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Die Welt aus venezianischer Sicht. Venedig-Reminiszenzen in Calvinos "Le città invisibili" und die Verbildlichung der unsichtbaren Städte in der Bildenden Kunst

Masterarbeit 2013 65 Seiten

Romanistik - Italienische u. Sardische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Einordnung vonLe cittàinvisibiliin den poststrukturalistischen und postmodernen Kontext
2.1.1 Der Text als intertextuelles Konstrukt
2.1.2 Lesen als produktiver Akt
2.1.3 écriture,ré- écriture,mythécriture
2.1.4 Dekonstruktion unddifférance
2.2 Mythos und Mythenanalyse
2.2.1 Begriffsklärung
2.2.2 Die strukturale Mythenanalyse von Lévi- Strauss
2.3 Über Calvinos Umgang mit Intertextualität und Mythos

3. Prätext undré- écriture
3.1 Der Prätext:Il Milione
3.1.1 Einführung
3.1.2 Wahrheitsgehalt und Spannungsaufbau
3.2 Die ré- écriture:Le cittàinvisibili
3.2.1 Einführung
3.2.2 Die Problematik der Gattungszuordnung
3.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.4Il MilioneundLe cittàinvisibilizwischen Beschreibung und Erzählung

4. Der venezianische Blick. Venedig- Reminiszenzen in denCittàinvisibili
4.1 Kulturell- historischer Kontext der Stadt Venedig und ihre Bedeutung als Wirtschaftsmacht
4.2 Venedig als literarischer Schauplatz und Mythos
4.3 Venedig in der Imagination Calvinos - zwischen Archetyp und Utopie
4.4 Die Stadt als initiales Dispositiv und das Funktionieren von Erinnerung

5. Textanalyse
5.1 Vorbemerkung
5.2Cittàacquatiche
5.3 Handel und Handwerk
5.4 Die Bedrohungen der (modernen) Stadt

6. Die Transformation der erzählten unsichtbaren Städte in eine sichtbare Bildergalerie
6.1. Vorüberlegung
6.2. Das Verhältnis von Bild- Text und Text- Bild
6.3. Die künstlerischen Stadt- Dispositive von Cano und Corrado Brannigan
6.4. Bild- Analyse
6.4.1 Bauci - Eine Frage der Perspektive
6.4.2 Ottavia - Die Stadt als Imitation der Natur
6.4.3 Pentesilea - Die Stadt als Makrokosmos
6.4.4 Sofronia - Die demontierte Stadt

7. Schluss

8. Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Das umfangreiche schriftstellerische Werk Italo Calvinos entstand im Laufe mehrerer Jahrzehnte und ist geprägt durch das Experimentieren mit unterschiedlichen Textgattungen und das Aufgreifen neuer stilistischer Elemente. Seine Feingespür und sein innovativer Geist, die sich in seiner schriftstellerischen Experimentierfreudigkeit ausdrücken, haben dazu geführt, dass sein Œvre heute als eines der abwechslungsreichsten Gesamtwerke des 20. Jahrhunderts bezeichnet wird:

Calvino [...] è tra gli scrittori italiani uno dei più sensibili e innovatori, sempre pronto a comunicare con i segni del tempo e a inserirli in una scrittura che si acuisce nel confronto tra storia e letterature1.

Bereits in den Jahren vor seinem Umzug nach Paris, wo Calvino mehr als ein Jahrzehnt seines Lebens verbrachte, setzte er sich intensiv mit den Theorien seiner französischen Kollegen auseinander. Von den Einflüssen des französischen Poststruk- turalismus und seinem Interesse für die Ideen der Oulipiens2 sowie für die Verfahren der strukturalen Textanalyse3 zeugen insbesondere die Texte des späten Calvino. Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht 1972 erschienene, sich einer konkreten Gattungszuor nung entziehende Text Le citt à invisibili (1972), bei dem es sich um eine r é - é criture von Marco Polos Reisebericht Il Milione aus dem 13. Jahrhundert handelt. Bereits im Jahr 1960 hatte sich Calvino erstmals mit dem Vorhaben einer r é - é criture dieses Textes beschäftigt4. Das Projekt kam jedoch erst zehn Jahre später mit dem Entwurf von Le citt à invisibili zu einer konkreten Realisierung und zwar inhaltlich „arricchito dalla complessità delle sperimentazioni combinatorie degli anni sessanta“5. In seinem formalen, beinahe mathematisch anmutenden Aufbau ist dieser Text wiederholter Ausdruck der Affinität Calvinos gegenüber dem Experimentieren mit nicht- literarischen Textformen.

Die vorliegende Arbeit nähert sich dem Text zunächst über den notwendigen Exkurs zu einigen theoretische Grundbegriffen, dessen Ziel es ist, das é criture- Konzept des Autors speziell im Hinblick auf Le citt à invisibili zu erarbeiten. Das poststrukturalistische Verständnis von Text als intertextuelles Konstrukt wendet Calvino auf seine unsicht- baren Städte an, die ihrerseits als rein intertextuelles Produkt zu verstehen sind. Grundlegend im Rahmen dieses einführenden theoretischen Teils sind die aus diesem Textverständnis resultierende Offenheit des Textes sowie die Absage an den Autor und das damit verbundene Verständnis des Lesens als eigentlicher Moment der Text- produktion. Der hier geleistete theoretische Überblick hat nicht den Anspruch, ein vollständiges Bild sämtlicher Einflüsse auf den Text zu liefern. Er trägt jedoch einige zentrale Aspekte zusammen, die für die Einordnung des Textes in den damals aktuellen literarischen und literaturtheoretischen Kontext als grundlegend betrachtet werden können.

