbildung 3: "Silostrukturen" vs. Integrated Reporting

Abbildung 4: Meilensteine der Framework-Entwicklung

Abbildung 5: Aufbau des Rahmenwerks

Abbildung 6: Schema zum Aufbau des Integrated Reporting

Abbildung 7: Erweiterung des Kapitalbegriffs

Abbildung 8: Vollständiger Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens im Sinne des Frameworks

Abbildung 9: Wertbegriff

Abbildung 10: Leitlinien und Inhalte einer integrierten Berichterstattung

Abbildung 11: Aufbauschema des IR-Berichts

Abbildung 12: Bedeutung des Mittelstands in Deutschland

Abbildung 13: Berichtsvielfalt

Abbildung 14: Derzeitige Ausgestaltung der Unternehmensberichterstattung

Abbildung 15: Vergleich Finanzbericht und Nicht-Finanzbericht absolut

Abbildung 16: Kritikpunkte der Berichterstattung

Abbildung 17: Vergleich der Prinzipien des Integrated Reporting und des Lageberichts

Abbildung 18: Entwicklungsperspektive der Unternehmensberichterstattung

Abbildung 19: Durchschnittlicher Erfüllungsgrad der IR-Elemente in den DAX 30-Geschäftsberichten

Abbildung 20: Übersicht der Teilnahme an der Umfrage

Abbildung 21: Branchenzugehörigkeit der befragten Unternehmen

Abbildung 22: Größenklassen und Mitarbeiterzahl der Unternehmen

Abbildung 23: Rechtsform der befragten Unternehmen

Abbildung 24: Berichtsadressaten der befragten Unternehmen

Abbildung 25: Veröffentlichung von Informationen über Wertschöpfung und Nachhaltigkeit

Abbildung 26: Art der Berichterstattung von strategischen Schwerpunkten und Konnektivität von diesen mit den restlichen Berichtsinhalten

Abbildung 27: Schwachstellen der gesetzlich geforderten Berichterstattung von Unternehmen

Abbildung 28: Korrekte Abbildung von Unternehmenswert und Geschäftsmodellen

Abbildung 29: Geplante Einführung eines integrierten Berichts

Abbildung 30: Probleme bei der Umsetzung eines integrierten Berichts

Abbildung 31: Aktueller Umsetzungsgrad der geforderten Daten im internen Controlling

Abbildung 32: Probleme bei der Bereitstellung der erforderlichen Daten

Abbildung 33: Potential des Integrated Reporting

Abbildung 34: Umsetzungsmöglichkeiten des IR-Konzepts

Abbildung 35: Mehrwert durch Integrated Reporting

Abbildung 36: Freiwillige Veröffentlichung von internen Informationen

Abbildung 37: Bedarf an neuem Konzept

Abbildung 38: Keine Etablierung von Integrated Reporting ohne gesetzliche Verankerung

Abbildung 39: Entwicklung der Berichterstattung

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Übersicht der Leitprinzipien

Tabelle 2: Inhaltselemente eines integrierten Berichts

Tabelle 3: Größenklassen von Unternehmen gemäß § 267 HGB

Tabelle 4: Definition von KMU gemäß Europäischer Kommission

Tabelle 5: Definition von KMU gemäß IfM Bonn

Tabelle 6: Übereinstimmung von Inhaltselementen

Tabelle 7: Inhalte des integrierten Berichts, des Lageberichts und des Management Commentary im Vergleich

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Das Zitat „Wir ertrinken in einer Informationsflut und hungern trotzdem nach Wissen“,[1] welches bereits im Jahr 1985 entstanden ist, drückt sehr gut die aktuelle Lage bei der Berichterstattung von Unternehmen aus. So ist in den letzten Jahrzenten der Trend zu beobachten, dass der Umfang der Berichterstattung von Unternehmen kontinuierlich zunimmt, gleichzeitig jedoch nicht automatisch die Informationsversorgung auf der Seite der Berichtsadressaten steigt.[2] Dieser Informationsverlust hängt häufig damit zusammen, dass meistens nicht das „Richtige“ – nämlich die finanziellen Daten – adressatenorientiert dargestellt wird oder dem Berichtsadressaten schlichtweg das „Big Picture“ in der Unternehmensberichterstattung fehlt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Treiber des Integrated Reporting[3]

Um diesen Konflikt zu lösen, haben sich verschiedene Institutionen sowie Unternehmen die Frage gestellt, wie die Unternehmensberichterstattung in Zukunft aussehen soll. Ein neuer Ansatz, welcher die Berichterstattung verbessern und damit die zuvor gestellte Frage beantworten könnte, ist das Konzept des Integrated Reporting. Dieses soll den Umfang der aktuellen Berichte auf relevante Informationen reduzieren und diese gleichzeitig in einer verknüpfenden Weise darstellen.

Integrated Reporting ist daher in den letzten Jahren das beherrschende Thema, wenn bei Experten über aktuelle Trends in der externen Berichterstattung diskutiert wird. Seit die Entwicklung des Ansatzes ins Leben gerufen wurde besteht jedoch das Problem, dass bei den erstellenden Unternehmen als auch bei den Adressaten des integrierten Berichts kein einheitliches Verständnis über das Konzept besteht. Des Weiteren besteht die Frage, wie dieses Konzept in der Praxis umgesetzt und implementiert werden soll.[4]

Aus diesen Problemen resultieren zahlreiche Fragen. Warum sollen Unternehmen überhaupt integriert berichten und welche Gründe motivieren diese dafür? Wer sind die hauptsächlichen Adressaten dieser neuen Form der Berichterstattung? Welche Inhalte sollen überhaupt aufgenommen werden und wie soll deren Darstellung erfolgen? Wie kann der zuvor beschriebene Ansatz rechtlich in einem nationalen Rahmenwerk verankert werden? Wie steht der deutsche Mittelstand zu diesem Konzept, da dieser – obwohl er als Rückgrat der deutschen Wirtschaft gilt – oftmals größenbedingt vereinfachte regulatorische Vorschriften hat?

Die vorliegende Arbeit soll die zuvor gestellten Fragen beantworten und den Ansatz des Integrated Reporting beschreiben, mögliche Inhalte und deren Darstellung aufzeigen sowie Möglichkeiten schildern, wie dieses Konzept innerhalb eines rechtlichen Rahmens umgesetzt werden könnte.

Der deutsche Mittelstand, welcher durch seine Wichtigkeit oftmals auch als Herzstück der deutschen Wirtschaft bezeichnet wird, hat in den vergangen Jahren kontinuierlich an Signifikanz aufgrund seiner wachsenden Umsätze gewonnen.[5] Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass mit wachsender Größe der entsprechenden Unternehmen auch die internen Reporting- und externen Berichterstattungspflichten zunehmen und auch hier die zunehmende Bedeutung von regulatorischen Vorschriften relevant ist. In dem praktischen Teil der vorliegenden Arbeit soll basierend auf einer empirischen Studie untersucht werden, ob ein Bedarf an diesem neuen Ansatz im deutschen Mittelstand besteht und ob sich dieses in seiner jetzigen Ausprägung überhaupt dort umsetzen lässt.

1.1 Stand der Forschung

Bereits im Jahr 2011 hat Krzus in seinem Beitrag „Integrated Reporting: if not now, when?“[6] Gründe dargestellt, warum ein Integrated Reporting notwendig ist. Im gleichen Jahr wurde bereits vom International Integrated Reporting Committee (IIRC, Erläuterung in Kapitel 2.1.2) das Diskussionspapier „Towards Integrated Reporting – Communicating Value in the 21st Century“[7] veröffentlicht, welches Gründe für eine Verbesserung der Berichterstattung darlegt und gleichzeitig den Vorschlag zur Entwicklung eines Integrated Reporting Frameworks[8] liefert.

Seither wurden immer wieder zahlreiche Beiträge in namhaften Zeitschriften veröffentlicht, welche den Verlauf der Konzeption des Ansatzes, die geforderten Inhalte sowie deren Umsetzung darstellten.

