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Der Zusammenhang zwischen der sportlichen Motivation und der Persönlichkeit

Persönlichkeitsfacetten: Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus

Studienarbeit 2014 52 Seiten

Sport - Sportpsychologie

Leseprobe

Inhaltverzeichnis

II Abbildungsverzeichnis

III Tabellenverzeichnis

IV Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Begriffsabgrenzung - Körperliche Aktivität, Bewegung und Sport
2.2. Vorstellung verschiedener Persönlichkeitsmodelle
2.2.1. Sportaktivitäten in Verbindung mit Persönlichkeitsfacetten
2.3. Motivationale Bedingungsfaktoren
2.4. Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsfacetten und Motiven
2.5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

3. Fragestellung und Hypothesen
3.1. Hypothesen zu Zusammenhängen zwischen den Persönlichkeitsfacetten und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus verschiedenen Motiven
3.2. Hypothesen zu genderspezifischen Unterschieden hinsichtlich der Motive
3.3. Hypothesen zu der Häufigkeit der Ausübung der sportlichen Aktivität

4. Methodik der Untersuchung
4.1. Teilnahmekriterien
4.2. Messinstrumente
4.2.1. Big Five Inventory (BFI-K)
4.2.2. Motivationale Bedingungsfaktoren
4.2.3. Sportbiografischer Abschnitt des Fragebogens
4.3. Durchführung der Messung
4.4. Beschreibung der Stichprobe

5. Ergebnisse
5.1. Faktorenanalytische Auswertung
5.1.1. Faktorenanalytische Auswertung der Persönlichkeitsfacetten
5.1.2. Faktorenanalytische Auswertung der motivationalen Bedingungsfaktoren
5.2. Überprüfung der Zusammenhangshypothesen
5.3. Überprüfung der Mittelwertunterschiedshypothesen
5.4. Überprüfung der Vorhersagehypothesen
5.4.1. Überprüfung der Vorsagehypothesen in Bezug auf die Hypothese g
5.4.2. Überprüfung der Vorsagehypothesen in Bezug auf die Hypothese h

6. Diskussion
6.1. Diskussion zu Korrelation der Persönlichkeitsfacetten und motivationalen Bedingungsfaktoren
6.2. Diskussion zu genderspezifischen Unterschieden und der Vorhersage von sportlichen Aktivitäten

7. Zusammenfassung und mögliche zukünftige Forschungsschwerpunkte

V Literaturverzeichnis

Vl Anhang
Anhang 1: Soziodemografische Stichprobenbeschreibung
Anhang 2: Statistische Überprüfung der Skalenwerte der Persönlichkeitsfacetten
Anhang 3: Statistische Überprüfung der Skalenwerte der motivationalen
Bedingungsfaktoren
Anhang 4: Streudiagramme zur Überprüfung der Korrelationsvoraussetzungen
Anhang 5: Überprüfung der Voraussetzungen der Regression
Anhang 6: Daten zur Hypothese g
Anhang 7: Daten zur Hypothese h

II Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Scree-Plot Persönlichkeitsfacetten

Abbildung 2: Scree-Plot der motivationalen Bedingungsfaktoren

III Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Hauptkomponentenmatrix der Persönlichkeitsfacetten

Tabelle 2: Hauptkomponentenmatrix der Persönlichkeitsfacetten

Tabelle 3: Korrelationsmatrix Extraversion mit den Motiven Freude/Spass,
Wettkampf/Leistung, Kontakt, Fitness/ Gesundheit und Wohlbefinden

Tabelle 4: Korrelationsmatrix Neurotizismus mit den Motiven Kontakt und
Fitness/Gesundheit

Tabelle 5: Korrelationsmatrix Gewissenhaftigkeit mit dem Motiv Wettkampf/Leistung

Tabelle 6: Kolmogorow-Smirnow und Shapio-Wilk Test auf Normalverteilung
Wettkampf/Leistung und Wohlbefinden

Tabelle 7: Schiefe und Kurtosis Normalverteilungsbetrachtung der Motive
Wettkampf/Leistung und Wohlbefinden

Tabelle 8: Gruppenstatistik

Tabelle 9: T-Test für die Mittelwertgleichheit

Tabelle 10: Regressionsanalyse – Modellübersicht der Hypotheseg

IV Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch die Sportberichterstattung in den Medien, die Instrumentalisierung verschiedener Marketingkampagnen und die progressive Etablierung des Freizeit- und Gesundheitssektor entwickelte sich der Freizeitsport über die letzten 30 Jahre zu einem Massen- und Kulturphänomen, welche in der deutschen Gesellschaft präsent sind (vgl. Schauerte 2005, S. 255; vgl. Venetz 2012, S. 11). Zudem berichten regelmäßig verschiedene Institute und Einrichtungen über die gesundheitlichen Vorteile von sportlicher Aktivität, wie beispielsweise die Reduzierung an Krebs- oder Herzkreislauferkrankungen, Depressionen, Alzheimer und als Folge dessen sind diese der deutschen Bevölkerung bekannt. Nach den Ergebnissen der Studie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ sind 56% der Männer und 38% der Frauen mindestens 2,5 Stunden pro Woche sportlich aktiv. Das US-amerikanische Center of Disease Control and Prevention (CDC) empfiehlt pro Woche eine körperliche Aktivität von 30 Minuten an mindestens fünf Tagen. 23% der Männer und 20% der Frauen kommen dieser Empfehlung nach (vgl. Lampert & Mensink & Müters 2011, S. 108). Werden die gesundheitlichen Vorteile ins Verhältnis zu der tatsächlichen körperlichen Aktivität gesetzt, ist die sportliche Betätigung der deutschen Bevölkerung trotz des hohen Sportinteresses als mäßig zu betrachten. Studien bewiesen zudem den Einfluss von personalen, sozialen und umweltbedingten Faktoren auf die körperliche Aktivität (vgl. Trost et al. 2002, S. 1997ff). Seit Jahren steht die Persönlichkeit als personaler Faktor für die physische Betätigung im Fokus (vgl. Rhodes & Smith 2006, S. 958) und auch gewinnen Motive als eine zentrale psychische Handlungsvoraussetzung für Sportaktivitäten an Beachtung (vgl. Lehnert & Sudeck & Conzelmann 2011, S. 146). Mit der vorliegenden Arbeit werden diese Betrachtungen auf den deutschen Kulturraum eingegrenzt und überprüft.

