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Grundlagen des Controlling. Entstehung, Bedeutung, Struktur und Ziele

Akademische Arbeit 2004 32 Seiten

BWL - Controlling

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Entstehung des Controlling
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Begriff „Controlling“

3 Bedeutung des Controlling
3.1 Veränderungen des Unternehmensumfeldes
3.1 Notwendigkeit des Controlling

4 Grundlagen des Controlling
4.1 Die Ziele
4.2 Die Aufgaben
4.3 Die Instrumente
4.4 Kennzahlen und Kennzahlensysteme
4.4.1 Kennzahlen
4.4.2 Kennzahlensysteme
4.5 Strategisches und operatives Controlling
4.5.1 Strategisches Controlling
4.5.2 Operatives Controlling

5 Struktur des Controllings
5.1 Das Controllingsystem
5.2 Die Controlling-Konzeption

6. Schwachstellen des klassischen Controlling

Literaturverzeichnis (inkl. weiterführender Literatur)

1 Einführung

Dieser Text gibt eine kurze Zusammenfassung des Controllings. Dabei wird auf die Entstehung, die Bedeutung, die wesentlichen Grundlagen, auf die Struktur und auf die Schwachstellen des klassischen Controllings eingegangen

2 Entstehung des Controlling

Auf die Entstehung des Controllings soll im Folgenden anhand der historischen Entwicklung und einer Definition des Begriffs „Controlling“ näher eingegangen werden

2.1 Historische Entwicklung

Wie die historische Betrachtung zeigt, sind erste Controlling-Aufgaben bereits im 15. Jahrhundert in den staatlichen Verwaltungen Englands entstanden. Diese Stelle nannte man Controlleur mit der Aufgabe, Aufzeichnungen über Geld- und Güterverkehr zu überprüfen.[1]

Im Jahre 1778 verfasste der amerikanische Kongress eine gesetzliche Grundlage für den Einsatz des Controllers im Staatsdienst, dessen Aufgabe die Verwaltung des staatlichen Haushalts und die Überwachung der Mittelverwendung war.[2]

Das Entstehen der institutionalisierten Controllingaufgaben im heutigen Sinne ist in erster Linie das Ergebnis der industriellen Entwicklung in den USA. Die erste Stelle des Controllers entstand im Jahre 1880 bei der amerikanischen Eisenbahngesellschaft >Atchison, Topeka & Santa Fe Railway System<. Die Aufgaben waren damals überwiegend finanzwirtschaftlicher Art. Im Jahre 1892 wurde die Stelle des Controllers dann auch beim Unternehmen <General Electric Company< geschaffen.[3]

Der maßgebliche Durchbruch für die Einrichtung von Controlling-Stellen ergab sich erst nach der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1923, als man versuchte einen wirtschaftlichen Ruin frühzeitig mit Methoden der sicheren Planung und Kontrolle aufhalten zu können.[4]

In den vierziger Jahren wurden in Amerika dem Controller schon die Aufgaben des Rechnungswesen, der Revision, der Auswertung, der Steuerermittlung und der Koordination übertragen.[5] Die Stelle des Controllers wurde gemeinsam mit der Planung zu einem Instrument mit stark zukunftsorientierter Aufgabenstellung. Dabei war der Controller von Anfang an entweder Mitglied der Geschäftsführung oder ihr als Stabstelle direkt zugeordnet.[6]

In Deutschland hat sich die Controllingidee erstmals bei amerikanischen Tochterunternehmen Mitte der sechziger Jahre durchgesetzt. Durch Änderungen der Unternehmensumwelt und durch Neuorientierung im unternehmerischen Denken und Handeln hat sich das Controlling daraufhin schnell in großen deutschen Unternehmen angesiedelt und ausgebreitet, um dort zu einem festen Bestandteil des Unternehmens zu werden. Gründe für die späte Entwicklung des Controlling in Deutschland sind vor allem die internationale Isolierung vor und nach dem 2.Weltkrieg, zentrale Linienorganisationen und der fehlende Konkurrenzkampf, der bis in die siebziger Jahre gereicht hat.[7]

Heute ist das Controlling bzw. der Beruf des Controllers in jedem größeren Unternehmen zu finden.

2.2 Begriff „Controlling“

Nach heutiger Auffassung wird der Begriff Controlling aus dem amerikanischen Wort >to control< abgeleitet. Häufig wird in der Praxis spontan die Assoziation von >Control< mit dem Wort >Kontrolle< gezogen. Beim Blick in die Managementliteratur wird jedoch deutlich, dass der Begriff neben dem meist ungeliebten Wort Kontrolle auch Beeinflussung, Überwachung und (schwergewichtig) Steuerung und Beherrschbarkeit bedeutet.[8]

Eine französische Wurzel ordnet dem Begriff >contrôl< den Sachverhalt des >Gegenregisters< zu, was soviel wie eine Gegenrechnung bei der Rechnungsführung heißen soll, um deren Richtigkeit sicherzustellen.[9]

Beide Sachverhalte, der der Steuerung wie auch der der Richtigkeitsprüfung sind allerdings ohne Planung, Kontrolle, Informationsversorgung sowie insbesondere der Führungsunterstützung nicht denkbar.[10]