Im Jahr 2012 wurde von PricewaterhouseCoopers (PwC) mit der Studie „Auf dem Weg zum Integrated Reporting. Eine aktuelle Studie über die Zukunft der Unternehmensberichterstattung“ [9] erstmals untersucht, ob das Konzept des Integrated Reporting bereits bei Unternehmen eine Rolle spielt und wann bzw. ob dieses in der Zukunft umgesetzt werden soll. Im gleichen Jahr wurde von akzente/HGB innerhalb der Studie „Integrierte Berichterstattung. Von der Herausforderung zum Praxismodell“[10] versucht herauszufinden, welche Probleme bei der Umsetzung des möglichen Konzepts bestehen. Bereits ein Jahr später untersuchte PwC mit der Studie „Integrated Reporting in Germany - The DAX 30 Benchmark Survey 2013“[11], wieweit das neue Konzept bereits bei DAX 30 Unternehmen umgesetzt wurde.

1.2 Problemstellung

Nachteil der bereits veröffentlichten Artikel ist, dass diese aufgrund des oftmals begrenzten Umfangs nicht alle Themen wie Inhalt, Darstellung sowie Umsetzung des IR‑Gedankens in der Praxis behandeln können. Größtenteils wird dabei nur auf die Entwicklung und Konzeption des Ansatzes eingegangen und nicht auf die Frage, warum es dieses neue Konzept bedarf. Des Weiteren behandeln die Studien von PwC und von akzente/HGB nur die Umsetzung in Konzernen – respektive börsennotierten (DAX, MDAX, SDAX, TecDAX) Unternehmen –nicht jedoch die Umsetzung sowie den Bedarf in mittelständischen Unternehmen.

Die vorliegende Arbeit soll an diese Problemstellung anknüpfen, auf die Ausgestaltung eines integrierten Berichts eingehen, die Problematik bei der aktuellen Berichterstattung beschreiben und letztlich die Frage beantworten, ob ein Bedarf und eine damit verbundene Umsetzung an diesem neuen Konzept im Mittelstand besteht und somit ein ganzheitliches Bild über das Integrated Reporting geben.

1.3 Gang der Arbeit

Zum besseren Verständnis, warum es den Integrated Reporting Ansatz braucht und wie dieser umgesetzt werden kann, gliedert sich die vorliegende Arbeit wie folgt:

Nach einer kurzen Einleitung in Kapitel 1 wird in Kapitel 2 der zentrale Begriff des „Integrated Reporting“ erläuternd dargestellt, um das Verständnis des Begriffs für den weiteren Verlauf der Arbeit sicherzustellen. Da mit diesem Ansatz zu einer Verbesserung der aktuellen Berichterstattung beigetragen werden soll, ist es notwendig, dass im nachfolgenden Kapitel 3 die aktuelle Situation der Berichterstattung von Unternehmen sowie deren Problematik dargestellt wird. Das anschließende Kapitel 4 beschäftigt sich damit, wie der Integrated Reporting Ansatz konkret in der Praxis umgesetzt und damit von Unternehmen angewendet werden könnte. Das nachfolgende Kapitel 5 befasst sich mit der Frage, ob im deutschen Mittelstand überhaupt ein Bedarf an einem neuen Berichterstattungskonzept vorhanden ist und ob sich dieses in der jetzigen Ausprägung umsetzen lassen würde. Dieses Kapitel basiert auf einer empirischen Untersuchung, welche mit Hilfe von 66 Unternehmen durchgeführt wurde. Im letzten Kapitel 6 werden die zentralen Themen der vorliegenden Arbeit in einem Fazit zusammengefasst und ein Ausblick auf praxisrelevante Fragen gegeben, welche im Kontext dieser Arbeit interessant sind (z.B. eine konkrete Verankerung des Entwurfs durch Gesetzesentwürfe), aber aufgrund des derzeitigen Entwicklungsstandes noch nicht beantwortet und bearbeitet werden können.

2 Integrated Reporting

2.1 Einführung

Die weltweiten Finanzkrisen haben vor allem in den letzten Jahren viel Kapital und besonders das Vertrauen der Menschen in die Unternehmen, Märkte und Regierungen vernichtet.[12] Dies hat ohne Zweifel gezeigt, dass eine traditionelle Berichterstattung, welche auf kurzfristige und vergangenheitsorientierte Finanzdaten abzielt, keine genügende Ausgangsbasis für Kapitalgeber und Stakeholder darstellt. Erst im Nachhinein wurde sich oft die Frage gestellt, wie Unternehmen, welche zuvor aus Sicht der finanziellen Kennzahlen überhaupt nicht gefährdet schienen, auf einmal während der Finanzkrise in eine oftmals existenzgefährdende Problemsituation geraten konnten. Aus diesem Grund fing die Fachwelt an, die aktuelle Berichterstattung von Unternehmen zu analysieren und somit zu hinterfragen, ob eine Berichterstattung von reinen betriebswirtschaftlichen bzw. finanziellen Kennzahlen die komplexen Geschäftsmodelle von Unternehmen überhaupt noch abbilden kann.[13] Es wurde daher begonnen, besser geeignete Berichtssysteme zu entwickeln, um den Analyseaufwand von Geschäftsberichten zu reduzieren, damit die zuvor beschriebenen Probleme sowie unerwartete Situationen frühzeitiger erkannt und vermieden werden können.[14] Ein neuer Ansatz dafür ist das Konzept des Integrated Reporting, welches in nachfolgenden Kapiteln detailliert dargestellt wird.[15]

2.1.1 Begriffserklärung und Entstehung des Integrated Reporting

Nach dem IIRC ist ein integrierter Bericht definiert als eine „prägnante Darstellung darüber, wie die Strategie, Führungskultur, Leistungsfähigkeit und Zukunftsaussicht eines Unternehmens im Rahmen des jeweiligen Umfelds zur Wertschöpfung in der nahen, mittelfristigen und fernen Zukunft führen sollen.“[16] Auf die traditionelle Berichterstattung bezogen ist dies ein neuer Ansatz zur Berichterstattung von Unternehmen und damit der wahrheitsgemäßen Darstellung der Situation von diesen mit dem Ziel, das Vertrauen in die Aussagen eines Unternehmens wiederherzustellen und im Zeitverlauf konsequent zu steigern.[17] In einem immer stärker werdenden volatilen Unternehmensumfeld wurde es immer schwieriger, die konsequent steigenden Informationsbedürfnisse der Öffentlichkeit, der Investoren sowie der Analysten zu erfüllen und die immer komplexer werdenden Geschäftsmodelle darzustellen. Aufgrund dessen wurde begonnen, weitere Berichtsarten zu konzipieren (z.B. Prognose-, Chancen- und Risikobericht), welche in die schon bestehenden Unternehmensberichte einfließen oder als eigenständiger Bericht (z.B. Nachhaltigkeitsbericht) die Berichterstattung ergänzen sollen.[18]

Mit dieser Nachhaltigkeitsberichterstattung sollen neben den vergangenheitsorientierten auch zukunftsorientierte Aspekte des Unternehmens zusammen mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkten dem Finanzmarkt kommuniziert werden. Damit ein gewisser Standard bei dieser Art der Berichterstattung sichergestellt werden kann, werden die Leitlinien für eine gute Nachhaltigkeitsberichterstattung von der Global Reporting Initiative (GRI) kontinuierlich weiterentwickelt und als Richtlinie veröffentlicht.[19]

Auf dem Weg zu einer besseren Berichterstattung ist eine Möglichkeit, finanzielle mit nichtfinanziellen Kennzahlen und vergangenheitsorientierte mit zukunftsorientierten Aspekten einheitlich zu verbinden, der Ansatz einer integrierten Berichterstattung. Dieser hat ab dem Jahr 2011 kontinuierlich an Bedeutung gewonnen, da in diesem Jahr erstmals beschrieben wurde, warum eine integrierte Berichterstattung notwendig ist.[20] Die integrierte Berichterstattung hat das Ziel, die Finanzberichterstattung mit den wesentlichen Elementen einer – auf freiwilliger Basis – Nachhaltigkeitsberichterstattung zu verknüpfen.[21]