2. Theoretischer Hintergrund

In diesem Kapitel werden beginnend mit der Begriffsabgrenzung hinsichtlich sportlicher Aktivität sowohl die verschieden Persönlichkeitsfacetten als auch die Abhandlung der motivationalen Bedingungsfaktoren ausgeführt.

2.1. Begriffsabgrenzung - Körperliche Aktivität, Bewegung und Sport

In der Sportwissenschaft und –medizin sowie in den Gesundheitswissenschaften sind die Begriffe körperliche Aktivität, Bewegung und Sport geläufig. Bewegung und körperliche Aktivität werden häufig als Synonyme verwendet (vgl. Geuter 2009, S. 19). So umfasst körperliche Aktivität alle Bewegungen, die durch den Einsatz größerer Muskelgruppen eine wesentliche Erhöhung des Energieverbrauchs hervorrufen (vgl. USDHHS 1996, S. 20). Spezifische Teilmengen sind Bewegungs- und Sportaktivität. Als Bewegungsaktivität werden in der Freizeit beispielsweise Treppensteigen oder mit dem Rad zum Restaurant fahren, und im Beruf, etwa handwerkliche Tätigkeiten oder Haushaltsarbeiten, verstanden. Zu den Sportaktivitäten zählen alle körperlichen Aktivitäten mit erhöhtem Energieverbrauch, die aus verschiedenen Gründen, wie Spass und Genuss, Leistung, Geselligkeit oder Wohlbefinden, ausgeübt werden. Weiter können Sportaktivitäten im engeren und weiteren Sinne unterschieden werden. Sportaktivitäten im engeren Sinne umfassen die klassischen Sportarten, zum Beispiel Fußball, Turnen oder Leichtathletik, und im weiteren Sinne stehen Yoga, Nordic Walking, Jogging, Tanzen oder Skilanglauf im Vordergrund. Leistungsaspekte spielen bei sportlichen Aktivitäten im engeren Sinne eine höhere Rolle (vgl. Fuchs et al. 2013, S. 6f).

2.2. Vorstellung verschiedener Persönlichkeitsmodelle

Um einen Zusammenhang zwischen der motivationalen Bedingungsfaktoren im Hinblick der Ausübung sportlicher Aktivtäten im weiteren Sinne und der Persönlichkeitsfacetten aufzeigen zu können, werden im folgenden Abschnitt zur Bildung der wissenschaftlichen Grundlage zunächst zwei bekanntere Persönlichkeitsmodelle vorgestellt.

Das NEO-Fünf-Faktoren-Inventar (NEO-FFI) nach Costa und McCrae ist ein allgemeiner Persönlichkeitsfragebogen mit einem großen Anwendungsfeld. Gegenstand des Verfahrens sind die „Big Five“: Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit (vgl. Digman 1990, S. 423). Der Faktor, auch Dimension oder Facette genannt, Neurotizismus beschäftigt sich mit der Unterscheidung beispielsweise emotional stabil, selbstbewusst, ruhig, kontrolliert und ausgeglichen oder instabil, ängstlich, ablehnend und leicht reizbar. In einigen Studien wird die Facette emotionale Stabilität an Stelle des Neurotizismus verwendet. Die Merkmale gesellig, durchsetzungsfähig, tatkräftig, aufgeschlossen und aktiv oder introvertiert, passiv still und reserviert werden der Facette Extraversion zugeordnet. Die dritte Dimension Offenheit für Erfahrungen, auch unter dem Titel Intellekt bekannt, unterscheidet die Eigenschaften Kreativität, Neugierde, Scharfsinn und Ästhetik versus fehlende Kreativität, Phantasielosigkeit, Beharrlichkeit und Konventionalität (vgl. Rhodes & Smith 2006, S. 958; vgl. Hossiep & Mühlhaus 2005, S. 21). Jedoch gilt es zu berücksichtigen, dass innerhalb der Dimension Offenheit für Erfahrungen in wissenschaftlichen Arbeiten nicht deckungsgleiche Konstrukte, wie Intellekt oder Originalität, analysiert werden und daraus eine mangelnde Vergleichbarkeit der Studien resultieren kann (vgl. Kanning 2009, S. 195). Zwischen den Persönlichkeitseigenschaften mitfühlend, kooperativ, altruistisch und nachsichtig im Verhältnis zu zynisch und unkooperativ wird beim Faktor Verträglichkeit differenziert. Gewissenhaftigkeit ist die fünfte Facette und beinhaltet Merkmale wie organisiert, pünktlich und fleißig oder gleichgültig, unzuverlässig, achtlos und faul (vgl. Rhodes & Smith 2006, S. 958; vgl. Hossiep & Mühlhaus 2005, S. 21).

