Lade Inhalt...

Erforschung des Burnout-Syndroms unter Berücksichtigung von Stressphänomenen am Arbeitsplatz

Bachelorarbeit 2014 58 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stress am Arbeitsplatz
2.1 Entstehung und Begriffsbestimmung
2.2 Gefährdete Berufsgruppen
2.3 Stressoren am Arbeitsplatz
2.4 Stressreaktionen

3. Was ist Burnout?
3.1 Entstehung und Begriffsbestimmung
3.2 Gefährdete Berufsgruppen
3.3 Phasen und Symptomatik
3.4 Auswirkungen auf die Gesundheit
3.5 Wissenschaftliche Ursachenmodelle
3.5.1 Persönlichkeitszentrierter Erklärungsansatz
3.5.2 Sozial-, arbeits- und organisationspsychologischer Erklärungsansatz
3.5.3 Soziologisch geprägter Erklärungsansatz

4. Umgang mit Betroffenen in der öffentlichen Verwaltung
4.1 Interview mit dem Sozialen Ansprechpartner der Stadt ***
4.2 Auswertung des Interviews

5. Behandlungs- und Präventionsansätze von Burnout
5.1 Behandlungsmöglichkeiten
5.2 Individuelle, personenbezogene Vorbeugung
5.2.1 Stärkung der individuellen Ressourcen
5.2.2 Stressbewältigung
5.2.2.1 Kurzfristige Stressbewältigungsmaßnahmen
5.2.2.2 Langfristige Stressbewältigungsmaßnahmen
5.3 Vorbeugung am Arbeitsplatz
5.3.1 Betriebliches Gesundheitsmanagement
5.3.2 Umsetzung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements bei der Vorzeigekommune Dortmund

6. Ausblick

Literatur- und Quellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Anlagenverzeichnis

1. Einleitung

Die Begriffe „Burnout“ und „Stress“ sind insbesondere im Arbeitsalltag zu Schlagwörtern geworden. Die Menschen sind zunehmend gestresst, überfordert und erschöpft. Die strukturellen Veränderungen im Beschäftigungssystem und die erhöhten Arbeitsanforderungen setzen viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter[1] in der heutigen Zeit unter Druck, verursachen Stress und psychische Probleme. Immer häufiger kommt es dadurch zu Personalausfällen. Viele Menschen sind gar nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren und werden aus ihren beruflichen und sozialen Gefügen geworfen.

Relevant ist das Thema Burnout aufgrund von langwierigen und auch kostenintensiven Folgen für Unternehmen, Behörden, Krankenkassen und letztlich für die gesamte Gesellschaft. In den letzten Jahren ist die Zahl der Krankheitstage aufgrund von psychischer Krankheit, insbesondere von Burnout stark angestiegen. Die Techniker Krankenkasse hat ermittelt, dass „jährlich rund 40 000 Arbeitskräfte wegen einer mit Burnout assoziierten Erkrankung an ihrem Arbeitsplatz fehlen“[2]. Die Anzahl der Menschen, die sich in einem fortgeschrittenen Stadium des Ausgebranntseins befinden, ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Die Beschäftigten der öffentlichen Verwaltung sind zunehmend den stagnierenden, sogar knapper werdenden finanziellen Ressourcen ausgesetzt und können den ständig steigenden Arbeitsanforderungen nicht mehr standhalten. Durch organisationsbedingten Druck auf die Mitarbeiter ist es nicht verwunderlich, dass diese verstärkt Symptome des Burnout-Syndroms zeigen. Trotz der drastischen Zunahme von psychischen Krankheiten in Deutschland weiß man in vielen Betrieben und Verwaltungen noch sehr wenig über die Ursachen des Burnout-Syndroms und mögliche Präventionsmaßnahmen.

Ich möchte in dieser Bachelorarbeit folgenden Problemstellungen auf den Grund gehen: Ist das Burnout-Syndrom eine ernst zu nehmende gesellschaftliche Krankheit, die in der öffentlichen Verwaltung relevant ist? Außerdem erscheint es mir im Hinblick auf den Krankheitsverlauf des Burnout-Syndroms wichtig, zunächst einen genaueren Blick auf das Thema „Stress am Arbeitsplatz“ zu werfen. Mir stellt sich die Frage, welche Faktoren ursächlich für das "Ausbrennen" einst motivierter Mitarbeiter sind. Um die Ursachen zu erforschen, sollte ich zunächst den Verlauf des Burnout-Syndroms analysieren und die dazugehörigen Symptomen ergründen. Im Anschluss daran werde ich auf der Basis der Symptome eine Ursachenforschung betreiben. Außerdem halte ich es für sinnvoll, den Umgang mit Betroffenen in der öffentlichen Verwaltung zu untersuchen. Mit Hilfe eines Interview mit dem Sozialen Ansprechpartner der Stadt *** versuche ich herausstellen, ob die erhöhten Anforderungen im Berufsalltag mögliche Einflussfaktoren für das Burnout-Syndrom darstellen. Zuletzt möchte ich noch erläutern, wie die Menschen sich persönlich vor Burnout schützen können und was die Unternehmen und Behörden tun, um Burnout-Erscheinungen zu verhindern.

