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Ethnographie und Biographieforschung in der Geschlechterforschung bei Bettina Dausien, Helga Kelle: "Biographieforschung und kulturelle Praxis"

Essay 2010 5 Seiten

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen

Leseprobe

Dausien Bettina, Kelle Helga: Biographieforschung und kulturelle Praxis. Methodologische Überlegungen zur Verknüpfung von Ethnographie und Biographieforschung.

In diesem Essay über den oben genannten Text soll die Frage erläutert werden, ob sich die Forschungsrichtungen der Biographieforschung und Ethnographie verbinden lassen. Untersucht wird die Tauglichkeit der Verbindung im Rahmen der Geschlechterforschung. Die Autorinnen sind entgegengesetzter Meinung, was die Verbindung beider methodologischer Vorgehensweisen angeht. Als Beispiel für die Verbindung wird die Studie „Polish Peasant in Europe and America“ kurz erwähnt, in welcher sowohl ethnographisch wie auch biographisch vorgegangen wird durch Sichtung verschiedener Quellen. Zur Unterscheidung beider Forschungsperspektiven wird die Geschlechterforschung als theoretischer Rahmen herangezogen. In diesem Rahmen versteht man unter der ethnographischen Perspektive das „doing gender“ in dem in praxisanalytischen Verfahren untersucht wird, ob und wie das Geschlecht Einfluss auf Aktionen der Individuen hat. In der biographischen Perspektive hingegen wird Geschlecht als Teilkategorie unter vielen angesehen und separat untersucht. Um jedoch bei der Hauptfrage zu bleiben, ob sich beide Ansätze allgemein und nicht nur in der Geschlechterforschung vereinen lassen, werden die Perspektiven auch immer wieder auf höheren Ebenen erläutert.

Der restliche Text ist in vier Teile unterteilt. Der erste Abschnitt behandelt das Thema der aktuellen Lage beider Perspektiven. Hierzu werden verschiedene angesehene Sozialforscher hinzugezogen um über den aktuellen Stand der Perspektiven zu berichten. Der erste Sozialforscher ist Fritz Schütze, der Biographie als Kategorie in der ethnographischen Forschung sieht. Winfried Marotzki vertritt die Meinung, dass Ethnographie ein Teil der Biographieforschung sei, gibt jedoch zu, dass man beide Ansätze durchaus verbinden kann. Er spricht sogar von einer etwaigen Notwendigkeit der Verbindung. Christian Lüders meint, dass es um die Einbettung des „doing biography“ in den alltagsweltlichen Zusammenhang gehen muss.

Im nächsten Abschnitt geht es unter zur Hilfe-Nahme von Protokollen aus Beobachtungen von Schulklassen, um das Biographische in der ethnographischen Perspektive. Zur Datengewinnung wurden verschiedene Mittel wie Interviews und Audioaufzeichnungen verwendet. Anders als bei der Biographie liegt der Schwerpunkt der Ethnographie in der Untersuchung der Alltagsstruktur und nicht auf der biographischen Erfahrungsschichtung. Das herangezogene Material beläuft sich unter anderem auf eine sogenannte Mädchenkonferenz, die auszugsweise untersucht wird. Dabei bezog sich die Studie hauptsächlich auf gemeinsame Praktiken und weniger auf das soziale Geschehen vor Ort. Besonders hervorgehoben wird die Fremdthematisierung der Kinder. Hierbei unterscheidet man zwei Varianten. In der ersten Variante werden die Kinder anhand von ihrer Biographie eingeschätzt und ihr Verhakten wird an ihrer Vorgeschichte gemessen. Es werden biographische Elemente als implizite Kritik an der ethnographischen Methode eingeführt. Die Lehrerinnen der Schüler sehen sich unter Erklärungszwang dem Verhalten ihrer Schüler gegenüber. Die zweite Variante der Fremdeinschätzung besteht darin, dass Kinder anhand von Eigenschaften eingeschätzt werden, die Sie oft an den Tag legen.

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Details

Seiten
5
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783656750277
ISBN (Buch)
9783656856344
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280948
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Soziologie
Note
2,0
Schlagworte
verknüpfung ethnographie biographieforschung rahmen geschlechterforschung dausien bettina kelle helga praxis

Autor

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Titel: Ethnographie und Biographieforschung in der Geschlechterforschung bei Bettina Dausien, Helga Kelle: "Biographieforschung und kulturelle Praxis"