Als ein weiteres Persönlichkeitsmodell kann das Eysenck Personality Inventory (EPI) angeführt werden. Dieses 3-Faktoren-Modell fokussiert sich, vergleichbar zu dem NEO-FFI, auf die beiden Dimensionen Extraversion und Neurotizismus. Psychotizismus determiniert sich als dritte Facette mit den Eigenschaften Impulsivität, Risikobereitschaft, Pragmatismus und Sensationslust (vgl. Rhodes & Smith 2006, S. 958).

Darüber hinaus stehen zahlreiche Modelle wie das 16-Persönlichkeitsfaktoren-Modell nach Cattell oder der Myers-Briggs-Typenindikator (MBTI) zur Verfügung, auf die hier jedoch nicht näher eingegangen wird.

2.2.1. Sportaktivitäten in Verbindung mit Persönlichkeitsfacetten

Einige Forschungsarbeiten beschäftigten sich mit dem Zusammenhang der Persönlichkeits-facetten und der sportlichen Aktivität.

Rhodes und Smith eruierten in einer Metaanalyse aus 33 Studien einen kleinen Effekt der Dimension Neurotizismus mit einer Korrelation r=-0,11. Daraus resultiert eine negative Verknüpfung mit körperlicher Aktivität. Die Facetten Extraversion und Gewissenhaftigkeit erzielten Korrelationen von r=0,23 und r=0,20. Das Ergebnis für die Extraversion führt zu der Erkenntnis, dass ein kleiner bis mittlerer Einfluss auf die sportliche Aktivität gegeben ist. Jedoch wird dieser Zusammenhang durch Elemente wie Geschlecht, Alter, Kultur, Land, Untersuchungsdesign und Forschungsinstrumente unterstützt. Auf einem ähnlichen Niveau bewegt sich der Persönlichkeitsfaktor Gewissenhaftigkeit (vgl. Rhodes & Smith 2006, S. 958ff). Ein hoher negativer Wert bei Neurotizismus hat dementsprechend das Vermeiden von sportlichen Aktivitäten als Folge während im Verhältnis ein hoher positiver Wert bei Gewissenhaftigkeit einen erfreulichen Einfluss auf das Gesundheitsverhalten hat (vgl. ebd., S. 963).

Zwei von zwölf Studien konnten einen Zusammenhang zwischen der Dimension Offenheit für Erfahrungen bzw. Intellekt und der Sportaktivitäten feststellen. Jedoch konnte in der Meta-Studie dieses Ergebnis nicht bestätigt werden. Die Facette Verträglichkeit wurde in elf Studien untersucht und es konnte keine Korrelation bewiesen werden (vgl. ebd., S. 961).

Im Fokus einzelner Studien können abweichende Schlussfolgerungen zur Meta-Studie auftreten. Nia und Besharat erzielten in ihrer Studie höhere Werte in den Dimensionen Extraversion und Gewissenhaftigkeit sowie niedrigere Werte in Neurotizismus. Diese Ausprägungen sind deckungsgleich mit der Meta-Studie. Die Studie zeigt Unterschiede zwischen Einzelathleten und Teamathleten. Einzelathleten zeigten höhere Werte bei Offenheit für neue Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus, während die Werte für Extraversion und Verträglichkeit bei den Teamathleten höher lagen. Diese Persönlichkeitsausprägungen sind aus der Sicht der beiden Autoren für die Sportaktivität elementar und können durch die Ausübung der jeweiligen Sportart verstärkt werden. Im Gruppensport können die Athleten ihren Sportkameraden leichter vertrauen und eine Beziehung aufbauen. Selbstdisziplin und Wettkampf haben im Einzelsport keine höhere Bedeutung und dies spiegelt sich in der Dimension Gewissenhaftigkeit wider (vgl. Nia & Besharat 2010, S. 810f).

Saklofske et al. untersuchte an einer größeren kanadischen Universität den Zusammenhang hinsichtlich Personalität, emotionale Intelligenz und körperlicher Bewegung. Die Korrelation mit Neurotizismus wies einen negativen Wert auf und mit Extraversion ein positives Ergebnis. Jedoch konnte keinen Zusammenhang bezüglich der Gewissenhaftigkeit nachgewiesen werden. Zudem sind Unterschiede zwischen einer positiven Einstellung zu Sport und dem Sportverhalten sichtbar (vgl. Saklofske et al. 2007, S. 943f).

Hinsichtlich der positiven Korrelation der Persönlichkeitsdimension Extraversion und Neurotizismus steht die Studie von Yeung und Hemsley im Einklang mit den bereits vorgestellten Studien (vgl. Yeung & Hemsley 1996, S. 50).

Bei Extremsportler wurde bei der Dimension Gewissenhaftigkeit ein erhöhter Wert im Vergleich zu Sportler, die keinen risikoreichen Sport betreiben, nachgewiesen. Als essentielle Eigenschaften der Sportler im Risikoumfeld werden in der Studie hohe Vertrauenswürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein genannt. Einwandfreie Ausrüstung und verlässliche Sportpartner mit den beschriebenen Werten mindern das Verletzungsrisiko bei der Ausübung des Sports (vgl. Kajtna et al. 2004, S. 29f).