2. Stress am Arbeitsplatz

Der Beruf und das tägliche Arbeitsleben haben in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Allein die 41-Stunden-Woche bei den Beamten und die 39-Stunden-Woche bei den Angestellten zeigt, dass wir einen Großteil des Tages am Arbeitsplatz verbringen. Die Auslastung eines jeden Mitarbeiters scheint erschöpft zu sein, zumal zu den ca. acht Stunden Arbeitszeit noch die Fahrtzeit hinzukommt, die je nach Verkehrssituation die Konzentration des Mitarbeiters fordert.[3] Für die Familie und weitere Freizeitaktivitäten bleibt nur noch wenig Zeit. Auf der Arbeit sollen die Tätigkeiten zufriedenstellend und fehlerfrei abgearbeitet werden. Lässt der hohe Leistungsdruck und die gestiegenen Anforderungen und Erwartungen der Vorgesetzten die Mitarbeiter in Stresssituationen verfallen?

2.1 Entstehung und Begriffsbestimmung

Hans Selye prägte die Begriffe Eustress und Disstress. Positiver Stress (Eustress) ist gleichzusetzen mit einem angeregten Zustand, den Menschen erleben, wenn sie sich frei fühlen.[4] Negativer Stress (Disstress) wird in unangenehmen Situationen empfunden, insbesondere wenn Menschen sich nicht frei fühlen oder sogar in der Situation gezwungen sind.[5] In den folgenden Ausführungen ist grundsätzlich die Form des Disstresses als Belastungssituation gemeint.

Die Entstehung von Stress wird folgendermaßen definiert: „Stress ist die Reaktion eines Organismus, die immer dann entsteht, wenn eine erlebte Belastung im Ungleichgewicht mit dem Leistungs- und Verhaltenspotenzial der jeweiligen Person steht. Dabei ist die Leistungsfähigkeit keine stabile Größe […], weiterhin wird die Belastung und Bedrohung subjektiv bewertet. Das führt bei einer Person in verschiedenen Situationen erst recht bei verschiedenen Personen zu unterschiedlich starkem Stresserleben.“[6] Stress ist also ein unangenehmer Spannungszustand und wird dadurch ausgelöst, dass eine Situation als subjektiv schwierig erlebt wird, weil die Fähigkeit, die Situation zu bewältigen, in Frage gestellt wird. Folglich löst nicht die Situation an sich Stress aus. Stress entsteht dadurch, was Menschen in Situationen empfinden, ob sie das Gefühl haben, sie sind der Situation gewachsen oder nicht.[7]

2.2 Gefährdete Berufsgruppen

Das Statistische Bundesamt stellte im Jahr 2007 fest, dass Erwerbstätige in akademischen Berufen (18 %) gefolgt von Leitungs- und Führungskräften (17 %) vor allem unter Stress, Zeitdruck und Überlastung am Arbeitsplatz leiden. Überwiegend Arbeitnehmer, an die permanent hohe Anforderungen gestellt werden, sind am Arbeitsplatz von Stress betroffen, darunter fallen z. B. Akademiker und Führungskräfte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Zeitdruck und Arbeitsüberlastung bei Erwerbstätigen nach Berufsgruppen im Jahr 2007[8]

In der öffentlichen Verwaltung gibt es zahlreiche Berufsgruppen, darunter sind auch einige Akademiker, Führungskräfte, Techniker und auch zahlreiche Bürokräfte. Auch die Bürokräfte liegen in der Statistik mit 9% noch auf Rang 5, der von Zeitdruck und Arbeitsüberlastung betroffenen Erwerbstätigen. Da die öffentliche Verwaltung ein breites Spektrum an Berufstätigkeiten bietet und in all diesen Berufsgruppen Arbeitnehmer stärker unter Stress am Arbeitsplatz leiden, als Erwerbstätige in Handwerksberufen, in der Landwirtschaft / Fischerei und in Dienstleistungsberufen, ist nun zu ergründen, welche Stressoren[9] am Arbeitsplatz in der öffentlichen Verwaltung verstärkt vorkommen.

2.3 Stressoren am Arbeitsplatz

Im Hinblick auf die Stressoren am Arbeitsplatz, sind folgende, von Zimbardo (1983) vorgebrachten Fragen von interessanter Bedeutung: „Was macht eine Arbeitstätigkeit zur Streßquelle? Welche Merkmale weisen eine Beschäftigung als Gesundheitsrisiko aus?“[10]

Stress am Arbeitsplatz kann aus unterschiedlichen Quellen resultieren, und zwar sowohl aus den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch den materiellen und sozialen Arbeitsbedingungen des Arbeitsplatzes. Festzustellen ist, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen durch Globalisierung und Privatisierung stark verändert haben. Für die Mitarbeiter bedeutet dies, stets mobil und flexibel zu sein. Es wird gewünscht, dass die Arbeitnehmer für ihre Fortbildung selbst Verantwortung übernehmen. Auch die Arbeitsdichte und die Komplexität der Arbeitsaufgaben haben sich stets erhöht, sodass die Kräfte der Mitarbeiter sowohl zeitlich als auch geistig zunehmend bis zur Erschöpfung beansprucht werden. Hinzukommt, dass viele Arbeitnehmer Angst um ihren Arbeitsplatz haben und so den Stress auf sich nehmen.[11] Solch schlechte Rahmenbedingungen wirken sich negativ auf das Stressempfinden am konkreten Arbeitsplatz aus.

