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Traditionelle Landschaftsgeographie

Hausarbeit 2009 14 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Geschichte der Geographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Geographie im Wandel der Zeit

2 Begriffsklärungen
2.1 Definition der Landschaftsgeographie
2.1.1 Einordnung der Landschaftsgeographie
2.1.2 Landschaftsgeographie- Landschaftskunde-Länderkunde
2.2 Definition der Landschaft

3 Methoden und Vorgehensweisen
3.1 Analyse nach WERLEN
3.2 Passarges Vorgehensweise
3.3 Analyse nach Hard

4 Die Krise der Landschaftsgeographie
4.1 Der gesellschaftliche Einfluss auf die Wissenschaft
4.2 Darwinismus der Wissenschaften- Abgrenzungsversuche zur Sozialgeographie
4.3 Sozialgeographie als Lösung

5 Gegenwärtige Kritik an der Landschaftsgeographie

6 Der Einfluss der Landschaftsgeographie

1 Geographie im Wandel der Zeit

Beschreiben, zeichnen und erstellen von Karten waren die vorrangigen Aufgaben des traditionellen Geographen. Ein „reisender Berichterstatter“, der seine Expeditionen auf Papier kartiert mit dem Ziel, das jene angefertigten Karten zur Orientierung auf der Erdoberfläche dienen mögen (vgl. Werlen 2008: 84f).

Dieses traditionelle Bild sowie die damit verbundene Vorgehensweise prägte die Geographie bis ins 20. Jahrhundert hinein sehr stark und auch heute noch –wenn auch in sehr viel geringerem Maße- sind Spuren davon zu finden. Man könnte die Landschaftsgeographie als die Wurzeln, aus denen die heutige Geographie gewachsen ist, bezeichnen.

Die Landschaftsgeographie passte sehr gut in dieses traditionelle geographische System, nahm sogar eine sehr wichtige Rolle darin ein. Warum ihr eine so wichtige Position zugeschrieben wurde und wie es zum Untergang derselben kam, soll diese Seminararbeit erläutern.

Nachdem die wichtigsten Begriffe definiert sind, soll auf Methoden und Vorgehensweisen eingegangen werden. nächsten Teil der der Arbeit werden Definitionen und Methoden kritisch betrachtet. Diese kritische Betrachtung soll klären, warum die traditionelle Landschaftsgeographie heute in dieser Art und Weise nicht mehr existiert, wie es zu der „unbemerkte[n] Selbstauflösung der Landschaftsgeographie“ (Schultz 1980: 251) kam.

2 Begriffsklärungen

2.1 Definition der Landschaftsgeographie

Unter dem Begriff Landschaftsgeographie verstand man die Betrachtung einer Landschaft. Dazu wurden allerdings lediglich die physiogonomischen, also die Dinge, die für das menschliche Auge sichtbar sind, beachtet und behandelt. Die naturwissenschaftlichen Aspekte oder auch die ökologischen Aspekte blieben dabei weitgehend unberücksichtigt. Heute wird der Begriff „Landschaftsgeographie“ größtenteils nur noch zur Bezeichnung eines historischen Zustandes (vgl. Dierke 1997: 443).

2.1.1 Einordnung der Landschaftsgeographie

Am besten gelingt eine Einordnung, indem man die traditionelle Landschaftsgeographie im System der traditionellen Geographie betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die traditionelle Geographie (Werlen 2008: 86, verändert)

Wie gut zu erkennen ist, gibt es in der traditionellen Geographie die zwei Hauptzweige der „Allgemeinen Geographie“ und der „Regionale Geographie“. In der „Allgemeinen Geographie“ finden sich als die zwei wichtigen Unterkategorien die „Physische Geographie“ mit dem Hauptaugenmerk auf die ‚Natur’ und die „Anthropogeographie“ mit dem Untersuchungsgegenstand ‚Mensch’. Der zweite Hauptzweig, die „Regionale Geographie“, welche im 19. und frühen 20. Jahrhundert den wichtigeren darstellt (vgl. Werlen 2008: 87f), findet sich die „Landschaftsgeographie“, welche sich mit der ‚Landschaft’ beschäftigt und die „Länderkunde“, welche sich auf das ‚Land’ konzentriert (vgl. Abb. 1).