Im Anschluss an die Einordnung des Textes in den historischen Kontext geht es im darauf folgenden Teil dieser Arbeit um die Eigenschaft von Le citt à invisibili als r é - é criture von Marco Polos Milione aus dem 13. Jahrhundert. Die zentrale These der vorliegenden Arbeit lautet, dass den Citt à invisibili eine Modellstadt zugrunde liegt, die - an einigen Stellen explizit, an anderen auf indirekte Art und Weise - den „impliziten Ausgangspunkt“6 aller Reisen des Kaufmanns bildet. Es werden daher zunächst die grundlegenden formalen und inhaltlichen Eigenschaften beider Texte sowie ihre Ge- meinsamkeiten und Unterschiede erarbeitet um dann, vor dem Hintergrund der Ent- stehungsumstände und der Funktion des Milione als Prätext aufzuzeigen, dass auch die Ausführungen aus dem 13. Jahrhundert vom venezianischen Blick Marco Polos geprägt sind.

Die Stadt Venedig stellt, neben ihrer Eigenschaft als Heimatstadt Marco Polos, aufgrund ihres kulturell- historischen Kontextes sowie ihrer außergewöhnlichen Struktur und Architektur eine Ausnahmeerscheinung dar. In der Literatur ist sie eine beliebte und häufig zitierte Kulisse. Die Stadt, die sich im Laufe der Jahrhunderte häufig mit dem Untergang und dem Verfall konfrontiert sah, musste und muss sich auch heute noch immer wieder neu erfinden. Der im Laufe mehrerer Jahrhunderte entstandene Mythos um die Stadt spielt für Venedig als literarisches Zitat eine entscheidende Rolle. Die Auseinandersetzung mit dem kulturell- historischen Kontext der Stadt und ihre Rolle in der Literatur sind ein zentraler Aspekt der vorliegenden Arbeit. Durch den Rückgriff auf die mit der Stadt verbundenen Mythen wird bei Calvino ein moderner Mythos im Sinne eines poetischen Bildes der Stadt konstruiert, das Reminiszenzen an das damalige und das heutige Venedig enthält.

Der polyseme Charakter des Textes Le citt à invisibili hat über die Literaturwissenschaft hinaus intensive interdisziplinäre Beschäftigungen mit dem Werk angeregt. Sie sind Ausdruck eines über die literarischen Grenzen des Textes hinausreichenden, intermediären Anspruchs. Neben Literaturwissenschaftlern haben sich seit seinem Erscheinen im Jahr 1972 auch Experten aus den Bereichen der Architektur und Urbanistik sowie zahlreiche Künstler mit dem Text beschäftigt. Im letzten Kapitel wird der Blick daher auf den künstlerischen Umgang mit dem Text gerichtet, indem stellvertretend für die Bildende Kunst, die Werke von Colleen Corradi Brannigan und Pedro Cano analysiert werden. Beide Künstler haben jeweils 55 Werke geschaffen, die aus ihrer eigenen, künstlerischen Lektüre der Citt à invisibili heraus entstanden sind. Sie gelangen zum Teil zu vollkommen unterschiedlichen Interpretationen ein und derselben unsichtbaren Stadt. Die Gegenüberstellung einiger ausgewählter Werke aus dem jeweiligen Schaffenszyklus soll den Einfluss der persönlichen Imagination auf die künstlerische Auseinandersetzung mit der literarischen Vorlage demonstrieren. In der abschließenden Auswertung werden die im Laufe der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst.

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Einordnung von Le citt à invisibili in den poststrukturalistischen und postmodernen Kontext

2.1.1 Der Text als intertextuelles Konstrukt

In der postmodernen é criture, wie sie insbesondere von Theoretikern der Tel- Quel- Gruppe, von Barthes und Eco beschrieben wird, geht es nicht mehr um die Suche nach Erkenntnis der Wahrheit, sondern - von einem postmetaphysischen Standpunkt aus, um das ironische Spiel mit der Intertextualität7.

Poststrukturalistischen Ansätzen semiotischer, sozial- oder literaturwissenschaftlicher Art zufolge ist es unmöglich einen Text8 ohne Bezug zur Gesamtheit anderer Texte, die im Kontext einer bestimmten kulturellen Struktur entstanden sind, zu sehen. Jeder Text stellt demnach ein „semiotisch intertextuelles Konstrukt“9 dar. Der Begriff lässt sich auch enger fassen und auf konkrete Bezüge zwischen literarischen Einzeltexten anwenden. Julia Kristeva, Literatur- und Kulturforscherin sowie Psychoanalytikerin, die seit 1970 offiziell der Redaktion von Tel Quel angehört, definiert den dialogischen Bezug der Texte aufeinander folgendermaßen: „dans l’espace d’un texte plusieurs énoncés, pris à d’autres textes, se croisent et se neutralisent“10. Sie führt für dieses Konzept den Begriff der intertextualit é ein. Auch wenn der von Kristeva entwickelte, in der Tel- Quel - Gruppe popularisierte und von den Dekonstruktivisten internationalisierte Intertextualitätsbegriffs nicht immer aufeinander rückführbare Bestimmungen liefert11, kann festgehalten werden:

Invariante Funktionsbestimmung von Intertextualität ist die Destruktion einer fixierten Bedeutung, letztendlich von Bedeutung überhaupt und verweist solchermaßen auf die Vorgaben einer bestimmten Texttheorie, die den Übergang von ‚produit’ zur ‚productivité’ postuliert12.

