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Informationen, Symptome und Maßnahmen zu EHEC und dem HUS-Syndrom

Enterohämorrhagische Escherichia coli und das hämolytisch-urämische Syndrom

Zusammenfassung 2011 11 Seiten

Medizin - Epidemiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Was ist EHEC?.
1.2 Was ist HUS?.
1.3 Infektion und klinischer Krankheitsverlauf

2 Bisheriger Verlauf
2.1 Zur Entwicklung der Erkrankungszahlen.
2.2 Geographische Verteilung...
2.3 EHEC- und HUS-Fälle im Mai 2011

3 Ursachen, Symptome und Maÿnahmen
3.1 Ursachen und mögliche Infektionsquellen..
3.2 Symptome
3.3 Maÿnahmen

4 Fazit: Einschätzung der Lage

5 Literatur

1 Einführung

1.1 Was ist EHEC?

Enterohämorrhagische Escherichia coli sind Bakterien, die die Eigenschaft zur Bildung bestimmter Zytotoxine besitzen. Zytotoxine sind mit einer mo- laren Masse von über 250 kDA für Bakterien auÿergewöhnlich groÿe Toxine. Ihre toxische Wirkung besteht darin, dass sie ein sogenanntes RHO-Protein modi zeren. Dieser Vorgang führt dann dazu, dass die Darmepithelzellen ab- sterben. Einige dieser Erreger können schwere Verläufe mit hämorrhagischem Kolitis und hämolytisch-urämischem Syndrom (HUS) hervorrufen.

1.2 Was ist HUS?

Das hämorrhagische Kolitis ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (Mastdarm und Dickdarm), die durch ihre Blutungsneigung charakterisiert wird. Dagegen ist das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) eine Erkran- kung der Blutgefäÿe. Dabei werden durch verschiedene Ursachen, wie meis- tens Bakteriengifte, Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion geschädigt. Das Vollbild des HUS ist aber auch charakterisiert durch hämolytische An- ämie (Blutarmut) und Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen). Be- reits geringe Keimzahlen von 10-100 Erregern können für eine Infektion aus- reichen.

1.3 Infektion und klinischer Krankheitsverlauf

EHEC-Bakterien werden direkt oder indirekt vom Tier auf den Menschen übertragen. Hierbei handelt es sich eher um Wiederkäuer, wie vor allem Rin- der, Schafe und Ziegen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fäkal-oral. Fäkal-oral bezeichnet einen Übertragungsweg für Infektionen, bei dem mit dem Stuhl (fäkal) ausgeschiedene Erreger über den Mund (oral) aufgenom- men werden. Oft sind mangelnde Hygiene, verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel der Übertragungsweg der Krankheitserreger.

Gefährdet sind vor allem Kinder, ältere Menschen, sowie Menschen, die mit Immunsuppressiva (Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems, wie sie zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen und Organtransplantationen eingenommen werden müssen) behandelt werden. Besonders aufpassen müssen auch Schwangere, da eine Infektion mit EHEC das Risiko einer Fehl- oder Frühgeburt erhöhen kann (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)).

Für bisher bekannte Verläufe von EHEC beträgt die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen Infektion mit einem Krankheitserreger und Auftreten der ersten Symptome vergeht, ca 2 bis 10 Tage (im Durchschnitt 3 bis 4 Tage). Die Latenzzeit zwischen Beginn der Magen-Darm-Symptomatik und dem HUS beträgt ca. eine Woche. Die Latenzzeit ist die Zeit, in der ein Gleichgewicht zwischen Wirt (hier der Mensch) und dem Erreger besteht, bis einer von Beiden überwiegt und es entweder zum Ausbrechen der Infek- tionskrankheit oder aber zur Eliminierung (Abtötung) des Erregers kommt.

Das hämolytisch-urämische Syndrom in Kombination mit der bakteriellen Infektion Enterohämorrhagische Escherichia coli stellt eine schwere und manchmal tödliche Komplikation dar. Infektionen des Menschen können jedoch auch inapparent, also klinisch unbemerkt, ablaufen, da die Infektion nicht in Erscheinung tritt.

2 Bisheriger Verlauf

2.1 Zur Entwicklung der Erkrankungszahlen

Seit Anfang Mai kommt es in mehreren Bundesländern zu einem gehäuften Auftreten des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS) in Zusammenhang mit Infektionen durch Enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC). Seit Mai 2011 wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) gemäÿ Infektionsschutz- gesetz (IfSG) 1064 EHEC-Erkrankungen und 470 Fälle von HUS übermittelt, davon 908 bzw. 273 mit labordiagnostischer Bestätigung. Das bisherige Ma- ximum liegt am 22. Mai 2011 mit 120 übermittelten EHEC- bzw. HUS-Fällen (vgl. Robert-Koch-Institut, Paper: Epidemiologisches Bulletin Nr.22, 6. Juni 2011).

2.2 Geographische Verteilung

Besonders betro en sind die fünf nördlichen Bundesländer Hamburg, Schleswig- Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern. Den Schwer- punkt des Geschehens stellen die zwei nördlichen Stadtstaaten Hamburg und Bremen dar. In der folgenden Abbildung sind die Fallzahlen der seit 1.5.2011 übermittelten EHEC- und HUS-Fälle nach Bundesland aufgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb.1 Fallzahl und kumulative Inzidenz seit 1.5.2011, Stand: 31.5.2011, Quelle: RKI

Das zwischen den Bundesländern stark varriierte Verhältnis von EHEC- und HUS-Fällen ist vermutlich melde- und übermittlungsbedingt.

2.3 EHEC- und HUS-Fälle im Mai 2011

Auffallend ist neben der geographischen Verteilung des Geschehens auch die Alters- und Geschlechtsverteilung. Es wurden bislang 13 Todesfälle gemel- det, davon neun im Zusammenhang mit einem HUS und vier nach EHEC- Infektion ohne HUS. Das Alter der übermittelten Todesfälle liegt zwischen 22 und 91 Jahren, fünf Verstorbene waren zwischen 22 und 40 Jahren und acht zwischen 75 und 91 Jahren alt. Ferner verstarb eine 50-jährige Frau aus Schweden, die sich während eines Aufenthaltes in Deutschland in ziert hatte (vgl. Robert-Koch-Institut, Paper: Supplement zum epidemiologischen Bulletin Nr.21, 30. Mai 2011). Im Folgenden eine Übersicht über den Infek- tionsverlauf mit EHEC und das HUS. In der Abbildung sind nur die Fälle mit Angabe eines Erkrankungsdatum seit 1.5.2011 aufgeführt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb.2 Fälle nach Erkrankungsdatum und Meldekategorie, Stand: 31.5.2011, Quelle: RKI

Insbesondere die Alters- und Geschlechtsverteilung der Fälle ist sehr unge- wöhnlich. Die folgende Statistik zeigt die kumulative Inzidenz der seit Anfang Mai 2011 übermittelten HUS-Fälle nach Altersgruppe und Geschlecht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.

Abb.3 Kumulative Inzidenz der HUS-Fälle seit Mai 2011 nach Altersgruppe und Geschlecht, Stand: 31.5.2011, Quelle: RKI

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Details

Seiten
11
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783656758778
ISBN (Buch)
9783656762072
Dateigröße
635 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281474
Note
Schlagworte
Medizin ehec hus epidemologie virologie epidemie maßnahmen symptome virus schweinegrippe

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Titel: Informationen, Symptome und Maßnahmen zu EHEC und dem HUS-Syndrom