Hinzukommen die materiellen und sozialen Arbeitsbedingungen, die Stress verursachen. Jeder Beruf birgt Gefahren für Stressoren, insbesondere spielen Faktoren wie „die Tätigkeitsmerkmale, Arbeitsbedingungen, die Rolle des einzelnen in der Hierarchie […], Karriere- und betriebsklimatische Probleme oder zwischenmenschliche Fragen“ eine große Rolle.[12] Cooper (1981) und Sofer (1970) haben herausgefunden, dass Stress „durch Zeit- und Termindruck, ein Zuviel oder Zuwenig an Arbeit, durch Entscheidungszwänge, durch Ermüdung als Folge körperlicher (und sicher auch als Folge geistiger) Belastung“[13] entsteht. Insbesondere die Überforderung in der Arbeitsaufgabe oder Stressoren der Arbeitsumgebung (Lärmquellen wie z. B. ständiges Telefonklingeln) bringen den Mitarbeiter an die Grenze seiner Belastung, insbesondere dann, wenn Stressoren hinsichtlich der zeitlichen Organisation hinzukommen, wie z. B. Überstunden, Schichtdienst oder nicht genügend Erholungspausen. Ausbleibende Beförderungen, erfolglose Bewerbungen auf andere Stellen sind Stressoren in der Karriere und wirken sich nicht motivationsfördernd aus. Auch ein negatives Arbeitsklima, welches sich durch persönliche Angriffe auf Mitarbeiter oder sogar Mobbingsituationen prägt, wirkt sich stressfördernd aus. All diese Faktoren sind ebenso wie die Anwendung verschiedener Führungsstile und die Bedeutung der Mitarbeitermotivation geeignet, negative Verhaltensweisen und körperliche, kognitive und emotionale Reaktionen hervorzurufen. In der öffentlichen Verwaltung lassen sich in einigen publikumsträchtigen Ämtern ein hoher Zeitdruck und nur ein geringer Entscheidungsspielraum des Mitarbeiters erkennen. Kommt dazu nur wenig Rückhalt und Unterstützung von den Arbeitskollegen und Vorgesetzten, handelt es sich um ein „Anforderungs-Kontroll-Modell“[14], welches sich negativ auf das Stressempfinden der Mitarbeiter auswirkt. All diese Stressoren schädigen auf Dauer Körper und Geist, denn durch zu hohe Leistungsanforderungen, Überforderung und dadurch bedingten Stress auf der Arbeit entwickelt der Betroffene eine negative Einstellung zum Beruf.[15]

Eine andere Theorie für Stress am Arbeitsplatz ist das „Modell beruflicher Gratifikation“, welche die fehlende Anerkennung als Ausgangspunkt für Stressempfinden am Arbeitsplatz sieht. Dabei können sowohl die Lohnhöhe, als auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die Aufstiegschancen für das Stressempfinden von Bedeutung sein.[16]

Der wohl bekannteste und stresserzeugende Beruf in der öffentlichen Verwaltung ist der des Polizisten. Dieser birgt, allein wegen der Arbeitsbedingungen und der möglichen körperlichen Schäden, Gefahren für Stresssituationen und gilt somit als besonders konfliktanfällig. Stressquellen sind beispielsweise der zwischenmenschliche Kontakt, das hohe Verantwortungsbewusstsein, Selbstbeherrschung und die hohe Arbeitsbelastung, u. a. aufgrund des Wechselschichtmodells und das Bevorstehen unvorhersehbarer Konflikte mit Bürgern. Auch die Konfliktbewältigung muss praktiziert und beherrscht werden. All diese Faktoren bieten Stresssituationen für den Polizeibeamten, die er bewältigen muss.[17]

2.4 Stressreaktionen

Nach der Theorie von Lazarus nimmt eine Person eine sofortige primäre Einschätzung vor, sobald Stressoren ihr Wohlbefinden tangieren. Eine Situation kann sowohl belastend, irrelevant oder positiv sein. Eine stressige Situation wird immer als Belastung erlebt, und zwar kann es sich dabei sowohl um eine Herausforderung, eine Bedrohung oder eine Schädigung handeln. Simultan nimmt die Person eine sekundäre Einschätzung der Situation vor, also eine „handlungsbezogene Bewertung der Anforderung“[18]. Die bisher gemachten Erfahrungen und Einschätzungen helfen der Person dabei, den Stress zu beseitigen.[19]

Weiterhin ist festzustellen, dass es nach der subjektiven Verarbeitung und Einschätzung der Situation beim Betroffenen zur Auslösung von Stressreaktionen kommt.[20] Diese laufen bei allen Betroffenen auf ähnliche Weise ab, und zwar nach einem solchen Ablaufschema:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Stressreaktionen anhand eines Phasenmodells[21]

Nach Hans Selye lassen sich nach Auftreten von Stressoren folgende Stressreaktionsphasen unterscheiden:

Orientierungsphase: Die Stresssituation wird wahrgenommen und eine subjektive Bewertung vorgenommen, ob eine Bedrohung erwartet wird.[22]

Alarmphase: Die Bedrohung ist eingetreten. Es gibt folgende zwei Reaktionsmuster des Körpers: Kampf oder Flucht. Der Körper passt sich der belastenden Situation an und weist automatisch charakteristische Veränderungen auf, er pumpt Blut in die Muskeln und schüttet Hormone aus. Hierdurch wird die Aufmerksamkeit gesteigert, die Abwehrbereitschaft nimmt zu und schnelle Reaktionen sind möglich.[23] Die Alarmphase spiegelt die Kurzzeitreaktion auf einzeln auftretende Reize wider.[24]