Die Idee, die hinter Kristevas Intertextualitätsbegriff steht, ist im Grunde nicht neu. Der Ethnologe Claude Lévi- Strauss führte in den 1960er Jahren sein Konzept des ‚Wilden Denkens’13 und die Verwendung des bricolage - Gedankens in die Sozialwissenschaft ein. Es handelt sich um „eine Metapher, die nichts anderes als die Intertextualität des mythischen Zeichens umschreibt“14. Das in seiner wörtlichen Bedeutung mit Bastelei oder Heimwerkerei zu übersetzende Wort bricolage verwendet er sozialwissenschaft- lich und versteht darunter die Reorganisation zur Verfügung stehender Zeichen zu neuen Strukturen. Kristevas semiotischer Textbegriff impliziert eine Entgrenzung auf alle kulturellen Zeichensysteme, auch auf die außersprachlichen. Jedes Zeichen- system kann somit prinzipiell als Text begriffen werden. Grundlegend ist bei diesem universalen und translinguistischen Konzept, dass Echos und Reminiszenzen von Seiten des Autors unbewusst in den Text einfließen können, also nicht unbedingt intendiert sein müssen15. Ihr Textbegriff „gründet damit auf der den Poststrukturalisten gemeinsamen Vorstellungen des texte g é n é ral (Derrida) bzw. des texte infini (Barthes) als einer universalen Intertextualität, in der Autor und Leser gleichermaßen aufgehen“16.

2.1.2 Lesen als produktiver Akt

Auch bei Roland Barthes findet der bricolage- Gedanke bereits Verwendung. Im literaturwissenschaftlichen Kontext der Diskussion um den „Tod des Autors“17 stellt Barthes fest, dass ein Text nicht aus einer Wortzeile besteht, die einen einzigen gewissermaßen theologischen Sinn (das wäre die ‚Botschaft’ des ‚Autor- Gottes’) freisetzt, sondern aus einem mehrdimensionalen Raum, in dem vielfältige Schreibweisen, von denen keine ursprünglich ist, miteinander harmonieren oder ringen: Der Text ist ein Geflecht von Zitaten, die aus den tausend Brennpunkten der Kulturen stammen18.

In diesem Zitat werden unterschiedliche postmoderne und poststrukturalistische Ansätze deutlich. Zum einen beschreibt es das soeben dargestellte Konzept der Intertextualität als Weiterentwicklung des bricolage- Gedankens, bei dem der Fokus auf die Reorganisation zur Verfügung stehender Zeichen zu neuen Strukturen gerichtet wird. Die vielfältigen Möglichkeiten diese Zeichen neu zusammenzufügen, liefern eine noch größere Anzahl an Bedeutungsmöglichkeiten. Mit der Weigerung dem Text einen letzten Sinn zuzuweisen, geht unmittelbar die Ablehnung einer Personalisierung bzw. einer Zugehörigkeit des Textes zu seinem Autor einher. An die Stelle des Subjekts als

Sinn gebende Instanz, tritt bei den postmodernen Philosophen das dezentrierte Subjekt, dessen Schaffen maßgeblich auf unbewusste Prozesse zurückzuführen ist. Für die Literatur bedeutet dies in erster Linie, dass der Autor als Subjekt und seine Intention hinsichtlich der Bedeutung des Textes keine Rolle mehr spielen. Vielmehr spielt all jenes eine Rolle, was unbewusst in den Text hineingebracht wird. Der bis dahin üblichen, autororientierten Lesart wird hier eine Lesart entgegengesetzt, die den Leser zur sinnstiftenden Instanz erhöht, ohne dass dem Text jedoch ein letzter endgültiger Sinn zugewiesen wird. Zugleich wird hierdurch eine Tätigkeit freigesetzt, die man als kontratheologisch, als zutiefst revolutionär bezeichnen könnte, ist doch die Weigerung, den Sinn festzulegen, gleichbedeutend mit der Ablehnung Gottes und seiner Hypostasen, der Vernunft, der Wissenschaft und des Gesetzes19.

Die bereits erwähnte, sich aus Philosophen, Semiologen und literatur- bzw. textwissen- schaftlich interessierten Schriftstellern zusammensetzende Tel- Quel- Gruppe geht, ebenso wie Roland Barthes, vom Lesen als eigentlichem produktiven Akt aus. An die Stelle der Entdeckung einer eindeutigen objektiven Wahrheit tritt die plurale Lektüre. Diese von Offenheit gekennzeichnete Lektüre bewirkt zum einen die Verunsicherung des Lesers, zum anderen bedeutet sie einen Appell zum aktiven Lesen20. Es handelt sich hierbei um ein „Lektürekonzept, das in Fortentwicklung des Lévi- Srauss’schen bricolage- Gedankens bei den Poststrukturalisten zu einem dekonstruktiven Umgang mit dem Text führt“21. Es wird nicht mehr nach dem Subjekt gefragt. „Die Geburt des Lesers muß mit dem Tod des Autors bezahlt werden“22. Gleichzeitig mit dem Tod des Autors geht auch das Ende der Suche nach dem einzigen, wahren Wert des Textes und dem wahren Ich einher.