Mit einem Integrated Reporting soll so aufgezeigt werden, wie sich finanzielle sowie nichtfinanzielle Faktoren auf die Möglichkeit des Unternehmens kurz-, mittel- und langfristig Wert zu schaffen, auswirken und somit das Zusammenspiel von Strategien, Entscheidungen und Aktionen der Geschäftsführung beeinflussen.[22] Der IR-Ansatz zielt daher auf die verzahnte Abbildung von Unternehmensstrategie, Geschäftsmodell, Leistung und Erfolg sowie Unternehmensführung, welche sich jeweils in einem ökonomischen, ökologischen und sozialen Kontext abspielen, ab.[23]

2.1.2 International Integrated Reporting Committee

Im August 2010 wurde das internationale Gremium IIRC[24] mit dem Ziel gegründet, die Entwicklung eines Rahmenkonzepts für eine integrierte Berichterstattung voranzutreiben. Dieses wird daher als der wesentliche Standardsetter in diesem Bereich angesehen.[25] Die Gründung geht auf das Accounting for Sustainability Project (A4S) zurück, welches vom Prinzen von Wales im Jahr 2004 initiiert und auf dem The Prince’s Accounting for Sustainability Forum im Dezember 2009 verabschiedet wurde. Dieses hat das Ziel, diejenigen Organisationen zusammenzubringen, welche einerseits für die externe finanzielle Finanzberichterstattung federführend sind sowie andererseits diejenigen Institutionen einzubeziehen, welche für eine nichtfinanzielle Berichterstattung verantwortlich sind.[26] Das IIRC verfolgt somit das Ziel, ein akzeptiertes Rahmenkonzept zu entwickeln, welches weltweit einen Standard für eine integrierte Berichterstattung setzen soll. Mit diesem Rahmenkonzept sollen finanzielle Informationen innerhalb der Berichterstattung mit nichtfinanziellen – umweltbezogenen sowie sozialen – Informationen verknüpft werden. Des Weiteren sollen Unternehmensstrategie und Aspekte der Unternehmensführung in einer klaren, präzisen, konsistenten und vergleichbaren Weise verbunden werden.[27] Übergreifendes Ziel des Frameworks ist es daher, den Erklärungsgehalt der Unternehmensberichterstattung und die Transparenz über alle Unternehmensbereiche zu erhöhen.[28] Damit eine weltweite Akzeptanz des Konzeptes sichergestellt werden kann, wurden eine geographische Distanz sowie ein diversifiziertes Fachwissen der Vertreter als ein wesentlicher Punkt bei der Konzeption berücksichtigt. Dies sollte dazu führen, dass alle global unterschiedlichen Interessen der wesentlichen Stakeholder der Unternehmensberichterstattung innerhalb des Rahmenkonzepts berücksichtigt werden können.[29]

Das Komitee, welches mit der Entwicklung des übergeordneten Rahmenkonzepts sowie Anwendungsleitlinien beauftragt wurde, ist ein Zusammenschluss von internationalen Vertretern aus der Unternehmenspraxis, aus Wirtschaftsprüfungsgesellschaften (z.B. Deloitte und KPMG), aus Nichtregierungsorganisationen (z.B. IASB, IOSCO oder die Weltbank) sowie aus Hochschulvertretern (z.B. Harvard Business School). Insgesamt besteht das Komitee aus 37 Personen, welche aus den zuvor genannten Gruppen stammen. Diese namhafte Zusammenstellung der Vertreter lässt somit auf eine hohe Qualität und Durchschlagskraft der IR-Initiative vermuten.[30]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Zusammensetzung des IIRC[31]

Die Arbeit des IIRC wird durch die Aktivität von insgesamt drei Arbeitskreisen unterstützt, welche in oben stehender Abbildung 2 ersichtlich sind und in die folgenden Bereiche untergliedert sind:

Content Development: Entwicklung der Inhalte des Rahmenkonzepts sowie der Anwendungsleitlinien;

Engagement & Communications: Schaffung einer Verantwortung für Bedürfnisse eines Integrated Reporting;

Governance: Entwicklungen von Möglichkeiten, wie eine Implementierung des Konzepts in bestehende Rechtsordnungen verschiedener Jurisdiktionen erfolgen kann.

Das IIRC setzt mit der Entwicklung des Frameworks, welcher in nachfolgendem Kapitel erläutert wird, einen großen Schritt in Richtung eines Anwenderleitfadens und der damit verbundenen Implementierung des IR-Ansatzes in der Landschaft der Unternehmensberichterstattung.[32]

2.1.3 Hintergründe und aktuelle Entwicklung des Integrated Reporting Frameworks

Obwohl der Umfang und die Anzahl von Unternehmensberichten, welche von Unternehmen erstellt werden müssen, in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat, wird nur ein begrenzter Informationsgehalt vermittelt, da keine sinnvolle Verknüpfung der einzelnen Inhalte vorhanden ist.[33] Ziel des Frameworks für eine integrierte Berichterstattung soll es daher sein, das traditionelle „Silo-Denken“ (siehe Abbildung 3), d.h. die isolierte Betrachtungsweise von einzelnen Themengebieten zu beenden und die bislang getrennte Berichterstattung zu verzahnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: "Silostrukturen" vs. Integrated Reporting [34]

Um diese Verknüpfung der einzelnen Berichtselemente und den immer stärker werdenden Bedarf an nachhaltiger Berichterstattung realisieren zu können, wurde die Entwicklung eines Frameworks für die integrierte Berichterstattung in den letzten Jahren immer stärker vorangetrieben.[35]

Eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung dieses Rahmenkonzepts und besonders bei der Umsetzung in nationale Standards nimmt Südafrika ein.[36] Zwei Jahre bevor überhaupt das erste Diskussionspapier des IIRC veröffentlicht wurde, wurde bereits im Jahr 2009 mit dem dritten Corporate Governance Kodex ein Leitfaden herausgegeben, welcher zu einer integrierten Berichterstattung auffordert.[37] Erst im September 2011 wurde dann vom IIRC ein erstes Diskussionspapier veröffentlicht, welches in der Öffentlichkeit auf eine große Resonanz gestoßen ist, da hier die Möglichkeit gegeben war, durch Kommentierung einen direkten Einfluss auf die weitere Entwicklung des Frameworks zu nehmen.[38] Basierend auf dieser Entwicklung erfolgt seit Oktober 2011 ein Pilotprogramm, in welchem ca. 85 Unternehmen[39] als Berichtsersteller und seit März 2012 auch Investoren als Berichtsadressaten das IR-Konzept erproben.[40] Im ersten Gliederungsvorschlag vom Juli 2012 wurden die ersten gewonnenen Erkenntnisse des Pilotprogramms und des Diskussionspapiers bereits berücksichtigt und spiegelten sich somit im ersten Prototyp des Frameworks, welcher im November 2012 veröffentlicht wurde, wider.[41] Dieser Prototyp zeigte erstmals ein Grundgerüst des Frameworks auf und forderte mit der Veröffentlichung wie bei dem Discussion Paper zu einer dreimonatigen Kommentierung seitens der Öffentlichkeit auf. Im Anschluss an diese Kommentierungsphase wurde im April 2013 der erste Entwurf des Frameworks veröffentlicht, welcher die Basis für die finale Version des „International IR Framework“ legte. Dieser wurde im Dezember 2013 herausgegeben und stellt daher in der Version 1.0 (sofern nicht anders erwähnt) die Basis der vorliegenden Arbeit dar.[42]

Zusammengefasst sind wesentliche Meilensteine bei der Erarbeitung eines Standards für eine integrierte Berichterstattung die folgenden Daten und Veröffentlichungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Meilensteine der Framework-Entwicklung[43]

2.2 Inhalte des Integrated Reporting Framework

Das am 9. Dezember 2013 veröffentlichte Framework des IIRC in der Version 1.0 besteht im Wesentlichen aus sechs Teilen mit zwei größeren Unterteilen – der Einleitung (Teil 1) und dem integrierten Bericht (Teil 2) – welche durch ein Vorwort, eine Zusammenfassung, ein Glossar und einen Anhang vervollständigt werden.[44] Die verschiedenen Teile des Berichts werden noch einmal in Abbildung 5 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Aufbau des Rahmenwerks[45]

Ziel des Rahmenkonzepts ist es, Eckpfeiler für die Inhalte eines integrierten Berichts zu setzen und die berichterstattenden Unternehmen bei der Erstellung von diesem zu unterstützen.[46]

Zur Erstellung des Berichts sind – wie bereits beschrieben – zwei Teile ausschlaggebend, nämlich der erste Teil („Part I – Introduction“) und der zweite Teil („Part II – The Integrated Report“).