Widerstandsphase: In diese Phase fallen Reaktionen auf Langzeitbelastungen und fortwirkenden Stress. Einzelne Alarmreaktionen fallen länger oder stärker aus. Der Betroffene befindet sich in einer Situation der allgemeinen Erregungsbereitschaft, die enorm viel Energie beansprucht. Die Folge davon ist sogar eine vermehrte Hormonausschüttung.[25]

Erholungsphase: Bei Stressbewältigung kehrt der Körper in die Ruhestellung zurück. Es folgt die Erholung von dem Energieeinsatz und die Regeneration der verbrauchten Kräfte.[26]

Erschöpfungsphase: Ist die Stressbelastung von längerer Dauer oder die Stressdosis sehr hoch, kehren die Alarmreaktionen zurück und verbrauchen Energie. Dies kann zur totalen Erschöpfung und zu Dauerschäden führen, u. a. zu Krankheiten oder sogar zum Tod.[27]

Nach Wagner-Link lassen sich bei Stressreaktionen drei verschiedene Reaktionsebenen erkennen, und zwar auf emotionaler, physiologischer und psychischer Ebene (entnommen aus: Althoff / Thielepape).[28] Viele Betroffene reagieren auf der Verhaltensebene und bringen ihre Wut, Verärgerung, Aggressionsbereitschaft oder Depression zum Ausdruck. Sie leiden häufig an erhöhter Reizbarkeit, Übererregung und Angstzuständen. Wenn der Zustand des Stresses zum Dauerzustand wird, werden diese negativen Eigenschaften noch gefördert. Ein solches Stressempfinden kann langfristig zu Körperreaktionen führen und gesundheitliche Folgen haben.[29] Bei den Körperreaktionen lässt sich eine erhöhte Funktion des Kreislaufs, des vegetativen Nervensystems und den davon gesteuerten Organen erkennen. Auch der Abbau von Zucker- und Fettvorräten wird sichtbar. Außerdem erfolgt eine Ausschüttung von Stresshormonen, Adrenalin und Cortisol. Die Folgen davon sind Verspannungen, Verkrampfungen, muskuläre Anspannung bis hin zur Herz- und Atemfrequenzbeschleunigung und zur Blutgefäßverengung. Häufig leiden gestresste Personen unter Magenschmerzen, Migräne und Bluthochdruck. Weiterhin gibt es die kognitiven Reaktionen, die die Denk- und Wahrnehmungsprozesse umfassen. Betroffene versuchen, die Anforderungen gedanklich zu bewältigen. Dabei kommt es zur Einengung der Wahrnehmung auf Reize, die für die Stresssituation von Bedeutung sind. Betroffene haben häufig Katastrophengedanken oder Konzentrationsstörungen. Typische Symptome sind Ermüdung und Erschöpfung.[30]

Burnout gilt schon jetzt als Folgeerkrankung von berufsbedingten Dauerstresszuständen. Nun ist zu erforschen, ob das Burnout-Syndrom tatsächlich durch die klassischen beruflichen Stressoren hervorgerufen wird und ob sich die Burnout-Symptome letztlich mit den Stresssymptomen decken.

3. Burnout

3.1 Entstehung und Begriffsbestimmung

Das Burnout-Syndrom wurde in den 60-iger bis 70-iger Jahren bei Personen in Beratungs-, Pflege-, Helfer- und Betreuungsberufen festgestellt, bei denen die hauptsächliche Tätigkeit im intensiven Umgang mit Kunden oder Patienten besteht. Betroffene waren vor allem Menschen, die im Beruf viel Kontakt mit Menschen hatten, welche sich in emotional belastenden Situationen befinden. In den 70-iger bis 80-iger Jahren trat das Burnout-Syndrom gehäuft bei Managern auf. Heutzutage wird Burnout auch bei vielen anderen Berufen beobachtet, in denen der Umgang mit Menschen von herausragender Bedeutung ist, z. B. bei leitenden Angestellten, höheren Beamten und Arbeitskräften mit starkem Publikumsverkehr.[31]

Der Begriff „Burnout“ heißt wörtlich übersetzt „ausgebrannt“.[32] Es existiert keine einheitliche Definition von Burnout, doch der Zustand des Ausgebranntseins lässt sich als ein individueller Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit beschreiben. Dieser Zustand kann bei anhaltender, wiederholter Belastung oder bei intensivem Einsatz für andere Menschen auftreten. Betroffene spüren Hilflosigkeit und innere Leere bezüglich ihrer persönlichen Lebenssituation und in ihrem beruflichen Status.[33] Die emotionale Erschöpfung äußert sich in emotionaler Überforderung und Perspektivlosigkeit. Betroffene fühlen sich ausgelaugt und haben gar das Gefühl, nichts mehr geben zu können. Die Niedergeschlagenheit zeigt sich sowohl im Berufs- und im Privatleben. Die gefühlsmäßige Erschöpfung zieht einher mit beruflicher Demotivation und dem Gefühl, durch den Beruf frustriert und ausgebrannt zu sein. Die körperliche Erschöpfung zeigt sich durch chronische Müdigkeit und psychosomatischen Beschwerden. Betroffene fühlen sich bereits morgens schon müde, wenn sie daran denken, einen neuen Arbeitstag anzutreten.[34] Einige Menschen gehen zu sehr in ihrer Arbeit auf, behaupten selbst, sie arbeiten „‘sieben Stunden, oder auch einen ganzen Tag, ohne zu essen, oder Pause zu machen.‘“[35] Zudem leiden Burnout-Betroffene an sozialer Erschöpfung, sie nehmen Mitmenschen als zusätzliche Belastung dar, verlieren die Empathie und ziehen sich zurück.[36]