2.1.3 é criture, r é - é criture, myth é criture

Im Rahmen der neueren französischen Literaturwissenschaft kann der é criture - Begriff als eine der schillerndsten Begriffsbildungen betrachtet werden23. Seine ursprüngliche Bedeutung ‚Schrift’ bzw. ‚Graphie’ ablegend, erfährt er in Barthes’ Le Degr é z é ro de l ’é criture eine Bedeutungswandlung zu Gunsten einer „‚réalité formelle’ sprachlicher Kommunikation, die zwischen der für jeden Autor verbindlichen langue [...] und dem jeweils individuellen style als intermediäre Einheit angesiedelt ist“24. Innerhalb der

Theorien der Tel- Quel - Gruppe und vor dem Hintergrund der Absage an die Metaphysik entwickelte sich das é criture - Konzept zum Ersatz für den Zeichenbegriff. „Als Grund- voraussetzung für die Überwindung der Metaphysik der ‚Anwesenheit’ postuliert Derrida die Destruktion des Zeichenbegriffs durch den der ‚écriture’“25. Im Kontext der Trennung von Zeichen und Bezeichnetem entwickelt er also ein Lektürekonzept, welches als Fortentwicklung des Levi- Strauss’schen bricolage - Gedankens26 „das Spiel der Differenzen und die Produktion von Signifikanten spürbar werden läßt“27.

Es wurde bereits dargestellt, inwiefern die Veränderung des Zeichenbegriffs mit der Revolution des Werk- und Subjektbegriffs einherging. Der Sinn eines Zeichens kann, wie gezeigt wurde, nie als reines Signifikat präsent sein, vielmehr konstituiert dieses sich durch Verweise. Insofern ist es nur logisch, dass die Poststrukturalisten sich gegen die Autonomie des Werkes, ja sogar des Subjekts wandten28. Anhand dieses Gedankens wird wiederum deutlich, warum jeder Text als r é - é criture zu verstehen ist, also als eine Umstrukturierung und Neuzusammensetzung bereits vorhandener Zeichen. Durch ihn wird ein Schreibvorgang gekennzeichnet, der auf bereits Geschriebenes reflexiv oder verändernd zurückkommt:

In der postmodernen é criture geht es nicht mehr um die Suche nach Erkenntnis der Wahrheit, sondern- von einem postmetaphysischen Standpunkt aus- um das ironische Spiel mit der Intertextualität29.

Den é criture - Konzepten der Mitglieder von Tel Quel, die, mehr als dass sie von Derridas é criture - Begriff abweichen, diesen weiter ausarbeiten, ist die Frage nach dem sinnkonstituierenden Faktor gemein30. É criture meint nicht in erster Linie die Graphie, sondern ist an die Konzeption der productivit é gekoppelt31. „Wendungen wie ‚écriture romanesque’, ‚ècriture poetique’ oder ‚écriture bourgeoise’[...]“32 machen deutlich, dass dieser nicht nur auf den produktiven Akt der Vertextung im Allgemeinen zu beziehen ist, sondern ebenso auf die spezifische Vertextungsweise einer Gruppe oder eines Autors angewendet werden kann33. Klettkes bereits mehrfach zitierte Untersuchung zu Michel Tourniers postmodernem Mythenroman stellt den Versuch solch einer Anwendung des é criture - Begriffs auf einen spezifischen Autor dar. Es handelt sich bei der im Zentrum ihrer Analyse stehenden myth é criture um eine postmoderne Gattungsmischung, bei der Historisches vom Mythos überdeckt wird; es findet eine

Verwandlung von Geschichte in Mythos statt. Der Roman Tourniers ist, so stellt Klettke fest, ‚mythisch’ zu nennen, insofern als er ein sekundäres sprachliches Zeichensystem darstellt, so wie es Barthes (1957) im Hinblick auf die modernen Mythen definiert, das im semiotischen Sinne als sprachlich autonom, d.h. unabhängig vom außersprachlichen Referenten, zu verstehen ist34.

In einer anderen Untersuchung, in der sich Klettke mit Luigi Malerbas Il fuoco greco beschäftigt, stellt sie fest: „Die myth é criture des Textes öffnet [...] den Horizont auf eine plurale Realität von vielfältigen Möglichkeiten der Lektüre der dahinterstehenden historischen Ereignisse“35. Zwar handelt es sich bei Malerbas Roman um einen „historischen Roman im Sinne des ‚New Historicism’“36, die Möglichkeit der pluralen Lektüre im Zusammenhang mit der myth é criture des Textes jedoch, stellt einen Aspekt dar, der auch in Bezug auf die Lektüre von Le citt à invisibili von Bedeutung ist, denn hier findet ein Rückgriff auf den Mythos der Stadt Venedig statt, welche als Dispositiv37 für alle von Marco Polo erzählten Städte dient. Dieser Aspekt wird an fortgeschrittener Stelle der vorliegenden Arbeit im Mittelpunkt stehen.

2.1.4 Dekonstruktion und diff é rance

Jeden potenziellen Bedeutungsträger, ob Bildende Kunst, Mode, Musik oder Literatur bezeichnet Derrida als Text. Die Offenheit bezüglich der Beschaffenheit eines Textes ist dem Konzept Derridas, der den Begriff des ‚Dekonstruktivismus’ Ende der 1960er Jahre einführte, mit dem der ‚Intertextualität’, wie sie in Kapitel 2.1.1. dargestellt wurde, gemein. Demnach sind Texte nicht nur in ihrer inneren Struktur, sondern insbesondere in Bezug auf andere Texte zu erfassen. Das Gesagte wird nicht auf Eindeutigkeit fixiert. Der Starrheit, die zuvor von Ferdinand de Saussure postuliert wurde, wird die Mehrdeutigkeit und Offenheit der Zeichen, die in ihrer Gesamtheit das Zeichensystem Text bilden, entgegengesetzt38. Ihnen wird ein Eigenleben zugesprochen. Eine konkrete, auf ein einziges Objekt fokussierte Bedeutung haben die einzelnen Wörter nicht, vielmehr stehen sie in dauerhaftem assoziativen Kontakt mit anderen Zeichen39.