Im ersten Teil werden grundlegende Informationen und Klarstellungen gegeben, welche zur Verwendung des Rahmenkonzepts notwendig sind. Das Ziel des ersten Teils des Konzepts ist es daher, Grundprinzipien als auch inhaltliche Elemente zu erläutern, um dem primären Zweck, die Kapitalgeber über die Wertschöpfung zu informieren, gerecht werden zu können. Hier wird jedoch nur auf die Formulierung bestimmter Prinzipien zur Erstellung verwiesen, konkrete Kennzahlen, Messverfahren oder Darstellungsmethoden werden nicht genannt.[47] Es wird aber darauf hingewiesen, dass ein optimaler Bericht die Darstellung der Verknüpfung der verschiedenen Elemente erfordert und dementsprechend berücksichtigt werden soll.[48] Das erste Kapitel gibt somit eine allgemeine Einführung und Hinweise darauf, welche Hilfestellungen dem Anwender zur Erstellung von Seiten des IIRC gegeben werden.[49]

Der zweite Teil, welcher die geforderten Inhaltselemente konkretisiert, beschreibt die wesentlichen Berichtselemente „Adressaten“, „Kapitalien“, „Wertschaffungsprozess“, „Wertbegriff“, „Leitprinzipien“ sowie „Inhaltselemente eines Integrated Reports“. Diese wesentlichen Punkte des zweiten Teils des Frameworks sowie der Ansatz des Integrated Reporting werden in den nächsten Kapiteln erläutert.

2.2.1 Ansatz

Bei den Vorgaben zur Erstellung eines integrierten Berichts verfolgt das IIRC einen auf Prinzipien basierten Ansatz. Dies bedeutet, dass es keine messbaren Vorgaben gibt, welche anhand von Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, kurz KPI) überprüft werden. Demnach werden nur einzuhaltende Prinzipien und Inhalte vorgeschlagen, die das Ziel haben, die wesentlichen finanziellen und nichtfinanziellen Aspekte der Unternehmensleistung darzustellen.[50] Durch diese Flexibilität bzw. Freiheit bei der konkreten Ausgestaltung eines Berichts will das IIRC erreichen, dass das Konzept international angewendet werden kann, welches durch das Einhalten der Vorgaben dennoch vergleichbar ist.[51]

Das IIRC sieht bei der Umsetzung des IR-Ansatzes vor, dass ein IR-Bericht jährlich erstellt wird und mit den anderen Unternehmensberichten (z.B. Jahresabschluss oder Nachhaltigkeitsbericht) verbunden sein sollte, um den Informationsbedürfnissen von allen Stakeholdern gerecht werden zu können.[52] Da das Framework jedoch nur Mindestinhalte für die Unternehmen vorgibt, bleiben der Umfang eines IR-Berichts sowie die Informationsdichte wesentlich den Unternehmen überlassen. Grundsätzlich können sich die Unternehmen jedoch für die Festlegung der Bestandteile an den IFRS-Vorgaben für Konzerne orientieren, welche vorgeben, dass der Jahresabschluss aus einer Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Kapitalflussrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Segmentberichterstattung und dem Lagebericht zu bestehen hat.[53] Die folgende Abbildung 6 zeigt grob den prinzipiellen Aufbau und Inhalte eines integrierten Berichts.

Abbildung 6: Schema zum Aufbau des Integrated Reporting[54]

Bei dem Integrated Report handelt es sich somit nicht nur um ein neues Berichterstattungskonzept, sondern um einen ganzheitlichen Ansatz einer integrierten Unternehmensführung, „dessen Umsetzung bei vielen Unternehmen weitreichende organisatorische Veränderungen in der Unternehmenssteuerung („integrated thinking“) erforderlich macht.“[55]

2.2.2 Berichtsadressaten

Nach Empfehlungen des IIRC richtet sich das Framework vor allem an private Unternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht, jedoch unabhängig von der Größe. Dies hängt damit zusammen, dass das Framework aufgrund der Anforderungen von Investoren primär zur Anwendung in diesen Unternehmen ausgelegt ist; eine Anwendung im öffentlichen Sektor oder bei gemeinnützigen Organisationen ist jedoch möglich.[56] Da das Framework keine länderspezifischen Anforderungen enthält, ist es unabhängig von lokalen Berichtspflichten global anwendbar.[57] Als primäre Adressaten eines integrierten Berichts werden vor allem Investoren (Eigen- und Fremdkapitalgeber) und deren Informationsbedürfnisse genannt; der integrierte Bericht richtet sich jedoch übergreifend an alle Stakeholder eines Unternehmens.[58] In der Literatur werden neben den Investoren und den Stakeholdern auch noch weitere Zielgruppen (z.B. Regierungen) der integrierten Berichterstattung identifiziert.[59] Den Kapitalgebern soll durch die Hilfe von finanziellen und nichtfinanziellen Informationen aufgezeigt werden, wie das Unternehmen im Zeitverlauf Wert schaffen möchte. Jedoch besteht seitens der Literatur hier die Kritik,[60] dass der Wertbegriff nicht eindeutig definiert wird und im Gegensatz zu klassischen Shareholder-Value-Modellen eine konkrete Berechnung des geschaffenen Werts nicht angestrebt wird.[61] Gegenüber den vorherigen Entwürfen des IIRC oder anderen Rahmenkonzepten einer Nachhaltigkeitsberichterstattung (z.B. GRI) ist somit festzustellen, dass die Interessen von Kapitalgebern vorrangig vertreten werden und dies damit keinen wesentlichen Unterschied zur klassischen Berichterstattungsinstrumenten darstellt.[62]

2.2.3 Kapitalien

Nach der Definition des IIRC stellt ein integrierter Bericht dar, wie ein Unternehmen zu seiner Wertschöpfung beiträgt bzw. Wert generiert.[63] Da im zweiten Kapitel des Frameworks dies präzisiert wird, wird vom IIRC der Begriff der Kapitalien eingeführt, welcher im Rahmen der integrierten Berichterstattung eine zentrale Rolle einnimmt, da diese Kapitalien alle Ressourcen umfassen, welche vom Unternehmen beeinflussbar sind und im Rahmen der Wertschöpfung verwendet werden.[64] Insgesamt unterscheidet das IIRC in sechs Kapitalien, mit welchen ein Unternehmen arbeitet und welche in der folgenden Abbildung 7 dargestellt sind:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Erweiterung des Kapitalbegriffs[65]

Wie bereits in obiger Grafik ersichtlich, kann es sich bei den Kapitalien sowohl um materielle (z.B. produziertes Kapital), als auch um immaterielle Ressourcen (z.B. Know-how der Mitarbeiter, also Humankapital) verschiedenster Arten handeln. Grundsätzlich können vom Unternehmen aber auch abgewandelte oder weiter differenzierte Kapitalarten verwendet werden. Hierbei ist es aber unerheblich, ob es sich um Eigentum des jeweiligen Unternehmens handelt oder nicht, da die wirtschaftliche Beeinflussung der Wertschöpfung hier ausschlaggebend ist.[66]

Diese Kapitalien werden im Allgemeinen als Wertespeicher gesehen, welche als Eingangsgrößen des Geschäftsmodells dienen und im Zeitverlauf der Geschäftstätigkeit erhöht, vermindert oder auch umgewandelt werden.[67] Aufgrund der Wechselwirkungen, welche in Kapitel 2.3.2 erklärt werden, sind die Bestandteile der verschiedenen Kapitalien dynamisch. Während im Gegensatz zur klassischen Finanzberichterstattung der Fokus auf das Finanzkapital, Produktionskapital und zum Teil auf das geistige Kapital gelegt wird, sollen nach dem IR-Ansatz sämtliche Kapitalien in der Berichterstattung gänzlich berücksichtigt werden.[68] Hierbei ist es aber den Unternehmen überlassen, wie es die verwendeten Kapitalien kategorisiert, da das IIRC seine Kapitalienkategorisierung lediglich als Vorschlag zur Einteilung sieht.[69] Im Bezug darauf merkt das IIRC jedoch an, falls ein Unternehmen eines der sechs Kapitalien als unwesentlich einstuft, dass die Gründe für eine Abweichung dafür offenzulegen sind.[70]