Das ICD-10 (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems[37] ) hat das Ausgebranntsein als Zustand der totalen Erschöpfung betrachtet. „Es wird im Abschnitt XII (Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen) unter der Rubrik Z (Personen, die das Gesundheitswesen unter sonstigen Gründen in Anspruch nehmen) als Z73 ‘Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung‘ aufgeführt.“[38] Das Burnout-Syndrom ist laut ICD-10 folglich nicht als Krankheit eingestuft. Einige Menschen verleugnen das Burnout-Syndrom und behaupten sogar, Burnout gäbe es gar nicht. Es wird reichlich debattiert, ob das Burnout-Syndrom als Krankheit einzustufen ist oder nicht. Die Einstufung als Krankheit hätte weitere Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Betroffene könnten von den finanziellen Regelungen profitieren. Andererseits könnten sie sich aber auch gedemütigt fühlen, da psychische Erkrankungen heutzutage eher mit negativen Merkmalen behaftet sind.[39] Es bleibt fraglich, ob „diese Art der Klassifizierung unserem Zeitgeschehen angemessen“[40] erscheint.

3.2 Gefährdete Berufsgruppen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthaltenAbb. 3: Berufsklassen der Burnout-Patienten[41]

Vor allem Arbeitnehmer in kaufmännischen Berufen und Verwaltungsberufen in Unternehmen, Betrieben und im öffentlichen Dienst sind mit 25,3 % am häufigsten vom Burnout-Syndrom betroffen. An zweiter Stelle der von Burnout betroffenen Berufsgruppen stehen mit 22 % Arbeitnehmer, die in technischen Berufen arbeiten. Dahinter liegen mit 17,6 % Beschäftigte, die in medizinischen und Pflegeberufen tätig sind.[42] Die Statistik zeigt, dass gerade im öffentlichen Dienst das Thema Burnout enorm an Bedeutung gewinnt.

Es gibt Merkmale, die für alle Burnout-Betroffenen zutreffen, und zwar dass sie einst zu Hochleistungen motiviert waren und etwas bewirken wollten. Arbeitskräfte in Berufen, die menschlichen Kontakt und Publikumsverkehr haben, sind daher anfälliger für Burnout, da sie sich intensiv mit hilflosen Menschen beschäftigen, sich für sie einsetzen und ihnen in ihrer Notlage helfen. Gerade Angestellte und Beamte, die in publikumsträchtigen Ämtern (Jobcenter, Sozialamt und Ausländeramt) arbeiten, sind deshalb stark Burnout gefährdet. Doch auch Verwaltungsfachangestellte, die einfache Büroarbeit erledigen sind zunehmend Burnout gefährdet, denn die eintönige Büroarbeit, die zu abarbeitenden „Aktenberge“ und die tägliche Arbeitsroutine erhöhen die Gefahr des Ausbrennens.[43]

3.3 Phasen und Symptomatik

In der Regel entwickelt sich das Burnout-Syndrom über einen längeren Zeitraum von drei Jahren und mehr.[44] Burnout ist folglich immer als Prozess zu verstehen und daher in verschiedene Phasen unterteilbar. Es gibt allerdings keinen typischen Verlauf, jeder Prozess ist individuell. In der Literatur werden viele verschiedene Phasenmodelle von Burnout-Entwicklungen dargestellt. Die wichtigsten Aspekte der Phasenlehren von Freudenberger, Edelwich und Cherniss lassen sich wie folgt zusammenfassen.[45]

In der Anfangsphase werden von Burnout-Gefährdeten erste Andeutungen und Signale häufig verdrängt, da sie störend sind. Ein möglicher erster Hinweis ist Überengagement. Erkennbar ist dieses Verhalten dadurch, dass die Betroffenen im Arbeitsalltag pausenlos durcharbeiten und ihrer Meinung nach keine Erholungsphasen benötigen. Über negative Gefühle sehen sie hinweg und übergehen ihre eigenen Bedürfnisse.[46] Doch gerade die Erholungspausen sind wichtig, um neue Energie zu schöpfen. Erholen sich Menschen nicht ausreichend, geraten sie in Disstress.[47] Nach Cherniss gilt der berufliche Stress als wichtigstes Merkmal dieser Phase.[48] Insgesamt ist die Anfangsphase gekennzeichnet von übermäßigem Engagement, Überaktivität und gleichzeitigem Verzicht auf Entspannungsphasen. Freizeitaktivitäten werden ganz außer Acht gelassen, es folgt die volle Konzentration auf den Arbeitsalltag. Viele fühlen sich im Beruf unentbehrlich und machen sich durch ihren Eifer und ihr berufliches Engagement zunehmend bei Arbeitskollegen unbeliebt. Bei den Vorgesetzten hingegen sind sie äußerst beliebt, gerade wegen ihrer Tüchtigkeit.[49]