Auf einen letzten Sinn treffen sie daher nie. “Das Ziel der Dekonstruktion ist das In- Frage- Stellen ererbter Kodes und gesellschaftlich normierter Wertmaßstäbe“40. Als zentralen Begriff führt Derrida im Zusammenhang mit der Absage an die Metaphysik den Neologismus diff é rance ein, der sich phonetisch mit dem französischen Wort diff é rence deckt, sich orthographisch jedoch durch den Austausch des ’e’ durch das ‚a’ unterscheidet. Mit diesem Begriff möchte Derrida die zuvor beschriebene Starrheit der Koppelung Zeichen/Bezeichnetes aufbrechen und auf die Selbstreferenzialität von Zeichen hinweisen. Ziel dieses dekonstruktiven Ansatzes ist es „den Nachweis zu führen, dass logisch konstruierte Hierarchien aufgrund der Zeichen- Autonomie nicht funktionieren können“41. Das neue é criture - Konzept der diff é rance wird von mehreren Prinzipien gekennzeichnet, die in ihrem gemeinsamen Wirken die „‚transformations systématique et réglées’“42 von Text zu Text bewirken.

Bei der Dekonstruktion handelt es sich um eine in der Philosophie gründende Strategie, die von Derrida auf die Literatur übertragen wird, was insofern möglich ist, als dass er die Philosophie als eine besondere literarische Gattung versteht43:

Als ein bestimmter Modus der Lektüre verstanden, ist in dieser Strategie auch die spezifische dekonstruktive Interpretationsmethode innerhalb der poststrukturalistischen Literaturtheorie angelegt44.

Das In- Frage- Stellen ererbter Kodes und gesellschaftlich normierter Wertmaßstäbe ist das Ziel der Dekonstruktion, die, angewendet als Strategie der lecture/(r é - ) é criture, als „Aufpropfung neuer Bedeutung auf tradierte Texte zu verstehen ist“45. Trotz der dargestellten Abgrenzung von Poststrukturalismus und Dekonstruktion gegenüber dem zeitlich vorausgehenden Strukturalismus stimmen die bisher ange- führten Aspekte doch in einer wichtigen Hinsicht mit diesem überein: „Sie dementieren [...] die Zentralkategorie aller abendländischen Metaphysik: den emphatischen Begriff ‚Subjekt’“46. Das Auskommen ohne ein Subjekt wiederum führt zwangsläufig zur Auseinandersetzung mit der Kategorie des Unbewussten, dessen Bedeutung für den Text an späterer Stelle veranschaulicht wird.

2.2 Mythos und Mythenanalyse

2.2.1 Begriffsklärung

„Der Mythos ist eine Aussage“47. Mit dieser Antwort auf die Frage, was ein Mythos heute sei, knüpft Roland Barthes, der in seinem gleichnamigen Text die Mythen des Alltags erforscht, zunächst an den etymologischen Ursprung an. Der griechische Wortursprung des Begriffs Mythos (gr. mytheĩsthai = reden, sagen, erzählen, ursprünglich wohl lautmalend) steht in der Tat für ‚Fabel’, ‚Sage’, ‚Rede’, ‚Erzählung’48. Barthes stellt fest, dass alles, wovon ein Diskurs Rechenschaft ablegen kann, Mythos werden kann49. Er führt weiterhin aus:

[D]as Universum ist unendlich suggestiv. Jeder Gegenstand der Welt kann von einer geschlossenen, stummen Existenz zu einem besprochenen, für die Aneignung durch die Gesellschaft offenen Zustand übergehen [...]50.

Auf dieser Grundlage untersucht Barthes einige Mythen des französischen Alltags- lebens.

In ihrem Aufsatz „Das Drama in uns. Die tiefenpsychologische Dimension der mythi- schen Reise im Film“ fasst Christina Pautsch hinsichtlich des Begriffs Mythos zu- sammen:

Gemeinhin verbreitet bezeichnet der Mythos eine Erzählung von Göttern und Helden aus vorgeschichtlicher Zeit, gleichzeitig meint ‚Mythos’ nicht selten die sich in der Erzählung ausdrückende Weltdeutung eines archaischen Bewusstseins51.

Sie knüpft hier an das traditionell religiöse Verständnis von Mythos als „Überlieferung, überlieferte Dichtung, Sage, Erzählung o.Ä. aus der Vorzeit eines Volkes (die sich besonders mit Göttern, Dämonen, Entstehung der Welt, Erschaffung der Menschen befasst)“52 an. Hinsichtlich der Themen von Mythen bemerkt Pautsch, dass sich diese über alle Bereiche des Lebens, in denen der Mensch sich mit Sinnfragen konfrontiert sieht, erstrecken können:

Zu den typischen Themen des Mythos gehören kosmogonische Motive wie die Schöpfung der Welt und die Geburt von Göttern und Menschen, ebenso wie eschatologische Motive über den Untergang der Welt. Schließlich erzählen Mythen Geschichten über die Lebensphasen des Menschen, über deren Aufgaben und Rituale, und schließlich über Tod und Wiedergeburt, die wie kaum ein anderes Motiv den zyklischen Charakter der Natur und des Mythos zum Ausdruck bringt53.