Übergreifend soll ein integrierter Bericht verdeutlichen, wie die Kapitalien sich gegenseitig beeinflussen, voneinander abhängen und einen Einfluss auf den Wertschaffungsprozess nehmen. Mit dieser Diskussion bzw. der Aufteilung in mehrere Kapitalien möchte das IIRC bewirken, dass die Unternehmen die verschiedenen Typen der Kapitalien, welche aufgrund der Inputfaktoren eine wesentliche Bedeutung haben, in den Planungen berücksichtigt und deren Auswirkungen auf den Wertschaffungsprozess quantifiziert werden.[71]

Jedoch wurde in den Stellungnahmen betreffend der Kapitalarten und des Wertschaffungsprozesses kritisiert, dass das Framework keine konkreten Hinweise gibt, inwiefern nichtfinanzielle Aspekte der Kapitalien und ihre meist monetären Auswirkungen bestimmt werden können.[72] Das IIRC weist im Zusammenhang mit den verschiedenen Kapitalarten lediglich daraufhin, dass quantitative Angaben nicht für alle Einflüsse umsetzbar sind und sich die Unternehmen daher in diesem Fall auf die Darstellung von qualitativen Informationen beschränken sollen.[73] Hier bleibt es also den betroffenen Unternehmen überlassen, wie sie die Auswirkungen messen und dementsprechend in einem integrierten Bericht darstellen wollen; das Framework dient an dieser Stelle eher als eine Checkliste, ob die Unternehmen alle relevanten Kapitalarten bei der Berichterstellung berücksichtigt haben.

2.2.4 Wertschaffungsprozess

Die integrierte Berichterstattung hat das Ziel, den gesamten Wertschaffungsprozess, welcher in Abbildung 8 erklärt ist, zu erläutern und für die Berichtsempfänger transparent darzustellen.[74]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 8: Vollständiger Wertschöpfungsprozess eines Unternehmens im Sinne des Frameworks[75]

An dieser Stelle weist das IIRC eindeutig darauf hin, dass von einem breiten Wertverständnis auszugehen ist, welches über eine reine Betrachtung der zukünftigen Zahlungsströme innerhalb des Finanzkapitals hinausgeht und alle anderen Kapitalien mit einbeziehen soll.[76] Daher kann der „Wert“ einerseits die Wertschöpfung für das Unternehmen selbst, andererseits die Wertschöpfung für andere, z.B. in Form einer Rendite für finanzielle Investoren oder der allgemeine Mehrwert für Dritte sein. Somit ist klar, dass ein integrierter Bericht sich auf einen weitaus größeren Adressatenkreis bezieht und über eine größere Anzahl von Kapitalien berichtet, als der Adressat es von den bisherigen Berichterstattungen gewohnt ist.[77] Generell sollte ein Ersteller somit die Einflüsse aller im Unternehmen vorhandenen Kapitalarten mit in den integrierten Bericht aufnehmen.[78]

Im Zentrum des gesamten Wertschaffungsprozesses steht gemäß des Frameworks das Geschäftsmodell des Unternehmens, welches durch die Geschäftstätigkeiten die als Inputfaktoren eingesetzten Kapitalien transformiert und somit zu einem produzierten Output führt.[79] Des Weiteren werden weitere Faktoren wie Chancen und Risiken, Strategie- und Ressourcenverteilung, Performancemessung sowie Zukunftsaussichten erwähnt, welche in das gesamte Unternehmensumfeld als wichtige Komponente eingebettet sind und den Wertschaffungsprozess beeinflussen.[80] Der integrierte Bericht soll dabei die wechselseitigen Abhängigkeiten und Wirkungen zwischen Geschäftsmodell sowie internen und externen Faktoren aufzeigen.[81]

2.2.5 Wertbegriff

Das IIRC unterscheidet bei der Wertgenerierung – wie in Abbildung 9 ersichtlich – zwischen dem Wert, welcher für Dritte (Stakeholder) geschaffen wird und dem Wert, welcher für das Unternehmen selbst geschaffen wird. Die Wertschaffung für andere Dritte oder Stakeholder ist aber nur insofern relevant, falls diese während des Geschäftsprozesses zur Wertschaffung für die Organisation selbst beitragen.[82] Der Wert, welcher für das Unternehmen selbst geschaffen wird, hat wiederum das Ziel, die Ansprüche der Kapitalgeber – finanzielle Rückflüsse (Rendite) für das eingesetzte Kapital – zu befriedigen. Hierbei müssen diese Interaktionen, Aktivitäten und Beziehungen, welche für die Wertgenerierung wesentlich sind, in einen integrierten Bericht mit aufgenommen und beschrieben werden.[83] Diese Auslegung des Wertbegriffs vom IIRC dürfte damit im Einklang mit den meisten Konzepten der Unternehmenssteuerung stehen, bei welchen die Wertschöpfung für die Kapitalgeber im Vordergrund steht.[84]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9: Wertbegriff[85]

2.2.6 Leitprinzipien

Wie bereits im Kapital 2.2.1 beschrieben, ist das Rahmenkonzept vom IIRC ein prinzipienbasiertes Konzept. Im dritten Teil des Frameworks werden daher die sieben Leitlinien beschrieben, welche bei der Erstellung eines integrierten Berichts die Unternehmen unterstützen sollen.[86] Die vom IIRC entwickelte Leitlinien sind folgende: „Strategischer Fokus und Zukunftsorientierung“, „Konnektivität von Informationen“, „Stakeholderorientierung“, „Wesentlichkeit“, „Prägnanz“, „Verlässlichkeit und Vollständigkeit“ sowie „Stetigkeit und Vergleichbarkeit“.[87] Diese Leitlinien bilden zusammen mit den Inhalten, welche in Abbildung 10 (siehe Kapitel 2.2.7) dargestellt sind, den Aufbau und damit die einzelnen Abschnitte eines integrierten Berichts. Die Leitlinien werden mit Hilfe der nachfolgenden Tabelle 1 erläutert:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Übersicht der Leitprinzipien[88]

An dieser Stelle wird mit einem mehrfachen Hinweis im Framework darauf hingewiesen, dass die Anwendung dieser Leitlinien durch die spezifischen internen Entscheidungs- und Berichtsstrukturen bestimmt werden sollen (Management Approach).[89] Dies resultiert daraus, dass der Ansatz des Integrated Reporting voraussetzt, dass auch in der internen Unternehmenssteuerung ein integriertes Denken, welches in Kapitel 2.3.3 erläutert wird, vorhanden sein soll.[90] Des Weiteren besteht eine Gemeinsamkeit mit dem IFRS Framework, bei welchem die Grundsätze wie Wesentlichkeit, Verständlichkeit, Entscheidungsrelevanz, Zuverlässigkeit und Vergleichbarkeit eingehalten werden müssen.

Die Leitlinien des Frameworks geben damit Anhaltspunkte für jene Prinzipien, welche für die Erstellung eines integrierten Berichts fundamental sind und somit eingehalten werden sollen.

