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Emotion und Kognition. Der Umgang mit Gefühlen im Schulalltag

Hausarbeit 2013 10 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Emotionen und Stimmungen?

3. Positive und negative Stimmung

4. Emotion und Gedächtnis

5. Emotionen in der Schule
5.1 Emotionen in Fehlersituationen
5.2 Die Regulation von Emotionen

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung

„ Den st ä rksten Anlass zum Handeln bekommt der Mensch immer durch Gefühle. “

(Carl von Clausewitz, preußischer General und Militärhistoriker 1780-1831)

Im Alltag sind Emotionen und Stimmungen allgegenwärtig und sie beeinflussen ständig unser Tun und Handeln. Die Emotionen sind ursprünglich und fundamental. Sie sind nahe an unserer inneren Wahrheit. Für Plato stand jedoch fest, dass Emotionen nichts anderes seien als „die Feinde des Denkens“ oder „die wilden Pferde, die durch den Verstand gezügelt werden müssen“ (Aschmann, B. 2005, S.33). Gefühle wurden aufgrund des „rationalistischen Menschenbilds“ in der Entscheidungsforschung lange Zeit vernachlässigt (vgl. Betsch & Funke & Plessner 2011, S.124). Bis heute ist die Debatte um das Verhältnis von Emotion und Kognition in der Wissenschaft stark umstritten. Angestoßen wurde diese Debatte durch einen Artikel aus dem Jahre 1980 von Zajonc „Feeling and Thinking: Preferences need no Inferences“, in dem er die Frage stellte, ob Emotionen tatsächlich das Resultat kognitiver Bewertungsprozesse darstellen (vgl. Aschmann, B. 2005, S.35). Die vorliegende Hausarbeit widmet sich dieser Frage und versucht als erstes zu definieren, was Emotionen und Stimmungen sind. Anschließend werden die negative und positive Stimmung voneinander unterschieden. Im nächsten Punkt wird das Verhältnis von Emotion und Gedächtnis näher erläutert. Darauffolgend wird auf die Wichtigkeit von Emotionen in der Schule eingegangen. Abschließend folgt ein Resümee der Hausarbeit.

2. Was sind Emotionen und Stimmungen?

„Emotion ist ein seltsames Wort. Fast jeder denkt, er versteht, was es bedeutet, bis er versucht, es zu definieren. Dann behauptet praktisch niemand mehr, es zu verstehen“ (Liebmann & Krainer 2013 S.3). Dieses Zitat spiegelt die Bandbreite der Definitionen des Begriffes „Emotion“ in der wissenschaftlichen Literatur sehr gut wider.

Es gibt keine einheitliche Definition von „Emotion“, da die emotionalen Prozesse und Zustände vor allem in der Psychologie sich als „komplex erweisen und von vielen Aspekten aus analysiert werden können“ (Bundschuh, K. 2003, S.33). In der Literatur finden sich eine Vielzahl von weiteren Bezeichnungen für den Begriff „Emotion“ wie zum Beispiel Gefühl, Affekt, Gemütsbewegung und Stimmung.

„Die Begriffe „Gefühl“, „Emotion“, „Affekt“, „Stimmung“ sind in ihrer Bedeutung verwandt und wechseln einander oft wie Synonyma ab“ (Bundschuh, K. 2003, S.31). Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu nennen ist schwierig, da jeder der vier Begriffe verschiedene Bedeutungen annehmen kann. Nichtsdestotrotz wird versucht den Begriff „Stimmung“ (engl. mood) von dem Begriff „Emotion“ abzugrenzen. Die Hauptunterschiede zu Emotion und somit die Merkmale von „ Stimmung “ sind folgende:

1. unklare Ursache (anstelle eines spezifischen auslösenden Ereignisses),
2. längere Dauer und
3. im Allgemeinen niedriger Intensität (vgl. Behr, M. 2013, S.233).

Dies impliziert, dass „Emotion“ von kurzer Dauer, hoher Intensität und objektbezogen ist. Des Weiteren heißt das, dass die Wahrnehmung eines Objektes oder auslösenden Ereignisses spezifische kognitive Elemente vermittelt zum Beispiel Freunde, die dann entsprechend typische Verhaltensweisen auslösen, wie zum Beispiel Lachen. Stimmungen sind hingegen „weitaus vager, sie können weder klar auf einen bestimmten Ursprung zurückgeführt werden, noch lösen sie eine direkte Reaktion aus (vgl. Behr, M. 2013, S. 233). Das folgende Beispiel kann dies verdeutlichen: Wir sind mit einem Mal ü ber etwas wütend (Emotion), aber generell in guter Stimmung.

In der Literatur wird darauf hingewiesen, dass Emotion „als multidimensionales Konstrukt“ angesehen werden kann, welche „Reaktionen auf multiplen Ebenen umfasst“. Hierzu zählen: eine Erlebenkomponente, eine kognitive Komponente, eine physiologische Komponente, eine Ausdruckskomponente und eine motivationale Komponente (vgl. Rothermund & Eder 2011, S.167). Es gelang Zajonc durch Experimente zu zeigen, dass Emotionen entstehen können, obwohl die sie auslösenden Reize nicht bewusst wahrgenommen worden waren. Mit dem folgenden Beispiel lässt sich das verdeutlichen wie diese These zustande kam: Die Darbietungszeit von Reizen wurden extrem verkürzt und in Nachbefragungen stellte er fest, dass Versuchspersonen nicht angeben können, was genau sie gesehen haben und auch nicht angeben konnten, welche Reize sie gesehen hatten. „Dennoch wurden die Reize, die kurz vorher dargeboten worden waren, als angenehmer beurteilt als Reize, die vorher nicht kurz dargeboten worden waren. Zajonc schloss aus seinen experimentellen Befunden, dass nicht Kognitionen vorausgehen, da die bloße Übermittlung von Reizen ausreiche, um bei Versuchspersonen eine (emotionale) Präferenz zu erzeugen“ (S. Aschmann, B. 2005, S.36).

3. Positive und negative Stimmung

Verallgemeinert lässt sich aus verschiedenen Studien und Untersuchungen ableitend sagen, dass „negative Stimmungen tendenziell eine analytische Denkweise begünstigen, wohingegen positive Stimmungen heuristisches, nicht fokussiertes Denken unterstützen (Behr, M. S.242).

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Details

Seiten
10
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656756491
ISBN (Buch)
9783656762041
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v281055
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,3
Schlagworte
emotion kognition umgang gefühlen schulalltag

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Titel: Emotion und Kognition. Der Umgang mit Gefühlen im Schulalltag