Ein Mythos kann, über dieses traditionell religiösen Verständnis hinaus, auch als „Person, Sache, Begebenheit, die (aus meist verschwommenen, irrationalen Vor- stellungen heraus) glorifiziert wird [und] legendären Charakter hat“54, Gestalt an- nehmen. Diese zweite Definition weist Parallelen zu dem zuvor angeführten Zitat von Roland Barthes auf, denn um den von ihm beschriebenen Zustand der Glorifizierung zu erhalten, muss ein Objekt, ob Gegenstand, Begebenheit oder Person, zunächst besprochen werden. Häufig gibt es unterschiedliche Versionen ein und desselben Mythos. Die Erkenntnis, dass Mythen zwar einen Anspruch auf Geltung für die von ihnen behauptete Wahrheit erheben, dass dieser Wahrheitsgehalt jedoch in Frage gestellt werden muss, ist in diesem Zusammenhang grundlegend55. In der Tat ist es im Laufe der Zeit durchaus üblich geworden, dass Erzählungen, bei denen von einem geringen Wahrheitsgehalt auszugehen ist oder die von vornherein als Lügen- geschichten enttarnt werden können, als Mythos bezeichnet werden.

Warum Venedig als (literarischer) Mythos bezeichnet werden kann, wird an späterer Stelle dieser Arbeit erörtert. Im folgenden Kapitel wenden wir uns nun zunächst der Mythenanalyse von Lévi- Strauss zu, die im Rahmen des postmodernen Textes und des é criture - Konzeptes von Calvino zentral ist.

2.2.2 Die strukturale Mythenanalyse nach Lévi- Strauss

Charakteristisch für den postmodernen Text ist der Rückgriff auf Mythen vielfältigster Art und unterschiedlichster Provenienz, so z.B. auf ethno- religiöse Mythen und auf Märchen- als Ausdruck kultureller Dezentrierung - , aber auch auf Mythen des Alltags und politische Mythen56.

Im Mittelpunkt der Analysen von Claude Lévi- Strauss, der sich an einem anthropologisch tradierten Verständnis von Mythos orientiert, stehen in erster Linie religionsethnologische und gesellschaftliche Mythen. Als Vertreter des Strukturalismus trennt Lévi- Strauss, ebenso wie der Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure, das sprachliche Zeichen streng von seiner Bedeutung und überträgt dieses Prinzip auf die Ethnologie und später auf die Struktur der Mythen:

So bringt er in Analogie zur Phonologie auf der Grundlage von Ehe- und Verwandtschaftsregeln die Elemente der Verwandtschaft in den verschiedenen Gesellschaften in Systeme (‚systèmes de parenté’) von Oppositionen, die auf der Differenz basieren. Es handelt sich also um die Applikation des der strukturalen Methode zugrundeliegenden binären Prinzips auf die Ethnologie57.

Lévi- Strauss betrachtet die geistige Fähigkeit zu strukturieren als archetypisch und gleichzusetzen mit dem Unbewussten58:

Gegenüber dem Unterbewusstsein, das Lévi- Strauss als Speicher der persönlichen Geschichte und mithin als einen Aspekt des Gedächtnisses versteht, konzipiert er das Unbewußte als eine überindividuelle Instanz universell gültiger Gesetze, deren Funktion es ist die individuellen Inhalte (Vorstellungen und Erinnerungen) zu strukturieren59.

Dies ist von grundlegender Bedeutung, da es verdeutlicht, dass für ihn die grund- legenden Phänomene des Geistes auf der Ebene des unbewussten Denkens angesie- delt sind60. Mythen sind demnach „Schöpfungen des unbewußten Denkens“61. Wir erwähnten im Zusammenhang mit der Intertextualität bereits den Begriff bricolage. Zu diesem Begriff gesellt sich nun, um die strukturale Logik des Mythos auffällig zu machen, „die Metapher des Kaleidoskops als eines Instrumentes, das mittels Abfällen und Bruchstücken strukturale Arrangements herstellt“62. Zeichen als Elemente des Sprachsystems, die bereits in einem anderen Diskurs gedient haben und in diesem einen Sinn besessen haben, werden demontiert und neu verarbeitet63. Aus den Bezügen der Zeichen untereinander gewinnen diese Bedeutung und somit Sinn. Um beurteilen zu können inwiefern auch Calvinos é criture in Le citt à invisibili von ihr geprägt ist, betrachten wir die Methode der strukturalen Mythenanalyse im Folgenden genauer. Der Mythos besteht zu einem Teil aus Strukturelementen, die mit linguistischen Methoden analysiert werden können, zum anderem Teil besteht er aus strukturalen Einheiten, die jenseits des linguistisch Erfassbaren liegen64. Diese Einheiten nennt Lévi- Strauss ‚Mytheme’. Sie bestehen aus mehreren Sätzen, aus Beziehungen, die in einer Äquivalenzrelation zueinander stehen und daher als ‚Beziehungsbündel’ bezeichnet werden. Die Bedeutung des Mythos ergibt sich nicht aus den einzelnen Mythemen selbst, sondern aus ihrer Kombination65. Der Sinn der Mythen hängt demnach nicht von den einzelnen Elementen ab, sondern von der Art und Weise ihrer Zusammensetzung. Die Mytheme sind die Bruchstücke, die durch das Kaleidoskop immer wieder neu zusammengesetzt werden:

In einem Mythos kann alles vorkommen; es scheint, dass die Reihenfolge der Ereignisse keiner Regel der Logik oder der Kontinuität unterworfen ist. Jedes Subjekt kann ein beliebiges Prädikat haben, jede denkbare Beziehung ist möglich66.