Dies lässt den Schluss zu, dass die Persönlichkeitsfacetten Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus eine Korrelation zu Sportaktivitäten aufweisen. Jedoch können die Ergebnisse je nach Sportart, Verhalten und Einstellung variieren.

2.3. Motivationale Bedingungsfaktoren

In der heutigen Motivationspsychologie werden zwischen impliziten und expliziten Motiven, die zum Teil voneinander unabhängig sind, unterschieden (vgl. Brunstein 2010, S. 241). Innerhalb des Freizeit- und Gesundheitssports werden sportliche Handlungen mit expliziten Motiven verknüpft und analysiert. Da explizite Motive bewusst und sprachlich darstellbar sind, können diese von den jeweiligen Probanden in Form von Selbstbilder, Werte und Ziele widergegeben werden. Im Gegensatz hierzu sind implizite Motive dem Bewusstsein meist unzugänglich (vgl. ebd., S. 238). Innerhalb des situativen Kontextes mit den drei Komponenten Person, Aufgabe und Umwelt, liefern die expliziten Motive und die in enger Verbindung stehenden Ziele das Fundament, das sich mit intrinsischen und extrinsischen Anreizen auseinandersetzt. Der Anregungsgehalt einer sportlichen Tätigkeit kommt bei dem intrinsischen Anreiz zum Tragen. Extrinsische Anreize resultieren aus dem Anregungsgehalt der Umstände und Folgen, welche aus der Umwelt resultieren (vgl. Nitsch 2004, S. 16). Als Konsequenz entscheiden die Motive welche Anreize für die sportliche Aktivität antizipiert und bewertet werden. Sportliche Handlungen können sich auf Ergebnisse, beispielsweise Leistungserfolge oder Stimmungsverbesserung, und Ergebnisfolgen, wie Gesundheit, soziale Integration oder Gewichtsreduktion, beziehen. Wettkampferlebnis, Körperwahrnehmung oder ästhetische Bewegungserlebnisse sind in der subjektiven Wahrnehmung von Sportaktivitäten anzusiedeln und können als Tätigkeitsanreize wahrgenommen werden (vgl. Sudeck & Lehnert & Conzelmann 2011, S. 3f).

Hinsichtlich der Motivklassifizierung identifizierten Sudeck, Lehnert und Conzelmann sieben Bereiche: Fitness/Gesundheit, Figur/Aussehen, Ästhetik, Ablenkung/Katharsis, Aktivierung/ Freude, sozialer Kontakt und Wettkampf/Leistung und entwickelten das Berner Motiv- und Zielinventar (BMZI) (vgl. Sudeck & Conzelmann 2011, S. 177; vgl. Lehnert & Sudeck & Conzelmann 2011, S. 146).

Das Motiv Fitness/Gesundheit fokussiert sich auf den Fitness- und Gesundheitsbereich des Sports, während die Gewichtsregulierung und die Verbesserung des Erscheinungsbildes bei dem Motiv Figur/Aussehen eingeordnet wurden. Beide Motive sind zweckzentriert. Die Facetten der Freizeitgestaltung und Erholung, die positive Aktivitäten beinhalten, werden dem Motiv Aktivierung/Freude zugeschrieben. Hierbei handelt es sich meist um kurz- bis mittelfristige Ergebnissen. Ebenso ist die Kurz- und Mittelfristigkeit bei der Bewältigung von negativen Ereignissen, wie Disstress oder hohe berufliche Belastung, zu finden. Diese Verhaltensweise spiegelt das Motive Ablenkung/Katharsis mit dem Schwerpunkt auf Erholung wider. Das Element sich an der Schönheit der eigenen Bewegung erfreuen, stellt einen tätigkeitszentrierten Aspekt dar und wird durch das Motiv Ästhetik zum Ausdruck gebracht. Das Kontaktmotiv behandelt zum einen die Kommunikation und Interaktion im Sport und bezieht sich auf die Möglichkeit neue Kontakte aufzubauen oder zu pflegen. Die verschiedenen leistungsthematischen Aspekte, die auf den sozialen Vergleich oder sportliche Resultate beziehen, konzentrieren sich auf das Motiv Wettkampf/Leistung (vgl. Lehnert & Sudeck & Conzelmann 2011, S. 154).

Die Studie von Ingledew, Markland und Ferguson setzt mit dem Drei-Stufen-Modell der Sportmotivation auf eine erweiterte Sichtweise. Im Fokus der ersten Stufe liegt das Motiv hinsichtlich der individuellen Lebensziele. Die Lebensziele können nach dem Aspirations Index erfasst werden und beinhalten die Bereiche persönliches Wachstum, Beziehungen, Gesellschaft, Gesundheit, Wohlstand, Ruhm und Attraktivität. Die Motive der Sportpartizipation, wie Geselligkeit, Fitness, Ästhetik, Fähigkeit und Spass, sind auf der zweiten Stufe zu finden und auf der letzten Stufe nehmen die regulierenden Motive Einfluss auf die individuellen Verhaltensziele (vgl. Ingledew & Markland & Ferguson 2009, S. 337f). Hohe Werte erzielte das Motiv Gesundheit/Fitness und durchschnittliche Werte die Motive Figur/Aussehen, Kontakt, Wettkampf/Leistung, Stress Management und Anschluss. Trotz der erweiterten Betrachtungsweise können auf der zweiten Stufe ähnliche Motive, die auch im BMZI klassifiziert wurden, identifiziert werden.