In der Literatur ist für den Begriff „Controlling“ keine einheitliche Definition zu finden. Die verschiedenen Betrachtungsweisen führen damit auch zu unterschiedlichen Abgrenzungen und Auffassungen bezüglich den Zielen, den Aufgaben und der Verbreitung des Controllings.[11]

In der nachfolgenden Übersicht werden einige Definitionen aufgeführt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Definitionen des Controlling in der Literatur

Diese verschiedenen entwickelten Definitionen können helfen, den Begriff des Controllings zu verdeutlichen. Trotz allem lässt sich kein eindeutiger und sich durchgesetzter deutschsprachiger Ausdruck für das Controlling bzw. für den Beruf des Controllers finden. Aus diesem Grunde wurde der Begriff Controlling auch in den deutschen Sprachschatz übernommen.[12]

Zudem wird aus den oben genannten Definitionen ersichtlich, dass das Controlling und seine Aufgaben gegenwarts- und zukunftsorientiert sind, im Gegensatz zur reinen Kontrolle, die nur vergangenheitsorientiert ist.[13]

Im Sinne einer Abgrenzung für diese Arbeit soll die Aufgabe des Controlling bzw. des Controllers aus der Unterstützung der Unternehmensführung bei der Planung, Kontrolle, Information und Steuerung verstanden werden.

3 Bedeutung des Controlling

Dieses Kapitel zeigt die Veränderungen im Unternehmensumfeld und die daraus resultierende Notwendigkeit des Controllings im Unternehmen.

3.1 Veränderungen des Unternehmensumfeldes

Für viele Unternehmen gestaltet es sich heutzutage immer schwieriger, sich auf die veränderten Umweltbedingungen einzustellen. Die Unternehmensumwelt zeigt eine erhöhte Dynamik d.h. das Unternehmen sieht sich ständig neuen Situationen und Problemen ausgesetzt.[14]

Verantwortlich für diese Veränderungen sind vor allem:[15]

- Stagnierende oder schrumpfende Nachfrage durch Marktsättigung
- Verstärkter Wettbewerb
- Globalisierung des Wettbewerbs
- Verknappung und Verteuerung von Rohstoffen
- Entwicklung durch politische Rahmenbedingungen
- Zunahme staatlicher Eingriffe und Reglementierungen
- Veränderte Lebensstile
- Gestiegenes Umweltbewusstsein
- Beschleunigung des technischen Fortschritts und damit verbunden Verkürzung der Produktlebenszyklen

Diese Veränderungen haben für Unternehmen eine zunehmende Komplexität der Aufgaben und Abläufe zur Folge und führen zu Unsicherheit bei der Entscheidungsfindung. Aus diesem Grund wächst für Unternehmen das Bedürfnis nach Steuerung und Integration von Planung und Kontrolle. Die organisatorische Institutionalisierung dieser integrierenden Funktion ist das Controlling bzw. der Controller.[16]

3.1 Notwendigkeit des Controlling

Um heutzutage ein Unternehmen entsprechend seiner Ziele erfolgreich zu führen und kurz- und langfristig zu sichern, bildet ein effizientes, leistungsfähiges Planungs-, Kontroll-, Steuerungs- und Informationssystem und deren Koordination eine wichtige Grundlage. Insbesondere durch die in Kapitel 2.2.1 aufgeführten Umweltveränderungen sehen sich die Unternehmen mit tiefgreifenden Herausforderungen konfrontiert. Um sich diesen Herausforderungen stellen zu können, ist die Implementierung bzw. die Neuorientierung des Controlling bzw. des Controllingsystems unumgänglich. Das Controlling ist dabei als ein Teil der Unternehmensführung tätig.[17]

Die nachfolgende Abbildung zeigt die auf Unternehmen wirkenden Umwelteinflüsse, die notwendigen klassischen Controllingaufgaben und die Erweiterung bzw. Ergänzung des klassischen, zahlengestützten Systems mit Hilfe von modernen Controllingmethoden und –ansätzen, wie z.B. der Balanced Scorecard:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Einflüsse und Antworten einer modernen Controlling-Konzeption[18]

4 Grundlagen des Controlling

Das Controlling setzt sich aus einer Vielzahl verschiedenartiger Komponenten zusammen, die zunächst analysiert, definiert und strukturiert werden müssen. Zu diesen Komponenten zählen u.a. Controllingziele, Controllingaufgaben, Controllinginstrumente und die Untergliederung in strategisches und operatives Controlling.