Als konstitutiv ist für den Mythos die Gesamtheit der Varianten zu betrachten67. Nach den Prinzipien bzw. Mechanismen der Inversion, Permutation und Repetition werden die Strukturen der Mythen geformt und aufgedeckt. Bei der Inversion werden Reihen von Varianten mit mehr oder weniger ‚extremen’ Versionen [...] nach dem Prinzip der Permutation zu Gruppen geordnet. Eine von Lévi- Strauss entwickelte hypothetische Formel bildet ein Verfahren, durch Inversion der Terme und ihrer Relationen die Gegensätze des Gesamtbildes aufzulösen68.

Außerdem wird durch Repetition, also durch (mehrfache) Wiederholung der Geschichte, die Aufdeckung der logischen Struktur des Mythos betrieben. Wir werden diese Verfahren im Folgenden auch im Rahmen der Analyse von Le citt à invisibili wiedererkennen.

2.3 Über Calvinos Umgang mit Intertextualität und Mythos

Smontato e rimontato il processo della composizione letteraria, il momento decisivo della vita letteraria sarà la lettura. [...] l’opera continuerà a nascere, a essere giudicata, a essere distrutta o continuamente rinnovata al contatto dell’occhio che legge [...]69.

Den theoretischen Teil der vorliegenden Arbeit abschließend, richten wir unsere Auf- merksamkeit an dieser Stelle auf einen Aufsatz, in dem Calvino selbst über einige der zuvor dargestellten literaturtheoretischen Aspekte reflektiert. Der Aufsatz mit dem Titel „Appunti sulla narrativa come processo combinatorio“70 wurde 1962 in der in Genua erscheinenden Zeitschrift Nuova corrente veröffentlicht. Das Erscheinungsdatum liegt somit zwar zehn Jahre vor der Veröffentlichung von Le citt à invisibili, jedoch fällt es in eine Zeit, zu der sich der Autor, wie einleitend bereits dargestellt wurde, zum ersten Mal mit dem Projekt einer r é - é criture von Marco Polos Milione beschäftigt.

[...]


1 Iseppi, Fernando, Scrittura e lettura di ‚ Le citt à invisibili ’ di Italo Calvino, Zürich, Univ., Dissertation, 1983, S.9.

2 Ou.Li.Po. (Ouvroir de Littérature Potentielle) ist eine Pariser Künstlergruppe, die 1960 von François Le Lionnais und Raymond Queneau gegründet wurde und es sich zur Aufgabe gemacht hatte neue Formen zu finden, in denen sich mathematische und literarische Konzepte verbinden. Neben dem Ehrenmitglied Calvino sind als weitere bedeutende Mitglieder u.a. Georges Perec, Harry Mathews und Marcel Bénabou zu nennen.

3 Vor allem die Theorien von Lévi- Strauss, Greimas und Barthes.

4 Vgl. Argiolas, Pier Paolo, L'atlante utopico nelle Citt à Invisibili di Italo Calvino, tra il dibattito

novecentesco e l'eretico Fourier, Cagliari, Univ., Dissertation 2008, URL: http://veprints.unica.it /122/, S.89, letzter Aufruf: 03.11.2013.

5 Martines, Andrea, „La riscrittura combinatoria di Italo Calvino“, URL: http://andreamartines. com/scritti/la- riscrittura- combinatoria- di- italo- calvino/, letzter Aufruf: 03.11.2013.

6 Dieterle, Bernard, Die versunkene Stadt. Sechs Kapitel zum literarischen Venedig- Mythos, Frankfurt a.M: Lang, 1995, S.11.

7 Klettke, Cornelia, Der postmoderne Mythenroman Michel Tourniers am Beispiel des ‚ Roi des Aulnes ’ , Bonn: Romanistischer Verlag, 1991, S.30.

8 Der Textbegriff umfasst dabei nicht ausschließlich geschriebene Texte, sondern kulturelle Phänomene überhaupt.

9 Klettke (1991), S.25.

10 Zit. nach Hempfer, Klaus W., Poststrukturalistische Texttheorie und narrative Praxis. Tel Quel und die Konstitution eines nouveau nouveau roman, München: Fink, 1976, S.54.

11 Vgl. ebd. S.41f.

12 Ebd. S.46. Zur Unterscheidung von produit und productivit é siehe auch ebd. S.33f.

13 Siehe hierzu: Lévi- Strauss, Claude, La pens é e sauvage, Paris: Plon,1962.

14 Klettke (1991), S.56.

15 Vgl. ebd. S.33.

16 Ebd.

17 Kernthese seines Aufsatzes „La morte de l’auteur“ (1968) ist, dass der Sinn eines Textes allein vom Leser erzeugt werden kann. Die Autor- Intention ist demzufolge nicht, wie bisher angenommen, die primäre Sinn- Instanz eines literarischen Textes, sondern nur eine von vielen Lesarten.

18 Barthes, Roland, „Der Tod des Autors“, in: Barthes, Roland, Das Rauschen der Sprache, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 2005, S.61.

19 Schuh, Franz, „Barthes auf dem Posten“, in: Die Zeit (09/2006), URL: http://www.zeit.de/2006/09/Barthes_auf_dem_Posten, letzter Aufruf: 03.11.2013.