Als jüngste psychometrische Untersuchung wurden die Motive Gesundheit und Katharsis von Steffgen et al. auf der Basis des Modells von Kenyon untersucht. Weiter zurückliegende Studien stammen von Gill, Gross und Huddleston aus dem Jahre 1983 mit dem Fokus auf Kinder und Jugendliche. Redericke und Ryan führten 1993 Pilotstudien durch, die 1997 überarbeitet wurden. Ebenso 1993 entwickelten Markland und Hardy das Exercise Motivation Inventory, das 1997 von Markland und Ingledew überarbeitet wurde (vgl. Lehnert & Sudeck & Conzelmann 2011, S. 149).

Im wirtschaftlichen Kontext wurden die Motive Macht, Leistung und Anschluss umfassend untersucht. Im Transfer auf den Freizeitsport spielt das Motiv Macht eine eher untergeordnete Rolle. Die Motive Leistung und Anschluss sind im BMZI enthalten.

2.4. Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsfacetten und Motiven

Im Hinblick auf Führungsverhalten konnten Olson und Weber in einer Studie Korrelationen zwischen Persönlichkeitseigenschaften und Motiven feststellen. Die Facette Extraversion zeigte einen hohen Zusammenhang zum Anschluss- und Machtmotiv. In Verbindung zur Verträglichkeit zeigte das Machtmotiv jedoch eine negative Beziehung (vgl. Furtner & Baldegger 2013, S. 18). Innerhalb des Sportkontextes untersuchten Courneya und Hellsten den Einfluss der Persönlichkeit auf das Sportverhalten, die Motive und die Präferenzen bei Studenten. Im Mittelpunkt standen die fünf Persönlichkeitsfacetten Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrung, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Als Motive wurden Gesundheit, Aussehen, Figur/Gesichtskontrolle, Kontakt, Stress und Freude/Spass gewählt. Als Ergebnisse wurden einzelne Zusammenhänge zwischen Neurotizismus und Aussehen und Figur/Gewichtskontrolle sowie Extraversion in Verbindung mit dem Motiv Kontakt identifiziert. Sowohl Extraversion als auch Gewissenhaftigkeit korrelierten mit dem Gesundheitsmotiv und Extraversion, Offenheit für Erfahrung und Neurotizismus mit Freude. Innerhalb dieser Studie zeigte die Dimension Verträglichkeit keinen Einfluss auf die vorgestellten Motive (vgl. Courneya & Hellsten 1997, S. 629). Unabhängig der Tätigkeit, Führung oder Sport, belegen beiden Studien eine hohe Korrelation zwischen dem Anschluss- bzw. Kontaktmotiv und der Persönlichkeitsfacette Extraversion.

2.5. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

In der Disziplin Sport untersuchen die vorliegenden Studien jeweils Sportaktivitäten häufig in Verbindung mit dem Persönlichkeitsinventar oder in Verbindung mit Motiven. Die Assoziation zwischen Persönlichkeitseigenschaften und grundlegenden Motiven im Bereich Freizeitsport wird als soweit unzureichend deklariert, da für den deutschsprachigen Raum keine adäquate Studie identifiziert werden konnte. Wie bereits unter 2.2.1. erläutert, kam die Meta-Studie von Rhodes und Smith zu dem Ergebnis, dass sowohl die Kultur als auch das jeweilige Land als unterstützende Faktoren im Verhältnis zu Sportaktivitäten und Persönlichkeit agieren. Auch werden die genderspezifischen Unterschiede in den Forschungsergebnissen nicht berücksichtigt. So steht im Fokus dieser Studienarbeit die Persönlichkeit der deutschsprachigen Freizeitsportler mit den Facetten Extraversion, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus in Verbindung mit den Motiven Wettkampf/Leistung, Kontakt, Freude/Spass, Fitness/Gesundheit und Wohlbefinden. Im Rahmen der motivationalen Bedingungsfaktoren finden alle Sportaktivitäten sowohl im engeren als auch im weiteren Sinne Berücksichtigung.

3. Fragestellung und Hypothesen

Aufgrund der bereits dargestellten Studien hinsichtlich der Persönlichkeitsmerkmale sind für diese Untersuchung Extraversion, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit von Bedeutung. Als motivationale Bedingungsfaktoren wurden alle Sportarten im engeren Sinne, wie Fußball, Leichtathletik, Eishockey als auch im weiteren Sinne beispielsweise Yoga, Bergsteigen, Radfahren, die um ihrer selbst willen, aus personalen, sozialen und gesundheitlichen Gründen ausgeübt werden, behandelt. Um ihrer selbst willen, das heißt die Freude an einer sportlichen Tätigkeit kommt zum Tragen, führt zu dem Motiv Freude/Spass, aus personalen Gründen zu dem Motiv Wettkampf/Leistung, aus sozialen Anlässen zu Kontakt, und aus gesundheitlichen Beweggründen zu Fitness/Gesundheit und Wohlbefinden.