2.2.7 Inhaltselemente eines Integrated Reports

Die darzustellenden Inhaltselemente eines integrierten Berichts werden innerhalb des Frameworks jeweils mit Hilfe einer Leitfrage skizziert, um dann mit Inhaltsbeispielen weiter erläutert zu werden. Die Inhaltselemente, welche in Abbildung 10 dargestellt werden, bilden zusammen mit den zuvor beschriebenen Leitprinzipien den Rahmen zur Erstellung eines Integrated Reports.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10: Leitlinien und Inhalte einer integrierten Berichterstattung[91]

An dieser Stelle wird innerhalb des Frameworks darauf hingewiesen, dass diese Elemente nicht in einer festgelegten Reihenfolge getrennt voneinander präsentiert werden, sondern anhand der Wertschaffungskette miteinander verbunden werden sollen.[92] Folgende Berichtsbestandteile, welche in nachfolgender Tabelle 2 aufgeführt sind, sollte ein integrierter Bericht gemäß des Frameworks enthalten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Inhaltselemente eines integrierten Berichts[93]

Nach dem Framework des IIRC soll der integrierte Bericht in einem jährlichen Turnus zusammen mit den anderen Elementen eines Jahresabschlusses erstellt werden.[94] Grundsätzlich lässt sich an dieser Stelle aus einer Controlling Perspektive anmerken, dass die zuvor beschriebenen Leitfragen im Rahmen der internen Strategiefestlegung sowieso behandelt werden sollten, was an dieser Stelle dazu führt, dass für die Unternehmen kein zusätzlicher Aufwand für die Erstellung des integrierten Berichts entstehen dürfte.[95]

Eine Herausforderung ist jedoch die Umsetzung des Konzepts des „integrated thinking“, da hier die verschiedenen Dimensionen der Unternehmenssteuerung mit internen sowie externen Faktoren verbunden werden sollen.[96]

2.3 Herausforderungen bei einer integrierten Berichterstattung

Der neue Ansatz der berichtsübergreifenden Informationsverknüpfung bringt jedoch – neben den Vorteilen, welche in Kapitel 2.4 beschrieben werden – auch einige Herausforderungen mit sich. Die ganzen vom IIRC geforderten Informationen können sehr schnell zu einem komplexen, unübersichtlichen Bericht heranwachsen, welche dann den Zweck eines integrierten Berichts – die Verringerung des Umfangs – verfehlen würde.[97] Des Weiteren erfordert der integrierte Bericht ein Umdenken in den Köpfen des Managements, um das integrierte Denken, welches für die Erstellung des Berichts notwendig ist, umsetzen zu können.[98] Diese beiden Probleme werden in den folgenden zwei Kapiteln näher erläutert.

2.3.1 Übersichtlichkeit, Komplexität sowie Informationsflut

In einem integrierten Bericht bestehen zum einen Verknüpfungen zwischen den einzelnen Kapitalien innerhalb des Berichtsteils „Geschäftsmodell“. Zum anderen bestehen Wechselwirkungen zwischen den Kapitalien und den anderen Informationselementen sowie den darin enthaltenen Detailinformationen.[99] Bei konsequenter Umsetzung des Frameworks müsste der Bericht mehrere Szenarien darstellen sowie erklären, wobei ein Szenario eine mögliche Situation in der Zukunft darstellen sollte. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn das zu berichtende Unternehmen die Ausgaben für Schulungsmaßnahmen (Humankapital) erhöht. Dies wiederum hat zur Folge, dass das Finanzkapital durch die steigenden Kosten reduziert wird, gleichzeitig werden die Umsatzerlöse durch eine höhere Produktionsqualität gesteigert, was letztendlich wieder das Finanzkapital beeinflusst. Dieses Beispiel macht deutlich, dass der Umfang eines integrierten Berichts aufgrund der Wechselwirkungen sehr schnell ansteigen kann.

Die bisherigen Kapitel haben sehr gut beschrieben, dass ein integrierter Bericht aus mehreren Informationskategorien und Kapitalien besteht, deren Wechselwirkungen untereinander dargestellt werden sollen.[100] Dies hat zur Folge, dass je mehr Zusammenhänge zwischen den einzelnen Elementen des Berichts aufgezeigt werden, umso größer steigen die Komplexität und die Informationsmenge des Berichts an. Aufgrund der Tatsache, dass die gesamte Informationsmenge von den Berichtsadressaten gelesen werden muss, gilt es, einen Kompromiss zu finden, wie die Wechselwirkungen korrekt dargestellt werden, der Berichtsumfang jedoch gleichzeitig in einem akzeptablen Rahmen gehalten werden kann.[101] Grundsätzlich wächst mit steigender Anzahl von Elementen die von Personen empfundene Komplexität an, wenn die Anzahl von Elementen sowie deren Wechselwirkungen untereinander ansteigen.[102]

Um jedoch den Hauptadressaten eines integrierten Berichts – den Finanzinvestoren – einen besseren Überblick geben zu können, um darauf basierend die zukünftige Wertschaffung des Unternehmens beurteilen zu können, wurde das IR-Framework vom IIRC entwickelt.

Da in den letzten Jahren ein Trend zu beobachten war, dass die traditionelle Berichterstattung immer mehr Berichte und somit auch immer mehr Informationen forderte, soll ein IR-Bericht gegenläufig dazu einfach, verständlich und prägnant gehalten sein.[103] Neben der Komplexitätsreduzierung soll der integrierte Bericht vor allem den Investoren ein besseres Bild der Wertschaffung innerhalb des Unternehmens vermitteln können. Jedoch wird mit dem Aufzeigen der Wechselwirkungen innerhalb der einzelnen Bereiche bewirkt, dass der integrierte Bericht sehr komplex und umfangreich werden würde. Daher gilt es, den Bericht soweit es geht zu reduzieren, um die Komplexität und den Umfang der bereits bestehenden Berichtsinstrumente nicht zu überschreiten und damit einen Vorteil für eine integrierte Berichterstattung zu schaffen.[104]

2.3.2 Wechselwirkungen

Die größte Herausforderung bei der Erstellung eines integrierten Berichts ist die Verknüpfung der vorhandenen Informationen und die daraus resultierende Darstellung der Wechselwirkungen zwischen diesen.[105] Diese Informationsverknüpfung stellt eines der bedeutendsten Berichtsprinzipien im Rahmen der Berichtserstellung dar und kann somit als die eigentliche Innovation des Integrated Reporting bezeichnet werden, da durch dieses Prinzip das in der Berichtspraxis existierende „Silo-Denken“ (siehe Abbildung 3 auf Seite 9) überwunden werden kann.[106] Hier folgt innerhalb des Frameworks eine Einführung darüber, welche Informationen miteinander verknüpft werden sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Aufbauschema des IR-Berichts[107]

So soll ein integrierter Bericht die Wechselwirkungen zwischen allen sieben Informationskategorien aufzeigen. Innerhalb dieser Kategorien sollen wiederum die Zusammenhänge zwischen den vergangenen und zukünftigen Informationen über das Unternehmen, den Kapitalien, internen und externen Informationen sowie zwischen dem integrierten Bericht und den anderen Berichtsinstrumenten (Jahresabschluss und GuV) aufgezeigt werden.[108] Wie in Abbildung 11 ersichtlich, spielt das Geschäftsmodell eine zentrale Rolle bei der Berichterstattung, da dieses das Herzstück eines jeden Unternehmens ist.[109] Dieses sollte somit bei der integrierten Berichterstattung im Zentrum des Aufbaus angeordnet werden. Die anderen Inhaltselemente sollten, jeweils immer mit Bezug auf die gegenseitigen Wechselwirkungen, um das Geschäftsmodell herum platziert werden.[110] Die Verbindungslinien in Abbildung 11 verdeutlichen den Informationsaustausch und damit die möglichen Wechselwirkungen zwischen den Informationen.