20 Vgl. Klettke (1991), S.30.

21 Ebd. S.31.

22 Barthes (2005), S.63.

23 Vgl. Hempfer (1976), S.13.

24 Ebd.

25 Ebd. S.20.

26 Vgl. Klettke (1991), S.31.

27 Vögel, Bertlinde, „ Intertextualität" - Entstehung und Kontext eines problematischen Begriffs, Universität Wien, Diss., 1998, URL: http://germanistik.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/ inst_ germanistik/voegel.rtf, letzter Aufruf: 03.11.2013.

28 Vgl. ebd.

29 Klettke (1991), S.30.

30 Vgl. Hempfer (1976), S.29.

31 Vgl. ebd.

32 Ebd.

33 Vgl. Klettke (1991), S.25.

34 Ebd.

35 Klettke, Cornelia, „Luigi Malerba. Il fuoco greco“, in: Lentzen, Manfred, Italienische Romane des 20. Jahrhunderts in Einzelinterpretationen, hg. von Manfred Lentzen, Berlin: Schmidt, 2005, S. 349- 369, S.358.

36 Ebd. S.349.

37 Der aus der poststrukturalistischen Philosophie zur Malerei stammende Begriff zur Beschreibung der Malerei (Lyotard) wurde von Klettke auf die Literatur übertragen und für die Beschreibung von literarischen Texten fruchtbar gemacht.

38 Vgl. URL: http://www.literaturwissenschaft- online.uni- kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungs vorlesungen/2002/Poststrukturalismus.pdf, letzter Aufruf: 03.11.2013.

39 Vgl. ebd.

40 Klettke, Cornelia, „Yasmins Rezas ‚Art’ als é criture- simulacre: Grenzüberschreitung zwischen Leben und Kunst“, in: Lendemains, Nr. 119/120, 30.JG, 2005, S. 89- 103.

41 Ebd.

42 Zit. nach Klettke (1991), S.103. Eine ausführliche Darstellung der Prinzipien der ‚Wiederholbarkeit’, ‚Verräumlichung’, Zeitigung’ und des generativen Impulses findet sich ebd.

43 Vgl. ebd. S.107.

44 Ebd.

45 Ebd. S.109.

46 URL: http://www.literaturwissenschaft- online.uni- kiel.de/veranstaltungen/einfuehrungs vorlesungen/2002/Poststrukturalismus.pdf, letzter Aufruf: 03.11.2013.

47 Barthes, Roland, Mythen des Alltags, Frankfurt a.M: Suhrkamp, 1964, S.85.

48 Vgl. URL:http://www.duden.de/rechtschreibung/Mythos#Bedeutung1, letzter Aufruf: 03.11.2013.

49 Vgl. Barthes (1964), S.85.

50 Ebd. S.85 f.

51 Pautsch, Christina, „Das Drama in uns. Die tiefenpsychologische Dimension der mythischen Reise im Film“, URL: http://das- drama- in- uns.de/teil- 1/kapitel- 1/der- mythos- in- der- theorie/, letzter Aufruf: 03.11.2013.

52 URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/Mythos#Bedeutung1, letzter Aufruf: 03.11.2013.

53 Pautsch, „Das Drama in uns“ URL: http://das- drama- in- uns.de/teil- 1/kapitel- 1/der- mythos- in- der- theorie/, letzter Aufruf: 03.11.2013.

54 URL: http://www.duden.de/rechtschreibung/Mythos#Bedeutung1, letzter Aufruf: 03.11.2013.

55 Auf den Aspekt des Wahrheitsgehaltes werden wir an späterer Stelle Bezug nehmen, denn er bildet auch im Zusammenhang mit Marco Polo und seiner im Milione geschilderten Reise in den Fernen Osten einen zentralen Punkt.

56 Klettke (1991), S.30.

57 Ebd. S.53.

58 Vgl. ebd. S.54.

59 Ebd.

60 Vgl. ebd.

61 Ebd.

62 Ebd. S.56.

63 Vgl. ebd.

64 Vgl. ebd, S.58.

65 Vgl. ebd. S.59. Für Erläuterungen zu den zwei Modellen der Mythenanalyse siehe die Ausführungen bei Klettke S.60ff.

66 Lévi- Strauss, Claude, Strukturale Anthropologie I, Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1981, S.228.

67 Vgl. Klettke (1991), S.61.

68 Ebd. S.62.

69 Calvino, Italo, „Appunti sulla narrativa come processo combinatorio“, in: Nuova corrente, Genova: 1968. S. 139- 148, S.143.

70 Wie der Titel des Aufsatzes impliziert, zählt hierzu auch die Auseinandersetzung mit dem, in literaturwissenschaftlicher Hinsicht durch Jorge Luis Borges geprägten Begriff der Kombinatorik. Dieser Rekurs stellt, wenn auch eng mit dem französischen Poststrukturalismus verknüpft ein eigenes Gebiet dar, auf dessen ausführliche Darstellung im Rahmen dieser Arbeit verzichtet wird.

Details

Seiten
65
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783656764380
ISBN (Buch)
9783656764397
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280276
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Romanistik
Note
1,0
Schlagworte
Italo Calvino Marco Polo Venedig Kunst Pedro Cano Kublai Khan Romanische Literatur Italienisch

Autor

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Titel: Die Welt aus venezianischer Sicht. Venedig-Reminiszenzen in Calvinos "Le città invisibili" und die Verbildlichung der unsichtbaren Städte in der Bildenden Kunst