3.1. Hypothesen zu Zusammenhängen zwischen den Persönlichkeitsfacetten und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus verschiedenen Motiven

Die drei Persönlichkeitsfacetten werden in Verbindung mit den Motiven Freude/Spass, Wettkampf/Leistung, Kontakt, Fitness/Gesundheit und Wohlbefinden gesetzt und untersucht. Aus dem theoretischen Hintergrund lassen sich folgende Zusammenhänge erwarten:

a) Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Extraversion und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus dem jeweiligen Motiv
1) Freude/Spass, 2) Wettkampf/Leistung, 3) Kontakt und 4) Wohlbefinden.
b) Es besteht ein negativer Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Neurotizismus und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus dem Kontaktmotiv.
c) Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Neurotizismus und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus dem Motiv Fitness/Gesundheit.
d) Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Gewissenhaftigkeit und der Ausübung der sportlichen Aktivität aus dem Wettkampf/Leistungsmotiv.

3.2. Hypothesen zu genderspezifischen Unterschieden hinsichtlich der Motive

Nachdem in der deutschen Gesellschaft genderspezifische Verhaltensweisen bei sportlichen Aktivitäten, zum Beispiel wird Yoga häufiger von Frauen ausgeübt respektive Fußball wird von Männer bevorzugt, zu beobachten sind, werden zwei Motive Wettkampf/Leistung und Wohlbefinden hinsichtlich des Geschlechts analysiert.

e) Das Wettkampf/Leistungsmotiv ist für die Ausübung sportlicher Aktivitäten bei Männern höher als bei Frauen.

f) Das Motiv Wohlbefinden ist für die Ausübung sportlicher Aktivitäten bei Frauen höher als bei Männer.

3.3. Hypothesen zu der Häufigkeit der Ausübung der sportlichen Aktivität

Ausgehend von der Motivationspsychologie wird die Annahme getroffen, dass Motive einen wesentlichen Einfluss auf die Häufigkeit und Dauer der Ausübung der sportlichen Aktivität haben. Daraus resultieren die zwei folgenden Hypothesen.

g) Je höher die Motivmittelwerte sind desto mehr Stunden werden für die sportliche Aktivität aufgebracht.

h) Je höher der Mittelwert für das Motiv Freude/Spass der Frauen ist desto öfters üben sie eine sportliche Aktivität aus.

4. Methodik der Untersuchung

4.1. Teilnahmekriterien

Ziel war es, eine möglichst breit gestreute Stichprobe sportlich aktiver Probanden ver-schiedener Altersgruppen und beider Geschlechter in die Untersuchung einzubeziehen. Die vorliegende Studienarbeit bezieht sich auf sportliche Aktivitäten sowohl im engeren als auch weiteren Sinne ausschließlich im Erwachsenenalter. Sportlich inaktive Personen fanden in der Analyse keine Berücksichtigung.

4.2. Messinstrumente

Die Datenerfassung erfolgte durch eine Befragung der Probanden über das Internet. Der eingesetzte Fragebogen bestand aus drei Teilen, die im folgenden Abschnitt näher erläutert werden. Die Items bezüglich der Persönlichkeitsfacetten und der motivationalen Bedingungs-faktoren wurden in der Online-Befragung nach dem Zufallsprinzip gegliedert. Der dritte Teil wurde statisch dem Probanden zur Verfügung gestellt.

4.2.1. Big Five Inventory (BFI-K)

In Anlehnung an Rammstedt und John wurde eine deutsche Version des BFI-K eingesetzt (vgl. Rammstedt & John 2005, S. 197f). Es wurden 30 Items für den Fragebogen verwendet und die drei Persönlichkeitsfacetten Extraversion, Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit erfasst. Die Probanden beantworteten auf einer fünfstufigen Skala, inwieweit die jeweilige Aussage auf sie zutrifft (sehr unzutreffend, eher unzutreffend, weder noch, eher zutreffend, sehr zutreffend).

4.2.2. Motivationale Bedingungsfaktoren

Für die Erfassung der motivationalen Bedingungsfaktoren wurde für diese Studie 40 Items, die die Motive aus ihrer selbst willen, aus personalen, sozialen und gesundheitlichen Gründen beschreiben, entwickelt. In Bezug auf ihrer selbst willen wurden Items zu Spass, Freude und Spiel, auf der personalen Betrachtungsweise der Leistungsaspekt, aus der sozialen Perspektive die Kontaktmotive und auf der gesundheitlichen Ebene Faktoren zu Gesundheits- und Wohlbefinden berücksichtigt. Analog zu dem BFI-K beantworteten die Probanden die jeweilige Aussage auf einer fünfstufigen Skala (sehr unzutreffend, eher unzutreffend, weder noch, eher zutreffend, sehr zutreffend).

4.2.3. Sportbiografischer Abschnitt des Fragebogens

Der dritte Teil umfasste acht Items zu biologischen und sozidemografischen Angaben (Alter, Geschlecht, Schul- und Berufsbildung, berufliche Tätigkeit, Nettohaushaltseinkommen) sowie zu den operierenden Faktoren der Dauer und Häufigkeit der sportlichen Aktivität.

4.3. Durchführung der Messung

Die Datenerhebung fand innerhalb des Zeitraumes vom 15.06. bis zum 01.07.2014 online statt. Die Probanden wurden sowohl über eine E-Mail als auch über die sozialen Netzwerke XING und Facebook über die Studie informiert und gebeten den Fragebogen auszufüllen. Es wurden 113 Datensätze generiert und da ausschließlich Datensätze mit Angaben zu der Regelmäßigkeit der sportlichen Aktivität für die Analyse zugelassen wurden, konnten 97 Datensätze für die Auswertung verwendet werden.