In den 20er und 30er Jahren war es die Regionale Geographie, welche als besonders wichtig angesehen wurde. Grund hierfür ist, dass der zu untersuchende Gegenstand, die Landschaft, als das zentrale und wichtige Objekt der Geographie angesehen wurde. Die gesamte Geographie, so ging man in dieser Zeit aus, baute auf der Landschaft auf (vgl. Schultz 1980: 228f).

2.1.2 Landschaftsgeographie- Landschaftskunde-Länderkunde

Neben der Einordnung des Begriffes der Landschaftsgeographie ist es zusätzlich sinnvoll, diesen gegenüber der „Landschaftskunde“ abzugrenzen. Zum einen sind diese beiden Begriffe eng miteinander verwandt, zum anderen wird in der Literatur häufig nicht oder kaum zwischen „Landschaftsgeographie“ und „Landschaftskunde“ unterschieden.

Während es sich bei der Landschaftsgeographie um die „(…) genetische [historische] Deutung des heutigen (Kultur-) Landschaftsbildes (…)“ handelte, war die Landschaftskunde „(…) „Morphologie“ oder „Morphogenese“ der Kulturlandschaft“ (Hard 1973: 156).

Auch ist es hilfreich, die Länderkunde aufgrund ihrer Ähnlichkeit zur Landschaftsgeographie genauer zu definieren. Länderkunde bedeutet die Beschreibung und Abgrenzung von Ländern. Die Ähnlichkeit zur Landschaftsgeographie rührt daher, dass man davon ausging, mehrere Landschaften würden ein homogenes Ganzes, also ein „Land“ bilden (vgl. Werlen 2008: 94).

2.2 Definition der Landschaft

Da die Landschaft das entscheidende Objekt darstellt, ist es unerlässlich auch hierfür eine Definition zu geben. Nicht zuletzt weil die Definition von Landschaft in der traditionellen Geographie nicht unbedingt mit dem heutigen Verständnis konform geht.

Es gibt wohl kaum eine Wissenschaft, die es sich nehmen hat lassen, „Landschaft“ zu definieren oder zumindest zu verwenden. Nur am Rande seien die Biologie oder die Jura erwähnt. Doch allein die Geographie bietet unzählige Variationen und Möglichkeiten, sodass es lediglich möglich ist, die Auswahl herauszugreifen, welche in Bezug auf die zu behandelnde Zeit repräsentativ erscheint. Die jahrzehntelange Diskussion in der Geographie um eine richtige, korrekte und unanfechtbare Formulierung erklärt die vielen Entwürfe.

Vorweg zu nehmen sei, dass unterschieden wird zwischen der anthropogen unbeeinflussten „Naturlandschaft“ und der anthropogen beeinflussten „Kulturlandschaft“. Der unberührte Regenwald oder das Hochgebirge wären Beispiele für ersteres, eine Stadt oder ein Acker Beispiele für letzteres (vgl. Lexikon der Geographie: 286 u. 421f). Die traditionelle Geographie beschäftigte sich allerdings größtenteils mit der Kulturlandschaft.

Nach BOBEK und SCHMITZHÜSEN bezeichnet Landschaft „einen beobachtbaren, individuellen ‚Gesamtinhalt eines Teilstücks der Erdoberfläche’“ (Werlen 2008: 90 zit. nach Bobek u. Schmitzhüsen). Da diese Begriffserklärung recht kurz und präzise gehalten ist, soll im Folgenden auf weitere Aspekte der Sichtweise in Bezug auf die Landschaft eingegangen werden.

Um es mit den Worten von SCHULTZ zu sagen, „[beginnt] die ‚Landschaft’ des Geographen (…) bei der ‚Landschaft’ der Primärsprache“ (Schultz 1980: 229). Belegt wird dies durch ein Zitat CAROLS von 1946, in welchem die Landschaft beschrieben wird.

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Details

Seiten
14
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783656732013
ISBN (Buch)
9783656731993
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v280059
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Geographie
Note
2,7
Schlagworte
traditionelle landschaftsgeographie

Autor

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Titel: Traditionelle Landschaftsgeographie