4.1 Die Ziele

Die Arbeit des Controllers kann nur dann sinnvoll sein, wenn die Unternehmensziele (Oberziele des Unternehmens) explizit und messbar formuliert sind. Dabei beschreiben Ziele einen erwünschten Zustand den das Unternehmen zu erreichen versucht.[19]

Die Ziele des Controlling leiten sich im Anschluss daran aus den Oberzielen des Unternehmens ab und dienen damit der Verbesserung der Gesamtzielerreichung. Die Zielinhalte beziehen sich primär auf die Wirtschaftlichkeit in Form des Erfolgs, die Rentabilität oder die Produktivität und auf die Liquidität mit dem Ziel den dauerhaften Fortbestand der Unternehmung sicher zu stellen. Generell ist es dabei nicht möglich, Controllingziele inhaltlich unabhängig von den zugrundeliegenden Oberzielen des Unternehmens zu konzipieren.[20]

Im Wesentlichen gehören zu den Zielen des Controlling die Unterstützung der Planung, die Koordination einzelner Teilbereiche, sowie die Kontrolle der wirtschaftlichen Ergebnisse.[21]

Die nachfolgende Abbildung soll den Zusammenhang zwischen dem Controlling und den Controllingzielen innerhalb eines Unternehmens nochmals verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Controlling und Controllingziele in Unternehmungen[22]

4.2 Die Aufgaben

Die Aufgaben des Controlling leiten sich aus den Zielen des Controlling, die in Kapitel 2.3.1 erwähnt sind, ab.

Hauptaufgabe des Controlling ist die Unterstützung der Unternehmensführung bei der Planung, Steuerung und Kontrolle durch eine koordinierende Informationsversorgung, welche sich aus der Informationsbeschaffung, -aufbreitung, -verdichtung, -darstellung und der Interpretation in zeitgerechter, empfängerorientierter Form zusammensetzt. Das Controlling übernimmt meist die gesamte Entscheidungsvorbereitung für bestimmte Maßnahmen (z.B. Investitionsvorhaben), wobei sicherzustellen ist, dass die erarbeiteten Pläne nach Abwägen aller Alternativen und unter Einbeziehung des gesamten Planungs-Know-hows das Optimale für das Unternehmen ist. Zudem übernimmt das Controlling auch die Kontrolle der getroffenen Entscheidungen. Die Kompetenz Entscheidungen zu treffen bleibt allerdings bei der Unternehmensführung. Das Controlling stellt die Erreichung der Unternehmensziele sicher und unterstützt insbesondere beim zielgerichteten koordinieren aller Maßnahmen, um Ineffizienzen durch Schnittstellenprobleme zu vermeiden, wenn nötig auch über die betrieblichen Bereichsgrenzen hinaus. Der Unternehmensführung wird dadurch ermöglicht, sich den Umweltveränderungen durch zielgerichtete Gegenmaßnahmen anzupassen und eine erfolgreiche Führung des Unternehmens zu gewährleisten. Wichtig dabei ist allerdings, dass das Controlling nicht nur kurzfristig bei Problemen genutzt wird, sondern das es als Führungsinstrument dauerhaft im Unternehmen integriert wird.[23] [24]

[...]


[1] vgl. Jung, Hans: Controlling, München 2003, S. 1

[2] vgl. ebenda, S. 1

[3] vgl. Steinle, Claus/ Bruch, Heike (Hrsg.): Controlling, 3. Auflage, Stuttgart 2003, S. 6

[4] vgl. Steinmüller, Peter H. (Hrsg.)/ Hering, Ekbert/ Jórasz, William: Die neue Schule des Controllers, Band 2, Stuttgart 1999, S. 279

[5] vgl. ebenda, S. 279 f

[6] vgl. ebenda, S. 280

[7] vgl. Steinle, Claus/ Bruch, Heike (Hrsg.): Controlling, a.a.O., S. 7

[8] vgl. ebenda, S. 6

[9] vgl. Steinle, Claus/ Bruch, Heike (Hrsg.): Controlling, a.a.O., S. 6

[10] vgl. ebenda, S. 6

[11] vgl. Preißler, Peter R.: Controlling: Lehrbuch und Intensivkurs, 12. Auflage, Landsberg a L. 2000, S. 14

[12] vgl. Horváth: Controlling, 8. Auflage, München 2001, S. 25

[13] vgl. Preißler, Peter R.: Controlling, a.a.O., S. 14 f

[14] vgl. Peemöller, Volker H.: Controlling, Grundlagen und Einsatzgebiete, 4. Auflage, Berlin 2002, S. 48

[15] vgl. Jung, Hans: Controlling,a.a.O., S. 4

[16] vgl. Peemöller, Volker H.: Controlling, a.a.O., S. 48

[17] vgl. Jung, Hans: Controlling, a.a.O., S. 5

[18] vgl. Baier, Peter: Praxishandbuch Controlling, a.a.O., S. 14

[19] vgl. Jung, Hans: Controlling, a.a.O., S. 9

[20] vgl. Reichmann, Thomas: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S. 3

[21] vgl. ebenda, S.3

[22] vgl. Jung, Hans: Controlling, a.a.O., S. 9

[23] vgl. Jung, Hans: Controlling, a.a.O., S. 13

[24] vgl. Gabler: Wirtschaftslexikon: Taschenbuch-Kassette mit 10 Bd., Wiesbaden, 1997, S. 809 f

Details

Seiten
32
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783656733560
ISBN (Buch)
9783656733515
Dateigröße
912 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280317
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Note
1,7
Schlagworte
Controlling Grundlagen Entstehung Bedeutung Struktur Anwendung Ziele BWL

Autor

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Titel: Grundlagen des Controlling. Entstehung, Bedeutung, Struktur und Ziele