4.4. Beschreibung der Stichprobe

Bei einer Spannweite von 22 bis 61 lag der Altersmittelwert bei 36,89 Jahren der 97 Teilnehmer (52 Frauen, 45 Männer). Der Median von 36 Jahren ergab einen ähnlichen Wert. Im zweiseitigen t-Test für unabhängige Stichproben unterscheiden sich die Frauen signifikant von den Männern hinsichtlich des Alters. Zum Zeitpunkt der Befragen waren die Frauen (M= 34,12, SD=7,117) im Schnitt jünger als die Männer (M=39,98, SD=9,282, t(81,876)=-3,449, p=0,001). Mit der Ausnahme der Persönlichkeitsfacette Gewissenhaftigkeit (p=0,008) hat das Alter inhaltlich auf die Persönlichkeitsmerkmale Extraversion (p=0,486) und Neurotizismus (p=0,328) sowie die motivationalen Bedingungsfaktoren Freude/Spass (p=0,585), Wettkampf/Leistung (p=0,218), Kontakt (p=0,399), Fitness/Gesundheit (p=0,120) und Wohlbefinden (p=0,677) keinen Einfluss und so wird die geringe Altersdifferenz zwischen der beiden Gruppen als nicht relevant erachtet. Die erweiterte soziodemografische Stichprobenbeschreibung ist im Anhang 1 ersichtlich.

5. Ergebnisse

Die Ergebnisse dieser Studie werden in vier Abschnitten untergliedert. Im Kapitel 5.1. werden die Resultate der statistischen Überprüfung des Fragebogens dargestellt. In den Kapitel 5.2. bis 5.4. werden die unterschiedlichen Hypothesen untersucht und ausgewertet. Die Datenauswertung wurde mit dem Statistik-Programm SPSS 22 für Windows durchgeführt.

5.1. Faktorenanalytische Auswertung

Anfänglich wird die Faktorenstruktur der Persönlichkeitsfacetten und der motivationalen Bedingungsfaktoren mittels explorativer Faktorenanalyse untersucht. Der erste Schritt ist die Überprüfung der Items auf Normalverteilung. Zu diesem Zweck werden die Kennwerte der Schiefe und Kurtosis herangezogen. Da die Werte für die Schiefe unter zwei und bei der Kurtosis unter sechs liegen, sind bei beiden Konstrukten die Voraussetzungen erfüllt. Im Anschluss werden die Faktoren zuerst mit Hilfe des Kaiser-Kriteriums extrahiert, wobei ausschließlich Faktoren mit einem Eigenwert über 1,0 Berücksichtigung finden. Bei der Auswertung wird die Hauptkomponentenanalyse mit einer Oblimin-Rotation mit Kaiser-Normalisierung angewandt. Mit Hilfe des jeweiligen Scree-Tests, auch Ellenbogenkriterium genannt, wird grafisch die zu extrahierende Faktorenanzahl bestimmt.

5.1.1. Faktorenanalytische Auswertung der Persönlichkeitsfacetten

Die Testgröße von Barletts Test ist ein Chi-Quadrat-Wert von 1192 außergewöhnlich hoch und als Folge dessen wird ein Signifikanzwert von 0,000 ausgewiesen. Dies ist so zu interpretieren, dass zwischen einigen der 30 Items in der Grundgesamtheit Korrelationen bestehen. Die Verwendung des Kaiser-Meyer-Olkin-Maß dient zur Prüfung der 30 Items für ein faktoranalytisches Modell. Mit einem durchschnittlichen Wert von 0,660 kann die Faktorenanalyse verwendet werden.

Die einfache Analyse identifiziert zehn Faktoren. Jedoch kann in der Abbildung 1 auf dem Scree-Plot eine wesentliche Eigenwertverringerung bei einschließlich vier Faktoren indiziert werden. Bei der vierfaktoriellen Lösung ergibt sich eine kumulierte Gesamtvarianz von 45,179%.

Abbildung 1: Scree-Plot Persönlichkeitsfacetten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Hauptkomponentenmatrix der Persönlichkeitsfacetten ist in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

Tabelle 1: Hauptkomponentenmatrix der Persönlichkeitsfacetten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Items des ersten Faktors beschreiben das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus. Der zweite Faktor umfasst die Dimension Extraversion, während die Items des dritten Faktors das Merkmal Gewissenhaftigkeit beinhaltet. Aus der weiteren Betrachtung ausgeschlossen sind Items, welche aufgrund von Mehrfachladungen unter einem Wert von 0,10 Differenz aufweisen oder dem vierten Faktor zugeordnet wurden. Zur Bildung von Skalen wurden zur Einschätzung der Skalengüte die Trennschärfe, Itemschwierigkeit und Interne Konsistenz herangezogen. Die Persönlichkeitsskalen Extraversion, Neurotizismus und Gewissenhaftig-keit weisen hinsichtlich der Trennschärfe Werte über 0,3 auf, sind in der Item-Korrelation stimmig und erfüllen mit Cronbach-Alpha gute bis sehr gute Werte (Extraversion: α=0,824; Neurotizismus: α=0,871; Gewissenhaftigkeit: α=0,722). Im Anhang 2 befinden die jeweiligen Ergebnisse hinsichtlich der Datenanalyse.