2.3.3 Integriertes Denken und Handeln als Grundlage für Integrated Reporting

Neben dem in den bisherigen Kapiteln beschriebenen Framework bildet das sogenannte integrierte Denken („integrated thinking“) eine wesentliche Grundlage für die Erstellung eines integrierten Berichts. Dieses charakterisiert sich dadurch, dass die Unternehmensführung die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Aktivitäten und den Kapitalien, welches das Unternehmen nutzt und beeinflusst, aktiv analysiert und somit in die Strategieentscheidungen einbezieht.[111]

So erfordert die Erstellung eines integrierten Berichts eine Anpassung der internen Strukturen und den damit verbundenen Informationssystemen, um für die benötigten Berichtsprozesse das meistens vorhandene „Silo-Denken“ (eigenständige Betrachtung von Unternehmensberichten) aufzubrechen, die Prozesse zu verbinden und somit zu vereinheitlichen.[112] Des Weiteren muss beachtet werden, dass nichtfinanzielle Aspekte stärker mit der strategischen Planung verbunden werden müssen, um das Unternehmen mit einer integrierten Unternehmenssteuerung steuern zu können. In der traditionellen Berichterstattung wird jedoch meistens – entgegen dem IR-Gedanken – die Auffassung verfolgt, dass man nur das steuern kann, was man auch messen kann.[113] In Bezug auf die Umsetzung des Frameworks innerhalb der Unternehmen besteht die größte Herausforderung wohl darin, die geforderte Informationsverknüpfung umzusetzen, da dieses Prinzip eine grundlegende Veränderung der Berichts- und Informationsstrukturen fordert.[114]

Das Framework geht somit davon aus, dass zusammen mit dem integrierten Denken eine integrierte Entscheidungsfindung erfolgt, welche letztlich darin endet, dass ein integriertes Handeln im Unternehmen verankert ist.[115] Die erfolgreiche Umsetzung des IR-Gedankens und somit auch des Frameworks hängt davon ab, ob und inwieweit das integrierte Denken im Unternehmen vorhanden ist und das Management auch dieses nutzt, um das Unternehmen zu steuern.[116]

Mit einem integrierten Bericht will man daher erreichen, dass wertbeeinflussende Zusammenhänge innerhalb des Unternehmens optimaler dargestellt und den Finanzinvestoren effizienter zur Verfügung gestellt werden können, um Investitionsentscheidungen schneller und leichter fällen zu können.[117]

2.4 Mögliche Vorteile und Nutzen von Integrated Reporting

Grundsätzlich stellt sich bei den Unternehmen die Frage, ob sich der zusätzliche Aufwand für die Erstellung eines integrierten Berichts überhaupt rechnet. Haupttreiber für die Integration ist hierbei die Umstellung der Unternehmensberichterstattung auf ein einheitliches, überschaubares Berichtswerk, was zu der Herausforderung führt, dass der komplette Prozess der Berichtserstellung durch alle Hierarchieebenen hindurch umgestellt werden muss.[118] Trotz dieser genannten Herausforderungen bietet der Ansatz des Integrated Reporting für das Unternehmen einige Vorteile, welche im Laufe des Kapitels dargestellt werden.

Ein möglicher Vorteil, welcher mit der Einführung eines Integrated Reporting entstehen könnte, ist die geforderte Konnektivität der Informationen aus den einzelnen Berichterstattungsinstrumenten. Diese verschiedenen Berichtsdimensionen sind historisch als isolierte Säulen entstanden und haben aufgrund dessen nur wenige Bezüge untereinander.[119] Mit einem integrierten Bericht soll dies nun beendet werden und die Konnektivität der einzelnen Informationselemente in einer vereinfachten, auf das Wesentliche fokussierten Weise dargestellt und beschrieben werden. Das Unternehmen soll dabei immer den Blick darauf haben, dass die Möglichkeit Wert zu schaffen, im Mittelpunkt der Berichterstattung innerhalb der einzelnen Inhaltselemente steht.[120] Dies führt letztendlich dazu, dass für das Management als auch für die Berichtsadressaten Zusammenhänge, welche als Basis für Entscheidungen der Stakeholder dienen, detaillierter dargestellt werden.[121]

Ein weiterer Vorteil des integrierten Berichts könnte sein, dass bei der erstmaligen Erstellung des Berichts die strategische Ausrichtung und das Geschäftsmodell durchleuchtet werden. Dies geschieht dadurch, dass durch das integrierte Denken die wesentlichen Werttreiber identifiziert werden und dadurch die mittel- bis langfristige Tragfähigkeit des Geschäftsmodells von einem übergreifenden Blickwinkel aus analysiert wird.[122]

Die Einführung des integrierten Berichts führt des Weiteren dazu, dass das Management schneller mit relevanten und besseren Informationen versorgt werden kann, da die Prozessstrukturen der Berichtserstellung optimiert werden.[123]

Letztendlich stellt sich den Unternehmen die Frage, worin überhaupt der Nutzen einer integrierten Berichterstattung liegt. Dies lässt sich damit beantworten, dass alle relevanten Informationen dem Kapitalmarkt konsistent und effizient kommuniziert werden können. Bei der Erstellung des Berichts müssen alle betroffenen Abteilungen auf den gleichen Informationspool zugreifen können, um konsistente Informationen kommunizieren zu können.[124] Dies führt zu dem Nutzen, dass das Unternehmen ein konsistentes und wahrheitsgetreues Bild darstellt, was darin resultiert, dass das Vertrauen der Schlüsselanspruchsgruppen erhöht werden kann.[125] Vertrauen wird somit durch die Kommunikation von regelmäßigen, relevanten und richtigen Informationen gebildet, welche den Stakeholdern so schnell wie möglich zur Verfügung gestellt werden, um die Aktualität der Informationen erhalten zu können. Dies kann durch die Umstellung der Berichtsprozesse erfolgen, da im Rahmen des Integrated Reporting die Informationen schneller zur Verfügung gestellt werden können.[126]

Zusammenfassend ist daher festzuhalten, dass die zuvor beschriebenen Vorteile für das Unternehmen mit einem überschaubaren Mehraufwand erreicht werden können, da viele der geforderten Informationen bereits in anderen, gesetzlich geforderten Berichten enthalten sind und bei der Erstellung eines integrierten Berichts nur noch eine konsequente Verknüpfung der Informationen erfolgen muss.

3 Aktuelle Situation bei der Berichterstattung von Unternehmen

3.1 Einführung

Unternehmen operieren in einem Spannungsfeld verschiedenartiger Ansprüche; dies macht es somit nicht immer leicht, alle Ansprüche der verschiedenen Interessengruppen zu erfüllen. Um dieses Informationsbedürfnis jedoch decken zu können, publizieren Unternehmen – meistens gesetzlich dazu verpflichtet – eine große Anzahl von externen Unternehmensberichten.[127] Wesentliche Grundlagen, um diese Berichterstattung zu standardisieren, sind gesetzlich verankerte Informations- und Publizitätspflichten. Diese Anforderungen an die externe Berichterstattung unterliegen einem ständigen Wandel, da sich aufgrund der vergangenen Finanzkrisen das regulatorische Umfeld von Unternehmen stetig verschärft und den handels-, gesellschafts- sowie kapitalmarktrechtlichen Informations- und Publizitätspflichten immer mehr Bedeutung zugesprochen werden.[128]

Auch im Mittelstand steigt aufgrund von steigenden Informationsbedürfnissen seitens der Kreditgeber oder Investoren stetig der Informationsbedarf, welchen die Unternehmen erfüllen müssen. Zwar unterliegen der Jahresabschluss und die Publizitätspflichten von Unternehmen auch gesetzlichen Pflichten, jedoch haben mittelständische Unternehmen oftmals aufgrund der Größe vereinfachte Informations- und Publizitätspflichten und geben daher – getreu dem Motto „je weniger, desto besser“ – nur die nötigsten Informationen aufgrund von externem Druck heraus.[129]

Um die Notwendigkeit einer Umsetzung des IR-Ansatzes aufzuzeigen, sollen die nachfolgenden Kapitel eine Einführung in die Berichterstattungspflichten sowie die Problematik bei der aktuellen Berichterstattung darstellen. Zunächst soll eine allgemeine Darstellung der Berichterstattungspflichten erfolgen, bevor nach einer Definition des deutschen Mittelstands dessen Spezifika bei der Berichterstattung dargestellt werden.

3.2 Gesetzliche Grundlagen und aktuelle Standards

Neben aktuellen Standards werden grundsätzlich die Informations- und Publizitätspflichten an externe Anspruchsgruppen in zwei große Blöcke unterschieden, den Pflichten auf Basis von handels- und gesellschaftsrechtlichen Gesetzen sowie den Pflichten, welche aus kapitalmarktrechtlichen Gesetzen resultieren.

3.2.1 Handels- und gesellschaftsrechtliche Informations- und Publizitätspflichten

Zentrales Element der Finanzberichterstattung ist der Jahresabschluss eines Unternehmens. § 264 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 242 HGB bildet dazu den Einstieg in die Berichterstattungspflichten einer Gesellschaft, da dieser besagt, dass die gesetzlichen Vertreter einer Kapitalgesellschaft einen Jahresabschluss erstellen müssen, diesen um einen Anhang – welcher mit der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung eine Einheit bildet – zu erweitern sowie all dies mit einem Lagebericht zu ergänzen haben.[130] Der Sinn und Zweck der gesetzlichen Verpflichtungen zur Aufstellung des Jahresabschlusses sind im Wesentlichen:

[...]