In der Einbruchsphase merken die Betroffenen, dass sie ihren Leistungsstandard nicht aufrechterhalten können. Sie sind an ihrem Arbeitsplatz zunehmend mit den Tätigkeiten überfordert. Erfolgserlebnisse haben die Betroffenen weitaus weniger, und sie merken, dass sie ihre eigenen Ansprüche bzw. berufliche Idealvorstellungen nicht mehr mit ihren eigenen Ressourcen erfüllen können. Können sie die Ansprüche der Vorgesetzten nicht mehr erfüllen, gibt es unterschiedliche Wege, mit den Arbeitsbelastungen umzugehen. Manche Betroffene reagieren aggressiv gegen Arbeitskollegen und Kunden. Sie suchen sich einen sogenannten Sündenbock unter den Kollegen, der ihrer Meinung nach die Tätigkeiten noch schlechter erledigt, um ihr eigenes Selbstwertgefühl zu wahren und aufzubessern. Jedoch werden keine handfesten Maßnahmen unternommen, die Missstände zu beseitigen. Ein Gespräch mit dem Vorgesetzten wird als hoffnungslos betrachtet und so die eigene Opferrolle bewahrt. Andere wiederum haben Schuldgefühle und sind sehr betrübt und depressiv. Sie überkommt die Vorstellung, ihren bisher ausgeübten Beruf aufgrund ihrer Unfähigkeit und Inkompetenz nicht mehr ausführen zu können. Viele fühlen sich unbrauchbar und wertlos. Aus der Erkenntnis resultiert Unsicherheit und der Wunsch nach Veränderung. Einige wechseln den Arbeitsplatz oder bilden sich in ihrem Beruf weiter oder machen gar eine Umschulung. Erste Signale dieser Phase sind beispielsweise das widerwillige Arbeiten und Distanz zu Tätigkeiten, Arbeitskollegen und Kunden. Weitere Symptome sind chronische Müdigkeit, Motivationsprobleme und eine teilweise zynische Ausdrucksweise, die vorher nicht praktiziert wurde. Ihr Leben ist gekennzeichnet durch ein dürftiges Privatleben und unbefriedigenden Freizeitaktivitäten. Insgesamt fühlen sich die Betroffenen ausgenutzt und schlecht bezahlt, gleichzeitig nehmen sie ihre Beschäftigung als sehr anstrengend und belastend wahr. Insgeheim glauben sie, dass ein Missverhältnis von Arbeitsaufwand und Bezahlung besteht. Daraus ziehen sie den Schluss, ihnen wäre das rechtswidrige Mittel des „Krankmachens“ erlaubt. Aus diesem Grund kommt es hier bereits zu Fehlzeiten am Arbeitsplatz.[50]

Die Abbauphase ist der nächste Abschnitt der Burnout-Entwicklung. Betroffene befinden sich in einer Phase des Stillstands, die geprägt ist von Angst, Erschöpfung und der Niedergeschlagenheit. Im Arbeitsalltag zeigt sich das durch unkonzentriertes Arbeiten und Gleichgültigkeit. Ihre erledigten Tätigkeiten sind gekennzeichnet durch zahlreiche Mängel und viele Flüchtigkeitsfehler. Das zuvor extrem hohe berufliche Engagement wird schwindend gering bzw. existiert gar nicht mehr. Werden Betroffene auf ihre mangelnde Arbeitsleistung angesprochen und kritisiert, sind sie nicht in der Lage, die Kritik zu verarbeiten. Hinzukommen hohe Fehlzeiten. Zu den psychischen Leiden kommen auch körperliche Beschwerden, u. a. Schlaflosigkeit, Rücken- oder Gelenkschmerzen bis hin zu Herz-Kreislauf-Problemen. Die Personen werden dadurch in ihrer Leistungsfähigkeit noch weiter eingeschränkt. Hinzukommt in dieser Phase erstmals die Beeinträchtigung des Privatlebens und nichtberuflicher Beziehungen. Da die Betroffenen ihr „berufliche[s] Selbstbewusstsein“[51] verloren haben, wenden sie sich von Freunden ab, ziehen sich in ihrer Freizeit zurück und vereinsamen.[52] Nach Cherniss ist die Frustration ein wichtiges Merkmal dieser Phase. Der Betroffene versucht durch defensive Stressbewältigung, z. B. durch Rückzug, sich dem Stress zu entziehen.[53] Doch durch den Wegfall der Regenerationsmöglichkeiten, gerät der Betroffenen immer weiter in die Notlage des Burnouts.[54]