5.1.2. Faktorenanalytische Auswertung der motivationalen Bedingungsfaktoren

Analog zu Kapitel 5.1.1. wird das Vorgehen bei der Auswertung der motivationalen Bedingungsfaktoren wiederholt. Die Testgröße von Barletts Test ist ein Chi-Quadrat-Wert von 2152 außergewöhnlich hoch und als Folge dessen wird ein Signifikanzwert von 0,000 ausgewiesen. Dies ist so zu interpretieren, dass zwischen einigen der 40 Items in der Grundgesamtheit Korrelationen bestehen. Die Verwendung des Kaiser-Meyer-Olkin-Maß dient zur Prüfung der 40 Items für ein faktoranalytisches Modell. Mit einem durchschnittlichen Wert von 0,753 kann die Faktorenanalyse verwendet werden.

Abbildung 2 zeigt auf dem Scree-Plot einen bedeutsamen Eigenwertabfall bei einschließlich fünf Faktoren. Eine kumulierte Gesamtvarianz von 53,075% kann bei der fünffaktoriellen Lösung erklärt werden.

Abbildung 2: Scree-Plot der motivationalen Bedingungsfaktoren

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten
Die Hauptkomponentenmatrix der motivationalen Bedingungsfaktoren ist in der Tabelle 2 ersichtlich.

Tabelle 2: Hauptkomponentenmatrix der Persönlichkeitsfacetten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aus der weiteren Betrachtung ausgeschlossen sind Items, welche aufgrund von Mehrfachladungen unter einem Wert von 0,10 Differenz aufweisen. Die Analyse führte zu fünf Skalen der motivationalen Faktoren Freude/Spass, Wettkampf/Leistung, Kontakt, Fitness/Gesundheit und Wohlbefinden. Die Motive weisen hinsichtlich der Trennschärfe Werte über 0,3 auf sind in der Item-Korrelation stimmig und erfüllen Cronbach-Alpha durchschnittliche bis sehr gute Werte (Freude/Spass: α=0,889; Wettkampf/Leistung: α=0,852; Kontakt: α=0,837; Fitness/Gesundheit: α=0,749; und Wohlbefinden: α=0,683). Im Anhang 3 befinden die jeweiligen Auswertungen hinsichtlich der Überprüfung der Daten.

5.2. Überprüfung der Zusammenhangshypothesen

Für die Analyse der Zusammenhänge der verschiedenen Skalen wird die bivariate Korrelationsanalyse nach Pearson, entspricht der Produkt-Moment-Korrelation, angewandt. Die Voraussetzungen der Korrelationsanalyse hinsichtlich einer Normalverteilung wurden mittels der Werte der Schiefe und der Kurtosis sowie die Linearität mittels grafischer Darstellungen, welche im Anhang 4 ersichtlich sind, überprüft. Beide Bedingungen werden sowohl für die Persönlichkeitsfacetten als auch für die motivationalen Bedingungsfaktoren erfüllt.

Tabelle 3: Korrelationsmatrix Extraversion mit den Motiven Freude/Spass, Wettkampf/Leistung, Kontakt, Fitness/ Gesundheit und Wohlbefinden

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a1) Hypothese H0 kann bestätigt werden.

Mit dem mittleren Wert von 0,349 korreliert das Persönlichkeitsmerkmal Extraversion mit einer hohen Signifikanz positiv mit dem Motiv Freude/Spass.

a2) Hypothese H0 muss verworfen werden.

Mit einem Wert von 0,961 weist das Wettkampf/Leistungsmotiv mit der Persönlichkeitsfacette Extraversion keinen signifikanten Zusammenhang auf.

a3) Hypothese H0 kann bestätigt werden.

Mit dem Wert 0,502 bestätigt das Persönlichkeitsmerkmal Extraversion eine sehr hohe Korrelation mit dem Motiv Kontakt auf mit einer sehr hohen Signifikanz.

a4) Hypothese H0 kann bestätigt werden.

Mit dem mittleren Wert 0,299 belegt das Persönlichkeitsmerkmal Extraversion einen hohen signifikanten Zusammenhang mit dem Motiv Wohlbefinden.

Tabelle 4: Korrelationsmatrix Neurotizismus mit den Motiven Kontakt und Fitness/Gesundheit

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zweiseitige Prüfung (Signifikanzniveau p); * signifikant auf dem Niveau von 0,05; ** signifikant auf dem Niveau von 0,01

b) Hypothese H0 muss verworfen werden.

Einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Persönlichkeitsfacette Neurotizismus und dem Kontaktmotiv konnte mit dem Wert 0,116 nicht bewiesen werden.

c) Hypothese H0 kann bestätigt werden.

Mit dem niedrigen mittleren Wert von 0,203 weist das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus eine signifikante Korrelation mit dem Motiv Fitness/Gesundheit auf.

Tabelle 5: Korrelationsmatrix Gewissenhaftigkeit mit dem Motiv Wettkampf/Leistung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zweiseitige Prüfung (Signifikanzniveau p); * signifikant auf dem Niveau von 0,05;
** signifikant auf dem Niveau von 0,01

d) Hypothese H0 muss verworfen werden.

Es konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Persönlichkeitsmerkmal Gewissenhaftigkeit und dem Wettkampf/Leistungsmotiv nachgewiesen werden.

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Details

Seiten
52
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783656758181
ISBN (Buch)
9783656758198
Dateigröße
874 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281308
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Schlagworte
zusammenhang motivation persönlichkeit persönlichkeitsfacetten extraversion gewissenhaftigkeit neurotizismus

Autor

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Titel: Der Zusammenhang zwischen der sportlichen Motivation und der Persönlichkeit