[1] Rutherford D. Rogers, Bibliotheksvorstand, Yale, 1985.

[2] Vgl. Leibfried (2012), S. 24.

[3] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Arbeitskreis Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2013), S. 876.

[4] Vgl. PwC: PricewaterhouseCoopers (2012), S. 3.

[5] Vgl. Janssen (2009), S 13.

[6] Vgl. Krzus (2011), S. 272.

[7] Vgl. International Integrated Reporting Committee (2011).

[8] Die Bezeichnung „Framework“ ist im Verlauf des Textes gleichgestellt mit „Rahmenkonzept“ und auch umgekehrt.

[9] Vgl. PwC: PricewaterhouseCoopers (2012).

[10] Vgl. Braun u.a. (2012).

[11] Vgl. PwC: PricewaterhouseCoopers (2013).

[12] Vgl. Frey (2013), S. 3.

[13] Vgl. Frey (2013), S. 5.

[14] Vgl. Leibfried (2012), S. 24.

[15] Die Bezeichnung „Integrierte Berichterstattung“ ist im Verlauf des Textes gleichgestellt mit „Integrated Reporting“ oder „IR“ und auch umgekehrt.

[16] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.1.

[17] Vgl. Frey (2013), S. 4.

[18] Vgl. Stötzer (2009), S. 320.

[19] Vgl. Veser (2013), S. 17.

[20] Vgl. Krzus (2011), S. 272.

[21] Vgl. Haller/Zellner (2013), S. 1126.

[22] Vgl. Leibfried (2012), S. 25.

[23] Vgl. Behncke (2013), S. 123.

[24] Im ersten Jahr nach der Gründung wurde das IIRC „International Integrated Reporting Council“ genannt und später umbenannt.

[25] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2857.

[26] Vgl. Druckmann (2010), S. 2.

[27] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.

[28] Vgl. Behncke (2013), S. 123.

[29] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2857

[30] Vgl. Behncke (2013) (2013), S. 124.

[31] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beyhs/Barth (2011), S. 2859.

[32] Vgl. Müller/Stawinoga (2014), S. 40.

[33] Vgl. Behncke (2013), S. 124.

[34] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Haller/Zellner (2013), S. 1125.

[35] Vgl. Frey (2013), S. 6.

[36] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 364.

[37] Vgl. Institute of Directors Southern Africa (2009), S. 12.

[38] Insgesamt gingen beim IIRC mehr als 350 Stellungnahmen zum Diskussionspapier ein, welche zusammengefasst auf der Homepage des IIRC eingesehen werden können: www.theiirc.org/wpcontent/uploads/2012/06/Discussion-Paper-Summary1.pdf (Stand: 09.04.2014).

[39] Als deutsche Unternehmen sind innerhalb des Pilotprogramms beispielsweise die EnBW AG, die Flughafen München GmbH, die SAP AG und die Deutsche Bank AG vertreten.

[40] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1680.

[41] Vgl. Haller/Zellner (2013), S. 1126.

[42] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013).

[43] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Haller/Zellner (2013), S. 1125.

[44] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365.

[45] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Müller/Stawinoga (2014), S. 40.

[46] Vgl. Kajüter u.a. (2013b) S. 1681.

[47] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.11.

[48] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.13.

[49] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365.

[50] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1680.

[51] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.9.

[52] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.14.

[53] Vgl. Weber/Schäffer (2014), S. 114.

[54] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Behncke/Fink u.a. (2012), S. 13.

[55] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S.1680.

[56] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.4.

[57] Vgl. Fink u.a. (2013), S. 48.

[58] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1681.

[59] Vgl. Abeysekera (2013), S. 243.

[60] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1687.

[61] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.11.

[62] Vgl. Müller/Stawinoga (2013), S. 462.

[63] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.1.

[64] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365.

[65] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beyhs/Barth (2011), S. 2859.

[66] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365.

[67] Vgl. Haller/Zellner (2013), S. 1128.

[68] Vgl. Fink u.a. (2013), S. 52.

[69] Vgl. Haller/Zellner (2014), S. 256.

[70] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 2.18.

[71] Vgl. Haller/Zellner (2014), S. 256.

[72] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1685.

[73] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.24.

[74] Vgl. Haller/Zellner (2014), S. 1128.

[75] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beys u.a. (2013), S. 50.

[76] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2859.

[77] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365.

[78] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 2.23.

[79] Vgl. Berndt u.a. (2014), S. 365

[80] Vgl. Beys u.a. (2013), S. 49.

[81] Vgl. Haller/Zellner (2014), S. 1129.

[82] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 2.4.

[83] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 2.7.

[84] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1684.

[85] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: International Integrated Reporting Council (2013), S. 10.

[86] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2859.

[87] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.1.

[88] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Berndt u.a. (2014), S. 365, Beyhs/Barth (2011), S. 2859, Haller/Zellner (2014), S. 1129, Kajüter/Hannen (2014), S. 77, International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.40, Kajüter u.a. (2013b), S. 1693.

[89] Vgl. Beys u.a. (2013), S. 51.

[90] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.7.

[91] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beyhs/Barth (2011), S. 2859 sowie Behncke/Hoffmann (2012), S. 412.

[92] Vgl. Haller/Zellner (2013), S. 1130.

[93] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beyhs/Barth (2011), S. 2860; Kajüter u.a. (2013b), S. 1683; Haller/Zellner (2013), S. 1130; Fink u.a. (2013), S. 51.

[94] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.18.

[95] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1686.

[96] Vgl. Engelbrechtsmüller/Kerschbaumer (2013), S. 51.

[97] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1681.

[98] Vgl. Frey (2013), S. 6.

[99] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.8.

[100] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.8.

[101] Vgl. Haller/Zellner (2014), S. 1132.

[102] Vgl. Denk (2009), S. 18.

[103] Vgl. Günther/Schmiedchen (2013), S. 280.

[104] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1687.

[105] Vgl. Behncke/Fink u.a. (2012), S. 67.

[106] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1685.

[107] Quelle: Eigene Darstellung, in Anlehnung an: Beyhs/Barth (2011), S. 2860.

[108] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.6.

[109] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 2.23.

[110] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 3.8.

[111] Vgl. Engelbrechtsmüller/Kerschbaumer (2013), S. 51.

[112] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2862.

[113] Vgl. Arbeitskreis Externe Unternehmensrechnung der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. (2013), S. 882.

[114] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1687.

[115] Vgl. International Integrated Reporting Council (2013), Tz. 1.20.

[116] Vgl. Engelbrechtsmüller/Kerschbaumer (2013), S. 51.

[117] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1680.

[118] Vgl. Burghardt (2013), S. 561.

[119] Vgl. Leibfried (2012), S. 24.

[120] Vgl. Kajüter u.a. (2013b), S. 1687.

[121] Vgl. Beyhs/Barth (2011), S. 2861.

[122] Vgl. Beys u.a. (2013), S. 51.

[123] Vgl. Behncke (2013), S. 126.

[124] Vgl. Aebersold/Suter (2012), S. 380.

[125] Vgl. Frey (2013), S. 8.

[126] Vgl. Aebersold/Suter (2012), S. 380.

[127] Vgl. Picard u.a. (2014), S. 940.

[128] Vgl. Zitzmann/Decker (2014), S. 271.

[129] Vgl. Eidel/Strickmann (2013), S. 1979.

[130] Vgl. Stein (2011), S. 43f.

Details

Seiten
130
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656755609
ISBN (Buch)
9783656755616
Dateigröße
7.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281614
Institution / Hochschule
Hochschule Reutlingen – ESB Business School
Note
1,6
Schlagworte
integrated reporting eine bedarfs- umsetzungsanalyse mittelstand

Autor

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Titel: Integrated Reporting. Eine Bedarfs- und Umsetzungsanalyse für den Mittelstand