Der Weg bis zur totalen Erschöpfung umfasst meist einen Krankheitsverlauf von sieben bis zwölf Jahren. Erst wenn emotionale und auch körperliche Krankheitszeichen hinzukommen und nichts mehr zu funktionieren scheint, können die Betroffenen sich zu einem Arztbesuch bewegen. Der Arztbesuch und die anschließende Überweisung an einen Therapeuten gelten als letzte Phase der Erkrankung. In Extremfällen führt das Burnout-Syndrom zur Depressionen, Suizidgedanken oder sogar zum Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Durch den Missbrauch entsteht die Gefahr, die eigentliche Problematik zu leugnen und zu verheimlichen.[55] Es ist allerdings selten, dass die Betroffenen eine sogenannte Schlussphase des Burnouts erreichen. Meistens findet ein Fall des kompensierten Burnouts statt. Viele Erwerbstätige verbergen den „inneren Ausstieg aus dem Beruf“[56]. Sie entziehen sich der Probleme und der Stellungnahme, indem sie ihren Dienst vorschriftsmäßig leisten oder Ausreden erfinden, die ihre hohen Fehlzeiten begründen, u. a. werden familiäre Probleme und Belastungen oder eigene Erkrankungen gerne als Rechtfertigungsgrund genommen. In Behörden ist das Burnout-Syndrom besonders schwer zu bewältigen. Insbesondere in den sozialen Ämtern sind Kunden bzw. Bürger zufriedenzustellen. Alle Mitarbeiter sind aufeinander angewiesen und müssen im Krankheitsfall die Arbeit des Erkrankten übernehmen. Durch die defensive Einstellung zum Beruf können auch die Teamkollegen, die sich nicht im Zustand des Burnouts befinden, ihr berufliches Engagement verlieren und dieses sogar an neue Teammitglieder übertragen, beispielsweise an Berufsanfänger, die neu ins Team eingearbeitet werden sollen. Häufig werden sie gedemütigt, insbesondere wenn sie sich nicht der resignierten Arbeitsweise anpassen. Sobald die Arbeit den Teamkollegen keinen Spaß mehr bereitet und sich jeder darauf beharrt, möglichst schnell nach Hause zu kommen, ist das Team als ausgebrannt zu bezeichnen.[57]

In den verschiedenen Phasenmodellen lassen sich zahlreiche Symptome von Burnout erkennen. Doch geht man auf die wissenschaftlichen Ansätze der Burnout-Autorin Maslach ein, kristallisieren sich drei Hauptsymptome heraus. Diese wurden mit Hilfe des Maslach Burnout Inventory (MBI)[58], dem zurzeit gängigsten Messinstrument zur Untersuchung des Burnout-Syndroms, festgestellt.[59] Andere Messinstrumente sind im Rahmen der Feststellung des Burnout-Syndroms von äußerst geringer Bedeutung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Die Bedeutung verschiedener Fragebögen für die Burnout-Forschung.[60]

Aus einem Testverfahren und mit Hilfe eines Diagnosebogens des MBI wurden folgende drei Hauptsymptome von Burnout abgeleitet, und zwar die emotionale Erschöpfung, die Depersonalisierung und die persönliche Leistungsfähigkeit. Diese drei Skalen des MBI bestehen aus 22 Items, es entfallen 9 auf die Skala der emotionalen Erschöpfung, 5 auf das Spektrum der Depersonalisierung und 8 Items auf die persönliche Leistungsfähigkeit. Erreicht eine Person hohe Werte bei der emotionalen Erschöpfung und der Depersonalisierung und niedrigere Werte bei der persönlichen Leistungsfähigkeit, so gilt sie als stark ausgebrannt.[61]

Der Zustand der emotionalen Erschöpfung ist geprägt von Anspannung. Der Betroffene reagiert oft sehr gereizt und ist gleichzeitig antriebsschwach und chronisch müde. Das Mitgefühl nimmt ab, die emotionalen Reaktionen wirken gedämpft. Der Betroffene fühlt sich ausgelaugt, frustriert und hat selbst bei dem Gedanken an die Arbeit schon Müdigkeitserscheinungen.[62] Worte wie: „Ich fühle mich von meiner Arbeit völlig ausgelaugt, sie macht einfach keinen Spaß mehr.“ sind charakteristisch.

Betroffene befinden sich in einem Zustand der Depersonalisierung, d. h. sie spüren einen Interessensverlust anderen Personen gegenüber und allgemein eine gewisse Gleichgültigkeit.[63] Der Wunsch, seine eigene Person einzubringen, schwindet. Oft herrschen ein gewisser Zynismus, eine negative Einstellung und eine große persönliche Distanz zum Klienten am Arbeitsplatz. Diese Distanz erscheint Außenstehenden häufig als professionelles Auftreten.[64] Worte wie: „Es fällt mir zunehmend schwer, mich intensiv auf jeden einzelnen Klienten individuell einzustellen!“ sind typisch.

Häufig mangelt es den Betroffenen an Erfolgserlebnissen, sie sind nur eingeschränkt leistungsfähig, neigen zur Resignation und haben ein reduziertes Wirksamkeitserleben. Die eigene Leistung scheint nachrangig. Es gibt eine Diskrepanz zwischen Anforderung und Leistung. Betroffene spüren eine gewisse Sinnentleerung, gleichzeitig aber auch Hyperaktivität.[65] Worte wie: „Ich habe immer seltener das Gefühl, dass ich anderen wirklich helfe oder etwas wesentliches bewirke.“ sind typisch.

Mit Hilfe des MBI kann das Ausmaß der Hauptsymptome erfasst werden.[66] Bereits hier ist zu erkennen, dass die Burnout-Symptome mit den Stresssymptomen auf emotionaler Ebene übereinstimmen. Insbesondere der Zustand der emotionalen Erschöpfung gilt als typisches Symptom bei Dauerstresszuständen.

3.4 Auswirkungen auf die Gesundheit

Bei jedem Menschen hat das Burnout-Syndrom unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Viele Betroffene leiden an physischen Beschwerden. Durch das Stresshormon Cortisol, welches die Gehirnzellen schädigt, leiden viele an Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Außerdem kann Bluthochdruck eine Folge sein, woraus letztlich Herzrhythmusstörungen oder sogar ein Herzinfarkt resultieren kann. Insgesamt kommt es durch die dauerhafte Aktivität der Leber und Nebennieren zu einer Reduktion der Organleistung. Außerdem schädigt Cortisol das Immunsystem, was wiederum zu einer reduzierten Infektionsabwehr führt. Auch kann es zu Beschwerden im Verdauungssystem führen. Die Drosselung der Gefäße kann zu Beschwerden im Magen- und Darmbereich führen, Übelkeit und Durchfall können Folgen sein. Letztlich sind Verspannungen aufgrund der dauerhaften Anspannung nicht selten, vor allem im Rücken- und Nackenbereich.[67]

[...]


[1] Im Folgenden wird der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.

[2] Weimer / Pöll, 2012, S. 17.

[3] Vgl. Huber, 1983, S. 90.

[4] Vgl. Prieß, 2013, S. 12 – 13.

[5] Vgl. Schneider, 2013, S. 146.

[6] Althoff / Thielepape, 2000, S. 125.

[7] Vgl. Prieß, 2013, S. 13.

[8] Statistisches Bundesamt, Zeitdruck und Arbeitsbelastung 2007, https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/_Grafik/1_2_Stress.png?__blob=poster, 14.05.2014.

[9] Faktoren / Bedingungen, die die Wahrscheinlichkeit der Auslösung von Stress erhöhen und zu Funktionsstörungen im Organismus bzw. zu psychischen Beeinträchtigungen führen.

[10] Olszewski, 1993, S. 20.

[11] Vgl. Eppel, 2007, S. 27.

[12] Vgl. Olszewski, 1993, S. 18 -19.

[13] Olszewski, 1993, S. 19.

[14] Eppel, 2007, S. 28 - 29.

[15] Vgl. Olszewski, 1993, S. 19.

[16] Vgl. Eppel, 2007, S. 29.

[17] Vgl. Olszewski, 1993, S. 21.

[18] Eppel, 2007, S. 2.

[19] Vgl. ebd.

[20] Vgl. Prieß, 2013, S. 130.

[21] Althoff / Thielepape, 2000, S. 126.

[22] Vgl. Althoff / Thielepape, 2000, S. 126- 127.

[23] Vgl. ebd.

[24] Vgl. Huber, 1983, S. 50.

[25] Vgl. ebd., S. 50 - 51.

[26] Vgl. Althoff / Thielepape, 2000, S. 126- 127.

[27] Vgl. ebd.

[28] Vgl. ebd., S. 127.

[29] Vgl. Oesterreich, 1999, S. 192.

[30] Vgl. Althoff / Thielepape, 2000, S. 127.

[31] Vgl. Müller-Timmermann, 2012, S. 35 – 36.

[32] Vgl. Wenchel, 2001, S. 61.

[33] Vgl. Schneider, 2013, S. 12.

[34] Vgl. Fiedler / Goldschmid, 2010, S. 43.

[35] Schneider, 2013, S. 11.

[36] Vgl. Fiedler / Goldschmid, 2010, S. 43.

[37] Internationale Klassifizierung der Krankheiten.

[38] Schneider, 2013, S. 209 .

[39] Vgl. ebd., S. 210.

[40] Prieß, 2013, S. 9

[41] Weimer / Pöll, 2012, S. 32.

[42] Vgl. ebd.

[43] Vgl. Müller-Timmermann, 2012, S. 37 – 38.

[44] Vgl. Schneider, 2013, S. 12.

[45] Vgl. Schmidbauer, 2007, S. 322 - 323.

[46] Vgl. ebd., S. 323 - 325.

[47] Vgl. Schneider, 2013, S. 12.

[48] Vgl. Hillert / Marwitz, 2006, S. 75

[49] Vgl. Schmidbauer, 2007, S. 323 - 325.

[50] Vgl. Schmidbauer, 2007, S. 324 - 326.

[51] Schmidbauer, 2007, S. 327.

[52] Vgl. ebd.

[53] Vgl. Hillert / Marwitz, 2006, S. 75

[54] Vgl. Schmidbauer, 2007, S. 327.

[55] Vgl. Schneider, 2013, S. 12.

[56] Schmidbauer, 2007, S. 328.

[57] Vgl. Schmidbauer, 2007, S. 328.

[58] Siehe Anlagenverzeichnis, Anlage 1 (S. 54 – 55).

[59] Vgl. Wenchel, 2001, S. 65.

[60] Hillert / Marwitz, 2006, S. 85.

[61] Vgl. ebd., S. 101 – 102.

[62] Vgl. Müller-Timmermann, 2012, S. 16 – 17.

[63] Vgl. Wenchel, 2001, S. 163.

[64] Vgl. Müller-Timmermann, 2012, S. 16 – 17.

[65] Vgl. ebd.

[66] Vgl. Wenchel, 2001, S. 65.

[67] Vgl. Fiedler / Goldschmid, 2010, S. 56 - 57.

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Erforschung des Burnout-Syndroms unter Berücksichtigung von Stressphänomenen am Arbeitsplatz